VDL-Bundesverband beim Digitalen Agrarkarrieretag 2021

Foto: AgroBrain

Der VDL-Bundesverband e.V. war bereits zum fünften Mal Premiumpartner des Digitalen Agrarkarrieretag. Vertreten durch den Präsidenten Markus W. Ebel-Waldmann und Vertreter Bonner Studierendengruppe nahm man verschiedenen Talkrunden teil. VDL-Präsident Ebel-Waldmann nahm, in der Talkrunde zum Thema Mitarbeitergewinnung und -bindung, auch Unternehmen in die Pflicht „Gerade Persönlichkeitsbildung gelingt nur durch gezielte Förderung. Das kann man nicht alles den
Universitäten überlassen.“

Ein ausführlicher Bericht in der Agrarzeitung Nr.48/2021
Talkrunde 3 mit der VDL-Studierendengruppe Bonn
Talkrunde 4 mit VDL-Präsidenten Markus W. Ebel-Waldmann

Weihnachtsgruß des Präsidenten des VDL-Bundesverbandes e.V.

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

Wilhelm von Humboldt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2021 neigt sich seinem Ende zu und kurz vor den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel hat uns die Corona-Pandemie nach wie vor fest im Griff.

Auch wenn wir zwischenzeitlich etwas Licht am Ende des Tunnels sehen, sind wir von einer Normalisierung unseres Lebens noch weit entfernt. Unsicherheit mischt sich in unsere alltäglichen Planungen und wir alle wünschen, dass wir uns möglichst bald wieder unbeschwert treffen können.

Vor diesem Hintergrund hoffe ich, dass Sie und Ihre Familien gesund sind und mit etwas Optimismus auf den Jahreswechsel blicken.

Strenge Hygieneregeln befolgen und Abstand halten hat auch unsere Verbandsarbeit und unser gesamtes Miteinander beeinträchtigt: Viele Begegnungen fanden und finden anders statt als wir es gewohnt sind. Viele unsere Veranstaltungen, die uns sonst Gelegenheit zur Begegnung und zum Dialog boten, mussten entweder abgesagt werden oder fanden als Webkonferenz statt.

Uns allen wurde so aber auch sehr bewusst, wie wertvoll der direkte persönliche Kontakt untereinander ist! Ich freue mich bereits auf die Zeit, wenn dieser endlich wieder möglich sein wird.

Ich darf an dieser Stelle „DANKE“ sagen für Ihre Solidarität und das Miteinander, auch unter den widrigen Umständen!

Herzlichen Dank auch an unsere hauptamtlichen Mitarbeiter/innen in Berlin und an die vielen Ehrenamtlichen in unseren Landesverbänden, Landesgruppen und unseren Bundessparten. Sie alle haben auch in diesem schwierigen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere berufsständische Arbeit Dank großer Innovationskraft und Innovationsfreude erfolgreich fortgeführt werden konnte.

Im Namen von Präsidium und Vorstand des VDL-Bundesverbandes wünsche ich Ihnen, Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Jahr 2022

Mit den allerbesten Grüßen
VDL-Bundesverband e.V.


Markus W. Ebel-Waldmann
Präsident

Harzexkursion der VDL-Bundessparte Young-Professionals

Foto: Valerie Kersting

Zu ihrer ersten Fachexkursion lud die VDL-Bundessparte Young Professionals vom 19. – 21. November 2021 ein. Unter dem Motto „Harz aber herzlich“ ging es für 11 Young-Professionals zu einer Exkursion in den Nationalpark Harz.

