Wie wir unsere Nahrungsversorgung durch Vielfalt nachhaltiger gestalten können

Internationales Forscherteam unter Federführung der Universität Gießen untersucht Ernährungssysteme – Nachhaltige Entwicklungsziele im Blick

Nicht erst durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage an regional angebauten und nachhaltig erzeugten Lebensmitteln stark angestiegen. Lebensmittel sollen nicht nur gesund sein, sondern auch möglichst umweltfreundlich produziert, verarbeitet und ohne Tierleid erzeugt worden sein. Wie kann die Vielfalt von Ernährungskultur und Ernährungsgewohnheiten, von Lebensmittelversorgungsketten sowie von politischen Rahmenbedingungen und Interventionen zu einer nachhaltigen Nahrungsversorgung beitragen? Dieser Frage geht das Team von Prof. Dr. Stefan Wahlen, Professur für Ernährungssoziologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), in dem neuen internationalen Verbundprojekt FOOdIVERSE nach. Das Projekt wird durch das EU-Programm ERA-NET (SUSFOOD / CORE Organic) im Rahmen von Horizont 2020 mit rund einer Million Euro gefördert, die JLU erhält davon rund 200.000 Euro. Beteiligt an FOOdIVERSE sind neben der federführenden JLU die Universität Coventry (Großbritannien), die Oslo Metropolitan Universität (Norwegen), die Universität Trento (Italien) und die Jagiellonian-Universität in Krakau (Polen).

„Vielfalt ist in einigen Bereichen bereits wissenschaftlich untersucht und als zentraler Bestandteil für die Widerstandsfähigkeit verschiedener Systeme anerkannt. Ein bekanntes Beispiel dafür ist die Biodiversität“, erläutert Prof. Wahlen, der das Projekt koordiniert. „Wie die Nahrungsversorgung widerstandsfähiger werden kann, ist jedoch noch wenig untersucht. Diese Lücke möchten wir durch FOOdIVERSE schließen.” Das Projekt läuft von 2021 bis 2023.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen lokale, nachhaltige und ökologische Ernährungssysteme in fünf europäischen Ländern: Norwegen, Großbritannien, Polen, Italien und Deutschland. Ernährungssysteme umfassen alle Akteurinnen und Akteure sowie Aktivitäten, die die Produktion, Verarbeitung, Beschaffung, Konsum und Entsorgung von Lebensmitteln betreffen: vom Feld bis auf den Tisch. Das Ziel des Projektes ist es, zu analysieren, was ein vielfältiges Konsum-, Versorgungs- und Produktionssystem im Lebensmittelbereich in den jeweiligen Regionen auszeichnet. Darüber hinaus sollen Einflussfaktoren bestimmt werden, die zu einem sozialen, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Ernährungssystem beitragen können.

Akteurinnen und Akteure unterschiedlicher Bereiche des Ernährungssystems – aus der Landwirtschaft über die Verarbeitung bis zum Vertrieb und Verbrauch – treten im Rahmen des FOOdIVERSE-Projektes in Reallaboren in den Dialog miteinander und entwickeln Ideen und Innovationen zur Förderung eines widerstandfähigeren Ernährungssystems. „Hessen als Ökomodellland in Deutschland eignet sich für das Projekt besonders gut“, so Prof. Wahlen.

Mit dem Projekt greifen die Forscherinnen und Forscher gleich mehrere der 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung auf, die die Vereinten Nationen in der Agenda 2030 festgelegt haben: „Kein Hunger“, (Ziel Nr. 2), „Nachhaltiger Konsum und Produktion“ (Ziel Nr. 12) sowie Ziel Nr. 15 „Leben an Land“, das unter anderem mit dem Schutz von Böden und Landökosystemen in den Blick nimmt.

