VDL beim Landwirtschaftsdialog im Bundeskanzleramt

Am 2. Dezember 2019 folgten Vertreter von landwirtschaftlichen Verbänden und Organisationen der Einladung von Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zum Landwirtschaftsdialog im Bundeskanzleramt. Der VDL Bundesverband – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. wurde von Verbandspräsident Markus W. Ebel-Waldmann und Bundesgeschäftsführer Stephan Ludewig vertreten.
„Der Dialog im Kanzleramt war ein wichtiges und richtiges Signal der Bundeskanzlerin für unseren gesamten Berufsstand“, ist VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann überzeugt. „Auch die Ankündigung der Bundeskanzlerin, dass dies erst der Auftakt für einen dauerhaften und intensiven Dialog war, lässt hoffen. Der VDL wird seinen Beitrag dazu leisten und Sorge tragen, dass durch den Transfer wissenschaftlich fundierten Inputs auch das Ansehen unseres Berufsstandes in der Öffentlichkeit wieder das Gewicht erhält, das ihm zusteht! Der Anfang ist gemacht!“, so Ebel-Waldmann weiter.

Text: Ludewig
Foto: VDL

Bildunterschrift: Landwirtschaftsgipfel im Bundeskanzleramt (v.l.n.r.): Präsident Markus W. Ebel-Waldmann, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesgeschäftsführer Stephan Ludewig

Der VDL wünscht besinnliche Weihnachten 2019!

Der VDL Bundesverband wünscht allen Mitgliedern, Kooperationspartnern und Freunden besinnliche und erholsame Weihnachtsfeiertage sowie Gesundheit, Glück und Erfolg im neuen Jahr 2020.

Ab dem 23. Dezember 2019 bleibt die Bundesgeschäftsstelle bis ins neue Jahr geschlossen. Ab 2. Januar 2020 sind wir wieder für Sie da.

Bundesstudierendentreffen 2019 in Göttingen

Vom 27.11. bis 30.11. war Göttingen Gastgeber des diesjährigen Bundesstudierendentreffes des VDL-Bundesverbandes. Teilgenommen haben 35 Studierende von den Standorten Kiel, Gießen, Bonn und Berlin.

Um allen Teilnehmern einen ersten Überblick über die Stadt zu verschaffen, startete das BST am 27. November mit einem Rundgang über den Zentralcampus der Universität Göttingen und einem anschließenden informativen Vortrag. In den Räumlichkeiten der Pflanzenpathologie am Nordcampus teilten wir uns in Gruppen auf und konnten unser Wissen im Agrarbereich aber auch Fähigkeiten in anderen Disziplinen untereinander messen und traten in verschiedenen Spielen gegeneinander an. Die Spiele sorgte für eine gute und ausgelassene Stimmung unter allen beteiligten, bei dem das Team „Bauer Rangers“ als knapper Gewinner in der anschließenden Siegerehrung gekürt werden konnte. Einen stimmungsvollen Ausklang fand der Abend bei Pizza und munterem Beisammensein.

Nach einer, bei den meisten kurzen Nacht, starteten wir am darauffolgenden Tag in Richtung Hannover zum Friedrich-Löffler-Institut und Bundessortenamt. Dr. Björn Petersen begann mit einem Vortrag im Institut für Nutztiergenetik am Friedrich-Löffler-Institut (FLI) und berichtete über die Möglichkeiten und Chancen der neuen wissenschaftlichen Errungenschaften wie CRISPR/Cas zum Beispiel zur Bekämpfung der afrikanischen Schweinepest. Nach einer Führung über das Gelände und Besichtigung der Forschungseinrichtung ging es weiter zum Bundessortenamt und der Landessortenversuche in Scharnhorst Neustadt. Frau Uta Schnock vom Referat 201 „Grundsätzliche Angelegenheiten der Werteprüfung, Beschreibende Sortenliste, Saatgutzentrale“, stellte die Aufgaben und den Ablauf der Registerprüfungen und der Wertprüfung des Bundessortenamtes vor. Kai-Hendrik Howind- Leiter Sachgebiet Fruchtfolgen, Anbausysteme und Digitalisierung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gab anschließend einen Einblick der Aufgabenfelder auf Landesebene.

