VDL_Logo

Rinderzucht- Quo vadis?

Rinderzucht- Quo vadis? lautete der Titel des Vortrages von Herrn Dr. Pott von der Weser-Ems-Union (WEU) aus Bad Zwischenahn auf dem dritten VDL AfterWORK AgrarTREFF im Etzhor­ner Krug. Die WEU wurde kürzlich mit der MASTERRIND in Verden verschmolzen und schuf da­mit einen schlagkräftigeren Rinderzuchtverband im Nordwesten.

Nach einem Abriss, was Zucht bedeutet und welche Kriterien dabei berücksichtigt werden, ka­men wir zu den Zahlen der WEU. Die WEU betreut 2.396 Herdbuch-Betriebe mit 141.787 Kü­hen. In der künstlichen Besamung sind 2.084 Betriebe und in der MLP insgesamt 147.872 Kühe. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe sinkt von Jahr zu Jahr um 3 – 5%, die Zahl der Kühe bleibt jedoch konstant. Diese Konzentration innerhalb der Mitgliedsbetriebe verändert auch die Anforderun­gen an die Zuchtverbände. Die zunehmend besser ausgebildeten landwirtschaftlichen Kunden erwarten eine einfache, verständliche und komplette Lösung für Ihre Fragestellungen. Damit muss zwangsläufig die Qualifikation der Mitarbeiter steigen. Die Anpaarungsberatung hat sich zu einer nachgefragten Dienstleistung entwickelt.

Deutschland hat mehrere Rinderzuchtorganisationen. Die Nachbarländer haben für NL eine, F hat eine (4,9 Mio. Spermaportionen), Skandinavien für mehrere Länder eine Organisation (4,0 Mio.). MASTERRIND bringt es jetzt auf 2,2 Mio. Portionen. Für die Fusion von WEU und MAS­TERRIND sprachen die räumliche Nähe, identische Strukturen sowie gleiche Ansätze und Inten­sitäten im Zuchtprogramm. Man erwartet eine spürbare Rentabilitätssteigerung.

Das Thema Hornlosigkeit war ein Anliegen der Zuhörer. Im Verbandsgebiet gibt jährlich 306 Unfälle mit hörnertragenden Rindern. Das Umzüchten auf Hornlosigkeit dauert, da diese mit anderen Nachteilen daher kommt. Bisher gibt es zwölf herkömmlich gezüchtete hornlose Herd­buchbullen. Deren Zuchtwert ist mit 119 spürbar geringer als beim Durchschnitt der horntra­genden Bullen mit 148. Bei den genomischen Bullen sind es 33 mit einem Zuchtwert von 140 gegen 161. Die Hornlosigkeit geht auf zwei Kuhfamilien zurück, so dass die Züchtung hier wegen der Gefahr von Inzucht und der damit auftretenden Erbfehler schwierig ist.

Hier hilft ein wenig die Genanalyse, um Erbdefekte zu erkennen. Die Kosten dafür sind rasant gefallen.

Die Kosten für eine Analyse sind in den letzten Jahren rasant gefallen. Während man sich 2003 noch im Millionenbereich bewegte, landen wir jetzt bei Kosten um die EUR 3.000 für eine Ana­lyse.

Die weiteren Perspektiven in der Zucht sind noch nicht absehbar. Eine Leistung von 50 l/d wird für möglich gehalten, wobei ein Fünftel der Leistungssteigerung aus der Züchtung und vier Fünftel aus besserem Futter und besserer Stalltechnik kommen.

Der Export ist ein Ventil, um überschüssige weibliche Tiere zu vermarkten. Exportländer sind vorwiegend Nordafrika und Südeuropa sowie Russland. Blauzungenkrankheit und das Schmal­lenberg-Virus hindern den Export.

Die Rinderzucht hat sich in den letzten Jahren dramatisch verändert. Von der früheren zeitauf­wändigen Selektion über den Phänotyp geht man jetzt immer mehr zur genomischen Selektion über. Die Rinderzucht war früher stark von der Intuition der Körkommission getragen. Heute nimmt mehr und mehr die Wissenschaft die Stellung ein. Damit erreicht man erheblich kürzere Generationsintervalle und damit Einsparungen an Zeit (früher fünf Jahre, heute knapp zwei Jahre) bis zur Feststellung des Vererbungspotentials der Bullen. In der Zucht hatte man bisher 8 – 14 Testbullen im Einsatz, von denen dann einer nach rund 63 Monaten nach der Selektion zur Zucht verwendet wurde. Bis dahin hat aber jeder von ihnen rund 25.000 Euro an Kosten verur­sacht. Bei der genetischen Selektion über die DNA-Analyse werden verschiedene Abschnitte der DNA überprüft. Bei den Säugetieren sind es rund 3 Milliarden Basenpaare, die die Informatio­nen tragen. 90 % sind gleich, nur die restlichen sind zu untersuchen.

