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VDL Bundesnetzwerktreffen 2026 in Gießen

8. Oktober 2026/in Allgemein, Beruf und Karriere, Hochschule & Studium, Mitglieder-Nachrichten, VDL-Bundesverband

Foto: VDL /KI

Bundesnetzwerktreffen 2026 für Studierende und Young Professionals in Gießen

 

Wir freuen uns, dass auch in diesem Jahr wieder ein Bundesnetzwerktreffen im Angebot des VDL ist. Im Zeitraum von Donnerstag, 5. November 2026, bis Samstag, 7. November 2026, laden wir alle Studierenden und Berufseinsteiger zu einem Netzwerktreffen nach Gießen ein.

 

Eure Bundesstudierendensprecherinnen und die Studierendengruppe Gießen

 

P R O G R A M M

Donnerstag, 5. November 2026:

Bis 17 Uhr Anreise und ggf. Einchecken im Hotel

18:00 Uhr Begrüßung und Vortrag von Prof. Michael Frei zu Klimaresilienter Landwirtschaft: Schritte der Transformation und Fragen der Ernährungssicherheit

19:30 Uhr Gemeinsames Abendessen im Schloßkeller

 

Freitag, 6. November 2026:

8:00 Uhr Treffen vor dem Hotel

10:00 Uhr Besuch und Führung in der Molkerei Schwälbchen, Bad Schwalbach

Einblicke in Veredelungsprozesse tierischer Erzeugnisse

13:00 Uhr Mittagsimbiss (Selbstzahler)

15:00 Uhr Besuch und Besichtigung der Sektkellerei Henkell mit Verkostung

Führendes Unternehmen im Bereich Wein, Schaumwein und Spirituosen, Verarbeitung und Veredelung von Sonderkulturpflanzen

19:00 Uhr Abendessen im Bootshaus , im Anschluss gemeinsamer Ausklang des Abends

 

Samstag, 7. November 2026:

9:00 Uhr Gemeinsamer Brunch im R-Café

11:00 Uhr Besuch des Gießener Marktes, unter Fokus auf Lebensmittelproduktion und Umwelt aus Perspektive der Direktvermarktung

Ca. 13:00 Uhr Ende der Veranstaltung

 

Änderungen des Programms durch den Veranstalter bleiben vorbehalten. In diesem Fall informieren wir Sie selbstverständlich.

 

A N M E L D U N G

Die Anmeldung ist einfach & bequem per Online-Formular möglich.

Anmeldung mit Online-Formular

Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerkapazitäten begrenzt sind. Anmeldeschluss ist der 30.10.2026.

 

TEILNAHMEBEITRÄGE

UnterkunftRegulärer PreisReduzierter Preis
NUR für VDL-Mitglieder
B&B HOTEL Gießen-City, Doppelzimmer380 €180 €
Ohne Übernachtung280 €130 €

 

Die Zimmerkontingente sind begrenzt und werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

 

 

Im Teilnahmebeitrag sind für Sie die folgenden Leistungen enthalten:

  • Programm lt. Beschreibung und wie gebucht
  • Zwei Übernachtungen (optional)
  • Abendessen am 5.11.2026
  • Frühstück am 6.11.2026
  • Abendessen am 6.11.2026
  • Frühstück am 7.11.2026
  • Sämtliche Eintritte

 

Stornierungsbedingungen:

Bei Stornierungen sind folgende Beträge zu zahlen              

  • bis 30.10.2026 75 % des Gesamtbetrages
  • ab 30.10.2026 sowie ohne Kündigung 90 % des Gesamtbetrages

 

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

VDL Bundesverband
Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V.

Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin
Telefon  030 4397 261-61
E-Mail   info@vdl.de
Internet www.vdl.de

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/09/Save-the-date_BNT-2026-e1789733192186.png 586 1024 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-10-08 14:11:502026-10-08 15:05:59VDL Bundesnetzwerktreffen 2026 in Gießen

Save the Date: VDL-Messerundgang auf der EuroTier am 12. November 2026

8. Oktober 2026/in Allgemein, Beruf und Karriere, Hochschule & Studium, VDL-Bundesverband

Foto: DLG

VDL-Messerundgang auf der EuroTier 2026

Wann: 12. November 2026
Wo: Messegelände Hannover

Wie sieht der Berufsalltag in der Agrar- und Tierwirtschaft aus? Welche Berufsfelder und Einstiegsmöglichkeiten bieten Unternehmen und Institutionen? Und worauf kommt es beim Berufseinstieg an?

Beim VDL-Messerundgang auf der EuroTier 2026 erhalten Studierende und Berufseinsteiger spannende Einblicke in die Praxis. Bei geführten Rundgängen besteht die Möglichkeit, verschiedene Unternehmen und Institutionen kennenzulernen, mit Fach- und Personalverantwortlichen ins Gespräch zu kommen und unterschiedliche berufliche Perspektiven zu entdecken.

Im Mittelpunkt stehen dabei Praxisnähe, Karrierechancen und persönlicher Austausch – eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen und sich über den eigenen Berufseinstieg zu informieren.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen.

Schon jetzt den Termin vormerken: 12. November 2026!

