VDL-Seminar „Rhetorik I – Erfolgreich kommunizieren“

Foto: Pixabay

Der VDL bietet in Zusammenarbeit mit der dbb akademie ein Seminar zum Thema “ Rhetorik – erfolgreich kommunizieren “ an. Vom 12. – 14. Februar 2023 werden in Hannover u.a. rhetorische Techniken und eine gute Gesprächsführung erläutert sowie der Umgang mit schwierigen Gesprächssituationen geübt.

Weitere Informationen sowie die Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte dem Programm und dem Anmeldeformular.

Programm VDL-Seminar 12.-14.02.2023

Anmeldeformular dbb-Seminar 12.-14.02.2023

Text: Tobias Dammeier

VDL-Hessen: Reallabore in der Agrarforschung: Gemeinsam mit Praxis, Wissenschaft und Politik den Wandel gestalten (ZALF)

Im Landschaftsexperiment patchCROP arbeiten Forscherinnen und Forscher eng mit einem landwirtschaftlichen Betrieb zusammen. Solche Infrastrukturen können zentrale Elemente in größeren landwirtschaftlichen Reallaboren zu Agrarlandschaften sein. Quelle: © Hendrik Schneider / ZALF.

Damit der nachhaltige Umbau der Landwirtschaft gelingen kann, braucht es zügig konkrete und gemeinsame Schritte auf politischer, praktischer und wissenschaftlicher Ebene. Eine brandenburgisch-hessische Initiative aus Wissenschaftseinrichtungen will zukünftig intensiver in Reallaboren und im engeren Austausch mit Politik und Praxis an Lösungen forschen, und damit genau zu dieser Vernetzung beitragen. Unter Koordination des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) fand hierzu am 21. November 2022 eine erste Veranstaltung mit Vertretern aus Politik und Verwaltung in Berlin statt. Begleitend stellte die Forschungsallianz ein Policy Paper zum Thema vor. Die Autorinnen und Autoren fordern darin, dass sich Agrarforschung und auch Forschungsförderung weiter entwickeln bzw. verändern müssen, um die wissensbasierte Transformation der Landwirtschaft zu erreichen.

Die Landwirtschaft in Deutschland und Europa steht vor einem großen Umbruch. In Anbetracht von Klimawandel, bedrohter Artenvielfalt und zunehmenden Unsicherheiten in den globalen Lieferketten als Teil des gesamten Agrar-Ernährungssystems muss die Landwirtschaft ökologisch, ökonomisch und sozial neu ausgerichtet werden. Reallabore fungieren hier als Testräume für Innovationen und neue Regulierungen. Sie ermöglichen es, neue Technologien, Ansätze, Methoden und Geschäftsmodelle in Experimentierräumen und gemeinsam mit vielen beteiligten Akteurinnen und Akteuren zu erproben. Kennzeichnend für die Art der Zusammenarbeit sind die Partizipation sowie das gemeinsame Lernen. Hierdurch sollen Erkenntnisse aus der Wissenschaft nicht nur schneller ihren Weg in die Praxis finden. Reallabore können auch dabei helfen, die gesellschaftliche Akzeptanz für Innovationen und Veränderungsprozesse zu stärken. Im aktuellen Koalitionsvertrag hat sich die Bundesregierung dazu verpflichtet, ein Reallaborgesetz zu beschließen, das einheitliche und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen für Reallabore bietet und neue Freiräume zur Erprobung von Innovationen ermöglicht.

„Hierzu müssen wir uns in der Wissenschaft für diese neue und intensivere Art der Zusammenarbeit mit Praxis und Politik öffnen und interdisziplinärer zusammenarbeiten. Lösungen auf die drängenden Fragen unserer Zeit werden wir nur finden, wenn wir das Gesamtsystem Landwirtschaft in größeren Landschaftsausschnitten und Themenkomplexen und, besonders wichtig, mit allen beteiligten Akteurinnen und Akteuren entwickeln und für die Umsetzung auch erproben können“, erklärt Prof. Dr. Frank Ewert, Sprecher der Initiative und Wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Zentrums für Agrarlandschaftsforschung (ZALF). „Hierzu braucht es auch neue Impulse für die Wissenschaftspolitik. Wir müssen uns fragen: Gelingt es uns angesichts des großen Transformationsdruckes, vor dem wir gemeinsam stehen, unsere Erkenntnisse schnell genug in die Praxis und Politik zu vermitteln und die Gesellschaft bei diesem Wandel auch mitzunehmen?“ Hier bieten Reallabore einen vielversprechenden Ansatz, argumentiert der Zusammenschluss aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des ZALF sowie der Universitäten Gießen, Kassel und Geisenheim auf einer Veranstaltung am 21. November 2022 in Berlin. Etwa 40 Vertreterinnen und Vertreter aus Bundes- und Landespolitik, aus der Verwaltung und aus dem Bundestag sowie den Landtagen Brandenburg und Hessen waren der Einladung gefolgt, um über das Thema Reallabore in der Agrarforschung zu diskutieren.

