Dr. Annette Pfordt erhält Förderpreis des Deutschen Maiskomitees

Dr. Annette Pfordt wurde für ihre Dissertation “Occurrence and significance of Fusarium and Trichoderma ear rot in maize” der DMK-Förderpreis für Nachwuchswissenschaftler 2020 verliehen. Mit dem Preis, welcher jährlich vom deutschen Maiskomitee vergeben wird, werden herausragende wissenschaftliche Arbeiten mit besonderer Praxisrelevanz für den Maisanbau ausgezeichnet. Die von Dr. Annette Pfordt unter der Betreuung von Prof. Dr. Andreas von Tiedemann verfasste Arbeit wurde vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung in Kooperation mit der Gemeinschaft für Pflanzeninnovation (GFPi) gefördert.

Ziel des Promotionsprojektes war es, die in Deutschland vorkommenden Fusarium- und Trichoderma-Arten an Maiskolben und Stängel zu erfassen, ihre phytopathologische Bedeutung und Befallsbedingungen zu ermitteln, um die möglichen Auswirkungen auf die Mykotoxinbelastung des Ernteguts abschätzen zu können. Das Projekt soll damit einen wesentlichen Beitrag leisten, das Befalls- und Mykotoxinrisiko im intensiven Maisanbau durch züchterischen Fortschritt zu senken.

Im Rahmen eines deutschlandweiten Monitorings ist es Annette Pfordt gelungen, zwischen 13 pathogenen Fusarium-Arten an Maiskolben und Stängel zu unterscheiden, wobei die Häufigkeit des Auftretens der einzelnen Arten hauptsächlich aufgrund der jahresbedingten Witterung variiert. Eine wichtige Erkenntnis war dabei, dass besonders die neue Art Fusarium temperatum vermehrt in Deutschland auftrat, wodurch in Zukunft mit einem höheren toxikologischen Risiko für die menschliche Ernährung sowie die Tierfütterung zu rechnen ist.

Ein weiteres wesentliches Ergebnis war die erstmalige Beschreibung einer neuartigen Kolbenkrankheit an Mais in Europa, die von der Art Trichoderma afroharzianum verursacht wird. Sie führt zu einer massiven Produktion von graugrünen Konidien auf den Körnern, wobei das Trockenmassegewicht des Kolbens erheblich reduziert wird. Im Rahmen eines mehrjährigen Postdoc-Projekts in der Abteilung Pflanzenpathologie und Pflanzenschutz der Universität Göttingen kann Frau Dr. Pfordt jetzt diese mit fortschreitendem Klimawandel nach Norden vorrückenden Erreger genauer erforschen.

Beim VDL Niedersachsen ist Frau Dr. Pfordt als eine der drei Vorsitzenden ehrenamtlich engagiert und verfolgt hier gleich zwei Zielsetzungen: Sie unterstützt im VDL-Netzwerk Studierende bei der beruflichen Orientierung und kann gleichzeitig wissenschaftlichen Nachwuchs für ihr spannendes Forschungsgebiet gewinnen. Wir gratulieren Frau Dr. Pfordt zu ihrem wissenschaftlichen Erfolg, wünschen ihr viel Erfolg in der Forschung und freuen uns gleichzeitig auch die Zusammenarbeit in den nächsten Jahren.

VDL-Landesverband Niedersachsen e.V.

Zukunftsperspektiven der Landwirtschaft – Hintergrundgespräch mit niedersächsischer Agrarministerin

Veränderungsdruck auf die Landwirtschaft ist schon seit Jahren gegeben und nimmt mit fortschreitendem Klimawandel, aber auch aufgrund gesellschaftlicher Forderungen immer mehr zu. Gerade in Niedersachsen – auch als “Agrarland Nr. 1” bekannt – sehen die zum Teil sehr intensiv wirtschaftenden Landwirte mit Sorge in die Zukunft. Dünge-Verordnung, “Borchert-Plan”, Insektenschutz und gravierende Einschränkungen beim chemischen Pflanzenschutz sind nur einige der brennenden Themen.