6glasses1bottle – Sechs Gläser und eine Flasche Wein: Der Weintalk ging am 15. April 2021 in Serie

Die Corona-Pandemie hat unser Leben verändert. In den Zeiten von sozialer Distanzierung entstand an der Hochschule Geisenheim ein hybrides Medienformat, das charismatische Menschen zusammenbringt, deren Austausch Zuschauerinnen und Zuschauer zum Mitgenießen und -reden einlädt. Begleitet wird das Format von einer studentischen Redaktion.

Zur Entstehungsgeschichte: Mit einer Flasche Wein und sechs Gläsern kann man, richtig platziert, den Corona-Hygiene-Abstand markieren – oder aber zu sechst genussvoll belebende Gespräche führen. Mit diesem Bild vor Augen legten Studierende der Hochschule Geisenheim im Wintersemester 2020/21 im Rahmen ihres Medienprojekts ein Talk- und Tasting-Format auf, das am 25. Januar 2021 live aus dem Geisenheimer Unikeller Premiere feierte. Die Pilotfolge von 6glasses1bottle erreichte, unter anderem dank der Mitwirkung des Weingutbesitzers und Moderators Günther Jauch, eine große Streaming-Gemeinde und sorgte bei dieser für ebenso große Begeisterung.

Und noch einen Schritt zurück: Vor genau 20 Jahren entwickelte die Hochschule im Rheingau die erste digitale Weinprobe überhaupt weltweit. So ist es nur folgerichtig, dass eine moderne Form einer digitalen Online-Weinprobe nun weitergeführt werden soll. In sechsundsechzig Folgen mit je genau 66 Minuten möchte das 6glasses1bottle-Team einmal um die Welt reisen, in spannende Weinregionen eintauchen und herausfinden, ob man auch in Großstädten wie Berlin einen passenden Wein finden kann. Fernsehmoderator Martin Seidler wird jeweils fünf Gäste einladen, Zuschauerinnen und Zuschauer können mitgenießen und mitreden.

Hinter 6glasses1bottle steht eine studentische Redaktion mit Geisenheimer Studierenden der Studiengänge Weinbau und Oenologie (B.Sc.), Internationale Weinwirtschaft (B.Sc.) und Getränketechnologie (B.Sc.). Diese bereitet die Themen, Weine und Gäste redaktionell vor. Die erste Station führt natürlich in den Rheingau, die Heimat der Hochschule. Danach soll es zunächst in die Pfalz, nach Baden und in die Hauptstadt Berlin gehen. Mit von der Partie ist immer wieder auch der britische Autor und Journalist Stuart Pigott, der als unkonventioneller Weinkritiker und international als einer der besten Kenner des deutschen Weins gilt.

Robert Lönarz, der als Präsident des Geisenheimer Alumniverbandes den Geisenheimer Unikeller bespielt, freut sich auf die Gäste vor Ort und in der Zuschaltung: „Sobald es wieder möglich ist, werden wir nach der Sendung, die zukünftig am frühen Sonntagabend um 18:00 Uhr live ausgestrahlt wird, auch Backstage-Veranstaltungen für die 6glasses1bottle-Fans anbieten.“

Zu Gast bei „6glasses1bottle goes Rheingau“ am 15. April 2021 waren: Die Winzerin und Geisenheimer Alumna Theresa Breuer, Geschäftsführerin des Weinguts Georg Breuer, mit ihrer (Wein)Bottle Lorch Estate Riesling trocken, der Rheingauer Künstler und Comic-Zeichner Michael Apitz (Karl, der Spätlesereiter), der TV- und Spitzenkoch Ralf Zacherl, der eine spannende Rheingauer Vergangenheit hat, Deutschlands bekannteste Wein Sommelière aus Baden-Baden Natalie Lumpp und „Mister Tagesthemen“ Ingo Zamperoni.

