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Landesverband Ost mit neuem Vorstand

Der Landesverband Ost des Berufsverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt (VDL) hat turnusgemäß einen neuen Vorstand gewählt und einen Generationswechsel an seiner Spitze vollzogen.

Auf der Mitgliederversammlung am 7. Januar in Berlin wurde Jochen Flenker zum neuen Vorsitzenden gewählt. Er folgt auf Dr. Klaus Siegmund, der 20 Jahre Vorstandmitglied war und zwölf Jahre Vorsitzender. Dr. Siegmund bleibt erster Vizepräsident des Bundesverbandes. Neue Geschäftsführerin ist Patricia Steinborn, die Dr. Ulla Treitel nach ebenfalls zwölfjähriger Verbandsleitung ablöst. Dr. Uwe Steffin ist weiterhin stellvertretender Vorsitzender. Bestätigt wurde zudem Guido Seedler als Beisitzer. Verstärkung bekommt das Gremium durch Christina Wagner als neue Schatzmeisterin und Maria Mundry als Beisitzerin. Der bisherige Studentensprecher Julian Klepatzki bleibt ebenfalls im Vorstand. Neue Studentensprecherin ist Tessa Jensen.

Der neue Vorstand bedankt sich für das in ihn gesetzte Vertrauen und möchte versichern dass er sich auf seine vor ihm liegenden Aufgaben und die damit verbundenen Herausforderungen sehr freut. Auch danken wir den scheidenden Vorstandsmitgliedern Dr. Siegmund, Dr. Treitel und Thomas Gehrke für Ihren langjährigen und engagierten Einsatz. Gerade Dr. Siegmund als Vorsitzender und Frau Dr. Treitel als engagierte Geschäftsführerin haben mit Ihrer Arbeit einen entscheidenden Beitrag für die positive Entwicklung des VDL-Ost in den vergangenen Jahren geleistet.

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Ohne grünen Schal im Fernsehen

Einblicke in die Hörfunk- und Fernseharbeit gab es für die VDL-Landesgruppe Ost bei ihrem Besuch des Hauptstadtstudios der ARD am 12. November in Berlin. In einem modernen Hörfunkstudio erklärte eine Toningenieurin den VDL-Mitgliedern, wie ein Beitrag gemischt und geschnitten wird.

Außerdem gab es einen Einblick in Studio A, in dem mit Blick auf das Regierungsviertel unter anderem die TV-Sendungen „Phoenixrunde“ und „Bericht aus Berlin“ produziert werden. Beim „Schaltenplatz“ vor grüner Wand wurde danach deutliche, warum Politiker im TV-Interview keinen hellgrünen Schal tragen sollten – sie würden im Bild verschwinden.

Im Hauptstadtstudio der ARD arbeiten die Redakteure der Landesanstalten jeweils nur ein paar Jahre. Das Rotationsverfahren soll die Unabhängigkeit der Journalisten sichern. Berufsanfänger können an anderen Einsatzorten Erfahrungen sammeln, ehe sie in die Berichterstattung über die Bundespolitik in Berlin einsteigen.

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Fachexkursion zur igs Hamburg

Die Landesverbände Hannover, Hamburg und Ost des VDL sowie Ost des BHGL hatten am 7. September Mitglieder und Interessierte auf die Internationale Gartenschau (igs) nach Hamburg eingeladen. Teil des Fachprogramms der Exkursion war eine Führung mit dem Oberbauleiter der igs, Werner Preuß, der den Teilnehmer die gärtnerischen Lösungen der Schau näher brachte und erläuterte, welche Hindernisse die Planer der Schau überwinden mussten.

So sei der Gleyboden vor Ort nur schwer zu bearbeiten und häufig mit Altlasten wie Kampfmitteln und Schwermetallen belastet gewesen. Die ersten Arbeiten mit Motorsäge auf dem teils stark verbuschten späteren Schaugelände hätten zunächst zu viel Unmut in der Bevölkerung geführt. Ursprüngliche Pläne hätten immer wieder geändert werden müssen.