 

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2022/10/Foto-DLG.png 692 1128 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-10-08 11:02:262026-10-08 13:13:44Save the Date: VDL-Messerundgang auf der EuroTier am 12. November 2026
pixabay geraldfriedrich2-summer-2404769

VDL Bayern: Online-Stammtisch mit Dr. Klaus Fleißner zur Agrobiodiversität in Bayern

23. September 2026/in Allgemein, Landesverbände, LG Bayern

Bild: Pixabay

Am 21. September 2026 lud die VDL-Landesgruppe Bayern zum Online-Stammtisch mit Dr. Klaus Fleißner von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ein. In seinem Eingangsreferat „Agrobiodiversität in Bayern – Warum müssen wir sie erhalten und wie können wir sie bereichern?“ sprach der Leiter der Arbeitsgruppe Kulturpflanzenvielfalt über den Wert genetischer Vielfalt in der Landwirtschaft. Fleißner blickt auf eine internationale Laufbahn zurück: Nach seinem Agrarstudium in Weihenstephan arbeitete er über 20 Jahre in Namibia, unter anderem beim Aufbau eines Zucht- und Saatgutprogramms für Leguminosen, promovierte über die Bambara-Erdnuss und war anschließend einige Jahre in Kamerun in einem GIZ-Projekt zum Schutz von Waldflächen tätig. Seit elf Jahren ist er nun bei der LfL.

Fleißner zeigte auf, wie stark die Sortenvielfalt in den vergangenen 80 Jahren zurückgegangen ist: Allein in Bayern haben in den letzten 70 Jahren mehr als 40 Pflanzenzüchter ihre Arbeit eingestellt und mit ihnen verschwand jeweils ein bedeutender Genpool. Ein 2004 in Kraft getretenes internationales Abkommen verpflichtet seither dazu, pflanzengenetische Ressourcen zu erhalten; Bayern verfolgt dieses Ziel mit einer eigenen Biodiversitätsstrategie. Im Rahmen eines LfL-Projekts wurden bereits rund 700 Einträge aus 20 verschiedenen Kulturarten gesichert, bis Projektende waren es 800 Genbankakzessionen bayerischer Kulturpflanzen.

Aus Vorträgen Fleißners zu alten Sorten entstand die „Schatzbewahrerinitiative“: Mittlerweile bewahren über 100 landwirtschaftliche Betriebe sowie Bäckereien und Mühlen gemeinsam alte Sorten, sichten und vermehren die aussichtsreichsten Kandidaten und haben so 15 bis 20 Wertschöpfungsketten rund um alte Getreide-Sorten aufgebaut. Dabei bemerkenswert, dass sich über 90 Prozent der wiederentdeckten Sorten einem bayerischen Regierungsbezirk zuordnen ließen.

Mit dem neuen Projekt „FutureCrop“ testet die LfL zudem, welche neuen Kulturarten künftige Alternativen für den Klimawandel sein könnten, darunter Erdnuss, Augenbohne, Sesam und die besonders hitzetolerante Perlhirse aus Afrika. Erste Versuche liefen seit 2019 bis 2023, mit unterschiedlichem Erfolg: Witterungsextreme, Schädlinge und Pilzkrankheiten erschweren teils den Anbau, doch das Potenzial für die kommenden Jahre stuft Fleißner als hoch ein. „Wir müssen in neue Kulturarten investieren, um unsere Hauptkulturen zu ergänzen“, so sein Fazit.

Der Vortrag stieß auf reges Interesse und mündete in eine intensive Diskussion mit vielen Fragen aus der Runde. Im Anschluss nutzten die zahlreichen Teilnehmenden die Gelegenheit zum informellen Austausch. Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Klaus Fleißner für den spannenden Einblick in die bayerische Agrobiodiversität.

Text: S. Eichelsbacher

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/08/20260830_Beitrag_BY_VDL-Newsletter_Bild.jpg 1282 1920 Sebastian https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Sebastian2026-09-23 10:47:322026-09-23 10:47:32VDL Bayern: Online-Stammtisch mit Dr. Klaus Fleißner zur Agrobiodiversität in Bayern
KI für VDL BV

VDL-Fachforum und Parlamentarischer Abend am 12. Oktober 2026

9. September 2026/in Allgemein, VDL-Bundesverband

Foto: KI generiert

 

 

VDL-Fachforum

„Agrarforschung – Quo vadis?„

 Montag, 12. Oktober 2026, 14.30 Uhr
Haus der Land- und Ernährungswirtschaft (HdLE)
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin

 

 

Parlamentarischer Abend des VDL Bundesverbandes e. V.

 Montag, 12. Oktober 2026, 18.45 Uhr
Haus der Land- und Ernährungswirtschaft (HdLE)
Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin

mit hochkarätigen Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden

Eröffnung: Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident, VDL Bundesverband, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V., Berlin

Grußwort: Alois Rainer, Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat

 

Anmeldung unter info@vdl.de

 

Anmeldung mit Online-Formular

 

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/09/Agraforschung-Titelbild-e1789657280626.png 768 1530 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-09 17:00:562026-10-06 16:58:39VDL-Fachforum und Parlamentarischer Abend am 12. Oktober 2026

Gut vorbereitet auf den Wandel der Arbeitswelt- VDL-Seminar „Effektiver Einsatz von KI-Tools im beruflichen Kontext“

9. September 2026/in Allgemein, VDL-Bundesverband

Bild: VDL (KI-generiert)

Vom 6. bis 8. September 2026 trafen sich VDL-Mitglieder im Leonardo Hotel Hannover zu einem dreitägigen Seminar des VDL in Kooperation mit der dbb Akademie unter dem Titel „Effektiver Einsatz von KI-Tools im beruflichen Kontext“. Mit dabei war eine bunte Mischung von Mitgliedern – im Studium, aus der Verwaltung, vom Hof, aus der Saatgutproduktion bis hin zum Ruhestand – ein schöner Beweis dafür, dass das Thema Künstliche Intelligenz mittlerweile alle betrifft, egal in welcher Lebens- oder Berufsphase jemand gerade steckt.

