VDL: Die starke Landwirtschaft – Gesund, nachhaltig, innovativ

Foto: Markus W. Ebel-Waldmann

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann nimmt gemeinsam mit Joachim Ruckwied, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes e.V., und Jörg Migende, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Raiffeisenverbandes e. V., Stellung in der Ausgabe „Die starke Landwirtschaft“ einer aktuellen Beilage der Welt. Im Forum der Akteure befassen sie sich mit den Herausforderungen einer wettbewerbsfähigen Landwirtschaft in Deutschland.

Ebel-Waldmann hebt hervor, dass die Branche zwingend verlässliche politische Leitplanken statt überbordender Bürokratie und Reglementierung benötigt. Hier ist vor allem die Politik gefragt Sicherheit zu schaffen.

Den Artikel sowie die aktuelle Ausgabe von Zukunft Agrarwirtschaft finden Sie hier.

 

Text: Tobias Dammeier

VDL: Unternehmerische Landwirtschaft in Deutschland ist zukunftsfähig!

Foto: Markus W. Ebel-Waldmann

Wie machen wir Landwirtschaft zukunftssicher? Dieser Frage stellte sich VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann in der aktuellen Ausgabe Zukunft Agrarwirtschaft einer Beilage des Handelsblatt. Zusammen mit Joachim Ruckwied, dem Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes e.V., und Dr. Christopher Meinecke von Bitkom nimmt er Stellung im Forum der Akteure.

Ebel-Waldmann hebt hervor, dass Absolventinnen und Absolventinnen der Agrarwissenschaften mehr denn je gefragt sind, um Antworten auf die Fragen der Zukunft der Landwirtschaft zu entwickeln und die Herausforderungen der Branche zu bewältigen.

Den Artikel sowie die aktuelle Ausgabe von Zukunft Agrarwirtschaft finden Sie hier.

Text: Tobias Dammeier

Tobias Dammeier neuer VDL-Bundesgeschäftsführer

Foto: Dammeier

Tobias Dammeier (40) wird mit Wirkung vom 01. Juli 2022 die VDL-Bundesgeschäftsführung in Berlin übernehmen.

Der gebürtige Niedersachse lebt und arbeitet bereits in Berlin und ist künftig Mitglied im VDL- Landesverband Ost.

Tobias Dammeier, der derzeit noch Referent für Verbandsentwicklung und Marketing in der Bundesgeschäftsstelle des Wirtschaftsrates der CDU e.V. in Berlin ist, studierte Wirtschaftsingenieurwesen und Politik und verfügt über langjährige Berufserfahrung (11 Jahre) im Management von Verbänden.

Zu seinen Aufgaben bei seinem derzeitigen Verband zählen u.a. die strategische Unterstützung der Landesverbände bei der Mitgliedergewinnung, die Optimierung von Prozessabläufen, die Vorbereitung und Durchführung von Schulungen für ehrenamtliche Verbandsmitarbeiter/innen und die Vorbereitung und Durchführung von Tagungen.

Bevor Tobias Dammeier 2016 zum Bundesverband nach Berlin wechselte, war er bereits drei Jahre lang Referent beim Landesverband Niedersachsen des Wirtschaftsrates und betreute dort mehrere Fachgruppen, u.a. die Kommission Agrar- und Ernährungswirtschaft, organisierte Veranstaltungen, erstellte Positionspapiere und war für die Pressearbeit zuständig.

„Wir sind überzeugt, dass Tobias Dammeier als ausgewiesener Verbandsmanager allerbeste Voraussetzungen für sein künftiges Amt als VDL-Bundesgeschäftsführer mitbringt“, so VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann.

Text: VDL-BV

VDL setzt auf Kontinuität, Digitalisierung und Wachstum

Die Jahrestagung 2021 des VDL-Bundesverbands Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. fand am 6. Mai 2021 aufgrund der Corona-Pandemie als Webkonferenz statt.

Weichen auf Kontinuität gestellt

Bei der Bundesmitgliederversammlung standen turnusmäßig die Wahlen des VDL-Bundesvorstands an. Hier wurden für die kommenden drei Jahre die Weichen auf Kontinuität gestellt: Markus W. Ebel-Waldmann wurde von den Mitgliedern im Amt des VDL-Präsidenten bestätigt und Peter Jung als stellvertretender Vorsitzender sowie Dr. Rolf Schwerdtfeger als Schatzmeister und weiterer stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt. „Mit diesem äußerst überzeugenden Wahlergebnis haben wir ein klares Mandat erhalten, den von uns eingeschlagenen Weg mit dem eingespielten Vorstandsteam konsequent fortzusetzen“, so Markus Ebel-Waldmann.

Digitalisierung birgt Chancen

Die Digitalisierung in der grünen Branche und die sich verändernden Arbeitsstrukturen werden auch künftig Schwerpunktthemen in der berufsständischen Arbeit sein.

