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VDL-Fachtagung „Zukunftsorientierte Kooperationen“

„Zukunftsorientierte Kooperationen zwischen landwirtschaftlichen Erzeugern und Vermarktern – dargestellt am Beispiel Milch” war das zentrale Thema der diesjährigen VDL-Fachtagung im Rahmen der 64. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen 2012 am 12. Januar 2012 in der Stadthalle Baunatal bei Kassel. Als Referent konnte der VDL Landesverband Hessen e.V. Herrn Dr. Joachim Hesse, Geschäftsführer des Instituts für Agribusiness, Gießen, gewinnen.

Dr. Hesse berichtet anhand von zentralen Ergebnissen einer Studie, die das Institut für Agribusiness 2011 abgeschlossen hat, umfassend über richtungsweisende Strategien und zukunftsorientierte Kooperationsmöglichkeiten, über die Herausforderungen am Milchmarkt zu bestehen und über internationale Wettbewerbsfähigkeit. Der gesamte Vortrag steht im Internet unter www.vdl-hessen.de zum Nachlesen zur Verfügung. Die abschließende, angeregte Diskussion unter der Leitung des Landesvorsitzenden des VDL Landesverbandes Hessen e.V., Markus W. Ebel-Waldmann, rundete die VDL-Fachtagung zu diesem hochaktuellen Thema ab.

Dr. Jörg Blaschke verstorben

Der VDL trauert um Herrn Landwirtschaftsoberrat Dr. Jörg Blaschke, der am 28. Dezember 2011 nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von nur 62 Jahren verstorben ist. Jörg Blaschke absolvierte nach der Landwirtschaftslehre in Seulberg sein Studium der Agrarwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität Gießen, wo er auch als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig war und promovierte. Seit 1978 gehörte Dr. Blaschke der hessischen Agrarverwaltung an. Zunächst beim Hessischen Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Landentwicklung in Kassel und dann beim Amt für Landwirtschaft und Landentwicklung Bad Hersfeld, Außenstelle Bebra.

Dabei hatte er unterschiedliche Leitungsfunktionen wahrgenommen und die verschiedenen Reformen der Landwirtschaftsverwaltung miterlebt. Nach der Schließung der Außenstelle Bebra erfolgte 1993 der Umzug nach Bad Hersfeld. 2001 wurde das bis dahin selbständige Amt Teil der staatlichen Verwaltung des Landratsamtes. 2005 wurde die Agrarverwaltung kommunalisiert und als Fachdienst Ländlicher Raum Teil des Kreisausschusses Hersfeld-Rotenburg. Dabei hatte Dr. Blaschke die damalige Abteilung „Landschaftspflege” aufgebaut. Seine Fähigkeiten hatte er auf vielfältige Weise unter Beweis gestellt, zuletzt als stellvertretender Fachdienstleiter. Dr. Jörg Blaschke, der dem VDL Landesverband Hessen fast 25 Jahre angehörte, hinterlässt seine Ehefrau und zwei erwachsene Kinder. Der VDL wird Herrn Dr. Blaschke ein ehrendes Andenken wahren.

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Auswirkungen möglicher gesetzlicher Regelungen auf den Pflanzenschutz

Bei der VDL-Veranstaltung „Auswirkungen möglicher gesetzlicher Regelungen auf den Pflanzenschutz“ am 30. Januar 2012 im Rahmen der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen 2012 stellte Hendrik Garvert, Institut für Agribusiness (IAB), Justus-Liebig-Universität Gießen, aktuelle Studien des Instituts vor:

