VDL-Bayern: Advents-Stammtisch

Bild: Dr. Wolfgang Filter

In Bayern wird bekanntlich etwas schon als Tradition bezeichnet, wenn es zum dritten Mal stattfindet. So verhält es sich auch mit den „traditionellen“ Advents-Stammtisch, der in der Corona-Zeit als Onlineveranstaltung aus der Taufe gehoben wurde. Am 4. Dezember 2023 fanden sich wieder mehrere Kolleginnen und Kollegen vor dem Bildschirm zusammen und tauschten sich über das aus, was sie aktuell beschäftigt. Da spannte sich der Bogen von hochinteressanten Doktorarbeiten über die spannenden Einblicke in das Betriebsgeschehen der voll im Berufsleben Stehenden bis hin zu Rückschauen der Senioren auf die frühere Arbeitswelt. Für viele unbekannt und entsprechend rege hinterfragt wurden die Berichte über zwei Promotionsvorhaben, die aktuell von zwei VDLern bearbeitet werden. Am Leibniz Institut für Nutztierbiologie forscht der Kollege Thomas Freimuth über alternative hochwertige Eiweißquellen für Tierfutter, bei denen insbesondere die schwarze Soldatenfliege und deren eiweißreiche Larven für erstaunliche Ergebnisse sorgen. Am Lehrstuhl für Digital Agriculture der TUM forscht Sebastian Eichelsbacher im Themengebiet Indoor Farming. Neben systemspezifischen Forschungsfragen für das Vertical Farming liegt ein besonderer Fokus auf der Erforschung des maximalen Ertragspotenzials von Pflanzen, speziell Weizen, ohne Limitationen im Wachstum und der Pflanzenentwicklung. Die zentrale Fragestellung lautet, wo die Grenzen der Nahrungsmittelproduktion im Vertical Farming liegen.

Text: Dr. Wolfgang Filter

VDL-Bayern: Brückenschlag in die Vergangenheit

Foto: Dr. Wolfgang Filter

„Ich habe da noch einige Kartons mit alten Unterlagen vom Landesverband Bayern – wollt ihr die haben?“ Dieser Satz des letzten Schriftführers des im Jahr 2014 aufgelösten VDL-Landesverbands Bayern, gesprochen auf der Mitgliederversammlung des VDL-Bundesverbands im Mai 2023 in Bonn, weckte die Neugier der Landesgruppe Bayern und mündete in der Vereinbarung eines Abholtermins irgendwann vor Weihnachten. Freitag der 1. Dezember 2023 war eigentlich ideal für einen Ausflug nach Augsburg – wäre da nicht der große Wintereinbruch gewesen, der just zum Zeitpunkt der Abfahrt aus München einsetzte und bis in die Nacht hinein Südbayern unter einen halben Meter Schnee begrub. Umso mehr freuten sich Filter und Eichelsbacher über den herzlichen Empfang beim Kollegen Rudolf Ludwig in Augsburg mit Tee und Keksen, bei deren Genuss ausgiebig über alte Zeiten berichtet und Vergleiche zum heutigen Verbandsgeschehen gezogen wurden. Auch die eine oder andere Anekdote wurde zum Besten gegeben. Die Rückfahrt dauerte dann wetterbedingt entsprechend doppelt so lange wie üblich. Aber das Abenteuer hat sich gelohnt – verfügt doch die Landesgruppe jetzt über eine stattliche Sammlung historischer Unterlagen aus alter Zeit, die schon bei grober Durchsicht Freude auf die nächste Schneekatastrophe machen, bei der dann die detaillierte Sichtung sicherlich viel Wissenswertes zum Vorschein bringen wird.

Text: Dr. Wolfgang Filter

VDL-Bayern: Weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit

Bild: Dr. Wolfgang Filter

Der Kontakt der VDL-Landesgruppe Bayern zum Bayerischen Landwirtschaftsministerium ist ein wichtiges Element der berufsständischen Arbeit. Das schließt auch die Spitze des Hauses mit ein. Deshalb war es Ehrensache, Ministerin Michaela Kaniber zu ihrer erneuten Berufung zur Bayerischen Staatsministerin für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und (neuerdings) Touristik zu gratulieren. In ihrem Dankesschreiben vom Dezember 2023 betont die Ministerin, dass sie den großen Zuspruch und die anerkennenden Worte als zusätzlichen Ansporn für die Zukunft sieht. Wörtlich: „Ihre Unterstützung bestärkt mich in meinem Bestreben, weiterhin mit vollem Einsatz für die Aufgaben und Ziele meines gesamten Aufgabenbereichs und zum Wohle der Menschen unserer Heimat einzutreten.“ Sie betonte, dass sie die Herausforderungen ihres Amtes dank des Rückhalts vieler Organisationen und Personen mit Leidenschaft und Zuversicht angehen werde. Abschließend brachte sie in dem Schreiben zu Ausdruck, dass sie sich auf eine weitere gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit freut.