„Die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt – unabhängig von Corona – sehr stark beeinflussen und viele neue Berufsfelder entstehen lassen. Der VDL begreift diese Entwicklungen als Chance, denn gerade Agrarwissenschaftler sind als Systemwissenschaftler prädestiniert für viele Zukunftsaufgaben“, ist Verbandspräsident Ebel-Waldmann überzeugt.

Auch in Zukunft werde der Verband an diesem wichtigen Thema dranbleiben. „Insbesondere werden wir als Berufsverband uns auch weiterhin dafür starkmachen, dass das Thema Digitalisierung und die Vermittlung von Medienkompetenz noch umfassender im Studium verankert wird“, so Ebel-Waldmann weiter.

Auf Wachstum eingestellt

Noch weitere Mitglieder für den VDL zu gewinnen ist ein wichtiges übergeordnetes Ziel der Verbandsarbeit. „Um weitere Personen von den Vorteilen der Mitgliedschaft zu überzeugen und um insgesamt die Mitglieder noch besser betreuen zu können, wird die flächendeckende VDL-Repräsentanz im Bundesgebiet daher noch weiter ausgebaut“, erklärt Ebel-Waldmann.

Positiv hervorzuheben sei hierbei das wachsende Interesse der Unternehmen im Agribusiness an einer Unternehmensmitgliedschaft im VDL. „Diese Mitgliedschaft bietet den Unternehmen die Möglichkeit, vom Leistungsangebot des VDL zu profitieren und in der Branche Flagge zu zeigen.“ Der Verbandspräsident zeigte sich daher optimistisch, dass die Anzahl der VDL-Mitglieder in der kommenden Zeit steigen werde.

Die Mitgliederversammlung 2022 wird (hoffentlich) wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden können. Gastgebende Landesgruppe ist Bayern.

Neue VDL-Studie: Handlungsbedarf in der ersten Führungsebene und im Top-Management

Frauen sind in den Führungspositionen in der Wirtschaft unterrepräsentiert. Deutschland hinkt im internationalen Vergleich insgesamt hinterher. Die USA und Russland sind dahingehend Vorreiter.
Auch im Agribusiness zeigt sich kein grundlegend anderes Bild als für den Rest der Wirtschaft, obwohl Frauen von der Mehrheit der StudienteilnehmerInnen als geeignet und qualifiziert für Führungsaufgaben eingeschätzt werden. Doch 61% der befragten Frauen sprach sich gegen die Einführung einer Frauenquote aus. So das Ergebnis der Studie „Frauen in Führungspositionen in den Bereichen Agrar, Ernährung und Gartenbau“ des VDL-Bundesverbandes – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V., welche aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert wurde.

„Unsere Studie hat gezeigt, dass nur jedes fünfte private Unternehmen im Agribusiness gezielt Maßnahmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen anbietet. Hier besteht dringender Handlungsbedarf!“, so der VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann. „Es ist gelinde gesagt erschreckend, dass sich nur die Hälfte der Frauen in ihrem beruflichen Fortkommen nicht behindert sehen“, so Ebel-Waldmann.

Für das Top-Management und die erste Führungsebene besteht Handlungsbedarf. Über die Einführung einer Frauenquote besteht jedoch Uneinigkeit unter den befragten Frauen. Aus diesem Grund sollte an die Einsicht der Unternehmen appelliert werden, dass Frauen auch in den ersten Führungsebenen zu einer qualitativen Bereicherung führen. Der Gesetzgeber kann hierzu Anreize schaffen, wie den Ausbau der Kinderbetreuung oder steuerliche Unterstützung der Unternehmen für die Einführung von Führungspositionen in Teilzeit, um diesen Prozess hin zu einer ausgewogenen Führung zu begleiten.

Die Befragung erfolgte anhand eines Online-Fragebogens, der von einem Team rund um Prof. Dr. Jens-Peter Loy vom Lehrstuhl für Marktlehre am Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel erstellt und ausgewertet wurde. Insgesamt nahmen 853 Personen (76 % Frauen) an der Befragung teil.

Gefördert aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank

Frauen in Führungspositionen – Neue bundesweite Studie des VDL-Bundesverband

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen in der Privatwirtschaft und im öffentlichen Dienst ist trotz Bundesgleichstellungsgesetz und der Vereinbarung der Bundesregierung mit der Privatwirtschaft zur Chancengleichheit seit Jahren unverändert niedrig. Obwohl heute Frauen ebenso häufig ein Studium absolvieren und ebenso hoch qualifiziert sind wie Männer, sind sie in den Führungspositionen der deutschen Wirtschaft, vor allem im Top-Management (Vorstand, Aufsichtsräte), deutlich unterrepräsentiert. Das belegen die Zahlen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eindrucksvoll.

Ab sofort führt der VDL-Bundesverband, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V., in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Loy von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel eine bundesweite Studie zum Thema „Frauen in Führungspositionen in den Bereich Agrar, Ernährung und Gartenbau“ durch.

