Stammtisch geht auch virtuell

Der Agrarier-Stammtisch in Hannover, der – normalerweise – jeden zweiten Dienstag in jedem geraden Monat im Alexander in Hannover stattfindet, sollte nicht Corona zum Opfer fallen. Nachdem der Landesverband Ost vorgemacht hatte, wie Stammtisch auch virtuell funktioniert, wollten wir es auch ausprobieren.
Was macht einen guten Stammtisch aus? Man geht einfach hin, trifft jedes Mal andere Leute, weiß selten vorher, wer kommt. Sicher ist nur: irgendjemand wird schon da sein, aus dem Arbeitsalltag die neuesten Anekdoten erzählen und wissen wollen, ob ich oder unser Gegenüber am Tisch aus eigenen Erfahrungen etwas zur Bewertung dieses Vorhabens oder jener Schnapsidee aus der Agrarverwaltung beitragen kann.
Charakteristisch ist, dass es keine feste Sitzordnung gibt und man im Verlauf des Abends mit unterschiedlichen Leuten zusammensitzt und sich über ganz verschiedene Themen austauscht. Wie wollten wir diese Gesprächssituation abbilden? Dabei kam uns zugute, dass wir mit Big Blue Button über ein Konferenzsystem verfügen, welches die Aufteilung in “Arbeitsgruppen” ermöglich – in sogenannten “Breakout-Räumen”. Was nach Flucht klingt, ist tatsächlich ein effektives Instrument, um genau das zu realisieren, was einen guten Stammtisch ausmacht. Nach zwei Übungsrunden im Vorfeld hatten wir den Dreh heraus und trauten uns, die Einladung zu verschicken.

Erster virtueller Stammtisch des Landesverband Niedersachsen – Ein voller Erfolg

Der virtuelle Agrarier-Stammtisch hatte seine Premiere am 13. Oktober 2020 mit neun Teilnehmern, die sich nach einer Vorstellungsrunde zum gegenseitigen Kennenlernen im Plenum in den beiden Breakout-Räumen wiederfanden. Tatsächlich konnte man sich sehr gut unterhalten, ohne dass jemand moderieren musste, um das in größeren Gruppen drohende akustische Durcheinander im Griff zu behalten. Die Anwesenden hatten sich mehr zu erzählen als die anfangs gesetzten 15 Minuten Dauer hergaben. Beim nächsten Mal –dass es das geben wird, war Konsens – werden wir einen Wechsel von kurzen Plenumsphasen mit zwei oder drei längeren Breakout-Phasen machen, damit jeder auch mal “den Platz wechseln” und verschiedene Gesprächspartner treffen kann.
Zwar hatten sich einige Teilnehmer mit eine Flasche Bier gewappnet, aber gefehlt hat es uns doch, das frisch gezapfte Bier vom Fass und die Currywurst Alexander. Aber wir halten durch und wenn Corona vorbei ist, treffen wir uns wieder wie gewohnt im Alexander. Bis dahin halten wir Kontakt und treffen uns beim virtuellen Agrarier-Stammtisch, gerne auch mit Gästen von außerhalb Hannover, zum Beispiel aus Bonn oder Berlin. Der nächste Stammtisch findet am 8. Dezember um 19 Uhr statt, bei Interesse bitte beim Landesverband Niedersachsen (kontakt@vdl-niedersachsen.de) melden.
Ruth Franken
(Foto und Grafik im Screenshot: Pixabay)

Neuer Vorstand und neue Satzung beim VDL Landesverband Niedersachsen

Am Freitag, dem 9. Oktober 2020, fand um 15 Uhr online die Mitgliederversammlung 2020 des VDL Landesverbandes Niedersachsen statt. Da wir allen Mitgliedern – auch denjenigen ohne Internet-Zugang – die Möglichkeit bieten wollten, sich an Diskussion und Beschlussfassung zu beteiligen, kombinierten wir die Onlineversammlung mit einem schriftlichen Beschlussverfahren. Schon auf der letzten Mitgliederversammlung war die Entscheidung getroffen worden, den nächsten  Vorstand per Briefwahl zu bestimmen. Die Tagesordnung war umfangreich, weil neben der Bekanntgabe des neuen Vorstandes auch eine neue Satzung zur Diskussion stand. Die Mitglieder erhielten folglich mit der Einladung eine Reihe von Unterlagen, um neben der Briefwahl auch die anstehenden insgesamt sechs Beschlussvorlagen nachvollziehen und entsprechend abstimmen zu können. Für die wesentlich überarbeitete Satzung war ein Quorum von mindestens zwei Drittel Zustimmung zur Verabschiedung erforderlich.

Wir hatten so etwas in diesem Umfang noch nie gemacht und waren sehr gespannt, wie die Mitglieder diese Möglichkeit zur Beteiligung annehmen würden – waren doch dafür allein über 30 Seiten Text zu lesen, die Zettel entsprechend auszufüllen und formal korrekt in den richtigen Umschlägen an die Geschäftsstelle zurückzuschicken. Bei den bisherigen Mitgliederversammlungen waren einschließlich Stimmrechtsübertragungen nie mehr als 50 Mitglieder vertreten und wir hatten die vorsichtige Einschätzung, vielleicht auf 80 Rücksendungen zu kommen. Diese Erwartung wurde bei weitem übertroffen.