Preuß wies wiederholt auf die Nachnutzung des igs-Geländes hin. Letztlich habe man einen öffentlichen Stadtpark für den Stadtteil Wilhelmsburg gebaut und das in den Planungen mit öffentlicher Infrastruktur von Anfang an berücksichtigt. So sei dem Sportbereich besondere Bedeutung beigemessen worden. Zudem sollten Flutlichtanlagen mit Kaltstartlampen für eine höhere Sicherheit sorgen. Öffentliche Toiletten werden außerdem den Wert der Anlage künftig steigern.

Der Pflegebedarf der Grün- und Freizeitanlagen soll später möglichst niedrig ausfallen. Deshalb habe man darauf geachtet, dass der Hochseilgarten nicht an lebenden Bäumen (mit fortgesetztem Dickenwachstum), sondern an extra in den Boden gerammten Pfählen befestigt ist. Die Blumenwiesen sind bewusst mit mehrjährigen Pflanzen besetzt, die zuvor bereits in Wilhelmsburg etabliert waren.

Dr. Michael Marret-Fossen vom GaLaBau-Verband Hamburg sprach von einem „wahren Segen“, der die igs für die eher mittelständischen Branche des Garten- und Landschaftsbaus vor Ort gewesen sei. Man habe die Verluste des eigentlich sehr schlechten Winters 2013 mindestens ausgleichen können. Zudem werden Folgeaufträge vor allem im Bereich der Bauten der Internationalen Bauausstellung (iba) erwartet.

Die igs fand von April bis Oktober 2013 zusammen mit der iba auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt. Auf ca. 100 Hektar wurde mit einem Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro das Motto „In 80 Gärten um die Welt“ umgesetzt. Über eine Millionen Besucher verzeichneten die Veranstalter, deutlich weniger, als die Initiatoren prognostiziert hatten.

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Einkommenspotenziale für den Garten- und Landschaftsbau der Zukunft – welche Impulse bietet die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg?

Am Samstag, den 07. September 2013, laden die Bundesverbände und Landesverbände Ost, Hamburg, Hannover, Weser-Ems und Schleswig-Holstein von VDL und BHGL zu einer überregionalen Fachexkursion ein.

Immer mehr Menschen leben in urbanen Räumen – hier wird städtisches Grün zu einem wesentlichen Faktor der Lebensqualität, aber auch zu einem Instrument der schonenden Umweltgestaltung. Dabei müssen die Herausforderungen durch den Klimawandel und steigende Anforderungen an den Schutz der Umwelt vorausschauend integriert werden. Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus müssen als Erbringer von Dienstleistungen besonders sensibel auf diese Anforderungen reagieren.

Die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg ist ein Großprojekt des Garten- und Landschaftsbaus par excellence und stellt eine moderne Stadtentwicklung in den Fokus. Im Rahmen der Exkursion sollen die hierzu umgesetzten Konzepte besichtigt und diskutiert werden. Gartenbauexperten werden die Exkursion begleiten und die Impulse erläutern, die sich für die Ausrichtung des betrieblichen Leistungsspektrums an künftige Marktanforderungen ergeben.

Mitglieder der anderen Landesverbände sind herzlich eingeladen, auch an der Veranstaltung teilzunehmen.

Programm
bis 10.00 Uhr Anreise
10.00 Uhr Führung unter dem Motto: „Von Gartenbauexperten für Gartenbauexperten“ über das igs-Gelände und Vorstellung verschiedener Konzepte im Garten- und Landschaftsbau. (N.N., Team der igs)
13.15 Uhr Mittagessen in einem Restaurant auf dem igs-Gelände
14.00 Uhr Fachführung zum Thema „Grüne Lebensräume in der Stadt – Anregungen für den Garten- und Landschaftsbau“ (N.N., Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg e.V. (FGL))
16.00 Uhr Diskussion der Praxisrelevanz der igs-Konzepte für den Garten- und Landschaftsbau der Zukunft mit Dr. Michael Marret-Foßen, Geschäftsführer des FGL, dazu Kaffee und Kuchen
ab 18.00 Uhr Abreise

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Auf zur Laga in Prenzlau

Am 22. Juni besuchten der VDL-Landesverband Ost zusammen mit der Landesgruppe Ost des BHGL die fünfte brandenburgische Landesgartenschau (Laga) in Prenzlau. Dip.-Ing. Marc-Rajan Köppler – Bauleiter im Bereich Pflanzen – schilderte anschaulich, welche Klippen es im Vorfeld einer Laga zu umschiffen gibt.

