VDL-Mitgliederversammlung und Parlamenatrischer Abend des VDL-LV Hessen

VDL-Mitgliederversammlung 2020 in Wiesbaden

Aufgrund der Corona-Pandemie findet die diesjährige Mitgliederversammlung des VDL Landesverbandes Hessen e.V. erst am Dienstag, 08. Dezember 2020, 16.00 Uhr, im Ratskeller Wiesbaden (gegenüber Hessischer Landtag), Schloßplatz 6, 65183 Wiesbaden, statt.

Im Mittelpunkt der Versammlung, die im Vorfeld des Parlamentarischen Abends 2020 (Beginn: 18.00 Uhr) des VDL Landesverbandes Hessen e.V. stattfindet, stehen neben den satzungsgemäßen Berichten auch Wahlen zum Vorstand. Alle hessischen VDL-Mitglieder erhalten gemäß Satzung fristgerecht eine Einladung mit Tagesordnung.

Der ursprüngliche Termin, Mittwoch, 24. Juni 2020, wird hiermit aufgehoben.

 

Parlamentarischen Abend 2020 des VDL Hessen

Aufgrund der Corona-Pandemie wird auch der diesjährige Parlamentarische Abend des VDL Landesverbandes Hessen e.V. verschoben. Er findet jetzt am Dienstag, 08. Dezember 2020, 18.00 Uhr, im Ratskeller Wiesbaden (gegenüber Hessischer Landtag), Schloßplatz 6, 65183 Wiesbaden, statt. Alle hessischen VDL-Mitglieder erhalten noch rechtzeitig eine persönliche Einladung.

Der VDL-Landesverband NRW ist neues Mitglied in der Theodor Brinkmann-Stiftung

In der jüngsten Mitgliederversammlung der Theodor Brinkmann-Stiftung wurde der VDL-LV NRW als neues Mitglied in die Stiftung aufgenommen. Dr. Martin Berges, Vorsitzender des Stiftungsrates, freute sich über den Neuzugang und die in Aussicht gestellten gemeinsamen Veranstaltungen. Er baue auf die Breitenwirkung des VDL und damit die Unterstützung des Erbes von Prof. Theodor Brinkmann an der Landwirtschaftlichen Fakultät in Bonn. Maximilian Jatzlau, Geschäftsführer des VDL-LV NRW betonte die Motivation der Mitgliedschaft mit dem gemeinsamen Ziel, den Wissenstransfer in die Praxis zu unterstützen. Dazu gehören neben gemeinsamen Veranstaltungen auch die Förderstipendien und Nachwuchspreise für junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen durch die Stiftung. Weitere Informationen über die Theodor Brinkmann-Stiftung finden Sie hier.

Vom Geld über die Idee zum Projekt – Grüne Runde in Bonn diskutierte über die Förderung der Agrarforschung

Die Agrarforschung ist wichtig. In Deutschland jedenfalls genießt sie einen hohen Stellenwert. Immerhin verfügt das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) über den viertgrößten Forschungshaushalt mit insgesamt rund 900 Millionen Euro allein für das Jahr 2019. Und dabei fließen nicht nur Gelder in Forschungsinstitute, sondern auch in die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), genauer gesagt in die Arbeit der BLE als Projektträgerin. Welche Funktion übernimmt die BLE in der Agrarforschung? Antwort hierauf gab Klaus Budde, Leiter der BLE-Gruppe Forschung und Innovation, bei der Grünen Runde der VDAJ-Landesgruppe Bonn und des VDL-Landesverbandes NRW Anfang März in Bonn.

 

„Wir als BLE betreiben keine Agrarforschung, sondern wir sind Projektträger und begleiten die Antragsteller von Forschungsvorhaben, und zwar im Auftrag des BMEL“, so Budde. Der Projektträger: das sind über 180 Beschäftigte in der BLE, die die Forschungsvorhaben von der ersten Beratung der Förderinteressenten bis hin zur administrativen Bearbeitung und fachlichen Begleitung in allen Projektphasen im Blick haben. „Ziel ist ganz klar die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit einer nachhaltigen Landwirtschaft“, so Budde. Schwerpunktthemen der Agrarforschung sind derzeit die Digitalisierung und die Nutztierstrategie.

