VDL-Seminar „Erfolgreich verhandeln – Gute Verhandlungsführung ist mehr als nur Geschick.“ – Neuer Termin!

Foto: Pixabay

Der VDL bietet in Zusammenarbeit mit der dbb akademie ein Seminar zum Thema „Erfolgreich verhandeln in Politik und Ehrenamt“ an. Vom 13. – 15. September 2025 werden in Hannover u.a. Verhandlungsführung und souveränes Argumentieren behandelt.

Wir verhandeln jeden Tag um Aufträge, Termine oder Konditionen. Auch wenn Verhandlungen häufig nicht als solche erkennbar sind – wir sind quasi ständig am Verhandeln. Sobald man sich nicht einig wird, kann sich aus Kleinigkeiten schnell ein echter Konflikt entwickeln. Verhandlungen erfolgreich zu führen, gilt in vielen Positionen als Schlüsselkompetenz. Die zentrale Frage des Seminars lautet: Wie gelingt es uns, die eigenen Stärken gezielt zu nutzen und eine Verhandlung erfolgreich zum gewünschten Ziel zu führen?

Weitere Informationen sowie die Teilnahmebedingungen entnehmen Sie bitte dem Programm und dem Anmeldeformular.

Programm Erfolgreich Verhandeln 13.-15. September 2025

Anmeldeformular dbb-Seminar 13.-15.09.2025

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Anmeldeschluss ist am 13.08.2025.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt.
VDL-Mitglieder werden bevorzugt berücksichtigt.

Text: Tobias Dammeier

Exkursion im Zeichen von Wasser, Hochwasserschutz und nachhaltiger Landwirtschaft – Teilnehmer besuchen den Polder Ingelheim

Bilder : VDL

Unter dem Titel „Wasser und Natur“ begaben sich zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf eine spannende Exkursion in den Polder Ingelheim. Die Veranstaltung bot eindrucksvolle Einblicke in moderne Hochwasserschutzmaßnahmen sowie in die Herausforderungen und Chancen einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Bewirtschaftung in wassergeprägten Gebieten.

Hochwasserschutz trifft Naturraum

Im Mittelpunkt der Exkursion stand der Polder Ingelheim, ein zentrales Element des Hochwasserschutzkonzepts für den Mittelrhein. Michael Lunkenheimer von der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd erläuterte die Funktionsweise des Polders, der mit einer Fläche von 162 Hektar bis zu 4,5 Millionen Kubikmeter Wasser aufnehmen kann. Herzstück ist das sogenannte Fischbauchklappenwehr, über das das Wasser ein- und ausgeleitet wird.

Besonders die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Norddeutschland zeigten großes Interesse an den technischen Bauwerken, etwa an der Bauweise der Deiche oder dem Betrieb des Schöpfwerks.

Biodiversität durch gezielte Flutungen

Der Polder erfüllt nicht nur eine sicherheitsrelevante Funktion, sondern wird auch gezielt ökologisch geflutet, um wertvolle Lebensräume zu schaffen. Landwirt Tobias Diehl, der Flächen innerhalb der Deiche bewirtschaftet, fördert auf seinen Ackerflächen gezielt die Biodiversität. Sein Betrieb ist Teil des bundesweiten F.R.A.N.Z.-Projekts, das ökologische Maßnahmen in der Landwirtschaft hinsichtlich ihrer Wirtschaftlichkeit untersucht.
Die Betreuung erfolgt durch die Stiftung Kulturlandschaft Rheinland-Pfalz, die während der Exkursion durch Aisha Habeck vorgestellt wurde.

Direktvermarktung mit Innovationsgeist

Ein weiteres Exkursionsziel war der landwirtschaftliche Betrieb „Philaroma“ von Markus Kirn. Der gebürtige Baden-Württemberger hat den Hof gemeinsam mit seiner Frau in Ingelheim aufgebaut. Ausgangspunkt war ein kleiner Familienbetrieb, aus dem durch innovative Ideen ein moderner Direktvermarktungsbetrieb entstand – inklusive eines Erdbeerfeldes mit eigener Ausfahrt aus einem Kreisverkehr, dies ist in Deutschland wohl Einzigartig.

Neben Erdbeeren werden inzwischen zahlreiche Kulturen angebaut, sodass fast ganzjährig frische regionale Produkte angeboten werden können. Wasser spielt dabei eine zentrale Rolle: Die Bewässerung erfolgt über eine elektronisch gesteuerte Ringleitung, gespeist aus übernommenen Brunnen des örtlichen Wasserversorgers.