Unter www.vdl.de/fragebogen steht ein Online-Fragebogen bereit. Auch die Weiterleitung des Links an Interessenten würde die Befragung sehr unterstützen. Damit die Studie wirklich aussagekräftig ist, ist der Verband auf eine breite Unterstützung angewiesen.

Die von der Landwirtschaftlichen Rentenbank geförderte Studie wird ein aktuelles Bild über Frauen in Führungspositionen liefern. Die Befragung soll den Vertretern des Berufsstandes eine Rückmeldung über die berufliche Situation geben und eventuell vorhandene Defizite aufzeigen. Aus den erhobenen Daten können sich im Anschluss Handlungsempfehlungen für Unternehmen in den Bereichen Agrar, Ernährung und Gartenbau ableiten, um den Frauenanteil in Führungspositionen kontinuierlich steigern zu können.

 

Parlamentarischer Abend 2019: Grüne Branche entscheidender Partner im Kampf gegen den Klimawandel

Am 14. Oktober 2019 fand der 14. gemeinsame Parlamentarische Abend des VDL Bundesverbandes, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. sowie des Bundesverbandes der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) in Berlin statt. Viele Abgeordnete der im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien waren der Einladung der beiden Berufsverbände gefolgt. Zudem konnten wieder zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie der Spitzenverbände des Agribusiness im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft begrüßt werden.

Klimaschutz ist wichtige Aufgabe des Berufsstands

„Für uns als VDL – dem größten akademischen Berufsverband im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich in Deutschland – gehört es zu unseren Aufgaben, unseren Berufsstand für die Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben zu positionieren“, erklärte Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann in seiner Eröffnungsrede. „Neben den Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, zählt hierzu zweifelsfrei auch der Klimaschutz.“

Er verwies auf das VDL-Fachforum zum Thema „Der Klimawandel und seine Folgen – Auswirkungen auf das Agribusiness und den Berufsstand“, das am selben Tag in Berlin stattgefunden hatte. „Der vergangene Sommer geht nicht nur als zweitwärmster, sondern auch als zweittrockenster Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in die Geschichte ein“, erklärte Ebel-Waldmann.

Die aktuelle Situation bedinge auch eine Wandlung des Arbeitsmarktes für Agrar- und Ernährungswissenschaftler. „Die Herausforderungen, die allein hier auf uns zukommen, unterstreichen, dass der Weg des VDL, in der berufsständischen Vertretung der akademischen Berufe im Grünen Bereich und den vor- und nachgelagerten Bereichen wesentlich enger zusammenzurücken, der richtige ist“, ist sich der Verbandspräsident sicher.

Zum Abschluss betonte Ebel-Waldmann, wie gut die Chancen auf dem Arbeitsmarkt für Hochschulabsolventen der Grünen Studiengänge gerade seien: „Seit einigen Jahren schon können viele Unternehmen, aber auch die öffentliche Verwaltung ihren Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr voll – oder nur mit großen Anstrengungen – decken. Gut qualifizierte Fach- und Führungskräfte sind auch weiterhin gesucht!“

Gartenbauwissenschaften bieten Lösungsansätze

„Die Gartenbauwissenschaften sind hervorragend aufgestellt, um wichtige Lösungsansätze im Kampf gegen den Klimawandel zu erarbeiten“, betonte der Präsident des Bundesverbands der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL), Marc-Guido Megies. Das zeige auch das bundesweit vom BMEL ausgeschriebene erfolgreiche Verbund-Projekt HORTINOVA mit den Zukunftsthemen Gartenbau 4.0, Gartenbau als ressourcenschonende Kreislaufsysteme Schwerpunkt „Torfersatz“ 2018, Pesticide Free Horticulture, Gartenbau als Lieferant von Inhalts- und Rohstoffen und Urbaner Gartenbau.

Zur Bearbeitung der Lösungsansätze würden jedoch auch zukünftig qualifizierte Professuren benötigt. „Der  Fachkräftemangel in den Gartenbauunternehmen ist deutlich spürbar! Deshalb appelliere ich an Politik und Präsidien, Dekaninnen und Dekane sowie Studiendekane der Hochschulen und Universitäten Gartenbauprofessuren auszuschreiben und wiederzubesetzen!“, so der Verbandspäsident Megies.

Mit großer Besorgnis verfolge der BHGL im Schulterschluss mit dem Zentralverband Gartenbau e. V. (ZVG) die bekanntgewordenen Pläne des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat (BMI), das bisherige Programm zum Stadtgrün als eigenen Titel aufzulösen und in andere Förderprogramme zu integrieren. „Insbesondere fürchten wir eine Fremdverwendung der bisherigen Mittel und unterschiedliche Umsetzung in den Bundesländern. Angesichts der jüngsten Hitzeperioden und eines wachsenden Bewusstseins zur Bedeutung des Stadtgrüns für das Stadtklima ist diese Entscheidung absolut unverständlich“, machte der Verbandspräsident deutlich.