Die Laga Prenzlau besteht aus zwei durch eine große Hauptstraße geteilte Flächen. Die Herausforderung besteht für Pflanzenplaner darin, die richtigen Antworten auf die besonderen Standortbedingungen für die Pflanzen zu finden. Der ehemalige Stadtpark im östlichen Teil, mit seiner hohen Böschung zum Stadtwall, ist durch schattenspendende Laubbäume gekennzeichnet. Hier finden sich rechtwinklig angelegte Beete und Themengärten.

Der westliche Seeteil weist besonnte, zum Wasser hin terrassierte Böschungen auf. Dazu sind zwölf kreisrund gestaltete Themengärten, ein runder Rosengarten angelegt sowie ein vollsonnig gelegener Weinhang im mediterranen Stil. Ein durch Strauchbepflanzungen und Beete gezeichnetes „Wonnebad“ verbindet beide Teile der Laga.

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Die Studentengruppe des VDL-Landesverbandes Ost e.V. blickt auf ein ereignisreiches Jahr 2012 zurück

Die Studentengruppe des VDL-Landesverbandes Ost hat auch im Jahr 2012 ihren Mitgliedern ein abwechlungsreiches und interessantes Programm geboten. Die Seminare und Veranstaltungen stießen auf großes Interesse, wie der Sprecher Julian Klepatzki berichtet.

Am 08. Mai präsentierte hatte Julian Klepatzki, Studentensprecher des VDL-Landesverbandes Ost beim Agrar-Karrieretag in Halle den VDL. Neben einem Kurzvortrag hatten die etwa 150 teilnehmenden Studierenden die Möglichkeit, sich am VDL-Stand über den Verband zu informieren.

Am selben Tag fand abends unter dem Stichwort „Berufsfelder stellen sich vor“ ein Zusammentreffen zwischen Studierenden, vorwiegend der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen-Fakultät (LGF) der Humboldt-Universität zu Berlin und Vertretern aus verschiedenen Berufsfeldern statt. Veranstaltungsort war wie schon im vergangenen Jahr die „Alte Schmiede“ der LGF. Etwa 50 Studierende waren der Einladung gefolgt. Referenten waren Dr. Uwe Steffin (Deutscher Landwirtschaftsverlag GmbH), Guido Seedler (Deutscher Raiffeisenverband e.V.) und Leif Erik Rehder (US Department of Agriculture). Alle drei berichteten über ihre beruflichen Tätigkeiten und stellten die Anforderungen an Bewerber in ihrem Unternehmen dar. Anschließend konnten die Gespräche bei „Bratwurst und Bier“ in gemütlicher Atmosphäre fortgesetzt werden. Besonderem Dank gilt dem DRV, der die Veranstaltung finanziell unterstützte.

Vom 17. Bis 20. Mai führte die Studentengruppe unter der Leitung von Herrn Andreas Kirberger (Kirberger Redemanagement) einen Rhetorik-Intensiv-Workshop durch. So feilten neun Teilnehmer vom BHGL und VDL an ihren Fähigkeiten der Gesprächs- und Redetechnik. Die Teilnehmer lernten nicht nur, wie eine Überzeugungsrede zu gestalten ist, sondern auch wie sie optimal präsentiert wird. Am Ende konnte sich jeder Teilnehmer durch einen Videomitschnitt selbst davon überzeugen.
Bei bestem Sommerwetter lud die Vereinigte Hagelversicherung (VH) am 19. Juni Studierende zu den DLG-Feldtagen nach Bernburg-Strensfeld ein. Herr Gehrke (Bezirksdirektor Vereinigte Hagelversicherung Berlin und außerdem im Vorstand des VDL–LV Ost) empfing die Studierenden der Landwirtschaftlich-Gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin am Stand des Unternehmens. Dort hatten die Studierenden die Möglichkeit, bei Wein oder Kaffee mit den Mitarbeitern der VH ins Gespräch zu kommen, oder sich die dort ausgestellte Hagelsimulationsmaschine („HASI“) und deren „Auswirkungen“ anzusehen. Natürlich konnten neben diesen noch zahlreiche weitere Eindrücke gewonnen und Kontakte geknüpft werden.