Fazit

Die Exkursion machte deutlich, wie stark das Thema Wasser sowohl für den Schutz der Bevölkerung als auch für die landwirtschaftliche Produktion in der Region von Bedeutung ist. Sie bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern informative und praxisnahe Einblicke in technische, ökologische und ökonomische Zusammenhänge – und zeigte beispielhaft, wie Hochwasserschutz, Naturschutz und moderne Landwirtschaft Hand in Hand gehen können.

Text: Christian Riede

Weitere Informationen (externe Links):

Exkursion zu Weinbau und Technik

Bilder: Jens Ditter, Eberhard Köhler

Seit vielen Jahren wandert der VDL mit seinen Jahrestagungen durch die Republik, und natürlich sind immer wieder die Länder mit Weinanbau dran. So haben wir im Laufe der Jahre etliche Weinbaubetriebe kennengelernt und eine gute Vorstellung davon entwickelt, wie ein guter Wein entsteht. In diesem Jahr setzte der VDL-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saarland einen anderen Schwerpunkt: Wie funktioniert die technische und logistische Seite der Weinerzeugung, bis wir den guten, in Deutschland gewachsen und ausgebauten Wein auf dem Tisch haben? Geleitet wurde die Exkursion vom stellvertretenden Vorsitzenden Oliver Strub, Agraringenieur, Winzermeister und Referent für die Winzermeisterausbildung der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz. Mit ihm hatten wir einen kompetenten Fachmann an unserer Seite, der uns an seinem Wissen und seinen Erfahrungen teilhaben ließ und wirklich jede Frage beantwortete.

 

Wie legt man einen Weinberg an?

Die erste Station hatten wir beim Lohnunternehmen Niederauer in Stetten, das sich in den letzten zehn Jahren immer stärker auf Dienstleistungen für Weinbaubetriebe spezialisiert hat. Dazu gehören die Rodung von alten Anlagen, die tiefe Bodenbearbeitung und Pflanzung neuer Rebanlagen, die Pflege und Entlaubung der Reben und schließlich die Ernte, soweit diese maschinell erfolgen kann. Das alles in mehr oder minder hängigem Gelände, wobei Steillagen bis 70 % möglich sind – allerdings nur für mutige bis tollkühne Fahrer.

Spezielle Technik, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind erforderlich, um diese Aufgaben kosteneffizient zu erledigen. Dazu arbeitet Niederauer eng mit der Firma Wagner Pflanzen-Technik zusammen, die im Verlauf von 40 Jahren Firmengeschichte ein komplettes Sortiment von Spezialmaschinen für die Arbeit im Weinberg entwickelt hat. Wobei die beste Maschine nur so gut sein kann wie die Steuerung – und da ist Wagner am Markt ganz vorn. Alle Arbeitsgänge erfolgen GPS-gesteuert und werden über eine integrierte Vermessungssoftware durchgeführt. Eine 100%ige Datenkompatibilität ermöglicht einen sehr effizienten Arbeitsablauf und bildet den Grundstein für eine durchgängige Digitalisierung der Bewirtschaftung. Felder vermessen, Kundendaten pflegen, Auftragsdaten pflegen, Verbrauchsmaterial kalkulieren – alles passiert im ersten Arbeitsschritt. Das zeigte uns der Techniker von Wagner am Beispiel einer Neuanlage in einer Präsentation, bevor er die Funktionen des Pfostensetzers und der Rebenpflanzmaschine erklärte. Auf den beiden Arbeitsplätzen an der Zuführung der Stecklinge nahmen auch sofort erste Freiwillige Platz, die dann auf der Teststrecke auch mit Stöckchen in Aktion treten durften. Mehrfach fuhr der Fahrer die Maschine auf und ab und die „Pflanzleistung“ der Testarbeiter wurde mit viel Vergnügen vom Publikum kommentiert.

 

Gibt es guten Wein auch ohne Alkohol?