Bewusstseinswandel in der Bevölkerung

„Es gibt keinen Zweifel, dass der Klimawandel von Menschen gemacht ist. Es ist eine globale Herausforderung, die nur gemeinsam bewältigt werden kann. Und es muss schnell gehandelt werden“, sagte der Senator für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung des Landes Berlin, Dr. Dirk Behrendt, in seinem Grußwort.

Insbesondere von Seiten der Bürgerinnen und Bürger steige der Handlungsdruck. In breiten Kreisen der Bevölkerung finde mit Blick auf den Klima- und Umweltschutz gerade ein Umdenken statt. „Dieser Bewusstseinswandel wird auf Dauer Folgen haben: für die Energiewirtschaft, die Industrie, den Verkehr, aber auch für die Land- und Ernährungswirtschaft“, so Dr. Behrendt.

Man dürfe daher nicht nur fragen, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Landwirtschaft, sondern auch welche Auswirkungen die Landwirtschaft auf den Klimawandel habe. „Wenn wir es mit dem Umwelt- und Klimaschutz ernst meinen, dann muss sich auch in der Landwirtschaft etwas ändern“, betonte der Senator. „Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen, benötigen wir nicht nur die Energiewende und die Verkehrswende in Deutschland. Wenn wir den Klimawandel stoppen wollen, dann muss auch die Agrarwende kommen.“

Es gebe viele Möglichkeiten, den Bewusstseinswandel der Bevölkerung in die Tat umzusetzen. „Das bedeutet sicherlich eine Umstellung für die Land- und Ernährungswirtschaft. Aber ich bin mir sicher, dass es sich am Ende lohnen wird. Für die Landwirtinnen und Landwirte, für die Bevölkerung und eben auch für unser Klima und unsere Umwelt“, so Senator Dr. Behrendt.

Land- und Forstwirtschaft bedeutende Partner im Kampf gegen den Klimawandel

„Der VDL hat mit seinem heutigen Fachforum zum Thema Klimawandel den Nerv der Zeit getroffen“, hob Walter Dübner, Ministerialrat im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), in seinem Grußwort hervor. Er betonte, dass der Land- und Forstwirtschaft eine wichtige Rolle beim Stopp des Klimawandels zukomme. „Im Gegensatz zu allen anderen Sektoren können die Land- und Forstwirtschaft CO2 binden: in den Böden und in den Hölzern der Wälder. Beides sind effektive Treibhausgassenken“, so Dübner.

Was die Land- und Ernährungswirtschaft angehe, so lege der Schwerpunkt des Zehn-Punkte-Plans für mehr Klimaschutz des BMEL auf Maßnahmen zur Minderung von Emissionen und dem effizienteren Einsatz von Ressourcen. Exemplarisch nannte er drei Bereiche, von denen das Landwirtschaftsministerium die höchsten Einsparpotenziale erwarte: Die Senkung der Stickstoffüberschüsse, die Erhaltung bzw. Renaturierung von Moorböden sowie die Stärkung nachhaltiger Ernährungsweisen.

Zudem betonte MinR Dübner, wie wichtig Wälder in puncto Klimaschutz seien: „Die größte Bedeutung mit Blick auf Klimaschutz kommt der Erhaltung und nachhaltigen Bewirtschaftung unserer Wälder zu. Unser wissenschaftlicher Beirat für Waldpolitik hat errechnet, dass unsere Wälder sowie die nachhaltige Forstwirtschaft und die damit verbundene Holznutzung im Jahr 2014 rund 127 Mio. t CO2 gebunden bzw. durch Substitutionseffekte reduziert haben. Der Wald ist damit unser größter Trumpf beim Klimaschutz.“

Autorin: Julia Reinhardt

Landwirtschaft ist Zukunft

Wie sieht die Zukunft unserer Landwirtschaft aus? Diese spannende Frage diskutierten Vertreter der Grünen Branche bei einer Podiumsdiskussion, zu der der VDL-Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. am 23. Mai 2019 anlässlich der Feier seines 100-jährigen Jubiläums nach Berlin geladen hat.

Mit Objektivität und Sachverstand

Michael Stübgen, Parlammentarischer Staatssekretaer im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Foto: BMEL)

Der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Michael Stübgen zeigte sich über die oftmals negative Darstellung der Landwirtschaft in den Medien verärgert: „Es ist auffällig, wie einseitig die öffentliche Debatte geführt wird. Natürlich gibt es in der Landwirtschaft Bereiche, die noch nicht optimal laufen. Und es gibt auch einzelne Personen, die gegen Recht und Gesetz verstoßen. So, wie in jeder Branche. Doch, wenn es um die Landwirtschaft geht, dann wird in der öffentlichen Debatte oft pauschalisiert.“
Ein Grund für diese Entwicklung sei ausgerechnet der große Erfolg der Landwirtschaft: „Es ist eine derartige Selbstverständlichkeit in Deutschland geworden, dass wir ausreichend, vielfältige, gesunde und hochqualitative Nahrungsmittel zu extrem niedrigen Preisen zur Verfügung haben“, argumentierte Stübgen. Aus diesem Grund werde die Leistung, die dahinter stehe um diese Wertschöpfung zu erzielen, in der breiten Bevölkerung

