VDL-Bayern: Online-Stammtisch der Landesgruppe

Bild: Pixabay (Themenbild)

Am Montag, den 10. Juni 2024 fand um 20 Uhr ein Online-Stammtisch der VDL-Landesgruppe Bayern statt. Im Mittelpunkt des Treffens stand der Austausch zum Aufbau einer Hochschulgruppe am Standort Freising (Weihenstephan), wo die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT) und die Life Sciences Studiengänge der Technischen Universität München (TUM) an einem gemeinsamen Campus angesiedelt sind.

Besonders erfreut waren die Teilnehmer über die Anwesenheit des VDL-Studierendenvorsitzenden Marvin Bretz und des ehemaligen Bundesstudierendenvorsitzenden Christoph Mittendorf, der sich sogar aus Uganda zuschaltete, wo er gerade ein Praktikum absolviert. Zudem nahmen Vertreterinnen der Fachschaft Agrar- und Gartenbauwissenschaften der TUM und ein neues studentisches Mitglied der VDL-Landesgruppe Bayern von der HSWT teil.

Es folgte ein intensiver Austausch über den Aufbau einer Studierendengruppe, die damit verbundenen Herausforderungen und vor allem die Chancen. Es wurde festgestellt, dass viele Studierendeninitiativen um neue Ehrenamtliche kämpfen müssen und diejenigen, die engagiert sind, häufig parallel in mehreren Aktivitäten eingebunden sind. Zeitmangel und Mangel an Bekanntheit oder Reichweite gelten als Hürden. Es wurde aber auch diskutiert, wie sich diese Hindernisse bewältigen lassen, Kräfte gebündelt werden können und bestehendes Angebot mit neuen Ideen insbesondere die hohe Attraktivität der VDL-Landesgruppe in Bayern herausstellen. Konkrete Anknüpfungspunkte für Veranstaltungen wie eine Exkursion zur EuroTier 2024, die Vorstellung bei den Ersti-Veranstaltungen im Herbst 2024 und der Einbezug der Studierenden zur geplanten Jubiläumsveranstaltung der VDL-Landesgruppe Bayern wurden ebenfalls besprochen. Der Austausch war sehr erfolgreich und gewinnbringend, vor allem durch die unterschiedlichen Perspektiven und Beiträge der langjährigen und neuen VDL-Mitglieder der Landesgruppe sowie der Studierendensprecher des VDL und der Fachschaft. Nun gilt es, auf diesem Austausch aufzubauen und konkrete Aktivitäten zu starten.

Zum Abschluss des Stammtisches gab es einen kurzen Rückblick auf die Aktivitäten im Bundesverband, insbesondere auf die vergangene Jahrestagung in Hessen, die vom dortigen Landesverband organisiert wurde und ein beeindruckendes Programm und eine tolle Veranstaltung aufbot.

Text: Sebastian Eichelsbacher

VDL-Nds: DLG-Feldtage 2024: Ermäßigter Eintritt für VDL-Mitglieder

Foto: DLG

Die DLG-Feldtage sind der Treffpunkt für Pflanzenbauprofis aus dem In- und Ausland und finden in diesem Jahr vom 11.-13. Juni 2024 auf dem Gut Brockhof bei Erwitte/Lippstadt (NRW) statt.

Unter dem Motto „Pflanzenbau out of the box“ werden wegweisende Ideen, revolutionäre Technologien und nachhaltige Praktiken vorgestellt, die die Zukunft des Pflanzenbaus neu gestalten. Über 340 Aussteller aus den Bereichen Pflanzenbau, Pflanzenzüchtung, Pflanzenschutz, Düngung, Landtechnik, Beratung und Dienstleistungen präsentieren ein vielfältiges Angebot. In den Ausstellungsbereichen Versuchsfeld, Freigelände, Zelthalle und bei den Maschinenvorführungen können Besucher mit den Ausstellern ins Gespräch kommen. Dabei stehen nicht nur bewährte Produkte und Innovationen im Fokus. Angesichts der wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel sowie politische, gesellschaftliche und geopolitische Entwicklungen bieten die DLG-Feldtage eine zentrale Plattform für Erfahrungsaustausch und Netzwerken.

