Forschungsgruppe „ErdHase“ geht für sichere Lebensmittel an den Start

Für mehr Lebensqualität und Sicherheit von Allergiepatientinnen und -patienten: Kooperationsprojekt der Hochschule Geisenheim mit namhaften Partnern unter der Leitung von R-Biopharm verbindet klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how

 

Bei Nahrungsmittelallergien gibt es für Patientinnen und Patienten derzeit nur eine sichere Methode: Lebensmittel mit diesen Zutaten vermeiden. Das lässt jedoch den individuellen Schwellenwert jeder Patientin bzw. jedes Patienten außer Acht und auch die Tatsache, dass Verarbeitungsprozesse die Allergenität der Zutaten verändern können. Um Werkzeuge zu entwickeln, mit denen das Potenzial von Allergieauslösung bereits im Lebensmittel erfasst wird, verbindet eine interdisziplinäre Forschungsgruppe jetzt klinisches, analytisches und produktionstechnisches Know-how. Der Projektname „ErdHase“ verweist auf die Klassiker unter den Allergieauslösern: Erdnüsse und Haselnüsse.

Erdnüsse und Haselnüsse sind die häufigsten und auch gefährlichsten Auslöser von Nahrungsmittelallergien. Die Reaktionen reichen von leichtem Hautjucken bis zu lebensbedrohlichen Herzkreislaufbeschwerden. Weltweit leiden darunter vier Prozent der Bevölkerung. Bei der Verarbeitung von Erdnüssen und Haselnüssen in der Lebensmittelproduktion kann jedoch je nach Verfahren die Allergenität gesteigert oder verringert werden. Auch gängige Methoden zur Lebensmittelallergenanalyse ziehen diese Umstände zurzeit nicht in Betracht.

Deswegen hat jetzt eine Forschungsgruppe mit sieben Projektpartnern die beiden allergenen Lebensmittel gewählt, um beispielhaft zu untersuchen, wie mithilfe der Kombination verschiedener immunologischer Testsysteme die Sicherheit von Allergiepatientinnen und -patienten verbessert werden kann – und zwar schon während der Lebensmittelherstellung. Projekt-Titel: „Identifizierung des allergenen Potentials von Erdnuss und Haselnuss in Lebensmittelverarbeitungsketten in Bezug auf Allergenität von Patienten“. Die etwas eingängigere Abkürzung: ErdHase.

„Erdnüsse und Haselnüsse gehören zu den prominentesten Auslösern von Nahrungsmittelallergien – die lebensbedrohend sein können. Unsere Vision ist, ein System von enormer Bedeutung für Patienten und Hersteller von Lebensmitteln zu erarbeiten, das die Lebensmittelindustrie in die Lage versetzt, allergiegeplagten Verbrauchern mehr Lebensqualität zurückzubringen“, sagte Dr. Susanne Siebeneicher, Projektleiterin bei der federführenden R-Biopharm AG, nach der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags.

Das auf drei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit rund zwei Millionen Euro gefördert. Sein Ziel: Analytische Instrumente für das Management von Lebensmittelallergenen entlang der Wertschöpfungskette der Lebensmittelproduktion zu entwickeln. Dafür sollen klinische und serologische Profile von Allergikerinnen und Allergikern erstellt werden, um bessere Vorhersagen zur Verträglichkeit von verarbeiteten Lebensmitteln treffen zu können. Mithilfe rekombinanter Antikörper, geklont aus den B-Zellen von Allergikerinnen und Allergikern, soll ein Werkzeugkasten für die Lebensmittelanalyse entstehen, der direkt mit der Allergenerkennung bei Patientinnen und Patienten verknüpft ist.

Für das Forschungsprojekt haben sich Partner aus Klinik, Analyse, Hochschule und Industrie zusammengeschlossen:

