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Ehemaliger VDL-Präsident Prof. Dr. Hans-Werner Ott verstorben

28. Mai 2026/in Allgemein, Landesverbände, LV Hessen, VDL-Bundesverband

Prof. Dr. Hans-Werner Ott, Präsident des VDL Bundesverbandes e.V. von 1991-1994 und Landesvorsitzender des VDL Landesverbandes Hessen e.V. von 1986-1995, Foto: Prof. Dr. Hans-Werner Ott/Bearbeitung VDL

Der VDL – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt – trauert um Prof. Dr. Hans-Werner Ott.

Der VDL trauert um sein allseits geschätztes und verehrtes Ehrenmitglied des VDL Landesverbandes Hessen e.V., Prof. Dr. Werner Ott, der am 27. April 2026 im Alter von 86 Jahren verstorben ist. 50 Jahre war Prof. Dr. Werner Ott stets aktives Mitglied im VDL Landesverband Hessen e.V. und hat die sehr positive Entwicklung unseres Berufsverbandes in dieser Zeit maßgeblich und nachhaltig geprägt und richtungsweisende Zeichen gesetzt.

Höchstes Engagement in der berufsständischen Arbeit zeigte Werner Ott während seiner neunjährigen Amtszeit von 1986 bis 1995 als Landesvorsitzender des VDL Landesverbandes Hessen und während seiner dreijährigen Amtszeit von 1991 bis 1994 als Präsident des VDL Bundesverbandes. Unter seinem Vorsitz hat er wichtige und gewichtige Themenbereiche im konstruktiven Dialog mit allen Akteuren in der Politik, an den Hochschulen, in der Verwaltung und der Wirtschaft aufgegriffen und umgesetzt.

Die Förderung der Studierenden und Absolventen und Berufseinsteiger im VDL war im stets eine Herzensangelegenheit.

Auch nach seiner aktiven Amtszeit als Präsident und Landesvorsitzender war Prof. Dr. Werner Ott stets präsenter, von hoher Sachlichkeit geprägter und dank seit seiner hohen sozialen Kompetenz allseits geschätzter Ratgeber des VDL Landesverbandes Hessen und des VDL Bundesverbandes. Für sein einzigartiges Engagement um die Belange unseres Berufsverbandes verlieh ihm die Mitgliederversammlung des VDL Hessen die Ehrenmitgliedschaft im VDL. Die Kolleginnen und Kollegen, die ihn kennenlernen durften, wussten, dass sein Organisationstalent, sein immenses Fachwissen, seine Verbindlichkeit, vor allem aber die Liebenswürdigkeit von Prof. Dr. Werner Ott unschlagbar waren.

Werner Ott – am 26. Februar 1940 in Buchen im Odenwald geboren – absolvierte nach seinem Abitur am Heidelberger Helmholtz-Gymnasium eine landwirtschaftliche Lehre mit anschließender Gehilfenprüfung und studierte von 1961 bis 1967 Landwirtschaft an der Universität Gießen. Sein Studium schloss er mit Diplom und Promotion ab. Es folgte die Referendarausbildung für den höheren Lehr- und Verwaltungsdienst in der Agrarverwaltung.

Von 1969 bis 1971 war Werner Ott als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der chemischen Industrie tätig, bevor er als angestellter Lehrer bzw. Studienrat an der Berufsfachschule in Bad Kreuznach und an der Kreisberufsschule in Alsfeld tätig war. Bereits mit 32 Jahren wurde Werner Ott Professor für „Allgemeine und angewandte Biologie, insbesondere Ökologie“ an der damaligen Fachhochschule Gießen.

In dieser Zeit wurde Werner Ott VDL-Mitglied und trat seitdem aktiv für die Interessen unseres Berufsstandes ein. 1978 wurde Werner Ott zum Direktor der Hessischen Lehr- und Versuchsanstalt für Grünlandwirtschaft und Feldfutterbau mit überbetrieblicher Ausbildung in tierischer und pflanzlicher Erzeugung ernannt. An der damaligen Fachhochschule Gießen-Friedberg hatte er zudem einen Lehrauftrag inne.

Von 1982 bis 2001 war Professor Dr. Werner Ott Präsident der damaligen Hessischen Landesanstalt für Umwelt, dem heutigen Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie. Während dieser Zeit war Professor Ott auch Honorar-Professor an der Fachhochschule Gießen-Friedberg für „Spezielle Ökologie und Umwelthygiene“. Im Wintersemester 1993/94 hatte er zudem eine Gastprofessur an der Biologisch-Pharmazeutischen Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena für das Lehrgebiet „Umweltsicherung und Umweltpolitik“.

An der Gründung der VDL-Landesverbände in den neuen Bundesländern war Werner Ott nach der Wiedervereinigung maßgeblich beteiligt. Bereits 1990 wurde auf seine Initiative hin der damalige VDL Landesverband Thüringen gegründet.

Für unser hessisches Ehrenmitglied Werner Ott war neben der fachlichen Weiterentwicklung des Berufsverbandes stets das kollegiale menschliche Miteinander zwischen Studierenden, Aktiven und Ruheständlern ein ganz besonderes Anliegen. Dieses große Anliegen, für das er sich stets und nachdrücklich einsetzte, ist dank ihm in Erfüllung gegangen und hat den Zusammenhalt im VDL und den Erfolg des VDL sichergestellt.

Auch ich, der über viele Jahrzehnte hinweg die Ehre und Freude hatte mit ihm nicht nur zusammenarbeiten zu dürfen, sondern mit ihm auch freundschaftlich verbunden war, habe viel – ja sehr viel – von ihm lernen dürfen.

Wir werden Prof. Dr. Hans-Werner Ott sehr vermissen und ihm stets ein ehrendes Andenken wahren. Unser tiefes und aufrichtiges Mitgefühl gilt seiner gesamten Familie.

In stiller Trauer

Markus W. Ebel-Waldmann

Präsident des VDL Bundesverbandes e.V. und Landesvorsitzender des VDL Landesverbandes Hessen e.V.