Neuer Vorstand – VDL-Studierendengruppe Bonn

Mit den Vorstandswahlen der Bonner Studierendengruppe am 19. April 2021 geht für Ramona Bleeser und Sofia Telaak eine ereignisreiche und herausfordernde Amtszeit inmitten der Corona-Pandemie zu Ende. Trotz der Widrigkeiten, die die aktuelle Situation für alle darstellt, kann die Bonner Studierendengruppe auf eine Vielzahl von Aktivitäten zurückblicken, mit deren digitalen Umsetzung sie beispielhaft vorangegangen ist.

Neben den jährlich stattfindenden BAP-Kurs konnte auch die Praxisvorlesung digital etabliert werden. Die Referenten, u.a. vom Deutschen Bauernverband, GEA, Syngenta, AMAZONE und forfarmers, berichteten den Studierenden spannende Themen aus ihrem Berufsalltag. Ebenfalls wurde auch einem Steuer- und Versicherungsseminar organisiert.

Aber auch die Geselligkeit kam nicht zu kurz und so wurde der beliebte monatliche Stammtisch kurzerhand in eine digitale Variante mit Pubquiz, Weihnachtsspecial und Spielen umgewandelt.

 

Ramona Bleeser und Sofia Telaak, den Kassenprüferinnen Sonja Funken und Lauren Schmitz sowie den weiteren Studierenden in den Referaten wünschen wir alles Gute für die Zukunft und bedanken uns für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr.

Wir gratulieren Gordon Stegink und Katharina Steinhoff zur Wahl zum neuen Vorstand und freuen uns auf die gemeinsame Arbeit in VDL-Landesverband NRW. Auch den weiteren gewählten Studierenden in den zahlreichen Referaten wünschen wir ein spannendes Jahr.

 

Foto: Dr. Thomas Mauersberg / Universität Bonn

VDL-Studierendengruppe Gießen: Jobhunting in Corona-Zeiten

Angehende Absolventen ‘Grüner Studiengänge’ sollten sich im besten Falle rechtzeitig damit beschäftigen, was es bei der Jobsuche zu beachten gilt, welcher Job zu ihnen passt und wie eine professionelle Bewerbung auszusehen hat.

Um Antworten auf diese Fragen zu finden, lud die VDL-Studierendengruppe Gießen am 10. März 2021, Herrn Dr. Riebensahm ein. Der selbstständige Personalberater, der Riebensahm Agribusiness Recruiting, hielt für rund 80 interessierte Studenten ein 90-minütiges Webinar. Dieses brachte die wesentlichen Aspekte des Jobhuntings im Agribusiness auf den Punkt. Die Studierenden konnten einiges erfahren und lernten, dass es insgesamt 5 Schlüssel bedarf, um die Tür zum gewünschten Agrarjob aufzuschließen. Der erste Schlüssel zielte auf die eigene Kompetenz. Grundlegend ist eine gesunde Selbsteinschätzung, eigene Stärken zu kennen und auch mit Schwächen umgehen zu können. Einigkeit unter der Zuschauerschaft war ebenfalls geboten, als es sich um die Wichtigkeit von praktischen Erfahrungen neben dem Studium und der gewissen Zielorientiertheit drehte. Herr Dr. Riebensahm legte den Zuschauern mit dem zweiten Schlüssel nahe, dass es ebenfalls wichtig ist, sich mit der aktuellen Situation am Arbeitsmarkt zu beschäftigen und sich mit dieser intensiver vertraut zu machen. Der dritte Schlüssel zeigte mit Stellenbörsen, Netzwerken oder professionellen Beratern, die vorhandenen Kanäle zum Traumjob. Der Experte des Tages hob hier hervor, dass es empfehlenswert sei, alle Möglichkeiten zu nutzen, um so keine Gelegenheit zum Wunschjob zu verpassen. Der vorletzte Schlüssel enthielt einige Tipps zu vortrefflichen Bewerbungsunterlagen. Diese können, unter optimalen Bedingungen, den fünften Schlüssel ausfindig machen und zu dem ersehnten Vorstellungsgespräch führen. Abschließend wurde noch Raum und Zeit für Fragen seitens des virtuellen Publikums geboten, welche Ideen und Anregungen für ein weiteres Webinar mit Herrn Dr. Riebensahm gaben. Wir bedanken uns herzlich bei unserem Referenten und hoffen, dass wir uns bald für die nächste berufsvorbereitende Veranstaltung zusammenschließen können.

