Professor Wolfgang Prollius feiert 80. Geburtstag

Foto: HS Geisenheim University

Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius, selbst Geisenheimer Alumnus und später zwei Dekaden Professor im Fachbereich Gartenbau und Landespflege der damaligen Fachhochschule Wiesbaden, Standort Geisenheim, feiert am 02. April 2022 seinen 80. Geburtstag. Die Hochschule Geisenheim und ihr Ehemaligenverband, die VEG – Geisenheim Alumni Association e. V., denen der Jubilar auch 15 Jahre nach dem Eintritt in den Ruhestand noch eng verbunden ist, gratulieren herzlich.

Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius hat sich um die akademische Ausbildung der Landschaftsarchitekturstudierenden in Geisenheim in besonderem Maße verdient gemacht. Studienfach- und Studienverlaufsplanung, Exkursionen und die intensive Betreuung von Abschlussarbeiten: Hochschullehre war für ihn stets eine Herzensangelegenheit und ging weit über die festgeschriebenen Semesterwochenstunden hinaus. Auch in der Selbstverwaltung der Hochschule brachte sich Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius intensiv sein. Als Dank und Anerkennung für dieses Engagement zeichneten ihn „seine“ Hochschule und der Ehemaligenverband 2015 mit dem Professor-Müller-Thurgau-Preis aus. Der Preis wird an Persönlichkeiten verliehen, die sich für die Hochschule Geisenheim und ihre Vorgängerinstitutionen in beispielhafter Weise eingesetzt haben.

Auch für die Belange des Berufsstandes der Landschaftsgärtnerinnen und -gärtner sowie Landschaftsarchitektinnen und -architekten im Allgemeinen setzte sich Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius immer ein – und tut das bis heute. Sein langjähriger Wegbegleiter Prof. Dr. Michael Goecke, ehemaliger Professor an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf in Freising, hat anlässlich des 80. Geburtstags von Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius dessen Weg nachgezeichnet.

Zum Wintersemester 1987/88 erhielt Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius den Ruf für eine Professur an die Fachhochschule Wiesbaden im Fachbereich Gartenbau und Landespflege, Vertiefungsrichtung Landschaftsbau mit den Lehr­inhalten Projektplanung, Bauabwicklung und Darstellungstechnik. Der für die Lehre erforderliche Praxisbezug wurde von ihm durch den ständigen Dialog mit den Berufsverbänden, mit Firmen und Planungsbüros und den Mitglied­schaften in berufsständigen Vereinigungen gewährleistet.

Wolfgang Prollius war von Beginn an neben seiner Lehrtätigkeit an der FHW in Geisenheim (heute Hochschule Geisenheim University) in der Hochschulselbstverwaltung tätig, so als Dekan des Fachbereichs von 1990 bis 1993, und wirkte in zahl­reichen Gremien mit. Darüber hinaus engagierte er sich auch außerhalb der Hochschule. Er wirkte u.a. in den 90er Jahren beim Aufbau der Fachhochschule Erfurt als Gründungsbeauftragter für die Fachbereiche Gartenbau und Land­schaftsarchitektur.

Nach Gärtnerlehre und Gesellenjahren in Deutschland und der Schweiz studierte Wolfgang Prollius von 1964 bis 1967 an der Hessischen Lehr- und Forschungsanstalt für Wein-, Obst- und Gartenbau in Geisenheim, Studienrichtung Gartenarchitektur und Landschaftspflege. Nach Jahren der Berufspraxis als Ingenieur in Berlin bei den Firmen Herbert Gies und Ingolf Schmoll studierte er an der Technischen Universität Berlin, Fachbereich Landschaftsbau, Studienrichtung Landschaftsplanung.

1976 wurde Wolfgang Prollius zum Leiter des Gartenamtes Bremen-Nord berufen, einem Aufgabenbereich mit 150 Mitarbeitern und 480 ha zu betreuenden öffentlichen Grünflächen (u.a. dem Vegesacker Stadtpark und Knoops Park in St. Magnus). In der Zeit seiner Leitungstätigkeit konnte der Bestand an öffentlichen Grünanlagen um 100 ha auf 660 ha erweitert werden. Als Mitglied der Ständigen Konferenz der Gartenamtsleiter beim Deutschen Städtetag konnte er von 1976 an alle wesentlichen Entwicklungen auf dem Sektor des öffentlichen Grüns und im Landschaftsbau begleiten.

Mit Ablauf des Wintersemesters 2006/2007 wurde Wolfgang Prollius nach fast 20jähriger Hochschultätigkeit im Fachbereich Gartenbau und Landespflege der FH Wiesbaden in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Damit ging eine Zeit zu Ende, die geprägt war durch Engagement und Kompetenz sowie unermüdlichen Einsatz für die Studierenden, wofür er mit dem renommierten Müller-Thurgau-Preis seiner Hochschule geehrt wurde.