Text: Dr. Wolfgang Filter

VDL: Weihnachtsgruß des Präsidenten des VDL Bundesverbandes e.V.

Foto: Ebel-Waldmann

Der Fortschritt geschieht heutzutage so schnell,

dass während irgendjemand eine bestimmte Sache für ganz und gar undurchführbar erklärt,

er von jemand anderen unterbrochen wird, der sie schon längst realisiert hat.“

Albert Einstein

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2023 neigt sich seinem Ende zu und für den VDL endet ein besonders aktives Verbandsjahr, in dem sich der Bundesverband, die Landesverbände und Landesgruppen und alle Sparten großen Herausforderungen erfolgreich gestellt haben und hohes Engagement in der berufsständischen Arbeit gezeigt haben.

Über alle Aktivitäten wurden Sie ausführlich über den monatlichen VDL-Newsletter sowie unter www.vdl.de informiert.

Ich darf Ihnen an dieser Stelle „DANKE“ sagen für Ihre Solidarität und das Miteinander in unserem Berufsverband!

Herzlichen Dank auch an unsere hauptamtlichen Mitarbeiter/innen in Berlin und an die vielen Ehrenamtlichen in unseren Landesverbänden, Landesgruppen und unseren Bundessparten. Sie alle haben auch in diesem schwierigen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere berufsständische Arbeit erfolgreich war.

Im Namen von Präsidium und Vorstand des VDL Bundesverbandes wünsche ich Ihnen, Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Jahr 2023.

Mit den allerbesten Grüßen
VDL Bundesverband e.V.

Markus W. Ebel-Waldmann

Präsident

VDL-Bayern: Glückwunsch an die neue Ministerin

Foto: Nadine Keilhofer / StMELF, Abdruck honorarfrei

Am 8. November hat der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder sein neues Kabinett berufen. Landwirtschaftsministerin ist wieder Michaela Kaniber, deren Zuständigkeit über die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft hinaus um den Tourismusbereich erweitert wurde. Die VDL-Landesgruppe Bayern gratulierte der Ministerin zu ihrer Berufung. Er sieht in der erneuten Betrauung Kanibers mit der politischen Verantwortung für das erweiterte Ministerium eine Anerkennung Ihrer Kompetenz und Ihres Einsatzes für die Grüne Branche. Dr. Wolfgang Filter und Sebastian Eichelsbacher betonten, dass der VDL als berufsständischer Zusammenschluss derjenigen, die ein Studium im grünen Bereich abgeschlossen haben oder sich noch im Studium befinden, die Arbeit des Ministeriums – speziell unter dem Blickwinkel des Interesses der Mitglieder am Erhalt einer starken Grünen Branche mit entsprechend zukunftsträchtigen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten – mit besonderem Interesse verfolgt. In diesem Sinne bestehe großes Interesse, den auf dem letztjährigen Verbandstag mit Amtschef Bittlmayer geknüpften Gesprächsfaden mit dem Ministerium auch künftig fortzusetzen.

Text: Dr. Wolfgang Filter

Foto: Nadine Keilhofer / StMELF, Abdruck honorarfrei

VDL-Bayern: Landesgruppe zum dritten Mal auf der Triesdorf-Connect

Foto: Dr. Wolfgang Filter

Der Kontakt zu den Fachkräften von morgen ist naturgemäß ein Hauptanliegen eines jeden Berufsverbandes – so auch des VDL. Deshalb war es für die VDL-Landesgruppe Bayern eine logische Entscheidung, auf der diesjährigen Triesdorf-Connect der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im mittelfränkischen Weidenbach mit dabei zu sein. Nach 2019 – damals noch in Kooperation mit dem VDL-Bundesverband – und 2020 coronabedingt online war es das dritte Mal, dass sich die Landesgruppe Bayern auf dem Connect präsentierte. Wenngleich das große Interesse der Aussteller in diesem Jahr erstmals auch eine Ausstellung von Exponaten im Außenbereich erlaubte, waren Wolfgang Filter und Sebastian Eichelsbacher aufgrund des herbstlichen Wetters dennoch froh, ihren Stand in den Räumen der dortigen Landmaschinenschule aufbauen zu können. Dabei gab es noch eine weitere Neuerung, nämlich die Unterteilung der Ausstellung in die beiden Schwerpunkttage „Landwirtschaft und Agrartechnik“ sowie „Lebensmittel und Ernährung“.