Anschließend ging es zur Weinkellerei Adam Trautwein in Lonsheim. Das Unternehmen wurde 1909 gegründet und wird aktuell in der 3. und 4. Generation der Familie Trautwein geführt. Der Begriff „Familienunternehmen“ ist zwar korrekt, aber doch auch irreführend, denn Trautwein gehört zu den größten Kellereien in Europa und die eigene Weinproduktion stellt nur einen winzigen Teil der Gesamterzeugung dar. Hauptsächlich ist die Weinkellerei Trautwein Lohnverarbeiter für zahlreiche Winzer in Deutschland und bietet Full Service bis zur Abfüllung an. An den vier Standorten wird jährlich ein Gesamtvolumen von 25 Mio t Trauben verarbeitet, auf dem Höhepunkt der Weinlese fahren hier täglich ca. 200 Tankwagen auf den Hof. In den riesigen Edelstahltanks lagern bis zu 64 Mio. l Wein, Traubensaft und weitere Erzeugnisse. Verfahrenstechnisch ist die Kellerei auf dem modernsten Stand, u.a. mit Kaltvergärung, Elektrodialyse und einer anaeroben Behandlungsanlage für Weinbauabwässer – die weltweit erste derartige Anlage, die schon 1994 in Betrieb genommen wurde.

Eine Spezialität von Trautwein ist die Entalkoholisierung von Wein, die hier in großem – und auch kleinem – Maßstab betrieben wird. Neun solche Anlagen soll es in Deutschland geben, zwei stehen hier bei Trautwein in Lonsheim. 2014 wurde die erste installiert, die zweite, kleinere Anlage kam 2022 hinzu, um für andere Winzer Chargen ab 2.000 l im Lohn verarbeiten zu können.

Technisch ist der Prozess der Entalkoholisierung alles andere als trivial, die Anlagen sind teuer und das Verfahren der Vakuumrektifikation ist aufwändig. Da genügt es nicht, nur den Alkohol zu entziehen – der nimmt bei der Destillation das Aroma mit, das zurückgewonnen und dem entalkoholisierten Getränk wieder zugeführt werden muss. Auch die Menge ist nach dem Prozess um einiges geringer als vorher. Und die Qualität . . . die Idee, schwächere Weine über diesen Prozess aufzuwerten, funktioniert jedenfalls nicht. Vielmehr verlangen die stufenweisen Reduktionsvorgänge als Ausgangsbasis einen besseren Grundwein, um eine gute Qualität zu erzielen. Am Ende ist die Produktion von entalkoholisiertem Wein um ca. 15 Prozent teurer als das vergleichbare Getränk mit Alkohol und muss im Verkauf entsprechend mehr kosten.

Und wie schmeckt er nun, der Wein ohne Alkohol? Wir durften probieren und kommen zu dem Schluss, dass der Sekt näher dran ist am Original als der Wein. Wer seine Erwartungshaltung nicht anpasst, wird (noch) nicht glücklich. Wer sich darauf einlässt und einem neuen Geschmackserlebnis offen gegenübersteht, darf sich auf eine interessante Entwicklung in den nächsten Jahren freuen und sollte diesen Markt im Auge behalten.

 

Text: Ruth Franken, Jens Ditter

 

 

TH Bingen: Forschung mit starkem Praxisbezug

Bilder: Christian Riede, Eberhard Köhler

Seit 1897 bildet die Technische Hochschule Bingen Studierende in den Ingenieur- und Naturwissenschaften aus. Hier kann man neben Agrarwirtschaft auch Landwirtschaft und Umwelt sowie Klimaschutz und Klimaanpassung studieren, um nur einige zu nennen. Neben der Lehre sind an der THB auch verschiedene Forschungsschwerpunkte mit starkem Praxisbezug angesiedelt, über die wir einen Einblick erhalten wollten. So trafen wir uns nach den beiden Exkursionen nachmittags auf dem Campus der TH mit Dr. Benjamin Klauk, Vorstandsmitglied des VDL Rheinland-Pfalz/Saarland und wissenschaftlicher Mitarbeiter der THB. Die Präsidentin der TH Bingen, Prof. Dr. Antje Krause, begrüßte uns persönlich und hieß uns auf dem Campus willkommen. Danach ging es gleich zur Sache mit der Vorstellung eines nicht nur für Rheinland-Pfalz bedeutenden Forschungsprogramms.

Zikaden-Alarm!

Begrüßung durch Prof. Antje Krause, Präsidentin der THB

Begrüßung durch Prof. Antje Krause, Präsidentin der THB

In Rheinland-Pfalz verursachen bakterielle, von der Schilf-Glasflügelzikade (Pentastiridius leporinus) übertragene Pflanzenkrankheiten gravierende Schäden beim Anbau von Zuckerrüben, Kartoffeln und Gemüse. Bekannt sind sie unter Begriffen wie „Stolbur“ und „SBR“ (Syndrome Basses richesses) mit Symptomen wie Blattwelke und gummiartigen Rüben oder Kartoffelknollen. Das Ergebnis sind starke Ertragseinbußen und eine schlechte Verarbeitungsfähigkeit des Ernteguts. Wissenschaftlich werden die Erreger unter den Termini ARSEPH und PHYPSO zusammengefasst und erforscht.