Markus W. Ebel-Waldmann, VDL-Präsident (Foto: VDL)

Markus W. Ebel-Waldmann – Präsident des VDL-Bundesverband e.V.

leider nicht mehr ausreichend wahrgenommen.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann stimmte den Aussagen von Staatssekretär Stübgen zu: „Es werden Bilder in die Öffentlichkeit transportiert, die ein völlig verzerrtes Bild von der Realität liefern, die ein vollkommen falsches Bild davon liefern, was unsere Kolleginnen und Kollegen Tag für Tag leisten.“
Der VDL als größter akademischer Berufsverband der Grünen Branche wolle dazu beitragen, dass „dieses Bild ein Stück weit neu gezeichnet werde, um die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten, die der Branche zustehe“, so Ebel-Waldmann.
Er sehe den VDL dabei als Mittler zwischen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Medien. „Wir bringen die Objektivität und den notwendigen Sachverstand mit, um zu einer Versachlichung der Debatte beitragen zu können“, argumentierte der Verbandspräsident.

 

Zukünftige Herausforderungen meistern

Dr. Clemens Große Frie – ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG – ehemaliger Bundesgeschäftsführer des VDL-Bundesverband e.V.

Nach Ansicht von Dr. Clemens Große Frie, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG sowie ehemaliger Bundesgeschäftsführer des VDL, solle man das negative Image in der Bevölkerung nicht überbewerten: „Wir sollten das Positive stärker in den Vordergrund stellen. Ich bin davon überzeugt, dass die Landwirtschaft hierzulande insgesamt gute Dekaden vor sich hat.“
Die hiesige Landwirtschaft sei in den allermeisten Bereichen bereits perfekt organisiert und zeichnete sich aus durch hervorragende Klimabedingungen, eine sehr gute Infrastruktur, bestens ausgebildete Landwirte und Agrarwissenschaftler und viele Innovationen. Zudem sei man auf dem besten Wege, das alles in einer integrierten Modulation zu gestalten.
„So wie wir Landwirtschaft betreiben, ist das meiner Meinung nach ein echter Exportschlager. Mit unserem Know-how sowie der zunehmenden Digitalisierung werden wir viele zukünftige Herausforderungen bewältigen können“, zeigte sich Große Frie überzeugt.

 

Sebastian Streit – Doktorand Georg-August-Universität Göttingen – Stellv. Bundesstudierendensprecher des VDL-Bundesverband e.V.

Sebastian Streit, Doktorand an der Georg-August-Universität Göttingen sowie stellvertretender VDL-Bundesstudierendensprecher, sieht mit Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft vor allem die Rolle der Wissenschaft zu wenig beachtet: „Ich finde es für den deutschen Agrarstandort kritisch, dass oftmals von der Politik nicht evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden.“
So sehe er beispielsweise die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Einordnung der neuen Pflanzenzüchtungstechnologien als eine verhängnisvolle Fehlentscheidung an. „Hier wurde nicht auf die Stimmen aus der Wissenschaft gehört und nicht faktenbasiert entscheiden. Das werte ich als Behinderung der Innovationskraft und der Produktivität“, so Streit.
Die Anbausysteme der Zukunft müssten angesichts der globalen Herausforderungen effizienter, anpassungsfähiger gegenüber zunehmenden Wetterextremen und gleichzeitig auch umweltverträglicher werden. „Um diese Ziele erreichen zu können, dürfen wir uns vor neuen Technologien aus dem Bereich der Züchtung nicht pauschal verschränken, sondern müssen auf wissenschaftlich fundierte Einschätzungen setzen“, so Streit weiter. „Für die Zukunft erhoffe ich mir eine evidenzbasierte Landwirtschaft, denn ich bin überzeugt, dass wir nur so die globalen Herausforderungen der Zukunft meistern können.“

Dr. Matthias Baum, Leiter KompetenzCenter AgrarPartner R+V Allgemeine Versicherung AG (Foto: R+V)

Dr. Matthias Baum – Filialdirektor der R+V Allgemeine Versicherung AG – Leiter des KompetenzCenters AgrarPartner

Nach Ansicht von Dr. Matthias Baum, Leiter des KompetenzCenters AgrarPartner der R+V Versicherung, werde die Digitalisierung der Landwirtschaft weiter voranschreiten. Einzelne Komponenten in einem Arbeitsprozess würden zunehmend vernetzt, tauschten Daten online aus und träten in Interaktion.
„Mit der fortschreitenden Digitalisierung nehmen aber auch die Risiken in puncto Datenschutz und Datensicherheit zu“, erläuterte Baum. Beispiele seien Hackerangriffe oder Phishing-Mails, durch die im schlimmsten Fall Fremdzugriffe auf Betriebssysteme ermöglicht werden könnten.
„Stellen Sie sich vor, was beispielsweise alles passieren kann, wenn sich ein Hacker Zugriff auf eine Lüftungsanlage in einem Stall verschafft und diese manipuliert. Das ganze kann im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen“, so Baum. Deshalb sei es so wichtig, Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten und jederzeit einen IT-Experten erreichen zu können, der das System schnellstmöglich wieder herstellen könne.