Über Jahrzehnte, seit den 70er Jahren in Bremen, ist Wolfgang Prollius der Deutschen Gesellschaft für Gartenkunst und Landschaftskultur e.V. (DGGL) besonders verbunden, u.a. als 1. Vorsitzender des Landesverbandes Hessen nach seiner Emeritierung. Darüber hinaus organisiert er Semestertreffen für den Geisenheimer Alumni-Verband, beobachtet aufmerksam und kritisch die Entwicklung des Berufsstandes und bringt interessierten Besuchern die landschaftlichen Besonderheiten des Weltkulturerbes Mittleres Rheintal nahe.

Am 2. April 2022 begeht Prof. Wolfgang Prollius seinen 80. Geburtstag.

Die Hochschule Geisenheim und ihr Alumniverband gratulieren Professor Dipl.-Ing. Wolfgang Prollius von Herzen und wünschen ihm für den kommenden Lebensabschnitt vor allem Gesundheit und Zufriedenheit; wir freuen uns auf weiteren regen Austausch.

Quelle: HS Geisenheim University

Virtueller Gedankenaustausch zum Öffentlichen Dienst

Foto: VDL

VDL-Mitglieder aus mehreren Bundesländern, die im öffentlichen Dienst beschäftigt sind, trafen sich am 30. März 2022 zu einem virtuellen Gedankenaustausch.

Es ging um eine Standortbestimmung nach zwei Jahren Corona und zu einer inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit der VDL-Bundessparte Öffentlicher Dienst. Die Teilnehmenden arbeiten in Ministerien, Landwirtschaftskammern und anderen Institutionen der Agrarpolitik und -verwaltung und trugen ein breites Spektrum an aktuellen Themen zusammen, die teils dringend auf Lösungen warten.

Zu der Konferenz hatte der Bundesspartensprecher Dr. Juhl Jörgensen eingeladen. Gemeinsam mit VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann, der als Sprecher eines kommunalen Dienstleistungsunternehmens ebenfalls dem öffentlichen Dienst zuzurechnen ist, wurde diskutiert, welche der zahlreichen Fragestellungen vorrangig im Rahmen der Spartenarbeit angegangen werden sollen. Dazu gehören Themen wie Homeoffice, Digitalisierung, Handhabung von Erfahrungsstufen, Berufsfelderweiterung um das Spektrum Energie / Energieversorgung, die Zusammenarbeit mit dem dbb, Gewinnung und Bindung von qualifizierten Nachwuchskräften sowie der VDL-Mehrwert auch für erfahrene Berufstätige im öffentlichen Dienst.

Die Teilnehmenden schätzten die Veranstaltung als „guten ersten Aufschlag“ ein, um prioritäre Themen für die Spartenarbeit zum Öffentlichen Dienst zu identifizieren. Diese sollen dann auf der Bundesspartensitzung am 19. Mai 2022 im Rahmen der VDL-Jahrestagung in Landshut auf die Tagesordnung kommen. Insgesamt wurde der Gedankenaustausch als wertvolle Plattform für das Netzwerken unter den Beschäftigten im öffentlichen Dienst gelobt und eine Wiederholung angeregt. Man habe unter den Bedingungen des Föderalismus länderübergreifend Gemeinsamkeiten identifiziert und Ansatzpunkte für Handlungsoptionen festgestellt. Es wurde sichtbar, dass Themen, Fragen und Probleme durchaus die gleichen sein können, sozusagen „Einheit in Vielfalt.“

Save the date:
Sitzung der Bundessparte Öffentlicher Dienst: 19. Mai 2022 12.30-15.30 Uhr in Landshut

Text: Dr. Juhl Jörgensen

VDL-Ost: Green Livestream mit Maria Mundry

Foto: VDL-Ost

Am 15. März 2022 hat der VDL-Ost wieder eine Veranstaltung der Reihe “Green Livestream- Der Grüne Berufstalk“ durchgeführt.

Zu Gast war dieses Mal unser Vorstandsmitglied Maria Mundry, die in dem einstündigen Gespräch über ihren Werdegang, ihre Arbeit als Geschäftsführerin des Kreisbauernverbands Ostprignitz-Ruppin und über ihren landwirtschaftlichen Betrieb „Schwarze Kuh“ sprach.

Besonders spannend war es für die ZuhörerInnen zu erfahren, wie die Arbeit einer Kreisbauernverbandsgeschäftsführerin aussieht, welche täglichen Herausforderungen zu meistern sind und wie die „Schwarze Kuh“ vermarktet wird. In dem Gespräch schilderte Maria zudem eindrücklich wie die verschiedenen Stationen ihres Lebens sie geprägt haben, wie der Spagat zwischen zwei Tätigkeiten gelingen kann und auch welche Veränderungen der Umzug von Berlin-Mitte nach Brandenburg mit sich gebracht hat.

Wir danken Dir für deine Offenheit und das sehr angenehme Gespräch, Maria!