Nach reichlich beantworteten Fragen und Diskussionen begaben wir uns auf die Rückfahrt. Ausgestattet mit hopfenhaltigen Getränken und viel Gesprächsbedarf entließ unser Busfahrer uns sicher vor dem Flammkuchenrestaurant „Le Feu“ wo wir uns noch kurz für die anschließende Lawi-Party stärkten.

Am nächsten Tag startete das Programm mit einem gemeinsamen Mittagessen in der größten Freeflow Mensa Deutschlands bei derer ein Teil der Gruppe im direkten Anschluss die Möglichkeit hatte hinter die Kulissen zu gucken. Die zweite Gruppe machte sich auf den Weg zum Primatenzentrum um dort an einem Vortrag über die Forschung am Standort und einer Führung entlang der Affengehege teilzunehmen. Danach trafen sich beide Gruppen im Institut für Ernährungspsychologie, wo Dr. med. Thomas Ellrot einen Vortrag zum Thema: „Aktuelle Fragen der Ernährungswissenschaften –Wie geht Ernährung 4.0?“ gehalten hat. Abends lernten wir den Untergrund Göttingens bei einer Stadtführung durch die historische Innenstadt und in die alten Gewölbekeller kennen. Ausklang fand der Abend auf dem Weihnachtsmarkt und anschließender Erkundung der Kneipenszene.

Der letzte Tag begann mit einem reichhaltigen gemeinsamen Frühstück. Weiter ging es mit einer sehr interessanten Führung durch das Aula Gebäude, welches 1837 anlässlich der Hundertjahrfeier der Georgia Augusta eingeweiht wurde. Auch den am Gebäudetrakt der Aula anschließenden Studentenkarzer, in dem Studenten bis 1914 für kleinere Vergehen inhaftiert wurden konnten wir besichtigen und über die ein oder anderen Hinterlassenschaften in schriftlicher Form auf den Wänden lachen. Nach dem Aufstieg in den Turm der St. Jacobi Kirche, mit einem wunderbaren Blick über Göttingen, endete das diesjährige Bundesstudierendentreffen.

Ereignisreiche, interessante und tolle Tage zum Netzwerken lagen somit hinter uns.

Ein herzliches Dankeschön geht an die Studierenden Gruppe Göttingen für die Organisation dieser Fahrt, bei der es an nichts gefehlt hat, sowie an alle Teilnehmer für ein tolles Bundesstudierendentreffen 2019.

Autor: Marvin Mikolajczak

2. VDL-Stammtisch in Bayern

Am 2. Dezember fand im Münchner Traditionsbrauhaus “Paulaner am Nockherberg” der 2. VDL-Stammtisch “der Neuzeit” statt. Der Wintereinbruch und damit einhergehende Erkältungen haben zwar die Zahl der Teilnehmer dezimiert, nicht aber deren gute Laune. Nach einer kulinarischen Stärkung ging es hoch motiviert daran, die weiteren Schritte einer Reaktivierung der VDL-Landesgruppe Bayern festzulegen. Die Verstetigung des Stammtisches ist einer davon. Der Münchner Stammtisch findet künftig jeweils am zweiten Montag der geraden Monate (außer August) statt – das nächste Mal also am 10. Februar. Er wird – wie auch alle folgenden – mit einem kurzen Impulsreferat aus dem Teilnehmerkreis starten, welches den Ausgangspunkt für den anschließenden Gedanken- und Erfahrungsaustausch bildet. So können von Mal zu Mal vielfältige interessante Themen zur Erweiterung des Erfahrungsschatzes der Teilnehmer dargeboten werden. Dass so ein Stammtisch auch ganz praktischen Nutzen hat, zeigte sich am 2. Dezember. Ein “verschollen” geglaubter ehemaliger Doktorand fand sich als nun schon in Rente befindlicher Arbeitskollege eines neu hinzugekommenen Teilnehmers wieder. Die Kontaktherstellung ist jetzt reine Formsache. Wie klein – und gleichzeitig groß – doch die Welt ist, zeigte sich an diesem Abend nicht nur an dieser Begebenheit, sondern auch an den überaus interessante Erlebnisberichten von Auslandseinsätzen der älteren Teilnehmer und von Auslandssemestern der noch Studierenden.