Die Grüne Runde in Bonn diskutierte Anfang März mit Klaus Budde (mit Broschüre) von der BLE über die Förderung von Forschungsvorhaben in der Landwirtschaft (Foto: Privat)

 

Und wie laufen die Förderverfahren ab? Sie sind meist zweistufig, umfassen eine Skizzen- und Antragsphase. Interessierte reichen zu einer laufenden Bekanntmachung eine Projektskizze ein, die maximal zehn bis 15 Seiten umfassen sollte. Wird diese als förderwürdig eingestuft, kann ein formaler Antrag gestellt werden. „Die Skizzen werden von uns bewertet. Hierbei werden in der Regel auch Experten beteiligt. Wir erstellen dann die Liste für das Ranking und das BMEL entscheidet, welches Projekt gefördert wird“, erläuterte Budde. Was zunehmend an Bedeutung gewinne, sei am Projektende der Wissenstransfer in die Praxis. Dies geschehe beispielsweise durch Veröffentlichungen im Internet, Presseinformationen, begleitende Fachbroschüren und Fachveranstaltungen.

 

Meist handelt es sich bei den Antragsstellern um Forschungsverbünde mit interdisziplinären Ansätzen, aber auch natürliche und juristische Personen oder Unternehmen werden gefördert. Bei Universitäten kann die finanzielle Förderung für ein Projekt bis zu 100 Prozent sein. Bei kleineren Unternehmen werden bis zu 70 Prozent der Projektkosten gefördert. Zurzeit laufen rund 1.300 Forschungsvorhaben. Von den eingereichten Skizzen bleiben am Ende aber nur 30 Prozent übrig, so Budde. Ob gefördert werde oder nicht, sei abhängig von der Güte der eingereichten Skizze und wie viel Geld zur Verfügung stehe. In jedem Fall hat er einen wichtigen Tipp für die Antragsteller: „Vorher sollte man uns einfach ansprechen, denn eine gute Zusammenarbeit ist uns wichtig.“

 

Autorin: Elisabeth Legge

ABSAGE: Landesmitgliederversammlung VDL-LV Baden-Württemberg

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zu unserem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir entschieden haben die Landesmitgliederversammlung des VDL-LV Baden-Württemberg am 29. April 2020 aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie und im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes zu verschieben.

Der neue Termin wird sobald wie möglich bekannt gegeben.

Beste Grüße
Ihr Vorstand des VDL-LV Baden-Württemberg

ABSAGE: Nächster bayerischer VDL-Stammtisch am 16. März in München

Hinweis

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

zu unserem Bedauern möchten wir Ihnen mitteilen, dass wir entschieden haben den Stammtisch am 16. März 2020 im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes abzusagen.

Wir werden den Stammtisch zu einem späteren Zeitpunkt durchführen.

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

unser nächster VDL-Stammtisch findet am Montag den 16. März 2020 ab 19.00 Uhr im Wirtshaus „Der Pschorr“, Viktualienmarkt 15 in München statt. Gemäß Beschlusslage starten wir mit einem kleinen Impulsreferat und Diskussion, bevor es dann zum gemütlichen Teil des Abends übergeht.

Wir hoffen auf eine rege Teilnahme und freuen uns schon jetzt, Sie alle im Pschorr begrüßen zu dürfen.

 

Herzliche Grüße

Wolfgang Filter

Sebastian Eichelsbacher

Fruit Loistica: Exklusive Einblicke in die Obst- und Gemüsebranche

Bereits zum wiederholten Male konnte der VDL-Ost zahlreiche Studierende der Hochschulstandorte Berlin und Halle (Saale) für einen Besuch des weltweit bedeutenden Branchenevents der Obst- und Gemüseindustrie, der Fruit Logistica, begeistern.