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/05/Screenshot-2026-05-28-152153.png 463 844 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-05-28 15:25:242026-05-28 17:28:26Ehemaliger VDL-Präsident Prof. Dr. Hans-Werner Ott verstorben

Parlamentarischen Abend des VDL Hessen

28. Mai 2026/in Landesverbände, LV Hessen

Staatssekretär und Amtschef Daniel Köfer (links) mit VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann. Foto: VDL Hessen/Tobias Grabner

Volles Haus und gelungener Netzwerkabend

Der Parlamentarische Abend 2026 des VDL Landesverbandes Hessen e.V. fand am Mittwoch, 29. April 2026, im Ratskeller am Hessischen Landtag in Wiesbaden statt. Bei der sehr gut besuchten Veranstaltung konnte der Präsident des VDL-Bundesverbandes und Landesvorsitzende des VDL-Landesverbandes Hessen, Markus W. Ebel-Waldmann, den Hessischen Staatssekretär und Amtschef des Hessischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat, Daniel Köfer, begrüßen. Staatssekretär Köfer sprach nicht nur ein Grußwort, sondern stand den Teilnehmenden auch Rede und Antwort. Alle im Hessischen Landtag vertretenen Fraktionen waren an diesem Abend zu Gast beim VDL Hessen, darunter zahlreiche Fraktionsvorsitzende sowie fast der gesamte Landtagsausschuss für Landwirtschaft und Umwelt.

Volles Haus beim Parlamentarischen Abend des VDL Landesverbandes Hessen. Foto: VDL Hessen/Tobias Grabner

Neben den hochkarätigen Politikern waren zahlreiche Vertreter aus Wirtschaft, Verwaltung, der Hochschulen und Verbänden der Einladung des VDL Hessen gefolgt. Unter der Leitung von Christian Fey, dem Sprecher der Sparte „Studierende“ im VDL Hessen, war eine große Delegation von Studierenden und Doktoranden des Fachbereichs 09 Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen angereist und nutzten die Gelegenheit sich ein Netzwerk aufzubauen und bereicherten mit ihren Statements die Diskussion um berufsständische Angelegenheiten. Im Mittelpunkt stand der Hochschulpakt des Landes Hessen, der für die Universitäten und Hochschulen ganz gewaltige Einschnitte zur Folge hat, die Veränderung der Berufsfelder durch Künstliche Intelligenz und Digitalisierung, Bürokratieabbau, Beschäftigungsmöglichkeiten in der Agrar- und Umweltverwaltung sowie Arbeitszeitmodelle, die die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen.

Seitens der VE – Geisenheim Alumni Association –, die Mitgliedverband im VDL ist, war unter der Leitung von VEG-Präsident Robert Lönarz fast der gesamte Vorstand angereist. VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann nutzte die Gelegenheit um sich herzlich beim Präsidenten der Hochschule Geisenheim, Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, der Ende Mai in den Ruhestand geht, für die langjährige, erfolgreiche, enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zu bedanken.

Text: VDL Hessen

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/05/ssdfdsfsd.jpg 768 967 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-05-28 15:24:412026-05-28 15:25:10Parlamentarischen Abend des VDL Hessen
Eigene Aufnahme; Eichelsbacher

VDL- Bayern: Fachvortrag zu Agri-PV mit Feldwerke

12. Mai 2026/in Allgemein, Landesverbände, LG Bayern

Symbolbild: S. Eichelsbacher

Am 28. April 2026 veranstaltete die Fachschaft Agrar- und Gartenbauwissenschaften der Technischen Universität München (TUM) in Kooperation mit der VDL-Landesgruppe Bayern einen Fachvortrag zum Thema Agri-Photovoltaik (Agri-PV). Referent war Maximilian Möllenbeck von Feldwerke, einem Münchner Start-up, das von drei Gründern aufgebaut wurde.

Feldwerke setzt ausschließlich auf nachgeführte Tracking-Systeme, die der Sonne von Osten nach Westen folgen. Hochaufgeständerte Anlagen seien technisch möglich, jedoch deutlich kostenintensiver; vertikale Module stellten eine weitere Option dar. Durch das Tracking-Konzept lassen sich im Vergleich zu klassischen Freiflächenanlagen rund 20-30% mehr Volllaststunden erzielen. Während Agri-PV-Anlagen etwa 1 MWp pro Hektar erreichen, liegen klassische Freiflächenanlagen bei rund 1.3 MWp je Hektar, allerdings ohne weitere landwirtschaftliche Nutzung der Fläche. Agri-PV ermöglicht hingegen, dass mindestens 85% der Fläche weiterhin bewirtschaftet werden können und gleichzeitig hohe landwirtschaftliche Erträge erzielt werden.  Bei Grünland können sogar bis zu 95% der Fläche weiter genutzt werden. Feldwerke tritt dabei sowohl als Projektierer als auch als Eigentümer der Anlagen auf.

Die Nachfrage und das Interesse an den Anlagen sind hoch. Allein bei Feldwerke befinden sich aktuell rund 40 Projekte in der Pipeline, zwei Anlagen sind bereits in Betrieb. Noch in diesem Jahr will Feldwerke 80 bis 100 Megawatt zusätzliche Kapazität realisieren. Vorgestellt wurde unter anderem eine gerade eröffnete 28 Hektar große Anlage mit 17 MWp Leistung, ein Projekt mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro in Oberndorf am Lech.

Die Wirtschaftlichkeit solcher Anlagen hängt stark von den EEG-Rahmenbedingungen ab. Bei negativen Börsenstrompreisen entfällt die Einspeisevergütung, während bei hohen Strompreisen eine Direktvermarktung zusätzliche Erlöse ermöglicht. Batteriespeicher gewinnen daher zunehmend an Bedeutung, für sogenannte Power Purchase Agreements (PPA) sind große Speicherkapazitäten sogar Voraussetzung.

