Landwirtschaft ist Zukunft

Wie sieht die Zukunft unserer Landwirtschaft aus? Diese spannende Frage diskutierten Vertreter der Grünen Branche bei einer Podiumsdiskussion, zu der der VDL-Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. am 23. Mai 2019 anlässlich der Feier seines 100-jährigen Jubiläums nach Berlin geladen hat.

Mit Objektivität und Sachverstand

Michael Stübgen, Parlammentarischer Staatssekretaer im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (Foto: BMEL)

Der Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Michael Stübgen zeigte sich über die oftmals negative Darstellung der Landwirtschaft in den Medien verärgert: „Es ist auffällig, wie einseitig die öffentliche Debatte geführt wird. Natürlich gibt es in der Landwirtschaft Bereiche, die noch nicht optimal laufen. Und es gibt auch einzelne Personen, die gegen Recht und Gesetz verstoßen. So, wie in jeder Branche. Doch, wenn es um die Landwirtschaft geht, dann wird in der öffentlichen Debatte oft pauschalisiert.“
Ein Grund für diese Entwicklung sei ausgerechnet der große Erfolg der Landwirtschaft: „Es ist eine derartige Selbstverständlichkeit in Deutschland geworden, dass wir ausreichend, vielfältige, gesunde und hochqualitative Nahrungsmittel zu extrem niedrigen Preisen zur Verfügung haben“, argumentierte Stübgen. Aus diesem Grund werde die Leistung, die dahinter stehe um diese Wertschöpfung zu erzielen, in der breiten Bevölkerung

Markus W. Ebel-Waldmann, VDL-Präsident (Foto: VDL)

Markus W. Ebel-Waldmann – Präsident des VDL-Bundesverband e.V.

leider nicht mehr ausreichend wahrgenommen.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann stimmte den Aussagen von Staatssekretär Stübgen zu: „Es werden Bilder in die Öffentlichkeit transportiert, die ein völlig verzerrtes Bild von der Realität liefern, die ein vollkommen falsches Bild davon liefern, was unsere Kolleginnen und Kollegen Tag für Tag leisten.“
Der VDL als größter akademischer Berufsverband der Grünen Branche wolle dazu beitragen, dass „dieses Bild ein Stück weit neu gezeichnet werde, um die gesellschaftliche Akzeptanz zu erhalten, die der Branche zustehe“, so Ebel-Waldmann.
Er sehe den VDL dabei als Mittler zwischen der Politik, der Wissenschaft, der Wirtschaft und der Medien. „Wir bringen die Objektivität und den notwendigen Sachverstand mit, um zu einer Versachlichung der Debatte beitragen zu können“, argumentierte der Verbandspräsident.

 

Zukünftige Herausforderungen meistern

Dr. Clemens Große Frie – ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG – ehemaliger Bundesgeschäftsführer des VDL-Bundesverband e.V.

Nach Ansicht von Dr. Clemens Große Frie, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Agravis Raiffeisen AG sowie ehemaliger Bundesgeschäftsführer des VDL, solle man das negative Image in der Bevölkerung nicht überbewerten: „Wir sollten das Positive stärker in den Vordergrund stellen. Ich bin davon überzeugt, dass die Landwirtschaft hierzulande insgesamt gute Dekaden vor sich hat.“
Die hiesige Landwirtschaft sei in den allermeisten Bereichen bereits perfekt organisiert und zeichnete sich aus durch hervorragende Klimabedingungen, eine sehr gute Infrastruktur, bestens ausgebildete Landwirte und Agrarwissenschaftler und viele Innovationen. Zudem sei man auf dem besten Wege, das alles in einer integrierten Modulation zu gestalten.
„So wie wir Landwirtschaft betreiben, ist das meiner Meinung nach ein echter Exportschlager. Mit unserem Know-how sowie der zunehmenden Digitalisierung werden wir viele zukünftige Herausforderungen bewältigen können“, zeigte sich Große Frie überzeugt.

 

Sebastian Streit – Doktorand Georg-August-Universität Göttingen – Stellv. Bundesstudierendensprecher des VDL-Bundesverband e.V.

Sebastian Streit, Doktorand an der Georg-August-Universität Göttingen sowie stellvertretender VDL-Bundesstudierendensprecher, sieht mit Blick auf die Zukunft der Landwirtschaft vor allem die Rolle der Wissenschaft zu wenig beachtet: „Ich finde es für den deutschen Agrarstandort kritisch, dass oftmals von der Politik nicht evidenzbasierte Entscheidungen getroffen werden.“
So sehe er beispielsweise die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofs zur Einordnung der neuen Pflanzenzüchtungstechnologien als eine verhängnisvolle Fehlentscheidung an. „Hier wurde nicht auf die Stimmen aus der Wissenschaft gehört und nicht faktenbasiert entscheiden. Das werte ich als Behinderung der Innovationskraft und der Produktivität“, so Streit.
Die Anbausysteme der Zukunft müssten angesichts der globalen Herausforderungen effizienter, anpassungsfähiger gegenüber zunehmenden Wetterextremen und gleichzeitig auch umweltverträglicher werden. „Um diese Ziele erreichen zu können, dürfen wir uns vor neuen Technologien aus dem Bereich der Züchtung nicht pauschal verschränken, sondern müssen auf wissenschaftlich fundierte Einschätzungen setzen“, so Streit weiter. „Für die Zukunft erhoffe ich mir eine evidenzbasierte Landwirtschaft, denn ich bin überzeugt, dass wir nur so die globalen Herausforderungen der Zukunft meistern können.“

Dr. Matthias Baum, Leiter KompetenzCenter AgrarPartner R+V Allgemeine Versicherung AG (Foto: R+V)

Dr. Matthias Baum – Filialdirektor der R+V Allgemeine Versicherung AG – Leiter des KompetenzCenters AgrarPartner

Nach Ansicht von Dr. Matthias Baum, Leiter des KompetenzCenters AgrarPartner der R+V Versicherung, werde die Digitalisierung der Landwirtschaft weiter voranschreiten. Einzelne Komponenten in einem Arbeitsprozess würden zunehmend vernetzt, tauschten Daten online aus und träten in Interaktion.
„Mit der fortschreitenden Digitalisierung nehmen aber auch die Risiken in puncto Datenschutz und Datensicherheit zu“, erläuterte Baum. Beispiele seien Hackerangriffe oder Phishing-Mails, durch die im schlimmsten Fall Fremdzugriffe auf Betriebssysteme ermöglicht werden könnten.
„Stellen Sie sich vor, was beispielsweise alles passieren kann, wenn sich ein Hacker Zugriff auf eine Lüftungsanlage in einem Stall verschafft und diese manipuliert. Das ganze kann im schlimmsten Fall zum Tod der Tiere führen“, so Baum. Deshalb sei es so wichtig, Sicherheitsmaßnahmen einzuleiten und jederzeit einen IT-Experten erreichen zu können, der das System schnellstmöglich wieder herstellen könne.

