VDL- Bayern: Fachvortrag zu Agri-PV mit Feldwerke
Symbolbild: S. Eichelsbacher
Am 28. April 2026 veranstaltete die Fachschaft Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der VDL-Landesgruppe Bayern einen Fachvortrag zum Thema Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Referent war Maximilian Möllenbeck von Feldwerke, einem Münchner Start-up, das von drei Gründern aufgebaut wurde.
Feldwerke setzt ausschließlich auf nachgeführte Tracking-Systeme, die der Sonne von Osten nach Westen folgen. Hochaufgeständerte Anlagen seien technisch möglich, jedoch deutlich kostenintensiver; vertikale Module stellten eine weitere Option dar. Durch das Tracking-Konzept lassen sich im Vergleich zu klassischen Freiflächenanlagen rund 20-30% mehr Volllaststunden erzielen. Während Agri-PV-Anlagen etwa 1 MWp pro Hektar erreichen, liegen klassische Freiflächenanlagen bei rund 1.3 MWp je Hektar, allerdings ohne weitere landwirtschaftliche Nutzung der Fläche. Agri-PV ermöglicht hingegen, dass mindestens 85% der Fläche weiterhin bewirtschaftet werden können und gleichzeitig hohe landwirtschaftliche Erträge erzielt werden. Bei Grünland können sogar bis zu 95% der Fläche weiter genutzt werden. Feldwerke tritt dabei sowohl als Projektierer als auch als Eigentümer der Anlagen auf.
Die Nachfrage und das Interesse an den Anlagen sind hoch. Allein bei Feldwerke befinden sich aktuell rund 40 Projekte in der Pipeline, zwei Anlagen sind bereits in Betrieb. Noch in diesem Jahr will Feldwerke 80 bis 100 Megawatt zusätzliche Kapazität realisieren. Vorgestellt wurde unter anderem eine gerade eröffnete 28 Hektar große Anlage mit 17 MWp Leistung, ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro in Oberndorf am Lech.
Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen hängt stark von den EEG-Rahmenbedingungen ab. Bei negativen Börsenstrompreisen entfällt die Einspeisevergütung, während bei hohen Strompreisen eine Direktvermarktung zusätzliche Erlöse ermöglicht. Batteriespeicher gewinnen daher zunehmend an Bedeutung, für sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) sind große Speicherkapazitäten sogar Voraussetzung.
Agri-PV wird mittlerweile mit zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen kombiniert, selbst mit Spezialkulturen wie dem Zuckerrübenanbau, und ist besonders für biologisch wirtschaftende Betriebe interessant. Partielle Beschattung kann, abhängig von Kultur und Witterung, sogar positive Effekte auf Pflanzenwachstum und Ertrag haben. Herausforderungen bestehen weiterhin bei den politischen Rahmenbedingungen und Genehmigungsverfahren. Die eigentliche Bauzeit ist dagegen vergleichsweise kurz, da rund 80 % der Projektdauer auf Planung und Genehmigung entfallen.
Nach dem spannenden Vortrag mit technischen Details, praktischen Einblicken sowie zahlreichen Daten und Fakten entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit vielen Fragen aus dem Publikum. Das große Interesse der Teilnehmenden an dieser Technologie war deutlich spürbar. Wir bedanken uns herzlich bei Feldwerke und Maximilian Möllenbeck für die Veranstaltung.
Zum Abschluss bot ein Get-together Gelegenheit für weiteren Austausch und Networking.
Text: S. Eichelsbacher

Eigene Aufnahme; Eichelsbacher
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