Unter der Leitung von Dozentin Ute Lauer ging es von Anfang an praktisch zur Sache. Statt trockener Theorie stand das Ausprobieren im Mittelpunkt. Mit dem eigenen Laptop wurde direkt an realen Aufgaben gearbeitet um dabei ein Gefühl für die neuen Werkzeuge entwickeln. Von den Grundlagen des Prompten über einen Einstieg in die Technologie hinter Sprachmodellen und die Unterschiede zwischen verschiedenen KI-Modellen drehte sich vieles um Ideenfindung, die Erstellung von Protokollen sowie den intelligenten Umgang mit Office-Dokumenten – von der automatisierten Erstellung bis zur strukturierten Aufbereitung von Daten und Texten.

Immer wieder ein Thema: der verantwortungsvolle Umgang mit den neuen Werkzeugen. Datenschutz, das kritische Hinterfragen von KI-Antworten und ein gesundes Bewusstsein für die Grenzen der Automatisierung zogen sich durch das gesamte Programm. KI nimmt eben nicht das kritische Denken ab, aber kann helfen dafür an anderer Stelle Kapazitäten zu schaffen.

Mindestens genauso wertvoll wie der Input der Dozentin war der Austausch mit den anderen Teilnehmenden. Sowohl während der praktischen Übungen als auch bei den gemeinsamen Mahlzeiten ergaben sich immer wieder Gespräche darüber, wo KI im Alltag – beruflich wie privat – bereits eine echte Hilfe ist, aber auch, wo die eigenen Erfahrungen an ihre Grenzen stoßen. Diese unterschiedlichen Perspektiven aus verschiedenen Berufsfeldern der Branche haben viele neue Denkanstöße geliefert. Nebenbei bot das Seminar auch eine gute Gelegenheit, das eigene Netzwerk innerhalb des Verbands zu erweitern und neue Kontakte zu knüpfen.

Bereits zu Jahresbeginn gab es ein KI-Seminar, das auf reges Interesse stieß – ein Zeichen dafür, dass das Thema die Mitglieder des Verbands weiterhin stark beschäftigt.

Aufgrund der hohen Nachfrage und des großen Interesses am Thema Künstliche Intelligenz wird der VDL das Seminar im Februar 2027 erneut anbieten. Einladungen hierzu folgen in Kürze.

Text: Niklas Damme

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/09/ChatGPT-Image-30.-Sept.-2026-12_15_15.png 1024 1536 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-09 11:04:572026-10-01 12:29:28Gut vorbereitet auf den Wandel der Arbeitswelt- VDL-Seminar „Effektiver Einsatz von KI-Tools im beruflichen Kontext“

Save the Date Bundesnetzwerktreffen 2026 in Gießen

7. September 2026/in Allgemein, Beruf und Karriere, Hochschule & Studium, Mitglieder-Nachrichten, VDL-Bundesverband

Foto: VDL /KI

Für Studierende und Young Professionals

 

5. bis 7. November 2026 | Gießen

Nach dem erfolgreichen Bundesnetzwerktreffen im vergangenen Jahr in Kiel geht das VDL-Bundesnetzwerktreffen 2026 in die nächste Runde. Vom 5. bis 7. November treffen sich Studierende und Young Professionals in Gießen zu einem abwechslungsreichen Wochenende mit fachlichen Einblicken, gemeinsamen Aktivitäten und viel Gelegenheit zum Austausch.

Im Mittelpunkt stehen das Kennenlernen und Vernetzen mit anderen Studierenden und Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteigern sowie spannende Einblicke in die Praxis und verschiedene Berufsfelder der Grünen Branche.

Das Treffen richtet sich ausdrücklich auch an Nicht-Mitglieder. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.

Termin jetzt vormerken!

📅 5.–7. November 2026
📍 Gießen
👥 Zielgruppe: Studierende und Young Professionals
📝 Anmeldung ab September 2026

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung folgen in Kürze.

 

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/09/Save-the-date_BNT-2026-e1789733192186.png 586 1024 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-07 14:10:542026-09-18 14:11:07Save the Date Bundesnetzwerktreffen 2026 in Gießen

VDL beim 4. Jugendpolitischen Forum des BMLEH: Nachwuchs bringt sich in Agrarpolitik ein

3. September 2026/in Allgemein, Hochschule & Studium, VDL-Bundesverband

Foto und Text: Christian Fey

Am 11. und 12. September 2026 kamen beim 4. Jugendpolitischen Forum des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) in Berlin junge Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Ernährungswirtschaft, Verbänden und weiteren Bereichen zusammen. Auch der VDL war vertreten und durfte die Perspektive des agrarischen Berufsnachwuchses in die Diskussionen einbringen.

Unter dem Motto „Land- und Ernährungswirtschaft für zukünftige Generationen bewahren und gestalten“ standen vier Themen im Mittelpunkt: Generationswechsel in der Landwirtschaft, heimische Sorten und Nutztierrassen, heimische Proteine sowie alternative Antriebe in der Landtechnik.