  • R-Biopharm – Projekt-Koordinator und Experte für die Entwicklung von Testkits zum Nachweis von Allergenen in Lebensmitteln und Charakterisierung von Allergiepatientinnen und -patienten. Mit seinem qLINE® Testsystem können bei der Patientin bzw. beim Patienten die Allergie auslösenden Allergene identifiziert werden – zur Klassifizierung von Allergikern und Charakterisierung von Patientinnen und Patienten aus der klinischen Studie. Dr. Markus Böhl, Leiter F&E, Neue Technologien, bei R-Biopharm: „Ein wirksamer Schutz von Nahrungsmittelallergikern erfordert diagnostische Lösungen aus zwei Welten: der Lebensmittelanalytik und der klinischen Diagnostik. Mit dem Start des Projektes ErdHase werden wir die wissenschaftlichen Grundlagen und Konzepte schaffen, um diese beiden Geschäftsfelder zum Nutzen der betroffenen Patienten zu einer Gesamtlösung zu verschalten.“
  • Charité – Universitätsmedizin Berlin – Die Charité beteiligt sich an dem BMBF-geförderten Projekt mit zwei Kliniken, die Experten in der Forschung und Durchführung klinischer Studien zur Nahrungsmittelallergie mit jeweils gut charakterisierten Patientenkohorten im Kindes- und Erwachsenenalter sind. Projektleiterin Dr. Sabine Dölle-Bierke von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie betont: „Strikte Vermeidung bedeutet nicht nur Karenz, sondern auch eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität unserer Patientinnen und Patienten. Eine auf die Patientengruppe abgestimmte Lebensmittelanalytik eröffnet die Produktauswahl und steigert damit auch die Lebensqualität.“ Projektleiterin Prof. Dr. Kirsten Beyer von der Klinik für Pädiatrie mit Schwerpunkt Pneumologie und Immunologie mit Intensivmedizin ergänzt: „Die Charité ist für die Identifizierung und umfangreiche Charakterisierung der Patientenkollektive zuständig. Ziel der interdisziplinären Kooperation ist eine nachvollziehbare Deklaration auf den entsprechenden Lebensmitteln für unsere Allergikerinnen und Allergiker.“
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund – Die größte Organisation für Patientinnen und Patienten mit Nahrungsmittelallergien in Deutschland ist an mehreren nationalen und internationalen Forschungsprojekten beteiligt und wird neben der Patientenperspektive auch die Sichtweise allergologisch spezialisierter Ernährungsfachkräfte zur Thematik mit in das Projekt einbringen. Sabine Schnadt, Diplom-Ökotrophologin: „Als Patienten- und Verbrauchervertreter freut der DAAB sich, Partner in einem Projekt zu sein, welches medizinische und herstellungsbezogene Aspekte der Erdnuss- und Haselnuss-Allergie vereint. Als Schnittstelle sowohl zu den Patienten selbst, als auch zu Fachpersonal und Lebensmittelherstellern werden wir durch zielgruppenspezifische Erhebungen die Erfahrungen zum Umgang mit der Allergie bzw. den Allergenen und die Wünsche der Beteiligten aktiv mit in das Projekt einbringen.“
  • Hochschule Fresenius – Experte in der Produktion und Reinigung von Proteinen und deren Analyse. Prof. Dr. Klaus Schneider, Head of Institute for Biomolecular Research: „Nach einem Test ein Nahrungsmittel mit Nüssen verzehren…das ist das Ziel unseres Projekts für Menschen, die bisher wegen einer Allergie Nüsse komplett vermeiden müssen.“
  • Hochschule Geisenheim, Institut für Lebensmittelsicherheit – Expertise in der Produktion und Analytik von definierten verarbeiteten Lebensmitteln mit engem Kontakt zu Lebensmittelherstellern. „Dieses Projekt repräsentiert ein Novum in der Entwicklung einer Allergennachweismethode, da sowohl die Herstellung der Lebensmittel als auch die Reaktion betroffener Patienten berücksichtigt wird“, sagen Prof. Dr. Simone Loos-Theisen und Prof. Dr.-Ing. Bernd Lindemann.
  • YUMAB GmbH – Expertise in der Entwicklung von rekombinanten Antikörpern, die die Immunantwort der Patientin bzw. des Patienten anzeigen. Dr. André Frenzel, Wissenschaftlicher Leiter bei der YUMAB GmbH: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Partnern aus Allergie- und diagnostischer Forschung und sind überzeugt, einen positiven Beitrag zum Werkzeugkasten für die Lebensmittelanalytik leisten zu können.“

Erfolg für Netzwerk für internationale digitale Lehre

Mittelhessische Hochschulen erfolgreich im Förderprogramm „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ – Stiftung Innovation in der Hochschullehre fördert das Projekt NIDIT unter Federführung der Justus-Liebig-Universität Gießen mit rund 3,9 Millionen Euro

Hochwertige digitale Angebote auch für die internationale Lehre zu entwickeln, ist das Ziel eines neuen hochschuldidaktischen Netzwerks der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), der Philipps-Universität Marburg und der Technischen Hochschule Mittelhessen: Unter Federführung der JLU entsteht das „Network for Impactful Digital International Teaching-skills“ (NIDIT). Die Stiftung für Innovation in der Hochschullehre fördert das Projekt mit rund 3,9 Millionen Euro im Rahmen des Programms „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“. Mit der gebündelten Expertise der drei mittelhessischen Hochschulen werden bis zum Jahr 2025 die Erfahrungen aus der digitalen Lehre während der Corona-Pandemie systematisch aufgearbeitet und daraus Qualifizierungsmaßnahmen für die Lehrenden der drei Hochschulen entwickelt.