Die DLG bietet VDL-Mitgliedern ermäßigte Eintrittskarten für die DLG-Feldtage 2024 an: Statt 20 Euro bezahlen Sie für das Tageseintrittsticket mit dem Promotion Code VDL2024 nur 16 Euro. Das Eingabefeld finden Sie im Online-Ticketshop am Seitenende unter den Kindertickets. Unter diesem Link wird Ihnen der Rabatt im Ticket-Shop automatisch abgezogen.

Links:
DLG-Feldtage: www.dlg-feldtage.de
Online Ticketshop: https://www.messe-ticket.de/DLG/Feldtage2024/Shop?culture=de

Text: Ruth Franken

Geisenheimer Weintourismus Tagung 2024 – Mobilität und Nachhaltigkeit im Fokus

Referierende und Sponsoren der Geisenheimer Weintourismus Tagung 2024; Bildquelle: Maximilian Tafel

Am 3. Mai 2024 fand an der Hochschule Geisenheim die Geisenheimer Weintourismus Tagung statt, bei der sich rund 130 Expertinnen und Experten versammelten, um über die Rolle von Wohnmobilstellplätzen als Vermarktungschance für Weingüter zu diskutieren.

Der Weintourismus erlebt seit der Corona-Pandemie eine Renaissance. Als wichtiger Bestandteil des Individualtourismus bieten Weingüter weit mehr als „nur“ Weinproben. Lokale Gastronomie, Naturerlebnisse, Kellerführungen, persönliche Begegnungen mit dem Winzer bzw. der Winzerin etc. sind Attraktionen, die nicht nur eingefleischte Weintouristen – Primärtouristen –, sondern auch Kunden und Kundinnen, die mit Wein nicht viel am Hut haben – Sekundärtouristen – begeistern können. Zu den attraktiven touristischen Angeboten gehören inzwischen auch Stellplätze, mit denen die Weingüter wiederum eine ganz neue Zielgruppe ansprechen: die Reisemobil-Touristen.

„Basierend auf zahlreichen deutschen und internationalen Studien, die wir in den letzten zwölf Jahren durchgeführt haben, sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der Weintourismus an einem Wendepunkt angelangt ist: Weintourismus ist viel mehr als nur Wein ab Hof zu verkaufen, er soll den Besuchern ein einzigartiges Erlebnis bieten – und das wollen wir aktiv begleiten“, so Organisator Prof. Dr. Gergely Szolnoki, Professor für Marktforschung an der Hochschule Geisenheim. Jetzt können Konzepte und Modelle entwickelt werden, die es den Weingütern ermöglichen, eine viel breitere Zielgruppe anzusprechen. Dabei ist zu beachten, dass es beim Weintourismus nicht nur um den Verkauf von Wein gehen darf – er ist ein wichtiger Nebeneffekt, der den Umsatz und den Absatz ab Hof unterstützt, aber Weintourismus ist viel mehr als nur Weinvermarktung. Kultur, Gastronomie, Erlebnis, Natur, Erholung etc. gehören dazu und die Zielgruppe sollte nicht nur auf „Weinliebhaber“ beschränkt werden.

Ein Schwerpunkt der Tagung war das Thema Mobilität, zu welchem sich Referierende auf innovative Angebote konzentrierten. „Der Trend zeigt deutlich, dass Reisemobil-Tourismus zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die Integration von Wohnmobilstellplätzen auf Weingütern eröffnet neue Perspektiven für den Weintourismus und stellt eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten dar“, betonte Dr. Holger Siebert, der Vizepräsident vom Caravaning Industrie Verband e. V. (CIVD).

Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der nachhaltigen Entwicklung. Die Zukunft des Weintourismus beginnt heute, und wenn Weingutsbesitzer und -manager sie nicht verpassen wollen, müssen sie sich ernsthaft mit diesem Thema auseinandersetzen. Auch hierzu teilten ausgewiesene Fachleute aus der Branche ihre Erkenntnisse mit dem Publikum. „Nachhaltigkeit ist kein Trend, sondern eine Notwendigkeit. Die Weinindustrie trägt eine Verantwortung für die Umwelt und die Gesellschaft, der sie gerecht werden muss“, betonte Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim.

