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Rhetorik-Intensiv-Workshop des VDL-Landesverband Ost

Unter diesem Motto hatte der VDL-Landesverband-Ost am 25. und 26. November zu einem Rhetorik-Workshop für Studierende und Absolventen nach Berlin eingeladen, der unter der Leitung von VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann stand.

In den Räumlichkeiten der Humboldt Universität feilten zwölf Teilnehmer an ihren rhetorischen Fähigkeiten. Auf dem Stundenplan des ersten Tages stand das „Handwerkszeug“. Themen waren unter anderem „die Hauptfehler der rhetorischen Praxis“, „Körpersprache“, aber auch „rhetorische Tricks und Ihre Abwehr“. Im Vordergrund dieses Workshops stand aber nicht die „graue Theorie“, sondern das spielerische Erlernen rhetorischer Schlüsselkompetenzen mithilfe praktischer Übungen. So durften die Teilnehmer am zweiten Tag selbst aktiv werden. Jeder erarbeitete eine 10-Minütige Rede, die anschließend vor der Gruppe vorgetragen und bewertet wurde. Gearbeitet wurde nicht nur am sicheren Auftreten und einer gewandten Ausdrucksweise, sondern auch an einer glaubwürdigen Selbstdarstellung der Teilnehmer. Fazit: In dem Rhetorik-Intensiv-Workshop wurden Kenntnisse vermittelt, mit denen Studierende Redesituationen – z.B. auch in Prüfungen – erfolgreich meistern können!

Text: Klepatzki

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Agrarbetriebe in Mecklenburg-Vorpommern auf dem Weg in die Zukunft

Am 23.09.2011 fand die diesjährige Fachexkursion des VDL Landesverband Ost nach Mecklenburg-Vorpommern statt. Sie stand unter dem Zeichen der kommenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik mit dem Thema „Anpassungsstrategien landwirtschaftlicher Unternehmen an die Neuordnung der EU-Förderung 2013 und an das Auslaufen der Milchquote“.

Neben Mitgliedern des VDL und VDAJ bereicherten Mitarbeiter der LMS Landwirtschaftsberatung Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein GmbH die Veranstaltung.

Erstes Ziel war die Agrargesellschaft Hohen Wangelin mbH & Co. KG. Die Hauptaktivitäten bilden die Rinder- und Schweinemast mit dem dazugehörigen Futterbau, daneben Ackerbau und seit Neuestem eine Biogasanlage. In der Diskussion stellte Betriebsleiter Herr Kruse fest, dass die Futterbaubetriebe bei der derzeitigen Reform die Hauptverlierer seien (Abschmelzen der Topup-Zahlungen). Langfristig wäre es wünschenswert, wenn die Betriebe ihr Wirtschaften vorrangig am Markt und weniger an der Agrarpolitik ausrichten könnten. Er betonte, dass mit Viehwirtschaft nicht das große Geld verdient werden kann, er aber zuversichtlich sei, dass sich der Betrieb über Qualitätsführerschaft und Wachstum weiterhin behaupten wird.

Anschließend befassten wir uns mit der Aquakultur. Auf dem Gelände befinden sich die Forschungshallen der Landesforschungsanstalt für Landwirtschaft und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Diese betreibt hier Versuche zur Aufzucht von Forellen, Zander und Saiblingen. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, die Aquakultur als zusätzliches Standbein für landwirtschaftliche Betriebe zu etablieren. Die bisherigen Forschungsergebnisse sehen dabei sehr vielversprechend aus. Diese Kreislaufanlagen zeichnen sich durch einen sehr geringen Wasserverbrauch aus, hohe Wachstumsraten der Fische bei optimal temperierten Umlaufwasser sowie die Nachnutzung vorhandener Wärmequellen wie beispielsweise einer Biogasanlage. Mittelfristig wird die Aquakultur die Teichwirtschaft ablösen, da in der Teichwirtschaft der Stoffeintrag in die Umwelt nicht zu verhindern sei. Laut Herrn Jennerich, Leiter des Instituts für Fischerei, sind die günstigsten Vorrausetzungen für die Aquakultur ein eigener Brunnen für die Wasserversorgung, Flächen für die Abwasserentsorgung, eine günstige Wärmequelle und das Vorhandensein von Gebäuden.

Beim Mittagessen im Müritzeum in Waren konnte man die einheimischen Fische, wie z.B. die Großmaräne, kosten. Anschließend konnten die Teilnehmer einen kurzen Rundgang durch das Müritzeum, dem Informations- und Naturerlebniszentrum für den Müritz-Nationalpark und die Mecklenburgische Seenplatte, machen.

Die letzte Station der Exkursion war die Agrar Eldequell GmbH in Knüppeldamm, einem Ortsteil von Fincken. Herr Majerus, der Geschäftsführer der LMS Landwirtschaftsberatung in Mecklenburg-Vorpommern/Schleswig-Holstein GmbH, hatte diesen Betrieb für eine Besichtigung ausgesucht. Obwohl der Geschäftsführer Herr Ellerkamp doch unsicher war, ob sein Betrieb der richtige wäre, waren alle Exkursionsteilnehmer sehr begeistert. Denn das Thema der diesjährigen VDL-Jahresexkursion „Anpassungsstrategien landwirtschaftlicher Unternehmen an die veränderte Agrarpolitik nach 2013 und 2015“ wird in diesem Betrieb sehr anschaulich umgesetzt. Der Betrieb ist zurzeit noch eine Großbaustelle. Aber es war sehr gut erkennbar, wo die Reise hingehen wird, nämlich zu einem zukunftsfähigen Milchviehbetrieb.

Die Agrargenossenschaft eG Eldequell bewirtschaftet eine landwirtschaftliche Nutzfläche von 1.400 ha, davon 1.000 ha Ackerland mit 25 bis 27 Bodenpunkten und 400 ha Grünland, hauptsächlich Niedermoorflächen mit etwa 35 Bodenpunkten. Als Experte für Pflanzenbau hat Herr Ellerkamp beschlossen, dass „die Veredlung an diesem Standort unter den hier herrschenden Bodenbedingungen bleiben muss“. In den Ställen stehen 300 Milchkühe und deren Nachzucht für die Eigenremontierung sowie 150 Mutterkühe auf den umliegenden Grünlandflächen. Dass der Betrieb für die Zukunft gerüstet sein will, zeigt die Investition in einen neuen Aufzuchtstall für die Jungrinder. Dort werden die Jungtiere ab dem Alter von 5 Monaten bis zur Abkalbung sowie die Trockensteher und alle weiteren Abkalber stehen. Weiterhin wurden fast sämtliche Dachflächen von einer Photovoltaikfirma mit Photovoltaikelementen versehen. Ebenso wurde eine Biogasanlage mit einer Leistung von 500 kWh errichtet, die seit Mitte August im Betrieb ist. In Zukunft soll auch die Milchviehherde in Bezug auf die Milchmenge züchterisch verbessert werden, die derzeit bei 9.200 kg Jahresmilchleistung liegt (Fett 4,3 %, Eiweiß 3,3 %). Geplant ist, die jährlich produzierte Milchmenge von 1,3 Mio. kg auf 2,3 Mio. kg zu steigern. Die umfassenden Umbauten sollen Ende 2011 abgeschlossen werden. Alles in allem war dieser Betrieb ein sehr anschauliches Beispiel dafür, wie die Zukunft von Betrieben gesichert werden kann, nämlich durch Investitionen und Anpassungen an neue Gegebenheiten.

Text: Arvid Salzwedel, Caroline Klutke, Hanna Garcke