VDL-Mitgliederversammlung des Landesverband Hessen auf 12. November 2021 verlegt – Parlamentarischer Abend pandemiebedingt auf 2022 verschoben

Die nach wie vor anhaltende Corona-Pandemie – verbunden mit der sich wieder verschärfenden Verfügungslage in Hessen – hat leider auch einige organisatorische Folgen für die Veranstaltungen des VDL Landesverbandes Hessen:

 

Ursprünglich sollte am 22. September 2021 um 18:00 Uhr – im Anschluss an die Mitgliederversammlung 2021 – der Parlamentarische Abend unseres Landesverbandes stattfinden. In den letzten Wochen hat sich immer mehr herausgestellt, dass die Durchführung in der gewohnten Form in diesem Jahr so nicht durchführbar ist.

 

So hätte bereits das Besuchsprogramm im Landtag am Nachmittag mit exklusiven Gesprächen mit den Abgeordneten, das auch zentraler Bestandteil der agrarpolitischen Exkursion unserer Studierenden ist, nicht oder nur mit beachtlichem Aufwand angeboten werden können. Auch das Interesse der Abgeordneten an einem Parlamentarischen Abend – bei dem der persönliche Dialog im Vordergrund steht – hält sich unter den derzeitigen Umständen in engen Grenzen.

 

Wir haben daher – in Abstimmung mit der Landtagsverwaltung – uns entschieden, dass wir den Parlamentarischen Abend in diesem Jahr nicht durchführen werden und stattdessen ihn im Mai kommenden Jahres nachholen werden. Nicht nur mit Blick auf die Plenarwochen und die Semesterferien wurde ein so später Termin gewählt. Sollte die Pandemie dann immer noch zu Einschränkungen führen, können wir die Veranstaltung auch im Freien durchführen.

 

Neuer Termin für den Parlamentarischen Abend ist Mittwoch, 11. Mai 2022, 18:00 Uhr, Ratskeller Wiesbaden.

 

Dieser Termin erlaubt uns zudem, dass wir die Mitgliederversammlung 2022 am gleichen Tag (16:00 Uhr) im Ratskeller durchführen können.

 

Durch den Wegfall des Parlamentarischen Abend am 22. September 2021 macht es wenig Sinn, dass wir “nur” zur Mitgliederversammlung 2021 um 16:00 Uhr nach Wiesbaden einladen. Es wäre zu befürchten, dass nur eine sehr geringe Zahl der Kolleginnen und Kollegen teilnehmen würde, da sonst keine berufsständische Veranstaltung an diesem Tag damit verbunden wäre.

 

Wir haben uns daher entschieden, dass wir die Mitgliederversammlung 2021 am Freitag, 12. November 2021, 15:30 Uhr (vor dem VDL-Alumni-Treffen) in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung in Gießen durchführen werden. Ich danke an dieser Stelle unserem Vorstandskollegen Thomas Gehrke, Mitglied des Vorstandes der Vereinigten Hagelversicherung, sehr herzlich, dass er diese Vorgehensweise nicht nur ausdrücklich unterstützt, sondern auch die organisatorischen Voraussetzungen hierfür schafft.

 

Wir gehen zudem davon aus, dass mit dieser Lösung auch mehr Kolleginnen und Kollegen (auch Studierende) an beiden Veranstaltungen teilnehmen werden.

 

Zu allen Veranstaltungen werden alle Mitglieder des VDL Landesverbandes Hessen selbstverständlich form- und fristgerecht geladen werden. Bitte aber die Termine bereits notieren.

 

Wir bedauern sehr, dass wir diese Umplanungen vornehmen mussten und danken allen, die uns hierbei unterstützt haben, nochmals ganz herzlich.

American Society for Enology and Viticulture (ASEV) zeichnet Prof. Dr. Hans Reiner Schultz als „Honorary Research Lecturer“ aus

Diese Auszeichnung vergibt die ASEV an auf ihrem Forschungsgebiet prägende Personen. Prof. Dr. Hans Reiner Schultz hielt seine „Honorary Research Lecture“ im Rahmen der 72. National Conference der ASEV am Donnerstag, 24. Juni 2021. Sie drehte sich um die Herausforderungen für die weinbauliche Forschung, die in den vergangenen Jahrzehnten durch sich ändernde Umweltbedingungen entstanden sind.

Die American Society for Enology and Viticulture (ASEV) hat Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, zum „Honorary Research Lecturer“ ernannt. Die Anerkennung wird seit 1973 Personen zuteil, die auf ihrem Gebiet national sowie international einen sehr guten Ruf genießen und sich aktiv in der wissenschaftlichen Forschung engagieren. Von den bisher ausgezeichneten 39 Personen aus unterschiedlichen Arbeitsgebieten des Weinbaus und der Oenologie ist Prof. Dr. Hans Reiner Schultz nach dem Braunschweiger Chemiker Prof. Peter Winterhalter erst der zweite Deutsche, dem diese Auszeichnung zuteilwird. Er erhielt sie im Rahmen der 72. National Conference der ASEV am Donnerstag, 24. Juni 2021, wo er auch seine „Honorary Research Lecture“ unter dem Titel „From Canopy Systems to Water Relations to Climate Change – An Unsteady Path in an Ever Changing Environment“ hielt.