Von: Lisa-Marie Paul, VDL-Studierendengruppe Gießen

Hochschule Geisenheim zeichnet erstmals „Best Practices der digitalen Lehre“ aus

Um die Bedeutung neuer Lehr- und Lernformate für eine erfolgreiche Hochschulausbildung in den Fokus zu rücken, hat die Hochschule Geisenheim mit den „Best Practices der digitalen Lehre“ eine neue Ehrung etabliert. Gemeinsam mit Studierenden, der Evaluation und dem eLearning-Team hat der Vizepräsident Lehre zum Auftakt sieben beispielhafte Lehrformate aus dem Sommersemester 2020 ausgewählt, die online im Detail vorgestellt werden.

Digitale Formate und Blended-Learning-Angebote – also solche, die Präsenz-Lehre und computergestützte asynchrone Lerninhalte kombinieren, – kommen seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie in der Lehre verstärkt zum Einsatz. Die Vorteile der Digitalisierung werden die Hochschullehre aber auch nach dem Ende dieser Ausnahmesituation weiterhin bereichern. Sie bieten Dozierenden neue Ansätze und Möglichkeiten, herausragende Lehre anzubieten. Um diese Chancen aufzuzeigen und die Leistung der Lehrenden, die sich intensiv mit den Anforderungen digitaler Formate auseinandersetzen, in den Fokus zu rücken, hat der Vizepräsident Lehre der Hochschule Geisenheim Prof. Dr. Alexander von Birgelen entschieden, ab dem Sommersemester 2020 regelmäßig ausgewählte „Best Practices der digitalen Lehre“ zu würdigen.

Von Birgelen hatte die Digitalisierung anlässlich seiner Amtseinführung vor rund einem Jahr „als einen der wichtigsten Treiber innovativer Lehre“ bezeichnet. Wegen der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Kontaktbeschränkungen entwickelte die digitale Lehre seitdem tatsächlich eine unerwartete Eigendynamik. „Die Pandemie war ein guter Anstoß für die Lehre, sich zu verändern. Hierdurch ergab sich eine völlig neue Offenheit gegenüber alternativen Lehrformaten. Nicht alles muss immer in Präsenz ablaufen. Grundsätzlich ist die Abbildung der Vorlesungen komplett digital möglich, in manchen Fällen war es sogar von Vorteil, zum Beispiel bei der Vermittlung von IT-Kompetenzen in Softwaretools“, so Prof. Dr. Andreas Holzapfel, Professor für Logistikmanagement und Studiengangsleiter Lebensmittellogistik und -management (B.Sc.). Er ist einer von sieben Dozierenden, deren herausragende Lehre im Sommersemester 2020 als „Best Practice“ ausgewählt wurde.

Auch Prof. Dr. Mirjam Hey, die rund 140 Studierende der Studiengänge Getränketechnologie (B.Sc.), Weinbau und Oenologie (B.Sc.) sowie Gartenbau (B.Sc.) im Rahmen der Vorlesung Organische Chemie und des Chemie-Praktikums betreut hat, weist auf die Vorteile digitaler Veranstaltungsformate hin. „Durch die Kombination aus synchroner und asynchroner Lehre werden heterogene Vorkenntnisse und Lerngeschwindigkeiten ausgeglichen“, so die Professorin für Chemie, deren Lehre von den Studierenden und eDidaktik-Profis ebenfalls besonders gelobt wurde.

Die Hochschule Geisenheim baut nun sukzessive eine Sammlung dieser „Best Practices“ auf, die die Dozierenden dann selbst in Interviews und Videos vorstellen. Sie soll andere Dozierende an der Hochschule Geisenheim und darüber hinaus inspirieren und die Studierenden motivieren, sich aktiv bei der Entwicklung neuer Formate und didaktischer Methoden – Podcasts, Web-Seminare, Lehrvideos oder vertonte Präsentationen einzubringen.