 

Der „Green Livestream – Der grüne Berufstalk“ ist ein digitales Format zum beruflichen Austausch, bei dem Berufssuchende und Berufstätige innerhalb der grünen Branche zusammengebracht werden sollen. Bei jeder Veranstaltung stellen wir ein VDL-Mitglied, den individuellen beruflichen Werdegang sowie den derzeitigen Arbeitgeber näher vor. Im Anschluss an das moderierte Gespräch können die Teilnehmenden Fragen an den Talkgast stellen.

Text: VDL-Ost

Digitalisierung in den Lebenswissenschaften: Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Foto: JLU Gießen

GGL Career Day: Neue Karrierechancen für Promovierende sowie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler

Eine Promotion in den Lebenswissenschaften eröffnet vielfältige Karrieremöglichkeiten, aber welche ist die Richtige?

Um den Promovierenden einen Überblick über die verschiedenen Karrierewege zu geben und die Entscheidung zu erleichtern, hatte das Gießener Graduiertenzentrum Lebenswissenschaften (GGL) zu seinem 12. Career Day am 17. März 2022 eingeladen. In diesem Jahr standen die neuen Perspektiven und Chancen in der Arbeitswelt im Mittelpunkt, welche die Digitalisierung mit sich bringt.

Absolventinnen und Absolventen der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) berichteten ebenso wie Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler von ihrem Karriereweg und ihrer Tätigkeit in der Industrie, in Behörden und im universitären Umfeld. Sie gaben Tipps zur Karriereplanung und stellen ihren Arbeitsalltag und aktuellen Arbeitgeber vor. Die Themen reichten von Impfstoffentwicklung über Regionalplanung mittels Geoinformation hin zu Bioinformatik und professionellem Forschungsdatenmanagement.

Gesprochen hatten unter anderem Dr. Bernhard Remes und Andrea Schmidt, die als klinische Forschende bei der Gießener Alcedis GmbH tätig sind; Julia Gotthard, die als Senior Software Verification Engineer bei der Tecan GmbH arbeitet; die Prozessentwicklerin bei der CSL Behring GmbH Dr. Parameswari Govindarajan; Justine Vandendorpe, die bei ZB MED als Data Steward beschäftigt ist und der Postdoc für Bioinformatik und Systembiologie an der JLU Dr. Jochen Blom. Die Personalberatung im Life Science-Bereich Real Staffing gab außerdem eine professionelle Einschätzung des aktuellen Arbeitsmarktes.

Neben den persönlichen Erfahrungsberichten verschiedener Alumni der JLU bot sich zusätzlich die Gelegenheit zum informellen Gespräch mit den Vortragenden und den Firmenvertretern. Ergänzt wurde das Programm durch einen Check von Bewerbungsunterlagen in englischer oder deutscher Sprache.

Das GGL bietet Promovierenden ein interdisziplinäres Graduiertenprogramm für alle Fachgebiete der Lebenswissenschaften. Der GGL Career Day richtet sich vorrangig an Promovierende der Lebenswissenschaften der JLU und der umliegenden akademischen Einrichtungen.

Quelle: JLU Gießen

Tobias Dammeier neuer VDL-Bundesgeschäftsführer

Foto: Dammeier

Tobias Dammeier (40) wird mit Wirkung vom 01. Juli 2022 die VDL-Bundesgeschäftsführung in Berlin übernehmen.

Der gebürtige Niedersachse lebt und arbeitet bereits in Berlin und ist künftig Mitglied im VDL- Landesverband Ost.

Tobias Dammeier, der derzeit noch Referent für Verbandsentwicklung und Marketing in der Bundesgeschäftsstelle des Wirtschaftsrates der CDU e.V. in Berlin ist, studierte Wirtschaftsingenieurwesen und Politik und verfügt über langjährige Berufserfahrung (11 Jahre) im Management von Verbänden.

Zu seinen Aufgaben bei seinem derzeitigen Verband zählen u.a. die strategische Unterstützung der Landesverbände bei der Mitgliedergewinnung, die Optimierung von Prozessabläufen, die Vorbereitung und Durchführung von Schulungen für ehrenamtliche Verbandsmitarbeiter/innen und die Vorbereitung und Durchführung von Tagungen.

Bevor Tobias Dammeier 2016 zum Bundesverband nach Berlin wechselte, war er bereits drei Jahre lang Referent beim Landesverband Niedersachsen des Wirtschaftsrates und betreute dort mehrere Fachgruppen, u.a. die Kommission Agrar- und Ernährungswirtschaft, organisierte Veranstaltungen, erstellte Positionspapiere und war für die Pressearbeit zuständig.

„Wir sind überzeugt, dass Tobias Dammeier als ausgewiesener Verbandsmanager allerbeste Voraussetzungen für sein künftiges Amt als VDL-Bundesgeschäftsführer mitbringt“, so VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann.