Auf Grund der anhaltenden CORONA-Pandemie, hatten sich die Organisatoren bereits frühzeitig entschlossen, die Veranstaltung unter 2G-Aspekten abzuhalten und die Gruppe möglichst autark unterzubringen. So fand man mit „Anni“ ein passendes Ferienhaus mit zentraler Lage und ausreichenden Schlafmöglichkeiten in Braunlage. Kurz vor Exkursionsbeginn stiegen die Inzidenzwerte wieder stark an, sodass das Programm auf Grund von Absagen einiger Exkursionsziele nochmals angepasst werden musste. – Kein Problem für die Organisatoren! Auch die Teilnehmenden konnten im Anschluss von dem neuen Programm überzeugt werden.
Am Freitag den 19. November 2021 war es dann soweit. Nach einem Großeinkauf (man stellte fest, dass die Infrastruktur in Braunlage hervorragend ist) trafen nach und nach die Teilnehmenden ein. Schnell waren die Zimmer aufgeteilt, die Betten vorbereitet und man traf sich im Wohnzimmer zu einem ersten kennenlernen. Kennenlernen war das Stichwort! In Kleingruppen ging es zügig an die ersten Aufgaben. Die Snacks für das Abendessen mussten hergerichtet werden, ein bisschen Deko durfte ja auch nicht fehlen und der kleine Ofen sollte angeheizt werden – Holz aus dem Supermarkt ist wohl doch nicht so trocken, wie man es von zu Hause gewöhnt ist. So galt es bereits hier, die erste Challenge zu absolvieren. Bei dem gemeinsamen Abendprogramm lernten sich die Teilnehmenden besser kennen und eine homogene Truppe entstand.

Am Samstag zeigte sich bereits die Dynamik der Gruppe. So packte jeder beim gemeinsamen Frühstück an und es wurde schon wieder viel gelacht. Die Bio-Rinderzucht von Daniel Wehmeyer stand als Erstes auf dem Programm. Der Biohof Düna den Familie Wehmeyer ist ein Demonstrationsbetrieb ökologischer Landbau und bewirtschaftet die hiesigen Flächen unter anderem im angrenzenden Naturschutzgebiet. Eine Besonderheit ist die Mutterkuhhaltung mit dem Harzer Roten Höhenvieh. Zum Zeitpunkt unserer Besichtigung war der Großteil der Tiere noch auf den Weiden unterwegs, da sie nur im Winter in den modernen Strohstall kommen. Lediglich Tiere, die das notwendige Schlachtalter erreicht haben, werden die letzten Tage im Stall gehalten. Das Fleisch wird ausschließlich an die regionale Gastronomie und vor Ort in einem Hofladen verkauft. Nach einer gut zweistündigen Besichtigung und vielen neuen Informationen ging es weiter zu einer Fachführung im Klostergut Wöltingerode.

 

Das Klostergut Wöltingerode besitzt eine mehrere 100 ha umfassende Landwirtschaft, eine eigene Brennerei, betreibt ein Tagungshotel und ein Lachs-Infocenter, in dem über die Wiederansiedlung vom Lachs in der anliegenden Oker berichtet wird.
Die Führung durch das Klostergut startete mit einem kurzen Vortrag von dem derzeitigen Pächter der Gutsflächen. Hier wurde über Anbaustrategien, Sorten, Bodenpunkte, Niederschlag usw. berichtet und mit den Teilnehmenden diskutiert. Auch eine mögliche Neuausrichtung der Ackerbaustrategie wurde von dem Pächter erläutert. Nach dem kurzen Exkurs in die praktische Landwirtschaft, ging es dann mit einer Führung durch das Klostergut und seiner Geschichte weiter. Im Anschluss wurde die Brennerei besichtigt, in der u.a. Getreide aus dem eigenen Anbau eingesetzt wird. Bereits 1682 wurde nach einem Brand der Grundstein der heutigen Brennerei gelegt.
Neben der Brennerei werden die Brände in großen Holzfässern gelagert. Erst nach ca. 12 Monaten Ruhezeit gehen sie in den hofeigenen Verkauf. Im Lachs-Informationscenter konnte, bei einem kleinen Exkurs in das Leben und die Reise eines Lachses, der hauseigene Schnaps probiert werden.

Wieder zurück im Ferienhaus machten sich die Teilnehmenden für das anschließende Krimidinner fertig. Jeder hatte im Vorfeld eine Rolle bekommen und musste sich dementsprechend kleiden. So lernten sich alle nochmal von einer anderen Seite kennen und man musste feststellen, dass die eine oder andere Rolle doch unbewusst der Person auf den Leib geschnitten war.