 

Veränderungsprozesse zum Wohle der Gesellschaft begleiten

Dr. Carin-Martina Tröltzsch - Geschäftsführerin, Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont(Foto: Corteva)

Dr. Carin-Martina Tröltzsch – Geschäftsführerin, Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont (Foto: Corteva)

„Als weltgrößter Konzern, der sich rein auf den Agrarbereich konzentriert, ist es unser Ziel, die Landwirtschaft mit unseren Produkten und Technologien zukunftssicher zu machen“, erklärte Dr. Carin-Martina Tröltzsch, Geschäftsführerin der Corteva Agriscience, Agriculture Division of DowDuPont. „Zukunftssicher heißt an dieser Stelle effizient, innovativ und nachhaltig.“
Der Ruf nach einer nachhaltigeren Landwirtschaft sei ein gesamtgesellschaftlicher. „Nachhaltigkeit bedeutet, so zu leben und zu wirtschaften, dass die Zukunft künftiger Generationen gesichert ist. Landwirtschaft ist für mich dann nachhaltig, wenn Ernteerträge sicher und die eingesetzten Mittel dafür möglichst umweltverträglich sind, wir es also schaffen, Saatgut und Wirkstoffe zu entwickeln, die Wirksamkeit und ein gutes Ökoprofil vereinbaren“, führte Tröltzsch auf.
Das Unternehmen stelle sich dieser Herausforderung, indem es seinen spezifischen Beitrag als forschendes Unternehmen leiste und in den drei Geschäftsfeldern – Saatgut, Pflanzenschutz, Digitalisierung – den Landwirtinnen und Landwirten innovative Lösungen anbiete. „Weltweit arbeiten in unseren Laboren und Zuchtstationen rund 5.000 Forscherinnen und Forscher in über 130 Ländern an innovativen Lösungen für eine erfolgreiche Landwirtschaft, die nicht nur für die Gesellschaft gute, sichere und ausreichende Lebensmittel produziert, sondern von dieser auch akzeptiert wird“, so Trölzsch.

Stefan Krämer – Geschäftsführer AgroBrain S.á.r.l

„Durch Künstliche Intelligenz im Recruiting wird sich der Einstellungsprozess verändern“, ist der Geschäftsführer des Karriereportals AgroBrain, Stefan Krämer, überzeugt, So würden beispielsweise jeden Tag rund 1.800 Menschen in den Suchmaschinen nach den Begriffspaaren „Jobs“ und „Agrar“ suchen. Ein Personalverantwortlicher eines großen Unternehmens müßte sich also theoretisch jeden Tag mit 1.800 Personen auseinandersetzen, um herauszufinden, wer zum eigenen Unternehmen passen könnte. „Wir beschäftigen uns sehr intensiv damit, diese Personen bestmöglich auf ihrem Weg zum passenden Unternehmen zu begleiten“, erklärte Krämer.
Angesichts des Fachkräftemangels erlebe man im Agrarbereich momentan einen regelrechten „War for Talents“, einen Kampf um die besten Köpfe. Zunehmend würden auch Sprachassistenten wie Alexa in die Bewerberauswahl integriert. „Es ist hochinteressant mitzuverfolgen, was im Bereich Recruiting schon alles möglich ist“, so Krämer.

Rainer Morgenstern – Commercial Executive Director Europe & Member of the Board – Same Deutz-Fahr

Rainer Morgenstern, Sprecher der Geschäftsführung der Same Deutz-Fahr GmbH, führte aus, dass wir vor der enormen Herausforderung stünden, eine rasant wachsende Weltbevölkerung mit begrenzten Ressourcen zu ernähren. Der Landwirtschaft komme dabei eine besondere Bedeutung zu. „Die Frage, ob die Landwirtschaft eine Zukunft habe, ist daher falsch gestellt“, so Morgenstern. „Die Landwirtschaft ist die Zukunft. Ohne sie geht es ja gar nicht.“
Die Landwirte in Deutschland seien sehr gut ausgebildet und leisteten hervorragende Arbeit. Leider werde die Branche in den Medien dennoch oftmals negativ dargestellt. „Wir müssen gemeinsam dafür sorgen, dass die positive Leistung unserer hiesigen Landwirtschaft stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird“, forderte Morgenstern.

 

100 Jahre VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V.

Der VDL Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. feiert 2019 sein 100-jähriges Bestehen. 1919 als Reichsbund akademisch gebildeter Landwirte e.V. gegründet, erreicht der VDL heute als größter deutscher Berufsverband für die akademischen Berufe in den Bereichen Agrar, Ernährung und Umwelt über 10.000 Fach- und Führungskräfte in der Grünen Branche.

Anlässlich des Festakts zum 100-jährigen Jubiläum des VDL am 23. Mai 2019 in Berlin konnten neben zahlreichen VDL-Mitgliedern auch viele hochrangige Gäste aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft im Berliner Humboldt Carré begrüßt werden.

Wechselvolle Geschichte

Der Präsident des VDL, Markus W. Ebel-Waldmann ging in seiner Festrede auf die 100-jährige Geschichte des Verbands ein: „Der VDL-Berufsverband hat Höhen und Tiefen durchlebt. Staats- und Wirtschaftskrisen, Diktaturen, Kriegstraumata und das Zerbrechen von Infrastrukturen wechselten mit Zeiten von Wiederaufbau, Hochkonjunktur und nahezu Vollbeschäftigung.“

Die Vorgängerinstitutionen Reichsbund akademisch gebildeter Landwirte e.V. (R.a.g.L., 1919–1932) und Reichsbund Deutscher Diplomlandwirte e.V. (RDL 1933–1945) hätten um die Anerkennung ihres Berufsstandes in Politik und Gesellschaft zu kämpfen – unter besonders schwierigen Vorzeichen während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus.

„Es ist starken Persönlichkeiten an der Spitze des Berufsverbandes zu verdanken, dass sie gegen alle Widerstände eine berufsständische Organisation am Leben erhalten und mit Leben füllen konnten“, sagte Ebel-Waldmann.

Die berufsständischen Aufgaben des VDL hätten stets im Mittelpunkt gestanden, ob es um die berufliche Wiedereingliederung, die Entwicklung des Berufsfeldes vom Diplomlandwirt zum Agraringenieur oder die Reform des Landwirtschaftsstudiums ging. Hier habe der VDL-Berufsverband vieles erreicht.

“Die Gründungsväter des VDL haben 1919 mit Weitsicht den Grundstein für eine starke Gemeinschaft gelegt, die es vermocht hat, einen gewaltigen Beitrag zum Erfolg der Land- und Ernährungswirtschaft zu leisten“, so der Verbandspräsident.

„Der VDL dient somit nicht nur unserer Branche, sondern ist von großer gesamtgesellschaftlicher Relevanz.“

Für die Zukunft gut aufgestellt

Für die Zukunft sei der VDL als moderner Fach-, Dienstleistungs- und Lobbyverband gut aufgestellt, um im Interesse der Mitglieder die vielfältigen Herausforderungen zu bewältigen.

“Wir haben in den vergangenen 100 Jahren vieles richtig gemacht und hoffen, in den nächsten 100 Jahren alles richtig zu machen!“, führte Ebel-Waldmann aus. “Es erfüllt mich mit großem Stolz, Dankbarkeit und Respekt, dass ich diesem wunderbaren Verband, dieser starken Gemeinschaft mit wunderbaren und klugen Menschen als Präsident dienen darf!”