Text: VDL-BV

Bachelor und Master – Was kommt nach dem Studienabschluss? Absolventenbefragung im Agrarbereich 2021

Foto: Adobe Stock und Landwirtschaftliche Rentenbank

Der VDL-Bundesverband – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. führt regelmäßig  bundesweite Absolventenbefragungen im Agrarbereich durch. 

Die aktuelle Studie wurde von Prof. Dr. Jens-Peter Loy, von der Macke-Loy-Glauben GbR Markt- und Konsumforschung, Beratung, und mit Lehrstuhl für Marktlehre am Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel wissenschaftlich bearbeitet und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert.

Diese liefert interessante und wertvolle Erkenntnisse für uns alle und gibt auch Auskunft über die Veränderungen seit der letzten Studie im Jahr 2018.
Es finden sich aktuelle Informationen zur Studiendauer, berufspraktischen Kenntnissen, Bewertung des Studiums, Berufseinstieg und Entlohnung, beruflicher Werdegang, Kompetenzen in der Arbeitswelt, die wahrgenommene Arbeitgeberattraktivität sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Zahl der Agrarstudenten an Universitäten hat in den letzten zwei Jahrzenten um ca. 10.000 zugenommen. Derzeit studieren rund 40.000 Studenten an Universitäten in diesem Fachbereich. Dazu kommen 25.000 Studierende an (Fach-)Hochschulen.
Trotz des Anstiegs der Studierendenzahlen zeigt sich ein deutlicher Fachkräftemangel im Bereich der grünen Berufe. Die vorliegende Studie bietet in diesem Zusammenhang wichtige Informationen zum Studium und Berufseinstieg für diesen weiterhin wachsenden Bereich. Dabei wird wie in den Vorgängerstudien von 2012, 2015 und 2018 in erster Linie die Perspektive der Absolventen dargestellt, welche für Studieninteressierte und Arbeitgeber in diesem Bereich gleichermaßen von Interesse ist. In der Befragung von 2021 konnten wie 2018 rund 500 Absolventen zu einer vollständigen Teilnahme an der umfangreichen Befragung gewonnen werden. Dabei zeigt sich wie schon 2018 eine starke Repräsentanz der Universität Hohenheim, die offensichtlich den besten Kontakt zu ihren Absolventen aufbaut.

58 % der Befragten sind Frauen und 42 % Männer. Rund ein Drittel stammt von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Das Durchschnittalter der Befragten liegt bei 29 Jahren.
Für eine bessere Vergleichbarkeit mit der vorangegangenen Studie entsprechen Aufbau und
die Auswertung im Wesentlichen dem Muster der Vorstudie.

Erwartungsgemäß studieren (Fach-)Hochschüler etwas schneller beziehungsweise absolvieren das Studium häufiger in der Regelstudienzeit als Universitätsabsolventen.
Die Zahl der Hochschulwechsel im Studium ist rückläufig. Lediglich 13 % der Befragten haben die Hochschule gewechselt. 2018 war es noch jeder Fünfte.
80 % der Befragten beurteilen das Studium mit „gut“ oder „sehr gut“. Gleiches gilt für den Ruf
der Hochschule oder Universität. 75 % der Befragten empfiehlt auch das Studienfach.

Wie schon in den letzten Studien wünschen sich die Absolventen an Universitäten mehr Praxisnähe und eine stärkere Einbindung von Praktikern und Lehrbeauftragten aus der Wirtschaft. Auch bei den Softskills gibt es noch Nachbesserungsbedarf an den Universitäten.
An (Fach-)Hochschulen besteht hingegen ein etwas ausgeprägterer Wunsch nach mehr englischsprachiger Lehre. Die Mehrheit der Absolventen sieht an beiden Bildungseinrichtungen eine ausreichend breite Abdeckung von Fachwissen.

Die Bewertung der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen fällt durchweg positiv
Aus. Das Bild des Bachelors in Bezug auf seine Berufsqualifizierung ist gemischt. Zwar sehen fast 40 % den Abschluss voll oder überwiegend berufsqualifizierend, aber auch 36 % sehen ihn als eher nicht bis überhaupt nicht berufsqualifizierend an.

Fast Dreiviertel der Befragten sehen die im Studium erworbenen Kenntnisse als eher nützlich
bis sehr nützlich an. Dieser Anteil liegt erwartungsgemäß bei den (Fach-)Hochschulen mit 82 % etwas höher, da diese eine praxisorientiertere Ausrichtung und Lehrpersonal mit Berufserfahrung außerhalb der Bildungsstätte haben. Die Forschungsausrichtung an Universitäten wird in diesem Zusammenhang weniger relevant für den Beruf gesehen, da die
Mehrheit diese Qualifikation als wenig nützlich für die Praxis ansehen. Universitäten müssen daher an der Bedeutung und dem Mehrwert dieser Qualifikation für die Praxis u.a. für den Transfer von Forschungswissen in die Praxis arbeiten.