So ging es dann schon auf den dritten und letzten Tag zu. Hier stand eine geführte Wanderung mit einem Förster aus dem Nationalpark Harz an. Leider spielte das Wetter nicht ganz so mit und der Nebel gab die eine oder andere Aussicht nicht preis. Nichtsdestotrotz ging es mit Regensachen und Schirm los, eben eine andere Rute als am Anfang geplant, aber nicht weniger interessant. Auch im Harz sorgt der Borkenkäfer für eine radikale Veränderung des Landschaftsbildes. Neue Verfahren zur Aufforstung aber auch die Beobachtung von Flora und Fauna waren Themen der Führung. Die Artenvielfalt im Nationalpark Harz ist auch geprägt, durch die Wiederansiedlung von früher üblichen Tierarten und deren Bestandskontrolle und Pflege.

Zum Abschluss der Führung haben sich alle nochmal zu einem warmen Getränk zusammengesetzt, die Exkursion zusammengefasst und das Resümee gezogen. „ Als Fremde gekommen, als Freunde gefahren“.

Maximilian Tolle

Präsentation der bundesweiten Absolventenbefragung im Agrarbereich 2021 am 08.12.2021 im Livestream

Foto: Adobe Stock und Landwirtschaftliche Rentenbank

Die Präsentation der Ergebnisse der bundesweiten Absolventenbefragung im Agrarbereich 2021 findet am Mittwoch, 8. Dezember 2021, 18:00-20:00 Uhr, als Webkonferenz statt.

Die Studie wurde im Auftrag des VDL Bundesverbandes e.V. von Herrn Prof. Dr. Jens-Peter Loy, Lehrstuhl für Marktlehre am Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, erstellt und wird von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert.

Die Studie liefert interessante und wertvolle Erkenntnisse für uns alle und gibt auch Auskunft über die Veränderungen seit der letzten Studie im Jahr 2018.

Sie erhalten u.a. aktuelle Informationen zur Studiendauer, berufspraktischen Kenntnissen, Bewertung des Studiums, Berufseinstieg und Entlohnung, beruflicher Werdegang, Kompetenzen in der Arbeitswelt, die wahrgenommene Arbeitgeberattraktivität sowie Auswirkungen der Corona-Pandemie.

Das Programm der Webkonferenz finden Sie in Anlage. Programm-FT-08.12.2021

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich: Sie können teilnehmen unter:

VDL: Präsentation der Absolventenbefragung Agrar 2021
Mi., 8. Dez. 2021 18:00 – 20:00 (CET)

Nehmen Sie an meinem Meeting per Computer, Tablet oder Smartphone teil.
https://www.gotomeet.me/VDL-Bundesverband/vdl-präsentation-der-absolventenbefragung-agar-202

Sie können sich auch über ein Telefon einwählen.
Deutschland: +49 892 0194 301

Zugangscode: 123-323-221

Sie kennen GoToMeeting noch nicht? Installieren Sie jetzt die App, damit Sie für Ihr erstes Meeting bereit sind: https://global.gotomeeting.com/install/123323221

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und eine angeregte Diskussion!

Digitaler Agrarkarrieretag 2021 – VDL als Premium-Kooperationspartner

Foto: AgroBrain

Beim Digitalen Agrarkarrieretag informieren Top Unternehmen aus dem landwirtschaftlichen Sektor über Jobchancen im grünen Business!
Live am 1. Dezember 2021 an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn oder per Live-Stream!

Der VDL-Bundesverband wird  als Premium-Kooperationspartner teilnehmen und sichtbar auf allen Medien erscheinen.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann wird an der zentralen Talkrunde teilnehmen und die Interessen des VDL vertreten.

Die VDL-Studierendengruppe Bonn wird in die Vorbereitung und Durchführung mit eingebunden sein.

Mehr Infos unter Digitaler Agrarkarrieretag 2021

Absolventenbefragungen im Agrarbereich 2021 – Vorstellung der Ergebnisse der neuen Studie des VDL-Bundesverbandes am 8. Dezember 2021

Foto: Adobe Stock und Landwirtschaftliche Rentenbank

Der VDL-Bundesverband – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. führte bereits mehrere bundesweite Absolventenbefragungen im Agrarbereich durch, zuletzt 2018, und deren Ergebnisse in der Branche jeweils mit großem Interesse wahrgenommen wurden.
2021 hatte der VDL wieder eine aktuelle Studie beauftragt, die von Prof. Dr. J.-P. Loy von der Macke-Loy-Glauben GbR Markt- und Konsumforschung, Beratung, zusammen mit dem Lehrstuhl für Marktlehre am Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wissenschaftlich bearbeitet und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank finanziell gefördert wurde.