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VDLer auf Grüner Woche

Der letzte Tag der Internationalen Grünen Woche (IGW) ist inzwischen zu einem festen Termin für den VDL-Landesverband Ost geworden. Auch in diesem Jahr hatte IGW-Projektleiter Lars Jaeger zum Fachgespräch eingeladen, dem zahlreiche VDLer auf das Berliner Messegelände gefolgt waren.

Jaeger zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Messe, die von 1.630 Ausstellern gestaltet und von 407.000 Besuchern frequentiert wurde. Einmal mehr als Publikumsmagnet erwies sich der ErlebnisBauernhof der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL e.V.). Partnerland der IGW 2014 wird übrigens Estland sein, verriet Jaeger abschließend.

Dr. Uwe Steffin

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Interessante Einblicke in die Agrargenossenschaft Cobbelsdorf

Dank der Vermittlung durch Thomas Gehrke, Direktor der Bezirksdirektion Berlin der Vereinigten Hagelversicherung VVaG, konnten der VDL-Landesverband Ost und der VDAJ am 20.10.2012 Jahr die Agrargenossenschaft Cobbelsdorf in Sachsen-Anhalt besuchen. Im Frühjahr hatten die Landwirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt und Sachsen diesen Betrieb ausgewählt, um EU-Agrarkommissar Ciolos die ostdeutsche Landwirtschaft zu zeigen. Auch uns empfing der Vorstandsvorsitzender Horst Saage, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, mit großer Offenheit und Herzlichkeit.

Nach der Wiedervereinigung 1991 befragte Horst Saage, damaliger Vorsitzender der LPG Tierproduktion und Sohn einer alteingesessenen Bauernfamilie, die LPG-Mitglieder, wie es mit der Landwirtschaft weitergehen sollte. Bis auf drei Gegenstimmen sprach sich die große Mehrheit für die Umwandlung in eine Agrargenossenschaft aus. Saage ist stolz darauf, dass er den damaligen Flächenbestand bis heute halten und aktuell bis 2025 sichern konnte. Mit den jeweiligen Pachtvertragsverlängerungen haben die Bodeneigentümer dem Vorsitzenden das Vertrauen ausgesprochen.

Saage hat sich immer dafür eingesetzt, einen Gemischtbetrieb zu führen. Reiner Ackerbau wäre leichter gewesen, aber ihm war der Erhalt der Arbeitsplätze über die Tierhaltung wichtig. Allerdings musste auch er im Laufe der Zeit den Arbeitskräftebestand auf den seinerzeit von der Beratung empfohlenen Bestand von rund 50 Personen verkleinern.

in den vergangenen 20 Jahren wurden jeweils 2,5 Mio. Euro in die Michwirtschaft, die Sauenhaltung und in die Feldwirtschaft investiert sowie 2,5 Mio. Euro Entschädigung an ehemalige LPG-Mitglieder im Rahmen der Vermögensauseinandersetzung ausgezahlt.

Organisation der Agrargenossenschaft

Die Agrargenossenschaft hat aktuell 168 Mitglieder und 374 Pachtverträge mit Bodeneigentümern. Sie bewirtschaftet rund 3.000 ha, davon sind etwa 15 % der Fläche Eigentum der Agrargenossenschaft. Die Pachtpreise liegen bei 3,5 Euro je Bodenpunkt (bei durchschnittlich 41 Bodenpunkten). Das Eigenkapital beträgt etwa 10 Mio. Euro. Die durchschnittliche Dividende für Genossenschaftsanteile beträgt 5 %.