Bundesminister Alois Rainer eröffnete den politischen Austausch. Dabei wurde deutlich: Die Bereitschaft junger Menschen, Verantwortung in Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft zu übernehmen, ist vorhanden – dafür braucht es jedoch langfristig tragfähige Perspektiven.

 

Generationswechsel ist mehr als Hofnachfolge

Besonders intensiv beteiligte sich der VDL an den Diskussionen zum Generationswechsel. Neben hohen Investitionskosten, Bürokratie und wirtschaftlicher Planungssicherheit wurden auch außerfamiliäre Hofübergaben, Beratungsangebote, Qualifikation und Bildung sowie soziale Aspekte der Betriebsübergabe diskutiert. Der Workshop nahm dabei ausdrücklich sowohl innerfamiliäre Nachfolge als auch Neueinstieg und außerfamiliäre Übergaben in den Blick.

Die Gespräche zeigten zugleich, mit welchem Engagement junge Menschen bereits heute Verantwortung übernehmen. Einige Teilnehmende führen schon in sehr jungen Jahren landwirtschaftliche Betriebe – trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten und großer persönlicher Verantwortung.

Auch die europäische Perspektive spielte eine wichtige Rolle. Kerstin Rosenow, Leiterin der Abteilung „Wirtschaftliche Nachhaltigkeit“ der Generaldirektion Landwirtschaft der Europäischen Kommission, gab Einblicke in die Herausforderungen europäischer Agrarpolitik. Unterschiedliche Betriebsstrukturen und Interessen der Mitgliedstaaten müssen in der Gemeinsamen Agrarpolitik zusammengeführt werden – etwa bei der Frage, wie Haupt- und Nebenerwerbsbetriebe künftig berücksichtigt und junge Betriebsleitende unterstützt werden.

 

Junge Positionen direkt in die Politik tragen

Die zahlreichen Vorschläge aus den vier Workshops wurden gemeinsam diskutiert und priorisiert. Beim Generationswechsel gehörten dazu unter anderem bessere Beratungsangebote in Verbindung mit finanzieller Förderung, Unterstützung für junge Betriebsleitende und eine stärkere jugendpolitische Beteiligung.

Zum Abschluss wurden die Ergebnisse BMLEH-Staatssekretär Prof. Dr. Dr. Markus Schick vorgestellt und mit ihm diskutiert. Damit bot das Forum nicht nur Raum für Vernetzung, sondern auch die Möglichkeit, Positionen des Nachwuchses unmittelbar gegenüber politischen Entscheidungsträgern einzubringen.

 

Auftrag für den VDL

Für den VDL bestätigt das Forum die Bedeutung einer starken berufsständischen Nachwuchsarbeit. Viele der diskutierten Zukunftsfragen betreffen nicht einzelne Berufsgruppen, sondern die gesamte grüne Branche – von landwirtschaftlicher Praxis und Beratung über Wissenschaft und Verwaltung bis zur Ernährungswirtschaft.

Hier kann der VDL seine besondere Schnittstellenfunktion einbringen: Kompetenzen bündeln, junge Fachkräfte miteinander vernetzen und ihnen Zugänge zu fachlichen und politischen Diskussionen ermöglichen.

Gleichzeitig gilt es, die Impulse aus Berlin weiterzutragen. Zukunftsfragen wie Generationswechsel, Fachkräftesicherung und Qualifikation müssen auch auf Landes- und Regionalebene diskutiert werden. Dafür braucht es engagierte Mitglieder, funktionierende Netzwerke und junge Menschen, die bereit sind, Verantwortung im Verband zu übernehmen.

Der VDL wird sich deshalb auch weiterhin dafür einsetzen, dem Nachwuchs der Agrar-, Ernährungs- und Umweltberufe eine Stimme zu geben und seine Perspektiven in die Gestaltung der grünen Branche einzubringen.

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/09/Jugend-BMLEH-2026-2.jpg 920 1107 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-03 15:55:562026-09-30 15:58:27VDL beim 4. Jugendpolitischen Forum des BMLEH: Nachwuchs bringt sich in Agrarpolitik ein
pixabay

VDL: Berlin-Seminar 2026 – 12. bis 14. Oktober 2026

1. September 2026/in Allgemein, Beruf und Karriere, Hochschule & Studium, Mitglieder-Nachrichten, VDL-Bundesverband

Foto: Pixabay

BERLIN-SEMINAR 2026

AGRAR- UND ERNÄHRUNGSPOLITIK AUS ERSTER HAND

12.–14. OKTOBER 2026 · BERLIN


Politik verstehen. Berufsperspektiven entdecken. Kontakte knüpfen. Netzwerke stärken.
Kaum eine Branche ist so eng mit politischen Entscheidungen verbunden wie die Land- und Ernährungswirtschaft.
Gentechnik, Tierwohl, Düngemittel, Energieversorgung und die Zukunft der Landwirtschaft sind Themen,
die Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gleichermaßen beschäftigen.

Doch wie entstehen agrarpolitische Entscheidungen? Wie funktioniert Interessenvertretung?
Welchen Einfluss haben Verbände auf politische Prozesse? Wie werden europäische Agrarpolitik
und Vorgaben in Deutschland umgesetzt? Und welche agrarpolitischen Themen werden die Branche
in Zukunft besonders beschäftigen?

Das VDL Berlin-Seminar 2026 bietet drei Tage lang Einblicke in politische Entscheidungsprozesse
und ermöglicht persönliche Gespräche mit Akteuren aus Politik, Ministerien, Verbänden, Wissenschaft,
Wirtschaft und internationalen Organisationen
.