33 % der Befragten haben eine abgeschlossene Berufsausbildung vor Studienbeginn, für 2018
lag dieser Anteil noch bei 25 %. 56 % dieser Studierenden haben eine Ausbildung in der Landwirtschaft gemacht, 10 % im vor- und nachgelagerten Bereich und 34 % außerhalb der Landwirtschaft und des Agribusiness.

89 % der befragten Agrar-Absolventen haben vor oder während ihres Studiums mindestens ein Praktikum absolviert.
Die überwiegende Mehrheit der Absolventen (89 %) hat während des Studiums nebenbei gearbeitet, rund die Hälfte davon in der Landwirtschaft.

Direkt nach dem Studium haben 49 % der befragten Absolventen eine reguläre abhängige Beschäftigung aufgenommen. Das sind 11 % mehr als in der Studie von 2018. Unterteilt nach
Hochschultypen zeigt sich, dass dieser Anteil bei den (Fach-) Hochschulabsolventen höher liegt: Während 39% der Universitätsabsolventen direkt nach dem Studium in eine reguläre Beschäftigung wechselten (2018: 35 %), trifft dies auf 66 % der (Fach-) Hochschulabsolventen
(2018: 49 %) zu.

2018 gab 10 % der Befragten an, ohne Beschäftigung zu sein. 2021 sinkt dieser Anteil auf 7 %. Bei den Universitätsabsolventen ist der Anteil ebenfalls von 10 % auf 7 % zurückgegangen. Bei den (Fach-)Hochschulabsolventen sinkt dieser Anteil von 8 % in 2018 auf 5 % in 2021.

Der Einstieg in den elterlichen Betrieb wurde nach dem Studium insgesamt von 3 % der efragten vollzogen, wobei 2021 der Unterschied zwischen den Hochschultypen mit einem Prozentpunkt gering ausfällt. 2018 lag die Differenz zwischen den Hochschultypen noch bei 11 Prozentpunkten.
Unterschiede zwischen den Hochschultypen gibt es auch im Anteil derer, die im Anschluss an ihr Studium promovierten. Während 2018 noch jeder zehnte Universitätsabsolvent promovierte, sind es 2021 nur noch 6 %. Unter den befragten (Fach-)Hochschulabsolventen waren es 2018 2 % und 2021 nur noch 1 % der Befragten. Das Interesse an einer weiteren wissenschaftlichen Ausbildung und selbständiger Forschungstätigkeit sind damit weiterhin rückläufig. 2015 haben noch 14 % der Universitätsabsolventen eine Promotion angestrebt.

Die Entwicklung der Bruttojahresgehalte gegenüber den Einstiegsgehalten ist für alle Abschlussgruppen positiv. Erwartungsgemäß sind die Einstiegsgehälter bei Masterabsolventen höher als bei Bachelorabsolventen und die Gehaltsklasse ab 40.000 Euro Bruttojahresgehalt ist in allen Gruppen aktuell um 6 bis 8 Prozentpunkte häufiger als gegenüber dem Berufseinstieg.

Die Absolventen zeigen ein überwiegend sehr positives Bild ihrer aktuellen beruflichen Situation. Für 80 % gilt, dass sie mit dem bisher Erreichten, den Arbeitsbedingungen, der Reisetätigkeit und mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie eher bis voll und ganz zufrieden
sind.

Dreiviertel der befragten Absolventen stufen die Attraktivität ihres derzeitigen Arbeitgebers auf
einer Skala von 1 bis 100 bei mehr als 70 Punkten ein und können sich vorstellen, länger bei
diesem beschäftigt zu sein. Ein wesentlicher Grund dafür ist das gute Arbeitsklima. EDV- und IT-Kenntnisse sowie Redegewandtheit und Präsentationskompetenz stehen ganz oben bei den sonstigen Kompetenzen. Hier gilt es insbesondere für Universitäten ein verbessertes Angebot zu schaffen. Hinzu kommt der Bereich „big data“ und „künstliche Intelligenz“, für die es viele Anwendungen im Agrarbereich gibt. In der Ausbildung allerdings fehlen diese Inhalte bislang zumeist.

Während es generell mehr Arbeitslose als offene Stelle gibt, so zeigt sich bei den Fachkräften
eine umgekehrte Situation. Der Anteil an offenen Stellen, für den es keine passend qualifizierten Arbeitslosen gibt, liegt für den Bereich Land-, Forst- und Tierwirtschaft und Gartenbau bei 41 %. Damit gehört Land-, Forst- und Tierwirtschaft und Gartenbau zu den Wirtschaftsbereichen mit den höchsten Stellenüberhangsquoten und damit besitzt der Bereich
weiterhin gute bis sehr gute berufliche Perspektiven.

Absolventenbefragung im Agrarbereich 2021

Text: Prof. Loy/VDL

VDL-Bundesmitgliederversammlung 2022 – 19. Mai 2022

Foto: Ebel-Waldmann

Einberufung der VDL-Bundesmitgliederversammlung 2022

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hiermit berufe ich gemäß § 13 (3) der Satzung des VDL Bundesverbandes e.V. in der Fassung vom 26. Oktober 2020 die Bundesmitgliederversammlung 2022 ein.