Das Kernproblem ist die Schilf-Glasflügelzikade, die sich lebenslang mit den Erregern in einer Symbiose verbindet und die Epidemie im Zuge des Klimawandels in rasender Geschwindigkeit weiter nach Norden trägt. Die bisherige Geschichte der Ausbreitung liest sich wie ein Krimi: Erstmals wurde die Zikade als Überträger auffällig 1991 in Frankreich (Burgund, Franche-Comté) mit Einkommenseinbußen bis zu 50 % für die Rübenbauern. Bis 2008 wurden fünf Zuckerfabriken geschlossen und der Zuckerrübenanbau eingestellt. Im Jahr 2009 tauchte SBR erstmals in Deutschland im Landkreis Heilbronn auf und wurde 2017 in der Schweiz und in Sachsen nachgewiesen. Zwischen 2018 und 2024 kam es zu einer starken epidemischen Ausbreitung in den Bundesländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, und ein Ende ist nicht abzusehen.

Bottom-up: Praxisbasierte Forschung im Netzwerk der Akteure

Hat der Zikade den Kampf angesagt: Dr. Christian Lang

Hat der Zikade den Kampf angesagt: Dr. Christian Lang

Dr. Christian Lang, Ehrenvorsitzender des VDL Landesverbandes Rheinland-Pfalz, gehörte zu den Ersten, die die Dimension dieser Epidemie erkannten und sie als existenzielle Bedrohung der Landwirtschaft wahrnahmen. Als Geschäftsführer des Verbandes der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V. war er nah dran an der Praxis, aber auch an der Zuckerindustrie, und erkannte schnell, dass die Sache keinen „Marsch durch die Instanzen“ vertragen würde.

Dr. Lang wartete nicht darauf, dass Politik und Wissenschaft sich des Problems annahmen, sondern wurde selbst aktiv – und brachte sein umfangreiches Netzwerk in Stellung. Mit seinen Verbindungen in die gesamte Branche holte er mit der TH Bingen und anderen Hochschulen die Wissenschaft ins Boot, aktivierte Kolleginnen und Kollegen aus betroffenen Verbänden, alarmierte die Zuckerindustrie – und besorgte die Finanzierung für erste Forschungsprojekte. So gelang es ihm, ein praxisnahes, projektfinanziertes Forschungsnetzwerk aufzubauen und ständig zu erweitern, das alle Aspekte des Themas von der Biologie der Erreger und der Zikaden über die Symptomatik und Ausbreitung bis hin zu Fragen der integrierten Bekämpfung der Zikaden bearbeitet.

Die 2020 gegründete „Forschungsgemeinschaft Zuckerrübe Südwest“ besteht aus Institutionen in Baden-Württemberg, Hessen und Rheinland-Pfalz und wurde uns von Jana Stohl, die als Projektmitarbeiterin an einem der zahlreichen Forschungsprojekte arbeitet, vorgestellt. Gemeinsame Ziele sind:

  • Förderung des Versuchswesens im Zuckerrübenanbau, der Zuckerrübenzüchtung und produktionstechnischer Weiterentwicklung.
  • Förderung der Fortbildung von Zuckerrübenanbauern.
  • Förderung von Maßnahmen und Untersuchungen, die die Nachhaltigkeit des Anbaus oder die Beratung und den Transfer in die Praxis verbessern.
  • Internationale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei den oben genannten Zielen
  • Beantragung und Durchführung überregionaler, gemeinsamer Forschungsvorhaben insbesondere in den Bereichen Agrarökologie, integriertem Pflanzenschutz, Pflanzenernährung, Züchtung und Betriebswirtschaft sowie Promotions- und Abschlussarbeiten etc.

Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um Zuckerrüben, denn die Zikade hat ihren Aktionsraum auf den Kartoffel- und Gemüseanbau erweitert. So werden auch die Projekte auf diese Kulturen ausgeweitet. Etliche Dissertationen entstehen in den Projekten und es werden Millionen Euro aus verschiedenen Fördertöpfen eingesetzt, zum Beispiel im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP). EULLE ist das Programm des Landes Rheinland-Pfalz, in dem die EIP-Agri Projekte gefördert werden.