Interaktive Grüne Runde im Gespräch mit dem Agrarattaché in der Ukraine – vom Acker bis nach Addis Abeba –

Am 3. März 2021 verband die digitale Grüne Runde des VDL-Landesverband NRW die VDL-Mitglieder aus nah und fern zum Austausch mit dem Agrarattaché an der Deutschen Botschaft der Ukraine, Frank Müller. Frank Müller, langjähriges VDL-Mitglied, ist seit August 2020 Referent für Ernährung und Landwirtschaft in Kiew. Als Agrarattaché bildet er dort die Schnittstelle zwischen deutschen und ukrainischen Akteuren im Agrarsektor. Zusätzlich steht er im regelmäßigen Austausch mit weiteren ausländischen Vertretern in der Ukraine und EU-Mitgliedsländern.

Teilnehmende an der Interaktiven Grünen Runde des VDL-Landesverband NRW mit VDL-Mitglied und Agrarattaché an der Deutschen Botschaft in der Ukraine, Frank Müller. (Foto: VDL-LV NRW)

Das Interesse der Teilnehmer:innen war groß an dem Themenfeld, in einem Land, das als Kornkammer Europas bekannt ist. Es bot sich uns ein vielfältiger Einblick in die politische, administrative und landwirtschaftliche Ebene sowie den Hürden eines  Berufsstartes im Corona-Jahr. Speziell die Öffnung des Ukrainischen Bodenmarktes im Jahr 2020 – ein seit vielen Jahren politisch stark diskutiertes Thema – stieß auch bei den Teilnehmer:innen der Grünen Runde auf reges Interesse. Das neue Gesetzt erlaubt es nun Ukrainern Ackerland zu kaufen und zu verkaufen. Ausländische Investoren werden dabei allerdings bisher noch nicht berücksichtigt. Ob in Zukunft auch Nichtukrainer Zugang zum Bodenmarkt erhalten sollen, entscheidet sich im Juni. Weitere Themen der Fragerunde waren unter anderem die Schwierigkeiten des direkten Kontaktes zur praktischen Landwirtschaft durch die Corona-Pandemie, der Nachwuchsmangel in Berufen mit landwirtschaftlichem Kontext und die höhere Wertschätzung der Landwirtschaft als ein wichtiger Wirtschaftszweig innerhalb der ukrainischen Bevölkerung.

Für die jüngeren Zuhörer bot sich zudem die Möglichkeit, mehr über den Berufseinstieg und Praktikumsmöglichkeiten in politische Ämter innerhalb der EU zu erfahren.

Wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Frank Müller für seine Zeit und Offenheit bedanken und hoffen, dass wir ihn bald einmal wieder hier bei uns in NRW begrüßen dürfen.

Fachgespräch „Politik für die Menschen auf dem Land“ mit Ralph Brockhaus aus dem BMEL

Bereits das zweite digitale Fachgespräch in diesem Jahr fand am 17. März  2021 statt. Diesmal waren wir -natürlich nur digital- zu Gast bei Ralph Brockhaus, Leiter des Referats 816 im BMEL, der uns in dem einstündigen Gespräch die „Politik für die Menschen auf dem Land“ näherbrachte. Das Fachgespräch begann mit einem Vortrag, in dem interessierte ZuhörerInnen spannende Einsichten in das die Tätigkeiten seines Referats definierende Ziel „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ erhielten, mit dem sich neben dem BMEL auch noch das Innenministerium, das Gesundheitsministerium und das Verkehrsministerium beschäftigen. So bestimmen die Diskussion in diesem Bereich nicht nur Themen wie die flächendeckende Internetversorgung oder eine ausreichende Verfügbarkeit an Öffentlichen Verkehrsmitteln, sondern zum Beispiel auch die Abdeckung aller Regionen Deutschlands mit Rettungshubschraubern und die sozialen Strukturen im Ländlichen Raum.