„Diese Anerkennung der ASEV hat internationale Strahlkraft. Ich bin überrascht und sehr stolz, dass das Komitee mich in diesem Jahr als ‚Honorary Research Lecturer‘ ausgewählt hat und danke der Gesellschaft herzlich“, so Prof. Dr. Hans Reiner Schultz. „Die Auszeichnung unterstreicht für mich, dass die internationale Zusammenarbeit und der enge Austausch in der Forschung – gerade rund um Weinbau und Oenologie sowie die landwirtschaftlichen Disziplinen allgemein – von größter Bedeutung sind. Angesichts des Klimawandels, mit Blick auf den Schutz der Umwelt und nachhaltige Praktiken wird diese Bedeutung weiter steigen. Das spiegelt sich schon seit vielen Jahren in der Lehre und Forschung bei uns an der Hochschule Geisenheim wider.“ 

Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, der nicht nur in Geisenheim, sondern auch in den USA, Frankreich und Australien geforscht hat, hat 245 wissenschaftliche Abhandlungen publiziert und forscht seit über zwei Jahrzehnten schwerpunktmäßig zu den Auswirkungen der Klimaveränderungen auf den Weinbau. In ihrer Laudatio hob die ASEV als Leistung des Geisenheimer Präsidenten die Initiierung und den Aufbau der Forschungsinfrastruktur FACE hervor, in der die Hochschule Geisenheim die für das Jahr 2050 vorhergesagte Kohlendioxidkonzentration simuliert, um die Auswirkungen des CO2-Anstiegs auf Reben untersuchen zu können.

Dank seiner Forschung rund um und seinem Einsatz für den Weinbau ist Prof. Dr. Hans Reiner Schultz ein weltweit gefragter Fachmann. So leitet er die Expertengruppe „Nachhaltigkeit und Klimawandel“ der Internationalen Organisation für Rebe und Wein OIV, deren Ehrenpreis er 2019 erhielt. Mehr als zwölf Jahre war er Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Institut de Science de la Vigne et du Vin der Université de Bordeaux und der französischen Exzellenzinitiative LabEX Cote (continental to coastal ecosystems). Er ist unter anderem aktives Mitglied des Beirats des Leibniz-Instituts für Gemüse und Zierpflanzenforschung, Großbeeren, der Vine and Wine Innovation Platform der Universidade de Trás-os-Montes e alto Douro, Vila Real, Portugal, der Nationalen Wein-Technologie-Plattform in Madrid, Spanien, sowie des Forschungsinstituts Laimburg in Nord-Italien.

Über die American Society for Enology and Viticulture (ASEV)

Die American Society for Enology and Viticulture (ASEV) wurde 1950 von Forschern und Winzern gegründet und vertritt die Interessen von Oenologinnen und Oenologen, Winzerinnen und Winzern sowie weiteren im Bereich Wein- und Traubenforschung und -produktion aktiven Personen. Die National Conference der ASEV bietet eine Plattform zum Austausch neuerster wissenschaftlicher Erkenntnisse auf dem Gebiet der Weinherstellung und des Weinbaus.

Für ein klimaneutrales Europa: Internationales Konsortium will Solartechnik grundlegend erneuern

EU fördert die Entwicklung innovativer Ansätze für die Gewinnung, Umwandlung und Speicherung von Solarenergie mit gesamt 3,18 Millionen Euro – Materialforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen beteiligt

Mit dem Projekt LIGHT-CAP fördert die Europäische Union in den kommenden vier Jahren die Entwicklung von Technologien, um Solarenergie besser umwandeln und speichern zu können. Die Forschenden, zu denen auch ein Team des Zentrums für Materialforschung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) gehört, werden modernste Nanotechnologie anwenden, um Systeme zu bauen, die Sonnenlicht absorbieren, umwandeln und gleichzeitig die damit verbundene Energie auf nachhaltige Weise und zu niedrigen Produktionskosten speichern sollen. LIGHT-CAP wird von der Europäischen Union im Rahmen des „Horizon 2020“-Programm mit 3,18 Mio. Euro gefördert und soll Europa dem Ziel, bis 2050 Klimaneutralität zu erreichen, näherbringen. Das Konsortium, das vom IIT-Istituto Italiano di Tecnologia (Italienisches Institut für Technologie) koordiniert wird, umfasst EU- und Nicht-EU-Partner aus Wissenschaft und Industrie.

Um das ehrgeizige Ziel der Klimaneutralität zu erreichen, sind Energieerzeugung aus erneuerbaren Quellen und effizienter Energieverbrauch von grundlegender Bedeutung. Solarenergie gehört zu den vielversprechendsten sauberen Energiequellen – allerdings muss die Speicherung optimiert werden, um auf die Schwankungen sowohl beim Sonnenlicht als auch beim Energiebedarf angemessen reagieren zu können. Der aktuelle Stand der Technik basiert größtenteils auf teuren Silizium-Solarzellen und unhandlichen Batterien, die in zwei verschiedenen Geräten getrennt gehalten werden. Vor diesem Hintergrund möchten die Beteiligten des LIGHT-CAP-Projekts die Umwandlung und Speicherung von Solarenergie grundlegend erneuern und mit Hilfe von Nanotechnologie beide Funktionalitäten in einem einzigen vielseitigen Gerät kombinieren.