Der VDL-Präsident dankte den vielen Menschen, die zum Erfolg des Berufsverbands beigetragen haben: „Dank unserer vielen ehrenamtlich tätigen und hochengagierten Kolleginnen und Kollegen im Bund und in den Ländern sowie einem hochmotivierten und erfolgreichem Hauptamt in der Bundesgeschäftsstelle ist unser Verband für Aufgaben der Zukunft gerüstet und gut aufgestellt. Allen, die hierzu beigetragen haben, noch immer beitragen und künftig beitragen werden, gelte sein ausdrücklicher Dank sowie Respekt für ihre Leistung.“

Zudem dankte der VDL-Präsident den zahlreichen Unterstützern und Partnern aus der Wirtschaft, die für den Festakt als Sponsoren gewonnen werden konnten: „Durch ihre Unterstützung war es möglich, die 100-Jahr-Feier in einem würdevollen Rahmen durchzuführen.“

StS Michael Stübgen: Wertschätzung der Verbraucher erhöhen

In seinem Grußwort gratulierte der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) auch im Namen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dem VDL zu seinem 100-jährigen Bestehen.
Die Landwirtschaft stehe vor der globalen Herausforderung, die wachsende Weltbevölkerung vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen und des Klimawandels mit Nahrungsmitteln zu versorgen. Er bedauerte, die mangelnde Wertschätzung, die viele Verbraucher der Grünen Branche entgegenbrächten. „Die Landwirtschaft braucht wieder mehr Akzeptanz in der Bevölkerung. Verbände wie der VDL spielen hierbei eine wichtige Rolle“, so Stübgen.

 

Bildunterschrift:
VDL-Präsident Markus W. Ebel Waldmann und der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft) beim Festakt 100 Jahre VDL-Bundesverband
Foto: Julia Reinhardt

VDL und BHGL: Parlamentarischer Abend: Für die Attraktivität des Grünen Studiums werben

Berlin, 19.10.2018

Am 15. Oktober fand der 13. gemeinsame Parlamentarische Abend des VDL Bundesverbandes, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. sowie des Bundesverbandes der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) in Berlin statt. Abgeordnete aller im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien waren der Einladung der beiden Berufsverbände gefolgt. Zudem konnten wieder zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung sowie der Spitzenverbände des Agribusiness im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft begrüßt werden.

Große Nachfrage nach Agrar-Absolventen
„Für uns als VDL – dem größten akademischen Berufsverband im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich in Deutschland – zählt die Beobachtung und Analyse des Arbeitsmarktes in der Grünen Branche zu den vorrangigen Aufgaben“, erklärte Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann in seiner Eröffnungsrede. „Und wie sieht es am Arbeitsmarkt für unsere Hochschulabsolventen aktuell aus? Ich bin versucht zu sagen: rosig!“

Er verwies dabei auf eine aktuelle VDL-Studie zum Studienverlauf und Berufsfeld von Agrarabsolventen, die am selben Tag in Berlin präsentiert worden war. „Seit einigen Jahren schon können viele Unternehmen, aber auch die öffentliche Verwaltung ihren Bedarf an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht mehr voll oder nur mit großen Anstrengungen decken. Und dieser Trend wird sich aufgrund des demographischen Wandels noch weiter verstärken“, zeigte sich Ebel-Waldmann überzeugt.
Unter diesen Vorzeichen könne davon ausgegangen werden, dass den Agrar-Absolventen – zumindest mittelfristig – ein angemessenes Angebot an Fach- und Führungspositionen zur Verfügung stünde. „Deshalb sollten wir noch stärker als bisher auf die Attraktivität und die Vorteile eines „grünen“ Studiums hinweisen und an den Gymnasien dafür werben“, so der VDL-Präsident.
Ebel-Waldmann betonte die Notwendigkeit des lebenslangen Lernens. Deshalb starte der Verband ab 2019 mit der VDL-Akademie. Gemeinsam mit der Andreas-
Hermes-Akademie (AHA) als Kooperationspartner werde der Verband in der VDL-Akademie ein bundesweites Angebot an Seminaren, Trainings und Coachings anbieten.

Gartenbauwissenschaften beantworten wichtige Zukunftsfragen
Der Präsident des Bundesverbands der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL), Marc-Guido Megies, wies auf die sehr kritische Situation an den deutschen Gartenbau-Hochschulen hin, durch die die universitäre Ausbildung ernsthaft gefährdet sei. Er betonte die Bedeutung der Gartenbauwissenschaften für die Lösung wichtiger Zukunftsfragen. „Unterstützen Sie bitte politisch mit Nachdruck im Dialog mit den Regierungen der Länder und den dort angesiedelten Universitäten und Hochschulen die Ausschreibung von Professorenstellen für die Gartenbauwissenschaften“, appellierte er an die anwesenden Politiker.
Er verwies auch auf das im vergangenen Jahr veröffentlichte „Weißbuch Stadtgrün“ und betonte, wie wichtig es sei, die Handlungsempfehlungen des Weißbuchs umzusetzen. „Das Förderprogramm Stadtgrün ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ausgleichsmaßnahmen dürfen aber nicht auf Kosten landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Flächen umgesetzt werden“, mahnte Megies. Die Landschaftsarchitektur stelle die Expertise mit ganzheitlichem Denken für die Planung der Ausgleichsmaßnahmen bereit. Die Baumschulen, Gemüse-, Obst- und Zierpflanzenbetriebe produzierten die Bäume, Obst, Gemüse, Sträucher, Stauden und einjährige Pflanzen, darunter auch viele, die besonders bienen- und insektenfreundlich seien. Der Garten- und Landschaftsbau besitze die Fachexpertise für die Umsetzung der Maßnahmen.
„Das Bewusstsein für den ressourcenschonenden Einsatz des Bodens, den sorgfältigen Umgang mit Pflanzen, für gesunde Ernährung und ein besseres Klima muss in den Städten und Kommunen sowie in der gesamten Bevölkerung gestärkt werden“, forderte der BHGL-Präsident zum Schluss seiner Rede.

Berufsverbände als wichtige Schnittstelle

Hans-Joachim Fuchtel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, ging in seinem Grußwort auf die Bedeutung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften ein: „Jetzt ist die richtige Zeit, ein Landwirtschafts- und Ernährungsbewusstsein aufzubauen. Das bedeutet eine Politik des aufeinander Zugehens auf einer wissensbasierten Grundlage. Die Digitalisierung ist dabei für mich ein Schlüssel für die weitere Entwicklung der Agrarwirtschaft in den kommenden Jahren. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt Forschung und Innovation und stellt mit dem viertgrößten Forschungshaushalt unter den Ressorts der Bundesregierung hierfür rund 825 Millionen Euro zur Verfügung. Der Gartenbau ist dabei eine wichtige Säule, deren Ausbildung auch in der deutschen Hochschullandschaft verankert sein sollte. Dabei nehmen Berufsverbänden eine besondere Rolle ein als Schnittstelle zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Politik.“

Pressemeldung VDL und BHGL-Parlamentarischer Abend 2018 als PDF

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann (links) und BHGL-Präsident Marc-Guido Megies (rechts) begrüßten den Parlamentarischen Staatssekretär Hans-Joachim Fuchtel (Bildmitte) beim gemeinsamen Parlamentarischen Abend der beiden Berufsverbände.
Foto: Julia Reinhardt

VDL: Agrarstudium gewinnt weiter an Attraktivität

Berlin, 15.10.2018

Agrarabsolventen sind sehr zufrieden mit ihrem Studium. Doch
bemängeln sie eine zu geringe Praxisnähe, eine mangelnde Vermittlung von
Softskills und zu niedrige Einstiegsgehälter. So das Ergebnis der dritten
Agrarabsolventenbefragung des VDL-Bundesverband, Berufsverband Agrar,
Ernährung, Umwelt e. V., die am 15. Oktober 2018 in Berlin vorgestellt wurde.