In Form eines geführten Messerundgangs erhielten die Studierenden einen Einblick in Nacherntebehandlungen und Food Chain-Systeme. Den Auftakt des Rundgangs bildete das aus Kehl am Rhein stammende Traditionsunternehmen Kronen. Unter fachkundiger Leitung lernten die Studierenden die vielfältigen Aufbereitungs- sowie Sortiertechnologien der Firma kennen. Im Anschluss ging es weiter zum Messestand der Firma Frigotec aus Landsberg. Hier stellte Geschäftsführer Jörg Einenkel nicht nur innovative Reifetechnologien, sondern auch das im vergangenen Jahr mit dem Silberaward ausgezeichnete Softripe-Verfahren für Bananen und Avocados vor. Eine weitere Station des Rundgangs bildete der Stand des international agierenden Unternehmens Agrofresh. Hier erhielten die Studierenden einen exklusiven Einblick in die neuartige SmartFresh-Technologie des Unternehmens. Den Abschluss des Rundgangs bildete das Unternehmen Bayer Crop Science. Am Stand stellte Christiane Höne u.a. das Food Chain Projekt vor. Dieses treibt die Anwendung nachhaltiger landwirtschaftlicher Methoden maßgebend voran und hat sich in den vergangenen Jahren zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Erzeugern, Händlern und Verarbeitungsbetrieben weltweit entwickelt.

Der VDL-Ost bedankt sich für die Kooperation mit der Forschungsgruppe „Produktqualität und Qualitätssicherung“ der Humboldt Universität zu Berlin unter Leitung von Frau Prof. Dr. agr. Susanne Huyskens-Keil und für die freundliche Unterstützung von Bayer CropScience.

Text: Max Eckelmann

ABSAGE – VDL-Studienreise nach Finnland vom 31. Mai bis 7. Juni 2020

25 Jahre EU-Mitgliedschaft Finnlands – können wir von Finnlands Landwirtschaft lernen?

Studienfahrt nach Finnland mit Landwirtschaft und Kultur (31. Mai bis 7. Juni 2020)

1995 ist Finnland in die Europäische Union eingetreten. Man hat sich davon positive Auswirkungen auf die finnische Wirtschaft versprochen und dafür potenziell negative Effekte für die finnische Landwirtschaft in Kauf genommen. Aufgrund der klimatischen Verhältnisse spielt die Landwirtschaft für die Volkswirtschaft nur eine untergeordnete Rolle; der Anteil der landwirtschaftlich genutzten Fläche lag 2013 bei 7,4 %. Seit dem Beitritt hat die finnische Landwirtschaft einen gravierenden Strukturwandel erlebt. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe wird auf 47.000 geschätzt, bis 2025 sollen es nur noch 37.000 sein. Heute stellt sich die Frage, wie sich die finnische Landwirtschaft im EU-Wettbewerb behauptet, mit welchen Strategien die Agrarbranche den Chancen und Risiken der gemeinsamen Agrarpolitik begegnet und wie sich der Sektor seit dem Beitritt entwickelt hat.

Nicht alle landwirtschaftlichen Kulturen können unter den naturräumlichen und klimatischen Bedingungen des Landes angebaut werden. Die mit bis zu 19 Stunden Tageslicht sehr langen Sommertage können die insgesamt kurze Vegetationsperiode von 120 bis 150 Tagen nur teilweise kompensieren. Die Produktionskosten sind vergleichsweise hoch, ohne dass Spitzenerträge zu realisieren sind. Die Lage bringt aber auch Vorteile mit sich, so ist der Krankheitsdruck aufgrund der harten Winter gering und der Verbrauch an Pflanzenschutzmitteln entsprechend niedrig. Die fruchtbarsten Gebiete liegen im Süden und Südwesten Finnlands, wo vor allem Getreide angebaut wird. Wirtschaftlich bedeutend sind Milcherzeugung und Schweinehaltung auf überwiegend einheimischer Futterbasis.

Foto: Pixabay

Finnische Lebensmittel genießen bei der einheimischen Bevölkerung eine hohe Wertschätzung, obwohl sie aufgrund höherer Produktionskosten teurer sind als EU-Importe. Mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von 2,3 Mio. ha kann ein sehr hoher Selbstversorgungsgrad von ca. 80 % erreicht werden. Einen hohen Stellenwert hat die finnische Qualitätsstrategie und man ist dort stolz auf die im internationalen Vergleich strengen Tierhaltungsvorschriften und den geringen Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln und Antibiotika.

Die hohe Eigenversorgung mit Lebensmitteln ist politisch gewollt und wird auch finanziell gefördert. Die Bevölkerung trägt diese Strategie mit, indem sie finnische Lebensmittel gegenüber Importen präferiert.