In der künstlichen Besamung wird ein Anteil von 2-3% an gesextem Sperma eingesetzt. Dieses ist technisch auf das Geschlecht separiert und hat eine Trefferquote von 90 %, aber ein um 10% geringeres Befruchtungsergebnis. Die KB wird im Verbandsgebiet zu 85% durch Techniker, zu 2% durch Tierärzte und zu 14% im Eigenbestand durchgeführt. Fruchtbarkeitsuntersuchungen werden von den Technikern der WEU zu rund 147.000 Fällen pro Jahr durchgeführt.

Ferienbedingt war die Besucherzahl überschaubar, aber das tat bei dem fachinteressierten Publikum der Sache keinen Abbruch, da die qualifizierten Fragen zu einem lebhaften Austausch mit dem Referenten beitrugen.

Der Vorsitzende dankte Herrn Dr. Pott für den interessanten Vortag und die vielen Antworten, die er den Zuhörern gab. Anschließend wurde an den Stehtischen noch etwas über dieses und jenes geplaudert, bevor wir den Etzhorner Krug wieder einmal mit neuen Kenntnissen verlie­ßen. Das war der dritte VDL AfterWORK AgrarTREFF und ich komme zu dem Ergebnis, dass dieses eine gute Einrichtung unseres Landesverbandes geworden ist.

Gustav Wehner

VDL_Logo

Ohne grünen Schal im Fernsehen

Einblicke in die Hörfunk- und Fernseharbeit gab es für die VDL-Landesgruppe Ost bei ihrem Besuch des Hauptstadtstudios der ARD am 12. November in Berlin. In einem modernen Hörfunkstudio erklärte eine Toningenieurin den VDL-Mitgliedern, wie ein Beitrag gemischt und geschnitten wird.

Außerdem gab es einen Einblick in Studio A, in dem mit Blick auf das Regierungsviertel unter anderem die TV-Sendungen „Phoenixrunde“ und „Bericht aus Berlin“ produziert werden. Beim „Schaltenplatz“ vor grüner Wand wurde danach deutliche, warum Politiker im TV-Interview keinen hellgrünen Schal tragen sollten – sie würden im Bild verschwinden.

Im Hauptstadtstudio der ARD arbeiten die Redakteure der Landesanstalten jeweils nur ein paar Jahre. Das Rotationsverfahren soll die Unabhängigkeit der Journalisten sichern. Berufsanfänger können an anderen Einsatzorten Erfahrungen sammeln, ehe sie in die Berichterstattung über die Bundespolitik in Berlin einsteigen.

VDL_Logo

VDL startet mit umfassendem Programm ins Wintersemester 2013/2014

Mit einem sehr umfassenden und attraktiven Programm starten die Sparten „Studierende“ und „Absolventen und Berufseinsteiger“ des VDL Landesverbandes Hessen e.V. ins neue Wintersemester.

Unter der Federführung der Spartenvorstände Anna Völkle, Michael Schlüter, Leon Lingenberg sowie weiteren aktiven VDL-Mitgliedern entstand ein breit gefächertes Semesterprogramm. Ein „Bierzapfkurs“ in Lich ist ebenso zu finden wie zahlreiche Berufsfeldvorstellungen mit Vertretern aus Unternehmen, Verbänden, Behörden und weiteren Institutionen. Fachexkursionen runden das Programm ab. Besonderes Highlight ist das 9. VDL-Alumintreffen am 08. November 2013 in Gießen sowie ein bundesweites Treffen aller VDL-Studentengruppen in Hohenheim.

Das gesamte Semesterprogramm steht zum Nachlesen und Herunterladen unter www.vdl-hessen.de zur Verfügung. Hier finden Sie auch die Termine des VDL-Stammtisches, zu dem alle VDL-Mitglieder und Interessierte an der Arbeit des VDL herzlich willkommen sind.