„Die Befragung liefert detaillierte Auskünfte zum Studienverlauf, zur
Berufsvorbereitung sowie zum Berufsfeld von Agrarabsolventen. Dadurch lassen sich
Maßnahmen zur Optimierung der agrarischen Hochschulausbildung identifizieren“,
erläutert der VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann das Ziel der Studie.
Die Befragung erfolgte anhand eines Online-Fragebogens, der von einem Team rund
um Prof. Dr. Rainer Kühl vom Institut für Betriebslehre der Agrar- und
Ernährungswirtschaft der Justus-Liebig-Universitätt Gießen erstellt und ausgewertet
wurde. Insgesamt nahmen 553 Personen von 17 Agrarfakultäten an der Befragung
teil.


Hohe Zufriedenheit mit dem Studium
Ihr Studium beurteilen drei Viertel der Befragten als sehr gut oder gut. Neun von
zehn Befragten würden ihr Studienfach weiterempfehlen.
Mit dem vermittelten Fachwissen zeigen sich die befragten Absolventen mehrheitlich
zufrieden. Jedoch wünschen sich drei Viertel der Universitätsabsolventen mehr
Praxisnähe und zwei Drittel mehr Gastvorträge und Lehrbeauftragte aus der
Wirtschaft. Die Hälfte der befragten Universitätsabsolventen hält zudem eine stärkere
Vermittlung von Softskills für notwendig. Die (Fach-)Hochschulabsolventen sehen
den größten Änderungsbedarf in der Schaffung von mehr Flexibilität bei der
Fächerwahl und einer häufigeren Aktualisierung der Lehrinhalte.
Direkt nach dem Studium nahmen 38 % der Befragten eine reguläre abhängige
Beschäftigung auf, 10 % entschieden sich für ein Aufbaustudium (z. B. Master) und 9
% für eine Promotion. 10 % der Befragungsteilnehmer gaben an, nach dem Studium
nicht erwerbstätig und auf Beschäftigungssuche gewesen zu sein.
Ein Drittel der befragten Absolventen, die ihren Berufseinstieg bereits vollzogen
haben, tat dies im Bereich der agrarbezogenen Dienstleistung oder Wissenschaft.
Jeder Fünfte trat seine erste Stelle in der Landwirtschaft an, etwa ein Viertel in einem
der Landwirtschaft vor- oder nachgelagerten Bereich. Etwa jeder zehnte
Agrarabsolvent vollzog seinen Berufseinstieg außerhalb des Agribusiness. Bei der
jeweiligen Branche handelt es sich bei 71 % der Befragten um die Wunschbranche.

Niedrige Einstiegsgehälter sorgen für Unzufriedenheit
Bis zur Aufnahme ihrer ersten Tätigkeit haben die Befragten nach eigener Angabe
zwischen 0 und 500 Bewerbungen versendet. Bei neun von zehn Befragten lag die
Anzahl bei 30 oder niedriger. Jeder sechste Befragte, der bereits den Berufseinstieg
vollzogen hat erhielt eine Stelle, ohne eine Bewerbung zu schreiben.
Rückblickend empfinden sieben von zehn Befragten die an der Hochschule
erworbenen Kenntnisse bezogen auf die Aufgaben im Berufsleben als nützlich, die
Einschätzung der übrigen 30 % offenbart jedoch Verbesserungspotenzial.
Insgesamt zeigen sich die Befragten sehr zufrieden mit ihrer aktuellen beruflichen
Situation. Ein Kriterium, das vergleichsweise häufig für Unzufriedenheit sorgt, ist
jedoch das Einkommen. Wie schon in den Vorgängerstudien sind die angegebenen
Gehälter der Befragten relativ niedrig. Drei Viertel der Befragten erhielten zu Beginn
weniger als 40.000 € brutto jährlich.
Knapp ein Drittel der Befragten (31 %) fühlte sich bei Antritt der ersten Stelle
überfordert. Jeder dritte (35 %) musste Qualifikationsdefizite feststellen. Ebenso viele
litten unter Stress, Termindruck und Arbeitsüberlastung. 31 % der Befragten gaben
an, Probleme dabei gehabt zu haben, Beruf und Privatleben miteinander in Einklang
zu bringen.

Gemeinsam nach Lösungen suchen
VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann zeigte sich bei der Vorstellung der Studie
in Berlin von den Ergebnissen beeindruckt: „Die Absolventen der
agrarwissenschaftlichen Studienfächer haben sehr gute und vielfältige Möglichkeiten
auf dem Arbeitsmarkt. Zudem bewerten sie ihr Studium als sehr positiv.“
Doch die Ergebnisse der diesjährigen Absolventenbefragung zeigten auch deutliche
Defizite auf. „So werden von den Studierenden eine höhere Praxisnähe sowie eine
bessere Vermittlung von Softskills gefordert. Zudem ist bei der Höhe der
Einstiegsgehälter noch Luft nach oben“, kommentiert Ebel-Waldmann die Studie.
„Für den VDL sind diese Ergebnisse ein Ansporn dafür, zusammen mit allen
Beteiligten nach Lösungen zu suchen, um das Agrar-Studium noch zukunftsfähiger
aufzustellen und den Absolventen das beste Rüstzeug für den Start ins Berufsleben
mit auf den Weg zu geben.“

Neu gegründete VDL-Akademie vermittelt Softskills
„Als Berufsverband sehen wir vor allem bei der Vermittlung von Softskills noch
Verbesserungspotenzial“, führt Ebel-Waldmann weiter aus. „Aus diesem Grund
starten wir ab dem 1. Januar 2019 die VDL-Akademie, in der Agrarabsolventen und
Berufstätige in exklusiven Seminaren die Möglichkeit erhalten, wichtige
Schlüsselqualifikationen zu erlangen. So bieten wir beispielsweise Fortbildungen im
Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und der strategischen Kommunikation an.
Hiermit möchten wir gerade auch die jungen Berufseinsteiger bei ihrem Start ins
Berufsleben unterstützen.“

Ebel-Waldmann zeigte sich erfreut darüber, dass die Andreas-Hermes-Akademie
(AHA) als Kooperationspartner für die VDL-Akademie gewonnen werden konnte: „Mit
der AHA haben wir einen etablierten und renommierten zentralen
Kooperationspartner gefunden, mit dem wir ab 2019 zusammen ein bundesweites
Angebot an Seminaren, Trainings und Coachings anbieten werden.“

Konkrete Hilfestellung für Arbeitgeber und Hochschulen
Die detailliert abgefragten Einschätzungen zum Änderungsbedarf im Studium sowie
zu den Schwierigkeiten beim Berufseinstieg geben konkrete Hinweise zur
Verbesserung der Hochschulausbildung von Agrarfachkräften.
Für Arbeitgeber der Agrarbranche liefert die Studie zudem Hinweise auf Merkmale,
die besonders wichtig für eine hohe Arbeitgeberattraktivität sind. Hieraus lassen sich
Maßnahmen ableiten, die in dem sich verschärfenden Wettbewerb um qualifizierte
Fachkräfte entscheidende Vorteile bieten können.