In Deutschland gibt es bereits verschiedene Beispiele für Projekte mit Reallaboransätzen, wie das Landschaftslabor patchCROP des ZALF oder die Forschungsprojekte AKHWA und GreenDairy, in denen die Universitäten Kassel und Gießen sowie die Hochschule Geisenheim und der Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen zusammenarbeiten.

Um das Potential einer Reallaborforschung als Beitrag für eine Transformation in der Landwirtschaft nutzen zu können, braucht es nun aber eine Unterstützung aus Politik und Verwaltung – und auch die Bereitschaft, selbst aktiv Teil dieses Wandels zu sein. Diese und weitere Forderungen formulieren die beteiligten Autoren in einem zur Veranstaltung vorgestellten Positionspapier.

„Ein Großteil unserer Gesellschaft entfernt sich immer weiter von der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Zeigen zu können, dass sich viel bewegt, Landwirte und Forschende sich den kommenden Herausforderungen stellen und gemeinsam nach Lösungen suchen, kann ein starkes Signal in Richtung Zukunftslandwirtschaft sein“, so Marina Grölz, Bio-Landwirtin im Kreis Gießen in ihrem Vortrag.

Den Beitrag von Reallaboren für die Politikberatung beleuchtete in einem Inputbeitrag Dr. Manfred Klein vom Bundesamt für Naturschutz. „Reallabore bieten einen integrativen und systemischen Agrarforschungsansatz für die Gestaltung der dringend notwendigen Neuausrichtung der Agrarpolitik“, betont er. „Wir brauchen einen Naturschutz in der Agrarlandschaft, der Hand in Hand geht mit der Entwicklung neuer kooperativer Ansätze. Für solche Entwicklungen eignen sich Reallabore besonders gut.“

„Die zeitnahe und praxisorientierte Begleitung durch vertrauenswürdige Wissenschaftler in Reallaboren kann ein wirksames Mittel sein, die ausufernde Komplexität des exponentiellen Wissenswachstums nicht nur in landwirtschaftlichen Betrieben zu managen“, stellte Benjamin Meise, Geschäftsführer der Fürstenwalder Agrarprodukte GmbH Buchholz in seinem Redebeitrag heraus.

Quelle: ZALF

VDL-Hessen: 17. Netzwerk- und Alumniabend des VDL Hessen – Treffen 2022 in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG in Gießen

Foto: Tobias Grabner

Nach dem großen Erfolg der VDL-Netzwerk- und Alumniabende in den vergangenen Jahren, fand auch in diesem Jahr das bereits siebzehnte Treffen am Freitag, den 11. November 2022, in Gießen statt. Die Vereinigte Hagelversicherung VVaG war erneut Gastgeber in ihrer Zentrale in der Wilhelmstrasse 25.

Der Netzwerk- und Alumniabend, zu dem alle Gießener Absolventen (gleich welchen Jahrganges!) eingeladen waren, startete mit einem Sektempfang in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG sowie der Begrüßung durch den Vorstand der Hagelversicherung, Dr. Rainer Langner, und den VDL. Es schloss sich ein Grußwort des Dekans des Fachbereichs 09 „Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement“ der Justus-Liebig-Universität Gießen, Prof. Dr. Klaus Eder, an, bei dem er auf die aktuellen Entwicklungen an seinem Fachbereich einging.

Als Keynote-Speaker referierte der Geschäftsführer von AgroBrain S. à r.l., Stefan Krämer. Er sprach zum Thema „Welchen Beitrag leistet Agrobrain bei der Besetzung von Fach- und Führungspositionen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft?“ über moderne Personalgewinnung für die grüne Branche im Jahr 2022 und darüber hinaus.