Die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf hat sich auf Grüne Ingenieurwissenschaften spezialisiert. Sie nimmt für sich in Anspruch, dass keine andere Hochschule in Deutschland über ein vergleichbares Fächerspektrum verfügt, das so konsequent auf Grüne Ingenieurwissenschaften ausgerichtet ist. Ausgangspunkte aller Studienfächer sind die nachhaltige Nutzung und der Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen.

In den sieben Fakultäten werden in 19 Bachelor- und 13 Masterstudiengängen ökologische, technische und wirtschaftliche Themen abgedeckt. An den beiden Standorten Weihenstephan und Triesdorf bietet die Hochschule den Studierenden in den Themenbereichen Agrarwissenschaft, Digitalisierung & Technik, Ernährung & Lebensmittel, Klima- & Umweltschutz, Ökologie & Umweltplanung sowie Wirtschaft & Management eine umfangreiche, praxisorientierte Expertise in Lehre und Forschung. Zudem gibt es noch 14 duale Studienangebote, bei denen ein Teil der Ausbildung in einem Unternehmen stattfindet. Von den fast 6.100 Studierenden sind fast 3.900 in Freising-Weihenstephan und ca. 2.200 in Triesdorf (inkl. Straubing).

Text: Wolfgang Filter

Foto: Dr. Wolfgang Filter

Online-Stammtisch der VDL-Landesgruppe Bayern am 25.09.2023

Bild: Pixabay

Am 25. September 2023 fand der Online-Stammtisch der VDL-Landesgruppe Bayern statt. Der Vorsitzende Wolfgang Filter führte mit aktuellen Themen zum VDL-Bundesverband ein und begrüßte das Neu-Mitglied Mamdouh. Es freut uns besonders, dass die Landesgruppe an Mitgliedern hinzugewinnt.

Der Abend beinhaltete des Weiteren einen Rückblick auf die Mai-Exkursion zum Thema „Landwirtschaft & Energieerzeugung“, den Sebastian Eichelsbacher vorstellte. Erfreulich ist, dass damit erstmalig ein neues Veranstaltungsformat für die VDL-Landesgruppe in Bayern eingeführt wurde. Die Fach-Exkursion soll von nun an etabliert werden und 2024 wieder angeboten werden. Dafür wurde auch direkt ein Themenvorschlag vorgestellt: 2024 soll sich die Lehrfahrt mit dem Thema „Vielfalt in der Landwirtschaft: Perspektiven abseits verbreiteter Produktionen“ beschäftigen. Die Organisatoren haben dabei Betriebe im Blick, die sich auf Pilze, Insekten, Algen oder aquaponische Anlagen fokussiert haben.

Im weiteren Verlauf des Abends diskutierten die Mitglieder über weitere neue Veranstaltungsformate für 2024. Dies umfasste im Wesentlichen den Gedankenaustausch zu einem möglichen Fachforum. Zudem wurden die Veranstaltungen der Landesgruppe bis Jahresende besprochen.

Zum Abschluss präsentierte Max Treiber das Weiterbildungsangebot „Smart Farming and IoT in Agriculture“, ein Life Long Learning Programm seines Lehrstuhls Agrarsystemtechnik an der TUM. Dies zeigte erneut den Wert des Wissensaustauschs innerhalb der VDL-Landesgruppe Bayern.

Text: Sebastian Eichelsbacher

VDL-Bayern: Geselliger Ausklang vor der Sommerpause: VDL-Landesgruppe Bayern trifft sich zum Stammtisch im Pschorr Bräu

Foto: Takeaway, CC BY-SA 3.0, https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Die VDL-Landesgruppe Bayern verabschiedete sich gebührend vor der Sommerpause bei ihrem Präsenz-Stammtisch am 26.06.2023 im traditionellen Pschorr Bräu in München. Bei sommerlichen Temperaturen kamen die Mitglieder zusammen, um in geselliger Runde interessante Gespräche zu führen und sich über vergangene Veranstaltungen auszutauschen. Besonderes Augenmerk galt dabei der Exkursion zum Thema „Landwirtschaft und Energieerzeugung“, die im Mai stattgefunden hatte. Zudem wurden Ideen und Pläne für kommende Herbstveranstaltungen besprochen. Der Stammtisch bot eine wunderbare Gelegenheit, sich zu den Entwicklungen in der Branche auszutauschen und auch privat näher kennenzulernen. Besonders erfreulich war die Teilnahme eines Mitglieds, dass die VDL-Aktivitäten bereits in früheren Jahren begleitet. Aus dieser Zeit gab es spannende Geschichten zum VDL in Bayern, wie beispielsweise die Konkurrenzsituation zu anderen Berufsverbänden dieser Zeit. Vieles hat sich seitdem modernisiert und die Angebote des VDLs haben sich weiterentwickelt, jedoch gab es auch damals bereits einen regelmäßigen Präsenzstammtisch in der Münchener Innenstadt – nur war es noch nicht der Pschorr Bräu.