 

Veränderungsprozesse zum Wohle der Gesellschaft begleiten

Dr. Carin-Martina Tröltzsch - Geschäftsführerin, Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont(Foto: Corteva)

Dr. Carin-Martina Tröltzsch – Geschäftsführerin, Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont (Foto: Corteva)

„Als weltgrößter Konzern, der sich rein auf den Agrarbereich konzentriert, ist es unser Ziel, die Landwirtschaft mit unseren Produkten und Technologien zukunftssicher zu machen“, erklärte Dr. Carin-Martina Tröltzsch, Geschäftsführerin der Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont. „Zukunftssicher heißt an dieser Stelle effizient, innovativ und nachhaltig.“
Der Ruf nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft sei ein gesamtgesellschaftlicher. „Nachhaltigkeit bedeutet, so zu leben und zu wirtschaften, dass die Zukunft künftiger Generationen gesichert ist. Landwirtschaft ist für mich dann nachhaltig, wenn Ernteerträge sicher und die eingesetzten Mittel dafür möglichst umweltverträglich sind, wir es also schaffen, Saatgut und Wirkstoffe zu entwickeln, die Wirksamkeit und ein gutes Ökoprofil vereinbaren“, führte Tröltzsch auf.
Das Unternehmen stelle sich dieser Herausforderung, indem es seinen spezifischen Beitrag als forschendes Unternehmen leiste und in den drei Geschäftsfeldern – Saatgut, Pflanzenschutz, Digitalisierung – den Landwirtinnen und Landwirten innovative Lösungen anbiete. „Weltweit arbeiten in unseren Laboren und Zuchtstationen rund 5.000 Forscherinnen und Forscher in über 130 Ländern an innovativen Lösungen für eine erfolgreiche Landwirtschaft, die nicht nur für die Gesellschaft gute, sichere und ausreichende Lebensmittel produziert, sondern von dieser auch akzeptiert wird“, so Trölzsch.

Stefan Krämer – Geschäftsführer AgroBrain S.á.r.l

„Durch Künstliche Intelligenz im Recruiting wird sich der Einstellungsprozess verändern“, ist der Geschäftsführer des Karriereportals AgroBrain, Stefan Krämer, überzeugt, So würden beispielsweise jeden Tag rund 1.800 Menschen in den Suchmaschinen nach den Begriffspaaren „Jobs“ und „Agrar“ suchen. Ein Personalverantwortlicher eines großen Unternehmens müßte sich also theoretisch jeden Tag mit 1.800 Personen auseinandersetzen, um herauszufinden, wer zum eigenen Unternehmen passen könnte. „Wir beschäftigen uns sehr intensiv damit, diese Personen bestmöglich auf ihrem Weg zum passenden Unternehmen zu begleiten“, erklärte Krämer.
Angesichts des Fachkräftemangels erlebe man im Agrarbereich momentan einen regelrechten „War for Talents“, einen Kampf um die besten Köpfe. Zunehmend würden auch Sprachassistenten wie Alexa in die Bewerberauswahl integriert. „Es ist hochinteressant mitzuverfolgen, was im Bereich Recruiting schon alles möglich ist“, so Krämer.

Rainer Morgenstern – Commercial Executive Director Europe & Member of the Board – Same Deutz-Fahr

Rainer Morgenstern, Sprecher der Geschäftsführung der Same Deutz-Fahr GmbH, führte aus, dass wir vor der enormen Herausforderung stünden, eine rasant wachsende Weltbevölkerung mit begrenzten Ressourcen zu ernähren. Der Landwirtschaft komme dabei eine besondere Bedeutung zu. „Die Frage, ob die Landwirtschaft eine Zukunft habe, ist daher falsch gestellt“, so Morgenstern. „Die Landwirtschaft ist die Zukunft. Ohne sie geht es ja gar nicht.“
Die Landwirte in Deutschland seien sehr gut ausgebildet und leisteten hervorragende Arbeit. Leider werde die Branche in den Medien dennoch oftmals negativ dargestellt. „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die positive Leistung unserer hiesigen Landwirtschaft stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, forderte Morgenstern.

 

100 Jahre VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V.

Der VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen. 1919 als Reichsbund akademisch gebildeter Landwirte e.V. gegründet, erreicht der VDL heute als größter deutscher Berufsverband für die akademischen Berufe in den Bereichen Agrar, Ernährung und Umwelt über 10.000 Fach- und Führungskräfte in der Grünen Branche.