138 von 450 Mitgliedern nahmen an dem Verfahren teil, 133 gültige Stimmzettel und 108 Beschlussformulare gingen in die Entscheidungsfindung ein. An der Online-Mitgliederversammlung nahmen 27 Mitglieder teil, von denen nur noch neun während der Sitzung abstimmen durften, allen anderen hatten sich schon am schriftlichen Verfahren beteiligt. So konnten alle Beschlüsse auf einer soliden Basis gefasst werden und auch das Quorum für die Satzung wurde mit knapp 97 % Zustimmung erreicht. Interessant ist, dass viele teilnehmende Mitglieder bisher noch nie persönlichen Kontakt zu uns hatten, während wir von anderen Mitgliedern, die wir als aktiv und positiv zum VDL stehend kennen, keinen Rücklauf hatten.

Für den neuen Vorstand waren 16 Kandidaten und Kandidatinnen angetreten, von denen 13 gewählt wurden. Die Besetzung der Geschäftsführung als 14. Vorstandsmitglied geschieht nicht durch Wahl, sondern aufgrund der Entscheidung des Vorstandes auf der konstituierenden Vorstandssitzung, auf der auch die drei Vorsitzenden gewählt werden. Im neuen Vorstand sind vertreten:

 

Insgesamt hat sich die Arbeit mehr als gelohnt und wir blicken trotz der durch Corona verursachten Einschränkungen zuversichtlich auf das kommende Jahr. Die ausgefallenen Veranstaltungen haben wir wieder auf die Agenda gesetzt – und wenn es für unsere Finnland-Reise noch zu früh sein sollte, machen wir sie im Jahr 2022. Es ist eben nie zu spät für ein gutes  Programm!

Ruth Franken
(Screenshot mit Foto und Grafik von Pixabay, alle weiteren Fotos von privat)

Nachhaltigkeit in einer Molkerei – Ein Job zwischen Verbraucher und Erzeugern

Im nächsten Live-Talk am Donnerstag den 27. August 2020 von 19:00 – 20:00 Uhr sprechen wir mit Herrn Dr. Jörn Uwe Starcke vom frischli Milchwerke GmbH. Er berichtet über das Thema “Nachhaltigkeit in einer Molkerei – Ein Job zwischen Verbraucher und Erzeugern”.

Für die Veranstaltung wird das Tool „GoToMeeting“ genutzt.

Anmeldung erfolgt über young-professionals@vdl.de

Über frischli

Für unsere professionellen Kunden aus Food-Service, Industrie und Handel sind wir der führende Spezialist für ungekühlt haltbare Molkereiprodukte. Von Standardprodukten wie H-Milch und Milchpulver, die wir weltweit exportieren, bis hin zu veredelten Sahne- und Dessert-Spezialitäten.

Durch unsere hochmodernen Prozess- und Abfülltechnologie sind wir in der Lage, Basisprodukte in exzellenter Qualität und großen Mengen sehr effizient herzustellen. Darüber hinaus bietet frischli innovative Convenience-Produkte für Food Service und Lebensmittelhersteller.

Mit hohem technologischen Know-how schaffen wir europaweit maßgeschneiderte Lösungen, die optimal auf die Anforderungen unserer Kunden abgestimmt sind. Seien es Produktlösungen für die perfekte Verwendung in der Profiküche oder als kundenindividuelle Komplettleistung im Industrie- oder Co-Manufacturing-Bereich.

Für den Einzelhandel führen wir im Frischesortiment unsere Traditionsmarke Leckermäulchen. Daher wissen wir, wie wichtig es ist, gerade bei Milchprodukten jeden Tag höchste Qualität zu liefern.
Um dies zu garantieren, erfolgen in allen Werken und für alle Bereiche regelmäßige strenge Auditkontrollen nach den relevanten Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards. So ist auch eine Zertifizierung nach IFS für uns selbstverständlich, für viele Bereiche bieten wir zusätzlich Koscher- und Halal-Qualitäten an.

Auch jeder unserer über 1.200 Milcherzeuger ist einer nachhaltigen Produktion verpflichtet und zertifiziert nach dem Qualitätsmangementsystem QM-Milch. So sichern wir professionell höchste Produktqualität von der Erzeugung bis zur Verwendung und dokumentieren dies in einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept. Für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft.

Ergänzt wird das Angebot der frischli Milchwerke um das Frische-Sortiment der Sahnemolkerei Wiesehoff. Seit April 2017 kooperieren beide Unternehmen eng miteinander und die Vermarktung der Wiesehoff-Produkte findet über frischli statt. Um den langfristigen Charakter der Kooperation zu unterstreichen, haben die frischli Milchwerke eine Minderheitsbeteiligung erworben.
Mit seinem besonderen Schwerpunkt im Bereich Frische Molkereiprodukte für den Foodservice entsteht so eine noch größere Angebotskompetenz für den Ausser-Haus-Markt und auch für den Einzelhandelsbereich. Mehr über die Sahnemolkerei Wiesehoff und ihr umfassendes Produktsortiment erfahren Sie hier: www.wiesehoff.com

Quelle: frschli Milchwerke GmbH

Von Deutschland ins Ausland und zurück – Karriere bei einem Global Player der Agrartechnik

Im nächsten Live-Talk am Donnerstag den 20. August 2020 von 19:00 – 20:00 Uhr sprechen wir mit Herrn Hendrik Schulze-Düllo Senior Manager Market Research bei CLAAS. Er berichtet über das Thema “Von Deutschland ins Ausland und zurück – Karriere bei einem Global Player der Agrartechnik”.

Für die Veranstaltung wird das Tool „GoToMeeting“ genutzt.