Die niedersächsische CDU-Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast hat in parteiübergreifender Zusammenarbeit mit dem Umweltminister Olaf Lies (SPD) sowie der Landwirtschaftskammer, dem Landvolk Niedersachsen, dem NABU Niedersachsen und dem BUND Niedersachsen den “Niedersächsischen Weg” ins Leben gerufen. Mit dieser Initiative und weiteren politischen Instrumenten sollen die Probleme in einer gemeinsamen Anstrengung angegangen werden. Dazu organisierten die Agrarjournalisten vom VDAJ Niedersachsen/Sachsen-Anhalt am 24. Juni 2021 ein Hintergrundgespräch mit Barbara Otte-Kinast, zu dem wir als VDL-Mitglieder eingeladen waren.

Zunächst gab die Ministerin einen Überblick über aktuelle Vorhaben aus ihrem Ministerium und lobte die gemeinsam mit den Verbänden erzielte Einigung auf den “Niedersächsischen Weg”, wobei sie auch das anspruchsvolle Abstimmungsprocedere der Beteiligten würdigte. Am Beispiel des Insektenschutzes gab sie einen kleinen Einblick in die internen Abstimmungswege zwischen den beteiligten Landesministerien einerseits und der Aushandlung unterschiedlicher Interessenlagen zwischen den Bundesländern andererseits. Daneben wurde auch erkennbar, wie aus Niedersachsen sowohl der Umweltminister als auch die Landwirtschaftsministerin sich im Bundesrat für die hiesige Landwirtschaft einsetzen. In anderen Bundesländern haben es die Landwirtschaftsminister in einigen Fällen wesentlich schwerer, da der Umweltminister oft ganz andere Ziele verfolgt.

Im Bereich der Tierhaltung wurde über die Notwendigkeit gesprochen, die räumliche Verdichtung der Tierhaltung im Blick zu behalten, schon um die Auswirkungen von schwer zu vermeidenden Seuchenzügen zu begrenzen. Soweit vor dem Hintergrund der Umsetzung des Konzepts der Borchert-Kommission Reduktionen der Tierzahlen landwirtschaftlicher Betriebe die Folge sind, ist es das Ziel, die Wertschöpfung im Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung insgesamt zu erhöhen, um den Strukturwandel in der Nutztierhaltung nicht weiter zu beschleunigen und einem Strukturbruch entgegenzuwirken.

Im Ministerium ist man sich bewusst, dass die Anwendung der Dünge-Verordnung und die steigenden Anforderungen an das Tierwohl den Strukturwandel in der Tierhaltung vorantreiben werden. Die Ministerin sieht in der Regionalisierung der Tierproduktion eine Möglichkeit, das Tierwohl und die Wirtschaftlichkeit gleichermaßen zu befördern. Dazu sollte auch die Zahl der Schlachtbetriebe, vor allem der kleineren, erhalten und als neue Möglichkeit die Weideschlachtung behördlicherseits ermöglicht werden. Auch der Handel soll mehr in die Pflicht genommen werden, den Verkauf von regionalen Produkten nicht nur auf den Plakaten zu haben, sondern auch spürbar umzusetzen.

Auch im Ackerbau tut sich etwas, das Ministerium hat auf Burg Warberg das am 17. Juni 2021 von Ministerin Otte-Kinast eingeweihte Ackerbauzentrum Niedersachsen eingerichtet. Das Ackerbauzentrum soll als zentrale Anlauf- und Vernetzungsstelle aktuelle Themen gebündelt und mit Netzwerkpartnern für ganz Niedersachsen aufarbeiten und ökologisch nachhaltigere und zugleich ökonomisch tragfähige Produktionsverfahren entwickeln. Beispiel Eiweißpflanzenanbau: Hier ist festzustellen, dass große in Niedersachsen ansässige Fleischverarbeiter durch die verstärkte Entwicklung veganer Produkte die Nachfrage nach Eiweißpflanzen erhöhen. Diese Entwicklung ist auch aus Gründen der Biodiversität durchaus zu begrüßen.

Es wurden dann weitere Reizthemen, wie die Fortentwicklung der Kenntnisse über Lebensmittel beim Verbraucher, die TA Luft, die Wiedervernässung von Mooren und das hochbrisante Thema Wolf angesprochen. Einige Regelungen auf bundes- und europapolitischer Ebene haben noch handwerkliche Fehler und müssen über den Bundesrat erheblich nachgebessert werden.

