VDL-Bayern: Wie schaffen wir die Transformation zur klimaresilienten Landwirtschaft?

Foto: VDL-Bayern

Vom Humusaufbau über die Einkommensrelevanz von klimapositiven Maßnahmen auf Landwirtschaftlichen Betrieben bis hin zum NaPA-Praxisprojekt oder die zukünftige Förderkulisse der Politik. Mit diesen Vortragsimpulsen führte Prof. Franz-Theo Gottwald die 40 Teilnehmer der Onlineveranstaltung „Herausforderungen an eine Nachhaltige Landwirtschaft“ ein, um anschließend in ausführlicher Diskussion die Fragen und Anregungen der Teilnehmer zu besprechen.

In einer spannenden Vortragsveranstaltung mit 40 Teilnehmern referierte Prof. Gottwald über die Möglichkeiten und Herausforderung für die Zielstellung einer klimaresilienten Landwirtschaft. Bis 2050 muss sich auch die Landwirtschaft auf die Netto-Null für die Kohlenstoffbilanz einstellen. Dafür sind grundlegend neue Denkweisen und Handlungen in Politik, Gesellschaft und auf den landwirtschaftlichen Betrieben notwendig. Als Beispiel führte Prof. Gottwald die Chancen durch den Humusaufbau und den Humuserhalt in landwirtschaftlichen Böden an, die einen wesentlichen Beitrag zur Kohlenstoffbindung leisten können. Im Zuge dieses Beispiels wurde auch deutlich, dass Prof. Gottwald dabei eine wesentliche Anforderung in den Vordergrund stellt: Es handelt sich dabei um klimapositive Leistungen, die sich im Einkommen der Landwirte und Landwirtinnen widerspiegeln müssen und als relevanter Betriebszweig entwickeln sollten. Dafür müssen sich auch dringend die Förderkulisse und die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, die bisher nur eine Entschädigung ohne wirtschaftlichen Ertrag zulassen. Auf diesem Weg müssen deshalb neue Bildungs- und Beratungsmaßnahmen für Betriebsleiter und Betriebsleiterinnen aufgebaut werden. Ein Beispiel zur Umsetzung wurde von Prof. Gottwald durch das NaPA-Projekt angeführt, dass er als Prozessmoderator begleitet. Die zentrale Fragestellung im Projekt lautet: „Wie kann eine Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, der Biodiversität, der Bodengesundheit und der Ökonomie der Landwirte leistet?“. Im Zentrum stehen die beteiligten Praxisbetriebe, die den Weg einer klimapositiven Landwirtschaft erproben, verbessern und langfristig implementieren wollen. Interessant ist dabei, dass es sich keineswegs um Klein- oder Nebenerwerbsbetriebe handelt. Vielmehr beteiligen sich am Austausch zukunftsorientierte Vollerwerbsbetriebe mit entsprechend aktuellem Technologiestand und Flächenausstattung. Ein weiteres zu betonendes Merkmal in dem Vortrag von Prof. Gottwald war der grundsätzliche Ansatz, dass klimapositive Landwirtschaft nicht als Extensivierung und Stilllegung oder Verwilderung verstanden werden sollte. Die Vorteile liegen in einer biodiversitätsfördernden und umweltpositiven Intensivierung von Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Es folgte eine angeregte Diskussion über die Vortragsimpulse. Diskutiert wurde beispielsweise, ob Umwelt- oder Klimaleistungen möglicherweise regional an Kommunen oder Umweltbehörden „vermarktet“ werden können, welche Rolle die Industrie in der Transformation zur klimaresilienten Landwirtschaft spielt und welche Konkurrenzsituationen entstehen könnten. Zudem wurde diskutiert, welche Chancen in der Digitalisierung der Landwirtschaft in Bezug auf die Klimaresilienz liegen.
Ein gelungener Vortrag mit spannenden Einblicken und einem intensiven Austausch für die Landwirtschaft von morgen. Die VDL-Landesgruppe Bayern dankt Prof. Gottwald für den Input und die Zeit und allen Teilnehmern aus dem gesamten VDL Bundesgebiet für deren Interesse.

Text: VDL-Bayern

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