Anmeldung erfolgt über young-professionals@vdl.de

Über Claas

Das Unternehmen mit Hauptsitz im westfälischen Harsewinkel ist europäischer Marktführer bei Mähdreschern. Die Weltmarktführerschaft besitzt CLAAS mit einer weiteren großen Produktgruppe, den selbstfahrenden Feldhäckslern. Auf Spitzenplätzen in weltweiter Agrartechnik liegt CLAAS auch mit Traktoren sowie mit landwirtschaftlichen Pressen und Grünland-Erntemaschinen. Zur Produktpalette gehört ebenfalls modernste landwirtschaftliche Informationstechnologie. CLAAS beschäftigt über 11.400 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. (Quelle: Claas)

Niedersachsen: Mit Corona leben lernen

Gut zwei Monate nach Beginn des Lock-Down können wir einen ersten Ausblick auf die kommenden Monate wagen – der fällt allerdings noch recht vorsichtig aus. Das Virus ist ja nicht verschwunden, und je mehr wir lernen über seine Funktions- und Aktionsmuster, desto deutlicher wird, dass wir uns auf eine neue Normalität mit veränderten Aktionsmöglichkeiten und -grenzen einstellen müssen. Unser gewohntes Leben “vor Corona” werden wir nicht zurückbekommen, aber wir gewinnen auch einen neuen Blick auf Möglichkeiten, die wir bisher nicht in der Wahrnehmung hatten – Stichwort Digitalisierung. Diese wollen wir uns jetzt erschließen, und das wird auch Auswirkungen auf unser Verbandsleben haben.

Zwei Themen beschäftigen uns aktuell vor allem: wie wir auf Distanz Kontakt zu unseren Mitgliedern und das VDL-Netzwerk in Funktion halten können, und wie wir unsere Mitgliederversammlung über die Bühne bringen.

Landesmitgliederversammlung

Wäre es ein ganz normales Jahr, hätten wir mit der Mitgliederversammlung kein großes Problem. Wir hatten ja auch schon ein attraktives Programm, welches dann erst einmal dem Lock-Down zum Opfer fiel. Aber wir müssen einen neuen Vorstand wählen und anlässlich des Endes der Übergangsphase nach der gelungenen Fusion im Jahr 2016 stehen einige Satzungsänderungen an. Mit den Ergebnissen der Mitgliederversammlung müssen wir anschließend zur Eintragung zum Vereinsregister, und dort nehmen sie es ja immer ganz genau mit den Formalitäten.

Zwar hat der Bundestag den rechtlichen Rahmen für eine ganze Reihe Corona-bedingter Ausnahmesituationen geschaffen, so auch für die nicht nur bei uns zu absolvierenden Mitgliederversammlungen. So könnten wir die Vorteile einer Online-Mitgliederversammlung mit den Möglichkeiten einer schriftlichen Beschlussfassung durch die Mitglieder kombinieren. Damit könnten wir alle Mitglieder beteiligen, auch wenn sie keinen Zugang zum Internet haben. Aber die verfahrenstechnischen Anforderungen bereiten uns noch einiges Kopfzerbrechen. Dazu informieren wir aber noch vor Beginn der niedersächsischen Sommerferien.

Veranstaltungen des VDL-LV Niedersachsen

Was tun mit den geplanten Veranstaltungen? Klar ist, dass wir alle in diesem Jahr geplanten ganz- bzw. mehrtägigen Exkursionen ins nächste Jahr verschieben. Das betrifft:

  • die Finnland-Reise,
  • die Exkursion zu den DLG-Feldtagen, die ja ebenfalls auf das nächste Jahr verschoben sind,
  • die zweitägige Exkursion in die Vulkaneifel und
  • die Exkursion zu zwei Ökobetrieben in der Lüneburger Heide.

Aber das soll nicht bedeuten, dass wir uns dieses Jahr gar nicht mehr treffen. Im September wollen wir einen ersten Versuch starten, auf dem landwirtschaftlichen Betrieb eines VDL-Mitglieds unsere bewährten Veranstaltungsformate Corona-tauglich zu gestalten. Thematisch geht es darum, wie man mit Strategien der Diversifizierung eine bäuerliche Landwirtschaft erhalten kann. Für den geselligen Rahmen unter Einhaltung der Abstandsregeln ist mit frischem Obst und leckerem Käse aus eigener Herstellung gesorgt. Mehr dazu erfahren Sie im Juli an dieser Stelle, dann wissen wir, mit wie vielen Menschen wir uns zu einem solchen Anlass zusammenfinden dürfen.

Wenn das Wetter mitspielt, ist ein Biergarten der beste Ort für den nächsten Stammtisch (Foto: Pixabay)

Die Agrarier-Stammtische fallen momentan nicht nur den räumlichen Restriktionen zum Opfer. Vor allem ist die Teilnehmerschaft an einem Stammtisch definitionsgemäß eher keine auf maximal zwei Haushalte zu konfigurierender Menge von Personen und damit zumindest bis zum 29. Juni nicht gesetzeskonform. Vielleicht fällt diese Restriktion aber nach dem 29. Juni, dann können wir das für den August-Termin neu bewerten.

Anspruchsvoll ist auch die Verbindung aus festem Termin (2. Dienstag in jedem geraden Monat) und einem Corona-aversen Ambiente, zum Beispiel durch Verlegung in einen Biergarten, der genug Platz bietet. Aber dazu müssten wir möglicherweise den festen Termin aufgeben, um uns flexibel auf das erwartbare Wetter einstellen zu können. Die Einladung zu einem solchen Freiluft-Stammtisch würde dann recht kurzfristig erfolgen. Immerhin ist das eine Option, die wir mal diskutieren könnten – schreiben Sie uns dazu gerne eine Mail oder nutzen Sie die Kommentarfunktion auf dieser Website.