1) IAB-Studie zur Wirkung von Beschränkungen des Fungizideinsatzes im Ackerbau

Neuere Entwicklungen in der Pflanzenschutzpolitik der Europäischen Union könnten zu einer deutlichen Einschränkung der Bekämpfungsmöglichkeiten bei Pilzerkrankungen in Ackerbaukulturen führen. Besonders betroffen wäre die Wirkstoffgruppe der Triazole, die nach dem aktuellen Kenntnisstand nur eingeschränkt durch andere Wirkstoffgruppen ersetzt werden könnte. Ein Verbot von hochwirksamen Wirkstoffen würde zu einem eingeschränkten Wirkstoffspektrum und damit zu einem Anstieg von Resistenzen gegenüber den verbleibenden Fungizidwirkstoffen führen. In der Studie des Instituts wurden beispielhaft die Folgen der Einschränkungen von Fungizidwirkstoffen für den Getreidebau untersucht. Dabei wurden Ertragsrückgänge im Getreidebau zwischen 5 und 25% in den Ländern Deutschland, Frankreich und Großbritannien analysiert. Für die Landwirtschaftlichen Betriebe bedeuten diese Ertragsrückgänge eine Minderung des Gewinns um max.11% in Frankreich, 17% in Großbritannien und 29% in Deutschland. Durch ein Verbot von Triazolen würde der Europäischen Union ein jährlicher Wohlfahrtsverlust von bis zu 5,6 Mrd. US$ entstehen und die Europäische Union müsste mit einer deutlichen Verschlechterung der Agrarhandelsbilanz sowie mit weltweiten Marktanteilsverlusten bei Getreide rechnen.

2) IAB-Studie zur ökonomischen Bedeutung von Glyphosat in der Landwirtschaft

In regelmäßigen Abständen steht die gesetzlich vorgeschriebene Wiederzulassung von Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffen auf der Agenda. So auch für den Wirkstoff Glyphosat, der für die Bekämpfung von Unkräutern eine herausragende Rolle spielt, insbesondere bei der umweltschonenden reduzierten Bodenbearbeitung. Bei der Wiederzulassung von Herbiziden ist zu berücksichtigen, dass die Entwicklung von Resistenzen eine zunehmende Rolle spielt. Daher sollte zur Verzögerung der Ausbreitungsgeschwindigkeit der Erhalt eines breiten Wirkstoffspektrums angestrebt werden.
In der Studie des Instituts wurden die ökonomischen Folgen der Einschränkungen von Glyphosat für die Pflanzenproduktion in Deutschland untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass der Glyphosateinsatz im Rahmen der konservierenden Bodenbearbeitung in den meisten Regionen eine Standardmaßnahme ist. Insgesamt wird Glyphosat auf etwa 30 % der deutschen Ackerfläche eingesetzt. Eine Einschränkung würde zu einer deutlichen Intensivierung der Bodenbearbeitung und einem verstärkten Einsatz anderer Herbizidwirkstoffe führen. Dennoch würden sich Resistenzen deutlich schneller ausbreiten und es käme kurz- bis mittelfristig zu regionalen Ertragsdepressionen in Deutschland von 5 % bis 10 %. Das hätte Rückgänge der Deckungsbeiträge für die im Ackerbau bedeutsamsten Kulturen von bis zu 36 % zur Folge. Durch ein EU-weites Verbot von Glyphosat würde der Europäischen Union ein jährlicher Wohlfahrtsverlust in Höhe von 1,0 Euro bis 3,1 Mrd. Euro entstehen und die Europäische Union müsste mit einer deutlichen Verschlechterung der Agrarhandelsbilanz sowie mit weltweiten Marktanteilsverlusten bei Getreide rechnen.

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2012 wird für die Landwirtschaft ein Jahr der Weichenstellung

„2012 wird für die Landwirtschaft ein Jahr der Weichenstellung“, sagte der Staatssekretär im hessischen Umweltministerium, Mark Weinmeister, anlässlich der Eröffnung der Landwirtschaftlichen Woche Südhessen am 30. Januar 2012 in der Stadthalle Gernsheim.