„Ich freue mich sehr über diesen Erfolg, der auf dem Hochschuldidaktischen Netzwerk Mittelhessen aufbaut, in dem die drei mittelhessischen Hochschulen bereits seit dem Jahr 2007 gemeinsame Fortbildungen für Lehrende organisieren“, so die JLU-Vizepräsidentin für Studium und Lehre Prof. Dr. Verena Dolle. „NIDIT intensiviert diese Zusammenarbeit durch ein einzigartiges, erweitertes Kompetenznetzwerk, in dem Expertisen für digitale, internationale Lehrkompetenzen in Hessen gebündelt werden.“

Ein zentraler Bestandteil sind breit angelegte Wirkungsanalysen, mit der Qualitätskriterien für digitale Lehre erarbeitet werden sollen, um aus der spontanen digitalen Lehre in Corona-Zeiten qualitativ hochwertige und anspruchsvolle teildigitale Lehrangebote zu entwickeln. Auf dieser Basis werden die beteiligten Hochschuldidaktiken um umfassende Maßnahmen für Digitalkompetenzen (Digital Teaching Literacy) und internationale Lehr- und Austauschformate ergänzt. Lehrinnovationen wie Virtual Reality oder Gamification werden einbezogen und Lehr- und Lehrforschungsschwerpunkte zu Projektschwerpunkten ausgebaut. Dabei sichert NIDIT die Lehrqualität und etabliert die digitale Lehre zudem langfristig in internationaler Perspektive.

Die im Jahr 2020 gegründete Stiftung Innovation in der Hochschullehre hat das Ziel, Innovationen im Bereich des Lehrens und Lernens an Hochschulen zu ermöglichen und die Erneuerungsfähigkeit der Hochschullehre zu stärken. Sie ist eine Treuhandstiftung in Trägerschaft der gemeinnützigen Toepfer Stiftung gGmbH. Sämtliche Mittel für Förderung, Programm, Organisation und Verwaltung werden von Bund und Ländern zur Verfügung gestellt. Für die Ausschreibung „Hochschullehre durch Digitalisierung stärken“ wurden 264 Anträge eingereicht, darunter 216 Einzel- und 48 Verbundanträge. Der Ausschuss zur Projektauswahl hat davon 139 Projektvorhaben als förderwürdig eingestuft, darunter 115 Einzel- und 24 Verbundanträge.

Wie wir unsere Nahrungsversorgung durch Vielfalt nachhaltiger gestalten können

Internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Gießen untersucht Ernährungssysteme – Nachhaltige Entwicklungsziele im Blick

Nicht erst durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage an regional angebauten und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln stark angestiegen. Lebensmittel sollen nicht nur gesund sein, sondern auch möglichst umweltfreundlich produziert, verarbeitet und ohne Tierleid erzeugt worden sein. Wie kann die Vielfalt von Ernährungskultur und Ernährungsgewohnheiten, von Lebensmittelversorgungsketten sowie von politischen Rahmenbedingungen und Interventionen zu einer nachhaltigen Nahrungsversorgung beitragen? Dieser Frage geht das Team von Prof. Dr. Stefan Wahlen, Professur für Ernährungssoziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), in dem neuen internationalen Verbundprojekt FOOdIVERSE nach. Das Projekt wird durch das EU-Programm ERA-NET (SUSFOOD / CORE Organic) im Rahmen von Horizont 2020 mit rund einer Million Euro gefördert, die JLU erhält davon rund 200.000 Euro. Beteiligt an FOOdIVERSE sind neben der federführenden JLU die Universität Coventry (Großbritannien), die Oslo Metropolitan Universität (Norwegen), die Universität Trento (Italien) und die Jagiellonian-Universität in Krakau (Polen).

„Vielfalt ist in einigen Bereichen bereits wissenschaftlich untersucht und als zentraler Bestandteil für die Widerstandsfähigkeit verschiedener Systeme anerkannt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Biodiversität“, erläutert Prof. Wahlen, der das Projekt koordiniert. „Wie die Nahrungsversorgung widerstandsfähiger werden kann, ist jedoch noch wenig untersucht. Diese Lücke möchten wir durch FOOdIVERSE schließen.” Das Projekt läuft von 2021 bis 2023.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen lokale, nachhaltige und ökologische Ernährungssysteme in fünf europäischen Ländern: Norwegen, Großbritannien, Polen, Italien und Deutschland. Ernährungssysteme umfassen alle Akteurinnen und Akteure sowie Aktivitäten, die die Produktion, Verarbeitung, Beschaffung, Konsum und Entsorgung von Lebensmitteln betreffen: vom Feld bis auf den Tisch. Das Ziel des Projektes ist es, zu analysieren, was ein vielfältiges Konsum-, Versorgungs- und Produktionssystem im Lebensmittelbereich in den jeweiligen Regionen auszeichnet. Darüber hinaus sollen Einflussfaktoren bestimmt werden, die zu einem sozialen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Ernährungssystem beitragen können.

Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Bereiche des Ernährungssystems – aus der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Vertrieb und Verbrauch – treten im Rahmen des FOOdIVERSE-Projektes in Reallaboren in den Dialog miteinander und entwickeln Ideen und Innovationen zur Förderung eines widerstandfähigeren Ernährungssystems. „Hessen als Ökomodellland in Deutschland eignet sich für das Projekt besonders gut“, so Prof. Wahlen.

Mit dem Projekt greifen die Forscherinnen und Forscher gleich mehrere der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf, die die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgelegt haben: „Kein Hunger“, (Ziel Nr. 2), „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ (Ziel Nr. 12) sowie Ziel Nr. 15 „Leben an Land“, das unter anderem mit dem Schutz von Böden und Landökosystemen in den Blick nimmt.