Geisenheim als mittlerweile international anerkanntes Forschungszentrum im Bereich Weintourismus ergriff die einmalige Gelegenheit, die wichtigsten Akteure der Branche zusammenzubringen und zwei hochaktuelle Themen ausführlich zu präsentieren – Themen, die für die regionale und betriebliche Entwicklung unverzichtbar sind. So bot die Veranstaltung, an der Produzierende, Weintourismus- und regionale Tourismus-Experten, Reiseveranstalter, Politiker, sowie Studierende teilnahmen praktische Informationen und Hilfestellung für Betriebe und Regionen.

Insbesondere die Bedeutung von Weintourismus für die regionale (Makroebene) und betriebliche (Mikroebene) Entwicklung wurde hervorgehoben. „Es ist wichtig, den Entwicklungsprozess in diesem Bereich zu begleiten und durch Informationen und Veranstaltungen wie diese zu befördern“, fasste Szolnoki zusammen.

Das komplette Programm der Tagung, die von einer Vielzahl von Sponsoren unterstützt wurde, ist unter diesem Link auf der Seite der Hochschule Geisenheim einsehbar.

Text: Markus W. Ebel-Waldmann

200 Jahre gelebte Gegenseitigkeit

Dr. Rainer Langner beim Rückblick auf 200 Jahre Geschichte der VEREINIGTEN HAGEL (Vereinigten Hagelversicherung VVaG)

Unter diesem Motto stand der Festakt zum Jubiläum der Vereinigten Hagelversicherung VVaG in dieser Woche in Gießen. Rund 300 Gäste aus den Reihen der Mitglieder, des Ehrenamtes, der Versicherungs- sowie der Landwirtschaft konnte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Jens Stechmann in der Aula der Justus-Liebig-Universität begrüßen.

Der Vorstandsvorsitzende Dr. Rainer Langner ließ in seinem Vortrag die Geschichte seit der Gründung der Leipziger Hagelversicherung – dem älteren der beiden Vorgängerunternehmen der VEREINIGTEN HAGEL – Revue passieren. 1824 hatte Dr. Wilhelm Crusius in Rüdigsdorf nahe Leipzig dieses gegründet. Die Idee einer Hagelversicherung war nicht gänzlich neu. Mehrere Anstalten dieser Art waren bereits in den Jahren zuvor gegründet worden. Aufgrund der auftretenden schweren Hagelschläge mussten diese jedoch ihre Geschäftstätigkeiten aufgeben. Die Leipziger Hagel überstand hingegen diese Zeiten, auch Kriege und Hyperinflation. Neue Herausforderungen führten 1993 schließlich zur erfolgreichen Fusion der Leipziger und der Norddeutschen Hagelversicherung zur VEREINIGTEN HAGEL. Als Erfolgsgarant sieht Langner das bereits von Crusius angewandte Prinzip der Gegenseitigkeit, das gegenüber der auf Gewinnausschüttung orientierten Konkurrenz einen Vorteil brachte. Die Rechtsform des Versicherungsvereins möge auf den ersten Blick altbacken erscheinen, sei aber die Grundlage für nachhaltigen Versicherungsschutz der Landwirte. Gelebt werde die Gegenseitigkeit auch heute durch enge Verzahnung mit dem Berufsstand und gestützt auf die breite Basis des Ehrenamtes. Mittlerweile werden rund 110.000 Landwirte in zehn europäischen Ländern in ihrem Risikomanagement unterstützt. Hagel, Starkregen, Sturm und zunehmend Spätfröste sowie Dürre seien heute und zukünftig noch mehr die Herausforderungen für die Landwirte. „Aber dafür sind wir ja da“, schloss Langner seine Ausführungen ab.