Alternativ können wir eine Idee aus Kreisen der Studierendengruppe in Göttingen aufgreifen und mal ausprobieren, wie ein Online-Stammtisch funktioniert. Wir würden das gerne mit einer Handvoll Freiwilliger testen, dazu freuen wir uns auf Ihre Rückmeldung per Mail oder per Kommentarfunktion.

Wir haben die ersten Monate durchgehalten, die nächsten schaffen wir auch noch! Einstweilen freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen – egal wann das sein wird. Bis dahin bleiben Sie gesund und guten Mutes!

Gustav Wehner, Ruth Franken

Der neue VDL-Jahresbericht ist da!

Welche Arbeit leistet der VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. auf Landes- und Bundesebene? Welche Veranstaltungen und Aktivitäten haben im vergangenen Jahr stattgefunden?

Im neuen VDL-Jahresbericht 2019 erhalten Sie Einblicke in die vielfältige Arbeit unseres Berufsverbandes. Nutzen Sie die Chance uns näher kennenzulernen! Klicken Sie hier.

 

Themenschwerpunkte 2019

  • „ Bundeszentrale Informations- und Lehrveranstaltungen
  • „ 100 Jahre VDL-Bundesverband e. V.
  • „ VDL-Jahrestagung mit Bundesmitgliederversammlung in Berlin
  • „ Fachexkursionen zur Jahrestagung
  • „ VDL-Fahrt zur Internationalen Grünen Woche nach Berlin
  • „ VDL-Studienreise nach Argentinien und Uruguay
  • Agrarpolitisches Berlin-Seminar und VDL-Fachforum
  • „ Parlamentarischer Abend
  • „ Agritechnica-Messerundgang: Hochschule trifft Praxis
  • Landwirtschaftsdialog im Kanzleramt und Bündnis für ökonomische Bildung

Den Mitgliedern des VDL ist der Jahresbericht bereits postalisch zugestellt worden. Falls Sie keinen Jahresbericht erhalten haben wenden Sie sich gerne an info@vdl.de

 

 

Informationen zur aktuellen Lage im VDL-LV Niedersachsen

Auch in Niedersachsen hat die Corona-Krise zur Folge, dass wir selbst die nächste Zukunft nicht planen können. Auch wir sind gezwungen, alle Veranstaltungen zunächst bis in den Juni hinein abzusagen bzw. zu verschieben. Das bedeutet im Einzelnen:

  • Die Jahrestagung mit Mitgliederversammlung in Osnabrück kann nicht stattfinden. Das geplante Programm mit der Hochschule Osnabrück werden wir nachholen, aber wohl erst im nächsten Jahr.
  • Die Mitgliederversammlung selbst wollen wir noch in diesem Jahr durchführen, weil wir aufgrund der anstehenden Vorstandswahl und der Satzungsüberarbeitung eine Eintragung ins Vereinsregister brauchen. Die gibt es aber nur bei formal korrekten Abläufen. Dazu halten wir die Mitglieder zeitnah auf dem Laufenden.
  • Der aktuelle Vorstand bleibt im Amt, bis die Briefwahl durchgeführt ist und die Mitgliederversammlung stattfinden kann.
  • Verschoben wird auch die am 4. Mai vorgesehene Vorstandswahl und Mitgliederversammlung der Studierendengruppe in Göttingen.
  • Die am 27. Mai in Göttingen vorgesehene Veranstaltung „Unternehmen stellen sich vor“ wird auf das Wintersemester verschoben.
  • Die am 15. Mai geplante Exkursion zum Klostergut Wöltingerode werden wir verschieben.
  • Für die Finnland-Reise unternehmen wir im kommenden Jahr einen zweiten Anlauf – das Programm ist einfach zu gut, um ganz abgesagt zu werden.
  • Am 17. Juni steht bislang eine Exkursion zu den DLG-Feldtagen auf dem Programm. Bisher geht die DLG davon aus, dass die Feldtage stattfinden. Wir werden nach Ostern entscheiden, ob wir das Wagnis eingehen,
  • Der Agrarier-Stammtisch am 14. April muss ausfallen, ob wir am 9. Juni zusammenkommen können, werden wir kurzfristig entscheiden.

 

Auch wenn es uns schwerfällt, die Ungewissheit und die mit den Einschränkungen verbundenen Erschwernisse hinzunehmen – da müssen wir jetzt einfach durch. Wir wünschen unseren Mitgliedern und allen VDLern die nötige Geduld und Zuversicht, dass wir das schaffen werden. Einstweilen freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen – egal wann das sein wird. Bis dahin bleiben Sie gesund und guten Mutes!

ABSAGE – VDL-Studienreise nach Finnland vom 31. Mai bis 7. Juni 2020

25 Jahre EU-Mitgliedschaft Finnlands – können wir von Finnlands Landwirtschaft lernen?

Studienfahrt nach Finnland mit Landwirtschaft und Kultur (31. Mai bis 7. Juni 2020)

1995 ist Finnland in die Europäische Union eingetreten. Man hat sich davon positive Auswirkungen auf die finnische Wirtschaft versprochen und dafür potenziell negative Effekte für die finnische Landwirtschaft in Kauf genommen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse spielt die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft nur eine untergeordnete Rolle; der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche lag 2013 bei 7,4 %. Seit dem Beitritt hat die finnische Landwirtschaft einen gravierenden Strukturwandel erlebt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe wird auf 47.000 geschätzt, bis 2025 sollen es nur noch 37.000 sein. Heute stellt sich die Frage, wie sich die finnische Landwirtschaft im EU-Wettbewerb behauptet, mit welchen Strategien die Agrarbranche den Chancen und Risiken der gemeinsamen Agrarpolitik begegnet und wie sich der Sektor seit dem Beitritt entwickelt hat.