VDL_Logo

Der nächste AfterWORK AgrarTREFF zum Thema Rinderzucht steht bevor

AfterWORK AgrarTREFF im Oktober

Unser kommender AfterWORK AgrarTREFF wird sich mit dem Thema der Rinderzucht und Ihren Perspektiven befassen.

Den Einführungsvortrag hält Dr. Josef Pott von der Weser-Ems-Union www.weu.de , dem regional führenden Rinderzuchtverband. Herr Dr. Pott ist dort der Geschäftsführer. Insofern bekommen wir Informationen aus erster Hand. In der letzten Zeit war die WEU insbesondere durch die aufgenommene Kooperation mit MASTERRIND in Verden im Gespräch.

Herr Dr. Pott wählte das Thema „Rinderzucht – Quo vadis?“. Ich bin gespannt auf den Vortrag und auf die anschließende Diskussion unter Fachkollegen.

Den Abend können wir später an den Stehtischen bei einem schönen Bier ausklingen lassen, um dabei die Kontakte unter den Kollegen zu pflegen. Denn dieses ist Sinn und Zweck des Abends, Blick über den eignen Tellerrand hinaus und – wie man neudeutsch sagt – der Aufbau eines Netzwerkes, dass einem bei der täglichen Arbeit mit kurzen Informationswegen hilfreich ist.

Es wäre für den Überblick ganz hilfreich, wenn eine Anmeldung erfolgen würde über die Internetseite Termine https://vdl.de/landesverbaende/weser-ems/termine.php?monat=13-10 (der Text zeigt sich nach einem Klick auf das grüne Kreuz) oder per Email an info@vdl-weser-ems.de. Dies ist jedoch nicht Voraussetzung für eine Teilnahme, sondern nur eine Bitte.

Gustav Wehner

VDL_Logo

Parlamentarischer Abend 2013 des VDL Hessen

Zum diesjährigen Parlamentarischen Abend des VDL Landesverbandes Hessen e.V. konnte dessen Landesvorsitzender und Präsident des VDL-Bundesverbandes, Markus W. Ebel-Waldmann, am 25. Juni 2013 im Ratskeller in Wiesbaden neben zahlreichen VDL-Mitgliedern 11 Abgeordnete der Fraktionen von CDU, SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen im Hessischen Landtag begrüßen.
Zu den Ehrengästen zählte auch der Präsident der Hochschule Geisenheim, Prof. Dr. Hans Reiner Schultz.

Der anstehende Landtagswahlkampf warf bereits bei den Statements der Abgeordneten seine Schatten voraus: Alle nutzten die Gelegenheit, um die agrar-, ernährungs-, energie- und umweltpolitischen Eckpunkte der jeweiligen Wahlprogramme vorzustellen.
Der hessische VDL-Landesvorsitzende Markus W. Ebel-Waldmann appellierte in seiner Rede an die Abgeordneten, sich dafür einzusetzen, dass in der hessischen Verwaltung auch wieder vermehrt Agrarabsolventen und somit objektiver Sachverstand eingestellt werden. „Dies setzt voraus, dass durch einen geeigneten Vorbereitungsdienst, beispielsweise einem zeitgemäßen Referendariat oder Traineeprogramm, und einem entsprechenden Stellenkorridor die Attraktivität des höheren Dienstes für die Absolventinnen und Absolventen wieder gesteigert wird“, so Ebel-Waldmann. „Interesse, vor allem aber die erforderliche Kompetenz sei ausreichend vorhanden.“
Der Parlamentarische Abend mündete in lebhafte, aber sachliche Diskussionen zwischen den Politikern und den VDL-Mitgliedern, darunter auch einer Delegation von Studierenden des Gießener Fachbereichs 09. Bereits am Nachmittag nutzten zahlreiche Teilnehmer die Möglichkeit an einer Plenarsitzung des Hessischen Landtages teilzunehmen und zu Gesprächen mit den Abgeordneten.