6glasses1bottle – Sechs Gläser und eine Flasche Wein: Der Weintalk ging am 15. April 2021 in Serie

Die Corona-Pandemie hat unser Leben verändert. In den Zeiten von sozialer Distanzierung entstand an der Hochschule Geisenheim ein hybrides Medienformat, das charismatische Menschen zusammenbringt, deren Austausch Zuschauerinnen und Zuschauer zum Mitgenießen und -reden einlädt. Begleitet wird das Format von einer studentischen Redaktion.

Zur Entstehungsgeschichte: Mit einer Flasche Wein und sechs Gläsern kann man, richtig platziert, den Corona-Hygiene-Abstand markieren – oder aber zu sechst genussvoll belebende Gespräche führen. Mit diesem Bild vor Augen legten Studierende der Hochschule Geisenheim im Wintersemester 2020/21 im Rahmen ihres Medienprojekts ein Talk- und Tasting-Format auf, das am 25. Januar 2021 live aus dem Geisenheimer Unikeller Premiere feierte. Die Pilotfolge von 6glasses1bottle erreichte, unter anderem dank der Mitwirkung des Weingutbesitzers und Moderators Günther Jauch, eine große Streaming-Gemeinde und sorgte bei dieser für ebenso große Begeisterung.

Und noch einen Schritt zurück: Vor genau 20 Jahren entwickelte die Hochschule im Rheingau die erste digitale Weinprobe überhaupt weltweit. So ist es nur folgerichtig, dass eine moderne Form einer digitalen Online-Weinprobe nun weitergeführt werden soll. In sechsundsechzig Folgen mit je genau 66 Minuten möchte das 6glasses1bottle-Team einmal um die Welt reisen, in spannende Weinregionen eintauchen und herausfinden, ob man auch in Großstädten wie Berlin einen passenden Wein finden kann. Fernsehmoderator Martin Seidler wird jeweils fünf Gäste einladen, Zuschauerinnen und Zuschauer können mitgenießen und mitreden.

Hinter 6glasses1bottle steht eine studentische Redaktion mit Geisenheimer Studierenden der Studiengänge Weinbau und Oenologie (B.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.) und Getränketechnologie (B.Sc.). Diese bereitet die Themen, Weine und Gäste redaktionell vor. Die erste Station führt natürlich in den Rheingau, die Heimat der Hochschule. Danach soll es zunächst in die Pfalz, nach Baden und in die Hauptstadt Berlin gehen. Mit von der Partie ist immer wieder auch der britische Autor und Journalist Stuart Pigott, der als unkonventioneller Weinkritiker und international als einer der besten Kenner des deutschen Weins gilt.

Robert Lönarz, der als Präsident des Geisenheimer Alumniverbandes den Geisenheimer Unikeller bespielt, freut sich auf die Gäste vor Ort und in der Zuschaltung: „Sobald es wieder möglich ist, werden wir nach der Sendung, die zukünftig am frühen Sonntagabend um 18:00 Uhr live ausgestrahlt wird, auch Backstage-Veranstaltungen für die 6glasses1bottle-Fans anbieten.“

Zu Gast bei „6glasses1bottle goes Rheingau“ am 15. April 2021 waren: Die Winzerin und Geisenheimer Alumna Theresa Breuer, Geschäftsführerin des Weinguts Georg Breuer, mit ihrer (Wein)Bottle Lorch Estate Riesling trocken, der Rheingauer Künstler und Comic-Zeichner Michael Apitz (Karl, der Spätlesereiter), der TV- und Spitzenkoch Ralf Zacherl, der eine spannende Rheingauer Vergangenheit hat, Deutschlands bekannteste Wein Sommelière aus Baden-Baden Natalie Lumpp und „Mister Tagesthemen“ Ingo Zamperoni.