Bei diesem sehr offenen und von gegenseitigem Vertrauen getragenen Gespräch gab die Ministerin detailliert Auskunft und zeigte, dass sie in allen Sachthemen souverän unterwegs ist. Ob Wolf oder Ackerbau, Weideschlachtung oder Tierseuchen, es blieb kaum ein Thema unbesetzt. Besonders beeindruckte das Systemverständnis der Ministerin, die all diese komplexen Fragestellungen in einen größeren Zusammenhang stellt und dabei vor parteipolitischen “Weidezäunen” nicht haltmacht.

Das Gespräch mit Barbara Otte-Kinast war sehr informativ für jeden Berufskollegen und es wurde der Wunsch geäußert, bei passender Gelegenheit wieder zu einem Hintergrundgespräch zusammenzukommen. Dieses wurde von der Ministerin auch in Aussicht gestellt, da sie die Arbeit der Agrarjournalisten als sehr wertvoll einschätzt.

Geschätzt und gern wahrgenommen werden die Veranstaltungen des VDAJ auch von den VDL-Mitgliedern in Niedersachsen – wir freuen uns über die Aussicht auf eine weitere Intensivierung der Zusammenarbeit und die Organisation gemeinsamer Veranstaltungen in nächster Zukunft.

Gustav Wehner

Erster VDL-ScienceTalk gibt Einblick in digitalen Pflanzenschutz

Am 4. März 2021 stellte Sebastian Streit vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen im Rahmen des 1. virtuellen “Green Livestream – VDL-ScienceTalk” das “Digitale Experimentierfeld FarmerSpace” vor. Was Drohnen, Roboter oder Sensortechnik unter Feldbedingungen leisten können und wie der Transfer in die landwirtschaftliche Praxis gelingen und beschleunigt werden kann, will das interdisziplinär besetzte Forschungsteam mit Feldversuchen in Zuckerrüben und Winterweizen aufzeigen. Die Veranstaltung war gut besucht von Teilnehmer*innen aus der ganzen Bundesrepublik – sogar von der BOKU in Wien hatte sich ein Kollege zugeschaltet.

Projektziele sind die wissenschaftliche Evaluierung und praktische Erprobung ausgewählter Technologien im Pflanzenschutz hinsichtlich Funktionalität, Effizienz und pflanzenbaulicher Vorteile im Vergleich zu bisherigen Methoden. So sollen u.a. im Zuckerrübenanbau vier digital gesteuerte Hacksysteme mit einer manuellen Kontrollvariante verglichen werden. Erfasst werden als Parameter die Art und Anzahl sowie der Bedeckungsgrad der Unkräuter und schließlich der Rübenertrag. In einem weiteren Versuch wird die sensorgestützte Ausbringung von Herbiziden getestet, mit der nach Herstellerangaben eine Reduktion des Herbizideinsatzes um bis zu 90 % möglich sein soll.

Sensoren sollen auch das Monitoring von Blattkrankheiten mit digital gestützten Prognosemodellen ermöglichen. Sie messen in Winterweizen-Parzellen das Mikroklima im Bestand, erfassen teilflächenspezifische Unterschiede und erlauben in Kombination mit allgemeinen Wetterdaten den Prognosesystemen die Einschätzung der Befallswahrscheinlichkeit. Ziel ist es, Fungizidmaßnahmen bedarfsgerechter und effizienter zu terminieren.

Flankierend zu der praktischen Versuchstätigkeit werden im Projekt auch Fragen der Kommunikation untersucht. Gibt es Vorurteile und Hemmschwellen, die neuen Technologien einzusetzen? Welche Voraussetzungen müssen Landwirte mitbringen, um digitale Technologien optimal zu nutzen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Beratung der Betriebe? Diese und andere Fragen zur Kommunikation stehen im Mittelpunkt weiterer Untersuchungen, die im Rahmen von Befragungen und Versuchsdemonstrationen, Feldtagen und Messebeteiligungen durchgeführt werden.

Eine erfolgreiche Digitalisierung erfordert u.a. die Verarbeitung großer Datenmengen. FarmerSpace wird daher auch zeigen, ob die im Feld verfügbare Bandbreite der Mobilfunknetze für eine schnelle Online-Verarbeitung ausreicht. Brisanz liegt auch in der Frage, wem die Daten gehören und wer letztendlich davon profitiert.