Die Genossenschaft beschäftigt z.Z. 50 Angestellte und drei Auszubildende. Davon arbeiten etwa 15 Mitarbeiter im Bereich Milchvieh mit rund 500 Kühen und Nachzucht, 15 Mitarbeiter einschließlich 2 Schlossern in der Feldwirtschaft und 12 bis 14 Mitarbeiter in der Sauenhaltung. Ein Schäfer kümmert sich um eine Schafherde mit rund 200 Mutterschafen und Nachzucht. Eine Bürokraft sorgt dafür, dass u.a. alle EU-Prämienanträge rechtzeitig gestellt werden. Die Betriebsprämie von z.Z. 300 Euro pro Hektar ist ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Saage bevorzugt eher moderate Löhne mit einem durchschnittlichen Stundenlohn von 9 Euro, kombiniert mit flexiblen Weihnachtsgeld. Je nach Ertragslage fällt dieses mehr oder wenig üppig aus. 2011 musste es allerdings wegen der auf dem Halm großenteils verdorrten Ernte ausfallen.

Ein weiterer Motivationsfaktor ist die Eigenverantwortlichkeit der Mitarbeiter. So sind z.B. die einzelnen Mitarbeiter verantwortlich für „ihren“ Traktor und „ihren“ Mähdrescher, was die Wartung etc. betrifft. Bei notwendigen Ersatzinvestitionen werden sie in die Kaufentscheidungen mit einbezogen.

Entwicklung der Milchwirtschaft

Zunächst wurde mit der vorhandenen Milchviehherde in den alten Ställen weiter gewirtschaftet. Zur Arbeitserleichterung wurde ein Fischgrätenmelkstand installiert. Als 2005 im Zuge des Generationswechsels ein neuer Leiter der Milchproduktion berufen wurde, musste er nach 100 Tagen Vorschläge für die Modernisierung vorlegen. Gemeinsam entschied man sich für den Neubau eines offenen Boxenlaufstalls auf Gülle mit 500 Plätzen und einem Melkkarussell mit 32 Plätzen. Bei der Installation, insbesondere der Elektrik, setzte Saage auf örtliche Handwerker, die auch bei Störungen sofort verfügbar sind.

Die durchschnittliche Jahresmilchleistung beträgt 9.500 kg je Kuh. Die Kühe werden in vier Leistungsgruppen gehalten und erhalten eine bedarfsgerechte Futterration aus Mais- und Grassilage, Sojaschrot und entsprechenden Mineralien.

Probleme bereitet der niedrige Milchpreis von 28 Eurocent je Liter. Wirtschaftlich arbeitet dieser Bereich erst ab 35 Eurocent je Liter.

Schweinezucht für die Ferkel- undLäuferproduktion

Der Betrieb hat z.Z. 1.500 konventionelle Sauenplätze, d.h. Stallhaltung auf Gülle. Die gesamte Schweineanlage wurde 2001 modernisiert. Mit dem derzeitigen System erreicht der Betrieb eine Vermarktungsquote von 27 Ferkeln pro Sau und Jahr. Bei dem kürzlich in Brüssel beschlossenem Haltungssystem der Gruppenhaltung befürchtet Saage Verluste in der Produktion.

Feldwirtschaft

Der Betrieb baut je 400 ha Winterweizen, Wintergerste und Winterroggen an, ferner 500 ha Raps und 50 ha Zuckerrüben. Der traditionelle Kartoffelanbau wurde eingestellt, weil aufgrund des steinhaltigen Bodens die Qualitäten nicht erreicht werden.

Die Phosphordüngung erfolgt ausschließlich über die Gülle. Die Gülle wird fachgerecht sofort nach der Ausbringung mit Schleppschläuchen (von montags bis donnerstags) eingearbeitet, um unnötige Geruchsbelästigung zu vermeiden. Die Folgefrucht auf Raps wird pfluglos angebaut, um die gute Bodengare zu nutzen. Ansonsten wird vor der Bestellung gepflügt, um u.a. den Mäusebestand unter Kontrolle zu halten.