VDL-Studierendengruppe Gießen: Jobhunting in Corona-Zeiten

Angehende Absolventen ‘Grüner Studiengänge’ sollten sich im besten Falle rechtzeitig damit beschäftigen, was es bei der Jobsuche zu beachten gilt, welcher Job zu ihnen passt und wie eine professionelle Bewerbung auszusehen hat.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, lud die VDL-Studierendengruppe Gießen am 10. März 2021, Herrn Dr. Riebensahm ein. Der selbstständige Personalberater, der Riebensahm Agribusiness Recruiting, hielt für rund 80 interessierte Studenten ein 90-minütiges Webinar. Dieses brachte die wesentlichen Aspekte des Jobhuntings im Agribusiness auf den Punkt. Die Studierenden konnten einiges erfahren und lernten, dass es insgesamt 5 Schlüssel bedarf, um die Tür zum gewünschten Agrarjob aufzuschließen. Der erste Schlüssel zielte auf die eigene Kompetenz. Grundlegend ist eine gesunde Selbsteinschätzung, eigene Stärken zu kennen und auch mit Schwächen umgehen zu können. Einigkeit unter der Zuschauerschaft war ebenfalls geboten, als es sich um die Wichtigkeit von praktischen Erfahrungen neben dem Studium und der gewissen Zielorientiertheit drehte. Herr Dr. Riebensahm legte den Zuschauern mit dem zweiten Schlüssel nahe, dass es ebenfalls wichtig ist, sich mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt zu beschäftigen und sich mit dieser intensiver vertraut zu machen. Der dritte Schlüssel zeigte mit Stellenbörsen, Netzwerken oder professionellen Beratern, die vorhandenen Kanäle zum Traumjob. Der Experte des Tages hob hier hervor, dass es empfehlenswert sei, alle Möglichkeiten zu nutzen, um so keine Gelegenheit zum Wunschjob zu verpassen. Der vorletzte Schlüssel enthielt einige Tipps zu vortrefflichen Bewerbungsunterlagen. Diese können, unter optimalen Bedingungen, den fünften Schlüssel ausfindig machen und zu dem ersehnten Vorstellungsgespräch führen. Abschließend wurde noch Raum und Zeit für Fragen seitens des virtuellen Publikums geboten, welche Ideen und Anregungen für ein weiteres Webinar mit Herrn Dr. Riebensahm gaben. Wir bedanken uns herzlich bei unserem Referenten und hoffen, dass wir uns bald für die nächste berufsvorbereitende Veranstaltung zusammenschließen können.

Von: Lisa-Marie Paul, VDL-Studierendengruppe Gießen

Hochschule Geisenheim zeichnet erstmals „Best Practices der digitalen Lehre“ aus

Um die Bedeutung neuer Lehr- und Lernformate für eine erfolgreiche Hochschulausbildung in den Fokus zu rücken, hat die Hochschule Geisenheim mit den „Best Practices der digitalen Lehre“ eine neue Ehrung etabliert. Gemeinsam mit Studierenden, der Evaluation und dem eLearning-Team hat der Vizepräsident Lehre zum Auftakt sieben beispielhafte Lehrformate aus dem Sommersemester 2020 ausgewählt, die online im Detail vorgestellt werden.

Digitale Formate und Blended-Learning-Angebote – also solche, die Präsenz-Lehre und computergestützte asynchrone Lerninhalte kombinieren, – kommen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in der Lehre verstärkt zum Einsatz. Die Vorteile der Digitalisierung werden die Hochschullehre aber auch nach dem Ende dieser Ausnahmesituation weiterhin bereichern. Sie bieten Dozierenden neue Ansätze und Möglichkeiten, herausragende Lehre anzubieten. Um diese Chancen aufzuzeigen und die Leistung der Lehrenden, die sich intensiv mit den Anforderungen digitaler Formate auseinandersetzen, in den Fokus zu rücken, hat der Vizepräsident Lehre der Hochschule Geisenheim Prof. Dr. Alexander von Birgelen entschieden, ab dem Sommersemester 2020 regelmäßig ausgewählte „Best Practices der digitalen Lehre“ zu würdigen.

Von Birgelen hatte die Digitalisierung anlässlich seiner Amtseinführung vor rund einem Jahr „als einen der wichtigsten Treiber innovativer Lehre“ bezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen entwickelte die digitale Lehre seitdem tatsächlich eine unerwartete Eigendynamik. „Die Pandemie war ein guter Anstoß für die Lehre, sich zu verändern. Hierdurch ergab sich eine völlig neue Offenheit gegenüber alternativen Lehrformaten. Nicht alles muss immer in Präsenz ablaufen. Grundsätzlich ist die Abbildung der Vorlesungen komplett digital möglich, in manchen Fällen war es sogar von Vorteil, zum Beispiel bei der Vermittlung von IT-Kompetenzen in Softwaretools“, so Prof. Dr. Andreas Holzapfel, Professor für Logistikmanagement und Studiengangsleiter Lebensmittellogistik und -management (B.Sc.). Er ist einer von sieben Dozierenden, deren herausragende Lehre im Sommersemester 2020 als „Best Practice“ ausgewählt wurde.

Auch Prof. Dr. Mirjam Hey, die rund 140 Studierende der Studiengänge Getränketechnologie (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.) sowie Gartenbau (B.Sc.) im Rahmen der Vorlesung Organische Chemie und des Chemie-Praktikums betreut hat, weist auf die Vorteile digitaler Veranstaltungsformate hin. „Durch die Kombination aus synchroner und asynchroner Lehre werden heterogene Vorkenntnisse und Lerngeschwindigkeiten ausgeglichen“, so die Professorin für Chemie, deren Lehre von den Studierenden und eDidaktik-Profis ebenfalls besonders gelobt wurde.

Die Hochschule Geisenheim baut nun sukzessive eine Sammlung dieser „Best Practices“ auf, die die Dozierenden dann selbst in Interviews und Videos vorstellen. Sie soll andere Dozierende an der Hochschule Geisenheim und darüber hinaus inspirieren und die Studierenden motivieren, sich aktiv bei der Entwicklung neuer Formate und didaktischer Methoden – Podcasts, Web-Seminare, Lehrvideos oder vertonte Präsentationen einzubringen.

