EU-Agrarpolitik in der Kritik

Die EU- Kommissionsvorschläge zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 boten reichlich Gesprächs- und Zündstoff auf dem traditionellen Parlamentarischen Abend von VDL-Bundesverband, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. und Bundesverband der Hochschulabsolventen/Ingenieure Gartenbau und Landschaftsarchitektur e.V. (BHGL) am 17. Oktober in Berlin.VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und BHGL-Präsident Prof. Uwe Schmidt konnten im Haus der Land- und Ernährungswirtschaft 150 Gäste willkommen heißen, darunter auch zahlreiche Bundestagsabgeordnete.

In seiner Begrüßungsansprache kritisierte Ebel-Waldmann die jüngsten Brüsseler Verlautbarungen zur Agrarpolitik nach 2013, die in ihrer Umsetzung nur begrenzt zielführend seien. Es sei kontraproduktiv, wenn sieben Prozent der Fläche aus der Produktion und Betriebsgrößen gegeneinander ausgespielt würden. „Unsere deutsche Landwirtschaft verliert täglich alleine über 80 Hektar wertvolle landwirtschaftliche Nutzfläche, die zu Siedlungs- und Verkehrsfläche wird“, gab der VDL-Präsident zu bedenken.

Für Michael Goldmann, Vorsitzender des Agrar- und Ernährungsausschusses im Deutschen Bundestag,Michael Goldmann, steht die EU-Agrarpolitik vor großen Herausforderungen. Das gelte auch für die Integration der Landwirtschaft in den osteuropäischen Staaten – beispielsweise in Rumänien und Kasachstan. Sicherheit und Standards würden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen, das „EHEC-Problem“ habe eine ganz neue Dimension aufgezeigt.

Nach den Worten von Franz-Josef Holzenkamp, agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion, wird die Kritik an der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung immer stärker, auch in Verbindung mit den Agrarreformbestrebungen und Erwartungen an die Brüsseler Agrarpolitik.

Holzenkamp brandmarkte die Absichten der EU-Kommission und stellte die Frage: „Wollen wir tatsächlich in Deutschland eine Fläche von über 600.000 Hektar brach fallen lassen?“ Nach Darstellung Holzenkamps werden in Brüssel Agrarpolitik und Sozialpolitik „überkreuzt“.

Die Agrarwirtschaft müsse sich stärker in die gesellschaftliche Diskussion einbringen, „Wir brauchen mehr Innovation und Forschung hierzulande“, so der Mahnruf des CDU-Politikers.

Nach Karin Binder, MdB der Linken, hat eine soziale und ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft, die gesunde Nahrungsmittel produziert, oberste Priorität. In der Diskussion zur Gemeinsamen Agrarpolitikbegrüße ihre Partei, dass der Faktor Arbeit nach den Vorstellungen von EU-Agrarkommissar Ciolos berücksichtigt wird.

FDP-Politiker Dr. Edmund Geisen zog „Halbzeitbilanz“ und stellte fest, dass „wir besser sind als unser derzeitiger Ruf“. So habe die Bundesregierung den Etat Bildung und Forschung für 2011/2012 um 12 Milliarden Euro aufgestockt. Diese Mittel sollten insbesondere im Interesse der Gesellschaft vorrangig zur Förderung von Ernährung und Energie verwendet werden. Geisens abschließender Appell: „Wir alle müssen unsmit Blick auf eine friedvolle Zukunft mehr Gedanken über die Welternährungspolitik Gedanken machen und damit zu Hause anfangen“.

VDL mit der Land- und Ernährungswirtschaft verwurzelt

Die Verwurzelung des VDL – Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. mit den Unternehmen der Agrar- und Ernährungswirtschaft spiegelte sich auch in der Programmgestaltung der diesjährigen Bundesmitgliederversammlung vom 26. bis 28. Mai in der Katholischen LandvolkHochschule Oesede im Osnabrücker Land wider.

So konnte VDL-Präsident, Markus W. Ebel-Waldmann, am Begrüßungsabend unter den Ehrengästen u.a. den Präsidenten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Arendt Meyer zu Wehdel, den Verbandsdirektor vom Genossenschaftsverband Weser-Ems e.V. WP Rainer Backenköhler (Oldenburg) und Peter Kuhlmann-Warning (Mitglied des Vorstandes, Volksbank Dammer Berge eG) begrüßen.

In seinem Kurzvortrag erläuterte Meyer zu Wehdel Aufgaben und Struktur der niedersächsischen Landwirtschaftskammer, die mit ihrer Zentrale in Oldenburg und den 11 Bezirksstellen insgesamt 2.400 Mitarbeiter zählt. „Wir wollen immer besser und effizienter werden, besonders im Bereich der Tierhaltungsversuche“, so der Kammerpräsident. Die Akzeptanz in der Gesellschaft sei eine „Riesenaufgabe für die Gesellschaft“. Hier könne die Landwirtschaftskammer mit Argumenten und Fakten sowie Ehrlichkeit und Glaubwürdigkeit einen wichtigen Beitrag leisten.