Autor: Dr. Wolfgang Filter

VDL beteiligt sich am Bündnis ökonomische Bildung

Im Zuge der Kooperationsveranstaltung des bdvb (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.) und des VDL-Bundesverband – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. am 29. November 2019 wurde das Bündnis ökonomische Bildung der Öffentlichkeit vorgestellt. Über 50 Verbände und Organisationen haben sich zusammengeschlossen, um die flächendeckende Einführung des Schulfachs „Wirtschaft“ zu fordern.
„Die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge ist unverzichtbarer Bestandteil der Allgemeinbildung. Ohne dieses Verständnis ist die zunehmende Komplexität in unserer Volkswirtschaft und zwischen vernetzten Volkswirtschaften weltweit kaum nachvollziehbar und die Mitwirkung an gesellschaftlichen Veränderungsprozessen sehr schwer.“, ist sich VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann sicher. „Gerade in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährung und Umwelt ist dies von besonderer Relevanz. Die nationale Strategie des Bündnisses für ökonomische Bildung Deutschland stellt hier die richtigen Weichen!“, so Ebel-Waldmann weiter.
Weitere Informationen zum Bündnis ökonomische Bildung finden Sie unter www.boeb.net

Text: Ludewig
Foto: bdvb

Der VDL auf der Firmenkontaktbörse Triesdorf-Connect

Am 26. und 27.November 2019 konnte der VDL an seinem Messestand auf der Firmenkontaktbörse an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf besucht werden. Mit 50 Unternehmen und Organisationen aus dem Agrar- und Lebensmittelbereich bot sich den Studierenden ein breites Spektrum an Berufsperspektiven in der Grünen Branche. Stephan Ludewig, Bundesgeschäftsführer des VDL und VDL-Mitglied Dr. Wolfgang Filter aus der Landesgruppe Bayern stellten den VDL im Alten Reithaus Triesdorf den Studierenden und Unternehmen umfassend vor. Es folgten zahlreiche interessante Gespräche mit Studierenden aus den Bereichen Agrar, Ernährung und Umwelt über berufsständische Netzwerke, Jobchancen in der Grünen Branche, Verbandsarbeit und viele weitere aktuelle Themen.

Text: Kaczmarek und Ludewig

„Hochschule trifft Praxis – Wie gelingt der Berufseinstieg?“ auf der Agritechnica 2019 in Hannover

Der VDL Bundesverband und der VDL Landesverband Niedersachsen boten auf der diesjährigen AgriTechnica in Hannover am Donnerstag, den 14. November 2019 gemeinsam zwei Messerundgänge zu den Themen „Agrartechnik“ und „Agrarverwaltung“ an, die sich an Studierende und Absolventen der Agrarwissenschaften richteten. Die AgriTechnica ist die weltweit größte Leitmesse der Landwirtschaft, auf der alle führenden Unternehmen der Branche ihre Neuheiten und Innovationen präsentieren.

Bei den Messerundgängen berichteten Personalverantwortliche und Mitarbeiter über typische Berufsfelder für Agrarier in ihren Institutionen, erläuterten ihre Anforderungen an Bewerber und gaben einen Überblick über die aktuellen Jobperspektiven. Neben beruflichen Einstiegsmöglichkeiten informierten sie auch über Praktika sowie Bachelor- und Master-Arbeiten.