Die einhundert Seiten starke Broschüre „Bachelor und Master – Was kommt nach
dem Studienabschluss? Absolventenbefragung im Agrarbereich 2018“ kann ab sofort
zum Preis von 145 € beim VDL-Bundesverband e. V. bezogen werden. VDLMitglieder,
fördernde Mitglieder und Unterstützer des VDL-Bundesverbandes e. V.
sowie an der Absolventenbefragung beteiligte Universitäten und Hochschulen
erhalten die Broschüre kostenlos.

Pressemeldung VDL-Absolventenbefragung_Agrar_2018 als PDF

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann und Prof. Dr. Rainer Kühl vom Institut für
Betriebslehre der Agrar- und Ernährungswirtschaft der Justus-Liebig-Universität
Gießen stellten die Ergebnisse der Absolventenbefragung am 15. Oktober 2018 in
Berlin vor.

VDL setzt auf Kontinuität, Digitalisierung und Wachstum

Die Jahrestagung des VDL-Bundesverbands Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. fand vom 24. bis 26. Mai 2018 in Seevetal nahe Hamburg statt. Die Mitglieder der neun Landesverbände sowie hochrangige Gäste aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft nutzten die Gelegenheit für angeregte Fachdiskussionen, zur Netzwerkpflege sowie zum kollegialen Austausch.

Weichen auf Kontinuität gestellt
Bei der Mitgliederversammlung standen turnusmäßig die Wahlen des VDL-Bundesvorstands an. Hier wurden für die kommenden drei Jahre die Weichen auf Kontinuität gestellt: Markus W. Ebel-Waldmann wurde von den Mitgliedern im Amt des VDL-Präsidenten bestätigt und Peter Jung als stellvertretender Vorsitzender sowie Dr. Rolf Schwerdtfeger als Schatzmeister und weiterer stellvertretender Vorsitzender wiedergewählt. „Mit diesem äußerst überzeugenden Wahlergebnis haben wir ein klares Mandat erhalten, den von uns eingeschlagenen Weg mit dem

eingespielten Vorstandsteam konsequent fortzusetzen“, so Markus Ebel-Waldmann. Stephan Ludewig, der seit dem 15. Mai 2018 den VDL als Bundesgeschäftsführer hauptamtlich unterstützt, stellte sich den Delegierten und Mitgliedern auf der Mitgliederversammlung vor: „Ich freue mich sehr auf die neuen Herausforderungen, aber vor allem auf die Interessenvertretung unserer Mitglieder und die enge Zusammenarbeit mit unseren Landesverbänden, Bundessparten, Mitgliedsverbänden und Unternehmensmitgliedern“, erklärte Bundesgeschäftsführer
Stephan Ludewig.
Digitalisierung birgt Chancen

Die Digitalisierung war Schwerpunktthema des VDL im Jahr 2017/2018. So wurde im vergangenen Jahre unter anderem ein VDL-Fachforum zum Thema „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“ durchgeführt, an dem viele Branchenexperten teilnahmen. Und auch die Zusammenarbeit mit dem Agrarkarriereportal Agrobrain® sei auf sehr viel positive Resonanz gestoßen. „Die fortschreitende Digitalisierung wird unsere Arbeitswelt sehr stark beeinflussen und viele neue Berufsfelder entstehen lassen. Der VDL begreift diese Entwicklungen als Chance, denn gerade Agrarwissenschaftler sind als Systemwissenschaftler prädestiniert für viele Zukunftsaufgaben“, ist Verbandspräsident Ebel-Waldmann überzeugt. Auch in Zukunft werde der Verband an diesem wichtigen Thema dranbleiben. „Insbesondere werden wir als Berufsverband uns auch weiterhin dafür starkmachen, dass das Thema Digitalisierung und die Vermittlung von Medienkompetenz noch umfassender im Studium verankert wird“, so Ebel-Waldmann weiter.

Internetpräsenz „ERNÄHRUNGstudieren“

Nachdem im vergangenen Jahr bereits die VDL-Informationsseite
www.agrarstudieren.de erfolgreich gestartet wurde, auf der Interessenten Informationen zu den Studiumsangeboten und den verschiedenen Berufsfeldern im Agrarbereich erhalten, wurde noch während der Bundemitgliederversammlung die neue Homepage www.ernährungstudieren.de freigeschaltet. „Die Seite informiert über alle Studienmöglichkeiten in den Bereichen
Ökotrophologie, Ernährungswissenschaften und verwandter Disziplinen und vermittelt zudem einen umfassenden Überblick über die vielseitigen, attraktiven Berufsfelder der Ernährungsbranche“, erläutert Ebel-Waldmann. „Der VDL möchte

mit diesem Angebot einen Beitrag dazu leisten, dass die Unternehmen der deutschen Ernährungswirtschaft im Wettbewerb um die besten Köpfe in Zukunft auf mehr qualifizierte Spezialisten und Führungskräfte zurückgreifen können“, so der Verbandspräsident weiter.

Auf Wachstum eingestellt
Noch weitere Mitglieder für den VDL zu gewinnen ist ein wichtiges übergeordnetes Ziel der Verbandsarbeit. „Um weitere Personen von den Vorteilen der Mitgliedschaft zu überzeugen und um insgesamt die Mitglieder noch besser betreuen zu können,
wird die flächendeckende VDL-Repräsentanz im Bundesgebiet daher noch weiter ausgebaut“, erklärt Ebel-Waldmann.
Positiv hervorzuheben sei hierbei das wachsende Interesse der Unternehmen im Agribusiness an einer Unternehmensmitgliedschaft im VDL. „Diese Mitgliedschaft
bietet den Unternehmen die Möglichkeit, vom Leistungsangebot des VDL zu profitieren und in der Branche Flagge zu zeigen.“ Der Verbandspräsident zeigte sich daher optimistisch, dass die Anzahl der VDL-Mitglieder in der kommenden Zeit steigen werde.

1. Digitaler Agrarkarrieretag

Das Karriere- und Bildungsportal AgroBrain und der VDL-Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. brachten am 23. Oktober Studierende und spannende Arbeitgeber aus dem Agrarbereich digital zusammen. Beim 1. Digitalen Agrarkarrieretag präsentierten sich führende Unternehmen aus der Grünen Branche bei der Akademie Deutscher Genossenschaften ADG im rheinland-pfälzischen Montabaur und klärten über individuelle Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten in ihren Unternehmen auf.