Nicht alle landwirtschaftlichen Kulturen können unter den naturräumlichen und klimatischen Bedingungen des Landes angebaut werden. Die mit bis zu 19 Stunden Tageslicht sehr langen Sommertage können die insgesamt kurze Vegetationsperiode von 120 bis 150 Tagen nur teilweise kompensieren. Die Produktionskosten sind vergleichsweise hoch, ohne dass Spitzenerträge zu realisieren sind. Die Lage bringt aber auch Vorteile mit sich, so ist der Krankheitsdruck aufgrund der harten Winter gering und der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln entsprechend niedrig. Die fruchtbarsten Gebiete liegen im Süden und Südwesten Finnlands, wo vor allem Getreide angebaut wird. Wirtschaftlich bedeutend sind Milcherzeugung und Schweinehaltung auf überwiegend einheimischer Futterbasis.

Foto: Pixabay

Finnische Lebensmittel genießen bei der einheimischen Bevölkerung eine hohe Wertschätzung, obwohl sie aufgrund höherer Produktionskosten teurer sind als EU-Importe. Mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 2,3 Mio. ha kann ein sehr hoher Selbstversorgungsgrad von ca. 80 % erreicht werden. Einen hohen Stellenwert hat die finnische Qualitätsstrategie und man ist dort stolz auf die im internationalen Vergleich strengen Tierhaltungsvorschriften und den geringen Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln und Antibiotika.

Die hohe Eigenversorgung mit Lebensmitteln ist politisch gewollt und wird auch finanziell gefördert. Die Bevölkerung trägt diese Strategie mit, indem sie finnische Lebensmittel gegenüber Importen präferiert.

Die Studienfahrt, die von den VDL Landesverbänden Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und dem VDL-Bundesverband in Zusammenarbeit mit LandLust Reisen vorbereitet wurde, bietet den Teilnehmern am Beispiel Südfinnlands einen Einblick in die Strukturen der finnischen Landwirtschaft. Dazu werden landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlichen Produktionsschwerpunkten besichtigt, auch die Forstwirtschaft wird thematisiert. Außerdem stehen Gespräche mit Vertreter*innen von Institutionen der Beratung und Agrarverwaltung sowie berufsständischen Verbänden auf dem Programm.

Autor: Ruth Franken

VDL-Jahrestagung mit Bundesmitgliederversammlung 2020 in Kiel

Die VDL-Jahrestagung mit der Bundesmitgliederversammlung findet vom 7. bis 9. Mai 2020 in Kiel statt. Der VDL Bundesverband e.V. und der gastgebende VDL-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.i.L. laden alle Mitglieder und Freunde des VDL und BHGL dazu ein.

Während die Akzeptanz einer modernen Landwirtschaft abnimmt, steigen gleichzeitig die Ansprüche der Verbraucher sowohl an die Produkte als auch an die Prozesse der Herstellung und der Landnutzung.

Für Studierende und Junggebliebene gibt es bereits am 6. Mai 2020 ein Warm Up mit Brauereibesichtigung und Bauernball.

Die Bundesmitgliederversammlung 2020 und die Gremiensitzungen finden am Donnerstag, den 7. Mai 2020 statt und wir freuen uns über Ihre Teilnahme.

Unter dem Titel: „Antworten der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Verbraucherwünsche 2020“ zeigen wir am 8. Mai 2020 bei zwei Touren rund um die Landeshauptstadt Kiel, wie diese Herausforderungen angenommen wurden und welche Chancen sich daraus für die Zukunft ergeben.

Beide Touren besuchen jeweils ein Versuchsgut, einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Direktvermarktung und ein Unternehmen im nachgelagerten landwirtschaftsnahen Bereich.

Die Touren sind hinsichtlich der Fahrtstrecken gleich lang. Außerdem haben wir darauf geachtet, möglichst wenig Zeit im Bus zu verbringen.

Foto: Ziegenhof Mevs

Tour Nord führt durch die Agrar- und Urlaubsregion Dänischer Wohld.

Erste Station ist der (Ziegen-)Hof Mevs, ein spezialisierter Ziegenbetrieb der biologisch wirtschaftet. Er ist Teil der betriebsübergreifenden Solidarischen Landwirtschaft Schinkeler Höfe und versorgt die Mitglieder der Wirtschaftsgemeinschaft mit Kartoffeln, Eiern und Ziegenprodukten und liefert Getreide an die Kornkraft-Bäckerei.

Nächster Stopp ist der Lindhof, einer von drei Versuchsbetrieben der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Bewirtschaftet nach den Richtlinien des ökologischen Landbaus muss der Hof, wie jeder andere Hof auch, wirtschaftlich produzieren. Im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Ökologischer Landbau und extensive Landnutzungssysteme werden in interdisziplinären Forschungsprojekten ökologisch bzw. konventionell wirtschaftende landwirtschaftliche Betriebe in Bezug auf verschiedene Kenngrößen vergleichend analysiert. Nicht zuletzt werden Schülern die Zusammenhänge der Natur und deren Nutzung durch die landwirtschaftliche Produktion begreifbar gemacht.