Agri-PV wird mittlerweile mit zahlreichen landwirtschaftlichen Kulturen kombiniert, selbst mit Spezialkulturen wie dem Zuckerrübenanbau, und ist besonders für biologisch wirtschaftende Betriebe interessant. Partielle Beschattung kann, abhängig von Kultur und Witterung, sogar positive Effekte auf Pflanzenwachstum und Ertrag haben. Herausforderungen bestehen weiterhin bei den politischen Rahmenbedingungen und Genehmigungsverfahren. Die eigentliche Bauzeit ist dagegen vergleichsweise kurz, da rund 80 % der Projektdauer auf Planung und Genehmigung entfallen.

Nach dem spannenden Vortrag mit technischen Details, praktischen Einblicken sowie zahlreichen Daten und Fakten entwickelte sich eine angeregte Diskussion mit vielen Fragen aus dem Publikum. Das große Interesse der Teilnehmenden an dieser Technologie war deutlich spürbar. Wir bedanken uns herzlich bei Feldwerke und Maximilian Möllenbeck für die Veranstaltung.

Zum Abschluss bot ein Get-together Gelegenheit für weiteren Austausch und Networking.

Text: S. Eichelsbacher

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/05/20260510_Beitrag_BY_VDL-Newsletter_Bild-scaled.jpg 1920 2560 Sebastian https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Sebastian2026-05-12 09:47:192026-05-15 13:45:59VDL- Bayern: Fachvortrag zu Agri-PV mit Feldwerke
Pixabay

VDL- Bayern: Online-Stammtisch mit Einblicke in die Welt der Müllerei

5. März 2026/in Allgemein, Landesverbände, LG Bayern

Bild: Pixabay

Am 23. Februar 2026 veranstaltete die VDL-Landesgruppe Bayern einen Online-Stammtisch. Als Gastreferent war Dr. Josef Rampl eingeladen, Geschäftsführer des Bayerischen Müllerbundes und zugleich Vorsitzender der Vereinigung der Wasserkraftwerke in Bayern. Seit über 20 Jahren führt er den Bayerischen Müllerbund, den mitgliederstärksten Berufsverband der Müllerei, in Deutschland.

Die Doppelrolle von Dr. Rampl in Müllerbund und Wasserkraftwerksvereinigung erklärt sich historisch: Mühlen gehören zu den ältesten Handwerken überhaupt, und Wasserkraft war einst ihre wichtigste Energiequelle. Heute ist der direkte Stromanschluss Standard, doch die historische Verbindung ist geblieben. Die Vereinigung der Wasserkraftwerke in Bayern umfasst derzeit mehrere Hundert Mitgliedsbetriebe und wird im kommenden Jahr durch einen Zusammenschluss auf über 1000 Wasserkraftwerksbetreiber anwachsen. Eindrucksvoll die Dimension: Die bayerischen Wasserkraftwerke erzeugen mengenmäßig genug Strom, um alle bayerischen Privathaushalte zu versorgen. Die Hälfte aller deutschen Wasserkraftwerke steht in Bayern.

Dr. Rampl gab einen umfassenden Überblick über die heutige Müllerei. Die klassische Getreideanlieferung direkt vom Landwirt an den Müller existiert kaum noch. Stattdessen kaufen die Mühlen ihr Getreide vom Markt, die sogenannte Lohnmüllerei hat sich durchgesetzt. In Deutschland gibt es rund 170 Mühlenbetriebe, die mehr als 1.000 Tonnen Getreide pro Jahr verarbeiten. In der Erntesaison 2024/25 wurden allein beim Weizen rund 8 Millionen Tonnen verarbeitet. Der Trend ist klar: Roggen geht leicht zurück, Weizen wächst und diese Entwicklung wird sich voraussichtlich fortsetzen.

Wirtschaftlich ist die Müllerei eine anspruchsvolle Branche. Fast 70 Prozent der Kosten entfallen auf Materialkosten, also das Getreide selbst. Die durchschnittlichen Umsatzrenditen reichen kaum an die 2 Prozent, häufig deutlich darunter. Die Einkaufsstrategie ist daher für die Mühlen von existenzieller Bedeutung. Stark schwankende Preise auf dem Weltmarkt stellen ein erhebliches unternehmerisches Risiko dar. Getreide ist ein internationales Geschäft, globale Handelsströme beeinflussen die Preise spürbar, auch wenn die Müller nach Möglichkeit regional einkaufen.

Als sogenannte Flaschenhals-Betriebe spielen Mühlen eine besondere Rolle in der Ernährungssicherheit: Nahezu das gesamte für den menschlichen Verzehr bestimmte Getreide wird über sie verarbeitet. Entsprechend unterliegen Mühlen umfangreichen statistischen Meldepflichten und liefern wichtige Daten an die Politik.

Dr. Rampl geht zudem auf die Mehltype und dazugehörigen DIN-Normen ein sowie auf aktuelle Herausforderungen der Branche: der Klimawandel beeinflusst Erntemengen und Qualitäten; erhöhte DON- und Mykotoxin-Gehalte im Getreide erfordern intensive Kontrollen; die Düngeverordnung wirkt sich auf die anbauenden Betriebe aus und damit mittelbar auf die Mühlen. Interessant dabei: Die Grenzwerte für Qualität und Verunreinigungen sind zwischen Bio- und konventionellem Getreide identisch.

Der Abend endete mit dem gewohnten kollegialen Austausch unter den Mitgliedern der Landesgruppe sowie wichtigen Hinweisen für die Branche, wie beispielsweise die Bewerbungsfrist für den laufenden EU-Concours.

Text: Sebastian Eichelsbacher

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/03/20260304_Beitrag_BY_VDL-Newsletter_Bild_1.jpg 820 1231 Sebastian https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Sebastian2026-03-05 12:36:032026-03-05 12:44:26VDL- Bayern: Online-Stammtisch mit Einblicke in die Welt der Müllerei
VDL Hessen

VDL-Hessen: Fachtagung „Resilienz der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft“

6. Februar 2026/in Allgemein, Landesverbände, LV Hessen

Foto: VDL Hessen

Am Montag, 12. Januar 2026, lud der VDL Landesverband Hessen e.V. zu einer Fachtagung „Resilienz der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft – Was sind die Konsequenzen der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine?“ im Rahmen der 78. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen 2026 in die Stadthalle Baunatal (bei Kassel) ein. Referent war Peter Jung, Leiter Lebensmittelwirtschaft, Deutscher Raiffeisenverband (DRV), Berlin.

Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft sah sich in den vergangenen Jahren massiven Herausforderungen ausgesetzt. Die COVID19-Pandemie, der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine, zunehmende geopolitische Spannungen sowie klimatische Extremereignisse haben bestehende Verwundbarkeiten entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette offengelegt. Gleichzeitig haben sie die systemische Bedeutung einer resilienten Landwirtschaft für Versorgungssicherheit, wirtschaftliche Stabilität und gesellschaftliche Akzeptanz erneut ins Bewusstsein gerückt.

Der Vortrag beleuchtete, welche praktischen Lehren aus den Krisenerfahrungen der letzten Jahre für die Stärkung der landwirtschaftlichen Liefer- und Versorgungsketten gezogen werden können und welche politischen Notwendigkeiten hieraus entstehen. Unter anderem werden die Abhängigkeiten von Importen wie etwa bei Betriebsmitteln, die Funktionsfähigkeit von Lieferketten, Marktauswirkungen sowie die Rolle der Politik beleuchtet. Anhand ausgewählter Beispiele wird aufgezeigt, wie Unternehmen, die unterschiedlichen Stufen der Wertschöpfungskette und politische Akteure auf die Ereignisse reagiert haben und welche Maßnahmen sich in der Praxis bewährt haben.

Darauf aufbauend wurden politische Handlungsoptionen zur Stärkung der Resilienz der deutschen Agrarwirtschaft – von verlässlichen Rahmenbedingungen über praxistaugliche Risikovorsorgeinstrumente bis hin zu einer stärkeren Berücksichtigung von Resilienz als Zielgröße in der Agrarpolitik aufgezeigt.

Text: Markus Ebel-Waldmann

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/02/he-1.jpg 517 619 Tobias Dammeier https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Tobias Dammeier2026-02-06 14:00:512026-02-06 14:00:51VDL-Hessen: Fachtagung „Resilienz der deutschen Agrar- und Ernährungswirtschaft“

VDL-Nds – Niedersachsen auf der Grünen Woche in Berlin

29. Januar 2026/in Allgemein, Landesverbände, LV Niedersachsen

Fotos: Ulf Meyer zu Westerhausen, Landvolk, Andreas Melle

Das landwirtschaftliche Jahr 2026 begann für die Niedersachsen wie alle Jahre davor: mit dem Messeauftritt der niedersächsischen Marketinggesellschaft auf der Grünen Woche. Dazu gehören die Länderhalle 20, die man sich schon seit Jahren mit Thüringen teilt, die Zukunftswerkstatt und – das ultimative Netzwerk-Highlight: der Niedersachsen-Abend. Alles, was in unserem Bundesland Rang und Namen hat, ist hier vertreten, dazu zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

Eigentlich war es wie immer, und doch hatte die Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft, Vivien Ortmann, ein paar wesentliche Änderungen vorgenommen. So fand die Zukunftswerkstatt erstmals im Palais am Funkturm, quasi um die Ecke statt. Der lange Marsch der Großen Karawane durch die dunklen Messehallen vom anderen Ende des Geländes zur Halle 20 ist nach mehreren Jahrzehnten Geschichte. Irgendwie hatte das ja etwas zutiefst Zeremonielles, aber vor allem die weniger geländegängigen Teilnehmer haben den langen Marsch nicht vermisst.

Mit Vivien Ortmann, Miriam Staudte, Olaf Lies und Hubertus Berges (v. li. n. re.) war die Begrüßungsrunde prominent besetzt

Bei der Zukunftswerkstatt ging es um die Frage, welche Bedingungen die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen braucht, um Gründerdynamik und attraktives Innovationsklima in der Wertschöpfungskette zu schaffen. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, der Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, sowie dem Vorstandsvorsitzenden und der Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, Hubertus Berges und Vivien Ortmann, war schon die Begrüßungsrunde prominent besetzt. Sie diskutierten, wie Staat, Wirtschaft und Forschung gemeinsam den Weg für eine nachhaltige, innovative Produktivität in Niedersachsen gestalten können. Impulse dazu kamen anschließend unter anderem von Referenten und Referentinnen aus der Ernährungsindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Wissenschaft und der Landwirtschaft.

Einigkeit bestand darin, dass Innovationskraft, Ideen und gute Start-ups vorhanden sind, diese aber vor allem durch bürokratische Hürden und mangelnde politische und finanzielle Unterstützung behindert werden. Fünf Jahre auf die Genehmigung eines Bauantrags zu warten, das halte kein Start-up durch. Für ein starkes Innovationsklima brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, mehr Pragmatismus und schnellere Abläufe in der Verwaltung sowie mehr Risikobereitschaft bei der Finanzierung, um innovative Konzepte in praktische Investitionen in die Zukunft der Branche umzusetzen.

Die Teilnehmer an der Zukunftswerkstatt brachten viel Diskussionsstoff für angeregte Gespräche mit zum Niedersachsen-Abend und enterten die Halle 20, wo sie sich mit Häppchen und kühlen Getränken ins Netzwerken stürzten. Dabei stellten über 2.500 Menschen unter Beweis, dass sie auch ohne Live-Band das gewohnte Dezibel-Niveau des Niedersachsen-Abends locker aufbieten konnten. Tatsächlich war es ungeachtet der tatsächlichen Lautstärke ohne musikalische Untermalung leichter, sich zu unterhalten, was der Qualität der Gespräche zugute kam.

VDL-Basislager mit VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann (li.)

