Hochschulen der Region Mittelrhein unterzeichneten Kooperationsvertrag für die Bundesgartenschau 2029

Auf dem Campus der TH Bingen trafen sich zur Vertragsunterzeichnung (von links): Prof. Dr. Antje Krause (Technische Hochschule Bingen), Prof. Dr. Stefan Wehner (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran (Hochschule Koblenz) und Prof. Dr. Hans Reiner Schultz (Hochschule Geisenheim). Bildquelle: TH Bingen / Christine Böser

In sieben Jahren öffnet die Bundesgartenschau Welterbe Oberes Mittelrheintal 2029 ihre Tore. Mit dieser Großveranstaltung geht ein Entwicklungsprozess einher, der die Region nachhaltig prägen sowie verändern wird und auch für die hiesigen Hochschulen eine besondere Chance darstellt. Die Technische Hochschule Bingen, die Hochschule Koblenz, die Universität Koblenz-Landau und die Hochschule Geisenheim haben nun an der Technischen Hochschule Bingen einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, in dem die vier Bildungseinrichtungen ihre Zusammenarbeit und gemeinsame Präsenz auf der Bundesgartenschau 2029 vereinbart haben.

„Die BUGA 2029 stellt für unsere Hochschulen eine besondere Chance dar, um auf dieser Plattform die Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal mit ihren vier Standorten und der Vielfalt an inhaltlichen Ausrichtungen und Studiengängen öffentlichkeitswirksam zu präsentieren“, betont Prof. Dr. Kristian Bosselmann-Cyran, Präsident der Hochschule Koblenz. Neben der praktischen Verankerung der Hochschulen in der Region erhöhe dies ihre Sichtbarkeit für ein internationales Publikum. Auch Prof. Dr. Antje Krause, Präsidentin der Technischen Hochschule Bingen, ist sich sicher: „Ein gemeinsamer Auftritt der Hochschulen kann wesentlich dazu beitragen, das Profil der Hochschullandschaft im Oberen Mittelrheintal zu stärken und die Potenziale der BUGA 2029 wirkungsvoll auszuschöpfen.“

Der unterzeichnete Vertrag sieht vor, dass sich die Hochschulen in den kommenden Jahren gemeinsam an den Vorbereitungen zur Bundesgartenschau beteiligen und dort während der Durchführung im Jahr 2029 gemeinsam auftreten. Eine gemeinsame Präsenz der Hochschulen kann sich in der Praxis in vielfältigen Kooperationen in Lehre und Forschung niederschlagen, wie in dem seit vielen Jahren laufenden kooperativen Studiengang zum Thema Keramik und dem geplanten zum Thema Gewässerkunde oder zum Thema Wasser. Weiterhin denkbar sind beispielsweise Veranstaltungen wie Tagungen, Vortragsreihen und Workshops sowie Ausstellungsbeiträge und Bürgerbeteiligungen. „Gleichzeitig ist neben der fachlich-inhaltlichen Ebene auch eine gemeinsame Dachmarke mit Logo, Internetauftritt und breit aufgestellter Öffentlichkeitsarbeit von Vorteil, um Ressourcen zu bündeln und die Wirksamkeit zu erhöhen“, erklärt Prof. Dr. Stefan Wehner, Vizepräsident für Koblenz der Universität Koblenz-Landau.

Die Zusammenarbeit der vier Hochschulen ist in den vergangenen drei Jahren durch regelmäßigen Austausch der Hochschulen untereinander sowie mit der Entwicklungsagentur Rheinland-Pfalz, aus der mittlerweile die BUGA Koblenz 2029 GmbH hervorgegangen ist, beständig gewachsen. Basis für diese Zusammenarbeit waren und sind gemeinsame Lehr- und Forschungsprojekte im Oberen Mittelrheintal, beispielsweise in Form der Studie „Kommunale Klimaanpassung im Welterbe Oberes Mittelrheintal“, die 2020 von der Hochschule Koblenz, der Technischen Hochschule Bingen und der Hochschule Geisenheim gemeinsam veröffentlicht wurde.

