Immer Menschen getroffen, die mir den Weg gewiesen haben

„Man muss die Kraft haben, auch in schwierigen Zeiten seinen Weg zu gehen“. Dieses Zitat von Prof. Dr. Anton Mangstl beschreibt wohl am besten das Erfolgsrezept seines beruflichen Lebensweges, den er den Teilnehmern der Online-Vortragsveranstaltung der VDL-Landesgruppe Bayern am 14. Juni 2021 in sehr unterhaltsamer Weise schilderte. Als Landwirtssohn, der nach eigener humorvoller Aussage „keine Hände für die praktische Arbeit“ hatte, erkannte er schon früh den Wert der Fort- und Weiterbildung. Er hat Landwirtschaft gelernt und zunächst an der Ingenieurschule für Landbau in Landshut-Schönbrunn, später dann an der Technischen Universität München in Weihenstephan Agrarwissenschaften mit der Fachrichtung Pflanzenproduktion studiert. Nach Diplom und Promotion arbeitete er über ein Jahrzehnt als wissenschaftlicher Mitarbeiter in Forschung und Lehre an einer großen Zahl innovativer Projekte. Die erste Station außerhalb der Universität führte ihn 1989 nach Bonn als Direktor der Zentralstelle für Agrardokumentation und -information (ZADI). 1996 erreichte ihn ein Ruf aus Rom als Abteilungsdirektor bei der Welternährungsorganisation (FAO), wo er für die Bereiche Informations- und Wissensmanagement, e-learning und Capacity building zuständig war. 2011 nahm Mangstl den Ruf als Vizepräsident und Professor an der German-Jordanian University in Amman an, wo er bis zu seiner Pensionierung blieb.

Über das rein Fachliche seines Berufslebens hinaus vermittelte Mangstl den Zuhörern eine Vielzahl von Lebensweisheiten und gab insbesondere den jüngeren Teilnehmern viele wertvolle Tipps für ihren weiteren Berufsweg. Dabei klang einiges zunächst ungewohnt, wie z.B. die Aussage, dass er von Glück sagen konnte, dass seine Bewerbungen nicht immer erfolgreich waren. Das daraufhin entstehende Fragezeichen in den Köpfen der Zuhörer löste er sogleich auf mit der Erklärung, dass er sonst nicht in die Welt gekommen wäre. Andere Menschen zu treffen verband er mit der Erfahrung, Ideen und Impulse zu bekommen, auf die er selbst nicht gekommen wäre. Überhaupt habe er viele Menschen getroffen, die ihn den Weg gewiesen haben. Es spricht für den Referenten, dass er, dessen erfolgreiches Berufsleben beispielgebend ist, sich immer auch des positiven Einflusses günstiger Umstände und anderer Menschen bewusst war und ist. Vermutlich ist es dieses Bewusstsein und die Erfahrung aus vielen Stellenausschreibungen und Einstellungsgesprächen im Rahmen seiner leitenden Tätigkeiten, aus denen er die Empfehlung an die jungen Kolleginnen und Kollegen ableitete, immer wieder andere Leute anzusprechen, um mehr Informationen zu bekommen und sich selbst anzubieten. Es ist aber auch die selten anzutreffende Gabe, immer über den berühmten Tellerrand hinaus zu denken und auch in dem, was das Gros der Menschen als „nicht machbar“ oder „zu belastend“ bezeichnet, Chancen und Möglichkeiten zu erkennen und dann zielstrebig seinen Weg zu gehen. Vor dem Hintergrund seiner Erfahrung, dass viele Menschen eher träge sind und an Gewohntem festhalten, bezeichnete er es als Glück, es immer geschafft zu haben, einen Kern von Menschen um sich zu sammeln, die begeisterungsfähig waren und an der Realisierung seiner Ideen mitarbeiteten. So verwundert es nicht, dass er als Pionier der Agrarinformatik seiner Zeit immer ein Stückchen voraus war. Dabei blieb er immer Realist, der zwischen Wunsch und Wirklichkeit unterscheiden konnte. So erklärt sich auch seine Empfehlung an den agrarischen Fachkräftenachwuchs, nicht zu scheuen, sich zu bewerben, auch wenn nicht alle ausgeschriebenen Anforderungen erfüllt werden. Vorausgesetzt, man kann überzeugend darlegen, dass man den Anforderungen der Stelle gewachsen ist.

Mit einem Foto vom Sternenhimmel im UNESCO Weltkulturerbe-Tal „Wadi Rum“, das zusammen mit der Felsenstadt Petra zu den beeindruckenden Sehenswürdigkeiten in Jordanien zählt, setzte Prof. Mangstl einen sehr passenden emotionalen Schlusspunkt unter seinen sehr persönlich gehaltenen Vortrag.

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