Sowohl die Präsidentin der Universität, Frau Prof. Dr. Lorenz, als auch der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, betonten in ihren Grußworten den wichtigen Beitrag der VEREINIGTEN HAGEL zur Absicherung der landwirtschaftlichen Betriebe. Rukwied brachte es auf den Punkt: „Sie ist eine 200jährige Erfolgsgeschichte der Landwirtschaft.“

„Ein bisschen Weltuntergang ist immer“

So lautete die nicht ganz ernst gemeinte Botschaft von Prof. Dr. Dr. Dr. h.c. Hensel, dem Präsidenten des Bundesinstituts für Risikobewertung. In seinem launischen und unterhaltsamen Festvortrag ging er auf die Diskrepanz von empirisch festgestellten Risiken und der subjektiven Risikowahrnehmung jedes Individuums ein. „Hierzulande bauen wir etliche Airbags in unsere SUVs ein, aber im Urlaub in Bangkok mieten wir uns einen Roller und nehmen ohne jegliche Knautschzone am dortigen Verkehr teil“, führte er den Zuhörern vor Augen. Im Urlaub sei die Risikowahrnehmung schon einmal anders als zu Hause. Außerdem seien drei Viertel der Autofahrer der Ansicht, sie führen sicherer und besser als der Durchschnitt. Auch die Art der Kommunikation sei entscheidend. So habe seine 91jährige Schwiegermutter Marlis bislang für ihre Leben gern Erdbeerjoghurt gegessen – bis zu dem Tag, als im Fernsehen gesagt wurde, zu viel Erdbeerjoghurt sei ungesund. Da seien auch ihm als Berater der Bundesregierung die Argumente ausgegangen. Er riet dazu, alle Meldungen kritisch zu hinterfragen und sich stets eine eigene Meinung zu bilden.

Zeit des Abschieds

Neben der Feier des 200jährigen Jubiläums stand der Festakt auch im Zeichen des Abschieds. Dr. Rainer Langner, seit 28 Jahren Vorsitzender des Vorstands, wird 31. Mai 2024 in den wohlverdienten Ruhestand gehen. Aufsichtsratsvorsitzender Jens Stechmann würdigte gemeinsam mit seinem Amtsvorgänger Klaus Mugele das Wirken Langners, der insgesamt mehr als die Hälfte seines Lebens nicht bei der VEREINIGTEN HAGEL, sondern für die VEREINIGTE HAGEL gearbeitet habe. Der Erfolg des Unternehmens sei zu einem großen Teil seiner Führung, seiner Weitsicht und seinem Engagement – neben der eigentlichen Vorstandstätigkeit auch in diversen berufsständischen Ehrenämtern – zu verdanken. Dabei habe er in seiner Rolle als Vorsitzender immer ein offenes Ohr für die versicherten Landwirte gehabt und sei ihnen stets auf Augenhöhe begegnet. Die eingangs genannten Prinzipien der Gegenseitigkeit habe er verkörpert wie kaum ein anderer. Stechmann dankte zudem Langners Ehefrau Astrid, die dessen Einsatz erst möglich gemacht habe, indem sie ihm den Rücken freigehalten habe.

„Mir ist um die Zukunft nicht bange“, sagte Langner bei seinen Dankesworten. Er übergab symbolisch ein Steuerrad an das dreiköpfige Vorstandsteam, das den Versicherungsverein in Zukunft führen wird. Dem Vorstand gehören an Dr. Philipp Schönbach (Sprecher), Dr. Jan Keller und Thomas Gehrke.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann dankte Dr. Rainer Langner auf das Allerherzlichste für sein unermüdliches Engagement um die Belange des Berufsstandes. „Mit Dr. Rainer Langner geht eine Persönlichkeit in den wohlverdienten Ruhestand, die über fast drei Dekaden den VDL stets und maßgeblich unterstützt hat, darunter viele Jahre als Mitglied des Vorstandes des VDL Landesverbandes Hessen. Wir sind Dr. Rainer Langner zutiefst zu Dank verpflichtet. Ob im Haupt- oder im Ehrenamt: Auf Dr. Rainer Langner war stets Verlass! Wir hoffen, dass unser VDL-Mitglied Dr. Rainer Langner uns noch lange als Freund und Ratgeber aktiv begleitet“, so Ebel-Waldmann.