Die Ergebnisse werden am 8. Dezember 2021, 18:00-20:00 Uhr, in einem Livestream vorgestellt. Bitte merken Sie sich den Termin bereits vor. Weitere Informationen inklusive den Zugangsdaten erhalten Sie rechtzeitig.

Die diesjährige Studie sollte überprüfen, wo die Absolventinnen und Absolventen nach ihrem Abschluss verbleiben, wie sie ihr Studium bewerten, ob und wo es Handlungsbedarf gibt und welche Unterschiede zu den vorigen Befragungen deutlich werden.

Mit der VDL-Bundessparte Young Professionals in den Harz

Foto: Pixabay

AUSBLICK

Unter dem Motto „HARZ ABER HERZLICH …“ ist die erste Exkursion für die VDL Young Professionals geplant. Vom 19.11-21.11.2021 geht es mit den Young Professionals zu einer Fachexkursion in den Harz. Die Teilnehmerzahl ist auf 11 Plätze begrenzt und es gilt die 2G-Regel. Übernachtet wird in einem gemütlichen Ferienhaus. Neben dem Besuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb, ist auch eine Fahrt zum GreenGate Gatersleben geplant. Eine geführte Wanderung durch den Nationalpark Harz bringt den Teilnehmern die Natur der Region näher und verleitet vielleicht auch den ein oder anderen dazu, für einen Urlaub wiederzukommen.
Anmeldungen sind ab sofort unter Young-professionals@vdl.de möglich. Die Teilnahmegebühr beträgt 150 € und beinhaltet neben dem Rahmenprogramm, einen kleinen Empfang am Anreisetag, Frühstück und ein interessantes Abendessen, sowie passende Getränke. Kostenlos gibt es interessante Gespräche, nette Kontakte und ganz viel Spaß.

Valerie Kersting

Online Weinprobe mit Peter Jung – Schmeckt oder schmeckt nicht, das war hier die Frage

Foto: Pixabay

RÜCKBLICK

Am Abend des 21. September 2021 fanden sich bundesweit VDL-Mitglieder aus allen Sparten mit Freunden und Familie vor den Bildschirmen zusammen, um gemeinsam in die Geschmackswelt der Weine einzutauchen. Getreu dem Titel „Rhoihesse meets Ländle“ konnten die Teilnehmer dabei regionale Unterschiede im Weinbau mit den eigenen Sinnen erfahren und lernen bei welcher Sorte man die Bodenart durchschmecken kann und welcher Wein nichts für Personen ist, die keine grüne Paprika mögen.
Insgesamt sechs verschiedene Weine hat unser VDL Vizepräsidente und Winzer Peter Jung den TeilnehmerInnen in einem Probierpaket zusammengestellt, sowohl vom Weingut Jung, als auch von der Remstallkellerei eG . Vom Prosecco über den Muskateller bis hin zum Rosé führte Peter Jung die Runde in lockerer Atmosphäre und mit viel Detailwissen rund um die Fragen der 45 Teilnehmer sehr unterhaltsam bis in den späten Abend.
Auch wenn sich alle Weinverkoster einig waren, dass sie lieber gemeinsam an einem großen Tisch gesessen hätten, konnte die gemütliche Stimmung in den Wohnzimmern mit allen geteilt werden. Die Young Professionals des VDL bedanken sich herzlich bei Peter Jung und allen Teilnehmern für diesen tollen Abend!

Valerie Kersting

Drei ertragreiche Arbeitstage liegen hinter uns (vlnr: Lioba Kumpf, Dozentin, Dr. Annette Pfordt, Gustav Wehner, Peet Gaumann, Ruth Franken, Dr Juhl Jörgensen, Christian Riede, Eberhard Köhler, René Borresch). Foto: Pfordt

Change Management – digital, analog oder hybrid?