Entscheidend für diesen innovativen Vorschlag ist der Rückgriff auf umweltfreundliche und erdverbundene Materialien, für die keine künftigen Versorgungsrisiken zu befürchten sind. Konkret setzt der LIGHT-CAP-Ansatz auf extrem kleine (0D- und 2D-)Materialien wie Metalloxid-Nanopartikel (z. B. Rost) und Graphen-Quantenpunkte. Sie bieten dank der multiplen und reversiblen Ladungstransferprozesse, die sie aufrechterhalten können, sogar eine zusätzliche potenzielle Verbesserung der Speicherkapazität nach der Lichtumwandlung. Das Ziel des Projekts, Solarenergie effizienter umzuwandeln, zu speichern und kontrolliert freizusetzen, könnte einen beträchtlichen Einfluss auf den Bereich der tragbaren und mobilen Elektronik haben.

Die am Projekt LIGHT-CAP beteiligte Forschungsgruppe der JLU wird von Dr. Teresa Gatti und Prof. Bernd Smarsly (Zentrum für Materialforschung und Physikalisch-Chemisches Institut) geleitet und beschäftigt sich mit funktionellen Nanomaterialien, die von Nanopartikeln und 2D-Materialien bis hin zu porösen Architekturen und dünnen Filmen reichen. Die Gießener Forschenden entwickeln im Rahmen des Projekts neue hochporöse Photoelektroden auf Basis von 2D- und 0D-Materialien, die mit den europäischen Partnern in Photokondensatorgeräten getestet werden. Diese neuen Architekturen werden nach den Plänen des Konsortiums die Grundlage für zukünftige leichte, tragbare und kostengünstige Technologien zur Umwandlung und Speicherung von Lichtenergie darstellen.

 

Wege zu nachhaltiger Landwirtschaft und Ernährung

Land Hessen fördert LOEWE-Schwerpunkt GreenDairy – Untersuchungen auf dem Gladbacherhof der Justus-Liebig-Universität Gießen

Mehr Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft: Das Land Hessen fördert im Rahmen seiner Exzellenzinitiative LOEWE ab dem kommenden Jahr den Schwerpunkt GreenDairy unter der Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). Unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Gattinger (Professur für Ökologischen Landbau) sollen in dem Projekt vier Jahre lang Agrarsysteme erprobt werden, die gleichermaßen ökologisch und ökonomisch nachhaltig sind und ein hohes Maß an Tierwohl ermöglichen. Der LOEWE-Schwerpunkt, an dem auch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Kassel beteiligt sind und für den insgesamt 4,79 Millionen Euro beantragt wurden, soll wichtige Impulse für die Agrarsystemforschung sowie Handlungsempfehlungen für Beratung und Praxis liefern.

Prof. Gattinger freut sich sehr über die Förderentscheidung des Landes und betont: „Mit GreenDairy etablieren wir in Hessen eine Plattform für eine vernetzte Agrar- und Ernährungssystemforschung. Wir erwarten Erkenntnisse, die die Diskussion um tierische Lebensmittel und Nutztierhaltung auf eine rationale, datenbasierte Ebene bringen kann.“ Die Untersuchungen werden auf der ökologisch bewirtschafteten Lehr- und Forschungseinheit (LFE) Gladbacherhof der JLU durchgeführt. JLU-Präsident Prof. Mukherjee gratulierte den beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und betonte: „Wir verfügen an der JLU über eine lange Tradition in der Agrarforschung. Mit GreenDairy widmen sich unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der hochaktuellen Frage, wie die Landwirtschaft sich den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem Klimawandel und den Forderungen nach mehr Tierwohl stellen kann. Ich freue mich, dass der neue LOEWE-Schwerpunkt damit auch unseren Nachhaltigkeitszielen entspricht.“

Industrialisierung und Spezialisierung haben in der Landwirtschaft zu Strukturen geführt, die insbesondere in Tierzucht und Tierhaltung von entkoppelten Stoffkreisläufen mit hohen Stickstoffüberschüssen, Treibhausgasemissionen, Flächenkonkurrenz, Bodendegradation und Problemen beim Tierwohl gekennzeichnet sind. Das neue Forschungsprojekt will Alternativen entwickeln. Als eine Lösungsmöglichkeit, um die Stoffkreisläufe wieder zu schließen, gilt die Rinderhaltung in Gemischtbetrieben für Milch, Fleisch und pflanzliche Lebensmittel. Bislang fehlt es an Wissen, welche Wirkungen auf Ökologie, Ökonomie und Tierwohl von verschiedenen Intensitätsstufen solcher Produktionssysteme ausgehen.