Die Studienfahrt, die von den VDL Landesverbänden Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und dem VDL-Bundesverband in Zusammenarbeit mit LandLust Reisen vorbereitet wurde, bietet den Teilnehmern am Beispiel Südfinnlands einen Einblick in die Strukturen der finnischen Landwirtschaft. Dazu werden landwirtschaftliche Betriebe mit unterschiedlichen Produktionsschwerpunkten besichtigt, auch die Forstwirtschaft wird thematisiert. Außerdem stehen Gespräche mit Vertreter*innen von Institutionen der Beratung und Agrarverwaltung sowie berufsständischen Verbänden auf dem Programm.

Autor: Ruth Franken

TERMINÄNDERUNG: Nächster Stammtisch der VDL-Landesgruppe Bayern

Terminänderung

Aufgrund von Sturmtief “Sabine” muss der Stammtisch der VDL-Landesgruppe Bayern auf den 17. Februar 2020 verschoben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.

 

Die VDL-Landesgruppe Bayern nimmt weiter Fahrt auf. Am Montag, den 17. Februar 2020 findet ab 19.00 Uhr im Gasthof “Der Pschorr” (Viktualienmarkt 15) der nächste Stammtisch in München statt. Alle Kolleginnen und Kollegen des VDL und BHGL sowie Interessierte sind herzlich zum VDL-Stammtisch eingeladen.

NEU! VDL-Stammtisch mit Impulsvortrag

Neu bei diesem Stammtisch wird ein Impulsvortrag zum Thema “Einblicke in den Berufsalltag eines Verbandsgeschäftsführers” von Herrn Dr. Wolfgang Filter sein. Herr Dr. Filter war 30 Jahre lang Hauptgeschäftsführer des bayrischen Bäckerverbandes und ist nun Geschäftsführer des Kulinarischen Erbe Bayern e.V.

Wir bitten um eine kurze Zusage an Herrn Dr. Filter

Falls Ihnen eine Teilnahme nicht möglich sein sollte, würden wir uns sehr freuen, wenn Sie Ihren Kolleginnen und Kollegen von diesem Stammtisch berichten.

VDL-Fachtagung „Nachhaltige Landwirtschaft“

Am Montag, 13. Januar 2020, fand die traditionelle Fachtagung des VDL Landesverbandes Hessen e.V. im Rahmen der 72. Landwirtschaftlichen Woche Nordhessen 2020 in der Stadthalle Baunatal statt. Meike Packeiser, Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG), Frankfurt am Main, referierte zum Thema „Woran erkennt man Nachhaltigkeit auf landwirtschaftlichen Betrieben und wie lässt sie sich verbessern?“ und stand den Kolleginnen und Kollegen in einer Diskussion Rede und Antwort.

“Nachhaltigkeit…ist zu einer der bedeutenden gesellschaftlichen Anforderungen geworden.”

„Nachhaltigkeit in der Lebensmittellieferkette ist zu einer bedeutenden gesellschaftlichen Anforderung geworden. Immer mehr Verbraucher erwarten, dass die Herstellung der Lebensmittel unter sozialgerechten Bedingungen, ohne negative Umweltwirkungen und unter Berücksichtigung des Tierwohls erfolgt. Die umfassende Nachhaltigkeitsleistung landwirtschaftlicher Betriebe bei der Erzeugung pflanzlicher und tierischer Produkte richtig einschätzen und bewerten zu können ist für die Betriebsleiter, für die Handelspartner entlang der Lebensmittelkette wie auch für Verbraucher eine große Herausforderung“, so Meike Packeiser. Der DLG-Standard Nachhaltige Landwirtschaft Ackerbau hilft dieses komplexe und umfangreiche Themengebiet einfach und verständlich darzustellen. Zudem soll er Betriebsleitern die Möglichkeit geben, die Betriebsführung hinsichtlich der Struktur, der Bewirtschaftungsintensität und der Verfahrensgestaltung unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu optimieren. Dabei gibt er Hilfestellung mit welchen konkreten Maßnahmen die Verbesserungen erreicht werden können. Mit dem Nachhaltigkeitsprofil dokumentiert der Landwirt die nachhaltige Wirtschaftsweise gegenüber Geschäftspartnern und der Öffentlichkeit und kann detailliert und glaubhaft über die Nachhaltigkeitsleistung seines Bewirtschaftungssystems informieren. Der DLG–Standard Ackerbau umfasst 23 Indikatoren in den vier Bereichen Ökologie, Soziales, Ökonomie und Management.