VDL_Logo

Einladung zum 9. Alumni-Treffen des VDL Hessen

Nach dem großen Erfolg der VDL-Alumni-Treffen in den vergangenen Jahren wird auch in diesem Jahr das bereits siebte in Folge am Freitag, 08. November 2013, in Gießen stattfinden. Auch in diesem Jahr wird die Vereinigte Hagelversicherung VVaG Gastgeber in ihrer Zentrale in der Wilhelmstrasse 25 sein. Das Alumni-Treffen, zu dem alle Gießener Absolventen (gleich welchen Jahrganges!) eingeladen sind, beginnt um 17.00 Uhr mit einem Sektempfang in der Zentrale der Vereinigten Hagelversicherung VVaG und der Begrüßung durch den Vorstand der Hagelversicherung und des VDL. Der Abend steht dann bei erlesenem Essen und Getränken ganz im Zeichen des Wiedersehens, Kennenlernen und dem Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Auch zahlreiche Professorinnen und Professoren des Gießener Fachbereichs 09 Agrarwissenschaften werden am Abend dabei sein. Wir bitten Sie den Termin bereits zu notieren und freuen uns schon jetzt sehr auf Ihre Teilnahme!

Markus W. Ebel-Waldmann
VDL-Präsident

VDL_Logo

Herbsttreffen der Senioren und Freunde des VDL-Hessen in Butzbach

Der Senioren- und Freundeskreis des VDL-Hessen pflegt mit seinen jährlichen Zusammenkünften die kollegialen und persönlichen Kontakte auch im Ruhestand. Auf ein großes Interesse ist auch in diesem Jahr das inzwischen 17. Herbsttreffen des Senioren- und Freundeskreises des VDL – Landesverbandes Hessen gestoßen. Am 10. September 2013 haben sich in Butzbach, der reizvollen Fachwerkstadt vor den Höhen des Taunus am westlichen Rand der Wetterau, fast 60 Teilnehmer getroffen. Entsprechend groß waren die Wiedersehensfreude und der Austausch gemeinsamer Erinnerungen.

Der Bürgermeister der Hessentagsstadt von 2007, Herr Michael Merle, begrüßte die Besucher im sehenswerten Stadtmuseum und wünschte allen Teilnehmern nachhaltig positive Eindrücke aus ihrem diesjährigen Treffen in Butzbach.

Die Stadt würdigt seit 2011 mit dem Beinamen „Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt“ diesen Vorkämpfer für Liberalismus und Demokratie, der sich zusammen mit Georg Büchner in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts so entschieden für eine Verbesserung die Lebensbedingungen der Menschen dieser Zeit eingesetzt hat. Dieses Wirken vertiefte der Museumsdirektor, Herr Dr. Dieter Wolf, in einer umfassenden Präsentation. Aus ihr wurde deutlich, was der Pädagoge, Theologe und Publizist Friedrich Ludwig Weidig für das Entstehen einer demokratischen Gesellschaft geleistet hat und letztlich mit dem Leben bezahlen musste. Er starb 1837 nach zweijähriger Untersuchungshaft im Alter von 46 Jahren. Selten identifiziert sich eine Stadt so sehr mit dem entscheidenden Lebenswerk einer Persönlichkeit der Zeitgeschichte!

Während des Stadtrundgangs wurde dieser Teil der Stadtgeschichte eindrucksvoll vertieft. Die Besucher erfuhren viel über die Geschichte der Stadt, über die Lebens- und Arbeitswelt ihrer Bewohner und deren Beziehungen zum Umland. Für viele war neu, welche Bedeutung die Stadt für die Entwicklung von Freiheit und Demokratie in Deutschland Anfang des 19. Jahrhunderts gespielt hat.

In der Mittagspause konnte der Organisator des Treffens Dr. Horst Menzinger auch in diesem Jahr wieder den Bundesvorsitzenden des VDL und zugleich Vorsitzenden des Landesverbandes Hessen für das Berufsfeld Agrar, Ernährung, Umwelt, Herrn Markus Ebel-Waldmann, begrüßen. Durch seinen Bericht über berufsständische Fragen bleiben die Kolleginnen und Kollegen auch im Ruhestand mit den aktuellen Problemen ihres Berufsstandes vertraut.

Das harmonische Treffen lässt alle Beteiligten bereits erwartungsvoll auf das nächste Jahr blicken.

Dr. Horst Menzinger (VDL)

VDL_Logo

Fachexkursion zur igs Hamburg

Die Landesverbände Hannover, Hamburg und Ost des VDL sowie Ost des BHGL hatten am 7. September Mitglieder und Interessierte auf die Internationale Gartenschau (igs) nach Hamburg eingeladen. Teil des Fachprogramms der Exkursion war eine Führung mit dem Oberbauleiter der igs, Werner Preuß, der den Teilnehmer die gärtnerischen Lösungen der Schau näher brachte und erläuterte, welche Hindernisse die Planer der Schau überwinden mussten.