Vorstandsmitglied des Förderkreises des Fachbereichs 09, Dr. Wolfgang Kubens, nutzte den feierlichen Abend, um die diesjährigen Deutschlandstipendiaten bekannt zu geben. Der Abend stand dann bei einem gemeinsamen Abendessen ganz im Zeichen des Wiedersehens, Kennenlernens sowie dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch.

Text: VDL-Hessen

VDL-NRW: Podiumsdiskussion zum Thema Tierwohl

Fotos: Marie Wendt

Am 08.11.2022 fand unsere erste Podiumsdiskussion zum Thema „Tierwohl – die zukünftige Entwicklung der Tierhaltung in Deutschland vom Erzeuger bis zum Einzelhandel“ statt.

Als Gäste und Diskussionspartner waren Herr Michael Uckelmann (2. Vorsitzender des WLV und Schweinehalter), Herr Dr. Johannes Simons (Universität Bonn), Herr Dr. Hermann Josef Nienhoff (Geschäftsführer ZKHL) und Herr Stephan Schoch (Aldi Süd) eingeladen.

Zusammen mit unseren Gesprächspartnern wurden die aktuellen Probleme und mögliche Zukunftsperspektiven in der Tierhaltung diskutiert. Organisiert und moderiert wurde das ganze durch die beiden Vorsitzenden der VDL-Studierendengruppe Johannes Stoschek und Moritz Will.

Mehr als 120 Interessierte lockte die Podiumsdiskussion am Dienstagnachmittag in den Hörsaal der Universität Bonn. Im Anschluss der Veranstaltung bestand die Möglichkeit in kleiner Runde mit den einzelnen Gesprächspartnern bei einem Getränk und einem Grillwürstchen noch einmal ins Gespräch zu kommen und den VDL näher kennen zulernen.

Text: VDL-Studierendengruppe Bonn

Neue VDL-Poloshirts: Bestellaktion bis 04.12.2022

Foto: VDL

Wie bereits vor ein paar Jahren gibt es wieder personalisierte Polo-Shirts mit VDL-Bestickung.

Studierende Mitglieder des VDL können sich über 10 € Zuschuss des VDL-Bundesverbandes freuen!

(Gilt für die ersten 45 Bestellungen)

Beschreibung:
• hochwertiger Stoff, Schrift und Logo ist aufgestickt
• strapazierfähig, lange Lebensdauer, hält viele Wäschen
• Farbe: koks (dunkelgrau)
• 210 bis 220 g/m² Stoffgewicht
• 50 % Baumwolle, 50 % Polyester
• Passform: regular fit
• Damen- und Herrenzuschnitt
• Preis: 36 € mit Zuschuss / sonst 46 €

Ausstattung:
vorne: eigener Vorname: Direkteinstickung 1-farbig grün, linke Brustseite
hinten: VDL-Logo: Direkteinstickung 3-farbig, ca. 270 x 56 mm

Bestellung und Abwicklung:

Für die Bestellung eines Exemplars bitte das Bestellformular ausfüllen und an studierende@vdl.de senden.
Einen Größenleitfaden gibt es hier.
Den Eigenanteil überweisen Sie bitte an den VDL-Bundesverband.
Die Ausgabe erfolgt über eine Studierendengruppe Ihrer Wahl.

Das Ende der Bestellphase ist am 04.12.2022.

Text: Christoph Middendorf

VDL-Ost: Glühweintrinken in Berlin und Rostock am 1. Dezember 2022

Foto: VDL-Ost

Dieses Jahr möchten wir alle Interessierten ganz herzlich zum VDL-Ost-Glühweintrinken in Präsenz einladen!

Gemeinsam können wir so das Jahr Revue passieren lassen und gebührend abschließen.

Dabei bieten wir am 1. Dezember 2022 zwei Standorte im Verbandsgebiet an, an denen wir uns jeweils ab 18:30 Uhr treffen:

Berlin: Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg
Treffpunkt: Glühweinstand am Eingang (siehe Foto unten).
Anmeldung: info@vdl-ost.de

Rostock: Rostocker Weihnachtsmarkt
Treffpunkt: Neuer Markt.
Anmeldung: melanie.annen@vdl-ost.de

 

Wir bitten um eine vorherige Anmeldung, damit wir die beiden Termine besser planen können und sich alle Interessierten auf dem Weihnachtsmarkt auch finden.

