VDL_Logo

2012 wird für die Landwirtschaft ein Jahr der Weichenstellung

„2012 wird für die Landwirtschaft ein Jahr der Weichenstellung“, sagte der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister, anlässlich der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen am 30. Januar 2012 in der Stadthalle Gernsheim.

Die Europäische Kommission habe mit ihren Verordnungsvorschlägen zur GAP nach 2013 keine zufriedenstellende Antwort auf die Fragestellungen der Zukunft gegeben. „Nun ist es an der Politik, sich in diesem Jahr auf eine kontroverse Diskussion und einen schwierigen Verhandlungsprozess einzustellen“, so Weinmeister. Die EU-Kommission habe im Oktober 2011 rund 600 Seiten Verordnungstexte für die Agrarpolitik ab 2014 vorgelegt. Die Brüsseler Vorschläge seien nicht zukunftsorientiert, sondern griffen veraltete agrarpolitische Vorschläge aus den 80er und 90er Jahren auf, so Weinmeister Als Beispiel nannte der Staatssekretär die bürokratische und praxisfremde Fruchtartenregelung, die weder den ökologischen noch den ökonomischen Erfordernissen der Landwirte Rechnung trage. „Die Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass sie bereit und in der Lage ist, sich immer wieder neuen gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen“, so Weinmeister. Die logische Konsequenz sei deshalb, dass die Anforderungen an die Gewährung der EU-Direktzahlungen nach dem Prinzip „öffentliches Geld für gesellschaftlich erwünschte Leistungen“ weiterentwickelt und immer wieder neu erklärt werden müsse. „Die Vorschläge der Europäischen Kommission schießen hierbei allerdings eindeutig über das Ziel hinaus. Wir fürchten, dass ein Direktzahlungssystem, das nicht nur Einkommen sichern, sondern künftig zusätzlich hochgesteckte umwelt-, struktur- und sozialpolitische Ziele erfüllen soll, schlichtweg überfordert wird. Es könnten bis zu sechs verschiedene Zahlungskomponenten entstehen“, so der Staatssekretär. So entstehe ein bürokratisches Monster, das keine Verwaltung mehr vernünftig steuern könne. „Die Generaldirektion Landwirtschaft hat errechnet, dass das Reformpaket zu einer weiteren Erhöhung der Bürokratiekosten um durchschnittlich 18 Prozent führen wird. Wir werden uns bei den Beratungen weiter intensiv für die Interessen unserer heimischen Landwirtschaft einsetzen“, so Weinmeister abschließend.

VDL_Logo

7.VDL-Alumni-Treffen 2011 des VDL Hessen

„Käse erst macht geschickt die Zunge, den Wein zu verkosten“ – Gießener Absolventen trafen sich in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG.

Nach dem großen Erfolg der VDL-Absolvententreffen in den vergangenen Jahren fand auch in diesem Jahr, am 11. November 2011, das „VDL-Alumni-Treffen 2011“ in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG statt.

Die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei einem Sektempfang hoch über den Dächern von Gießen durch den Landesvorsitzenden des VDL Landesverbandes Hessen e.V., Markus W. Ebel-Waldmann, den Vorstandsvorsitzenden der Vereinigten Hagelversicherung, Dr. Rainer Langner, sowie den Vorsitzenden des Förderkreises des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Dr. Harald Müller begrüßt. Der neue Dekan des Gießener Fachbereichs 09 Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Prof. Dr. Dr. Peter Kämpfer, berichtete den Alumnis ausführlich über die aktuellen Entwicklungen an seinem Fachbereich und bekannte sich dazu die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Universität Gießen und dem VDL fortzusetzen.

Höhepunkt des Abends war ein „Käseseminar“ unter der äußerst fachkundigen, anspruchs- und humorvollen Leitung von Dr. Michael Rickert, Tierarzt, Agrarwissenschaftler und Fachmann für Lebensmittelhygiene. Auf unnachahmliche Weise verstand es Dr. Rickert die Teilnehmer drei Stunden in die Welt des Käses zu entführen. Bei flankierenden Weinen wurden Büffel-Mozzarella, Reblochon, Roquefort, Ziegenbrie, Tilsiter, Appenzeller, Tomme de Gruyeres, Emmentaler, Mimolette, Brousse des Rove, Stilton etc. verkostet.

Mit einem Zitat von Martin Luther brachte Dr. Rickert treffend auf den Punkt wie Käse beschaffen sein soll:

Non Argus, largus: Ein guter Käse soll nicht wie Argus unzählige Augen, sprich Löcher, haben. Auch sei er nicht knauserig klein, sondern freigiebig und groß.

Non Methusalem, Magdalena: Ein Alter wie Methusalem ist auch nicht erstrebenswert, vielmehr soll er der schönen tränenreichen Büßerin (Maria) Magdalena gleichen.

Non Habakuk, Lazarus: Zu Brei, wie Habakuk ihn kochte, sollte ein Käse nicht werden, sondern er sollte dem armen Lazarus nacheifern, von dem man hört: „Er stinket schon“

Caseus iste bonus: Das ist ein guter Käse

Die gastgeberischen Qualitäten der Vereinigten Hagelversicherung, deren Vorstand auch an dieser Stelle sehr herzlich gedankt wird, ließen auch in diesem Jahr keinen Wunsch offen. So klang der Abend bei gutem Wein, hervorragendem Essen und angeregten Gesprächen in dem herrlichen Ambiente aus.