Dr. Harry Jansing (Syngenta), der den ScienceTalk moderierte, stellte zum Ende der Veranstaltung fest, dass in den nächsten Jahren viele spannende Ergebnisse aus dem FarmerSpace-Projekt erwartet werden können. Besondere Aufmerksamkeit ist vor allem der Frage zu widmen, wann und mit welchen Konsequenzen digitale Systeme breit in der Praxis ankommen – und welche Auswirkungen sie auf die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft haben werden. Sebastian Streit lud die Teilnehmer dazu ein, den Forschritt von FarmerSpace auf der Homepage des Projekts und auf Instagram zu begleiten und auch die anderen Experimentierfelder im Internet zu besuchen.

 

Links:

FarmerSpace
https://www.farmerspace.uni-goettingen.de/
https://www.youtube.com/watch?v=_dbz4Wd6tkw
https://www.instagram.com/farmerspace_ef/

Experimentierfelder
https://www.bmel.de/DE/themen/digitalisierung/digitale-experimentierfelder.html
https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Digitalisierung/Experimentierfelder/Experimentierfelder_node.html

Ruth Franken (VDL Landesverband Niedersachsen)
Foto: IfZ

Erster ScienceTalk im Green Livestream am 4. März 2021

Am 4. März 2021 lädt der VDL-Landesverband Niedersachsen e.V. um 19.00 Uhr alle VDL-Mitglieder und Interessierte zum ersten Green Livestream – Der VDL-ScienceTalk ein. Zu Gast ist Sebastian Streit, der als Wissenschaftlicher Mitarbeiter (Postdoktorand) am Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) arbeitet und über seine Arbeit im Forschungsprojekt FarmerSpace berichtet.

Digitale Techologien des Pflanzenschutzes für die Landwirtschaft nutzbar zu machen, ist das Ziel des vom BMEL geförderten Forschungsprojektes “Experimentierfeld FarmerSpace“. Das Projekt wird vom Institut für Zuckerrübenforschung an der Universität Göttingen koordiniert, beteiligt sind außerdem die Abteilung Agrartechnik der Universität Göttingen, die Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Institutsteil Angewandte Systemtechnik des Fraunhofer-Instituts für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB in Ilmenau.

FarmerSpace fokussiert sich auf praxistaugliche Lösungen. Die Themen Unkrautmanagement und Krankheitserkennung werden am Versuchsstandort Göttingen und durch ein Onfarm-Versuchsdesign mit landwirtschaftlichen Betrieben bundesweit und partnerschaftlich bearbeitet. Dazu etablieren und evaluieren die Projektpartner Feldsensorik, IoT-Funksensornetzwerke, verschiedenste kameragestützte Messroutinen, Datennetzwerke und Robotiktechnologien für den Pflanzenschutz. Ein methodisches Ziel ist die engmaschige, zerstörungsfreie Erfassung von Feldparametern wie Unkrautdruck oder Krankheitsbefall.

FarmerSpace fördert den Wissensaustausch mit der landwirtschaftlichen Praxis und ist eine Einladung zur Kooperation an Landwirte, Berater, Maschinenhersteller, Pflanzenschutzmittelhersteller und andere Interessierte. Diese können zum Beispiel neue Produkte und Ideen unter Feldbedingungen mit wissenschaftlicher Begleitung testen und evaluieren. Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Projekt werden im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen und Feldtagen einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

FarmerSpace ist eines von bundesweit 14 Projekten, die im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des BMEL gefördert werden. Projektträger ist die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

 

 

Weiterführende Links:

https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Digitalisierung/Experimentierfelder/Experimentierfelder_node.html

http://www.farmerspace.uni-goettingen.de/

https://www.youtube.com/watch?v=_dbz4Wd6tkw

https://www.instagram.com/farmerspace_ef/?hl=de

 

Wege in den Beruf – mit Hilfe eines Personalberaters

Am 13.Januar 2021 hatte die Studierendengruppe Göttingen ihren ersten Termin des neuen Jahres. Zum dritten Mal wurde eine Veranstaltung der Reihe “Wege in den Beruf” online durchgeführt. Dr. Clemens Schwerdtfeger, Dorothee Vocke und Christian Hüsing stellten das Unternehmen “Dr. Schwerdtfeger Personalberatung” vor und gewährten spannende Einblicke in ihren beruflichen Werdegang und ihren Arbeitsalltag. Danach beantworteten sie den etwa 40 Zuhörenden Fragen rund um das Thema Personalberatung und Karriereplanung.