Wir hatten im Thüringer Teil der Halle wieder einen Tisch mit einem kleinen VDL-Banner als „Basislager“ sichern können, wo in wechselnder Besetzung VDLer und Freunde zwischen vielen Gesprächen ein paar Minuten ausruhen und sich abstimmen konnten. Auch VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und Geschäftsführer Tobias Dammeier kamen zum Gespräch vorbei. Reichliche kulinarische Versorgung trug ebenfalls zur gelösten Stimmung bei. Und wenn man dann noch um Mitternacht einem geschätzten Kollegen zum Geburtstag gratulieren darf, dann ist der Abend rundum gelungen.

Der von der Marketinggesellschaft professionell organisierte niedersächsische Auftritt auf der Grünen Woche mit der Ausstellergemeinschaft, der Zukunftswerkstatt und dem Niedersachsen-Abend war wieder einmal eine runde Sache. Auch die Neuerungen in den Abläufen wurden von unseren Teilnehmern positiv aufgenommen, wenn auch der Abschied von mancher Tradition für einen kurzen Moment ein klitzekleines Verlustgefühl ausgelöst hat. Wir bedanken uns bei der Marketinggesellschaft für die Organisation dieses besonderen Netzwerk-Highlights und sind uns einig, dass wir uns im nächsten Jahr wieder hier beim Niedersachsen-Abend treffen möchten.

Text: Ruth Franken

 

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/01/mzw-Halle-20-scaled.jpg 1090 2560 Ruth Franken https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Ruth Franken2026-01-29 15:41:482026-01-29 15:41:48VDL-Nds – Niedersachsen auf der Grünen Woche in Berlin
VDL-Ost

100 Jahre Grüne Woche: VDL-Ost-Fachgespräch 2026

27. Januar 2026/in Landesverbände, LV Ost

Der VDL-Landesverband Ost hat am letzten Sonntag der Grünen Woche wieder das zur Tradition gewordene Fachgespräch organisiert. 2026 ist für die Messe ein ganz besonderes Jahr, da das 100-jährige Bestehen gefeiert wurde. Und es gab auch wieder ein Partnerland. Erstmals war das mit Mecklenburg-Vorpommern ein Bundesland. Bei ihm durften wir dieses Jahr auch für unser Gespräch zu Gast sein.

Dort gab Kristin Romanowski, die im MV-Landwirtschaftsministerium das Referat „Grundsatzangelegenheiten der landwirtschaftlichen Produktion, Nachwachsende Rohstoffe, Agrarforschung, -bildung und -beratung“ leitet, Auskunft über den Länderauftritt und zog eine erste Bilanz: Für das Partnerland sei die Jubiläumsmesse eine volle Erfolgsgeschichte. MV habe sich, seine Kulinarik und die touristischen Highlights durch die hervorgehobene Stellung vor mehr Gästen als sonst präsentieren können. Auf 2.900 Quadratmetern hatten sich insgesamt 78 Aussteller im Laufe der zehn Messetage präsentiert. Auch die Aussteller waren zufrieden, da sie überdurchschnittlich viel verkauft haben, berichtete Romanowski. Dabei war die Vorbereitung knapp. Da Frankreich im Sommer abgesagt hatte, hat kurzerhand MV spontan übernommen und war zusätzlich zur Planung des eigenen 25-jährigen Messejubiläums dann zudem auch noch Partnerland geworden. Als persönliches Highlight wertete die Referatsleiterin die Eröffnungsfeier inklusive der bewegenden Rede der eigenen Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig.

Neben den Einblicken aus dem Partnerland gewährte auch der Direktor der Grünen Woche, Lars Jaeger, eine exklusive Vorabbilanz der Messe. So deutete er bereits vormittags an, was gegen Messeende dann offiziell wurde: Mit rund 350.000 Gästen, wurde das zuvor selbstgesteckte Ziel deutlich übertroffen. Es waren am Ende 40.000 Personen mehr als im Vorjahr. Dabei gab jeder Gast im Schnitt 150 Euro aus. Politisch gesehen, war alles da, was Rang und Namen hat. Allen voran Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Festrede bei der Eröffnung gehalten hat. Diese Würdigung hob Jaeger nochmals explizit hervor. Auch wenn die Jubiläumsmesse eine ganz besondere für das Team war, habe es nicht nur Lob gegeben. Viel Kritik sei an sie über verschiedene Wege herangetragen worden. So auch zur Tierhalle, aber ebenfalls dazu, dass keine Heimtiere ausgestellt worden waren. Die Messe prüfe Änderungen bei der Konzeption der Tierhalle, kündigte Jaeger an. Er habe erstmals in seiner Laufbahn als Messeleiter „Wehmut, dass es zu Ende geht“.

Aber die Grüne Woche kommt wieder, keine Frage: Die nächste findet vom 15. bis 24. Januar 2027 statt.

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/01/IMG_5724_16-9_VDL-Ost-scaled.jpg 1440 2560 Parzych https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Parzych2026-01-27 23:57:432026-01-28 00:07:47100 Jahre Grüne Woche: VDL-Ost-Fachgespräch 2026

VDL-NDS: Dokumentarfilm „Höfe“ – Einblicke in den landwirtschaftlichen Arbeitsalltag

5. Januar 2026/in Landesverbände, LV Niedersachsen

Fotos: Pixabay, Akinema Filmproduktion

Am 20. November konnten wir in der Jugendherberge Oldenburg den Dokumentarfilm „Höfe – Familie, Wirtschaft, Wandel“ zeigen. Die nachhaltige Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – vielschichtig, komplex und voller Widersprüche. Im Rahmen des vom Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) durchgeführten Projekts „Agrar-Transformationen“ ist aus diesem Spannungsfeld ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm entstanden.