DLG–Standard Ackerbau umfasst 23 Indikatoren

Meike Packeiser (Foto: Privat)

Die acht ökologischen Indikatoren sind: Stickstoff-Saldo, Phosphor-Saldo, Humusbilanz-Saldo, Pflanzenschutz, Biodiversität, Treibhausgase, Wasserschutz und Bodenschutz. Mit acht Indikatoren aus den Bereichen Arbeit, Beschäftigung und sozialem Engagement wird die soziale Nachhaltigkeit beschrieben. Es sind die Indikatoren: Entlohnung der Arbeitskraft, Arbeitszeit, Urlaubstage, Aus- und Fortbildung, Arbeits- und Gesundheitsschutz, Arbeitnehmerbelange, Gesellschaftliches Engagement und Arbeitgeber. Die einzelnen Indikatoren werden mit einem Fragebogen durch eine Betriebsleiterbefragung erfasst und anschließend ausgewertet. Die Berücksichtigung der Ökonomie bei der Beurteilung der Nachhaltigkeit landwirtschaftlicher Betriebe ergibt sich aus dem ganzheitlichen Nachhaltigkeitsansatz. Mit Hilfe der ökonomischen Kennzahlen soll überprüft werden, inwieweit landwirtschaftliche Unternehmen neben der Einhaltung der vorgegebenen sozialen und ökologischen Anforderungen auch einen ökonomischen Erfolg aufweisen. Die dafür notwendigen Daten werden dem Jahresabschluss der Betriebe entnommen. Die Indikatoren sind: Ordentliches kalkulatorisches Ergebnis, Netto-Cash-Flow, Ausschöpfung der langfristigen Kapitaldienstgrenze, Gewinnrate und Eigenkapitalquote. Von nachhaltig wirtschaftenden Betrieben werden in der Betriebsführung Maßnahmen zur Compliance und zum Risikomanagement erwartet. Diese Anforderungen sind in dem Bereich Management zusammengefasst. Die Compliance beinhaltet Maßnahmen und Prozesse, die im Unternehmen dazu führen, dass Regelkonformität im rechtsverbindlichen und ethischen Bereich gewährleistet werden.

Risikomanagement soll Risikien minimieren oder abwenden

Beim Risikomanagement sollen sich Landwirte mit den unternehmerischen Risiken auseinandersetzen und Maßnahmen entwickeln, diese Risiken abzuwenden oder zu minimieren. Für diese beiden Bereiche werden verpflichtende Anforderungen formuliert, die Betriebsleiter unterstützen sollen, sich den Herausforderungen einer verantwortungsvollen Unternehmensführung zu stellen. Das DLG-Programm wird über eine webbasierte Software gesteuert, Plausibilitätschecks und Vor-Ort-Audits sind Bestandteile der Durchführungsbestimmungen. Die zur Nachhaltigkeitsbewertung notwendigen Daten kommen aus unterschiedlichen Betriebsbereichen und werden in der webbasierten Software DLGcert erfasst. Für den Bereich Ökologie können die betrieblichen Anbaumaßnahmen mit der in der Software integrierten Hof- und Feldverwaltung für alle vorhandenen Flächen schnell und einfach dokumentiert werden. Zusatzabfragen für die Bereiche Ökologie, Soziales, Management und Ökonomie werden über digitale Fragebögen in dem Programm erfasst. Sind alle notwenigen Daten vorhanden und durch den Betrieb freigegeben, wird das Nachhaltigkeitsprofil errechnet.

 

Weitere Informationen siehe DLG-Nachhaltige Landwirtschaft – Nachhaltige Landwirtschaft.