Dr. Clemens Schwerdtfeger ist Landwirtssohn und studierte an der Georg-August-Universität Göttingen Agrarwissenschaften. Anschließend promovierte er im Bereich Agrar-Wirtschaftsförderung in Vechta-Osnabrück. Nach mehreren Auslandsstationen und Beschäftigungen in der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt wurde er Leiter für Personal und Organisation bei Big Dutchman. 2002 machte er sich selbstständig und gründete die Dr. Schwerdtfeger Personalberatung.

Auch Dorothee Vocke und Christian Hüsing stammen von landwirtschaftlichen Betrieben und studierten in Göttingen Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt Agribusiness. Im Team der Dr. Schwerdtfeger Personalberatung arbeitet Dorothee Vocke als Recruiterin für Fach- und Führungspersonen von Unternehmen im Bereich Agribusiness. Christian Hüsing ist Junior Personalberater für das Agribusiness.

Dass wir diesmal gleich drei Vortragende begrüßen durften, war nicht die einzige Besonderheit. Die Veranstaltung stellt den Auftakt für eine Veranstaltungsreihe unter dem Motto “Professionelle Personalberatung in der Agrarbranche” dar. Dabei werden nicht nur Einblicke in die Strategien und Techniken der Personalvermittlung geboten, sondern auch wertvolle Hinweise für eine auf den angestrebten Beruf orientierte Studienplanung gegeben. Ein weiteres Thema von großer Relevanz sind Bewerbungsstrategien und Tipps für aussagefähige Unterlagen. Wer herausfinden möchte, wie man die eigenen Stärken erkennt und den dazu passenden Arbeitgeber findet, wird hier ebenfalls viele Anregungen finden.

Von den teilnehmenden Studierenden erhielten wir im Nachhinein sehr positives Feedback. Das Themenfeld Personalberatung erwies sich durch sein breites Spektrum als für Studierende aller Altersklassen interessant. So nahmen an der Veranstaltung Bachelor-Erstis ebenso teil wie einige Young Professionals des VDL. Die Studierendengruppe freut sich daher sehr auf die kommenden Termine, die auch im Veranstaltungskalender auf der VDL-Homepage zu finden sind. Bei Interesse kann man sich auch auf den Mailverteiler der Studierendengruppe Göttingen setzen lassen (studierende.goettingen@vdl.de).

Peet Gaumann, Eike Tannen

Netzwerken funktioniert auch virtuell

Das Besondere an einem Stammtisch ist – abgesehen von einem guten Bier vom Fass – das persönliche Gespräch in kleinen Grüppchen mit wechselnder Zusammensetzung. Ob ein Stammtisch auch virtuell funktioniert und mehr ist als eine etwas lockerere Konferenz, steht und fällt mit der Möglichkeit, solche Gesprächssituationen herzustellen. Einen ersten Versuch starteten wir mit unserem virtuellen Agrarier-Stammtisch am 13. Oktober 2020 – darüber haben wir an dieser Stelle schon berichtet. Die damals gesammelten Erfahrungen waren so ermutigend, dass wir jetzt den zweiten virtuellen Agrarier-Stammtisch wagen konnten.

Am 8. Dezember 2020 trafen wir uns um 19 Uhr im Konferenzraum von Big Blue Button, der mit vorweihnachtlicher Deko geschmückt war. Jeder von uns war bestens gerüstet mit Bier, Glühwein und anderen Getränken. Viele vertraute Gesichter waren dabei, mancher zum ersten Mal und entsprechend skeptisch, ob sich die Stammtischathmosphäre virtuell überhaupt herstellen lässt.

Foto: Pixabay

Versuch macht klug, und so stimmten wir uns nur kurz im Plenum ab und eröffneten die ersten Stehtische in “Breakout-Räumen”, auf die wir die Teilnehmenden nach dem Zufallsprinzip verteilten. Mit vier bis fünf Teilnehmern je Raum kamen schnell und unkompliziert Gespräche in Gang, die sich kaum von der typischen Stammtischsituation unterschieden. Es gab viel zu erzählen, es wurde viel gelacht und die für die erste Runde angestetzen 30 Minuten waren schnell vorbei. Wir fanden uns unversehens im Plenum wieder, wo gleich die nächste Runde eröffnet wurde – diesmal in einer anderen Zusammensetzung. Eine gute Möglichkeit für ein neues Mitglied, gleich etliche Kolleginnen und Kollegen kennenzulernen und sich gut aufgenommen zu fühlen. Und weil es so nett war, gab es auch noch eine dritte Runde, mit der der Stammtisch es locker auf eine Dauer von mehr als zwei Stunden brachte. Wo die Leute sich wohlfühlen, haben sie keine Eile.