So sei der Gleyboden vor Ort nur schwer zu bearbeiten und häufig mit Altlasten wie Kampfmitteln und Schwermetallen belastet gewesen. Die ersten Arbeiten mit Motorsäge auf dem teils stark verbuschten späteren Schaugelände hätten zunächst zu viel Unmut in der Bevölkerung geführt. Ursprüngliche Pläne hätten immer wieder geändert werden müssen.

Preuß wies wiederholt auf die Nachnutzung des igs-Geländes hin. Letztlich habe man einen öffentlichen Stadtpark für den Stadtteil Wilhelmsburg gebaut und das in den Planungen mit öffentlicher Infrastruktur von Anfang an berücksichtigt. So sei dem Sportbereich besondere Bedeutung beigemessen worden. Zudem sollten Flutlichtanlagen mit Kaltstartlampen für eine höhere Sicherheit sorgen. Öffentliche Toiletten werden außerdem den Wert der Anlage künftig steigern.

Der Pflegebedarf der Grün- und Freizeitanlagen soll später möglichst niedrig ausfallen. Deshalb habe man darauf geachtet, dass der Hochseilgarten nicht an lebenden Bäumen (mit fortgesetztem Dickenwachstum), sondern an extra in den Boden gerammten Pfählen befestigt ist. Die Blumenwiesen sind bewusst mit mehrjährigen Pflanzen besetzt, die zuvor bereits in Wilhelmsburg etabliert waren.

Dr. Michael Marret-Fossen vom GaLaBau-Verband Hamburg sprach von einem „wahren Segen“, der die igs für die eher mittelständischen Branche des Garten- und Landschaftsbaus vor Ort gewesen sei. Man habe die Verluste des eigentlich sehr schlechten Winters 2013 mindestens ausgleichen können. Zudem werden Folgeaufträge vor allem im Bereich der Bauten der Internationalen Bauausstellung (iba) erwartet.

Die igs fand von April bis Oktober 2013 zusammen mit der iba auf der Elbinsel Wilhelmsburg statt. Auf ca. 100 Hektar wurde mit einem Investitionsvolumen von 70 Millionen Euro das Motto „In 80 Gärten um die Welt“ umgesetzt. Über eine Millionen Besucher verzeichneten die Veranstalter, deutlich weniger, als die Initiatoren prognostiziert hatten.

VDL_Logo

Einkommenspotenziale für den Garten- und Landschaftsbau der Zukunft – welche Impulse bietet die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg?

Am Samstag, den 07. September 2013, laden die Bundesverbände und Landesverbände Ost, Hamburg, Hannover, Weser-Ems und Schleswig-Holstein von VDL und BHGL zu einer überregionalen Fachexkursion ein.

Immer mehr Menschen leben in urbanen Räumen – hier wird städtisches Grün zu einem wesentlichen Faktor der Lebensqualität, aber auch zu einem Instrument der schonenden Umweltgestaltung. Dabei müssen die Herausforderungen durch den Klimawandel und steigende Anforderungen an den Schutz der Umwelt vorausschauend integriert werden. Betriebe des Garten- und Landschaftsbaus müssen als Erbringer von Dienstleistungen besonders sensibel auf diese Anforderungen reagieren.

Die Internationale Gartenschau 2013 in Hamburg ist ein Großprojekt des Garten- und Landschaftsbaus par excellence und stellt eine moderne Stadtentwicklung in den Fokus. Im Rahmen der Exkursion sollen die hierzu umgesetzten Konzepte besichtigt und diskutiert werden. Gartenbauexperten werden die Exkursion begleiten und die Impulse erläutern, die sich für die Ausrichtung des betrieblichen Leistungsspektrums an künftige Marktanforderungen ergeben.

Mitglieder der anderen Landesverbände sind herzlich eingeladen, auch an der Veranstaltung teilzunehmen.