Anlässlich des Festakts zum 100-jährigen Jubiläum des VDL am 23. Mai 2019 in Berlin konnten neben zahlreichen VDL-Mitgliedern auch viele hochrangige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Berliner Humboldt Carré begrüßt werden.

Wechselvolle Geschichte

Der Präsident des VDL, Markus W. Ebel-Waldmann ging in seiner Festrede auf die 100-jährige Geschichte des Verbands ein: „Der VDL-Berufsverband hat Höhen und Tiefen durchlebt. Staats- und Wirtschaftskrisen, Diktaturen, Kriegstraumata und das Zerbrechen von Infrastrukturen wechselten mit Zeiten von Wiederaufbau, Hochkonjunktur und nahezu Vollbeschäftigung.“

Die Vorgängerinstitutionen Reichsbund akademisch gebildeter Landwirte e.V. (R.a.g.L., 1919–1932) und Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte e.V. (RDL 1933–1945) hätten um die Anerkennung ihres Berufsstandes in Politik und Gesellschaft zu kämpfen – unter besonders schwierigen Vorzeichen während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus.

„Es ist starken Persönlichkeiten an der Spitze des Berufsverbandes zu verdanken, dass sie gegen alle Widerstände eine berufsständische Organisation am Leben erhalten und mit Leben füllen konnten“, sagte Ebel-Waldmann.

Die berufsständischen Aufgaben des VDL hätten stets im Mittelpunkt gestanden, ob es um die berufliche Wiedereingliederung, die Entwicklung des Berufsfeldes vom Diplomlandwirt zum Agraringenieur oder die Reform des Landwirtschaftsstudiums ging. Hier habe der VDL-Berufsverband vieles erreicht.

„Die Gründungsväter des VDL haben 1919 mit Weitsicht den Grundstein für eine starke Gemeinschaft gelegt, die es vermocht hat, einen gewaltigen Beitrag zum Erfolg der Land- und Ernährungswirtschaft zu leisten“, so der Verbandspräsident.

„Der VDL dient somit nicht nur unserer Branche, sondern ist von großer gesamtgesellschaftlicher Relevanz.“

Für die Zukunft gut aufgestellt

Für die Zukunft sei der VDL als moderner Fach-, Dienstleistungs- und Lobbyverband gut aufgestellt, um im Interesse der Mitglieder die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen.

„Wir haben in den vergangenen 100 Jahren vieles richtig gemacht und hoffen, in den nächsten 100 Jahren alles richtig zu machen!“, führte Ebel-Waldmann aus. „Es erfüllt mich mit großem Stolz, Dankbarkeit und Respekt, dass ich diesem wunderbaren Verband, dieser starken Gemeinschaft mit wunderbaren und klugen Menschen als Präsident dienen darf!“

Der VDL-Präsident dankte den vielen Menschen, die zum Erfolg des Berufsverbands beigetragen haben: „Dank unserer vielen ehrenamtlich tätigen und hochengagierten Kolleginnen und Kollegen im Bund und in den Ländern sowie einem hochmotivierten und erfolgreichem Hauptamt in der Bundesgeschäftsstelle ist unser Verband für Aufgaben der Zukunft gerüstet und gut aufgestellt. Allen, die hierzu beigetragen haben, noch immer beitragen und künftig beitragen werden, gelte sein ausdrücklicher Dank sowie Respekt für ihre Leistung.“

Zudem dankte der VDL-Präsident den zahlreichen Unterstützern und Partnern aus der Wirtschaft, die für den Festakt als Sponsoren gewonnen werden konnten: „Durch ihre Unterstützung war es möglich, die 100-Jahr-Feier in einem würdevollen Rahmen durchzuführen.“

StS Michael Stübgen: Wertschätzung der Verbraucher erhöhen

In seinem Grußwort gratulierte der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) auch im Namen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dem VDL zu seinem 100-jährigen Bestehen.
Die Landwirtschaft stehe vor der globalen Herausforderung, die wachsende Weltbevölkerung vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und des Klimawandels mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Er bedauerte, die mangelnde Wertschätzung, die viele Verbraucher der Grünen Branche entgegenbrächten. „Die Landwirtschaft braucht wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Verbände wie der VDL spielen hierbei eine wichtige Rolle“, so Stübgen.

 

Bildunterschrift:
VDL-Präsident Markus W. Ebel Waldmann und der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) beim Festakt 100 Jahre VDL-Bundesverband
Foto: Julia Reinhardt

VDL und BHGL: Parlamentarischer Abend: Für die Attraktivität des Grünen Studiums werben

Berlin, 19.10.2018

Am 15. Oktober fand der 13. gemeinsame Parlamentarische Abend des VDL Bundesverbandes, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. sowie des Bundesverbandes der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) in Berlin statt. Abgeordnete aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien waren der Einladung der beiden Berufsverbände gefolgt. Zudem konnten wieder zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie der Spitzenverbände des Agribusiness im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft begrüßt werden.