Drei ertragreiche Arbeitstage liegen hinter uns (vlnr: Lioba Kumpf, Dozentin, Dr. Annette Pfordt, Gustav Wehner, Peet Gaumann, Ruth Franken, Dr Juhl Jörgensen, Christian Riede, Eberhard Köhler, René Borresch). Foto: Pfordt

RÜCKBLICK

Change bedeutet Veränderung und diese ist infolge der Corona-Pandemie dringend erforderlich – auch für das Verbandsgeschehen im VDL. So trafen sich acht Vorstandsmitglieder aus zwei Landesverbänden in der dbb-akademie, um im diesjährigen VDL-Seminar vom 05.-07.09.2021 die Grundlagen des Change Managements kennenzulernen.

Wir begannen damit, in einem ersten Schritt den Veränderungsbedarf zu konkretisieren, wobei wir das Thema Digitalisierung zunächst hintanstellen wollten. Und standen dann im Seminarraum vor einem riesigen Bildschirm. Dieser „Weframe“ ist im XXL-Format Touchscreen, Bildschirm und Computer in einem und kann alles, was eine Pinwand kann und noch viel mehr. Aber dazu muss man auch wissen, wie man damit umgeht. Wie gut, dass wir Digital Natives unter uns hatten!

Digitalisierung in XXL-Format – der Weframe ist ein tolles Instrument! (Foto: Jörgensen)

Inhaltlich hatten wir schnell fixiert, dass der wichtigste Auslöser für Veränderungsbedarf die stagnierenden Mitgliederzahlen sind, die nicht erst seit dem Beginn der Corona-Pandemie Sorgen bereiten. Zu den vielschichtigen Ursachen gehören fundamentale Veränderungen in den Rahmenbedingungen der Arbeitswelt, aber auch große Unterschiede zwischen den Generationen, die im VDL vereint sind. Eine Kernfrage ist damit, welche Ansprüche diese unterschiedlichen Zielgruppen an den Berufsverband stellen und welche Veränderungen in der Verbandsarbeit wir dafür auf den Weg bringen müssen.

Dazu bekamen wir erst einmal von unserer Dozentin Lioba Kumpf eine Einführung in die Grundlagen des Change Managements. Der erste Blick galt den Rahmenbedingungen, die unter dem Schlagwort „VUKA-Welt“ daherkommen:

  • Volatilität: Was gestern noch richtig war, kann schon morgen vollkommen überholt sein.
  • Ungewissheit: Die Zukunft ist ungewiss und wenig planbar.
  • Komplexität: Die schiere Menge an Informationen und mehr noch die systemischen Zusammenhänge überfordern den Einzelnen zunehmend. Einfache Lösungen gibt es nicht.
  • Ambiguität: alles ist mehrdeutig, es gibt keine absoluten Wahrheiten

Ein Festhalten an überkommenen Einstellungen und Organisationsmustern bietet in der VUKA-Welt wenig Aussicht auf langfristiges Überleben als Institution Berufsverband. „Schema F“ hat sich überholt und auch ein Plan B reicht nicht mehr, es braucht auch noch C und D. Damit ist Change schon per se unausweichlich und wir landen bei der Frage, wie Change zu managen ist. Ein Standardmodell des Change Managements ist das House of Change des schwedischen Psychologen Claes F. Janssen, mit dem Veränderungsprozesse strukturiert beschrieben werden. Es besteht aus vier Haupträumen mit ein paar architektonischen Besonderheiten.

  1. Im Raum der Zufriedenheit herrscht der Status quo, die Mehrheit wähnt sich in der Komfortzone und chillt auf dem Sonnenbalkon. Nur wenige Bewohner erkennen, dass sich Veränderungsdruck aufbaut, sie schlagen Alarm.
  2. Im Raum der Ablehnung ist die Verärgerung über die Vertreibung aus dem Paradies groß. Die Notwendigkeit wird nicht gesehen, einige gehen aus diesem Raum nicht vorwärts, sondern direkt in das Verweigerungsverlies. Aber langsam wächst die Einsicht in das Unvermeidliche.
  3. Im Raum der Verwirrung ist zunächst nicht klar, wo es lang geht und wie die anstehende Veränderung umzusetzen ist. Kollegen mit Schockstarre-Symptomen sammeln sich im Paralyseloch. Andere versuchen es mit dem Fluchttunnel, der führt aber nirgendwo hin.
  4. Schließlich haben sich die Einsichtigen und die Willigen sortiert und fangen an, die Veränderung zu organisieren. Hat die Umsetzung funktioniert, finden sich die Belegschaft im Raum der Erneuerung wieder, der sich im Laufe der Zeit wieder in einen Raum der Zufriedenheit weiterentwickelt. Bis die nächste Veränderung ansteht . . .