Obwohl sieben Jahre bis zur Durchführung der Bundesgartenschau 2029 nach einer langen Zeit klingen, werden bereits jetzt wichtige Weichenstellungen wie etwa die Wettbewerbe der Planungsbüros im Jahr 2023 vorgenommen. „Parallel dazu werden die kooperierenden Hochschulen eigene Visionen formulieren, damit die Konzepte Hand in Hand gehen können“, weiß Prof. Dr. Hans Reiner Schultz, Präsident der Hochschule Geisenheim, „um unsere Chance auf Mitgestaltung in dieser Phase zu nutzen und als Kooperationspartner handlungsfähig zu sein, möchten wir nun den Austausch untereinander noch intensivieren und in einem nächsten Schritt ein gemeinsames Leitbild als Basis unserer gegenseitigen Unterstützung formulieren.“ Dazu ist im Frühjahr ein Workshop an der Hochschule Koblenz geplant, der die fachlich-inhaltliche Ausrichtung der wissenschaftlichen Beiträge weiter konkretisieren wird.

Quelle: HS Geisenheim University

Prof. Lore Steubing – ein Leben für die Pflanzenökologie

Foto: JLU/Maria Sikorski

JLU würdigt Pflanzenökologin und erste Professorin Lore Steubing zum 100. Geburtstag mit einem Festakt – Eröffnung einer Wanderausstellung

Erinnerung an die vorbildliche Pionierarbeit einer herausragenden Wissenschaftlerin: Das Institut für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen gedachte der im Januar 2012 verstorbenen Professorin Dr. Dr. h.c. Eleonore („Lore“) Steubing anlässlich ihres 100. Geburtstags mit einem Festakt. Zugleich wird die Wanderausstellung „Lore Steubing – Eine Menge an Energie“ eröffnet, die vom Institut für Biologiedidaktik der JLU für das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) erstellt wurde. Der Festakt kann im Livestream https://youtu.be/IHHT05sAy00 abgerufen werden.

„Prof. Lore Steubing war eine außergewöhnliche Persönlichkeit und herausragende Wissenschaftlerin. Ihr Name steht seit über 50 Jahren für die Bedeutung der Pflanzenökologie nicht nur in Gießen, sondern weit darüber hinaus. Sie ist Botschafterin der Justus-Liebig-Universität Gießen und hat den Namen der Universität in die Welt getragen“, erklärte Prof. Dr. Christoph Müller, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Pflanzenökologie (IFZ) der JLU und zweiter Nachfolger von Prof. Lore Steubing.

Prof. Dr. Dr. h.c. Eleonore („Lore“) Steubing

Lore Steubing wurde am 1. Februar 1922 in Hamm/Westfalen geboren. Schon während der Schulzeit entdeckte sie die Liebe für die Biologie und die ökologische Forschung. Dieses Interesse führte sie nach dem Abitur im Jahr 1939 zum Biologiestudium an die Friedrich-Wilhelms-Universität (heute Humboldt Universität) in Berlin. Da sie das Studium kriegsbedingt dort nicht fortsetzen konnte, zog sie mit ihrem Vater und ihrer sehr geliebten Stiefmutter (ihre Mutter war kurz nach ihrer Geburt verstorben) nach Greifswald/Pommern, dem Geburtsort ihres Vaters. Dort setzte sie ihr Studium an der Ernst-Moritz-Arndt Universität fort. In den ersten, sehr schwierigen Nachkriegsjahren arbeitete sie neben ihrem Studium unter anderem als Schafschererin, Stallmagd und Melkerin. Ihr Studium schloss sie 1947 mit der Promotion über „Beiträge zur Ökologie der Hiddenseer Strandpflanzen unter besonderer Berücksichtigung der Wurzelsysteme“ ab. Von dort aus folgte sie einem Ruf der Pädagogischen Hochschule in Potsdam. Ende 1952 habilitierte sie sich dort im Fach Botanik und lehrte bis Ende 1956 die Allgemeine Botanik und Geobotanik.

Anfang 1957 floh sie über Berlin (West) in die Bundesrepublik, obwohl sie kurz zuvor in Potsdam eine Professur mit Lehrauftrag für Allgemeine Botanik und Geobotanik erhalten hatte. Aufgrund eines wissenschaftlichen Kontakts wählte sie Gießen als Anlaufpunkt. Trotz anderer Möglichkeiten, etwa ein Ruf zur ETH Zürich und ein Wechselangebot zur UNESCO in Paris, blieb Gießen bis zu ihrem Tod im Jahr 2012 der Lebensmittelpunkt von Prof. Steubing.

Der Start in Gießen war für sie allerdings alles andere als einfach. Bevor sie eine Assistentenstelle erhielt, musste sie sich mit einer Aushilfstätigkeit beim Deutschen Wetterdienst bescheiden. Erst 1969 erreichte sie ihr angestrebtes Ziel: Sie wurde ordentliche Professorin und erste Direktorin des neu gegründeten Instituts für Pflanzenökologie, das sie bis zu ihrer Emeritierung leitete und systematisch weiterentwickelte.