Die Europäische Kommission habe mit ihren Verordnungsvorschlägen zur GAP nach 2013 keine zufriedenstellende Antwort auf die Fragestellungen der Zukunft gegeben. „Nun ist es an der Politik, sich in diesem Jahr auf eine kontroverse Diskussion und einen schwierigen Verhandlungsprozess einzustellen“, so Weinmeister. Die EU-Kommission habe im Oktober 2011 rund 600 Seiten Verordnungstexte für die Agrarpolitik ab 2014 vorgelegt. Die Brüsseler Vorschläge seien nicht zukunftsorientiert, sondern griffen veraltete agrarpolitische Vorschläge aus den 80er und 90er Jahren auf, so Weinmeister Als Beispiel nannte der Staatssekretär die bürokratische und praxisfremde Fruchtartenregelung, die weder den ökologischen noch den ökonomischen Erfordernissen der Landwirte Rechnung trage. „Die Landwirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass sie bereit und in der Lage ist, sich immer wieder neuen gesellschaftlichen Veränderungen zu stellen“, so Weinmeister. Die logische Konsequenz sei deshalb, dass die Anforderungen an die Gewährung der EU-Direktzahlungen nach dem Prinzip „öffentliches Geld für gesellschaftlich erwünschte Leistungen“ weiterentwickelt und immer wieder neu erklärt werden müsse. „Die Vorschläge der Europäischen Kommission schießen hierbei allerdings eindeutig über das Ziel hinaus. Wir fürchten, dass ein Direktzahlungssystem, das nicht nur Einkommen sichern, sondern künftig zusätzlich hochgesteckte umwelt-, struktur- und sozialpolitische Ziele erfüllen soll, schlichtweg überfordert wird. Es könnten bis zu sechs verschiedene Zahlungskomponenten entstehen“, so der Staatssekretär. So entstehe ein bürokratisches Monster, das keine Verwaltung mehr vernünftig steuern könne. „Die Generaldirektion Landwirtschaft hat errechnet, dass das Reformpaket zu einer weiteren Erhöhung der Bürokratiekosten um durchschnittlich 18 Prozent führen wird. Wir werden uns bei den Beratungen weiter intensiv für die Interessen unserer heimischen Landwirtschaft einsetzen“, so Weinmeister abschließend.

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7.VDL-Alumni-Treffen 2011 des VDL Hessen

„Käse erst macht geschickt die Zunge, den Wein zu verkosten“ – Gießener Absolventen trafen sich in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG.

Nach dem großen Erfolg der VDL-Absolvententreffen in den vergangenen Jahren fand auch in diesem Jahr, am 11. November 2011, das „VDL-Alumni-Treffen 2011“ in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG statt.

Die über 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden bei einem Sektempfang hoch über den Dächern von Gießen durch den Landesvorsitzenden des VDL Landesverbandes Hessen e.V., Markus W. Ebel-Waldmann, den Vorstandsvorsitzenden der Vereinigten Hagelversicherung, Dr. Rainer Langner, sowie den Vorsitzenden des Förderkreises des Fachbereichs Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Dr. Harald Müller begrüßt. Der neue Dekan des Gießener Fachbereichs 09 Agrarwissenschaften, Ökotrophologie und Umweltmanagement, Prof. Dr. Dr. Peter Kämpfer, berichtete den Alumnis ausführlich über die aktuellen Entwicklungen an seinem Fachbereich und bekannte sich dazu die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen der Universität Gießen und dem VDL fortzusetzen.

Höhepunkt des Abends war ein „Käseseminar“ unter der äußerst fachkundigen, anspruchs- und humorvollen Leitung von Dr. Michael Rickert, Tierarzt, Agrarwissenschaftler und Fachmann für Lebensmittelhygiene. Auf unnachahmliche Weise verstand es Dr. Rickert die Teilnehmer drei Stunden in die Welt des Käses zu entführen. Bei flankierenden Weinen wurden Büffel-Mozzarella, Reblochon, Roquefort, Ziegenbrie, Tilsiter, Appenzeller, Tomme de Gruyeres, Emmentaler, Mimolette, Brousse des Rove, Stilton etc. verkostet.

Mit einem Zitat von Martin Luther brachte Dr. Rickert treffend auf den Punkt wie Käse beschaffen sein soll:

Non Argus, largus: Ein guter Käse soll nicht wie Argus unzählige Augen, sprich Löcher, haben. Auch sei er nicht knauserig klein, sondern freigiebig und groß.

Non Methusalem, Magdalena: Ein Alter wie Methusalem ist auch nicht erstrebenswert, vielmehr soll er der schönen tränenreichen Büßerin (Maria) Magdalena gleichen.

Non Habakuk, Lazarus: Zu Brei, wie Habakuk ihn kochte, sollte ein Käse nicht werden, sondern er sollte dem armen Lazarus nacheifern, von dem man hört: “Er stinket schon”

Caseus iste bonus: Das ist ein guter Käse

Die gastgeberischen Qualitäten der Vereinigten Hagelversicherung, deren Vorstand auch an dieser Stelle sehr herzlich gedankt wird, ließen auch in diesem Jahr keinen Wunsch offen. So klang der Abend bei gutem Wein, hervorragendem Essen und angeregten Gesprächen in dem herrlichen Ambiente aus.