Diese Wissenslücke soll in dem interdisziplinären Forschungsansatz unter Beteiligung von Tier-, Pflanzen-, Boden- und Umweltwissenschaften sowie der Agrar- und Ernährungsökonomie geschlossen werden. Das Projekt stützt sich dabei auf die neue  Forschungsinfrastruktur eines digitalisierten Milchviehhaltungssystems am Gladbacherhof. Dieses System ermöglicht den wissenschaftlichen Vergleich von so genannten High-Input- und Low-Input-Milchproduktionssystemen mit digitaler Tiererfassung, Beweidungssteuerung sowie Fütterungs- und Melkrobotik. Low-Input-Systeme mit Weidegang und vorwiegendem Raufutter aus dem Grünland gelten bislang als der Standard in ökologisch wirtschaftenden Milchviehbetrieben. Alternativ werden im High-Input-System mit Weidegang die Tiere zusätzlich mit einem hohen Anteil an hofeigener Maissilage und Getreide gefüttert. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die höhere Produktivität des High-Input-Systems die schädlichen Umweltwirkungen bei mindestens gleichbleibendem Tierwohl reduziert.

Forschungsgruppe „ErdHase“ geht für sichere Lebensmittel an den Start

Für mehr Lebensqualität und Sicherheit von Allergiepatientinnen und -patienten: Kooperationsprojekt der Hochschule Geisenheim mit namhaften Partnern unter der Leitung von R-Biopharm verbindet klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how

 

Bei Nahrungsmittelallergien gibt es für Patientinnen und Patienten derzeit nur eine sichere Methode: Lebensmittel mit diesen Zutaten vermeiden. Das lässt jedoch den individuellen Schwellenwert jeder Patientin bzw. jedes Patienten außer Acht und auch die Tatsache, dass Verarbeitungsprozesse die Allergenität der Zutaten verändern können. Um Werkzeuge zu entwickeln, mit denen das Potenzial von Allergieauslösung bereits im Lebensmittel erfasst wird, verbindet eine interdisziplinäre Forschungsgruppe jetzt klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how. Der Projektname „ErdHase“ verweist auf die Klassiker unter den Allergieauslösern: Erdnüsse und Haselnüsse.

Erdnüsse und Haselnüsse sind die häufigsten und auch gefährlichsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien. Die Reaktionen reichen von leichtem Hautjucken bis zu lebensbedrohlichen Herzkreislaufbeschwerden. Weltweit leiden darunter vier Prozent der Bevölkerung. Bei der Verarbeitung von Erdnüssen und Haselnüssen in der Lebensmittelproduktion kann jedoch je nach Verfahren die Allergenität gesteigert oder verringert werden. Auch gängige Methoden zur Lebensmittelallergenanalyse ziehen diese Umstände zurzeit nicht in Betracht.

Deswegen hat jetzt eine Forschungsgruppe mit sieben Projektpartnern die beiden allergenen Lebensmittel gewählt, um beispielhaft zu untersuchen, wie mithilfe der Kombination verschiedener immunologischer Testsysteme die Sicherheit von Allergiepatientinnen und -patienten verbessert werden kann – und zwar schon während der Lebensmittelherstellung. Projekt-Titel: „Identifizierung des allergenen Potentials von Erdnuss und Haselnuss in Lebensmittelverarbeitungsketten in Bezug auf Allergenität von Patienten“. Die etwas eingängigere Abkürzung: ErdHase.

„Erdnüsse und Haselnüsse gehören zu den prominentesten Auslösern von Nahrungsmittelallergien – die lebensbedrohend sein können. Unsere Vision ist, ein System von enormer Bedeutung für Patienten und Hersteller von Lebensmitteln zu erarbeiten, das die Lebensmittelindustrie in die Lage versetzt, allergiegeplagten Verbrauchern mehr Lebensqualität zurückzubringen“, sagte Dr. Susanne Siebeneicher, Projektleiterin bei der federführenden R-Biopharm AG, nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Sein Ziel: Analytische Instrumente für das Management von Lebensmittelallergenen entlang der Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion zu entwickeln. Dafür sollen klinische und serologische Profile von Allergikerinnen und Allergikern erstellt werden, um bessere Vorhersagen zur Verträglichkeit von verarbeiteten Lebensmitteln treffen zu können. Mithilfe rekombinanter Antikörper, geklont aus den B-Zellen von Allergikerinnen und Allergikern, soll ein Werkzeugkasten für die Lebensmittelanalyse entstehen, der direkt mit der Allergenerkennung bei Patientinnen und Patienten verknüpft ist.