Für Lore Steubing war es von zentraler Bedeutung, Fragen der Pflanzen- und Agrarökologie sowie deren Auswirkungen auf die Lebensverhältnisse ganzheitlich zu sehen. Eine Erkenntnis, die gerade in jüngster Zeit vor dem Hintergrund der globalen Probleme zurecht betont wird. Interdisziplinäre Forschungsansätze und internationale Zusammenarbeit sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Erforschung der globalen komplexen Fragen im Zusammenhang mit dem Klimawandel. Prof. Steubing hat dies früh erkannt. Um die Bedeutung ökologischer Forschung in Deutschland besser zu vernetzen und sichtbarer zu machen, wurde auf ihre maßgebliche Initiative hin 1972 in Gießen die „Gesellschaft für Ökologie“(GFÖ) gegründet und durch sie als Gründungspräsidentin geleitet. Heute ist die GFÖ eine der größten ökologischen Gesellschaften Europas.

Darüber hinaus hat sie sich auch für internationale Forschungszusammenarbeit eingesetzt, eine Vielzahl von Exkursionen in zahlreiche Länder durchgeführt und erfolgreich Forschungsnetzwerke u. a. mit Chile, China, Kolumbien, Ungarn und der Zentralafrikanischen Republik begründet. In Anerkennung ihrer wissenschaftlichen Lebensleistung wurde sie mit dem „Deutschen Umweltschutzpreis 1982“ ausgezeichnet.

Die Pflanzenökologie war für Prof. Lore Steubing keine isolierte Wissenschaft von einigen wenigen Experten, sie sah darin vielmehr die Grundlage für das Verständnis unserer Ökosysteme, für die wir deshalb auch alle gemeinsam Verantwortung tragen und sie gemeinsam schützen müssen. Diesen Anspruch hat sie auch nach ihrer Emeritierung in ihrer weiteren internationalen Arbeit gelebt und ihr reichhaltiges Wissen weitergegeben, u.a. als Honorarprofessorin in Shanghai, China, und Valdivia, Chile.

Lore-Steubing-Institut

Das Land Hessen hat im Juli 2021 das Lore-Steubing-Institut (LSI) als universitätsübergreifenden Forschungsverbund gegründet. Das LSI ist ein Zusammenschluss des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), der Universitäten Gießen, Darmstadt, Marburg, Kassel und Frankfurt am Main, der Hochschule Geisenheim University sowie der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung. Mit dem Lore-Steubing-Institut wird die Biodiversitätsforschung in Hessen gebündelt, und Forschungseinrichtungen und der behördliche Naturschutz in Hessen arbeiten zukünftig noch enger für den Natur- und Artenschutz zusammen.

https://www.hlnug.de/themen/naturschutz/lore-steubing-institut

 

 

 

 

 

 

Quelle: JLU + LSI

VDL-Niedersachsen: Studienreise 2022 in die Eifel

Foto: pixabay  Text: VDL-Niedersachsen

Seit der Entscheidung, unsere diesjährige Studienreise von Kasachstan nach Rheinland-Pfalz umzulenken, konnten wir schon viele Eckpunkte fixieren. Wir fahren vom 12. bis 19. Juni 2022 in die südliche Eifel, wo wir knapp nördlich von Bitburg Quartier nehmen. Von hier können wir in alle Richtungen spannende Ziele anfahren, dabei eine vielfältige Landschaft genießen und uns vorstellen, was ein Vulkanausbruch hier anstellen würde.

Einen Tag verbringen wir in Luxemburg bei einem wirklich großen Lohnunternehmer mit landwirtschaftlichem Betrieb und eigenem Fendt-Museum. Auf dem Programm stehen auch Milcherzeuger, Waldwirtschaft, alle dort üblichen Arten, Alkohol zu produzieren (natürlich mit Verköstigung) sowie Strategien für den Umgang mit dem Klimawandel.

Am 16. Juni 2022 haben wir schon einen festen Termin gebucht: Wir fahren zu den DLG-Feldtagen nach Kirschgartshausen. Unsere Begegnungsabende bringen uns mit lokalen Experten und unseren VDL-Kollegen vor Ort in Kontakt.

An den Details der Reise arbeiten wir noch, schauen Sie gelegentlich auf die Homepage, da finden Sie dann das Programm mit dem Anmeldeformular.

VDL-Bayern: Wie schaffen wir die Transformation zur klimaresilienten Landwirtschaft?