Die besuchten Unternehmen und Behörden waren sehr offen für die Studierenden und ihre Fragen. Beim Rundgang der Agrarverwaltung erhielten die Studierenden beispielsweise vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft den Tipp, sich im Studium und in der Praxis möglichst breit aufzustellen, da viele große Bundesbehörden nach Generalisten suchen. Als Agrarwissenschaftler hat man hierbei hervorragende Voraussetzungen. Es gibt jedoch auch Bundesbehörden wie z.B. das Bundessortenamt, die im Gegensatz dazu explizit nach Spezialisten im Bereich Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung suchen. Als allgemeiner Tenor stellte sich heraus, dass die beruflichen Aussichten sowohl im Bereich der Agrarverwaltung als auch in den Unternehmen in den nächsten Jahren rosig aussehen. Viele Institutionen stehen kurz vor einem Generationswechsel und suchen verstärkt neue und gut qualifizierte Mitarbeiter*innen. Hierfür haben die Teilnehmenden der Messerundgänge heute zahlreiche Tipps und Informationen für einen erfolgreichen Berufseinstieg mitnehmen können.

Beide Gruppen besuchen anschließend gemeinsam den Stand von Corteva AgriscienceTM, um sich über berufliche Möglichkeiten im Pflanzenschutz unter veränderten gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu orientieren. Im Anschluss an die Rundgänge stand die Podiumsdiskussion zum Thema „Ab vom klassischen Weg und auf zum neuen Berufsziel!“, die im Rahmen des Fachprogramms des Young Farmers Day der DLG e. V. stattfand.

Den Abschluss bildete ein Get Together auf der Karrieremeile, wo die Teilnehmenden ihre Fragen im persönlichen Gespräch mit den Personalern der Aussteller klären und individuelle Tipps für den Berufseinstieg erhalten konnten. Speziell für die Interessenten an einer Laufbahn im öffentlichen Dienst wurde die Möglichkeit geboten, am Gemeinschaftsstand der Landwirtschaftskammern das Berufsfeld “Agrarverwaltung” noch einmal von einer anderen Seite zu betrachten. Hier ging es um den Transfer von Verwaltungshandeln auf die Ebene der landwirtschaftlichen Praxis. Die Vertreter der Landwirtschaftskammern gaben den Interessierten Hinweise zum Referendariat für den Gehobenen und den Höheren Dienst.

Wir blicken zurück auf einen erfolgreichen Tag auf der Agritechnica 2019 mit zwei interessanten Messerundgängen und zahlreichen hilfreichen Tipps für den Berufseinstieg und die weitere Karriere. Die nächsten Messerundgänge in Hannover wird der VDL zur EuroTier im November 2020 anbieten. Zuvor sind wir jedoch noch zu Gast auf der Internationalen Grünen Woche im Januar 2020. Alle Details und Informationen zum Programm finden Sie hier.

 

VEG-Geisenheim Alumni Association e.V. ist neuer Kooperationspartner des VDL-Bundesverbandes e.V.

Am 8. September 2019 fanden die Feierlichkeiten zum 125-jährigen Jubiläum des Geisenheimer Alumniverbandes, der VEG-Geisenheim Alumni Association e.V., einem der ältesten Alumniverbände Deutschlands, statt. Neben namenhaften Gästen wie Dr. Franz Josef Jung (Bundesminister a.D.) oder Eberhard Gienger (MdB und ehem. Deutscher Kunstturner) vertrat VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann den bundesweit größten akademischen Berufsverband der Grünen Branche in Geisenheim und überbrachte Grußworte.