Für das Forschungsprojekt haben sich Partner aus Klinik, Analyse, Hochschule und Industrie zusammengeschlossen:

  • R-Biopharm – Projekt-Koordinator und Experte für die Entwicklung von Testkits zum Nachweis von Allergenen in Lebensmitteln und Charakterisierung von Allergiepatientinnen und -patienten. Mit seinem qLINE® Testsystem können bei der Patientin bzw. beim Patienten die Allergie auslösenden Allergene identifiziert werden – zur Klassifizierung von Allergikern und Charakterisierung von Patientinnen und Patienten aus der klinischen Studie. Dr. Markus Böhl, Leiter F&E, Neue Technologien, bei R-Biopharm: „Ein wirksamer Schutz von Nahrungsmittelallergikern erfordert diagnostische Lösungen aus zwei Welten: der Lebensmittelanalytik und der klinischen Diagnostik. Mit dem Start des Projektes ErdHase werden wir die wissenschaftlichen Grundlagen und Konzepte schaffen, um diese beiden Geschäftsfelder zum Nutzen der betroffenen Patienten zu einer Gesamtlösung zu verschalten.“
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin – Die Charité beteiligt sich an dem BMBF-geförderten Projekt mit zwei Kliniken, die Experten in der Forschung und Durchführung klinischer Studien zur Nahrungsmittelallergie mit jeweils gut charakterisierten Patientenkohorten im Kindes- und Erwachsenenalter sind. Projektleiterin Dr. Sabine Dölle-Bierke von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie betont: „Strikte Vermeidung bedeutet nicht nur Karenz, sondern auch eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Eine auf die Patientengruppe abgestimmte Lebensmittelanalytik eröffnet die Produktauswahl und steigert damit auch die Lebensqualität.“ Projektleiterin Prof. Dr. Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin ergänzt: „Die Charité ist für die Identifizierung und umfangreiche Charakterisierung der Patientenkollektive zuständig. Ziel der interdisziplinären Kooperation ist eine nachvollziehbare Deklaration auf den entsprechenden Lebensmitteln für unsere Allergikerinnen und Allergiker.“
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund – Die größte Organisation für Patientinnen und Patienten mit Nahrungsmittelallergien in Deutschland ist an mehreren nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt und wird neben der Patientenperspektive auch die Sichtweise allergologisch spezialisierter Ernährungsfachkräfte zur Thematik mit in das Projekt einbringen. Sabine Schnadt, Diplom-Ökotrophologin: „Als Patienten- und Verbrauchervertreter freut der DAAB sich, Partner in einem Projekt zu sein, welches medizinische und herstellungsbezogene Aspekte der Erdnuss- und Haselnuss-Allergie vereint. Als Schnittstelle sowohl zu den Patienten selbst, als auch zu Fachpersonal und Lebensmittelherstellern werden wir durch zielgruppenspezifische Erhebungen die Erfahrungen zum Umgang mit der Allergie bzw. den Allergenen und die Wünsche der Beteiligten aktiv mit in das Projekt einbringen.“
  • Hochschule Fresenius – Experte in der Produktion und Reinigung von Proteinen und deren Analyse. Prof. Dr. Klaus Schneider, Head of Institute for Biomolecular Research: „Nach einem Test ein Nahrungsmittel mit Nüssen verzehren…das ist das Ziel unseres Projekts für Menschen, die bisher wegen einer Allergie Nüsse komplett vermeiden müssen.“
  • Hochschule Geisenheim, Institut für Lebensmittelsicherheit – Expertise in der Produktion und Analytik von definierten verarbeiteten Lebensmitteln mit engem Kontakt zu Lebensmittelherstellern. „Dieses Projekt repräsentiert ein Novum in der Entwicklung einer Allergennachweismethode, da sowohl die Herstellung der Lebensmittel als auch die Reaktion betroffener Patienten berücksichtigt wird“, sagen Prof. Dr. Simone Loos-Theisen und Prof. Dr.-Ing. Bernd Lindemann.
  • YUMAB GmbH – Expertise in der Entwicklung von rekombinanten Antikörpern, die die Immunantwort der Patientin bzw. des Patienten anzeigen. Dr. André Frenzel, Wissenschaftlicher Leiter bei der YUMAB GmbH: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern aus Allergie- und diagnostischer Forschung und sind überzeugt, einen positiven Beitrag zum Werkzeugkasten für die Lebensmittelanalytik leisten zu können.“

Erfolg für Netzwerk für internationale digitale Lehre

Mittelhessische Hochschulen erfolgreich im Förderprogramm „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ – Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Projekt NIDIT unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen mit rund 3,9 Millionen Euro

Hochwertige digitale Angebote auch für die internationale Lehre zu entwickeln, ist das Ziel eines neuen hochschuldidaktischen Netzwerks der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen: Unter Federführung der JLU entsteht das „Network for Impactful Digital International Teaching-skills“ (NIDIT). Die Stiftung für Innovation in der Hochschullehre fördert das Projekt mit rund 3,9 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“. Mit der gebündelten Expertise der drei mittelhessischen Hochschulen werden bis zum Jahr 2025 die Erfahrungen aus der digitalen Lehre während der Corona-Pandemie systematisch aufgearbeitet und daraus Qualifizierungsmaßnahmen für die Lehrenden der drei Hochschulen entwickelt.

„Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, der auf dem Hochschuldidaktischen Netzwerk Mittelhessen aufbaut, in dem die drei mittelhessischen Hochschulen bereits seit dem Jahr 2007 gemeinsame Fortbildungen für Lehrende organisieren“, so die JLU-Vizepräsidentin für Studium und Lehre Prof. Dr. Verena Dolle. „NIDIT intensiviert diese Zusammenarbeit durch ein einzigartiges, erweitertes Kompetenznetzwerk, in dem Expertisen für digitale, internationale Lehrkompetenzen in Hessen gebündelt werden.“

Ein zentraler Bestandteil sind breit angelegte Wirkungsanalysen, mit der Qualitätskriterien für digitale Lehre erarbeitet werden sollen, um aus der spontanen digitalen Lehre in Corona-Zeiten qualitativ hochwertige und anspruchsvolle teildigitale Lehrangebote zu entwickeln. Auf dieser Basis werden die beteiligten Hochschuldidaktiken um umfassende Maßnahmen für Digitalkompetenzen (Digital Teaching Literacy) und internationale Lehr- und Austauschformate ergänzt. Lehrinnovationen wie Virtual Reality oder Gamification werden einbezogen und Lehr- und Lehrforschungsschwerpunkte zu Projektschwerpunkten ausgebaut. Dabei sichert NIDIT die Lehrqualität und etabliert die digitale Lehre zudem langfristig in internationaler Perspektive.

Die im Jahr 2020 gegründete Stiftung Innovation in der Hochschullehre hat das Ziel, Innovationen im Bereich des Lehrens und Lernens an Hochschulen zu ermöglichen und die Erneuerungsfähigkeit der Hochschullehre zu stärken. Sie ist eine Treuhandstiftung in Trägerschaft der gemeinnützigen Toepfer Stiftung gGmbH. Sämtliche Mittel für Förderung, Programm, Organisation und Verwaltung werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt. Für die Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ wurden 264 Anträge eingereicht, darunter 216 Einzel- und 48 Verbundanträge. Der Ausschuss zur Projektauswahl hat davon 139 Projektvorhaben als förderwürdig eingestuft, darunter 115 Einzel- und 24 Verbundanträge.

Wie wir unsere Nahrungsversorgung durch Vielfalt nachhaltiger gestalten können

Internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Gießen untersucht Ernährungssysteme – Nachhaltige Entwicklungsziele im Blick

Nicht erst durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage an regional angebauten und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln stark angestiegen. Lebensmittel sollen nicht nur gesund sein, sondern auch möglichst umweltfreundlich produziert, verarbeitet und ohne Tierleid erzeugt worden sein. Wie kann die Vielfalt von Ernährungskultur und Ernährungsgewohnheiten, von Lebensmittelversorgungsketten sowie von politischen Rahmenbedingungen und Interventionen zu einer nachhaltigen Nahrungsversorgung beitragen? Dieser Frage geht das Team von Prof. Dr. Stefan Wahlen, Professur für Ernährungssoziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), in dem neuen internationalen Verbundprojekt FOOdIVERSE nach. Das Projekt wird durch das EU-Programm ERA-NET (SUSFOOD / CORE Organic) im Rahmen von Horizont 2020 mit rund einer Million Euro gefördert, die JLU erhält davon rund 200.000 Euro. Beteiligt an FOOdIVERSE sind neben der federführenden JLU die Universität Coventry (Großbritannien), die Oslo Metropolitan Universität (Norwegen), die Universität Trento (Italien) und die Jagiellonian-Universität in Krakau (Polen).

„Vielfalt ist in einigen Bereichen bereits wissenschaftlich untersucht und als zentraler Bestandteil für die Widerstandsfähigkeit verschiedener Systeme anerkannt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Biodiversität“, erläutert Prof. Wahlen, der das Projekt koordiniert. „Wie die Nahrungsversorgung widerstandsfähiger werden kann, ist jedoch noch wenig untersucht. Diese Lücke möchten wir durch FOOdIVERSE schließen.” Das Projekt läuft von 2021 bis 2023.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen lokale, nachhaltige und ökologische Ernährungssysteme in fünf europäischen Ländern: Norwegen, Großbritannien, Polen, Italien und Deutschland. Ernährungssysteme umfassen alle Akteurinnen und Akteure sowie Aktivitäten, die die Produktion, Verarbeitung, Beschaffung, Konsum und Entsorgung von Lebensmitteln betreffen: vom Feld bis auf den Tisch. Das Ziel des Projektes ist es, zu analysieren, was ein vielfältiges Konsum-, Versorgungs- und Produktionssystem im Lebensmittelbereich in den jeweiligen Regionen auszeichnet. Darüber hinaus sollen Einflussfaktoren bestimmt werden, die zu einem sozialen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Ernährungssystem beitragen können.

Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Bereiche des Ernährungssystems – aus der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Vertrieb und Verbrauch – treten im Rahmen des FOOdIVERSE-Projektes in Reallaboren in den Dialog miteinander und entwickeln Ideen und Innovationen zur Förderung eines widerstandfähigeren Ernährungssystems. „Hessen als Ökomodellland in Deutschland eignet sich für das Projekt besonders gut“, so Prof. Wahlen.

Mit dem Projekt greifen die Forscherinnen und Forscher gleich mehrere der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf, die die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgelegt haben: „Kein Hunger“, (Ziel Nr. 2), „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ (Ziel Nr. 12) sowie Ziel Nr. 15 „Leben an Land“, das unter anderem mit dem Schutz von Böden und Landökosystemen in den Blick nimmt.