Programm
bis 10.00 Uhr Anreise
10.00 Uhr Führung unter dem Motto: „Von Gartenbauexperten für Gartenbauexperten“ über das igs-Gelände und Vorstellung verschiedener Konzepte im Garten- und Landschaftsbau. (N.N., Team der igs)
13.15 Uhr Mittagessen in einem Restaurant auf dem igs-Gelände
14.00 Uhr Fachführung zum Thema „Grüne Lebensräume in der Stadt – Anregungen für den Garten- und Landschaftsbau“ (N.N., Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau Hamburg e.V. (FGL))
16.00 Uhr Diskussion der Praxisrelevanz der igs-Konzepte für den Garten- und Landschaftsbau der Zukunft mit Dr. Michael Marret-Foßen, Geschäftsführer des FGL, dazu Kaffee und Kuchen
ab 18.00 Uhr Abreise

VDL_Logo

Regionale und internationale Märkte aus der Sicht eines Stalleinrichters

Ein Bericht vom AfterWORK AgrarTREFF im Juni mit einem sehr kompetenten Referenten.

Regionale und internationale Märkte aus der Sicht eines Stalleinrichters
waren das Thema des AfterWORKAgrarTREFF am 6. Juni im Etzhorner Krug. Mit Dipl. Ing. agr. Sven Guericke, der nach dem Agrarstudium in Gießen und anschließenden wissenschaft­lichen Tätigkeiten über den Vorstand der NORDMILCH in den Vorstand von BIG DUTCH­MAN gelangte, hatten wir einen sehr kompetenten Referenten gewonnen.

Als Schwerpunkt wurde an dem Abend der Markt für Schweine behandelt, da hier das größte Entwicklungspotential weltweit zu finden ist. In der Geflügelhaltung sind die Märkte bereits abgesteckt. Wie sind die Märkte von heute, wie entwickeln sich die Märkte in der Zukunft? Das sind spannende Fragen für einen Abend.

In Europa finden wir durch die politischen Rahmenbedingungen eine Entwicklung vor, die vollkommen losgelöst ist von der übrigen Welt. In Europa wird ein Wachstum nur noch in Süd- und Südosteuropa erwartet. Die zunehmende politische Einflussnahme wirft uns international im­mer weiter zurück. Die dadurch höheren Produktionskosten in D interessieren den internatio­nalen Markt nicht. China, Russland, Brasilien und Südostasien, das sind die Wachstumsmärkte der Zukunft.

Die USA als großer Produzent von Schweinefleisch werden Marktanteile verlieren, da die Futtermittel durch die starke Ethanolproduktion teurer werden. Zudem haben bereits 15 der 51 Staaten in Sachen Tierschutz erheblich nachgeholt. Die schärfsten Bedingungen stellen jedoch nicht die Behörden, sondern die Kriterien der Lebensmittelketten, die haftungsrechtlich bis zum Produzenten des Fleisches durchschlagen.

Große amerikanische Produzenten halten jeweils in eigenen Stallanlagen in den USA und in anderen Ländern teilweise mehr als eine Million Sauen, das bedeutet etwa 24 Millionen Schlachtschweine pro Jahr. Die Produktion wird zunehmend aus den USA in die Abnehmer­länder verlagert, da die Firmen marktnah wachsen wollen. In Brasilien läuft die Produktion auf Hochtouren und wird weiter wachsen, da die Standards in der Lebensmittelsicherheit noch gering sind, die einfachen Ställe und die niedrigen Umweltauflagen geringe Kosten verursa­chen.

China wird auf 50 % des Weltsauenbestandes kommen und 50 % des Weltverbrauches an Schweinefleisch erzeugen. Es tritt als größter Nachfrager auf den Märkten auf. Dieses haben wir vergleichbar bei dem Abend über die Weltgetreidemärkte mit AGRAVIS erfahren. Das größte Problem von China ist seine Ressourcenknappheit, vor allem an Wasser. Zur Zeit ver­sucht man dort stark die Versorgungssicherheit über eine Erschließung afrikanischer Staaten sowie über einen Technologiesprung in der heimischen Landwirtschaft zu erreichen.

Russland ist derzeit der interessanteste, aber auch ein sehr arbeitsintensiver Markt, der zur Zeit viertgrößte Importeur von Schweinefleisch. Man will dort eine Selbstversorgung von 80% bei einem Wachstum von 3% p. a. erreichen. Die politischen Rahmenbedingungen sind „suboptimal“ und sehr verworren.

Dänemark ist mit einem Selbstversorgungsgrad von 640 % der drittgrößte Exporteur nach den USA und D. Den größten Anteil haben dabei die Lieferungen nach China. DK zeichnet sich durch eine hohe Qualität und eine hohe Produktivität der Sauen aus. Umweltprobleme und -auflagen führen vermehrt dazu, dass die dänischen Schweinehalter auswandern.