Die Feierlichkeiten sollten nicht nur ein Rückblick auf 125 Jahre aktive Alumniarbeit, sondern auch ein Ausblick in die Zukunft sein. Denn der feierliche Rahmen wurde genutzt, um den Beitritt der VEG-Geisenheim Alumni Association e.V. in den VDL-Bundesverband e.V. bekannt zu geben. Der VDL und die VEG sind als Berufs- bzw. Alumniverband der Förderung und Fortbildung sowie der Pflege des kollegialen und gesellschaftlichen Zusammenhalts verpflichtet. In diesem Sinne sind sie davon überzeugt, dass „Lebenslanges Lernen“ und ein berufliches intaktes Netzwerk Grundlagen sind, in denen Menschen sich in ihren beruflichen und privaten Belangen das notwendige Rüstzeug und die entsprechenden Qualifikationen erwerben können. Man ist sich darüber einig, dass eine gemeinsame Zusammenarbeit die jeweiligen Interessen des anderen verstärkt und unterstützt. Während der Mitgliederversammlung unterschrieben VEG-Präsident Robert Lönarz und VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann offiziell die Beitrittserklärung.

Die VEG-Geisenheim tritt mit den Mitgliedern aus den Studiengängen Lebensmittelsicherheit, Gartenbau, Lebensmittellogistik und –management und der Landschaftsarchitektur dem VDL bei. Alle VEG-Mitglieder, die über diese Kooperation im VDL als Dachverband vertreten sind, erhalten Zugang zu den Weiterbildungsangeboten und politischen Veranstaltungen des VDL-Bundesverbandes. „Damit schaffen wir einen weiteren Mehrwert für unsere Mitglieder und unterstützen die Vernetzung und die lebenslange Weiterbildung“, freut sich VEG-Präsident Robert Lönarz. Auch VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann blickt sehr positiv auf die zukünftige Zusammenarbeit: „Mit dieser richtungsweisenden Kooperation rücken wir als Verbände im grünen Sektor wesentlich enger zusammen und werden noch schlagkräftiger! Der VDL als größter akademischer Berufsverband der Grünen Branche verschafft als Dachverband der VEG bundesweit Stimme und Gehör und setzt sich insbesondere auf bundespolitischer Ebene auch für die Interessen der VEG-Mitglieder ein.“

VDL-Fachforum 2019: Der Klimawandel und seine Folgen – Auswirkungen auf das Agribusiness und den Berufsstand

Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf das Agribusiness und den Berufsstand? Diese spannende Frage diskutierten namenhafte Experten aus der Grünen Branche beim diesjährigen VDL-Fachforum am 14. Oktober 2019 in Berlin.

Dr. Frank Wechsung, Projektleiter von regionalen Klimafolgestudien am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, führte in seinem Vortrag „Der Klimawandel und seine Folgen – Status Quo und Perspektiven“ in die Thematik ein. „Ein Rekordjahr folgt auf das andere. Der globale Trend ist eindeutig“, so der Wissenschaftler. Er habe sich schon zu Beginn seines Agrarstudiums für das Thema Klimawandel interessiert, habe damals aber nicht gedacht, dass die Entwicklungen so rasch vonstatten gehen würden. „Doch die Entwicklungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass noch viel mehr Kraftanstrengungen nötig sind, um den Klimawandel abzumildern“, fasste Wechsung zusammen. Auf sein eigenes Agrarstudium zurückblickend sagte er, dass er im Studium ein gutes Rüstzeug für seine heutige wissenschaftliche Arbeit erhalten habe. „Auch die landwirtschaftlichen Grundlagen, wie beispielsweise Grundkenntnisse der Botanik, sind wichtig, um Zusammenhänge erkennen zu können“, betonte Dr. Wechsung.

„Für uns als VDL zählt es zu unseren Aufgaben, unseren Berufsstand für die Bewältigung zentraler Zukunftsaufgaben zu positionieren. Neben den Herausforderungen, die die Digitalisierung mit sich bringt, zählt hierzu zweifelsfrei auch der Klimaschutz“, erklärte VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann. Die aktuelle Situation bedinge auch eine Wandlung des Arbeitsmarktes für Agrar- und Ernährungswissenschaftler. „Dem Agrarsektor kommt bei der Lösung wichtiger Zukunftsfragen eine bedeutende Rolle zu“, zeigte sich Ebel-Waldmann überzeugt. Leider werde die Branche jedoch oft an den medialen Pranger gestellt. „Es ist schlimm, dass die Landwirtschaft oftmals als Teil des Problems wahrgenommen wird. Dabei sind wir ein wichtiger Teil der Lösung“, so der Verbandspräsident.