6glasses1bottle – Sechs Gläser und eine Flasche Wein: Der Weintalk ging am 15. April 2021 in Serie

Die Corona-Pandemie hat unser Leben verändert. In den Zeiten von sozialer Distanzierung entstand an der Hochschule Geisenheim ein hybrides Medienformat, das charismatische Menschen zusammenbringt, deren Austausch Zuschauerinnen und Zuschauer zum Mitgenießen und -reden einlädt. Begleitet wird das Format von einer studentischen Redaktion.

Zur Entstehungsgeschichte: Mit einer Flasche Wein und sechs Gläsern kann man, richtig platziert, den Corona-Hygiene-Abstand markieren – oder aber zu sechst genussvoll belebende Gespräche führen. Mit diesem Bild vor Augen legten Studierende der Hochschule Geisenheim im Wintersemester 2020/21 im Rahmen ihres Medienprojekts ein Talk- und Tasting-Format auf, das am 25. Januar 2021 live aus dem Geisenheimer Unikeller Premiere feierte. Die Pilotfolge von 6glasses1bottle erreichte, unter anderem dank der Mitwirkung des Weingutbesitzers und Moderators Günther Jauch, eine große Streaming-Gemeinde und sorgte bei dieser für ebenso große Begeisterung.

Und noch einen Schritt zurück: Vor genau 20 Jahren entwickelte die Hochschule im Rheingau die erste digitale Weinprobe überhaupt weltweit. So ist es nur folgerichtig, dass eine moderne Form einer digitalen Online-Weinprobe nun weitergeführt werden soll. In sechsundsechzig Folgen mit je genau 66 Minuten möchte das 6glasses1bottle-Team einmal um die Welt reisen, in spannende Weinregionen eintauchen und herausfinden, ob man auch in Großstädten wie Berlin einen passenden Wein finden kann. Fernsehmoderator Martin Seidler wird jeweils fünf Gäste einladen, Zuschauerinnen und Zuschauer können mitgenießen und mitreden.

Hinter 6glasses1bottle steht eine studentische Redaktion mit Geisenheimer Studierenden der Studiengänge Weinbau und Oenologie (B.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.) und Getränketechnologie (B.Sc.). Diese bereitet die Themen, Weine und Gäste redaktionell vor. Die erste Station führt natürlich in den Rheingau, die Heimat der Hochschule. Danach soll es zunächst in die Pfalz, nach Baden und in die Hauptstadt Berlin gehen. Mit von der Partie ist immer wieder auch der britische Autor und Journalist Stuart Pigott, der als unkonventioneller Weinkritiker und international als einer der besten Kenner des deutschen Weins gilt.

Robert Lönarz, der als Präsident des Geisenheimer Alumniverbandes den Geisenheimer Unikeller bespielt, freut sich auf die Gäste vor Ort und in der Zuschaltung: „Sobald es wieder möglich ist, werden wir nach der Sendung, die zukünftig am frühen Sonntagabend um 18:00 Uhr live ausgestrahlt wird, auch Backstage-Veranstaltungen für die 6glasses1bottle-Fans anbieten.“

Zu Gast bei „6glasses1bottle goes Rheingau“ am 15. April 2021 waren: Die Winzerin und Geisenheimer Alumna Theresa Breuer, Geschäftsführerin des Weinguts Georg Breuer, mit ihrer (Wein)Bottle Lorch Estate Riesling trocken, der Rheingauer Künstler und Comic-Zeichner Michael Apitz (Karl, der Spätlesereiter), der TV- und Spitzenkoch Ralf Zacherl, der eine spannende Rheingauer Vergangenheit hat, Deutschlands bekannteste Wein Sommelière aus Baden-Baden Natalie Lumpp und „Mister Tagesthemen“ Ingo Zamperoni.