Studierende und Berufseinsteiger erhielten beim VDL-Jobforum Employer Branding – Was tun Unternehmen der Agrarbranche, um junge Talente für sich zu gewinnen?“ nützliche Tipps von den Personalverantwortlichen aus Unternehmen der Agrar- und Umweltwirtschaft. So sollen Bewerber „am Arbeitsumfeld Gefallen finden“, sich nicht „verstellen“, sondern authentisch bleiben, die „Initiative ergreifen“ und hochprofessionelle Bewerbungsunterlagen abliefern. Beteiligt waren an dem von Dr. Clemens Schwerdtfeger (Dr. Schwerdtfeger Personalberatung) moderiertem Job-Forum: Jörg Schomburg (Landwirtschaftskammer Niedersachsen), Katrin Selzer (EnviTec Biogas AG), Sascha Kus (Big Dutchman AG), Sigrid Seelhorst (Miavit GmbH) und Harald Krummenauer (R+V Allgemeine Versicherung AG).

Im Rahmen des VDL-Begegnungsabends machte Dr. Clemens Schwerdtfeger mit seiner Fragestellung „Fach- und Führungskräftemangel in der Agrar- und Ernährungsindustrie – Mediales Schreckgespenst oder Wachstumsbremse?“ auf einen vielfach noch unterschätzten Problembereich aufmerksam. Vor allem eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Wirtschaft sei notwendig „Die Chancen für den Nachwuchs sind hervorragend, wir haben einen echten Bewerbermangel“, so Dr. Schwerdtfeger, der einen weiteren Schlüssel in der gezielten Imagebildung für die Agrarwirtschaft sieht.

Bei der Mitgliederversammlung des VDL Bundesverbandes stellte VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann wiederholt die Position des Verbandes bei der Umsetzung von Bachelor- und Masterstudiengängen heraus. „Mit allein 300 Studiengängen im Agrarbereich ist die totale Verunsicherung für unsere Studierenden vorprogrammiert“, so Ebel-Waldmann. In der Diskussion wurde von den VDL-Mitgliedern die schwindende Praxisnähe beim Studium der Agrarwissenschaften kritisiert. Hier solle der VDL auch weiterhin zu mehr Transparenz beitragen und eine engere Vernetzung zwischen Studierenden und dem Berufsfeld „Agrar-Ernährung, Umwelt“ fördern.

AgriJob ist jetzt agrarzeitung | jobs

Das neue Job-Portal der agrarzeitung (Verlagsgruppe Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main) startet ab dem 1. April 2011. Für Fach- und Führungskräfte in der Agrar- und Ernährungswirtschaft steht dann der Online-Stellenmarkt der agrarzeitung in neuer Form zur Verfügung.

Aus AgriJob wird zum 1. April 2011 die neue Jobbörse agrarzeitung | jobs der agrarzeitung. Das bewährte Angebot von AgriJob wird durch die erhöhte Nutzerfreundlichkeit und eine verbesserte technische Grundlage erweitert. Den Nutzern des Portals, sowohl Unternehmen als auch Bewerbern, ist es jetzt unter anderem möglich PDFs hochzuladen.

Thomas Wulff, der Verlagsleiter der agrarzeitung, betont: „Wir erweitern die Markenfamilie der agrarzeitung durch die neuen Features und den neuen Namen. Mit unseren starken Partnern VDL und IAB sowie unserer klaren Ausrichtung auf unternehmerische Landwirte, Handel, Industrie, Berater und nicht zuletzt Hochschul-Absolventen bietet das neue Job-Portal Unternehmen und Bewerbern die Plattform für die Suche nach hochqualifizierten Fach- und Führungskräften.”

agrarzeitung | jobs ist ein Gemeinschaftsangebot von agrarzeitung | online, dem VDL-Bundesverband, Berufsverband Agrar Ernährung Umwelt e.V. und dem Institut für Agribusiness (IAB). Unternehmen können hier die Schaltung von Stellenangeboten sowohl online als auch in Kombination mit einer Anzeige in der agrarzeitung, FeedMagazine/Kraftfutter oder dem VDL-Journal buchen.

Stellensuchende können die aktuellen Stellenangebote durchforsten und haben die besondere Möglichkeit, ein ausführliches Bewerberprofil kostenlos und anonymisiert potentiellen Arbeitgebern zu präsentieren. Zugleich können Arbeitgeber aus einem Pool von Bewerbern den richtigen Kandidaten für ihre offene Stelle auswählen.

Mit drei starken Partnern aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft im Rücken bietet dieses Job-Portal Arbeitgebern sowie –suchenden eine überregionale und aktuelle Plattform zur Kommunikation.

Der Deutsche LandFrauenverband wird Mitglied im VDL

Seit dem 01. Januar ist der Deutsche LandFrauenverband e. V. (dlv) korporatives Mitglied im VDL Bundesverband, Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V. Die Zusammenarbeit bietet die Chance, beiderseitige Synergien zu heben. Mit der Mitgliedschaft des dlv wird das VDL-Netzwerk noch engmaschiger. Auch im Veranstaltungsbereich soll miteinander kooperiert werden.

Beim „Zukunftsforum Ländliche Entwicklung 2011“ bieten beide Verbände am 26. Januar 2011 zwischen 13.00 und 15.00 Uhr eine gemeinsame Begleitveranstaltung zum Thema „Berufsfelder von Ökotrophologen in ländlichen Räumen“ an. Tagungsort ist das Berliner Internationale Congress Centrum (ICC), Tagungsraum 42.

Das Zukunftsforum des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz findet am 26. und 27. Januar 2011 im Rahmen der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin statt. Bundesministerin Ilse Aigner wird das Forum am 26. Januar 2011 offiziell eröffnen. Weitere Informationen sind unter www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de abrufbar.