Letzter Stopp vor Kiel ist das Unternehmen Förde Garnelen im kleinen Küstenort Strande an der Kieler Förde. Hier werden marine Garnelen der Art „White Tiger“ produziert. In Meerwasser direkt aus der Ostsee, das mit Abwärme auf tropische 28°C geheizt wird, erreichen sie innerhalb eines halben Jahres ihr Marktgewicht von ca. 30g. Eine neuartige Technologie zirkuliert das Meerwasser, um es kontinuierlich zu reinigen. Die herausgefilterten Ausscheidungen der Garnelen werden einer Bioenergieanlage zugeführt, die daraus Wärme und Strom erzeugt. Dieser Stoff- und Energiekreislauf ermöglicht eine umweltfreundliche und nachhaltige Produktion. In einem künstlichen Mangrovensystem wird man den Anforderungen an Tierwohl und sichere Herkunft, frei von Medikamenten, gerecht.

Foto: Förde Garnelen

Tour Süd führt entlang der Agrar- und Urlaubsregionen Probstei und Holsteinische Schweiz.

Erste Station ist das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp.

Das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp ist die Einrichtung für Tierproduktion und landwirtschaftliches Bauen innerhalb der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Durch die Ausstattung mit einer umfangreichen, zukunftsorientierten Rinder- und Schweinehaltung sowie der Unterhaltung einer Bau- und Energieausstellung, können die zahlreichen Aufgaben in der landwirtschaftlichen Bildung, im Versuchswesen, in der Beratung und in der Öffentlichkeitsarbeit erfüllt werden. Die Landwirtschaftskammer hat in Futterkamp ein umfangreiches Versuchswesen für die Rinderhaltung. Aus der engen Verknüpfung des Versuchswesens, der Tierhaltung vor Ort sowie der Auswertungen und Erfahrungen aus der Beratung resultiert ein fundiertes praxisorientiertes Beratungsangebot. Eine besondere Bedeutung hat ebenfalls das Thema artgerechte Schweinehaltung und das damit verbundene Tierwohl.

Nächster Stopp ist Riecken’s Landmilch. Über vier Generationen hat sich der ursprüngliche Eichhof in den heutigen modernen und Bio-zertifizierten Milchviehbetrieb entwickelt. Moderne Landwirtschaft auf Basis traditioneller Werte – wirtschaftlich, aber nicht auf Kosten von Tier und Umwelt, so beschreibt Familie Riecken ihr Unternehmen. Milchproduktion, eine eigene Meierei, Direktvermarktung sind Standbeine. Das Mission-Statement ist: „Bei unseren Kühen denken wir ebenfalls langfristig: Gesundheit und Wohlbefinden sind uns wichtiger, als kurzfristige Leistungsoptimierung um jeden Preis. Und was für unser Land und unsere Tiere gilt, gilt natürlich auch für alle anderen Bereiche unserer Arbeit: Wir gestalten unsere Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsprozesse so nachhaltig wie möglich – von kurzen Transportwegen über die saubere Energieerzeugung aus nachwachsenden Rohstoffen bis zu unseren Mehrwegbehältern für Milch und Joghurt.“

Letzter Stopp vor Kiel ist die e-nema GmbH. Die Idee, insektenpathogene Nematoden (Fadenwürmer) als biologische Gegenspieler im Pflanzenschutz zu nutzen, war Ausgangspunkt dieses Unternehmens. Unter Leitung von Dr. Ralf-Udo Ehlers gelang 1989 einer Arbeitsgruppe der Universität Kiel die Kultivierung dieser Nematoden im Bioreaktor. Die Arbeit des jungen Unternehmens begann auf engem Raum mit zwei kleinen Bioreaktoren im Labormaßstab und einem größeren Bioreaktor mit einem Volumen von 500 Litern. Heute, die e-nema GmbH ist inzwischen ein erfolgreiches mittelständisches Unternehmen, stehen in den Laboren und Produktionsräumen eine Vielzahl unterschiedlich großer Bioreaktoren mit Kapazitäten bis zu 60.000 Liter. Durch weltweite Kooperationen mit zahlreichen wissenschaftlichen Instituten und Universitäten wie auch forschenden Unternehmen hat die e-nema GmbH heute ihren festen Platz in der modernen Biotechnologie.

Foto: Riecken´s Landmilch

Nach einer kurzen Erfrischungspause in den jeweiligen Hotels treffen wir uns in der Kieler Institution OBLOMOW. Die ursprüngliche Studentenkneipe hat sich in ein mediterran geprägtes Restaurant für Studenten und Familien in Kiel gewandelt. Gemeinsam wollen wir den ereignisreichen Tag bei bestem Essen und guten Gesprächen ausklingen lassen.

Am Tag darauf, den 9. Mai 2020, wollen wir die Stadt Kiel erkunden und auf einer Fachexkursion viel Wissenswertes über deren Entwicklung vom reinen Marinestützpunkt zu einer moderner Landeshauptstadt erfahren. Zu Wasser und zu Land erkunden wir hierzu markante Punkte, die uns die industrielle Bedeutung von Werft, Ostseehafen und Fischereiwirtschaft sowie Kiel als bedeutenden Universitätsstandort für Lehre und Forschung vor Augen führen.

Für die Studierenden startet das Programm bereits am Mittwochabend, den 6. Mai 2020, mit einer Brauereibesichtigung und Bierverkostung in der Lille Brauerei. Im Anschluss gibt es zudem die Möglichkeit am traditionellen VDL-Bauernball des VDL-Landesverband Schleswig-Holstein in Max Nachttheater teilzunehmen.

Wir freuen uns sehr darauf, mit Ihnen gemeinsam eine anregende Jahrestagung 2020 in Kiel zu erleben.

Die Buchungs-/Stornierungsbedingungen finden Sie hier.