VDL-Studierendengruppe Gießen: Jobhunting in Corona-Zeiten

Angehende Absolventen ‘Grüner Studiengänge’ sollten sich im besten Falle rechtzeitig damit beschäftigen, was es bei der Jobsuche zu beachten gilt, welcher Job zu ihnen passt und wie eine professionelle Bewerbung auszusehen hat.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, lud die VDL-Studierendengruppe Gießen am 10. März 2021, Herrn Dr. Riebensahm ein. Der selbstständige Personalberater, der Riebensahm Agribusiness Recruiting, hielt für rund 80 interessierte Studenten ein 90-minütiges Webinar. Dieses brachte die wesentlichen Aspekte des Jobhuntings im Agribusiness auf den Punkt. Die Studierenden konnten einiges erfahren und lernten, dass es insgesamt 5 Schlüssel bedarf, um die Tür zum gewünschten Agrarjob aufzuschließen. Der erste Schlüssel zielte auf die eigene Kompetenz. Grundlegend ist eine gesunde Selbsteinschätzung, eigene Stärken zu kennen und auch mit Schwächen umgehen zu können. Einigkeit unter der Zuschauerschaft war ebenfalls geboten, als es sich um die Wichtigkeit von praktischen Erfahrungen neben dem Studium und der gewissen Zielorientiertheit drehte. Herr Dr. Riebensahm legte den Zuschauern mit dem zweiten Schlüssel nahe, dass es ebenfalls wichtig ist, sich mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt zu beschäftigen und sich mit dieser intensiver vertraut zu machen. Der dritte Schlüssel zeigte mit Stellenbörsen, Netzwerken oder professionellen Beratern, die vorhandenen Kanäle zum Traumjob. Der Experte des Tages hob hier hervor, dass es empfehlenswert sei, alle Möglichkeiten zu nutzen, um so keine Gelegenheit zum Wunschjob zu verpassen. Der vorletzte Schlüssel enthielt einige Tipps zu vortrefflichen Bewerbungsunterlagen. Diese können, unter optimalen Bedingungen, den fünften Schlüssel ausfindig machen und zu dem ersehnten Vorstellungsgespräch führen. Abschließend wurde noch Raum und Zeit für Fragen seitens des virtuellen Publikums geboten, welche Ideen und Anregungen für ein weiteres Webinar mit Herrn Dr. Riebensahm gaben. Wir bedanken uns herzlich bei unserem Referenten und hoffen, dass wir uns bald für die nächste berufsvorbereitende Veranstaltung zusammenschließen können.

Von: Lisa-Marie Paul, VDL-Studierendengruppe Gießen

Hochschule Geisenheim zeichnet erstmals „Best Practices der digitalen Lehre“ aus

Um die Bedeutung neuer Lehr- und Lernformate für eine erfolgreiche Hochschulausbildung in den Fokus zu rücken, hat die Hochschule Geisenheim mit den „Best Practices der digitalen Lehre“ eine neue Ehrung etabliert. Gemeinsam mit Studierenden, der Evaluation und dem eLearning-Team hat der Vizepräsident Lehre zum Auftakt sieben beispielhafte Lehrformate aus dem Sommersemester 2020 ausgewählt, die online im Detail vorgestellt werden.

Digitale Formate und Blended-Learning-Angebote – also solche, die Präsenz-Lehre und computergestützte asynchrone Lerninhalte kombinieren, – kommen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in der Lehre verstärkt zum Einsatz. Die Vorteile der Digitalisierung werden die Hochschullehre aber auch nach dem Ende dieser Ausnahmesituation weiterhin bereichern. Sie bieten Dozierenden neue Ansätze und Möglichkeiten, herausragende Lehre anzubieten. Um diese Chancen aufzuzeigen und die Leistung der Lehrenden, die sich intensiv mit den Anforderungen digitaler Formate auseinandersetzen, in den Fokus zu rücken, hat der Vizepräsident Lehre der Hochschule Geisenheim Prof. Dr. Alexander von Birgelen entschieden, ab dem Sommersemester 2020 regelmäßig ausgewählte „Best Practices der digitalen Lehre“ zu würdigen.

Von Birgelen hatte die Digitalisierung anlässlich seiner Amtseinführung vor rund einem Jahr „als einen der wichtigsten Treiber innovativer Lehre“ bezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen entwickelte die digitale Lehre seitdem tatsächlich eine unerwartete Eigendynamik. „Die Pandemie war ein guter Anstoß für die Lehre, sich zu verändern. Hierdurch ergab sich eine völlig neue Offenheit gegenüber alternativen Lehrformaten. Nicht alles muss immer in Präsenz ablaufen. Grundsätzlich ist die Abbildung der Vorlesungen komplett digital möglich, in manchen Fällen war es sogar von Vorteil, zum Beispiel bei der Vermittlung von IT-Kompetenzen in Softwaretools“, so Prof. Dr. Andreas Holzapfel, Professor für Logistikmanagement und Studiengangsleiter Lebensmittellogistik und -management (B.Sc.). Er ist einer von sieben Dozierenden, deren herausragende Lehre im Sommersemester 2020 als „Best Practice“ ausgewählt wurde.

Auch Prof. Dr. Mirjam Hey, die rund 140 Studierende der Studiengänge Getränketechnologie (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.) sowie Gartenbau (B.Sc.) im Rahmen der Vorlesung Organische Chemie und des Chemie-Praktikums betreut hat, weist auf die Vorteile digitaler Veranstaltungsformate hin. „Durch die Kombination aus synchroner und asynchroner Lehre werden heterogene Vorkenntnisse und Lerngeschwindigkeiten ausgeglichen“, so die Professorin für Chemie, deren Lehre von den Studierenden und eDidaktik-Profis ebenfalls besonders gelobt wurde.

Die Hochschule Geisenheim baut nun sukzessive eine Sammlung dieser „Best Practices“ auf, die die Dozierenden dann selbst in Interviews und Videos vorstellen. Sie soll andere Dozierende an der Hochschule Geisenheim und darüber hinaus inspirieren und die Studierenden motivieren, sich aktiv bei der Entwicklung neuer Formate und didaktischer Methoden – Podcasts, Web-Seminare, Lehrvideos oder vertonte Präsentationen einzubringen.