Teilnehmer lauschen aufmerksam den Ausführungen von Jana Stohl und Dr. Benjamin Klauk

Teilnehmer lauschen aufmerksam den Ausführungen von Jana Stohl und Dr. Benjamin Klauk

Anschließend stellte Dr. Benjamin Klauk, Wissenschaftlicher Mitarbeit der TH Bingen und Vorstandsmitglied im VDL Rheinland-Pfalz/Saarland, sein Forschungsprojekt über die Bakterielle Kartoffelknollenwelke vor, die ebenfalls über Glasflügelzikaden übertragen wird. Es geht darum, praxisrelevante Ansätze für das Management dieser Krankheiten zu entwickeln. Dafür werden verschiedene Sorten, unterschiedliche Pflanz- und Erntetermine, Untersaaten und der Einsatz von Schutznetzen erprobt. Auch biologische Pflanzenstärkungsmittel kommen zum Einsatz. Die Anwendung von Insektiziden zeigt nur teilweise Wirkung, dagegen zeichnet sich ab, dass eine Kombination verschiedener Maßnahmen die größten Erfolgschancen hat. Die weitere Forschung richtet sich darauf, welche Kombinationen unter welchen Witterungsbedingungen Wirkung zeigen.

Einen praktischen Eindruck vermittelte der Rundgang über die Versuchsfelder, bei dem Dr. Klauk uns die Versuchsanlage mit den verschiedenen Maßnahmen zeigte und die Effekte und Erfahrungen der letzten Jahre erklärte. Die vielen Fragen zu Erkenntnisse und Erfahrungen aus den Versuchen  konnten beantwortet werden, es wurde jedoch deutlich, dass mehr Forschung notwendig ist, um den Landwirten Lösungen aufzeigen zu können.

Die Veranstaltung an der TH Bingen zeigte eindrucksvoll, wie wichtig die Verbindung von Forschung, Lehre und landwirtschaftlicher Praxis ist, um aktuellen Herausforderungen im Pflanzenbau wirksam zu begegnen. Die aktuellen und in Planung befindlichen Forschungsprojekte bieten Nachwuchswissenschaftlern attraktive Einstiegsmöglichkeiten; auch die Forschungsgemeinschaft Zuckerrübe Südwest sucht aktuell wieder neue Projektmitarbeitende. https://www.ruebe.info/forschungsgemeinschaft/

Begegnungsabend im Brauwerk Bad Kreuznach

Begegnungsabend im Brauwerk Bad Kreuznach

Der zweite Tag der VDL-Jahrestagung endete für alle Teilnehmenden im Brauwerk Bad Kreuznach, wo bei gutem Essen und Bier der hauseigenen Brauerei die Erfahrungen des Exkursionstages ausgetauscht wurden.

 

Ihren Abschluss fand die Jahrestagung am Samstag Zu Fuß als auch auf dem Kahnmaran konnten die VDL-Mitglieder Bad Kreuznach entdecken und viele

interessante Eindrücke mit nach Hause nehmen.

 

 

Text: Christian Riede, Ruth Franken

 

 

VDL-Nachwuchsschmiede – erfolgreiches Format für den Berufseinstieg

Bilder: VDL

Am 14. Mai 2025 fand in Bad Kreuznach bereits die zweite VDL-Nachwuchsschmiede statt. Das Veranstaltungsformat, das der VDL mit Unterstützung der Rentenbank durchführt, wurde auch in diesem Jahr gut angenommen.  Zahlreiche Studierende folgten den Vorträgen der Vertreter der  teilnehmenden Unternehmen, Verbände und Institutionen der Grünen Branche.

Stefan Krämer, Geschäftsführer von Agrobrain stellte einleitend den aktuellen Arbeitsmarkt für Absolventen der Grünen Berufe vor. Ihm folgten Andreas Ellrich von BASF und Dr. Jürgen Neureuther, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, der Möglichkeiten im Berufsfeld Agrarverwaltung vorstellte. Die Arbeit und Einstiegsmöglichkeiten in der Gartenbauversicherung VVaG stellte Dennis Hölzer vor. Gertrud Hoffmann, Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Koblenz, stellte die Möglichkeiten in dem breiten Berufsfeld der Verbände dar und André Nolden vonHochwald Foods GmbH beleuchtete ausführlich das Arbeitsfeld Milchwirtschaft. Anna Blomenkamp gab Einblicke in die Arbeit und Karrieremöglichkeiten der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Anschließend erläuterte Andreas Carlo Hahn die Möglichkeiten, die eine Hofübernahme oder StartUp-Gründung bieten bevor Anna Dettweiler, Verband der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer, auf das Segment Wissenschaftliche Forschung einging. Unterstützt wurde der Einblick in dieses Berufsfeld von Benjamin Klauk, der über seine Promotion an der TH Bingen berichtete.