Die Schlussrunde erbrachte die einhellige Einschätzung, dass wir uns auf diesem Weg nicht aus den Augen verlieren und so weitermachen wollen, bis Corona vorbei ist. So nehmen wir den vertrauten Rhythmus wieder auf und treffen uns auch 2021 an jedem zweiten Dienstag in jedem geraden Monat. Der nächste Agrarier-Stammtisch findet am Dienstag, den 9. Februar 2021 statt – wieder im Konferenzraum von Big Blue Button, den dann vielleicht zähnefletschende Corona-Viren mit Narrenkappen schmücken werden.

Ruth Franken, Gustav Wehner

 

Stammtisch geht auch virtuell

Der Agrarier-Stammtisch in Hannover, der – normalerweise – jeden zweiten Dienstag in jedem geraden Monat im Alexander in Hannover stattfindet, sollte nicht Corona zum Opfer fallen. Nachdem der Landesverband Ost vorgemacht hatte, wie Stammtisch auch virtuell funktioniert, wollten wir es auch ausprobieren.
Was macht einen guten Stammtisch aus? Man geht einfach hin, trifft jedes Mal andere Leute, weiß selten vorher, wer kommt. Sicher ist nur: irgendjemand wird schon da sein, aus dem Arbeitsalltag die neuesten Anekdoten erzählen und wissen wollen, ob ich oder unser Gegenüber am Tisch aus eigenen Erfahrungen etwas zur Bewertung dieses Vorhabens oder jener Schnapsidee aus der Agrarverwaltung beitragen kann.
Charakteristisch ist, dass es keine feste Sitzordnung gibt und man im Verlauf des Abends mit unterschiedlichen Leuten zusammensitzt und sich über ganz verschiedene Themen austauscht. Wie wollten wir diese Gesprächssituation abbilden? Dabei kam uns zugute, dass wir mit Big Blue Button über ein Konferenzsystem verfügen, welches die Aufteilung in “Arbeitsgruppen” ermöglich – in sogenannten “Breakout-Räumen”. Was nach Flucht klingt, ist tatsächlich ein effektives Instrument, um genau das zu realisieren, was einen guten Stammtisch ausmacht. Nach zwei Übungsrunden im Vorfeld hatten wir den Dreh heraus und trauten uns, die Einladung zu verschicken.

Erster virtueller Stammtisch des Landesverband Niedersachsen – Ein voller Erfolg

Der virtuelle Agrarier-Stammtisch hatte seine Premiere am 13. Oktober 2020 mit neun Teilnehmern, die sich nach einer Vorstellungsrunde zum gegenseitigen Kennenlernen im Plenum in den beiden Breakout-Räumen wiederfanden. Tatsächlich konnte man sich sehr gut unterhalten, ohne dass jemand moderieren musste, um das in größeren Gruppen drohende akustische Durcheinander im Griff zu behalten. Die Anwesenden hatten sich mehr zu erzählen als die anfangs gesetzten 15 Minuten Dauer hergaben. Beim nächsten Mal –dass es das geben wird, war Konsens – werden wir einen Wechsel von kurzen Plenumsphasen mit zwei oder drei längeren Breakout-Phasen machen, damit jeder auch mal “den Platz wechseln” und verschiedene Gesprächspartner treffen kann.
Zwar hatten sich einige Teilnehmer mit eine Flasche Bier gewappnet, aber gefehlt hat es uns doch, das frisch gezapfte Bier vom Fass und die Currywurst Alexander. Aber wir halten durch und wenn Corona vorbei ist, treffen wir uns wieder wie gewohnt im Alexander. Bis dahin halten wir Kontakt und treffen uns beim virtuellen Agrarier-Stammtisch, gerne auch mit Gästen von außerhalb Hannover, zum Beispiel aus Bonn oder Berlin. Der nächste Stammtisch findet am 8. Dezember um 19 Uhr statt, bei Interesse bitte beim Landesverband Niedersachsen (kontakt@vdl-niedersachsen.de) melden.
Ruth Franken
(Foto und Grafik im Screenshot: Pixabay)