Erleben Sie Politik und Interessenvertretung aus nächster Nähe – unter anderem mit Einblicken
in das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat und den
Deutschen Bundestag. Ergänzt wird das Programm durch Perspektiven von
Agora Agrar und dem Verband der Landwirtschaftskammern.

Für alle Karrierephasen

Das Berlin-Seminar richtet sich bewusst an Studierende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger
sowie erfahrene Berufstätige
.

  • Studierende erhalten Einblicke in Berufsfelder und Institutionen und können erste Kontakte knüpfen.
  • Berufseinsteiger lernen unterschiedliche Tätigkeitsfelder kennen, erweitern ihr Netzwerk und gewinnen Orientierung.
  • Erfahrene Berufstätige können bestehende Kontakte vertiefen, neue Netzwerke aufbauen und andere Perspektiven kennenlernen.

Netzwerk bilden. Perspektiven erweitern.

Neben den fachlichen Informationen stehen deshalb vor allem die persönlichen Begegnungen
und Gespräche
im Mittelpunkt. Beim VDL-Forum, beim Parlamentarischen Abend,
bei gemeinsamen Abendessen und während des gesamten Seminars entstehen zahlreiche
Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung.

 

PROGRAMM

Montag, 12. Oktober 2026

bis 14:00 Uhr

Anreise

Anreise und Check-in im Hotel.

14:00 Uhr

Begrüßung

Auftakt und Einführung in das Berlin-Seminar 2026.

14:30 Uhr

VDL-Forum: „Agrarforschung in Deutschland – Quo vadis?“

Agrarforschung ist eine zentrale Grundlage für Innovation und Zukunftsfähigkeit der
Land- und Ernährungswirtschaft. Wo steht Deutschland? Welche Entwicklungen und
Herausforderungen prägen die Forschung? Und welche Bedeutung hat sie für die Praxis?

18:00 Uhr

Arbeitsfeld Lobbyarbeit

Vertreterinnen und Vertreter ausgewählter Verbände geben praktische Einblicke in ihre Arbeit:
Wie begleiten Verbände politische Prozesse? Wie werden Interessen vertreten?
Und wie gestalten Verbände den Dialog mit Politik und Gesellschaft?

19:00 Uhr

Parlamentarischer Abend des VDL

Persönliche Gespräche und Networking mit Gästen aus
Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Verbänden.

Buffet und Getränke inklusive.


Dienstag, 13. Oktober 2026

09:30 Uhr

BÖLW und HumusKlimaNetz

Annette Bruhns und Anna Schmidt (Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.) sowie Simone Witzel (HumusKlimaNetz)

Perspektiven des ökologischen Landbaus und des Humusaufbaus auf die Agrar- und Ernährungspolitik. Gespräch über politische Rahmenbedingungen, Bodenschutz und die Zukunft einer zukunftsfähigen Landwirtschaft.

11:15 Uhr

BGA

Sebastian Werren, Abteilungsleiter Agrar + Ernährungswirtschaft

Gespräch über Agrarhandel, Ernährungswirtschaft und die politischen Rahmenbedingungen für Märkte, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit.

13:00 Uhr

Mittagessen

15:00 Uhr

Agrarpolitik im internationalen Vergleich: Deutschland und USA

Ein internationaler Blick auf Agrarpolitik und landwirtschaftliche Entwicklungen.
Mit Botschaftsrat Nicolas Rubio und
Antonia Rudolf, Foreign Agricultural Service, U.S. Embassy Berlin.

Die Veranstaltung findet teilweise in deutscher und englischer Sprache statt.

16:30 Uhr

Geführter Rundgang durch das historische Berlin

Berlin aus einer anderen Perspektive kennenlernen.

18:30 Uhr

Gemeinsames Abendessen

Abendessen in einem traditionellen Altberliner Restaurant –
mit Zeit für persönlichen Austausch und Networking.


Mittwoch, 14. Oktober 2026

10:30 Uhr

Landwirtschaftskammern

Welche Rolle spielen die Landwirtschaftskammern? Welche Aufgaben übernehmen sie
und welchen Herausforderungen stehen sie gegenüber?
Andreas Lege vom Verband der Landwirtschaftskammern stellt die Arbeit
und Bedeutung des Zusammenschlusses vor.

12:00 Uhr

Mittagsimbiss

13:00 Uhr

Deutscher Bundestag

Agrar- und Ernährungspolitik im parlamentarischen Alltag:
Gespräche mit Abgeordneten des zuständigen Ausschusses geben Einblicke in aktuelle
Entwicklungen, parlamentarische Arbeit und politische Entscheidungsprozesse.

16:00 Uhr

Ende des Seminars


Drei Tage Berlin – drei Tage Agrar- und Ernährungspolitik aus erster Hand

Das Berlin-Seminar verbindet fachliche Einblicke, persönliche Begegnungen und berufliche
Vernetzung
. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt und ermöglicht einen persönlichen Austausch
in kleinerem Kreis.

Für Studierende. Für Berufseinsteiger. Für erfahrene Berufstätige.
Für alle, die ihre Branche aktiv mitgestalten wollen.

