Hohe Zufriedenheit unter den Absolventen im Agrarbereich

Berlin, 22.10.2012. Die Mehrzahl der Absolventinnen und Absolventen in den Agrarwissenschaften ist mit dem Studium und der aktuellen Situation zufrieden. Etwa die Hälfte schätzt die Vermittlung von Kenntnissen und Fähigkeiten während des Studiums als nützlich bis sehr nützlich ein.

Das zeigte eine erstmalig bundesweit durchgeführte Absolventenbefragung des VDL-Berufsverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. in Zusammenarbeit mit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Dazu wurden Diplom-, Bachelor- und MasterabsolventenInnen an je 10 Fachhochschulen (FH) sowie Universitäten hinsichtlich des Studiums und der Berufsfelder im Agrarbereich befragt.

Im Detail zeigt die Studie jedoch auch, dass an den Hochschulen ein hoher Nachholbedarf besteht, über das Fachwissen hinaus auch Softskills, rhetorische Fähigkeiten und Problemlöse- und Entscheidungsfähigkeiten zu vermitteln und zu trainieren. Viele der Befragten sehen Änderungsbedarf in der didaktischen und strukturellen Ausgestaltung des Studiums wie einer stärkeren Förderung selbständigen und wissenschaftlichen Arbeitens sowie der Teamfähigkeit. Die Nützlichkeit der im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Berufseinstieg wird von den heute Berufstätigen mit Masterabschluss deutlich positiver bewertet als von denjenigen mit Diplom-Abschluss. Auch die Mobilität im In- und Ausland ist bei denjenigen mit Masterabschluss höher als bei denen mit Diplom.

Im Vergleich dazu wird der Bachelorabschluss weniger positiv bewertet. Daher entscheiden sich auch die FH-Bachelor sehr viel häufiger als die FH-Diplomanden ein Zweit- oder Aufbaustudium aufzunehmen.

Die Einführung der Bachelor- und Masterabschlüsse wird sehr unterschiedlich eingeschätzt. Die DiplomabsolventInnen geben überwiegend negative oder überhaupt keine Einschätzung zu den Bachelor- und Masterabschlüssen ab. Die MasterabsolventInnen stehen der Einführung der neuen Studiengänge hingegen sehr positiv gegenüber.

Die Befragung bezüglich der Einstiegsgehälter zeigte, dass mehr als die Hälfte auf einer Vollzeitstelle bis zu 30.000€, ein weiteres Viertel bis zu 40.000 € verdienen. Dabei sind große Unterschiede zwischen den Geschlechtern zu erkennen: Frauen verdienen im Schnitt deutlich weniger und haben häufiger nur befristete Arbeitsverhältnisse.

Die Möglichkeiten der Einsatzbereiche stellten sich als sehr vielfältig dar. Dadurch haben die Stellensuchenden der Universitäten und Hochschulen im Agrarbereich weniger Probleme beim Berufseinstieg. Unterstützt wird dies durch ein breitgefächertes Grundstudium und die Flexibilität bei der Zusammenstellung der Lehrinhalte und Praktika.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass bei den Bachelor- und MasterabsolventInnen die Freiheit in der Modulwahl nicht weiter eingeschränkt sondern im Gegenteil mehr ausgeweitet werden sollte. Der Kompromiss zwischen Spezialisierung einerseits und „studium generale“ andererseits stellt für die Hochschulen eine große Herausforderung dar.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann zeigte sich bei der Vorstellung der Studie in Berlin sehr beeindruckt von den Ergebnissen. „Vieles was wir die letzten Jahre vermutet haben, wurde jetzt von dieser flächendeckenden Studie belegt. Für den VDL ist dies Ansporn überall dort, wo noch Defizite aufgezeigt wurden, gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen zu suchen. Ein Studium der Agrarwissenschaften lohnt sich in jedem Fall. Die Berufsaussichten sind prächtig“, so Ebel-Waldmann.

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