Text: Sebastian Eichelsbacher

VDL-Bayern: Exkursion „Landwirtschaft & Energieerzeugung – innovative Modelle und Technologien als Beitrag zur erneuerbaren Energie“

Fotos: Sebastian Eichelsbacher

Am Samstag, den 20. Mai 2023 fand eine Exkursion der VDL-Landesgruppe Bayern zum Thema „Landwirtschaft & Energieerzeugung – innovative Modelle und Technologien als Beitrag zur erneuerbaren Energie“ statt. Bei bestem Wetter trafen sich die Teilnehmenden am Morgen in Freising, um direkt zur ersten Station nach Hirblingen nahe Augsburg aufzubrechen.

Markus Brem, ebenfalls Mitglied im VDL, empfing die Teilnehmenden auf dem elterlichen Hof, der inzwischen auch einer von zwei Standorten für die Hackschnitzelheizungen der kWh GbR ist. Nach der Führung durch die Anlagen folgte eine umfangreiche Diskussion zu den Entwicklungen der kWh GbR im Bereich von Nahwärmekonzepten, Herausforderungen mit Behörden und finanziellen Planungen. Dabei wurde die Gruppe auch mit einem bayerischen Frühstück, Brezn und Weißwurst, versorgt.

Zur zweiten Station wurde die Bad Tölzer Region südlich von München angefahren. Herr Demmel vom Huabahof führte die Teilnehmenden durch den familieneigenen, modernen Milchviehbetrieb. Der Betrieb verfügt über eine Photovoltaik-Anlage auf allen Dachflächen, und alle Stromverbraucher sind über eine zentrale Steuerzentrale miteinander verknüpft. Zudem stehen Stromspeicher und mobile Arbeitsmaschine mit Batterie-Antrieb zur Verfügung. Durch eine effiziente Steuerung der Verbraucher nach den Verfügbarkeiten von Sonnenstrom über den Tag ist der Betrieb nahezu energieautark. Das Vorhaben wird forschungstechnisch begleitet und unterstützt. Herr Demmel berichtete aber auch von den vielen Herausforderungen, die ein solches Konzept mit sich trägt. Insbesondere, da die untersuchten Energiemanagementsysteme noch nicht mit dem öffentlichen Netz verknüpft werden dürfen. Dies wäre ein entscheidender Vorteil für die Energieautarkie eines landwirtschaftlichen Betriebes.

Als dritte Station wurde eine Windkraftanlage nahe Bruck besucht. Vor Ort traf die Gruppe auf die beiden Geschäftsführer des Unternehmens, das in den Händen von 16 Anwohnern liegt. Beide gelten als Pioniere der Windkraft in Bürgerhand. Bereits seit einigen Jahren produziert die 2.3 MW-Anlage kontinuierlich Strom. Während der Projektphase hatten die Gründer mit Widerständen zu kämpfen. Jedoch überzeugte das Konzept und vor allem die Beteiligung der betroffenen Anwohner, sodass die Anlage erfolgreich aufgestellt werden konnte und heute akzeptiert wird bzw. der Rat der Unternehmer auch für neue Projekte in der Region angefragt wird. Sehr beeindruckend waren die Größe der Anlage und der Blick in das Innere des Windrad-Turms.

Als abschließende Station wurde die nördlich von München gelegene Region Au in der Hallertau angefahren. Die Region ist bekannt als größtes Hopfenanbaugebiet in Deutschland. Hier traf die Gruppe auf Josef Wimmer. Er ist der erste, der mit einem Partner aus der Photovoltaik-Branche eine großflächige Agri-Photovoltaikanlage über seinem Hopfengarten installiert hat. Die Teilnehmer erhielten aus erster Hand Einblicke in die Projektentwicklung, die Umsetzung des Aufbaus und die Forschungsfragen, bspw. zu der Beschattung und den Ertragsuntersuchungen.