TEILNAHMEBEITRÄGE

UnterkunftRegulärer PreisReduzierter Preis
für VDL-Mitglieder
Sonderpreis
VDL-Studierende
Motel One Berlin-Hauptbahnhof, Doppelzimmer400 €200 €185 €
a&o Hostel Berlin-Hauptbahnhof, Doppelzimmer380 €180 €165 €
Ohne Übernachtung250 €50 €35 €

Einzelzimmerzuschlag im Motel One: 149 € für zwei Übernachtungen.

Die Zimmerkontingente sind begrenzt und werden nach Eingang der Anmeldungen vergeben.

Im Teilnahmebeitrag enthalten

  • vollständiges Seminarprogramm
  • zwei Übernachtungen inklusive Frühstück
  • Buffet und Getränke beim VDL-Forum und Parlamentarischen Abend
  • gemeinsames Abendessen am 13. Oktober
  • geführter Rundgang durch das historische Berlin

 

Programm zum download.

 

Anmeldung

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Die Vergabe der Plätze erfolgt nach Eingang der Anmeldungen.

Bei Interesse melden Sie sich unter info@vdl.de.

 

Wichtige Hinweise

Die meisten Wege innerhalb des Programms werden zu Fuß zurückgelegt.
Programmänderungen bleiben vorbehalten. Über Änderungen werden die Teilnehmerinnen
und Teilnehmer rechtzeitig informiert.

Stornierungsbedingungen

  • bis 5. Oktober 2026: Erstattung von 75 % des Teilnahmebeitrags
  • ab 6. Oktober 2026 bzw. bei Nichtteilnahme: Erstattung von 10 % des Teilnahmebeitrags

Kontakt

VDL Bundesverband
Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V.
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin

Telefon: 030 4397 261-61
E-Mail: info@vdl.de
Website: www.vdl.de

 

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.

 

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2022/08/Kuppel2-pixabay.jpg 640 960 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-01 10:33:142026-10-08 13:18:13VDL: Berlin-Seminar 2026 – 12. bis 14. Oktober 2026

SAVE THE DATE: VDL-Exkursion zur Grünen Woche 2027 in Berlin

1. September 2026/in Allgemein, VDL-Bundesverband
Foto: VDL – GW 2024

15. bis 19. Januar 2027 in Berlin

Der VDL-Bundesverband e.V. lädt auch 2027 wieder zur gemeinsamen Exkursion zur Grünen Woche nach Berlin ein.

Freuen Sie sich auf einen gemeinsamen Rundgang über die weltweit führende Messe für Ernährung, Landwirtschaft und Gartenbau sowie auf ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Geplant sind unter anderem Gespräche und Einblicke rund um aktuelle agrar- und ernährungspolitische Themen sowie Möglichkeiten zum persönlichen Austausch und geselligen Beisammensein.

Merken Sie sich den Termin schon jetzt vor!

15.–19. Januar 2027
Berlin – Internationale Grüne Woche

Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung werden in Kürze hier veröffentlicht.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2024/02/IGW-2024-Header_2-scaled.jpg 1104 2560 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-09-01 08:35:202026-09-30 12:22:28SAVE THE DATE: VDL-Exkursion zur Grünen Woche 2027 in Berlin

VDL-NDS: Pflanzenernährung vor großen Herausforderungen

30. Juli 2026/in Allgemein, Landesverbände, LV Niedersachsen

Fotos: Eberhard Köhler, Pixabay, Dr. Tania Runge, Veolia

Geopolitische Abhängigkeiten als Einflussfaktoren für wirtschaftlich tragfähige Düngestrategien – davon haben wir im Studium wenig gehört, zumal wenn dieses schon ein paar Jahre zurückliegt. Das hat sich in den letzten Jahren gründlich geändert. Die Verfügbarkeit von Stickstoff und Schwefel wird aktuell durch die Sperrung der Straße von Hormus beeinträchtigt, aber auch die Versorgung mit Phosphor hat ihre Unwägbarkeiten. Die umfangreichsten Rohphosphat-Ressourcen liegen in Marokko und Westsahara, aber auch Russland, China und die USA verfügen über große Lagerstätten. Um die Abhängigkeit von Importen aus geopolitisch problematischen Regionen zu reduzieren, forciert die Politik die Rückgewinnung von Phosphaten aus Klärschlämmen. Darüber wollten wir mehr erfahren und organisierten eine Fachexkursion zu den Unternehmen Veolia Klärschlammverwertung Deutschland GmbH in Markranstädt und SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH in Lutherstadt Wittenberg. Veolia leistet Pionierarbeit auf dem Gebiet des Phosphorrecyclings und steht in den Startlöchern für eine verfahrenstechnische Lösung im industriellen Maßstab. SKW ist aktuell das letzte Unternehmen, das noch „Stickstoff made in Germany“ herstellt.

Hochschule Anhalt – Bernburg: Eindrücke einer Feldrundfahrt

Auf dem Weg nach Markranstädt nutzten wir die Gelegenheit, uns auf dem Versuchsbetrieb der Hochschule Anhalt in Bernburg über den aktuellen Stand der Ackerbauforschung zu informieren. Bernburgs grüner Campus liegt am Südrand der Magdeburger Börde im nordöstlichen Regenschatten des Harzes auf Lößschwarzerde mit 86 –100 Bodenpunkten. Auf dem Campusgelände bieten 55 ha Versuchsfeldfläche, zahlreiche Projektgärten und Versuchsanlagen sowie moderne Labore beste Rahmenbedingungen für die Lehre und angewandte Forschung in der Landwirtschaft. Die Arbeitsgruppe Feldversuche unter der Leitung von Frau Prof. Annette Deubel führt auf den fünf Versuchsfeldern ein- und mehrjährige Versuche zu Anpassungsstrategien an Klimaveränderungen, zu Anbau und Verwertung von Körnerleguminosen und zum Einsatz digitaler Technologien in der Pflanzenproduktion durch. In Zusammenarbeit mit dem Bereich Naturschutz laufen Projekte zur Agriphotovoltaik und zur Förderung der Biodiversität in Agrarökosystemen.