 

Zur Person:

Meike Packeiser hat Agrarwissenschaften an der Justus-Liebig-Universität in Gießen studiert. Sie verantwortet bei DLG e.V. als Fachgebietsleiterin Nachhaltigkeit die Entwicklung von Standards und digitalen Lösungen für das Nachhaltigkeitsmonitoring landwirtschaftlicher Unternehmen im Pflanzenbau und in der Tierhaltung. Dabei koordiniert sie die Festlegung und inhaltliche Ausgestaltung von Messgrößen in den Bereichen Umwelt- und Ressourcenschutz, Wirtschaftlichkeit, soziale Gerechtigkeit, Unternehmensverantwortung und Tierwohl. An der Schnittstelle zur Lebensmittelkette, Wissenschaft, Nichtregierungsorganisationen, Verwaltung und landwirtschaftlicher Praxis gilt es Programme zu entwickeln, die die landwirtschaftlichen Prozesse nachhaltig, transparent, rückverfolgbar und zukunftsfähig machen, den Verbrauchern Informationen über den Mehrwert der nachhaltigen Erzeugung von Lebensmitteln geben und die Reputation der Landwirtschaft in der Gesellschaft verbessern.

 

VDL-Landesverband Niedersachsen auf der Grünen Woche

Seit 1969 richtet die Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft den nieder­sächsischen Messeauftritt auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin aus. Auch in diesem Jahr wurde in Halle 20 wieder ein vielseitiges Programm mit Brauchtum zum Anfassen, köstlichen Spezialitäten von niedersächsischen Unternehmen und Einblicken in die schönsten Gegenden unseres Bundeslandes geboten. Natürlich waren wir wieder mit dabei, befassten uns mit den Zukunftsperspektiven unserer Land- und Ernährungswirtschaft, nutzten den Niedersachsen-Abend ausgiebig zum Netzwerken und verschafften uns auf der Messe einen kompakten Überblick über die neuesten Trends.

Zukunft der Landwirtschaft erfordert Mut zur Veränderung

Hat uns was zu sagen: Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (Foto: Jens Ditter)

Vor dem abendlichen Netzwerk-Vergnügen stand die Beschäftigung mit einem ernsten Thema an. Die von der Marketinggesellschaft organisierte Zukunftswerkstatt widmete sich mit einem Expertenpodium von Rang und Namen dem “Agri-Food-Sektor im Transformationsprozess” und diskutierte die Frage, wie die Landwirtschaft die Treiber der Zukunft nutzen kann.

„Wie sollen wir uns konkret anpassen, und woran?“, fragte Ulrich Löhr, Vorstandsvorsitzender der Marketinggesellschaft, und bemängelte, dass die Bundesregierung ja „nur auf Sicht fahre“. Dabei werde in der gesellschaftlichen Diskussion außer Acht gelassen, dass die Landwirtschaft nicht nur CO2 produziere, sondern gleichzeitig zu den großen CO2-Senkern gehöre; außerdem leiste sie einen wesentlichen Beitrag zur Sicherheit und Qualität der Ernährung. Die Experten auf dem Podium vertraten teilweise recht kontroverse Positionen und präsentierten ein breites Spektrum von Einschätzungen. Kompetenzen und Ressourcen für zukunftsfähige Lösungsansätze seien gegeben, sie erforderten aber auch den Mut zur Veränderung, zu unkonventionellen Lösungsansätzen und die Bereitschaft, “für etwas zu sein”. Dann sei die Basis für die eigene Gestaltung der Zukunft gegeben. Mit Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast und Ministerpräsident Stefan Weil, der das Schlusswort sprach, war auch die niedersächsische Politik prominent vertreten, und nicht in allen Fragen herrscht Einigkeit mit der Bundespolitik.

Netzwerken auf höchstem Niveau

Höhepunkt des niedersächsischen Messeauftritts in Berlin ist der Niedersachsen-Abend – ein Branchentreff, bei dem kein Niedersachse fehlen sollte. Sehen und gesehen werden, wirklich jede/r, der oder die in der Branche etwas zu sagen oder zu tun hat, ist hier dabei. Entsprechend voll und laut war es auch in diesem Jahr wieder, 3.000 Gäste füllten die Halle 20, hatten sich eine Menge zu sagen, feierten abgeschlossene Projekte und hoben neue aus der Taufe. Dazu gab es reichlich Gutes aus Niedersachsen in fester und noch mehr in flüssiger Form und Stimmung von der Bühne, was bei der gebotenen Hallenakustik allerdings eher zu einem Wettbewerb in Dezibel mutierte. Seit einigen Jahren folgen auch die niedersächsischen VDLer dem Ruf nach Berlin und laden sich dazu auch gleich noch Gäste aus den benachbarten Landesverbänden ein. Auch in diesem Jahr war der VDL wieder gut vertreten.