Zum Abschluss stellten sich die Referenten den Fragen der Studierenden und Berufseinsteiger.

Ziel des VDL als größtem akademischen Berufsverband der Branche ist es die Nachwuchsförderung im Verband weiter ausbauen und intensivieren. Die Nachwuchsschmiede soll daher den Studierenden und Berufseinsteigern die Möglichkeit bieten mit Unternehmen und Institutionen in Kontakt zu kommen und Orientierung auf dem breiten und vielfältigen Arbeitsmarkt bieten.

Im Gasthaus Wolpertinger fand der Tag bei der gemeinsamen Abendveranstaltung der Teilnehmer und Referenten einen geselligen Ausklang, der viel Platz für direkte Fragen und persönliche Kontakte bot.

Text: VDL

VDL-Bundesmitgliederversammlung 2025 in Bad Kreuznach

Bilder: VDL

Die Bundesmitgliederversammlung 2025 des VDL Bundesverbandes fand am 15. Mai 2025 in Bad Kreuznach statt. Im Tagungshotel Caravelle im Kreuznacher Kurviertel fand sich eine Vielzahl an Mitgliedern des VDL ein. Am Vormittag startete der Gremientag mit den Sitzungen der Bundessparten Öffentlicher Dienst, Studierende und Young Professionals sowie der Geschäftsführerkonferenz der VDL-Landesverbände und -gruppen. Nach diesem ersten Austausch folgte nachmittags die Bundesmitgliederversammlung, die allen Mitgliedern des Verbandes offen stand.

Neben den satzungsmäßigen Regularien der Mitgliederversammlung und der Erörterung aktueller berufsständischer Fragen stand auch die Besprechung des VDL-Haushaltes auf der Tagesordnung. Interessanter Mittelpunkt der Mitgliederversammlung waren die Berichte aus den Bundessparten, den Landesverbänden und Landesgruppen. Hier wurde eine Vielzahl unterschiedlichster Angebote und Veranstaltungsformate im ganzen Bundesgebiet vorgestellt, die das große Engagement aller im VDL-Ehrenamt engagierter Kolleginnen und Kollegen zeigen.

 

VDL Präsident Markus Ebel-Waldmann dankte allen an der Organisation beteiligten Kolleginnen und Kollegen des Landesverbandes Rheinland-Pfalz/Saarland für die gute Vorbereitung der Jahrestagung und das umfangreiche Fachprogramm. Er überreichte dem Landesvorsitzendes Peter Jung sowie dem Geschäftsführer Christian Riede einen Dank des Bundesverbandes.

 

 

Im Anschluss ging es für alle Teilnehmenden zum Bonnheimer Hof. Hier fand der Tag auf dem Begrüßungsabend der VDL Jahrestagung einen geselligen Abschluss. Präsident Markus Ebel-Waldmann begrüßte Prof. Dr. Antje Krause, die Präsidentin der Technischen Hochschule Bingen, die ein Grußwort an die Anwesenden richtete, eine Vielzahl von Ehrengästen.

Text: VDL

VDL-Bayern: Studierendentreffen der Landesgruppe Bayern – Austausch, Vernetzung und neue Ideen

Bild: Sebastian Eichelsbacher

Am 13. Mai traf sich die VDL-Landesgruppe Bayern zu einem gemütlichen Studierendentreffen im Biergarten. Mit dabei waren Studierende der Technischen Universität München (TUM) sowie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). In entspannter Runde standen der persönliche Austausch, gute Gespräche und vor allem der Spaß im Vordergrund.

Besonders erfreulich war der Besuch einiger neuer Gäste, denen der VDL vorgestellt wurde – es wurden Fragen geklärt und über das vielfältige Angebote des Verbands informiert. Die positive Resonanz und die offene Atmosphäre zeigen: Die Gruppe wächst, und das mit tollen, engagierten Leuten!

Darüber hinaus wurden erste Ideen für zukünftige Exkursionen und Veranstaltungen diskutiert. Auch bei den bundesweiten Events möchten die Studierenden der LG Bayern künftig verstärkt vertreten sein – die nächste Veranstaltung ist bereits die Nachwuchsschmiede und Jahrestagung in Bad Kreuznach.