Der Film von Janek Totaro und Johannes Kohout (Akinema Filmproduktion) begleitet über viele Monate hinweg vier landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, zwei Milchvieh- und zwei Schweinebetriebe, ökologisch wie konventionell und groß wie klein. Die Filmemacher folgen der alltäglichen Arbeit der Landwirtsfamilien mit Routinen im Stall, Entscheidungen im Büro und Gesprächen im und über den Betrieb. Dabei werden alltägliche Arbeitssituationen gezeigt und auch Schwierigkeiten, wie sie bewältigt werden. So zeigt der Film landwirtschaftliche Arbeit als Spiegel einer Branche, die täglich produziert, was wir jeden Tag konsumieren. Flankierend werden Gespräche mit Menschen aus der Beratung, Politik und der Wissenschaft aufgezeichnet – quasi als Echo dessen, was von außen an die Familien herantritt. In ihrer Funktion als Beobachter und stille Begleiter stellen Totaro und Kohout nicht die „großen Fragen“ zur Zukunft der Landwirtschaft, und doch lassen sie mögliche Antworten aufscheinen. Denn zwischen familiärer Verantwortung, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlichen Forderungen zeigen sich in leisen Zwischentönen die Umrisse eines stetigen Veränderungsprozesses.

Es ist kein fertiges Bild, welches da entsteht, kein fertiger Entwurf einer Landwirtschaft, wie sie als Ergebnis der Transformation entstehen könnte. Es bleiben Fragen offen, mit denen sich auch die Zuschauer auseinandersetzen, von denen viele einen praktischen Bezug zur Landwirtschaft haben oder einmal hatten. Einer kommentiert eine Situation auf dem großen Milchviehbetrieb, wo mehrere Angestellte in einem langen Melkgang den Kühen Melkgeschirre ansetzten. Er fragt sich, warum hier keine Melkroboter im Einsatz sind – ob die osteuropäischen Arbeitskräfte möglicherweise preiswerter sind als eine so große Investition.

Was bleibt, ist der Eindruck von großer Professionalität auf den Betrieben. Schon seit Jahrzehnten findet hier eine Transformation statt: Heute ist eine solide Ausbildung der Landwirtinnen und -wirte eine Grundvoraussetzung für jeden landwirtschaftlichen Betrieb. Ohne umfassende Computerkenntnisse, Verwaltungswissen und technisches Verständnis geht heute nichts mehr – ein landwirtschaftlicher Arbeitsplatz einschließlich Technik wird heute mit durchschnittlich mehr als einer halben Mio. Euro bewertet. Die „alten Zeiten“, in denen der Hoferbe keine Notwendigkeit sah, mehr als das Nötigste an Schulbildung mitzunehmen, sind lange vorbei. Heutige Hofnachfolger sehen auch den Meisterbrief inzwischen nicht mehr als ausreichend, viele übernehmen ihre Betriebe mit einem Hochschulabschluss.

Der Film hält naturgemäß kein „Happy End“ bereit, regt aber sehr wohl zu weiterer Beschäftigung an – schließlich ist jede Transformation ein Prozess, der nicht einfach endet. Beeindruckt hat uns die positive Grundhaltung der dargestellten Personen, die trotz aller Herausforderungen der modernen Landwirtschaft Freude an ihrem Beruf haben und Perspektiven für ihre Kinder sehen.

Text: Ruth Franken

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2025/10/pb-Oldenburger-Muensterland-red-scaled.jpg 1252 2560 Ruth Franken https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Ruth Franken2026-01-05 02:07:192026-01-05 02:07:19VDL-NDS: Dokumentarfilm „Höfe“ – Einblicke in den landwirtschaftlichen Arbeitsalltag
Dr. Tania Runge

VDL-NDS: VDL Niedersachsen auf der AgriTechnica 2025

4. Januar 2026/in Landesverbände, LV Niedersachsen

Foto: Dr. Tania Runge, GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, Ruth Franken

Vom 9. bis 15. November fand in Hannover die AgriTechnica 2025 statt, und der VDL Niedersachsen war wieder mit dabei. Diesmal hatten die Landwirtschaftskammern beschlossen, die Karriereberatung in den Hauptstand in Halle 24 zu integrieren. Der VDL war auch in dieser Konstellation als Gast bei den Landwirtschaftskammern während der gesamten Messezeit präsent und konnte viele Gespräche zur beruflichen Orientierung und zur Arbeit des Berufsverbandes führen.

VDL-Messerundgang zum Berufseinstieg

Die von der DLG vorgenommene neue Organisation der AgriTechnica in diesem Jahr wirkte sich auch auf den traditionellen VDL-Messerundgang zur Berufsorientierung aus, der am Freitag, den 14. November 2025 stattfand. Im Fokus standen nicht nur Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern, sondern auch ganz aktuelle Entwicklungen wie Klimawandel oder Künstliche Intelligenz, die das Potenzial haben, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern.

Bei der SAATEN-UNION spielt der Klimawandel inzwischen eine dominante Rolle im Züchtungsprozess. Die Vertriebsorganisation von fünf deutschen mittelständischen Pflanzenzüchtern mit Zentrale in Isernhagen bei Hannover vermarktet ca. 300 Sorten von Getreide, Mais, Leguminosen und Zwischenfrüchten für den europäischen Anbau. Bei den Zwischenfrüchten ist die Fähigkeit, Unkräuter zu unterdrücken, ein wichtiges Zuchtziel. Da die Trockenheit ein Auflaufen der Zwischenfrüchte eher erschwert, gehen die Landwirte verstärkt auf Direktsaat über, darauf muss sich die Züchtung und die Zusammenstellung der Sortenmischungen einstellen. Bei den Leguminosen rückt die Sojabohne in den Fokus, für deren Verbreitung nordwärts jetzt angepasste Sorten benötigt werden. Wer beruflich bei der SAATEN-UNION und ihren Gesellschaftern einsteigen möchte, kann besonders mit Auslandserfahrung punkten. Hier geht es zur Karriere-Seite.

Auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) sind die Auswirkungen des Klimawandels ein zentrales Thema. Die Gruppe bekam zunächst einen Überblick über die Organisation des DWD und insbesondere die Aufgaben des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung (ZAMF) des DWD in Braunschweig vor. Hier arbeiten ca. 30 Fachleute mit Agrarbezug und verarbeiten die Daten für die Landwirtschaft, die für den Pflanzenbau wichtig sind: Temperatur, Niederschläge und Bodenfeuchtigkeit bestimmen Zeitfenster für Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz etc. und geben Auskunft über die Befahrbarkeit der Böden. Bis 2027 sollen bundesweit 20 Stationen zur Messung der Bodenfeuchte in Betrieb sein. Die Ergebnisse fließen in den Bodenfeuchteviewer ein, der tagesaktuell und punktgenau den Zustand der Bodenfeuchte bis 2 m Tiefe angibt und so zum Beispiel für die Beregnungsplanung Daten liefert.

Anschließend ging es zur Rentenbank, die zwar nur selten direkt als Geschäftsbank fungiert, aber für die meisten Landwirte eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Investitionen spielt. Sie vergibt grüne Kredite mit einem in den Sonderkreditprogrammen leicht reduzierten Zinssatz. Diese gehen über die diversen Hausbanken an die Landwirtschaft. Eine direkte Geschäftsbeziehung mit der Rentenbank pflegen vor allem Großunternehmen. Anders ist es bei den Zuschüssen, die auch direkt von der Rentenbank ausgezahlt werden können. Bei der Rentenbank arbeiten etwa 450 Mitarbeiter, ein Teil davon mit einer agrarwissenschaftlichen Ausbildung, deren fachliche Expertise bei den verschiedenen Projekten zum Tragen kommt. Interessant ist auch die Schriftenreihe der Bank zu Agrarthemen. Die Rentenbank kann man schon im Studium über ein Praktikum oder als Werksstudent/in kennenlernen, der Berufseinstieg erfolgt i.d.R. über das Traineeprogramm. Hier gibt es die Stellen-Infos.

Nachtschicht ist manchmal unumgänglich

Den Abschluss des Rundgangs bildete der Besuch bei Grimme. Das Unternehmen ist langjähriger Marktführer bei Kartoffeltechnik vom Legen bis zum Roden. Seit 2003 engagiert sich Grimme im Geschäftsfeld der Rübenernte, seit zehn Jahren auch in der Gemüsetechnik. In der Ernte sind in Deutschland 4.000 Maschinen im Einsatz und die müssen rundum funktionieren. Deshalb ist eine hohe Qualität in der Fertigung und in der Ersatzteilversorgung zwingend. Im Unternehmen arbeiten 1.800 Arbeitskräfte, 120 Auszubildende in 16 Berufen. „Begeisterung ist wichtiger als der Master“, sagt unser Gastgeber bei Grimme. Wer hier einsteigen will, muss neben der Begeisterung für das Produkt auch digitale Affinität und Lust auf die ganze Welt mitbringen, denn das ist das Absatzgebiet der Grimme-Technik. Sprachkenntnisse sind ebenso hilfreich wie Kenntnisse in Bodenkunde und die Bereitschaft, sich auf dem Acker die Hände schmutzig zu machen. Es werden längere Praktika in Verbindung mit einer Masterarbeit angeboten. Dafür hat die Firma schon ein paar Themen in petto und freut sich auf Werkstudenten. Mehr dazu hier.

Die Landwirtschaftskammern ermöglichten uns, die Teilnehmer nach dem Rundgang zu einem „Boxenstopp“ auf dem Stand einzuladen, bei dem die Karrierewege bei den Kammern vorgestellt wurden. Neben dem Referendariat und dem Einstieg in den Gehobenen Dienst ist auch ein Direkteinstieg möglich, der allerdings i.d.R. nicht in die Beamtenlaufbahn führt.Nach Niedersachsen geht es hier lang. Wer lileber in Nordrhein-Westfalen einstiegen will, schaut hier nach.

Zum Abschluss konnten wir uns mit einer selbstständigen Personalberaterin von AGRI-associates über aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt austauschen und erfahren, wie eine professionelle Personalberatung beim Berufseinstieg und weiteren Karriereschritten unterstützen kann. AGRI-associates ist spezialisiert auf die Suche und Rekrutierung von Fach- und Führungskräften in der Agrarwirtschaft. Als ausgebildete Agraringenieure mit Führungserfahrung kennen die Karriereberater  die Branchenstruktur, den Arbeitsmarkt und die spezifischen Anforderungen des Agrarsektors. Hier sind die aktuell ausgeschriebenen Positionen.

Der VDL Landesverband Niedersachsen bedankt sich herzlich bei allen Gastgebern der Rundgänge, beim Verband der Landwirtschaftskammern und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für die Gastfreundschaft und das sehr gute kollegiale Miteinander.

Text: Gustav Wehner, Ruth Franken

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2026/01/Messerundgang-AT25-LWK-und-AgAs-scaled.jpg 1306 2560 Ruth Franken https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Ruth Franken2026-01-04 23:25:402026-01-04 23:25:40VDL-NDS: VDL Niedersachsen auf der AgriTechnica 2025
Bereitgestellt durch Dr. Wolfgang Filter

VDL-Bayern: Hervorragende Resonanz auf VDL-Symposium mit vier ausgezeichneten Referenten zum Thema Unternehmensführung

15. Dezember 2025/in Allgemein, Landesverbände, LG Bayern

Am 2. Dezember 2025 lud die VDL-Landesgruppe Bayern zum Symposium „Unternehmensführung in der Grünen Branche“ nach Freising ein. Unter dem Motto „Vier Perspektiven, ein Thema“ kamen Führungskräfte aus Konzern, Mittelstand, Landwirtschaft und Startup zusammen, um ihre Erfahrungen zu teilen und über Herausforderungen sowie Chancen moderner Unternehmensführung zu diskutieren. Die Veranstaltung war ein voller Erfolg: Der Raum war bis auf den letzten Platz gefüllt, zahlreiche Studierende nutzten die Gelegenheit, mit den erstklassigen Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen und wertvolle Einblicke in die Praxis zu gewinnen.