Die Erträge lagen 2012 bei rund 72 dt/ha Winterweizen, 58 dt/ha Wintergerste, 50 dt/ha Winterroggen und 38 dt/ha Raps. Die Zuckerüben werden im Lohn möglichst eine Woche vor dem Abfuhrtermin gerodet. Alle übrigen Feldarbeiten werden mit eigenen Maschinen bewältigt. Der Betrieb verfügt über drei Mähdrescher, einen Feldhäcksler und 20 Traktoren mit den nötigen Anbaugeräten.

Für das Milchvieh werden 250 ha Mais angebaut und auf 100 ha Feldgras vier Schnitte für Silage und ein Schnitt für Heu eingebracht.

Ökolandbau

Die Agrargenossenschaft betreibt auf einem örtlich getrennt liegenden Betriebsteil auf 400 ha Pachtland Ökolandbau. Dort werden eine Mutterkuhherde mit 92 Muttertieren und eine Schafherde mit 228 Mutterschafen gehalten. Da diese Flächen im Elbeüberschwemmungsland liegen, müssen die Tiere im Winter aufgestallt werden.

Entwicklungdes ländlichen Raums

In dem Bereich der Agrargenossenschaft Cobbelsdorf liegen acht Dörfer mit jeweils 80 bis 600 Einwohnern. Jedes Dorf hat seine eigene Kirche, eine ehemalige Schule, Feuerwehr etc. Es gibt dort heute so gut wie keine Ruinen und keinen Leerstand. Saage sagt, dass jeder Euro an Fördermitteln Privatinvestitionen von 3-4 Euro nach sich zieht. Die früheren LPG-Mitglieder haben ihre Entschädigungen in die Erhaltung und Verschönerung ihrer Häuser und Hofanlagen investiert. Herr Saage hat dazu beigetragen, dass die Förderprogramme von den Dörfern in Anspruch genommen wurden und ist 2011 für sein großes Engagement in zahlreichen Gremien der Verbandsarbeit und Kommunalpolitik mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt worden.

Agrarreform

Solange es Betriebsprämien gibt, sollten alle Betriebe gleichbehandelt werden. Saage ist gegen jegliche Degression und Kappung der Betriebsprämien. Mit 1,7 AK je 100 ha liege die Agrargenossenschaft in der Bewirtschaftungsintensität gleichauf mit vielen Gesellschaften bürgerlichen Rechts.

Erneuerbare Energien

Grundsätzlich hat für Saage die Nahrungsmittelerzeugung Vorrang. Wenn es wie im Moment genügend Rohstoffe gebe und wenn der Landwirtschaft kein Schaden entstehe, seien die wirtschaftlichen Möglichkeiten der erneuerbaren Energien auszuschöpfen.

Für Saage kommt die Veredlung vor der Biogasherstellung. Für ihn wäre Biogas nur denkbar für die Verwertung von Gülle und pflanzlichen Reststoffen. Er erwägt den Bau einer Biogasanlage an seine Sauenanlage zu koppeln. Dann könnte er die Abwärme für das Heizen der Schweineställe nutzen.

Wenn es ausreichend Biorohstoffe gibt, spricht aus Sicht von Saage nichts gegen eine Verwertung zu Biokraftstoff. Ein Teil der geernteten Rüben geht z.Z. in die Bioethanolproduktion.

Saage hat ebenfalls keine Einwände gegen die Nutzung von Dächern und industriellen Brachlandes für die Solarerzeugung. Alle seine Dächer sind an ein Solarunternehmen verpachtet. Saage lehnt jedoch die Photovoltaik auf landwirtschaftlich nutzbaren Flächen ab.

Der Windenergie steht er offen gegenüber. Obwohl sich in Sichtweite außerhalb seiner Felder ein Windpark befindet, hat ein in seinem Bereich ansässiger Investor die Genehmigung für nur ein Windrad bekommen, da er im Raumordnungsplan nicht als Windpark ausgewiesen ist.