Digital dabei
Der Clou: Um beim 1. Digitalen Agrarkarrieretag dabei zu sein, musste kein Reiseweg auf sich auf sich genommen werden, denn die Veranstaltung wurde per Livestream auf Facebook und YouTube übertragen.
Die Teilnehmer verfolgten das Geschehen nicht nur zu Hause an den Computerbildschirmen, sondern auch beim vom VDL organisierten Public Viewing an ausgewählten Hochschulstandorten in Berlin, Kiel, Bonn, Gießen, Göttingen, Bingen, Hohenheim und Weihenstephan. Sowohl vorab als auch während der Sendung konnten Fragen eingereicht werden, die dann von den Unternehmen live beantwortet wurden. Gastvorträge von Branchenkennern und Karriereberatern rundeten die Veranstaltung ab.

Experiment geglückt
AgroBrain ist mit dem Auftakt sehr zufrieden: „Die Veranstaltung war ein voller Erfolg“, erklärt AgroBrain-Geschäftsführer Stefan Krämer. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen mit dem 1. Digitalen Agrarkarrieretag rund 250.000 Interessierte erreicht. „Das zeigt doch, dass innovative Ansätze auch in der sonst eher als konservativ angesehenen Agrarbranche durchaus positiv angenommen werden“, ist Krämer überzeugt.

VDL-Präsident mit wertvollen Tipps zum Berufseinstieg
Als Präsident des VDL, dem größten deutschen Berufsverband für die akademischen Berufe in den Bereichen Agrar, Ernährung und Umwelt, der über 10.000 Fach- und Führungskräfte in der Grünen Branche erreicht, ist Markus W. Ebel-Waldmann mit den Anforderungen, die Arbeitgeber an Bewerber stellen, bestens vertraut. Er kennt die Einstiegs- und Karrieremöglichkeiten in vielen deutschen Unternehmen der
Branche und konnte daher wertvolle Tipps geben, was Absolventen bei der Jobsuche beachten sollten.
„Ich bin überzeugt, dass wir mit diesem hochinnovativen Format des digitalen Karrieretages einen Meilenstein in der Agrarbranche gesetzt haben, der die bisherigen Rekrutierungswege revolutionieren wird“, so Ebel-Waldmann. „Nach dem überwältigenden Erfolg dieser Premiere werden wir die Digitalisierung als Chance verstehen, um Arbeitgeber und Absolventen auch über diesen Weg zusammenzubringen“.

VDL Campus Challenge ein voller Erfolg
Bei der „Campus Challenge“ des VDL hatten teilnehmende Hochschulen die Chance, sich ein exklusives zweitägiges Coaching von Karriereberatern von AgroBrain für ihre Studierenden zu sichern. Im Split-Screen-Modus sahen die Zuschauer spannende Quizrunden mit Fragen aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Der Jubel im Hörsaal war groß, als die Landwirtschaftliche Fakultät der Universität Bonn am Ende der Sendung als Sieger feststand.

Termin vormerken
Eine Fortsetzung der Veranstaltung im kommenden Jahr ist längst beschlossene Sache. Am 29. Oktober 2018 wird der 2. Digitale Agrarkarrieretag stattfinden. Wer die Premiere des Digitalen Agrarkarrieretags verpasst hat, kann sich die Wiederholung jederzeit und in voller Länge unter www.digitaler-agrarkarrieretag.de ansehen.

Die Interviews mit VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann

Bildungsangebote VDL:
https://www.youtube.com/watch?v=j3b_Ufu-oNo&feasture=youtu.be&t=5h05m43s

Diskussionsrunde Berufseinstieg II:
https://www.youtube.com/watch?v=j3b_Ufu-oNo&feasture=youtu.be&t=4h42m00s

VDL-Fachforum: „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“

Unsere Arbeitswelt wird durch die fortschreitende Digitalisierung sehr stark beeinflusst. Doch welche Richtung wird die technologische Entwicklung zukünftig einschlagen? Welche Anforderungen stellen Arbeitgeber in puncto technischem Know-how an ihre Mitarbeiter? Und werden die Studierenden an den Hochschulen genügend auf den sich ändernden Arbeitsmarkt vorbereitet? Darüber diskutierten Experten aus der Grünen Branche beim VDL-Fachforum: „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“ des VDL-Berufsverbands Agrar, Ernährung, Umwelt e. V., das am 16. Oktober 2017 in Berlin stattfand.

„Für uns als VDL, dem größten akademischen Berufsverband im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich in der Bundesrepublik Deutschland, stehen natürlich die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt besonders im Fokus. Wir haben erkannt, dass wir mit der Digitalisierung der Arbeitswelt in eine neue Ära eintreten; eine Ära, die gerne auch 4. Industrielle Revolution bezeichnet wird und mit der sowohl quantitative als auch qualitative Verschiebungen einhergehen werden“, erklärt VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann. Die Ausbildung an den Hochschulen müsse sich sowohl auf systemisch strategischer als auch auf operativer Ebene diesen Herausforderungen stellen. „Medienkompetenz ist eine fundamentale Voraussetzung, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen zu können. Diese schließt einschlägige Prozess-, System- und Problemlösungskompetenzen im Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken mit ein“, so Ebel-Waldmann.

Karsten Borchard, Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Agrar- und Ernährungswissenschaftlichen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, bemängelte, dass die digitale Kompetenz bei Studienanfängern nur mangelhaft ausgeprägt sei: „Wir müssen unser Bild von den `Digital Natives‘ überdenken. Weitergehende Fähigkeiten, wie beispielsweise Programmierkenntnisse, sind bei den wenigsten vorhanden.“ Die Digitalisierung habe das gesamte Studium durchdrungen. An der Uni Kiel würden bei Lehrveranstaltungen beispielsweise oft digitale Hilfsmittel eingesetzt. „Zur Praxisorientierung und Entwicklung neuer Methoden ist eine sehr gute technische Ausstattung und das entsprechende Personal notwendig. Voraussetzung hierfür ist eine ausreichende Finanzierung, die sowohl aus dem Grundhaushalt, aber auch durch Drittmitteleinwerbung von öffentlichen und privaten Auftraggebern sichergestellt sein muss“, erklärte Borchard.

Prof. Heinz Bernhardt, Leiter des Lehrstuhls für Agrarsystemtechnik des Wissenschaftszentrum Weihenstephan für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der TU München wies darauf hin, dass sich mit zunehmender Digitalisierung auch das Betriebsklima ändere. „Wenn immer mehr Arbeitsschritte automatisiert werden, müssen bestimmte Prozesse vom Menschen nur noch überwacht, aber nicht mehr selbst ausgeführt werden. Hierbei besteht natürlich die Gefahr der Monotonie.“ Er betonte, dass bei aller Notwendigkeit, an den Hochschulen digitale Kenntnisse zu vermitteln, auch die landwirtschaftlichen Grundlagen nicht zu kurz kommen dürften. „Es darf nicht vergessen werden, dass wir es in der Landwirtschaft auch bei aller Technologisierung noch immer mit biologischen Systemen – mit Tieren, Pflanzen, Boden- und klimatischen Bedingungen – zu tun haben.“

„Digitalisierung braucht Systemdenker!“, erklärte der Bereichsleiter für Digital Farming bei der BayWa AG in München, Jörg Migende in seinem Vortrag zum Thema „Neue Anforderungen an die Berufsbilder durch Digitalisierung“. „In Zukunft werden immer häufiger Menschen mit ganz unterschiedlichem beruflichen Background zusammenarbeiten. Daher wird es beispielsweise immer wichtiger, komplexe Sachverhalte leicht verständlich erklären zu können.“ Die Agrarabsolventen sollten ein technisches Grundverständnis für die Prozesse mitbringen. Aber die Fähigkeit zum interdisziplinären Zusammenarbeiten sowie eine ausgeprägte Problemlösungsorientierung seien ebenso wichtig.