Bienenfresser lieben den grünen Campus Bernburg

Bienenfresser lieben den Campus Bernburg

Stefan Gille vom Team Feldversuche gab uns zunächst einen Überblick über den Versuchsbetrieb und stellte uns bei einer ausgedehnten Feldrundfahrt gemeinsam mit Frau Prof. Deubel zahlreiche Versuchsanstellungen aus dem vielseitigen Forschungsprogramm vor. Unterwegs diskutierten wir in den Versuchsparzellen Fragen und Antworten zu einer Vielzahl von Feldfrüchten mit ihren sortenspezifischen Unterschieden, Fruchtfolgen u.v.m. Welche hohe Aktualität gerade die Versuche zu Potenzialen und Grenzen der Anpassung an den Klimawandel haben, zeigt ein Blick nach oben, wo es über den Feldversuchen etwas Unerwartetes zu entdecken gab: Auf dem Bernburger Campus fühlen sich inzwischen auch Bienenfresser richtig heimisch. Die aus sonnigeren Gefilden eingewanderten Vögel mit den markanten Farben haben sich im nahe gelegenen Tagebaugelände angesiedelt. Insgesamt ist beeindruckend, welche idealen Bedingungen diese Feldversuche den Studierenden bieten, praktische Erfahrungen für die zukünftige berufliche Karriere zu sammeln. Zum Ende der Rundfahrt holten uns einige kräftige, aber durchaus willkommene Regenschauer aus dem Westen ein, bevor wir die Abschlussdiskussion unter Dach bei Kaffee und Kuchen fortsetzen konnten.

Den Abend verbrachten wir mit angeregter Unterhaltung und dem Austausch der sehr unterschiedlichen Erfahrungen der Teilnehmer, die aus mehreren Bundesländern zu dieser Exkursion angereist waren. Dabei konnten wir mit Matthias Hoger, dem Geschäftsführer des Veolia-Standorts in Markranstädt, auch unseren Gastgeber des nächsten Tages begrüßen, der unserer Einladung zum Begegnungsabend gerne gefolgt war.

Markranstädt: Wie kommt der Phosphor zurück auf die Felder?

Am nächsten Morgen begrüßte uns Herr Hoger in den Räumlichkeiten von Veolia, der uns in die Möglichkeiten und Tücken des P-Recyclings aus Klärschlamm eingeführte und dabei an die Diskussionen des Vorabends anschließen konnte. Im Zentrum steht hier

Herr Hoger (re) erklärt die Funktion der Membranpresse: Sie entwässert den nach dem Säureaufschluss entstandenen sauren Brei und bereitet den Feststoff für die Granulation vor.

ein von der Pontes Pabuli GmbH in Leipzig entwickeltes Verfahren, mit Hilfe dessen aus phosphathaltigen Aschen hochwertiger Dünger erzeugt werden kann. Die Aschen sind das Ergebnis der Verbrennung von Klärschlämmen aus der Abwasserbehandlung und enthalten wechselnde Anteile von Phosphor, aber auch von Schwermetallen. Herr Hoger führte uns in seinem Vortrag mit anschaulichen Darstellungen durch diesen doch recht komplizierten Prozess der P-Anreicherung aus der Asche im nasschemischen Verfahren. Während organische Verunreinigungen bereits durch die Verbrennung des Klärschlamms nicht mehr in der Asche enthalten sind, müssen eventuell vorhandene Schwermetalle beim Anreicherungsprozess abgetrennt werden. Die Einhaltung vorgegebener Grenzwerte ist Voraussetzung für ein verkehrsfähiges Produkt.

Nach dem Säurebad bleiben feuchte Feststoffe (Mitte), die ganuliert und getrocknet werden (links).

Anschließend besichtigten wir die Forschungsanlage auf dem Firmengelände, die in einem zweistöckigen Containerbau installiert wurde. Darin wurde über drei Jahre an einer Prozessoptimierung gearbeitet. Im Ergebnis entsteht – vereinfacht ausgedrückt – aus der Suspension von Asche und Säure eine feuchte Masse, die dann granuliert und getrocknet wird. Wir haben gelernt, dass trotz der wohlklingenden Namen sowohl der „Pralineneffekt“ als auch der „Paranusseffekt“ durchaus unerwünscht sind. Bei ersterem wird in der Mitte feuchtes Material umschlossen und so die Trocknung erschwert, beim zweiten kommt es zu einer unerwünschten Entmischung bei Granulaten unterschiedlicher Größe. Für eine gleichmäßige Verteilung des Düngers auf dem Feld ist jedoch eine homogene Ware wichtig. Hier knüpft eine Kooperation mit SKW Stickstoffwerke Piesteritz an, wo der aus der Asche gewonnene Phosphor-haltige Presskuchen zunächst mit Stickstoff angereichert und erst danach zu gleichmäßig gekörnten Mehrnährstoffdüngern verarbeitet wird. Wie das Material schließlich als Pflanzennährstoff seine Wirkung entfaltet, konnten wir an einer Reihe von Gefäßversuchen im Gewächshaus in Augenschein nehmen.