Nach dem einleitenden Vortrag hatten die ZuhörerInnen Gelegenheit Fragen zu stellen, die unter anderem den Bereich der Förderprogramme für den Ländlichen Raum, die interministerielle Zusammenarbeit und die Rolle des Home-Offices für die Entwicklung des Ländlichen Raums adressierten.

Wir danken Herrn Brockhaus, der uns in diesem Fachgespräch viele spannende und interessante Einblicke in die Politik für den Ländlichen Raum beschert hat und freuen uns, dass auch dieses Fachgespräch wieder sehr gut besucht war.

Erster VDL-ScienceTalk gibt Einblick in digitalen Pflanzenschutz

Am 4. März 2021 stellte Sebastian Streit vom Institut für Zuckerrübenforschung (IfZ) in Göttingen im Rahmen des 1. virtuellen “Green Livestream – VDL-ScienceTalk” das “Digitale Experimentierfeld FarmerSpace” vor. Was Drohnen, Roboter oder Sensortechnik unter Feldbedingungen leisten können und wie der Transfer in die landwirtschaftliche Praxis gelingen und beschleunigt werden kann, will das interdisziplinär besetzte Forschungsteam mit Feldversuchen in Zuckerrüben und Winterweizen aufzeigen. Die Veranstaltung war gut besucht von Teilnehmer*innen aus der ganzen Bundesrepublik – sogar von der BOKU in Wien hatte sich ein Kollege zugeschaltet.

Projektziele sind die wissenschaftliche Evaluierung und praktische Erprobung ausgewählter Technologien im Pflanzenschutz hinsichtlich Funktionalität, Effizienz und pflanzenbaulicher Vorteile im Vergleich zu bisherigen Methoden. So sollen u.a. im Zuckerrübenanbau vier digital gesteuerte Hacksysteme mit einer manuellen Kontrollvariante verglichen werden. Erfasst werden als Parameter die Art und Anzahl sowie der Bedeckungsgrad der Unkräuter und schließlich der Rübenertrag. In einem weiteren Versuch wird die sensorgestützte Ausbringung von Herbiziden getestet, mit der nach Herstellerangaben eine Reduktion des Herbizideinsatzes um bis zu 90 % möglich sein soll.

Sensoren sollen auch das Monitoring von Blattkrankheiten mit digital gestützten Prognosemodellen ermöglichen. Sie messen in Winterweizen-Parzellen das Mikroklima im Bestand, erfassen teilflächenspezifische Unterschiede und erlauben in Kombination mit allgemeinen Wetterdaten den Prognosesystemen die Einschätzung der Befallswahrscheinlichkeit. Ziel ist es, Fungizidmaßnahmen bedarfsgerechter und effizienter zu terminieren.

Flankierend zu der praktischen Versuchstätigkeit werden im Projekt auch Fragen der Kommunikation untersucht. Gibt es Vorurteile und Hemmschwellen, die neuen Technologien einzusetzen? Welche Voraussetzungen müssen Landwirte mitbringen, um digitale Technologien optimal zu nutzen? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für die Beratung der Betriebe? Diese und andere Fragen zur Kommunikation stehen im Mittelpunkt weiterer Untersuchungen, die im Rahmen von Befragungen und Versuchsdemonstrationen, Feldtagen und Messebeteiligungen durchgeführt werden.

Eine erfolgreiche Digitalisierung erfordert u.a. die Verarbeitung großer Datenmengen. FarmerSpace wird daher auch zeigen, ob die im Feld verfügbare Bandbreite der Mobilfunknetze für eine schnelle Online-Verarbeitung ausreicht. Brisanz liegt auch in der Frage, wem die Daten gehören und wer letztendlich davon profitiert.