Dr. Bernhard Polten, Beauftragter für Digitalisierung und Landwirtschaft 4.0 beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), ging auf die Aspekte Datensicherheit und Datenhoheit ein. Rechtliche Grundlagen seien notwendig, er appellierte aber auch an die Landwirte: „Jeder hat es auch selbst in der Hand, welche Daten er von sich preisgibt. Wichtig sei, sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. „Die Sensibilisierung für Datensicherheit und Datenschutz muss auch an den Schulen und Hochschulen vermittelt werden.“

Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Landfrauenverbands, Caroline Dangel-Vornbäumen, sprach zum Thema Digitalisierung im Ehrenamt: „Durch die Digitalisierung ist es den Menschen leichter möglich, sich auch unabhängig von Vereinen oder Verbänden ehrenamtlich zu engagieren.“ Als Beispiel nannte sie die Flüchtlingshilfe, die vielerorts regional und unabhängig von Vereinen oder Institutionen organisiert sei. Viele Menschen würden bereits Online-Plattformen zur Vermittlung von ehrenamtlichen Engagement nutzen. „Essenzielle Voraussetzung hierfür ist jedoch schnelles Internet. Dieses ist gerade auf dem Land vielerorts noch nicht gegeben“, mahnte Dangel-Vornbäumen.

Parlamentarischer Abend: Veränderungsprozesse im Interesse der Gesellschaft begleiten

Am 16. Oktober fand bereits zum 12. Mal der gemeinsame Parlamentarische Abend des VDL Bundesverbandes, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. sowie des Bundesverbandes der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur (BHGL) in Berlin statt. Zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages waren der Einladung der beiden Berufsverbände gefolgt. Zudem konnten zahlreiche Vertreter aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft sowie der Spitzenverbände des Agribusiness im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft begrüßt werden.

Praxis- und Arbeitsmarktorientierung gewährleisten

„Für uns als VDL, dem größten akademischen Berufsverband im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich in der Bundesrepublik Deutschland, stehen die Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelt besonders im Fokus“, erklärte Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann und verwies auf das VDL-Fachforum zum Thema „Agrar- und Ernährungswirtschaft 4.0“, das am selben Tag stattgefunden hatte. Die Digitalisierung werde die Berufsfelder sowie die Anforderungen an die Beschäftigten verändern und auch Auswirkungen auf Forschung und Lehre haben. „Ich sichere Ihnen zu, dass der VDL diese Veränderungsprozesse gewohnt sachlich, wissenschaftlich fundiert, aufgeschlossen, ergebnis- und lösungsorientiert und im Interesse unserer Mitglieder und der Gesellschaft begleiten wird“, so Ebel-Waldmann.

Der VDL-Präsident begrüßte, dass es den Hochschulen im Rahmen der Neuordnung des Akkreditierungssystems für Studiengänge ab 2018 möglich sei, ihre Studien- und Lehrangebote individueller zu gestalten. Wichtig sei dem VDL hierbei, dass die Praxis- und Arbeitsmarktorientierung durch die Einbindung von Vertretern der Berufspraxis und der Verbände bei den Akkreditierungsverfahren gewährleistet werde.

Ebel-Waldmann bemängelte, dass die deutschen Hochschulen laut OECD gegenüber vergleichbaren Staaten deutliche Finanzierungsdefizite aufwiesen. „Das sollten und können wir uns nicht weiter leisten – im Hinblick auf die volkswirtschaftliche wie auf die gesamtgesellschaftliche Entwicklung.“ Auch sei ein Ausbau der finanziellen Förderung der Forschung im Agrar-, Ernährungs- und Umweltbereich notwendig: „Nur so kann sichergestellt werden, dass wir auf diesem Feld wettbewerbsfähig bleiben und Antworten auf wichtige Zukunftsfragen wissenschaftlich fundiert geben können“, so der VDL-Präsident und appellierte an die anwesenden Abgeordneten, sich hierfür bei den Koalitionsverhandlungen bzw. bei Beratungen und Debatten im Deutschen Bundestag verstärkt einzusetzen.

Universitäre Ausbildung ernsthaft gefährdet

„Mit dem Gartenbaustudium erwerben die Studierenden einen akademischen Berufsabschluss mit Jobgarantie!“, versicherte der Präsident des BHGL, Marc-Guido Megies, mit Hinblick auf die sehr positiven Ergebnisse der aktuellen Berufsfeldanalyse Gartenbau. Der Fachkräftemangel sei in den Unternehmen spürbar. Er riet dazu, Fremdsprachen zu erlernen, Auslandserfahrung zu sammeln und Ingenieurpraktika durchzuführen, da diese Qualifikationen auf dem globalisierten Markt vermehrt nachgefragt werden würden.

Megies betonte die Bedeutung der Gartenbauwissenschaften für die Lösung wichtiger Zukunftsfragen und machte auf die kritische Situation an den deutschen Gartenbau-Hochschulen aufmerksam, durch die die universitäre Ausbildung ernsthaft gefährdet sei. „Unterstützen Sie bitte politisch mit ganzer Kraft im Dialog mit den Regierungen der Länder und den dort angesiedelten Universitäten und Hochschulen die Ausschreibung von Professorenstellen für die Gartenbauwissenschaften“, appellierte er an die anwesenden Politiker. „Des Weiteren möchten wir Sie um die schnelle Bereitstellung von Fördermitteln für die Entwicklung des virtuellen Netzwerkes der Universitäten und Hochschulen mit Blended Learning bitten.“ Zudem sei es dringend notwendig, Forschungsschwerpunkte für die durch Fördermittel des BMEL entstandene  Hortinnova-Forschungsstrategie für innovativen Gartenbau auszuschreiben.

Deutschland in Vorreiterrolle

„Wir wollen eine Landwirtschaft in der Mitte der Gesellschaft! Wir wollen eine Landwirtschaft, die leistungsstark, lebensnah und lukrativ ist!“, erklärte Ministerialdirektor Clemens Neumann, Leiter der Abteilung Biobasierte Wirtschaft, Nachhaltige Land- und Forstwirtschaft im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), in seinem Grußwort. Neumann war in Vertretung von Bundesminister Christian Schmidt erschienen, der seine Teilnahme am Parlamentarischen Abend leider wegen terminlicher Gründe kurzfristig absagen musste.

„Wir müssen am Kurs der Marktorientierung festhalten und Planungssicherheit und Einkommensstabilität für die Bauern weiterhin absichern!“, so Ministerialdirektor Neumann. Ziel sei eine starke und finanziell gut ausgestattete GAP, die auch nach 2020 auf den zwei soliden Säulen Landwirtschaft und ländliche Räume stehe.