Wenn die Veränderung gelingen soll, müssen die Betroffenen zu Beteiligten gemacht und auf dem Weg mitgenommen werden. Wie das funktioniert, probierten wir in zwei Arbeitsgruppen an praktischen Beispielen aus dem VDL-Alltag aus. Mit der Auswertung der Ergebnisse erstellten wir gleichzeitig einen exemplarischen Fahrplan für die Organisation von Veränderungsprozessen, der sich wie folgt darstellt:

  1. Raum der Zufriedenheit: Herausforderung benennen, Veränderungsvorschlag ausarbeiten, Mitstreiter und Multiplikatoren suchen, Kommunikationswege festlegen und Vorteile aufzeigen
  2. Raum der Ablehnung: Emotionen, Ängste, Vorbehalte ernst nehmen, Historie berücksichtigen, das Alte nicht über Bord werfen, sondern würdigen und wertschätzen,
  3. Raum der Verwirrung: Rahmenbedingungen schaffen, Hilfestellung anbieten, Raum zum Ausprobieren geben, Feedback einholen, Sicherheit vermitteln
  4. Raum der Erneuerung: Veränderungen und Erfolge sichern, Erreichtes feiern, sich belohnen, Freiräume schaffen

Übersetzt auf unseren Berufsverband bedeutet das, dass die ganze Organisation sich selbst auf den Prüfstand stellen muss. Die Erwartungen der Mitglieder und die Möglichkeiten des Ehrenamts müssen den Mittelpunkt der Organisationsentwicklung bilden. Dabei ist transparente Kommunikation und ein wertschätzender Umgang miteinander von zentraler Bedeutung. Der erste Schritt ist mit diesem Seminar getan, die eigentliche Arbeit beginnt jetzt erst.

Ruth Franken

Studieninfotag digital: Hochschule Geisenheim stellt ihr Studienangebot am 12. November 2021 online vor

Mit einem Klick erhalten Studieninteressierte beim „Studieninfotag digital“ der Hochschule Geisenheim am 12. November 2021 Einblick in das Studium an der staatlichen Hochschule im Rheingau. Zwischen 16:00 und 19:00 Uhr stellen die Studiengangleiterinnen und -leiter die Bachelor-Studiengänge Gartenbau, Getränketechnologie, Internationale Weinwirtschaft, Landschaftsarchitektur, Lebensmittellogistik und -management, Lebensmittelsicherheit sowie Weinbau und Oenologie vor. Die Interessierten können im direkten Austausch ihre Fragen zu Voraussetzungen, Studienschwerpunkten und Berufsaussichten stellen. Dabei sind auch Studierende und Ehemalige eingebunden, die aus erster Hand von ihren Erfahrungen berichten. Das Studierendenbüro berät parallel zum Thema Einschreibung, der Allgemeine Studierendenausschuss (AStA) verrät, was das Studierendenleben neben Vorlesungen und Praktika noch bereithält.
Die Hochschule Geisenheim plant, den Studieninfotag im Herbst künftig immer online durchzuführen; unabhängig von der Coronasituation. So sollen auch Interessierte, die nicht im direkten Einzugsgebiet der Hochschule wohnen, Gelegenheit erhalten, sich umfassend und niedrigschwellig über die Geisenheimer Studiengänge rund um Pflanzen, Natur, Lebensmittel, Getränke und Wein zu informieren. Der Studieninfotag im Frühjahr soll 2022 wieder in Präsenz stattfinden und Interessierten ermöglichen, den Campus live und in Farbe zu entdecken.
Übrigens: Für die Teilnahme am „Studieninfotag digital“ am 12. November 2021 ist eine Anmeldung oder Registrierung nicht notwendig. Weitere Informationen unter www.hs-geisenheim.de/studieninfotag-digital.