Weitere Informationen:

Übernachtungsmöglichkeiten 

VDL-Bundesverband e.V. und VDL-Landesverband Schleswig-Holstein e.V. i.L.

 

WICHTIG: Bei Veranstaltungen des VDL, welche der beruflichen Fortbildung dienen, zählen Ihre Aufwendungen für Teilnahmegebühr, Fahrten, Verpflegung und Übernachtungen zu den Werbungskosten und somit in Ihrer Steuererklärung absetzbar.

 

 

 

Programm

Donnerstag, 7.Mai 2020

Wissenschaftszentrum, Frauenhofer Str. 13, 24118 Kiel

11.30 – 13.30 Uhr VDL-Gremiensitzungen (nur für VDL-Mitglieder, kostenfrei):

  • Geschäftsführerkonferenz (nur für die Geschäftsführung der VDL-Landesverbände)
  • Sitzung Bundessparte Öffentlicher Dienst
  • Sitzung Bundessparte Studierende
  • Sitzung Bundessparte Senioren
  • Sitzung Bundessparte Young Professionals
14.30 – 17.30 Uhr VDL-Bundesmitgliederversammlung / VDL-Präsidiumssitzung (nur für VDL-Mitglieder, kostenfrei)
ab 19.00 Uhr Begrüßungsabend in der Eventlocation Treibgut

 

Freitag, 8.Mai 2020

Exkursionstag: “Antworten der Agrar- und Ernährungswirtschaft auf Verbraucherwünsche 2020”

ab 9.15 Uhr Abfahrt B&B Hotel Kiel City (9.30 Uhr Abfahrt B&B Hotel Kiel Wissenschaftspark)

Exkursion Nord

  • Schinkeler Höfe – Hof Mevs
  • CAU Versuchsgut Lindhof
  • Förde Krabben

Exkursion Süd

  • Lehr- und Versuchsanstalt LVZ Futterkamp
  • Riecken´s Landmilch
  • e-nema Gesellschaft für Biotechnologie
ab 19.00 Uhr Begegnungsabend im Restaurant Oblomow

 

 

Samstag, 9.Mai 2020

 

9.00 – 14.00 Uhr Fachexkursion Kiel

Übernachtungsmöglichkeiten

Nur für Studierende!

Buchung über VDL

Jugendherberge Kiel,
Johannesstr. 1, 24143 Kiel

Preise pro Person/Nacht inkl. Bettwäsche, Handtuch, Frühstück

EZ     06.-09.05.20          35,50 €

DZ     06.-09.05.20         32,50 €

MBZ  06.-09.05.20         25,00 €

B&B-Hotel Kiel City
Kaistraße 70, 24114 Kiel
https://www.hotelbb.de
Preise pro Zimmer/Nacht ohne  Frühstück
(Frühstück 8,50 € p.P./Nacht)EZ     07.-09.05.20     67,00 € FZ*    07.-09.05.20     97,00 €*Familienzimmer (max. drei Erwachsene)
B&B-Hotel Kiel Wissenschaftspark
Fraunhoferstraße 3, 24118 Kiel
https://www.hotelbb.de
Preise pro Zimmer/Nacht ohne  Frühstück
(Frühstück 8,50 € p.P./Nacht)EZ     07.-09.05.20     67,00 €DZ     07.-09.05.20     77,00 €
Buchung und Zahlung über den VDL-Bundesverband e.V.

Das Kontingent steht bis 28.03.2020 zur Verfügung. Stornierungen sind bis zu diesem Datum kostenfrei.

Die Zimmer sind als Abrufkontingent bis 08.04.2020 reserviert. Stornierungen sind bis 19 Uhr am Anreisetag kostenfrei.

Stichwort „VDL2020“

Die Zimmer sind als Abrufkontingent bis 08.04.2020 reserviert. Stornierungen sind bis 19 Uhr am Anreisetag kostenfrei.

Stichwort „VDL2020“

 

Das Exkursionsprogramm mit freundlicher Unterstützung

 

 

VDL-Landesverband Niedersachsen auf der Grünen Woche

Seit 1969 richtet die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft den nieder­sächsischen Messeauftritt auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin aus. Auch in diesem Jahr wurde in Halle 20 wieder ein vielseitiges Programm mit Brauchtum zum Anfassen, köstlichen Spezialitäten von niedersächsischen Unternehmen und Einblicken in die schönsten Gegenden unseres Bundeslandes geboten. Natürlich waren wir wieder mit dabei, befassten uns mit den Zukunftsperspektiven unserer Land- und Ernährungswirtschaft, nutzten den Niedersachsen-Abend ausgiebig zum Netzwerken und verschafften uns auf der Messe einen kompakten Überblick über die neuesten Trends.

Zukunft der Landwirtschaft erfordert Mut zur Veränderung

Hat uns was zu sagen: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (Foto: Jens Ditter)

Vor dem abendlichen Netzwerk-Vergnügen stand die Beschäftigung mit einem ernsten Thema an. Die von der Marketinggesellschaft organisierte Zukunftswerkstatt widmete sich mit einem Expertenpodium von Rang und Namen dem “Agri-Food-Sektor im Transformationsprozess” und diskutierte die Frage, wie die Landwirtschaft die Treiber der Zukunft nutzen kann.