Erste Versuche mit den Rezyklaten finden bei Veolia im Gewächshaus statt.

Nach der Besichtigung gab es noch eine Einführung in die aktuelle Rechtslage und die ökonomischen Herausforderungen. Ab 2029 ist das Phosphorrecycling aus Klärschlamm Pflicht für größere deutsche Klärwerke. Dann müssen rund 1 500 000 t Trockenmasse pro Jahr einem Recycling zugeführt werden. Aktuelle Berechnungen gehen jedoch davon aus, dass die bis dahin installierten Verarbeitungskapazitäten nur für rund ein Viertel des jährlich anfallenden Klärschlamms ausreichen. In einer lebhaften Diskussion wurde darüber debattiert, welche Konsequenzen sich daraus ergeben: Bleibt es bei den gesetzlich festgelegten Fristen für das Recycling oder werden diese weiter in die Zukunft verschoben? Diese Unsicherheit ist ein Dilemma für die Kommunen als Träger der meisten Klärwerke. Entscheiden sich diese für das kostenintensive Recycling ihres Klärschlamms und sind hierzu dann doch nicht verpflichtet, dann werden unnötig Steuergelder ausgegeben. Stattdessen könnte der Klärschlamm wie bisher der Müllverbrennung und Abfallentsorgung zugeführt werden. Diese unklare Situation hat auch negative Auswirkungen auf die Investitionsbereitschaft. Die Folge ist, dass Veolia derzeit nicht wie ursprünglich geplant in den Bau einer technischen Großanlage zum P-Recycling investiert. Bleibt somit nur noch die Zwischenlagerung der Klärschlammasche für eine spätere Verarbeitung als Option. Aktuell läuft bereits die Standortsuche hierfür.

SKW Stickstoffwerke Piesteritz: Stickstoff made in Germany

Antje Bittner (re), Geschäftsführerin von SKW, und Markus Kranepuhl (li) begrüßen die Gäste vom VDL.

Mittags erreichten wir mit etwas Verspätung die letzte Station unserer Exkursion, die SKW Stickstoffwerke Piesteritz GmbH, die uns in ihr Futurea Science Center in Wittenberg eingeladen hatten. Das Unternehmen ist einer der 50 größten Betriebe Mitteldeutschlands und gehört zum tschechischen Agrarkonzern Agrofert, dem zweitgrößten Hersteller von stickstoffhaltigen Düngemitteln in Europa. In der aktuellen Situation der Energieknappheit ist SKW das einzige deutsche Unternehmen, das noch N-Dünger „Made in Germany“ herstellt. Dort wurden wir von der Geschäftsführerin Antje Bittner begrüßt, die uns mit ihrem Team das Center und die Firmenphilosophie der SKW vorstellte.

Der Rundgang im Center vermittelte uns in 65 Exponaten auf eindrucksvolle Weise die geschichtlich aufbereitete Entwicklung der Pflanzenernährung. Auf drei Stockwerken ist eine interaktive Ausstellung rund um die Geschichte und Bedeutung der Düngung für die Landwirtschaft aufgebaut. Diese richtet sich sowohl an Schulklassen, Fachpublikum als auch an Politiker und ist für Fachleute und für Laien gleichermaßen absolut sehenswert. Ein Beispiel aus der Ausstellung: Mit 300 Getreidekörnern und 20 g Stickstoff können 550 g Mehl produziert werden, aus denen 15 Toasties hergestellt werden können. Zu sehen war auch ein übersichtliches Modell des riesigen Betriebsgeländes, welches wir bei der Anfahrt unbeabsichtigt umrundet hatten.

Aus 300 Weizenkörnern und 20 Gramm Stickstoff werden 15 fertige Toasties.

Aktuell erfährt die energieintensive Herstellung von Ammoniak und Harnstoff große Aufmerksamkeit. Zentraler Rohstoff für das Haber-Bosch-Verfahren ist Erdgas. Infolge des Ukraine-Krieges wird heute anstelle des günstigen russischen Gases vor allem Gas aus Norwegen oder LNG eingesetzt. Gleichzeitig kommt es durch den Iran-Krieg und die Schließung der Straße von Hormus zu insgesamt zu einer Verknappung der Erdgasversorgung aus dem Mittleren Osten, so dass die nationale Herstellung von Stickstoffdüngern unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit deutlich an Bedeutung gewonnen hat. Aber nicht nur Dünger wird bei SKW hergestellt, etwa die Hälfte der Stickstoff-haltigen Produkte wird anderweitig vermarktet. So hat sich rund um die Stickstoffwerk ein Chemiepark entwickelt und SKW einschließlich der nachgelagerten Verarbeitung ist zum größten Arbeitgeber in der Region geworden.

Randvoll mit fachlichem Input und ergiebigem Erfahrungsaustausch traten die Fahrgemeinschaften um 17.00 Uhr die Heimfahrt an. Für die sehr gelungene Fachexkursion möchten wir uns bei unseren Gastgebern ganz herzlich bedanken.

Text: Dr. Tania Runge, Friedhelm Kruse, Ruth Franken

 

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/07/Exkursion-Veolia-Titel-ek-scaled.jpg 1014 2560 Ruth Franken https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Ruth Franken2026-07-30 01:27:092026-07-30 01:27:09VDL-NDS: Pflanzenernährung vor großen Herausforderungen
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