Große Nachfrage nach Agrar-Absolventen
„Für uns als VDL – dem größten akademischen Berufsverband im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich in Deutschland – zählt die Beobachtung und Analyse des Arbeitsmarktes in der Grünen Branche zu den vorrangigen Aufgaben“, erklärte Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann in seiner Eröffnungsrede. „Und wie sieht es am Arbeitsmarkt für unsere Hochschulabsolventen aktuell aus? Ich bin versucht zu sagen: rosig!“

Er verwies dabei auf eine aktuelle VDL-Studie zum Studienverlauf und Berufsfeld von Agrarabsolventen, die am selben Tag in Berlin präsentiert worden war. „Seit einigen Jahren schon können viele Unternehmen, aber auch die öffentliche Verwaltung ihren Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr voll oder nur mit großen Anstrengungen decken. Und dieser Trend wird sich aufgrund des demographischen Wandels noch weiter verstärken“, zeigte sich Ebel-Waldmann überzeugt.
Unter diesen Vorzeichen könne davon ausgegangen werden, dass den Agrar-Absolventen – zumindest mittelfristig – ein angemessenes Angebot an Fach- und Führungspositionen zur Verfügung stünde. „Deshalb sollten wir noch stärker als bisher auf die Attraktivität und die Vorteile eines „grünen“ Studiums hinweisen und an den Gymnasien dafür werben“, so der VDL-Präsident.
Ebel-Waldmann betonte die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Deshalb starte der Verband ab 2019 mit der VDL-Akademie. Gemeinsam mit der Andreas-
Hermes-Akademie (AHA) als Kooperationspartner werde der Verband in der VDL-Akademie ein bundesweites Angebot an Seminaren, Trainings und Coachings anbieten.

Gartenbauwissenschaften beantworten wichtige Zukunftsfragen
Der Präsident des Bundesverbands der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL), Marc-Guido Megies, wies auf die sehr kritische Situation an den deutschen Gartenbau-Hochschulen hin, durch die die universitäre Ausbildung ernsthaft gefährdet sei. Er betonte die Bedeutung der Gartenbauwissenschaften für die Lösung wichtiger Zukunftsfragen. „Unterstützen Sie bitte politisch mit Nachdruck im Dialog mit den Regierungen der Länder und den dort angesiedelten Universitäten und Hochschulen die Ausschreibung von Professorenstellen für die Gartenbauwissenschaften“, appellierte er an die anwesenden Politiker.
Er verwies auch auf das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Weißbuch Stadtgrün“ und betonte, wie wichtig es sei, die Handlungsempfehlungen des Weißbuchs umzusetzen. „Das Förderprogramm Stadtgrün ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ausgleichsmaßnahmen dürfen aber nicht auf Kosten landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Flächen umgesetzt werden“, mahnte Megies. Die Landschaftsarchitektur stelle die Expertise mit ganzheitlichem Denken für die Planung der Ausgleichsmaßnahmen bereit. Die Baumschulen, Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbetriebe produzierten die Bäume, Obst, Gemüse, Sträucher, Stauden und einjährige Pflanzen, darunter auch viele, die besonders bienen- und insektenfreundlich seien. Der Garten- und Landschaftsbau besitze die Fachexpertise für die Umsetzung der Maßnahmen.
„Das Bewusstsein für den ressourcenschonenden Einsatz des Bodens, den sorgfältigen Umgang mit Pflanzen, für gesunde Ernährung und ein besseres Klima muss in den Städten und Kommunen sowie in der gesamten Bevölkerung gestärkt werden“, forderte der BHGL-Präsident zum Schluss seiner Rede.

Berufsverbände als wichtige Schnittstelle

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften ein: „Jetzt ist die richtige Zeit, ein Landwirtschafts- und Ernährungsbewusstsein aufzubauen. Das bedeutet eine Politik des aufeinander Zugehens auf einer wissensbasierten Grundlage. Die Digitalisierung ist dabei für mich ein Schlüssel für die weitere Entwicklung der Agrarwirtschaft in den kommenden Jahren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt Forschung und Innovation und stellt mit dem viertgrößten Forschungshaushalt unter den Ressorts der Bundesregierung hierfür rund 825 Millionen Euro zur Verfügung. Der Gartenbau ist dabei eine wichtige Säule, deren Ausbildung auch in der deutschen Hochschullandschaft verankert sein sollte. Dabei nehmen Berufsverbänden eine besondere Rolle ein als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Politik.“

Pressemeldung VDL und BHGL-Parlamentarischer Abend 2018 als PDF

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann (links) und BHGL-Präsident Marc-Guido Megies (rechts) begrüßten den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Bildmitte) beim gemeinsamen Parlamentarischen Abend der beiden Berufsverbände.
Foto: Julia Reinhardt