Dr. Harry Jansing (Syngenta), der den ScienceTalk moderierte, stellte zum Ende der Veranstaltung fest, dass in den nächsten Jahren viele spannende Ergebnisse aus dem FarmerSpace-Projekt erwartet werden können. Besondere Aufmerksamkeit ist vor allem der Frage zu widmen, wann und mit welchen Konsequenzen digitale Systeme breit in der Praxis ankommen – und welche Auswirkungen sie auf die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft haben werden. Sebastian Streit lud die Teilnehmer dazu ein, den Forschritt von FarmerSpace auf der Homepage des Projekts und auf Instagram zu begleiten und auch die anderen Experimentierfelder im Internet zu besuchen.

 

Links:

FarmerSpace
https://www.farmerspace.uni-goettingen.de/
https://www.youtube.com/watch?v=_dbz4Wd6tkw
https://www.instagram.com/farmerspace_ef/

Experimentierfelder
https://www.bmel.de/DE/themen/digitalisierung/digitale-experimentierfelder.html
https://www.ble.de/DE/Projektfoerderung/Foerderungen-Auftraege/Digitalisierung/Experimentierfelder/Experimentierfelder_node.html

Ruth Franken (VDL Landesverband Niedersachsen)
Foto: IfZ

Erster Online-Stammtisch des VDL-Landesverband Ost im Jahr 2021

Der erste VDL-Ost-Stammtisch im neuen Jahr fand am 16. Februar 2021 nach wie vor digital statt und war wieder ein voller Erfolg. Viele bekannte Gesichter schalteten sich ein und wir tauschten uns über verschiedene aktuelle Themen aus der Grünen Branche, wie zum Beispiel Indoor Farming und Aquaponic, aus. Aber auch der persönliche Austausch kam nicht zu kurz. So sprachen wir über anstehende oder bereits erfolgte berufliche Veränderungen und die besten Brauereien in der jeweiligen Nachbarschaft. Es war mal wieder sehr schön und es freut uns besonders, dass erneut nicht nur Berliner beim Stammtisch anwesend waren. Digitale Formate haben doch auch ihre Vorteile!

Versicherungs- und Steuerseminar der VDL-Studierendengruppe Bonn

Am 12. Januar 2021 fand zum ersten Mal für die Bonner VDL-Studierendengruppe ein Steuerseminar statt. Frau Nina Holtwick, Steuerberaterin von der PARTA-Buchstelle für Landwirtschaft und Gartenbau GmbH, erläuterte den Studierenden in einer Online-Veranstaltung die Vorteile einer Steuererklärung und welche Kosten sich auch Studierende anrechnen und von der Steuer absetzten können. Am Ende hatten die Teilnehmer noch ausreichend Zeit individuelle Fragen zu stellen.

„Nicht verunsichern lassen“

Unter dem Motto „Nicht verunsichern lassen“ stand das am 26.01.2021 stattgefundene Versicherungsseminar für die VDL Studierendengruppe Bonn von Herrn Opfermann, Verbraucherzentrale NRW. Von unabhängiger Seite haben die Studierenden einen Einblick in die Themen des Versicherungsschutzes erhalten. Bei einem großen Angebot von Versicherungen ist es nicht immer einfach abzuwägen, welche Versicherung nun bedeutender ist als andere. Genau hier setzte Herr Opfermann an. Er erläuterte auf leicht verständliche Weise, mit praxisnahen Beispielen, welche Versicherungen insbesondere für Studierende wichtig sind und auf welche Aspekte, zum Beispiel bei einer Haftpflichtversicherung, geachtet werden muss. Darüber hinaus ging Herr Opfermann auf individuelle Fragen der Studierenden ein und rundete so ein interessantes Online-Seminar ab. Beide Seminare haben großen Zuspruch bei den Studierenden gefunden. Wir würden uns freuen, wenn diese Seminare auch in Zukunft angeboten werden könnten und bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei Frau Holtwick und Herrn Opfermann für ihre Vorträge und die Zeit, die sie sich genommen haben.