Hanna Garcke

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Atomausstieg: Bioenergie quo vadis?

Für eine künftige Vollversorgung mit erneuerbaren Energien spielen Strom, Kraftstoff und Wärme aus Biomasse eine entscheidende Rolle. Das erklärte der Sprecher der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE), Alexander Knebel, kürzlich bei einer Veranstaltung in Berlin, zu der der VDL-Landesverband Ost eingeladen hatte, um über die Folgen des Atomausstiegs für den Ausbau der erneuerbaren Energien zu diskutieren.

„Für eine Energieversorgung, die mehr und mehr durch Erneuerbare Energien stattfindet, ist Strom aus Biomasse auch deshalb unverzichtbar, weil die Energie aus Acker und Wald einspringen kann, wenn der Wind einmal nicht weht oder die Sonne nicht scheint“, betonte Knebel gegenüber VDLern und Studierenden der Humboldt Universität. Er verwies dabei auf erfolgreiche Praxisbeispiele wie das Projekt Kombikraftwerk 2, in dem die Netzstabilität bei einer Stromversorgung aus hundert Prozent erneuerbaren Energien getestet wird. Wie der AEE-Sprecher deutlich machte, kommen auf Betreiber von Biogasanlagen als Produzenten einer stabil verfügbaren Energiequelle mit einer zunehmenden Stromversorgung aus fluktuierenden erneuerbaren Energiequellen somit neue Aufgaben zu. Das Wachstum der erneuerbaren Stromerzeugung soll sich laut den Plänen der Bundesregierung künftig schwerpunktmäßig in den Bereichen Wind und Solar abspielen.

Rübe als Alternative zum Mais

Wie Knebel hervorhob, besteht auch im Bioenergiesektor noch Wachstumspotential. Auf gut vier Millionen Hektar könnte die für energetische Zwecke genutzte landwirtschaftliche Fläche in Deutschland mittelfristig wachsen, und zwar bei nachhaltiger Nutzung. Das hätten auch die jüngsten Langfristszenarien im Auftrag des Bundesumweltministeriums bekräftigt. Im vergangenen Jahr waren Ackerpflanzen von rund 2 Mio. ha in den Bioenergiesektor gegangen, davon rund 1 Mio. ha Raps zur Biodieselerzeugung und rund 800 000 ha Mais für die Biogasproduktion. „Zum Mais als Energiepflanze für die Biogasanlagen sind vielversprechende Alternativen gekommen. Dazu gehören die klassischen Zuckerrüben ebenso wie ökologisch besonders sinnvolle Anbaukonzepte z.B. mit Gras oder auch mit der Durchwachsenen Silphie als Newcomer unter den Energiepflanzen“, so der AEE-Sprecher.

Wachstum im Einklang mit dem Naturschutz möglich

Neben dem Anbau alternativer Energiepflanzen sorgen in diesem Jahr zudem wieder viele Landwirte durch Blühstreifen an den Feldrändern für mehr Farbe im Feld und leisten damit einen Beitrag zu mehr Biodiversität. Vor diesem Hintergrund hält Knebel ein weiteres Wachstum der Bioenergie im Einklang mit Natur- und Umweltschutz für möglich. Die mehr als 7 000 Biogasanlagen mit einer Leistung von rund 2.850 Megawatt (MW) hätten in Deutschland im vergangenen Jahr schon mehr als zwei Atomkraftwerke ersetzt. Laut Expertenberechnungen könnten unter Berücksichtigung von Reststoffen von 2 Mio. ha künftig rund 7.800 MW installierter Biogas-Leistung kommen. Die daraus mögliche Stromerzeugung von knapp 58 Terrawattstunden entspreche der Leistung von sechs Atomkraftwerken. Zum Vergleich: Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind in Deutschland acht Atommeiler nicht mehr am Netz, neun produzieren noch. In den nächsten Jahren sollen weitere Kernkraftanlagen außer Betrieb gehen, bevor 2022 der Atomausstieg geschafft ist.