Treibhausgase aus der Landwirtschaft

Das Institut für Pflanzenökologie am Fachbereich Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltwissenschaften der Justus-Liebig-Universität Gießen veröffentlicht im Auftrag der FAO/IAEA Division der Vereinten Nationen ein umfassendes Handbuch zur Messung und Verminderung von Treibhausgas-Emissionen

Die Treibhausgase Lachgas und Methan, die zu einem großen Teil in der Landwirtschaft entstehen, spielen für den Klimawandel eine entscheidende Rolle. Laut Prognosen könnten sich die Freisetzungen, in den kommenden Jahren noch um bis zu 60 Prozent erhöhen, falls keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Daher ist es wichtig, Quellen, Prozesse, Entstehungsbedingungen und Freisetzungsmengen der Treibhausgase aus der Landwirtschaft genau zu kennen. Wissenschaftler der an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) angesiedelten DFG-Forschungsgruppe DASIM (Denitrification in Agricultural Soils: Integrated control and Modelling at various scales) haben gemeinsam mit einem internationalen Forscherteam und mit Unterstützung des Hessischen Landesamts für Naturschutz, Umwelt und Geologie sowohl Methoden zur Messung und Berechnung als auch Möglichkeiten der Verminderung in einem neuen Handbuch zusammengestellt.

„Wir sind überzeugt, dass das Buch von vielen internationalen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die im Bereich der Treibhausgasemissionen forschen, aber auch von Studierenden genutzt werden wird“, sagt Prof. Dr. Christoph Müller, Direktor des Instituts für Pflanzenökologie der JLU und Sprecher der DASIM-Forschungsgruppe. „Dieser aktuelle Überblick über die komplexe Thematik wurde im Auftrag der FAO/IAEA Division der Vereinten Nationen erstellt, die sowohl für die Entwicklung von Standards zur Messung stabiler Isotope als auch für die Erarbeitung von Methoden zur Entwicklung von nachhaltiger Landwirtschaft weltweit zuständig sind.“

In Deutschland gehören die Wiederkäuer und die landwirtschaftlich genutzten, gedüngten Böden zu den großen Verursachern der Treibhausgase. In anderen Teilen der Erde ist es unter anderem der Reisanbau, der zum weltweiten Anstieg der klimaschädlichen Gase und somit zum Klimawandel beiträgt. Laut Umweltbundesamt verursacht der landwirtschaftliche Sektor 79 Prozent der Lachgas- und 62 Prozent der Methan-Freisetzungen in Deutschland. Rechnet man diese Menge an klimaschädlichen Treibhausgasen in Kohlendioxid (CO2)-Äquivalente um, so verursacht die Landwirtschaft 63,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr in Deutschland und mehr als 10 Milliarden Tonnen CO2 pro Jahr weltweit. Zum Vergleich: Eine Buche speichert in 50 Jahren ungefähr eine Tonne CO2.

Weltweit wurden in den letzten Jahren und Jahrzehnten zahlreiche Methoden entwickelt, um Quellen und Bildungsprozesse der Treibhausgase zu identifizieren und Gasflüsse in den verschiedensten Bereichen der Landwirtschaft zu messen. Diese Methoden werden in dem Buch „Measuring Emission of Agricultural Greenhouse Gases and Developing Mitigation Options using Nuclear and Related Techniques“ detailliert und nachvollziehbar beschrieben und beinhalten sowohl aktuelle State-of-the-art-Techniken (z.B. Isotopenanalysen) als auch einfache, ohne modernste technische Ausstattung anwendbare Anleitungen.

Geisenheimer erstellen erste globale Studie zu Corona – ProWein Business Report

Bereits zum vierten Mal hat das Institut für Wein- und Getränkewirtschaft der Hochschule Geisenheim im Auftrag der ProWein Experten der gesamten Wertschöpfungskette der Weinbranche aus 49 Ländern befragt. Aus Anlass der globalen Pandemie stand die Befragung Ende 2020 ganz im Zeichen der Auswirkungen von Covid-19 auf die globale Weinbranche.

Der aktuelle ProWein Business Report ist die weltweit erste Untersuchung, die die globalen Auswirkungen von Covid-19 auf die verschiedenen Bereiche des Weinsektors quantifiziert und die Erwartungen für die notwendige zukünftige Ausrichtung der Weinbranche misst. Die außerordentliche Bedeutung des Themas Covid-19 für die Weinbranche zeigt sich an der sehr hohen Beteiligungsquote der internationalen Experten, die sich im Vergleich zu den Vorjahren auf fast 3.500 Teilnehmer verdoppelt hat. Jeder in der Branche hat ein hohes Interesse, die erfahrenen Auswirkungen auf seinen Betrieb mit anderen zu vergleichen. Gleichzeitig suchen alle Unternehmen nach Anhaltspunkten für möglichen Strategien und Auswege aus der Krise.