Warum nicht in Berlin Mitte? Da dieses Jahr der Weihnachtsmarkt am Schloss Charlottenburg zum letzten Mal seine Tore öffnet, wollen wir diese Gelegenheit noch einmal nutzen und zeitgleich für etwas Abwechslung bei der Standortwahl sorgen.

Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen und freuen uns auf den kollegialen Austausch mit Ihnen!

Text: Nina Parzych

VDL-NRW: Winterball der VDL-Studierendengruppe Bonn

Foto: Pixabay

Dieses Jahr ist es wieder soweit, der VDL Winterball findet nach dreijähriger Corona- Pause endlich wieder statt!

Also holt Anzug und Kleid aus dem Schrank und schwingt das Tanzbein mit uns!!

Am 30.11.22 ab 19 Uhr in der Loestr. 21, 53113 Bonn, öffnen wir die Türen für einen ausgelassenen Abend bei Musik, Tanz und einer Tombola mit tollen Preisen!

Der VVK findet am 02.11.2022 ab 18 Uhr am VDL-Keller (Katzenburgweg 9a) statt.

Text: Johannes Stoschek

HS Geisenheim: „In der Gesellschaft fest verankert“

Foto: Prof. Dr. Hans Reiner Schultz © David Hecker

HOCHSCHULE GEISENHEIM FEIERT 150. GEBURTSTAG IHRES LEHR- UND FORSCHUNGSSTANDORTES

Gemeinsam mit Hessens Ministerpräsident Boris Rhein, Ayse Asar, Staatssekretärin im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst (HMWK), sowie weiteren Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Verbänden und Hochschulgemeinschaft beging die Hochschule Geisenheim am 19. Oktober 2022 in einer Akademischen Feier den 150. Geburtstag ihres Lehr- und Forschungsstandorts. Der VDL war durch seinen Präsidenten Markus W. Ebel-Waldmann vertreten. Die Hochschulleitung warf bei der festlichen Veranstaltung ein Schlaglicht auf die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen der grünen Branche, der Lebensmittel- und Getränkeindustrie.

Am 19. Oktober 1872 wurde die Königliche Lehranstalt für Obst- und Weinbau zu Geisenheim mit sechs Eleven eröffnet. Auf den Tag genau 150 Jahre später feierte die Hochschule Geisenheim als Nachfolgeinstitution mit rund 200 geladenen Gästen in einem offiziellen Festakt das besondere Jubiläum des Lehr- und Forschungsstandorts Geisenheim. Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, hob in seiner Ansprache die Rolle der Einrichtung in Zeiten „des enormen Wandels“ hervor.

„Die Herausforderungen der Gegenwart – Klimawandel, Ressourcenverbrauch, Biodiversitätsverluste und die Veränderung ganzer Landschaften, das Abbilden nachhaltiger qualitätsorientierter, sicherer Produktions-, Verarbeitungs- und Vermarktungssysteme, Ernährungssicherheit und viele andere mehr – werden bei uns in Lehre, Forschung und Transfer parallel gedacht und bearbeitet“, so der Präsident. Mit Rückgriff auf den Geisenheimer Slogan „Wir schaffen Strategien für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft“ betonte er, die Einrichtung wolle und werde einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, die an die Studienfächer angeschlossenen Branchen nachhaltig und damit existenzfähig zu machen.

„Die Hochschule Geisenheim genießt inzwischen beim Weinbau und der Oenologie weltweit einen hervorragenden Ruf. Sie ist im gesamten Bundesgebiet die Adresse für die Winzerinnen und Winzer von morgen. Mit dem Studienangebot und der Forschungsarbeit rund um Natur, Landschaft, gartenbauliche Nutzpflanzen, Lebensmittel und Getränke ist die Hochschule nicht nur in der Wissenschaftslandschaft, sondern auch in der Gesellschaft fest verankert“, sagte Hessens Ministerpräsident Boris Rhein und ergänzte: „Herzlichen Glückwunsch zu 150 Jahren Hochschule Geisenheim. Wir sind sehr stolz, dass es Sie in unserem Land gibt – auf die nächsten 150 Jahre.“