Die Bundesmitgliederversammlung findet statt am

Donnerstag, 19. Mai 2022, 16.00 bis 18.30 Uhr

ta.la Tagungszentrum Landshut
Bürgermeister-Zeiler-Straße 1, 84036 Landshut

Tagesordnung:

TOP 1: Eröffnung und Begrüßung

TOP 2: a) Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und Beschlussfähigkeit
b) Feststellung der Teilnahme nach Mitgliedsverbänden und Mitgliedsgruppen

TOP 3: Festlegung der endgültigen Tagesordnung

TOP 4: Protokoll der Mitgliederversammlung vom 06.05.2021

T TOP 5: Bericht über die Tätigkeit des Bundesverbandes (Präsidium/Vorstand)

TOP 6: Bericht des Schatzmeisters

TOP 7: Bericht der Kassen- und Rechnungsprüfer

TOP 8: Entlastung des Präsidiums für das Jahr 2021

TOP 9: Entlastung des Vorstandes für das Jahr 2021

TOP 10: Wahl von zwei Rechnungsprüfern/-innen für das Jahr 2022

TOP 11: Haushaltsvoranschlag 2023

TOP 12: Berichte aus den Landesverbänden/Landesgruppen/Mitgliedsverbänden

TOP 13: Berichte aus den Bundessparten

TOP 14: Bundesmitgliederversammlung 2023 – Festlegung von Termin und gastgebendem Landesverband/gastgebender Landesgruppe

TOP 15: Verschiedenes

Mit kollegialen Grüßen

Markus W. Ebel-Waldmann
Präsident

VDL-Studierende Bonn: Wählen & Grillen

Foto: Pixabay

Zur diesjährigen Wahl der VDL-Studierendengruppe Bonn sind deren Mitglieder herzlich eingeladen. Gewählt werden 1. und 2. Vorsitzende sowie 1. und 2. Kassenwart. Auch andere Referate suchen Unterstützung. Gerne kann sich jeder Gedanken dazu machen ob und wie er/ sie sich in den VDL mit einbringen kann. Bei Fragen zu einzelnen Referaten wie z.B. Vorsitz stehen wir natürlich gerne zur Verfügung.

Stattfinden wird die Wahl am 6. April 2022 um 18:00 Uhr in den Räumlichkeiten der Fachschaft Agrarwissenschaften im Katzenburgweg 9. Der offizielle Teil dauert wahrscheinlich bis 19:30 Uhr. Danach wollen wir bei einem Bierchen und einer Wurst vom Grill, gemeinsam mit der Fachschaft den Abend ausklingen lassen.

Wer nicht in Präsenz dabei sein kann, hat die Möglichkeit über Zoom an der Wahl teilzunehmen. Anmeldung und Zugangsdaten über studierende.bonn@vdl.de.

Ein weiterer Punkt ist die T-Shirt Bestellung, die die meisten von euch wahrscheinlich schon mitbekommen haben. Wir machen dieses Jahr eine Sammelbestellung für die VDL-Shirts. Auf der Rückseite ist VDL-Landesverband NRW gedruckt. Auf die Vorderseite das VDL-Logo sowie euer Name bzw. Spitzname. Das T-Shirt wird ca. 30 € kosten. Für die Bestellung schickt uns einfach eine Mail an studierende.bonn@vdl.de mit eurem Namen und Adresse (für die Rechnung), der Größe, den Namen der auf der Vorderseite stehen soll, sowie ob ihr Herren oder Damen Schnitt haben möchtet.

Text: VDL-Studierende Bonn

Hochschulen der Region Mittelrhein unterzeichneten Kooperationsvertrag für die Bundesgartenschau 2029

Auf dem Campus der TH Bingen trafen sich zur Vertragsunterzeichnung (von links): Prof. Dr. Antje Krause (Technische Hochschule Bingen), Prof. Dr. Stefan Wehner (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran (Hochschule Koblenz) und Prof. Dr. Hans Reiner Schultz (Hochschule Geisenheim). Bildquelle: TH Bingen / Christine Böser

In sieben Jahren öffnet die Bundesgartenschau Welterbe Oberes Mittelrheintal 2029 ihre Tore. Mit dieser Großveranstaltung geht ein Entwicklungsprozess einher, der die Region nachhaltig prägen sowie verändern wird und auch für die hiesigen Hochschulen eine besondere Chance darstellt. Die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim haben nun an der Technischen Hochschule Bingen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, in dem die vier Bildungseinrichtungen ihre Zusammenarbeit und gemeinsame Präsenz auf der Bundesgartenschau 2029 vereinbart haben.