Text: Markus W. Ebel-Waldmann

1. Grüne Runde 2024 des VDL Landesverband NRW am 20.03.2024 im Landtag NRW in Düsseldorf

Bildquelle: Christina Nacke

Bei bestem Aussaatwetter traf sich mitten in einer Plenarsitzungswoche eine grüne Runde aus VDL- und VDAJ-Mitgliedern mit den Abgeordneten Dietmar Brockes (FDP) und Markus Höner (CDU) im Landtag zur gemeinsamen Diskussion über Agrardiesel, Energiewende, Flächennutzung und Bürokratiebelastung. Dietmar Brockes ist langjähriges Landtagsmitglied für den Kreis Viersen und Sprecher seiner Fraktion für Umwelt, Natur- und Verbraucherschutz, Landwirtschaft, Forsten und ländliche Räume. Auch Markus Höner, Landwirt im Kreis Warendorf ist Sprecher seiner Fraktion für Landwirtschaft, Verbraucherschutz, Forsten und ländliche Räume.

Vorab gab es eine Einführung in den Landtag, der seit 1988 im heutigen Gebäude am Rhein tagt und aktuell aus knapp 200 Abgeordneten besteht. Diese werden von ca. 1000 Mitarbeitern unterstützt. Wie die Aufteilung westfälischer und rheinischer Abgeordneten ist, zeigt zwar keine aktuelle Statistik, dafür waren zumindest im ersten Landtag die beiden Regionen fast gleichermaßen vertreten.

 

Im Anschluss an einen Besuch der laufenden Plenarsitzung, konnte sich die Grüne Runde in einem der Sitzungssäle zusammenfinden und gleich mit dem Gedanken- und Meinungsaustausch beginnen. An Aktualität noch nicht verloren, wurde gleich in die Agrardieselthematik eingestiegen: Beide Abgeordneten schätzen die Rückvergütung als sinnvoll, die Bauernproteste als berechtigt und Entlastungen der Landwirtschaft, v.a. bürokratische als äußerst notwendig ein. Von einigen Landwirten in der Runde wurden daraufhin konkrete Vorschläge für vereinfachte Bürokratie vorgebracht und die Diskussion in Richtung Planungssicherheit geleitet. Diese Sicherheit sei vor allem relevant für Investitionen in Projekte rund um erneuerbare Energien, insbesondere Tiefengeothermie, bei der allerdings ein „Fündigkeitsrisiko“ bestehe. Gemeinsame Ziele finden sich in der Runde auch in Bezug auf Freiflächenphotovoltaik. Solar auf versiegelter Fläche ist vorzuziehen, entsprechende Absicherungen könnten über den Landesentwicklungsplan getroffen werden. Darüber hinaus sei in Zukunft zu berücksichtigen, dass zum einen landwirtschaftlich Fläche, anders als andere Flächen, bei Verbrauch keiner Kompensation unterliegt; in Bezug auf erneuerbare Energien sei anzuerkennen, dass Biogas mittlerweile flexibel für Spitzenlasten einsetzbar sei und auch so eingesetzt werden sollte.

 

Durch Austausch wurde deutlich, wie herausfordernd das Finden politischer Kompromisse und deren Umsetzung ist, gerade über Legislaturperioden mit unterschiedlichen Regierungsmehrheiten hinweg. Gleichzeitig hat die Diskussion auch gezeigt, wie ernst beide Abgeordnete ihren Auftrag auf Zeit qua Wahl nehmen mit einer Verantwortung, die oft über die Wahlperiode hinausgeht. Ihre Verbundenheit zum Wahlkreis ist somit ein guter Kanal, um Demokratie zu leben, demokratisch erzielte Resultate und Debatten im Landtag zu kommunizieren.

Gießener Agrarwissenschaftler in Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz berufen

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (links) hat Prof. Andreas Gattinger in Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz berufen. Foto: BMUV/ Annette Riedl

Prof. Dr. Andreas Gattinger soll als Teil eines 16-köpfigen Gremiums Bundesumweltministerin Steffi Lemke beraten.

Prof. Dr. Andreas Gattinger, Professur für Ökologischen Landbau mit dem Schwerpunkt nachhaltige Bodennutzung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), ist von Bundesumweltministerin Steffi Lemke in den Wissenschaftlichen Beirat für Natürlichen Klimaschutz berufen worden. Die 16 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler werden die Bundesregierung zu Fragen des natürlichen Klimaschutzes beraten, der den Schutz von Klima und Natur miteinander verbindet. Der Beirat soll dazu beitragen, der ökologischen Doppelkrise aus Erderhitzung und Artenaussterben gezielt entgegen zu wirken.