International werden zunehmend große Einheiten von bis zu 10.000 Sauen an einem Standort errichtet. In D, NL und F sind 500 bis 600 Sauen möglich, in Italien, Spanien und Osteuropa sind bis 1.000 Sauen möglich (durchschnittliche Betriebsgrößen). In Deutschland beeinträchtigen der Fachkräftemangel, der Imageverlust und niedrige Auszahlungspreise ein Wachstum. Hier ist ein Wertewandel erfor­derlich.

Bei Tierwohl und Tiergesundheit gibt es ein deutliches Gefälle von Europa zur übrigen Welt. Sehr schwierig ist es, die Entwicklungen in der Politik vorherzusehen. Damit hat man hier in der näheren Vergangenheit schlechte Erfahrungen gemacht. Aus diesem Grunde befasst sich BIG DUTCHMAN mit Zukunftsstudien für eine aktive Beteiligung an der Gestaltung der Zukunft der Tierhaltung in Deutschland. Hier gibt es ein großes öffentliches Interesse und die Möglichkeit einer Lobbyarbeit, die der Politik intellektuellen Input liefert und versucht, teure Fehlentwicklungen zu vermeiden.

So wurden mit der Konzeptstudie 2030 sehr interessante Haltungsformen gezeigt und in der Praxis getestet. Grundlage ist u. a. eine sehr ausgiebige Sensorik, die alle erforderlichen Pa­rameter an eine Zentraleinheit liefert, die Störungen frühzeitig erkennt und Reaktionen aus­löst.

Es entstand die Frage, wie ein Unternehmen, das hier zu hohen Lohnkosten und unter einer sehr restriktiven Umweltpolitik produziert, im Weltmarkt bestehen kann. BIG DUTCHMAN liefert die Konzepte und setzt diese für den Investor um. Dazu kauft man die Materialien, die teilweise speziell für BIG DUTCHMAN gefertigt werden, von anderen Firmen zu. Investoren in Russland und China kaufen zunächst die einfache Grundausstattung, die zu geringen Kos­ten einen hohen Ertrag liefert. Dies ist u. a. aufgrund einer staatlich tolerierten starken Ver­nachlässigung der Umwelt möglich. Dabei übernimmt BIG DUTCHMAN für den Investor keinesfalls die Betriebsführung, allenfalls vermittelt man von dort Fachleute, um die einhei­mische Belegschaft zu schulen und im Anlauf der Anlage zu begleiten.

In vielen Ländern werden Umweltschutzauflagen schneller kommen als bisher erwartet. Hin­sichtlich Tiergesundheit wird es ebenfalls zu weiteren Auflagen kommen. Damit werden z. B. die Offenställe der Vergangenheit angehören. Aufgrund der langjährigen Erfahrungen bei der Ausrüstung der heimischen Tierhaltungsbetriebe unter deutschen Rahmenbedingungen hat BIG DUTCHMAN für jede Verschärfung der Umweltbedingungen in den Exportstaaten, sei es durch die Behörden oder die Vermarkter, ein Konzept bereit, um die Anlagen seiner Kun­den dort peu à peu an die neuen Rahmenbedingungen anzupassen. Weser-Ems als Ort für In­novationen für die Tierhalter in der Welt.

Sehr interessant war zu hören, wie in der Welt aus dem Nichts optimale Strukturen von riesi­gen Mastbetrieben rund um einen neuen Schlachthof errichtet werden. Das sind kostenopti­male Strukturen, die in Deutschland so nie mehr erreicht werden können. Auch war interes­sant, wie unterschiedlich die verschiedenen Kulturen mit den hochtechnischen Anlagen um­gehen. Es hätte noch lange gehen können, so lehrreich war es für die Zuhörer.

In der Diskussion wurden verschiedene Punkte noch vertieft.Abschließend kam selbstver­ständlich die VDL-Frage nach Arbeitsmöglichkeiten für unsere jungen Kollegen. Da bestehen in dem wachsenden Unternehmen viele Möglichkeiten. Wir waren überrascht von dem Nach­fragepotential. Örtliche Ungebundenheit, Sprachkenntnisse und Belastbarkeit bei Aus­landseinsätzen sind neben der fachlichen Eignung Einstellungsvoraussetzungen.

Der AfterWORK AgrarTREFF klang für einige Teilnehmer noch mit einem Bierchen auf der Terrasse des Etzhorner Kruges und der Erkenntnis, wieder einiges gelernt zu haben, aus.