„Die BUGA 2029 stellt für unsere Hochschulen eine besondere Chance dar, um auf dieser Plattform die Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal mit ihren vier Standorten und der Vielfalt an inhaltlichen Ausrichtungen und Studiengängen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren“, betont Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz. Neben der praktischen Verankerung der Hochschulen in der Region erhöhe dies ihre Sichtbarkeit für ein internationales Publikum. Auch Prof. Dr. Antje Krause, Präsidentin der Technischen Hochschule Bingen, ist sich sicher: „Ein gemeinsamer Auftritt der Hochschulen kann wesentlich dazu beitragen, das Profil der Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal zu stärken und die Potenziale der BUGA 2029 wirkungsvoll auszuschöpfen.“

Der unterzeichnete Vertrag sieht vor, dass sich die Hochschulen in den kommenden Jahren gemeinsam an den Vorbereitungen zur Bundesgartenschau beteiligen und dort während der Durchführung im Jahr 2029 gemeinsam auftreten. Eine gemeinsame Präsenz der Hochschulen kann sich in der Praxis in vielfältigen Kooperationen in Lehre und Forschung niederschlagen, wie in dem seit vielen Jahren laufenden kooperativen Studiengang zum Thema Keramik und dem geplanten zum Thema Gewässerkunde oder zum Thema Wasser. Weiterhin denkbar sind beispielsweise Veranstaltungen wie Tagungen, Vortragsreihen und Workshops sowie Ausstellungsbeiträge und Bürgerbeteiligungen. „Gleichzeitig ist neben der fachlich-inhaltlichen Ebene auch eine gemeinsame Dachmarke mit Logo, Internetauftritt und breit aufgestellter Öffentlichkeitsarbeit von Vorteil, um Ressourcen zu bündeln und die Wirksamkeit zu erhöhen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Wehner, Vizepräsident für Koblenz der Universität Koblenz-Landau.

Die Zusammenarbeit der vier Hochschulen ist in den vergangenen drei Jahren durch regelmäßigen Austausch der Hochschulen untereinander sowie mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, aus der mittlerweile die BUGA Koblenz 2029 GmbH hervorgegangen ist, beständig gewachsen. Basis für diese Zusammenarbeit waren und sind gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte im Oberen Mittelrheintal, beispielsweise in Form der Studie „Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal“, die 2020 von der Hochschule Koblenz, der Technischen Hochschule Bingen und der Hochschule Geisenheim gemeinsam veröffentlicht wurde.

Obwohl sieben Jahre bis zur Durchführung der Bundesgartenschau 2029 nach einer langen Zeit klingen, werden bereits jetzt wichtige Weichenstellungen wie etwa die Wettbewerbe der Planungsbüros im Jahr 2023 vorgenommen. „Parallel dazu werden die kooperierenden Hochschulen eigene Visionen formulieren, damit die Konzepte Hand in Hand gehen können“, weiß Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, „um unsere Chance auf Mitgestaltung in dieser Phase zu nutzen und als Kooperationspartner handlungsfähig zu sein, möchten wir nun den Austausch untereinander noch intensivieren und in einem nächsten Schritt ein gemeinsames Leitbild als Basis unserer gegenseitigen Unterstützung formulieren.“ Dazu ist im Frühjahr ein Workshop an der Hochschule Koblenz geplant, der die fachlich-inhaltliche Ausrichtung der wissenschaftlichen Beiträge weiter konkretisieren wird.

Quelle: HS Geisenheim University

Prof. Lore Steubing – ein Leben für die Pflanzenökologie

Foto: JLU/Maria Sikorski

JLU würdigt Pflanzenökologin und erste Professorin Lore Steubing zum 100. Geburtstag mit einem Festakt – Eröffnung einer Wanderausstellung

Erinnerung an die vorbildliche Pionierarbeit einer herausragenden Wissenschaftlerin: Das Institut für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen gedachte der im Januar 2012 verstorbenen Professorin Dr. Dr. h.c. Eleonore („Lore“) Steubing anlässlich ihres 100. Geburtstags mit einem Festakt. Zugleich wird die Wanderausstellung „Lore Steubing – Eine Menge an Energie“ eröffnet, die vom Institut für Biologiedidaktik der JLU für das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstellt wurde. Der Festakt kann im Livestream https://youtu.be/IHHT05sAy00 abgerufen werden.

„Prof. Lore Steubing war eine außergewöhnliche Persönlichkeit und herausragende Wissenschaftlerin. Ihr Name steht seit über 50 Jahren für die Bedeutung der Pflanzenökologie nicht nur in Gießen, sondern weit darüber hinaus. Sie ist Botschafterin der Justus-Liebig-Universität Gießen und hat den Namen der Universität in die Welt getragen“, erklärte Prof. Dr. Christoph Müller, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pflanzenökologie (IFZ) der JLU und zweiter Nachfolger von Prof. Lore Steubing.