Dr. Uwe Steffin, VDL-LV Ost

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Jaeger berichtet dem VDL-Landesverband Ost von neuen Plänen zur Messe „Internationale Grüne Woche“

Der letzte Tag der Messe „Internationale Grüne Woche (IGW)“ ist inzwischen zu einem festen Termin für den VDL-Landesverband Ost geworden. Auch in diesem Jahr hatte der Projektleiter der IGW Lars Jaeger zu einem Fachgespräch eingeladen.

Jaeger zeigte sich zufrieden mit dem Verlauf der Messe, die von 1.632 Ausstellern gestaltet wurde. Jaeger berichtete, die Messe habe in diesem Jahr 420.000 Besucher, darunter 105.000 Fachbesucher, begrüßen dürfen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das eine leichte Steigerung. Auch die Ausgaben pro Person auf der Messe konnten ausgebaut werden, diesmal waren es durchschnittlich 111 Euro.

Bei den Tierschauen war insbesondere das Fleckvieh sehr erfolgreich. Mit rund 100 Tieren habe man hier einen neuen Rekord aufstellen können. Beeindruckt zeigte sich Jaeger zudem von dem starken Länderauftritt Rumäniens, welches das Partnerland in diesem Jahr war. 2013 werden die Niederlande Partner sein und dann ihr 60-jähriges Jubiläum auf der Grünen Woche feiern.

Ein weiterer wichtiger Publikumsmagnet sei der Erlebnisbauernhof der Fördergemeinschaft Nachhaltige Landwirtschaft (FNL) gewesen, betonte Jaeger. Dieser sei inzwischen nicht mehr von der Grünen Woche wegzudenken. Auch habe der Veranstalter gute Partner gewinnen können. Als besonders beeindruckend nannte Jaeger den Rübenernter der Firma Ropa. Zufrieden zeigte sich der Projektleiter mit der neu gebildeten „Straße der Bundesländer“ auf dem Messegelände, bei der sich 14 Bundesländer in sieben aufeinander folgende Hallen mit ihren Spezialitäten und Vorzügen präsentierten. Als besonders gelungenes Beispiel bezeichnete der Projektleiter dabei die Vorstellung von Bayern, bei der Tradition und Moderne gelungen kombiniert worden seien. Andere Regionen müssten dagegen aufpassen, dass ihnen „ihre Felle nicht davonschwimmen“ und für das nächste Jahr „aufrüsten“.

Erfreut zeigte sich Jaeger auch darüber, dass sich die Besucherzusammensetzung allmählich verändere, vor allem an den Wochenenden seien mehr Familien und junge Menschen in den Hallen unterwegs. Des Weiteren konnte das Fach- und Begleitprogramm aufgestockt werden.

Jaeger ist sicher, dass sich der Berliner Agrarministergipfel noch ausweiten werde. Über das „Davos der Ernährung und Landwirtschaft“ lache heute keiner mehr. Von dem steigenden Interesse am Agrarministergipfel erwartet der Projektleiter auch ein Engagement innerhalb der Grünen Woche. Die Landwirtschaftsminister wollten nicht nur am Treffen teilnehmen, sondern auch ihre Länderpräsenzen besuchen, betonte Jaeger. Nicht zuletzt, weil Afrika im Fokus des Global Forums for Food and Agriculture (GFFA) stehe, sei geplant, in den dortigen Ländern intensiver für eine Teilnahme an der Internationalen Grünen Woche zu werben.

Mit Zuversicht blickte Jaeger auf die Vorbereitungen für den kommenden Messeauftritt. Neben der stärkeren Akquisition sind noch weitere Neuerungen angedacht. So soll neben den Agrar-, Umwelt- und Forschungsressorts zusätzlich noch das Bundesverkehrs- und Bauministerium für eine Teilnahme gewonnen werden. Damit will die Grüne Woche das Thema „Lebensraum Dorf“ in Halle 4.2 ergänzen.

Patricia Steinborn