Die VDL-Landesgruppe Bayern freut sich über den weiteren Ausbau der Studierendenarbeit und investiert gerne Zeit und Ressourcen, um die Studierenden vor Ort bestmöglich zu unterstützen.

Text: Sebastian Eichelsbacher

VDL-NDS: „Das Auge des Herrn mästet das Vieh“

Foto: Pixabay

In der Schweinehaltung stellt das Kupieren der Schwanzspitze seit Jahrzehnten eine routinemäßige Maßnahme dar, um Schwanzbeißen vorzubeugen. Damit wird den Schweinen jedoch ein wichtiges Kommunikationsmittel genommen. Ein intakter Ringelschwanz ist für das soziale Miteinander der Tiere wichtig und ein guter Indikator für eine tierwohlgerechte Haltung. Auf dem Hof Harleß im Landkreis Uelzen werden seit zehn Jahren erfolgreich Schweine mit Ringelschwanz gemästet. Wir konnten Karl Harleß gewinnen, uns im Rahmen einer Online-Veranstaltung am 10. April einen Einblick in die tiergerechte Haltung von Schweinen auf seinen Betrieb zu geben.

Wir bekamen einen umfassenden Einblick in die Abläufe seiner konventionellen Schweinehaltung und konnten anhand zahlreicher Charts im Detail all die Stellschrauben nachvollziehen, die den Erfolg des Betriebes ausmachen. Erst auf den zweiten Blick erschließt sich der Unterschied zu all den Buchten, die man schon im Laufe von Exkursionen und Betriebspraktika während des Studiums gesehen hat: Die ganze Anlage ist aus der Psychologie des Schweines gesehen und gestaltet. Wo kann ich mich verstecken, wenn mir der fiese Kerl mit dem Schlitz im Ohr auf die Pelle rückt? Ist noch was Leckeres im Automaten, wer hat gerade den Ball zum Spielen und wäre jetzt nicht Zeit für ein Schläfchen in der gedimmten Zone? Und am Kontaktgitter zur Nachbarbucht schlendert gerade die kleine Süße vorbei, vielleicht hat sie Lust auf ein Schwätzchen? Solche Befindlichkeiten ausleben zu können, ist wesentlich für das Wohlbefinden und findet Niederschlag in der gut durchdachten und über Jahre entwickelten Gestaltung der Buchten.

Meister der Ringelschwänze: Karl und Gesine Harleß mit Sohn Phillip (v.r.n.l.)

Herr Harleß teilte seine Erfahrungen mit uns und berichtete auch offen über Rückschläge und Probleme im Verlauf der 15 Jahre, die er jetzt dieses Haltungskonzept verfolgt. Es wurde im Verlauf der Präsentation sehr deutlich, wie wichtig die intensive Beobachtung der Tiere und die konsequente Reaktion auf alle Störungen ist. „Das Auge des Herrn“ ist wohl der bei weitem wichtigste Erfolgsfaktor, wenn man Schweine mit Ringelschwanz mästen möchte. Das ist auch auf Stroh kein Selbstläufer und gilt umso mehr für die konventionelle Haltung auf Vollspalten. Herr Harleß blieb in der Diskussion keine Antwort schuldig und natürlich wollten wir auch wissen, was er mit notorischen Störenfrieden macht. Die gibt es in jeder Bucht, aber es sind nur wenige, die sich mit guter Beobachtung und viel Beschäftigung nicht befrieden lassen. Für diese Kandidaten sowie für kranke Tiere gibt es ein gut ausgestattetes Krankenabteil. In der Regel kann man die Beißer als eigene Gruppe führen, sozusagen im Gleichgewicht der Kampfkraft. Nur selten muss einer vor der Zeit den Gang zum Schlachthof antreten.

Im Ergebnis wurde eine alte Weisheit bestätigt: Das Auge des Herrn mästet das Vieh. Ringelschwanz ist möglich, auch in konventioneller Haltung. Aber nur mit durchdachtem Stallbaukonzept und intensiver Tierbeobachtung, und das ist deutlich aufwändiger als das Kupieren der Ringelschwänze.