„Wie sollen wir uns konkret anpassen, und woran?“, fragte Ulrich Löhr, Vorstandsvorsitzender der Marketinggesellschaft, und bemängelte, dass die Bundesregierung ja „nur auf Sicht fahre“. Dabei werde in der gesellschaftlichen Diskussion außer Acht gelassen, dass die Landwirtschaft nicht nur CO2 produziere, sondern gleichzeitig zu den großen CO2-Senkern gehöre; außerdem leiste sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Qualität der Ernährung. Die Experten auf dem Podium vertraten teilweise recht kontroverse Positionen und präsentierten ein breites Spektrum von Einschätzungen. Kompetenzen und Ressourcen für zukunftsfähige Lösungsansätze seien gegeben, sie erforderten aber auch den Mut zur Veränderung, zu unkonventionellen Lösungsansätzen und die Bereitschaft, “für etwas zu sein”. Dann sei die Basis für die eigene Gestaltung der Zukunft gegeben. Mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Ministerpräsident Stefan Weil, der das Schlusswort sprach, war auch die niedersächsische Politik prominent vertreten, und nicht in allen Fragen herrscht Einigkeit mit der Bundespolitik.

Netzwerken auf höchstem Niveau

Höhepunkt des niedersächsischen Messeauftritts in Berlin ist der Niedersachsen-Abend – ein Branchentreff, bei dem kein Niedersachse fehlen sollte. Sehen und gesehen werden, wirklich jede/r, der oder die in der Branche etwas zu sagen oder zu tun hat, ist hier dabei. Entsprechend voll und laut war es auch in diesem Jahr wieder, 3.000 Gäste füllten die Halle 20, hatten sich eine Menge zu sagen, feierten abgeschlossene Projekte und hoben neue aus der Taufe. Dazu gab es reichlich Gutes aus Niedersachsen in fester und noch mehr in flüssiger Form und Stimmung von der Bühne, was bei der gebotenen Hallenakustik allerdings eher zu einem Wettbewerb in Dezibel mutierte. Seit einigen Jahren folgen auch die niedersächsischen VDLer dem Ruf nach Berlin und laden sich dazu auch gleich noch Gäste aus den benachbarten Landesverbänden ein. Auch in diesem Jahr war der VDL wieder gut vertreten.

Du entscheidest

Nach einer kurzen Nacht zogen die Teilnehmer*innen noch einmal zur Grünen Woche, um sich ein wenig umzusehen und dann einen gemeinsamen Rundgang in der Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu erleben. Hier wurde uns die besondere Ehre zuteil, von Cornelia Berns persönlich alles über das Hallenkonzept zu erfahren. Als neue Leiterin der Unterabteilung „Bodenmarkt, Export, Absatzförderung“ im BMEL ist sie unter anderem zuständig für das Messereferat, wo das Ausstellungskonzept ausgearbeitet wurde.

Unter dem Motto “Du entscheidest” stellte das BMEL in diesem Jahr den Verbraucher und seine Einflussmöglichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt seiner Messe-Präsenz in Halle 23a. In das Ausstellungskonzept waren zahlreiche Institutionen im Geschäftsbereich des BMEL mit einem breiten Spektrum von Themen eingebunden. So war das Bundessortenamt in Hannover vor Ort, um den Messebesuchern die Feinheiten bei der Beurteilung unterschiedlicher Kartoffelsorten nahezubringen. Dazu konnte man die verschiedenen Sorten auch verkosten. Herkunfts- und Qualitätskennzeichnung und das Unterbinden krimineller Machenschaften waren ein weiteres zentrales Thema in mehreren Ausstellungsbereichen. Das Max-Rubner-Institut informierte über marine Speisefische und zeigte, wie sich herausfinden lässt, ob im Restaurant wirklich der teure Qualitätsfisch auf den Tisch kommt oder nur ein “Plagiat” unter der Panade versteckt wurde.

Kartoffelvielfalt – ansprechend präsentiert vom Bundessortenamt (Foto: Horst Ringe)

Vom Einkauf in einem virtuellen Supermarkt bis hin zur Zubereitung und Verwertung von Nahrungsmitteln wurde aufgezeigt, wie der Verbraucher mit seinen eigenen Entscheidungen Einfluss entlang der Stufen im Nahrungsmittelbereich nimmt. Inwieweit sich über die Zahlungsbereitschaft auch Veränderungen bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln, vor allem in der Landwirtschaft, auf den Weg bringen lassen, ließ sich auf einem virtuellen Landwirtschaftsbetrieb ausprobieren. Hier konnte der Messebesucher verschiedene Vorgaben zum Tierwohl auswählen und nachvollziehen, welchen Einfluss seine Vorgaben auf die Produktionskosten und den daraus resultierenden Verbraucherpreis haben.

Ob Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder zertifiziertes Palmöl, Ideen für den Insektenschutz im eigenen Garten, Rezepte für die Verwertung von Nahrungsmittelresten oder Alltagsprodukte aus Biokunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen – über all das und noch viel mehr konnte man sich in dieser wirklich vielseitigen Halle informieren. Dabei wurde gleichzeitig deutlich, wie das BMEL mit seinen Forschungseinrichtungen durch politisches Handeln und Forschung den Rahmen für bewusste Verbraucherentscheidungen schafft.

Dass der VDL “nicht der Kegelclub” ist und die Teilnehmer*innen kompetent und kritisch nachfragen würden, war Cornelia Berns natürlich klar, schließlich ist sie auch langjähriges Vorstandsmitglied im VDL Landesverband Ost. So waren wir bei ihr nicht nur im doppelten Sinne bestens aufgehoben, sondern wurden nach der Führung auch noch zu einer echten Berliner Currywurst eingeladen. Dabei ergab sich die Gelegenheit, die Eindrücke aus dem Hallenrundgang im Gespräch zu vertiefen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Cornelia Berns und kommen nächstes Jahr gerne wieder zur Grünen Woche nach Berlin.

Torsten Hansen, Ruth Franken

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