„Ich freue mich sehr über die Gelegenheit, die agrar- und bodenwissenschaftliche Perspektive in den Klimaschutzbeirat einzubringen. Die Agrarböden sind die größte natürliche Kohlenstoffsenke in Deutschland. Es gilt jetzt, diese Senkenleistung weiter zu verbessern, die Bodenbiodiversität zu fördern und gleichzeitig eine hohe Produktivität für Ernährung und Bioökonomie zu ermöglichen“ sagt Prof. Gattinger, der wissenschaftliche Leiter des Lehr- und Versuchsbetriebs Gladbacherhof und der Versuchsstation Weilburger Grenze der JLU.

Prof. Gattinger ist Agrar- und Bodenwissenschaftler mit dem Schwerpunkt nachhaltige Bodennutzung. Der Bauernsohn und gelernte Chemielaborant hat in Kassel und Aberdeen Agrarwissenschaften studiert und wurde an der TU München-Weihenstephan promoviert. Er verfügt über international ausgewiesene Expertise im Bereich ökologische Boden-Pflanzen-Tier-Systeme mit Schwerpunkt Ressourceneffizienz, Nährstoffmanagement, Klimawirkungen (Kohlenstoffspeicherung, Emissionen) und Meta-Analysen. Zu seiner Professur gehört unter anderem der Lehr- und Versuchsbetrieb Gladbacherhof, auf dem die Öko-Feldtage 2022 stattfanden. Er ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirats am Julius-Kühn-Institut (JKI) sowie des Vorstands des Forschungsinstituts für den Biologischen Landbau (FiBL) Deutschland.

Mit dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz will das Bundesumweltministerium anhand von 69 Maßnahmen dafür sorgen, den allgemeinen Zustand der Ökosysteme in Deutschland deutlich zu verbessern und so ihre Resilienz sowie ihre Klimaschutzleistung zu stärken. Die Natur an Land und im Meer soll besser geschützt und widerstandsfähiger werden, um dauerhaft zu den nationalen Klimaschutzzielen beizutragen. Intakte Ökosysteme spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wälder und Auen, Böden und Moore, Meere und Gewässer, Grünflächen in der Stadt und auf dem Land sind natürliche Klimaschützer: Sie binden Kohlendioxid aus der Atmosphäre und speichern es langfristig. Gleichzeitig können sie die Folgen des Klimawandels mildern, indem sie Hochwasser aufnehmen und bei Hitze für Abkühlung sorgen.

Internationale Fachtagung „Black2GoGreen“ an der Hochschule Geisenheim: Substrate mit Pflanzenkohle für klimaresiliente Städte

Prof. Dr. Claudia Kammann.  Bildquelle: Winfried Schönbach/Hochschule Geisenheim

Vom 26. bis 27.03.24 fand die erste internationale Fachtagung des Forschungsprojekts „Black2GoGreen“ an der Hochschule Geisenheim statt. Rund 150 Teilnehmende und Referent:innen aus acht verschiedenen Ländern tauschten sich bei Vorträgen und Workshops zum Thema Pflanzenkohle-Struktursubstrate („Stockholmer Modell“) aus. Die neuen Methoden sollen helfen, Städte besser gegen den Klimawandel zu wappnen.

Glühende Hitze auf gepflasterten Plätzen und in der Dachgeschoßwohnung, Überschwemmungen auf den Straßen – der Klimawandel ist längst auch in unseren Städten spürbar. Große, Schatten spendende Bäume können helfen, die Folgen abzumildern. Doch wie hält man die Stadtbäume gesund und fördert ihr Wachstum? Das Geisenheimer Wissenstransfer-Projekt „Black2GoGreen” unter der Leitung von Prof. Dr. Claudia Kammann fokussiert sich bei dieser Frage vorrangig auf die Nutzung von Pflanzenkohle-Macadam-Stadtbaumsubstraten – Gemische aus Gesteinsschotter, Kompost und Pflanzenkohle.