Du entscheidest

Nach einer kurzen Nacht zogen die Teilnehmer*innen noch einmal zur Grünen Woche, um sich ein wenig umzusehen und dann einen gemeinsamen Rundgang in der Halle des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zu erleben. Hier wurde uns die besondere Ehre zuteil, von Cornelia Berns persönlich alles über das Hallenkonzept zu erfahren. Als neue Leiterin der Unterabteilung „Bodenmarkt, Export, Absatzförderung“ im BMEL ist sie unter anderem zuständig für das Messereferat, wo das Ausstellungskonzept ausgearbeitet wurde.

Unter dem Motto “Du entscheidest” stellte das BMEL in diesem Jahr den Verbraucher und seine Einflussmöglichkeiten innerhalb der Wertschöpfungskette in den Mittelpunkt seiner Messe-Präsenz in Halle 23a. In das Ausstellungskonzept waren zahlreiche Institutionen im Geschäftsbereich des BMEL mit einem breiten Spektrum von Themen eingebunden. So war das Bundessortenamt in Hannover vor Ort, um den Messebesuchern die Feinheiten bei der Beurteilung unterschiedlicher Kartoffelsorten nahezubringen. Dazu konnte man die verschiedenen Sorten auch verkosten. Herkunfts- und Qualitätskennzeichnung und das Unterbinden krimineller Machenschaften waren ein weiteres zentrales Thema in mehreren Ausstellungsbereichen. Das Max-Rubner-Institut informierte über marine Speisefische und zeigte, wie sich herausfinden lässt, ob im Restaurant wirklich der teure Qualitätsfisch auf den Tisch kommt oder nur ein “Plagiat” unter der Panade versteckt wurde.

Kartoffelvielfalt – ansprechend präsentiert vom Bundessortenamt (Foto: Horst Ringe)

Vom Einkauf in einem virtuellen Supermarkt bis hin zur Zubereitung und Verwertung von Nahrungsmitteln wurde aufgezeigt, wie der Verbraucher mit seinen eigenen Entscheidungen Einfluss entlang der Stufen im Nahrungsmittelbereich nimmt. Inwieweit sich über die Zahlungsbereitschaft auch Veränderungen bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln, vor allem in der Landwirtschaft, auf den Weg bringen lassen, ließ sich auf einem virtuellen Landwirtschaftsbetrieb ausprobieren. Hier konnte der Messebesucher verschiedene Vorgaben zum Tierwohl auswählen und nachvollziehen, welchen Einfluss seine Vorgaben auf die Produktionskosten und den daraus resultierenden Verbraucherpreis haben.

Ob Tropenholz aus nachhaltiger Forstwirtschaft oder zertifiziertes Palmöl, Ideen für den Insektenschutz im eigenen Garten, Rezepte für die Verwertung von Nahrungsmittelresten oder Alltagsprodukte aus Biokunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen – über all das und noch viel mehr konnte man sich in dieser wirklich vielseitigen Halle informieren. Dabei wurde gleichzeitig deutlich, wie das BMEL mit seinen Forschungseinrichtungen durch politisches Handeln und Forschung den Rahmen für bewusste Verbraucherentscheidungen schafft.

Dass der VDL “nicht der Kegelclub” ist und die Teilnehmer*innen kompetent und kritisch nachfragen würden, war Cornelia Berns natürlich klar, schließlich ist sie auch langjähriges Vorstandsmitglied im VDL Landesverband Ost. So waren wir bei ihr nicht nur im doppelten Sinne bestens aufgehoben, sondern wurden nach der Führung auch noch zu einer echten Berliner Currywurst eingeladen. Dabei ergab sich die Gelegenheit, die Eindrücke aus dem Hallenrundgang im Gespräch zu vertiefen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Cornelia Berns und kommen nächstes Jahr gerne wieder zur Grünen Woche nach Berlin.

Torsten Hansen, Ruth Franken

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