Am Abend ging es zurück nach Freising. Die lange Tour und der lange Tag haben sich gelohnt, das war das Resümee der Gruppe. Das Kennerlernen der spannenden Technologien und Konzepte sowie der besuchten Persönlichkeiten und interessanten Gespräche erzeugten eine Inspiration, die für den ein oder anderen auch in Zukunft relevant werden kann.

Text: Sebastian Eichelsbacher

VDL-Bayern: Tier und Fleisch im 21. Jahrhundert – Chancen, Risiken, Perspektiven

Foto: Hirschfelder

Im April 2023 fand wieder eine Online-Vortragsveranstaltung der VDL-Landesgruppe Bayern statt. Zu Beginn der Veranstaltung stellte Dr. Wolfgang Filter den VDL vor, da erfreulicherweise auch Gäste, bspw. aus den bayerischen Hochschulen und anderen Landesverbänden, anwesend waren. Danach begrüßte er den eingeladenen Referenten, Prof. Dr. Gunther Hirschfelder, und leitete dessen Vortrag ein. Prof. Hirschfelder gilt als Kulturantroposoph, wobei die Ernährung das Spezialgebiet des Professors und mehrmaligen Buchautors ist.

Prof. Hirschfelder erklärte in seinem Vortrag, dass die Ernährung eine Gewohnheit ist, die am schwierigsten zu ändern ist. Diese Problemstellung bearbeitet auch ein BMWF-Projekt, das durch Prof. Hirschfelder ausgeführt wird. Dabei geht es um die Frage, wie sich die Ernährung als Symbol für Wohlstand zu einem Symbol für Fehlernährung entwickelte. Hirschfelder verzichtete bewusst darauf, dies in der wissenschaftlichen Betrachtung der Ernährung zu werten, und es kam ihm auch nicht darauf an, individuelle Ernährungsgewohnheiten zu kritisieren. Die Herausforderung und der gesellschaftliche Handlungsdruck ergeben sich stattdessen aus der Fehlernährung im Gesamten und deren Folgen, die sich auf 17 Mrd. Euro belaufen.

Hirschfelder führte aus, dass zwischen „Hunger“ und „Satt“ das kulturelle System des Essens steht, das sich weltweit deutlich unterscheidet, wie bspw. im durchschnittlichen pH-Wert des Essens, der Struktur der Produkte oder dem Gewürzschema. Auch die Emotionen spielen bei der Ernährung eine große Rolle und es lassen sich über Essgewohnheiten Lebenseinstellungen ableiten. Im weiteren Verlauf erklärte Hirschfelder, wie Essen auch zum „Styling“ insbesondere bei jungen Menschen beiträgt und auch die Lebensmittelproduktion auf schnelllebige Trends eingeht.

Einen besonderen Schwerpunkt seiner Betrachtung legte er auf die Entwicklung des Fleischverzehrs, der ursprünglich dazu beigetragen hat, dass sich das menschliche Gehirn deutlich vergrößern konnte und dabei der Wechsel vom Verzehr der wilden Tiere auf domestizierte Tiere stattgefunden hat. Im weiteren Verlauf erfuhr der Fleischverzehr eine hohe Wichtigkeit, insbesondere angesichts der Tatsache, dass ein allgemeiner Proteinmangel in der Gesellschaft besteht, der sich durch einen immer höheren Konsum in eine Fehlentwicklung mit zunehmend negativen Auswirkungen für Gesundheit und Klima ausprägt.

Im letzten Teil seines Vortrags beschrieb Hirschfelder, wie sich das Digitalzeitalter auf die Ernährung auswirkt und die Vermarktung nicht über Stofflichkeit, sondern primär über Bilder erfolgt, die von bekannten Persönlichkeiten auf Plattformen wie beispielsweise Youtube präsentiert werden. Auch die Ernährungslehre benötigt Veränderung: Weg von der hierarchischen Lehre hin zu einer partizipativen Ernährungslehre.

Zusammenfassend nennt Prof. Hirschfelder vier Punkte:

  1. Landwirtschaft muss mehr und effizienter produzieren
  2. Ernährungskultur ist sinuskurvenförmig, dadurch verändert sich Landwirtschaft
  3. Technologiesprung in der Landwirtschaft zu erwarten
  4. Nahrungs- und Umweltkrisen werden zunehmen

Aufgrund der sehr spannenden Ausführungen durch Prof. Hirschfelder folgte eine angeregte Diskussion mit vielen Fragen und Beiträgen der Teilnehmenden.

Text: Sebastian Eichelsbacher