Prof. Dr. Dr. h.c. Eleonore („Lore“) Steubing

Lore Steubing wurde am 1. Februar 1922 in Hamm/Westfalen geboren. Schon während der Schulzeit entdeckte sie die Liebe für die Biologie und die ökologische Forschung. Dieses Interesse führte sie nach dem Abitur im Jahr 1939 zum Biologiestudium an die Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt Universität) in Berlin. Da sie das Studium kriegsbedingt dort nicht fortsetzen konnte, zog sie mit ihrem Vater und ihrer sehr geliebten Stiefmutter (ihre Mutter war kurz nach ihrer Geburt verstorben) nach Greifswald/Pommern, dem Geburtsort ihres Vaters. Dort setzte sie ihr Studium an der Ernst-Moritz-Arndt Universität fort. In den ersten, sehr schwierigen Nachkriegsjahren arbeitete sie neben ihrem Studium unter anderem als Schafschererin, Stallmagd und Melkerin. Ihr Studium schloss sie 1947 mit der Promotion über „Beiträge zur Ökologie der Hiddenseer Strandpflanzen unter besonderer Berücksichtigung der Wurzelsysteme“ ab. Von dort aus folgte sie einem Ruf der Pädagogischen Hochschule in Potsdam. Ende 1952 habilitierte sie sich dort im Fach Botanik und lehrte bis Ende 1956 die Allgemeine Botanik und Geobotanik.

Anfang 1957 floh sie über Berlin (West) in die Bundesrepublik, obwohl sie kurz zuvor in Potsdam eine Professur mit Lehrauftrag für Allgemeine Botanik und Geobotanik erhalten hatte. Aufgrund eines wissenschaftlichen Kontakts wählte sie Gießen als Anlaufpunkt. Trotz anderer Möglichkeiten, etwa ein Ruf zur ETH Zürich und ein Wechselangebot zur UNESCO in Paris, blieb Gießen bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 der Lebensmittelpunkt von Prof. Steubing.

Der Start in Gießen war für sie allerdings alles andere als einfach. Bevor sie eine Assistentenstelle erhielt, musste sie sich mit einer Aushilfstätigkeit beim Deutschen Wetterdienst bescheiden. Erst 1969 erreichte sie ihr angestrebtes Ziel: Sie wurde ordentliche Professorin und erste Direktorin des neu gegründeten Instituts für Pflanzenökologie, das sie bis zu ihrer Emeritierung leitete und systematisch weiterentwickelte.

Für Lore Steubing war es von zentraler Bedeutung, Fragen der Pflanzen- und Agrarökologie sowie deren Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse ganzheitlich zu sehen. Eine Erkenntnis, die gerade in jüngster Zeit vor dem Hintergrund der globalen Probleme zurecht betont wird. Interdisziplinäre Forschungsansätze und internationale Zusammenarbeit sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Erforschung der globalen komplexen Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Prof. Steubing hat dies früh erkannt. Um die Bedeutung ökologischer Forschung in Deutschland besser zu vernetzen und sichtbarer zu machen, wurde auf ihre maßgebliche Initiative hin 1972 in Gießen die „Gesellschaft für Ökologie“(GFÖ) gegründet und durch sie als Gründungspräsidentin geleitet. Heute ist die GFÖ eine der größten ökologischen Gesellschaften Europas.

Darüber hinaus hat sie sich auch für internationale Forschungszusammenarbeit eingesetzt, eine Vielzahl von Exkursionen in zahlreiche Länder durchgeführt und erfolgreich Forschungsnetzwerke u. a. mit Chile, China, Kolumbien, Ungarn und der Zentralafrikanischen Republik begründet. In Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Lebensleistung wurde sie mit dem „Deutschen Umweltschutzpreis 1982“ ausgezeichnet.

Die Pflanzenökologie war für Prof. Lore Steubing keine isolierte Wissenschaft von einigen wenigen Experten, sie sah darin vielmehr die Grundlage für das Verständnis unserer Ökosysteme, für die wir deshalb auch alle gemeinsam Verantwortung tragen und sie gemeinsam schützen müssen. Diesen Anspruch hat sie auch nach ihrer Emeritierung in ihrer weiteren internationalen Arbeit gelebt und ihr reichhaltiges Wissen weitergegeben, u.a. als Honorarprofessorin in Shanghai, China, und Valdivia, Chile.

Lore-Steubing-Institut

Das Land Hessen hat im Juli 2021 das Lore-Steubing-Institut (LSI) als universitätsübergreifenden Forschungsverbund gegründet. Das LSI ist ein Zusammenschluss des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), der Universitäten Gießen, Darmstadt, Marburg, Kassel und Frankfurt am Main, der Hochschule Geisenheim University sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit dem Lore-Steubing-Institut wird die Biodiversitätsforschung in Hessen gebündelt, und Forschungseinrichtungen und der behördliche Naturschutz in Hessen arbeiten zukünftig noch enger für den Natur- und Artenschutz zusammen.

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/lore-steubing-institut

 

 

 

 

 

 

Quelle: JLU + LSI