Auch Prof. Dr. Uwe Schmidt, Vorsitzender des Fakultätentages Agrarwissenschaften und Ökotrophologie sowie Vizepräsident des BHGL, betonte die Bedeutung der Agrar- und Gartenbauwissenschaften bei der Lösung wichtiger Zukunftsaufgaben, wie sie etwa durch den Klimawandel und das Bevölkerungswachstum entstehen. Er erklärte, dass die Lehrinhalte des Studiums regelmäßig um neue Forschungsergebnisse ergänzt werden. Prof. Schmidt berichtete jedoch von dem dramatischen Rückgang an Professuren, den das Agrar- aber vor allem auch das Gartenbaustudium in den letzten Jahren zu verzeichnen hatte. Diesen halte er für fatal. „Wir brauchen auch Lehrende für die Grundlagen. Nur so können wir dazu beitragen, dass zum Beispiel Pflanzen zukünftig noch intensiver und dabei gleichzeitig noch nachhaltiger produziert werden können“, so Schmidt.

Gerolf Bücheler, Referent beim Deutscher Bauernverband im Referat für Umweltpolitik und Nachhaltigkeit, betonte, dass das Thema Klimawandel für den DBV einen hohen Stellenwert habe. Bereits 2010 habe der Verband eine eigene Klimastrategie entwickelt. „Dem Landwirtschaftssektor müssen zwei Dinge gelingen: Er muss die Klimaeffizienz seiner Erzeugung weiter steigern und damit die Klimaeffekte landwirtschaftlicher Produkte senken und sich außerdem an Wetterextreme und Klimaveränderungen anpassen, sodass eine sichere und qualitativ hochwertige Nahrungsmittelversorgung jederzeit gewährleistet bleibt“, fasste Bücheler zusammen. Leider würden die Fortschritte, die der Agrarsektor hierbei macht, in der Gesellschaft nicht genügend wahrgenommen. Er wünschte sich, dass die Branche von Seiten der Hochschulen mehr Unterstützung bei der Diskussion mit der Gesellschaft erhalten würde. „Wenn ich als Vertreter des Deutschen Bauernverbands beispielsweise betone, dass unsere Lebensmittel noch nie so sicher waren wie heute, dann wird das von vielen nur als Lobbyarbeit betrachtet, der man nicht trauen könne. Den Universitäten wird in der Gesellschaft jedoch ein hohes Vertrauen entgegengebracht. Dieses sollten die Unis noch viel mehr nutzen, um sich für unsere Branche stark zu machen“, fordert Bücheler.

„Die Auseinandersetzung mit der Gesellschaft ist nicht immer ganz einfach“, fand auch der Vorsitzende des Fachbereichtstages im Agrarbereich Prof. Dr. Rainer Langosch. Er bemängelte, dass der öffentliche Diskurs über Landwirtschaftsthemen sehr unsachlich geführt werde. „Die Landwirtschaft ist eine hochkomplexe Materie und ich finde es immer wieder erstaunlich, wie wenig die Leute eigentlich darüber wissen“, so der Wissenschaftler. Er warnte, dass kaum eine andere Branche so sehr von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. „Aus diesem Grund müssen wir auch raus aus unserer Opferrolle und stattdessen eine Mitgestalterrolle einnehmen! Schließlich kann die Landwirtschaft viele interessante Lösungsansätze bieten“, forderte Langosch. „Die Welt wird zunehmend komplexer. Deshalb ist das Agrarstudium auch so interessant, denn es vermag, viele verschiedene Wissenschaftsbereiche in einem zu vereinen.“