Prof. Dr. Kammann: „Wenige Gramm Pflanzenkohle können eine innere Oberfläche von Hunderten m² haben, wodurch sie – ähnlich wie Aktivkohle – sehr gut organische Schadstoffe und Schwermetalle binden kann. Durch funktionelle Gruppen an den Oberflächen kann sie Nährstoffe festhalten und für Pflanzen zur Verfügung stellen und durch ihre Porosität viel Wasser speichern.“  Gleichzeitig kann in der Pflanzenkohle CO2 langfristig gespeichert werden, das durch das Wachstum der Biomasse der Atmosphäre entzogen wurde. Ihr Einsatz ist also gleichzeitig eine Klimaschutzmaßnahme.

 

Internationaler Erfahrungsaustausch

Die Pflanzenkohle-Macadam-Substrate wurden in Stockholm entwickelt und kommen bisher nur in Schweden, Österreich und der Schweiz zum Einsatz. Modellprojekte aus diesen Ländern zeigen eindrucksvoll die Wirkung der neuen Bauweise. An der Hochschule Wändeswill in Zürich wird Pflanzenkohle beispielsweise gezielt dazu eingesetzt, die Wurzeln von Stadtbäumen zu lenken – dadurch eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten in der unterirdischen Raumplanung. Auch bei der sogenannten Schwammstadtbauweise, die die Stadt Graz zur Bewältigung von Starkregenereignissen nutzt, spielt die Verwendung von Pflanzenkohle eine wichtige Rolle: Sie speichert einen Teil des überschüssigen Wassers, der in die unterirdische, tragfähige Schotterstruktur abgeführt wird.

Um die Forschung zu Pflanzenkohle-Substraten möglichst schnell voranzubringen, will „Black2GoGreen“ Wissenschaftler, Hersteller und Anwender aus aller Welt miteinander vernetzen. Das ist aus Sicht von Kammann auf der gerade stattgefundenen Tagung gelungen: „Wir freuen uns sehr, dass das Interesse sehr groß war und die Vernetzung der Pioniere und Akteure auf diesem wichtigen Gebiet so gut gelungen ist. Es ist unser Ziel auf diese Weise dazu beizutragen, Hemmschwellen abzubauen und offene Fragen zu adressieren, damit mehr Kommunen erste Schritte in der Erprobung dieser neuen Bauweise für mehr Stadtgrün wagen können.“

Die Zukunft des Projekts

Nach der inspirierenden Fachtagung „Black2GoGreen“ an der Hochschule Geisenheim geht das Projekt mit Elan weiter. Es wurde eine Online-Plattform etabliert (www.black2gogreen.de), die als Open Source-Hub für Wissen und Erfahrungen rund um Pflanzenkohle-Substrate dient. Geplant sind regelmäßige Online Meetings, um den Dialog zu vertiefen und Methoden regional anzupassen. Projekte aus Partnerstädten sollen wissenschaftlich begleitet werden. Der nächste große Meilenstein ist die Tagung im März 2025, die weitere innovative Themen und Entwicklungen in den Fokus rücken wird.

Der legendäre Bauernball der VDL Studierendengruppe Kiel ist zurück!

Text und Fotos: VDL Studierendengruppe Kiel

Am vergangenen Donnerstag, den 25.04. war es endlich soweit: Kleid und Anzug an und los zum legendären VDL- Bauernball der Studierendengruppe

Kiel. Er fand erstmals in Kiels neuer Eventlocation „Fleet“ in festlicher Atmosphäre direkt am Wasser statt. Der Kartenvorverkauf war ein voller Erfolg. Die 350 Karten waren bereits drei Wochen vor der Veranstaltung ausverkauft. Es machte sich sogar ein ganzer Bus mit Kommilitonen der Fachhochschule Kiel aus Rendsburg auf den Weg!

Die Schnappschüsse aus der Fotobox zeugen von einer gelungenen Feier mit jeder Menge Spaß und guter Laune.

Wir danken dem VDL Bundesverband ganz herzlich für die Unterstützung und freuen uns auf den nächsten VDL- Bauernball!