Neuer Vorstand und neue Satzung beim VDL Landesverband Niedersachsen

Am Freitag, dem 9. Oktober 2020, fand um 15 Uhr online die Mitgliederversammlung 2020 des VDL Landesverbandes Niedersachsen statt. Da wir allen Mitgliedern – auch denjenigen ohne Internet-Zugang – die Möglichkeit bieten wollten, sich an Diskussion und Beschlussfassung zu beteiligen, kombinierten wir die Onlineversammlung mit einem schriftlichen Beschlussverfahren. Schon auf der letzten Mitgliederversammlung war die Entscheidung getroffen worden, den nächsten  Vorstand per Briefwahl zu bestimmen. Die Tagesordnung war umfangreich, weil neben der Bekanntgabe des neuen Vorstandes auch eine neue Satzung zur Diskussion stand. Die Mitglieder erhielten folglich mit der Einladung eine Reihe von Unterlagen, um neben der Briefwahl auch die anstehenden insgesamt sechs Beschlussvorlagen nachvollziehen und entsprechend abstimmen zu können. Für die wesentlich überarbeitete Satzung war ein Quorum von mindestens zwei Drittel Zustimmung zur Verabschiedung erforderlich.

Wir hatten so etwas in diesem Umfang noch nie gemacht und waren sehr gespannt, wie die Mitglieder diese Möglichkeit zur Beteiligung annehmen würden – waren doch dafür allein über 30 Seiten Text zu lesen, die Zettel entsprechend auszufüllen und formal korrekt in den richtigen Umschlägen an die Geschäftsstelle zurückzuschicken. Bei den bisherigen Mitgliederversammlungen waren einschließlich Stimmrechtsübertragungen nie mehr als 50 Mitglieder vertreten und wir hatten die vorsichtige Einschätzung, vielleicht auf 80 Rücksendungen zu kommen. Diese Erwartung wurde bei weitem übertroffen.

138 von 450 Mitgliedern nahmen an dem Verfahren teil, 133 gültige Stimmzettel und 108 Beschlussformulare gingen in die Entscheidungsfindung ein. An der Online-Mitgliederversammlung nahmen 27 Mitglieder teil, von denen nur noch neun während der Sitzung abstimmen durften, allen anderen hatten sich schon am schriftlichen Verfahren beteiligt. So konnten alle Beschlüsse auf einer soliden Basis gefasst werden und auch das Quorum für die Satzung wurde mit knapp 97 % Zustimmung erreicht. Interessant ist, dass viele teilnehmende Mitglieder bisher noch nie persönlichen Kontakt zu uns hatten, während wir von anderen Mitgliedern, die wir als aktiv und positiv zum VDL stehend kennen, keinen Rücklauf hatten.

Für den neuen Vorstand waren 16 Kandidaten und Kandidatinnen angetreten, von denen 13 gewählt wurden. Die Besetzung der Geschäftsführung als 14. Vorstandsmitglied geschieht nicht durch Wahl, sondern aufgrund der Entscheidung des Vorstandes auf der konstituierenden Vorstandssitzung, auf der auch die drei Vorsitzenden gewählt werden. Im neuen Vorstand sind vertreten:

 

Insgesamt hat sich die Arbeit mehr als gelohnt und wir blicken trotz der durch Corona verursachten Einschränkungen zuversichtlich auf das kommende Jahr. Die ausgefallenen Veranstaltungen haben wir wieder auf die Agenda gesetzt – und wenn es für unsere Finnland-Reise noch zu früh sein sollte, machen wir sie im Jahr 2022. Es ist eben nie zu spät für ein gutes  Programm!

Ruth Franken
(Screenshot mit Foto und Grafik von Pixabay, alle weiteren Fotos von privat)

Nachhaltigkeit in einer Molkerei – Ein Job zwischen Verbraucher und Erzeugern

Im nächsten Live-Talk am Donnerstag den 27. August 2020 von 19:00 – 20:00 Uhr sprechen wir mit Herrn Dr. Jörn Uwe Starcke vom frischli Milchwerke GmbH. Er berichtet über das Thema “Nachhaltigkeit in einer Molkerei – Ein Job zwischen Verbraucher und Erzeugern”.