Eine Vielzahl internationaler Medien hat über die Ergebnisse berichtet: The Drinks Business, Indian Wine Academy, About Drinks, Wine Industry Advisor, Meininger Weinwirtschaft und Gastronomie.de. In den Ergebnissen wird deutlich, dass Deutschland im Vergleich zu den stark exportorientierten Weinproduktionsländern insgesamt noch „mit einem blauen Auge“ davongekommen ist. Die starke inländische Verbraucherbasis und der Tourismus im eigenen Land haben den Konsum von deutschem Wein beflügelt. Dennoch hat auch in Deutschland eine Verschiebung des Weinabsatzes zu den großen, den LEH beliefernden Kellereien stattgefunden und viele deutsche Weinproduzenten leiden nach wie vor unter der Schließung der Absatzkanäle Gastronomie, Export, Airlines, Duty-Free, Weinmessen und Weinfesten.

Die Pandemie wird auch über die nächsten Jahre starke Auswirkungen auf den deutschen und internationalen Weinsektor haben. Das Institut für Wein- und Getränkewirtschaft wird weiterhin zu diesem wichtigen Thema forschen.

 

Mitgliederversammlung der VEG Geisenheim

Robert Lönarz für vier weitere Jahre als Präsident gewählt / Campus Geisenheim GmbH wird liquidiert

Mit einem Zitat von Adolph Kolping „Wer Mut zeigt, macht Mut“ wurde zur Mitgliederversammlung 2020 der VEG – Geisenheim Alumni Association e.V., die weltweit über 3.000 Mitglieder zählt, eingeladen. In diesem Jahr fand die Veranstaltung erstmals auch in einer rein digitalen Form statt, was den Präsidenten des Bundesverband VDL-Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt, Markus Ebel-Waldmann, der als Grußwortredner zugeschaltet war, zur Aussage bewog „Digitale Videokonferenzen sind schön und gut, aber das persönliche Treffen wird dadurch niemals ersetzt werden können“. Diesen Gedanken nahm auch Prof. Erik Schweickert auf, der als Mitglied des baden-württembergischen Landtages die Corona-Problematik beschrieb und als Präsident des assoziierten nationalen Fachverbandes  Bund Deutscher Oenologen e.V. die hervorragende Zusammenarbeit mit dem Geisenheimer Alumniverband hervorhob, der zugleich Hauptgeldgeber ist. Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans Reiner Schultz berichtete über die intensiven Baumaßnahmen der Hochschule, die natürlich Einfluss auf die zukünftige Entwicklung von Forschung und Lehre haben werden.   Die Zusage zur Beschaffung eines Großgerätes zur Analytik unterstreicht dabei nachhaltig die Bedeutung Geisenheims in der Wissenschaftswelt.

VEG-Präsident Robert Lönarz, Foto: Hochschule Geisenheim University

Durch die fast dreistündige digitale Mitgliederversammlung aus dem Geisenheimer Unikeller moderierte Robert Lönarz, der seit vielen Jahren die Geschicke des Verein mit einem motivierten Vorstand lenkt, erneut mit technischer Unterstützung von Woody T. Herner der Filmagentur Rheingau, der sich im Jahr 2020 zu einem Streamingexperten  entwickeln konnte. Neben dem Professor Müller-Thurgau-Preis im Mai war er für zahlreiche weitere digitale Veranstaltung u.a. der Akademische Feier, Studieninfotag an der Hochschule kreativ tätig.

Eine ungewöhnliche Besonderheit gab es auch – nach Satzungsänderung, Neuwahlen und Wirtschaftsplan gab es immer wieder kurze weihnachtliche Beiträge des bekannten SWR Moderatoren Martin Seilder, der am Ende noch den Mitgliedern eine dreißigminütige Einstimmung auf Weihnachten bot. Beiträge von Joachim Ringelnatz, Loriot und weiteren bekannten Dichtern und Denkern luden ein zum wohligen und gemütlichen Ausklang. Alumni-Präsident Lönarz resümierte „mit einer kleinen Träne im  Auge,  durch eine rührende Weihnachtsgeschichte, die so unglaublich bewegend von Martin Seilder vorgetragen wurde, beenden wir das Jahr 2020, aber mit dem Mut 2021 weitere Aufgaben mit Energie und Wille anzugehen!“ Mit einer gemeinsamen Charity Weinverkostung mit dem Fraunhofer-Alumniverband konnten im Dezember 5.000 EUR Spenden für den Bundesverband Kinderhospitz erzielt und mit einer 180.000 EUR Spende der Verlegerfamilie Fraund der Adolf und Dr. Eberhard Fraund-Preis ausgelobt werden. Einziger Wermutstropfen in der unterhaltsamen Mitgliederversammlung, in der auch zahlreiche langjährige Mitglieder geehrt wurden, war die Bekanntgabe der Liquidation der 2007 ins Leben gerufen Campus Geisenheim GmbH zum Jahresende. Maßgeblich für diesen Entschluss war das Wegbrechen der Veranstaltungen durch die Corona-Pandemie. Geschäftsführer Roger Baumeister ist als Liquidator bestellt und wird die Hochschule in der Planung BUGA 2029 unterstützen.