 

Eure VDL Studierendengruppe Kiel

VDL-Fachgespräch zum Bodenmarkt mit Prof. Martin Odening

Im Rahmen des Green Livestreams des VDL-Osts haben wir am 26.03.2024 mit Prof. Dr. Martin Odening von der Humboldt-Universität zu Berlin über den landwirtschaftlichen Bodenmarkt gesprochen. Mit Hinblick auf die Diskussionen zu neuen Gesetzesvorschlägen zum landwirtschaftlichen Bodenmarkt auf Länderebene, aber auch im nationalen und internationalen Rahmen, sind wir in das Gespräch mit Informationen zur Preisentwicklung von landwirtschaftlichem Boden eingestiegen. Martin Odening deutete auf regionale Unterschiede bezüglich des Preisanstiegs hin und nahm dabei auch Bezug auf andere Region in der Europäischen Union und die USA.

Das Gespräch ging anschließend in die Determinanten für Bodenpreise und die Rolle von verschiedenen Akteur*innen bei der Preisbildung über. Nach Einblicken in die wissenschaftlichen Erkenntnisse durch das DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft)- geförderte Projekt FORLand zu Effizienz und Regulierung auf dem landwirtschaftlichen Bodenmarkt, ging Martin Odening auf den Entwurf zum Agrarstrukturgesetz in Brandenburg, als Beispiel, ein, mit dem er sich mit weiteren Wissensschaffenden genauer auseinander gesetzt hat. Hier bekamen wir einen Überblick über Ziele, Maßnahmen und Bewertung des Entwurfes. Nach erster Beantwortung der Titelfrage wurde die Diskussionsrunde für alle Teilnehmenden geöffnet, die zahlreichen Fragen und Kommentare verdeutlichen die Relevanz und das Interesse der Teilnehmenden an diesem Thema.

Text und Bild: VDL-Ost

VDL-Bayern: Mitglieder der Landesgruppe erkunden Vertical Farming

Bild: Dr. Wolfgang Filter

Am Freitag, den 15. März 2024, traf sich die VDL-Landesgruppe Bayern für eine Veranstaltung zur Erkundung neuer Nahrungsmittelproduktionssysteme. In Freising, genauer gesagt im Dürnast am Standort des Plant Technology Center der Technischen Universität München (TUM), bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit, Einblicke in die spannenden Entwicklungen im Indoor Vertical Farming zu erhalten.

Die Landesgruppe traf sich am späten Nachmittag zu einer Führung durch die Indoor Vertical Farming Experimente am Lehrstuhl für Digital Agriculture. Sebastian Eichelsbacher erklärte den Teilnehmern die Funktionsweise dieser innovativen Anbaumethode. Die vollständig kontrollierten Klimakammern optimieren die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen. Dies umfasst die Temperatur, Luftfeuchtigkeit, das CO2, die Belüftung und das Licht mittels LED-Beleuchtung. Die Wasser- und Nährstoffversorgung erfolgt mittels Hydroponik, wobei die Wurzeln dauerhaft mit der Nährlösung in Kontakt sind. Durch die Technologie ist eine ertragreiche Produktion außerhalb der natürlichen Klimaeinflüsse möglich, und geschlossene Kreisläufe verhindern, dass die Umwelt negativ belastet wird.

Während sich im Vertical Farming auf dem freien Markt alles um hochwertiges Gemüse, Früchte und Kräuter dreht, beschäftigt sich der Lehrstuhl für Digital Agriculture in der Forschung mit dem Grundnahrungsmittel Weizen. Besonders beeindruckend waren für die Teilnehmer die hohen Erträge des Indoor-Weizens und die 5-6 Ernten im Jahr, auf einer Ebene. Die intensive Diskussion, die sich zum Beispiel um Fragen der Nachhaltigkeit, des hohen Energieverbrauchs und der Wassereffizienz drehten, spiegelte das Interesse und die Neugier der Teilnehmer an diesem innovativen Produktionssystem wieder.

Nach einer rund anderthalbstündigen Führung endete der Tag im gemütlichen Ambiente des Bräustüberls in Weihenstephan. Bei einem gemeinsamen Abendessen und Getränken hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Eindrücke auszutauschen und die Diskussionen des Tages fortzusetzen.

Text: Sebastian Eichelsbacher

Bild: Dr. Wolfgang Filter