Text: Ruth Franken

VDL-Nachwuchsschmiede am 14. Mai 2025 in Bad Kreuznach

Personalverantwortliche aus namhaften Unternehmen im Agrar,- Ernährungs- und Umweltsektor, der Agrar- und Umweltverwaltung, Banken, Versicherungen, Verbänden und Institutionen, Medien etc. informieren in Kurz-Präsentationen über Beschäftigungsmöglichkeiten, Karriereperspektiven, Gehalt, Erwartungen an die Nachwuchskräfte und vieles mehr!

Wir freuen uns auf Eure Teilnahme!

Mittwoch, 14. Mai 2025

15:00 Uhr Eröffnung und Begrüßung

Markus W. Ebel-Waldmann, Präsident des VDL Bundesverbandes e.V., Berlin
Marvin Bretz, Vorsitzender der Bundessparte „Studierende“, VDL Bundesverband e.V., Berlin

15:15 Uhr Aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen der Grünen Branche

Barbara Boeckenhoff, Agrobrain S.à r.l., Wemperhardt

15:30 Uhr Präsentation ausgewählter Berufsfelder in der grünen Branche durch Personalverantwortliche

  • Berufsfeld Agrarverwaltung: Dr. Jürgen Neureuther, DLR Rheinhessen-Nahe-Hunsrück, Bad Kreuznach
  • Berufsfeld Versicherungen: Dennis Hölzer, Gartenbauversicherung VVaG, Wiesbaden
  • Berufsfeld Verbände: Gertrud Hoffmann, Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Koblenz
  • Berufsfeld Milchwirtschaft: André Nolden, Hochwald Foods GmbH, Thalfang
  • Berufsfeld Banken: Anna Blomenkamp, Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt am Main

16:45 Alternative Perspektiven

  • Unternehmer-Karriere mit Hofübernahme, StartUp-Gründung etc.: Andreas Carlo Hahn, Landwirt,
    Unternehmer, Trainer der Andreas-Hermes-Akademie, Niederweiler/Südeifel
  • „Wanderjahre“: Berufseinstieg mit befristeten Forschungsprojekten: Dr. Christian Lang, Verband
    der Hessisch-Pfälzischen Zuckerrübenanbauer e.V., Worms & Benjamin Klauk, TH Bingen

17:30 Paneldiskussion
mit allen ReferentInnen

19:00 Uhr Abendveranstaltung im Wirtshaus Wolpertinger, die ReferentInnen sind ebenfalls dabei

Das Programm finden Sie hier: VDL Nachwuchsschmiede 2025.

A N M E L D U N G

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Foto: pixabay/ Text: VDL

VDL-Jahrestagung 2025 vom 15.-17. Mai 2025 in Bad Kreuznach

Foto: Weinland Nahe e.V.

Gemeinsam mit dem VDL-Bundesverband lädt der VDL-Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar zur diesjährigen VDL-Jahrestagung vom 15. bis zum 17. Mai 2025 nach Bad Kreuznach und ins Naheland ein.

Im Herzen von Rheinland-Pfalz liegt das Weinbaugebiet Nahe mit dem Kurort Bad Kreuznach als wirtschaftlichem Zentrum. Der Wein spielt eine zentrale Rolle, aber die Region hat landwirtschaftlich noch viel mehr zu bieten. So hat entlang des Rheins zwischen Ingelheim und Mainz der Obstbau eine große Bedeutung und in der Rheinebene werden Sonderkulturen angebaut. Östlich und nördlich von Bad Kreuznach findet man Wald, Wiesen, Ackerbau und Milchvieh- bzw. Rinderhaltung. Neben der Landwirtschaftskammer, dem Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum Rheinhessen-Nahe-Hunsrück und anderen Institutionen ist mit der TH Bingen auch eine bedeutende agrarische Hochschule in der Region tätig.
Diese Region wird gerne als klimatisch begünstigt bezeichnet. Doch in den zurückliegenden Jahren wandelt sich das Klima in Richtung „heiß und trocken“, wobei Extremwetterereignisse häufiger werden. Neue Schädlinge aus dem Süden, Wasserknappheit, Starkregen, Hitzeextreme und steigende Durchschnittstemperaturen stellen die Landwirtschaft schon jetzt vor große Herausforderungen. Bei Exkursionen und Fachgesprächen werden wir diese Herausforderungen beleuchten und uns mit Landwirten, Beratern und Wissenschaftlern über Wege der Anpassung austauschen.

Der VDL Bundesverband und der VDL Landesverband Rheinland-Pfalz/Saar freuen sich auf Ihre Teilnahme!

Das ausführliche Programm finden Sie hier.

 

A N M E L D U N G

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Text: VDL