 

iFZ der Universität Gießen zeichnet vier Masterarbeiten aus

Biologische Schädlingsbekämpfung, Artenschutz, Umweltverträglichkeitsprüfungen und Stresstoleranz von Pflanzen standen im Fokus bei den iFZ Masters 2020

Masterarbeiten sind oft der erste Schritt hin zur eigenständigen Forschung. Das Interdisziplinäre Forschungszentrum (iFZ) der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) zeichnet jährlich besonders herausragende Masterarbeiten mit den iFZ Masters aus. Die vier diesjährigen Preisträgerinnen und Preisträger werden aufgrund der Corona-Pandemie zum ersten Mal nicht im Rahmen eines Lunchtime-Seminars präsentiert. Ihre Arbeiten werden stattdessen auf der Webseite des iFZ vorgestellt.

Yukino Kobayashi führte in ihrer Masterarbeit „Funktionelle Bewertung von Cas9-exprimierenden Stämmen des invasiven Schädlings Drosophila suzukii“ eine funktionelle genetische Studie mit der Kirschessigfliege durch, einem landwirtschaftlichen Schädling. Die Verluste an Nahrungsmitteln durch Schädlinge zu minimieren, ist ein entscheidender Faktor für die Ernährungssicherung einer wachsenden Weltbevölkerung. Das übergeordnete Ziel ihrer Arbeit war es daher, durch genetische Methoden Fruchtfliegen für die biologische Schädlingsbekämpfung bereitzustellen, die die Vermehrung der Schädlinge unterbrechen, um so den Einsatz chemischer Wirkstoffe zu reduzieren. Yukino Kobayashi konnte zeigen, dass die gezielte Modifikation des Genoms von Fruchtfliegen durch einfache Wärmestimulation verbessert werden kann. Dies eröffnet weitere Möglichkeiten, um biologische Schädlingsbekämpfungsstrategien mittels der CRISPR/Cas-Technologie zu entwickeln und kann zudem den Einsatz gentechnischer Methoden in der Landwirtschaft sicherer machen.

Merlin Hamp reiste für seine Masterarbeit in die kolumbianische Stadt Medellin. Zusammen mit der Universität von Antioquia, mit der die JLU ein Kooperationsabkommen hat, erforschte er „Speziesspezifische Mikrohabitat-Präferenzen von zehn Fischarten der kolumbianischen Anden“. Diese Arbeit war Teil eines großen Forschungsprojektes zum Zusammenspiel von Wasserkraft und Artenschutz. Mit seiner Arbeit trägt er zum besseren Verständnis dieses sehr diversen, bisher allerdings nur wenig erforschten Lebensraums und dessen Schutz bei.

Johannes Junck hat sich in seiner Masterarbeit „Bioakkumulation von Ivermectin im Regenwurm Eisenia fetida – Methodenentwicklung und Beurteilung der Pharmakokinetik“ mit der Einrichtung eines ökotoxikologischen Testsystems befasst, um die Anreicherung des Entwurmungswirkstoffes Ivermectin in Regenwürmern zu untersuchen. Viele unserer Haus- und Nutztiere werden regelmäßig mit Entwurmungsmitteln behandelt, um ihre Gesundheit zu sichern. Die Wirkstoffe der Entwurmungsmittel gelangen mit den Ausscheidungen der Tiere in den Boden und können die dort lebenden Bodentiere wie z.B. Regenwürmer schädigen. Juncks Arbeit liefert wichtige Erkenntnisse zum Aufnahme- und Abbauverhalten des Entwurmungswirkstoffes Ivermectin in Regenwürmern. Sie legt damit Grundlagen für die Bewertung von Umweltrisiken der Entwurmungswirkstoffe.

In der Masterarbeit „Evaluation of different bacterial strains as plant-growth promoting rhizobacteria on roses“ befasste sich Santiagos Andrés Quiroga Quisaguano mit der Rose Heidetraum, die oft auf Verkehrsinseln gepflanzt wird und dort Stress wie Trockenheit und Salzausgesetzt ist. Die Toleranz von Pflanzen gegenüber Stress kann durch Mikroorganismen, die in der direkten Umgebung der Wurzeln leben, verbessert werden. Quiroga Quisaguano analysierte erstmals die Lebensgemeinschaft der Mikroorganismen, das sogenannte Mikrobiom, in der Umgebung der Rosenwurzeln und ihre Veränderung nach Zugabe von wachstumsfördernden Bakterien im Gießwasser und insbesondere nach Salzapplikation.

Das iFZ hat als wissenschaftliche Infrastruktur und interdisziplinäres Zentrum einen bedeutenden Anteil an der forschungsgeleiteten Lehre der Fachgebiete Biologie, Agrar-, Ernährungs- und Umweltwissenschaften. Neben den Laboren bietet das iFZ mit fächerübergreifend genutzten Forschungseinrichtungen wie Klimakammern, Gewächshäusern oder Aquarien hervorragende Voraussetzungen für experimentelles wissenschaftliches Arbeiten.