Für die Veranstaltung wird das Tool „GoToMeeting“ genutzt.

Anmeldung erfolgt über young-professionals@vdl.de

Über frischli

Für unsere professionellen Kunden aus Food-Service, Industrie und Handel sind wir der führende Spezialist für ungekühlt haltbare Molkereiprodukte. Von Standardprodukten wie H-Milch und Milchpulver, die wir weltweit exportieren, bis hin zu veredelten Sahne- und Dessert-Spezialitäten.

Durch unsere hochmodernen Prozess- und Abfülltechnologie sind wir in der Lage, Basisprodukte in exzellenter Qualität und großen Mengen sehr effizient herzustellen. Darüber hinaus bietet frischli innovative Convenience-Produkte für Food Service und Lebensmittelhersteller.

Mit hohem technologischen Know-how schaffen wir europaweit maßgeschneiderte Lösungen, die optimal auf die Anforderungen unserer Kunden abgestimmt sind. Seien es Produktlösungen für die perfekte Verwendung in der Profiküche oder als kundenindividuelle Komplettleistung im Industrie- oder Co-Manufacturing-Bereich.

Für den Einzelhandel führen wir im Frischesortiment unsere Traditionsmarke Leckermäulchen. Daher wissen wir, wie wichtig es ist, gerade bei Milchprodukten jeden Tag höchste Qualität zu liefern.
Um dies zu garantieren, erfolgen in allen Werken und für alle Bereiche regelmäßige strenge Auditkontrollen nach den relevanten Qualitäts-, Umwelt- und Sozialstandards. So ist auch eine Zertifizierung nach IFS für uns selbstverständlich, für viele Bereiche bieten wir zusätzlich Koscher- und Halal-Qualitäten an.

Auch jeder unserer über 1.200 Milcherzeuger ist einer nachhaltigen Produktion verpflichtet und zertifiziert nach dem Qualitätsmangementsystem QM-Milch. So sichern wir professionell höchste Produktqualität von der Erzeugung bis zur Verwendung und dokumentieren dies in einem umfassenden Nachhaltigkeitskonzept. Für eine erfolgreiche gemeinsame Zukunft.

Ergänzt wird das Angebot der frischli Milchwerke um das Frische-Sortiment der Sahnemolkerei Wiesehoff. Seit April 2017 kooperieren beide Unternehmen eng miteinander und die Vermarktung der Wiesehoff-Produkte findet über frischli statt. Um den langfristigen Charakter der Kooperation zu unterstreichen, haben die frischli Milchwerke eine Minderheitsbeteiligung erworben.
Mit seinem besonderen Schwerpunkt im Bereich Frische Molkereiprodukte für den Foodservice entsteht so eine noch größere Angebotskompetenz für den Ausser-Haus-Markt und auch für den Einzelhandelsbereich. Mehr über die Sahnemolkerei Wiesehoff und ihr umfassendes Produktsortiment erfahren Sie hier: www.wiesehoff.com

Quelle: frschli Milchwerke GmbH

Von Deutschland ins Ausland und zurück – Karriere bei einem Global Player der Agrartechnik

Im nächsten Live-Talk am Donnerstag den 20. August 2020 von 19:00 – 20:00 Uhr sprechen wir mit Herrn Hendrik Schulze-Düllo Senior Manager Market Research bei CLAAS. Er berichtet über das Thema “Von Deutschland ins Ausland und zurück – Karriere bei einem Global Player der Agrartechnik”.

Für die Veranstaltung wird das Tool „GoToMeeting“ genutzt.

Anmeldung erfolgt über young-professionals@vdl.de

Über Claas

Das Unternehmen mit Hauptsitz im westfälischen Harsewinkel ist europäischer Marktführer bei Mähdreschern. Die Weltmarktführerschaft besitzt CLAAS mit einer weiteren großen Produktgruppe, den selbstfahrenden Feldhäckslern. Auf Spitzenplätzen in weltweiter Agrartechnik liegt CLAAS auch mit Traktoren sowie mit landwirtschaftlichen Pressen und Grünland-Erntemaschinen. Zur Produktpalette gehört ebenfalls modernste landwirtschaftliche Informationstechnologie. CLAAS beschäftigt über 11.400 Mitarbeiter weltweit und erzielte im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 3,8 Milliarden Euro. (Quelle: Claas)