Nach einem Begrüßungskaffee eröffnete Dr. Wolfgang Filter von der VDL-Landesgruppe Bayern das Symposium mit kurzen Grußworten. Auch die Mitveranstalter waren vertreten: Claudia Luksch sprach für das Hans Eisenmann-Forum für Agrarwissenschaften (TUM-School of Life Sciences), Prof. Dr. Martin Spreidler repräsentierte die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Die wissenschaftliche Begleitung erfolgte durch Carina Ober und Dr. Philipp Mennig vom Lehrstuhl für Produktions- und Ressourcenökonomie landwirtschaftlicher Betriebe (Prof Sauer, TUM). Moderiert wurde der Abend von Dr. Wolfgang Filter und Sebastian Eichelsbacher (VDL-Landesgruppe Bayern).

Im Mittelpunkt standen die Impulsreferate der geladenen Gäste, die Unternehmensführung aus sehr unterschiedlichen Perspektiven beleuchteten. Prof. Dr. h.c. Martin H. Richenhagen gab eindrucksvolle Einblicke in die Führung eines internationalen Konzerns und sprach offen über Verantwortung, Entscheidungsfindung und globale Märkte. Als langjähriger CEO der AGCO Corporation (2004-2020) brachte er seine umfassenden internationalen Erfahrungen ein und sorgte damit immer wieder für Staunen im Publikum. Heinrich Traublinger schilderte seine Erfahrungen aus dem Mittelstand und zeigte, wie wichtig Flexibilität, Innovationskraft und persönliche Nähe zum Betrieb für nachhaltigen Erfolg sind. Als Geschäftsführer der Bäckerei und Konditorei Traublinger ist er weiterhin nah am Tagesgeschäft, während sich seine Aufgaben über die Jahre von der Backstube hin zur Verantwortung für 22 Filialen, rund 130 Mitarbeitende und eine hochmoderne Backstube entwickelt haben. Von besonderem Wert für die Zuhörer war, dass er den Betrieb zum Jahresende 2025 verkauft hat, weil sich innerhalb der Familie keine Nachfolge ergab. Diese Entscheidung nötigte vielen Respekt ab, weil die Nachfolgeproblematik auch in der Landwirtschaft bekannt ist und dort oft viel zu emotional gehandhabt wird. Carolin Pflügler brachte die Perspektive eines landwirtschaftlichen Betriebs ein und verdeutlichte, wie sich dieser durch konsequente Diversifizierung zukunftsfähig aufstellt. Das umfasst die Direktvermarktung im Hofladen über Bierbrauerei und Veranstaltungssaal bis hin zu vielfältiger Produktion mit Gemüse, Geflügel, Ackerbau und eigener Bäckerei. Großen Anklang fand ihr Bericht über die Verlagerung des Betriebes aus dem Dorfkern in die Feldmark. Am Beispiel des Pflügler Hofs wurde anschaulich, wo Potenziale liegen und welche Aspekte bei größeren Investitionen besonders sorgfältig abzuwägen sind. Torsten Steiner stellte mit Dahlia Robotics ein Startup vor, das mit technologischen Innovationen neue Wege in der Landwirtschaft beschreitet. Durch hocheffiziente Bilderkennung und autonome Steuerung werden Reihenkulturen bei hohen Fahrgeschwindigkeiten mechanisch von Unkraut befreit. Deutlich wurde dabei, dass unternehmerischer Erfolg im Startup-Bereich einen langen Atem erfordert. Innovationen sich jedoch mit Beharrlichkeit am Markt durchsetzen können.

Alle Referenten gewährten sehr persönliche Einblicke in ihre unternehmerische Realität und sprachen nicht nur über Erfolge, sondern auch offen über Herausforderungen, Krisen und Rückschläge. Genau diese Offenheit wurde von den Teilnehmenden besonders geschätzt. In der anschließenden Diskussion wurden zentrale Fragen der Unternehmensführung vertieft: Welche Fähigkeiten sind heute entscheidend? Wie setzt man klare Ziele und setzt sie erfolgreich um? Welche Rolle spielen Netzwerke, politisches Engagement und Ehrenamt? Und wie prägen Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit die Zukunft der Grünen Branche? Die Fragen aus dem Publikum wurden dabei intensiv aufgegriffen. Ein Gedanke zog sich wie ein roter Faden durch den Abend: Führung bedeutet harte Arbeit, Zielstrebigkeit und Ehrgeiz. Und oft auch die Bereitschaft, die sprichwörtliche „Extra-Meile“ zu gehen, selbst wenn Zeit ein knappes Gut ist.

Beim anschließenden Ausklang bei Snacks und Getränken wurde das Netzwerken lebendig fortgesetzt. Studierende, Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger sowie die Referentinnen und Referenten kamen in entspannter Atmosphäre ins Gespräch und knüpften wertvolle Kontakte. Das Feedback war ausgesprochen positiv. Besonders häufig wurde betont, dass es

„nicht selbstverständlich ist, mit erstklassigen Führungskräften in einem Raum zu sitzen und von ihnen lernen zu können“

– eine Erfahrung, die entsprechend wertgeschätzt wurde. Auch die Mitveranstalter Hans Eisenmann-Forum (TUM) und Hochschule Weihenstephan-Triesdorf zogen ein sehr positives Fazit und blicken bereits mit Vorfreude auf das nächste Symposium. In Erinnerung bleiben wichtige Tipps, ehrliche Erfahrungsberichte und die Motivation, insbesondere für die Studierenden. Mit Engagement, Zielstrebigkeit und Leidenschaft lässt sich viel bewegen und aufbauen. Das Symposium hat eindrucksvoll gezeigt, wie wertvoll der Austausch im Berufsstand und im VDL-Netzwerk ist.

Text: Sebastian Eichelsbacher

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Bilder: Dr. Wolfgang Filter

https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2025/12/20251202_Symposium_Unternehmensfuehrung_VDL-10-scaled.jpg 1920 2560 Sebastian https://www.vdl.de/wp-content/uploads/2018/04/logovdl.jpg Sebastian2025-12-15 01:00:182025-12-15 01:00:18VDL-Bayern: Hervorragende Resonanz auf VDL-Symposium mit vier ausgezeichneten Referenten zum Thema Unternehmensführung
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