„Die Hochschule Geisenheim verfügt über ein attraktives Studienangebot und genießt national und international einen exzellenten Ruf. Daher setzt sich die Landesregierung mit voller Kraft auch weiterhin für eine nachhaltige Entwicklung unserer Hochschulen in Hessen ein. Denn die Wissenschaft nimmt dabei eine herausgehobene Stellung ein: Aus unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen kommen das Wissen, die Ideen und die Innovationen, die wir für die Gestaltung der Zukunft benötigen“, erklärte Ayse Asar, Staatssekretärin im HMWK. „Die Hochschule Geisenheim wird auch in Zukunft ein national und international wichtiger Name im Bereich des Weinbaus und der Getränketechnologie sein. Mit einem ganzheitlichen Nachhaltigkeitskonzept, welches das Thema in den kommenden Jahren in allen Bereichen noch stärker verankern und sichtbarer machen wird, geht die Hochschule Geisenheim konsequent und mutig voran. Ich danke allen, die die Hochschule Geisenheim mit viel Engagement immer weiter voranbringen und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg und Elan bei der Entwicklung und Umsetzung von innovativen Ideen. Herzlichen Glückwunsch zu 150 Jahren Lehr- und Forschungsstandort Geisenheim und herzlichen Glückwunsch zu 150 Jahren Spitzenforschung in Weinbau und Oenologie.“

Auch Christian Aßmann, Bürgermeister der Hochschulstadt Geisenheim, die in diesem Jahr ihr 1250. Jubiläum feiert und der Hochschule seit jeher – aktuell beispielsweise über das gemeinsame Projekt „Grünes Geisenheim“ – eng verbunden ist, überbrachte ebenso wie Frank Kilian, Landrat des Rheingau-Taunus-Kreises, in einem persönlichen Grußwort seine Glückwünsche. Alumna Julia Siller und Robert Lönarz, Präsident des Ehemaligenverbands der Hochschule, der VEG – Geisenheim Alumni Association e. V., hoben in ihren Ansprachen das Wir-Gefühl und starke Netzwerk der weltweiten Gemeinschaft von Geisenheimern mit allein mehr als 3.000 organisierten Alumni hervor.

Stadt- und Hochschularchivar Oliver Mathias steuerte mit seinem launigen Vortrag „150 Jahre Hochschule Geisenheim: Ein Rückblick in Anekdoten“ einen historischen Exkurs der besonderen Art bei. Prof. Dr. Annette Reineke, Vizepräsidentin Forschung, und Prof. Dr. Alexander von Birgelen, Vizepräsident Lehre, warfen hingegen einen Blick in die Zukunft von Lehre und Forschung am Standort Geisenheim. Eine wichtige Rolle spielen dabei Real- und Transferlabore, in denen Geisenheimer Forschende unter Praxisbedingungen Strategien und Werkzeuge direkt für die Praxis erarbeiten.

Das kommende Jahr – in dem sich die Gründung der Hochschule Geisenheim University als eigenständige und deutschlandweit erste „Hochschule Neuen Typs“ zum 10. Mal jährt – soll auch Auftakt für die Stärkung und das Sichtbarmachen des Dialogs mit Praxis und Gesellschaft bilden. Geplant sind Demonstrationsversuche und Feldtage, beispielsweise in den Bereichen Agrophotovoltaik, der Bodenbearbeitung, Rebenzüchtung und dem ökologischen Gemüsebau. Weiterer Baustein sind die Aktivitäten der Hochschule und ihrer Partner in Vorbereitung auf die Bundesgartenschau im Welterbe Oberes Mittelrheintal 2029.

Hochschulpräsident Schultz verlieh zudem seiner Hoffnung Ausdruck, nach Fertigstellung von vier Neubauten auf dem Campus – dem Neubau Logistik und Nachhaltigkeit, dem Praktikumsgebäude Lebensmittelsicherheit, eines neuen Getränketechnologischen Zentrums und eines Hörsaalgebäudes – im kommenden Jubiläumsjahr im größeren Rahmen mit dem gesamten Netzwerk feiern zu können.

Text: Markus W. Ebel-Waldmann  /  Quelle: Hochschule Geisenheim University (HGU)

Parlamentarischer Abend 2022

Foto: VDL

Am 10. Oktober 2022 fand der Parlamentarische Abend des VDL-Bundesverbandes, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. in Berlin statt. Viele Abgeordnete der im Deutschen Bundestag vertretenen Fraktionen waren der Einladung in Haus der Land- und Ernährungswirtschaft gefolgt. Zudem konnten wieder zahlreiche Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft sowie der Spitzenverbände des Agribusiness begrüßt werden. Die Gäste nutzten den kurzweiligen und geselligen Abend für Fachgespräche und zur Netzwerkpflege.

Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann wies in seiner Eröffnungsrede auf das VDL-Fachforum zum Thema „Versorgungssicherheit in Deutschland – Land- und Ernährungswirtschaft im Spannungsfeld von Klimawandel und Ukraine-Konflikt“ hin“, das im Vorfeld des Abends in Berlin stattgefunden hatte. Es ist eines der zentralen Anliegen des Verbandes, den Berufsstand auf die Bewältigung anstehender Zukunftsaufgaben vorzubereiten. Daher widmet sich der VDL regelmäßig auch kontroversen Diskussionen.

Markus Kamrad, Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz richtete ein Grußwort an die Teilnehmer und dankte für das Engagement auch schwierige Themen anzusprechen. Er hob den Stellenwert der Aufgabe Ernährungssicherheit auch für Berlin hervor. Für die Bundeshauptstadt ist eine gesicherte und nachhaltige Versorgung mit Lebensmitteln ein zentrales Anliegen.

 

Abschließend richtete Präsident Markus W. Ebel-Waldmann eine Botschaft an die Anwesenden Mitglieder des Deutschen Bundestages. Der VDL bietet als Vertreter des Berufsstandes die Expertise an, die in der Lösung dieser und weiterer wichtiger Zukunftsthemen notwendig ist. Der Verband bietet dazu den Dialog an, um gemeinsam mit der Politik Antworten zu entwickeln. Er bat daher eindringlich um die Unterstützung der Grünen Berufe und insbesondere des akademischen Nachwuchses. Denn der inhaltliche Beitrag des Berufsstandes wird auch in Zukunft dringend gebraucht, um die Land- und Ernährungswirtschaft in Deutschland für die kommenden Herausforderungen krisensicher aufzustellen. Hierfür braucht es aber auch eine gute Finanzierung der akademischen Ausbildung und Unterstützung von Seiten der Politik.

Text: Tobias Dammeier

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.

 

VDL-Fachforum 2022: „Versorgungssicherheit in Deutschland – Land- und Ernährungswirtschaft im Spannungsfeld von Klimawandel und Ukraine-Konflikt“

Foto: VDL

Unserem Berufsstand kommt bei der Lösung dieser wichtigen Zukunftsfragen eine bedeutende Rolle zu

Gegenwärtig sieht sich Deutschland mit verschiedenen Krisen konfrontiert. Die Lebensmittelversorgung in Deutschland ist in erheblichen Teilen auf Importen aus dem Ausland angewiesen. Seit einigen Monaten zeigt der russische Angriff auf die Ukraine deutlich, wie anfällig diese Versorgung im Fall einer Krise sein kann. Gleichzeitig stellt der Klimawandel die Land- und Ernährungswirtschaft vor tiefgreifende Herausforderungen.

Welche Auswirkungen haben diese Krisen auf das Agribusiness und den Berufsstand? Und welche Weichenstellungen sind heute nötig, um die Versorgungssicherheit in Deutschland auch in Zukunft zu sichern? Diese und weiteren Fragen widmete der VDL-Bundesverband sein diesjähriges Fachforum am 10. Oktober 2022 in Berlin. Namhafte Experten diskutierten dazu im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft.

 

Dr. Josef Efken vom Thünen-Institut für Marktanalyse in Braunschweig leitete mit seinem Vortrag in das Thema ein. Die globalen Nahrungsmittelpreise befinden sich aktuell auf einem Allzeit-Hoch. Grund hierfür ist insbesondere der Krieg in der Ukraine. Rund ein Drittel der produktivsten Agrarflächen der Welt liegen in der Ukraine und sind derzeit nur eingeschränkt nutzbar. So ist die Getreideernte in der Ukraine im Vergleich zum Vorjahr um ca. 30 Millionen Tonnen geringer ausgefallen. Gleichzeitig treiben die hohen Energiekosten die Preise in die Höhe.

Darüber hinaus ist seit 2016 ein genereller Rückgang der Getreidevorräte in den wichtigen Exportländern feststellbar. Hier zeigen sich die Auswirkungen des Klimawandels, die zu geringeren Erträgen aufgrund extremen Wetters führen. Verschärft wird diese Situation durch einen Anstieg der Nachfrage in Folge steigender Bevölkerungszahlen in einigen Teilen der Welt, aber auch durch die global wachsende Tierhaltung.