Neumann sprach sich dafür aus, dass Deutschland in puncto Tierwohl eine Vorreiterrolle einnehmen solle, warnte jedoch, dass die höchsten Standards in Deutschland nichts nützen würden, wenn die Tierhaltung aus Kostengründen ins Ausland abwandere. „Wichtig ist uns, dass sachlich und fachlich tragbare Positionen im Dialog mit allen Beteiligten entwickelt werden.“

Der Ministerialdirektor betonte die Bedeutung der ländlichen Räume für den Wohlstand und die gesellschaftliche Stabilität in Deutschland. „Unsere ländlichen Regionen gehören ganz oben auf die politische Agenda! Dafür brauchen wir eine Politik für die ländlichen Regionen aus einem Guss.“ Deshalb solle das BMEL sukzessive zu einem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und ländliche Räume ausgebaut werden. „Wir wollen die Zuständigkeiten innerhalb der Bundesregierung für die ländlichen Regionen weiter bündeln und dies auch im Namen des Ministeriums deutlich herausstellen“, so Neumann.

VDL-Fachforum „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“

Immer schneller, immer effektiver, immer komplexer: Unsere Arbeitswelt wird durch die fortschreitende Digitalisierung sehr stark beeinflusst. Das ist ein Vorteil, aber auch eine Herausforderung – für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer.

Welche Richtung wird die technologische Entwicklung zukünftig einschlagen? Wie wird sich der Arbeitsmarkt in der Grünen Branche dadurch verändern? Welche Anforderungen stellen Arbeitgeber in puncto technischem Know-how an ihre Mitarbeiter? Und werden die Studierenden an den Hochschulen genügend auf den sich ändernden Arbeitsmarkt vorbereitet?

Diese und weitere Fragen diskutiert der VDL-Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. am 16. Oktober 2017 bei seinem Forum „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“ im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, Claire-Waldoff-Str. 7, 10117 Berlin. Experten aus den Bereichen Forschung, Praxis und Ehrenamt werden einen umfassenden Einblick in dieses hochaktuelle Thema geben und aufzeigen, welche Schritte unternommen werden müssen, damit die Grüne Branche von der fortschreitenden Digitalisierung profitieren kann.

Die Teilnahme am VDL-Fachforum „Landwirtschaft 4.0 – Digitalisierung in der Arbeitswelt“ ist kostenlos! Um eine reibungslose Vorbereitung und Durchführung garantieren zu können, wird um vorherige Anmeldung gebeten. Weitere Informationen zum Forum sind hier erhältlich.

VDL: Weg frei für mehr Qualitätssicherung an Hochschulen

Die Jahrestagung 2017 des VDL-Bundesverbandes  vom 1. bis 3. Juni in Karlsruhe stand ganz im Zeichen neuer Verbandsaktivitäten. Dazu zählen auch die Aufbereitung eines Internetauftrittes zum ernährungswissenschaftlichen Studium und eine weitere bundesweite Absolventenbefragung in den Agrarwissenschaften.

Nach Aussage von Markus W. Ebel-Waldmann, dem Präsidenten des VDL-Berufsverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt e.V., ist es eine der Kernaufgaben der Hochschulen, „die Qualität der Lehre sicher zu stellen und entsprechende Maßnahmen zur Qualitätssicherung einschließlich deren Ergebnisse zu dokumentieren“. Laut Präsidiums- und Mitgliederversammlungsbeschluss stellt sich der VDL-Bundesverband hinter die Neuordnung des Akkreditierungssystems, wie sie von den Gremien der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im November 2016 verabschiedet wurde. Danach ist es den Hochschulen zukünftig möglich, ihre Studienangebote in Eigenverantwortung individuell zu gestalten und den Lehrenden wie Lernenden größere Freiräume in Lehre und Studium einzuräumen.

Zur Begutachtung eines Studiengangs sollen die Hochschulen in Zukunft im Rahmen der System- und Programmakkreditierung auch innovative Modelle der externen Qualitätssicherung in Abstimmung mit dem Akkreditierungsrat (Experimentierklausel) erproben können. Mit der Neuordnung des Akkreditierungsverfahrens wird eine stärkere Mitwirkung der Wissenschaft an den Akkreditierungen, im Akkreditierungsrat, bei den Agenturen und bei Umsetzung der Verfahren gewährleistet, wie sie das Bundesverfassungsgericht gefordert hat. Der VDL begrüßt diese Neuordnung, die den Weg für ein System der externen Qualitätssicherung freimacht, das den Erfordernissen der Wissenschaft Rechnung trägt.

Internetpräsenz „Ernährungswissenschaftliches Studium“
„Beim Wettbewerb um die besten Köpfe will der VDL einen Beitrag leisten, damit die Unternehmen der deutschen Ernährungswirtschaft in Zukunft auf mehr qualifizierte Spezialisten und Führungskräfte zurückgreifen können“, begründet der VDL-Präsident den geplanten Internetauftritt zum ernährungswissenschaftlichen Studium. So sollen Interessenten umfassende Fachinformationen u.a. über Studienorte, Zulassungsbedingungen und Studiengänge erhalten und zugleich den akademischen Nachwuchskräften ein Überblick über die vielseitigen, attraktiven Berufsfelder der Ernährungsbranche vermittelt werden. Die Ernährungswirtschaft ist mit 550.000 Beschäftigten und 169 Milliarden Euro Umsatz der viertgrößte Gewerbezweig in Deutschland.

Erneute Absolventen-Befragung
Nach den bundesweiten Absolventenbefragungen 2012 und 2015 des VDL-Bundesverbandes in den Agrarwissenschaften soll die Befragung nach drei Jahren wiederholt werden, um zuverlässige Daten zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, zum Berufseinstieg und Zufriedenheitsstatus der Hochschulabsolventen zu ermitteln.
Die wissenschaftliche Betreuung, Durchführung und Auswertung dieser Befragung (Dezember 2017 bis Februar 2018) soll über eine Universität erfolgen und sich auf die Absolventenjahrgänge 2007 bis 2017 beschränken.

VDL setzt konsequent und erfolgreich auf strategische Allianzen!
Dem VDL Bundesverband ist es gelungen, die Kooperation mit dem Dachverband der Führungskräfte in Deutschland, der United Leaders Association (ULA), weiter zu intensivieren. “Durch den Kooperationsvertrag mit diesem wichtigen Partner wird der VDL seine Reichweite und seine Schlagkraft wesentlich steigern und Synergien noch besser realisieren können”, zeigt sich VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann überzeugt. Mit der Wahl von Ebel-Waldmann in den geschäftsführenden Vorstand der ULA am 30. Mai 2017 durch die ULA-Verbandsversammlung in Berlin unterstreicht auch der Führungskräfteverband die enge und erfolgreiche Verbundenheit zum VDL. Mit einer Offensive für Unternehmenspartnerschaften werde der VDL konsequent seine Marktführerschaft sichern und sein Dienstleistungsangebot für VDL-Mitglieder erweitern, so Ebel-Waldmann.