Notwendig ist nun, so Efken, dass Abhängigkeiten abgebaut werden, insbesondere durch den Aufbau einer eigenen Nahrungsmittel-Agrarproduktion sowie der Einrichtung von Sicherheitsnetzen in importabhängigen Ländern. Darüber hinaus ist eine Intensivierung der Produktion wesentlich. Hier kann die Politik wichtige Signale setzen, wie das zeitweise Aussetzen von Flächenstilllegungsverpflichtungen in der EU oder das Aussetzen von Biotreibstoffmandaten.

 

Der „Ernährungssicherstellung und –vorsorge: Staatliche Organisation, Planungen und Maßnahmen“ widmete Vera-Tatjana Gizewski, Referatsleiterin Marktordnungs- und Krisenmaßnahmen, Kritische Infrastrukturen Landwirtschaft von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Bonn ihren Diskussionsbeitrag. Sie berichtet, dass seit 2012 umfassende szenariobasierte Risikoanalysen zu Fragen der Aufrechterhaltung der Lebensmittelversorgung unter Krisenbedingungen erfolgt sind. Eingerichtet wurde unter anderem ein Lagezentrum Ernährungssicherstellung bei der BLE, das die täglichen Lagemeldungen der Länder zur Versorgung mit Lebens-, Futter- und Produktionsmitteln auswertet und die Anforderung von Bundesvorräten koordiniert. Zu diesen Vorräten gehören unter anderem die Bundesreserve Getreide, die mehrere hunderttausend Tonnen Getreide verteilt über Lager im gesamten Bundesgebiet umfasst.

Frau Gizewski erläuterte, wie die Vorbereitung auf unterschiedliche Krisensituationen im Rahmen von Stabsübungen durchgespielt und die geplanten Maßnahmen erprobt werden. So wurde 2018 beispielsweise ein Szenario behandelt, das eine Gasmangellage in Süddeutschland vorsah. Erkenntnisse dieser Übung waren unter anderem die Notwendigkeit Unternehmen für Gasversorgungsengpässe zu sensibilisieren und Unternehmen, die relevant für die Versorgung der Bevölkerung sind, in den Kreis der geschützten Kunden des Notfallplans Gas aufzunehmen.

 

Udo Hemmerling, Stellvertretender Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes e.V., wies darauf hin, dass der Landwirtschaft die Möglichkeit erhalten bleiben muss betriebswirtschaftlich erfolgreich arbeiten zu können. Notwendig dafür ist, dass die Politik wichtige Entscheidungen zeitnah trifft. Das Zögern verunsichert die Landwirte und verhindert so wichtige Investitionen in zukunftsfähige Technologien in ihren Betrieben. Er weist ebenso auf den aktuellen Widerspruch hin, den Gasverbrauch deutlich zu senken und gleichzeig den daraus resultierenden Ausfall der Nahrungsmittelproduktion durch Importe ausgleichen zu wollen.

 

Prof. Dr. Rainer Langosch, Vorsitzender des Fachbereichstages Agrarwirtschaft der deutschen Fachhochschulen, Professor für Unternehmensführung und Beratungsmethodik/ Kommunikation, Hochschule Neubrandenburg, hob die Bedeutung der Agrarwissenschaft für die Lösung der anstehenden Probleme hervor. Nur wissenschaftlich fundierte Angebote können zur Bewältigung der großen Herausforderungen beitragen. „Wir Agrarwissenschaftler bieten diese Lösungen“, so Langosch. Nötig sei aber auch ein größeres Selbstbewusstsein der Wissenschaft im Agrarbereich, schließlich kann die Landwirtschaft viele interessante Lösungsansätze bieten.

 

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann hob hervor, dass es zu den zentralen Aufgaben des Verbandes gehöre, den Berufsstand für die Bewältigung wichtiger Zukunftsaufgaben aufzustellen. Grundlage ist hierfür die umfassende Information der Mitglieder zu diesen Themen. Dies ist uns mit dem heutigen Forum gut gelungen.

Das Forum hat außerdem gezeigt, dass der Berufsstand für die Lösung dieser Krisen essenziell ist. Die aktuelle Situation wird zwar einen Wandel des Arbeitsmarktes für Agrar- und Ernährungswissenschaftler mit sich bringen, „aber dem Berufsstand kommt bei der Lösung dieser wichtigen Zukunftsfragen eine bedeutende Rolle zu“, zeigte sich Ebel-Waldmann überzeugt.

Text: Tobias Dammeier

Die Veranstaltung wird aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.