Foto: VDL-Bayern

Vom Humusaufbau über die Einkommensrelevanz von klimapositiven Maßnahmen auf Landwirtschaftlichen Betrieben bis hin zum NaPA-Praxisprojekt oder die zukünftige Förderkulisse der Politik. Mit diesen Vortragsimpulsen führte Prof. Franz-Theo Gottwald die 40 Teilnehmer der Onlineveranstaltung „Herausforderungen an eine Nachhaltige Landwirtschaft“ ein, um anschließend in ausführlicher Diskussion die Fragen und Anregungen der Teilnehmer zu besprechen.

In einer spannenden Vortragsveranstaltung mit 40 Teilnehmern referierte Prof. Gottwald über die Möglichkeiten und Herausforderung für die Zielstellung einer klimaresilienten Landwirtschaft. Bis 2050 muss sich auch die Landwirtschaft auf die Netto-Null für die Kohlenstoffbilanz einstellen. Dafür sind grundlegend neue Denkweisen und Handlungen in Politik, Gesellschaft und auf den landwirtschaftlichen Betrieben notwendig. Als Beispiel führte Prof. Gottwald die Chancen durch den Humusaufbau und den Humuserhalt in landwirtschaftlichen Böden an, die einen wesentlichen Beitrag zur Kohlenstoffbindung leisten können. Im Zuge dieses Beispiels wurde auch deutlich, dass Prof. Gottwald dabei eine wesentliche Anforderung in den Vordergrund stellt: Es handelt sich dabei um klimapositive Leistungen, die sich im Einkommen der Landwirte und Landwirtinnen widerspiegeln müssen und als relevanter Betriebszweig entwickeln sollten. Dafür müssen sich auch dringend die Förderkulisse und die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, die bisher nur eine Entschädigung ohne wirtschaftlichen Ertrag zulassen. Auf diesem Weg müssen deshalb neue Bildungs- und Beratungsmaßnahmen für Betriebsleiter und Betriebsleiterinnen aufgebaut werden. Ein Beispiel zur Umsetzung wurde von Prof. Gottwald durch das NaPA-Projekt angeführt, dass er als Prozessmoderator begleitet. Die zentrale Fragestellung im Projekt lautet: „Wie kann eine Landwirtschaft aussehen, die gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Klimaschutz, der Biodiversität, der Bodengesundheit und der Ökonomie der Landwirte leistet?“. Im Zentrum stehen die beteiligten Praxisbetriebe, die den Weg einer klimapositiven Landwirtschaft erproben, verbessern und langfristig implementieren wollen. Interessant ist dabei, dass es sich keineswegs um Klein- oder Nebenerwerbsbetriebe handelt. Vielmehr beteiligen sich am Austausch zukunftsorientierte Vollerwerbsbetriebe mit entsprechend aktuellem Technologiestand und Flächenausstattung. Ein weiteres zu betonendes Merkmal in dem Vortrag von Prof. Gottwald war der grundsätzliche Ansatz, dass klimapositive Landwirtschaft nicht als Extensivierung und Stilllegung oder Verwilderung verstanden werden sollte. Die Vorteile liegen in einer biodiversitätsfördernden und umweltpositiven Intensivierung von Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen.

Es folgte eine angeregte Diskussion über die Vortragsimpulse. Diskutiert wurde beispielsweise, ob Umwelt- oder Klimaleistungen möglicherweise regional an Kommunen oder Umweltbehörden „vermarktet“ werden können, welche Rolle die Industrie in der Transformation zur klimaresilienten Landwirtschaft spielt und welche Konkurrenzsituationen entstehen könnten. Zudem wurde diskutiert, welche Chancen in der Digitalisierung der Landwirtschaft in Bezug auf die Klimaresilienz liegen.
Ein gelungener Vortrag mit spannenden Einblicken und einem intensiven Austausch für die Landwirtschaft von morgen. Die VDL-Landesgruppe Bayern dankt Prof. Gottwald für den Input und die Zeit und allen Teilnehmern aus dem gesamten VDL Bundesgebiet für deren Interesse.

Text: VDL-Bayern

SAVE THE DATE: VDL-Jahrestagung 2022 vom 19.-21.05.2022 in Landshut

Foto: pixabay

Die VDL-Jahrestagung 2022 mit Bundesmitgliederversammlung und Exkursionsprogramm soll wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden!

Wir freuen uns auf persönliche Begegnungen und interessante Themen. Bitte merken Sie sich diesen Termin schon jetzt vor!

Weitere Informationen werden wir Ihnen zukommen lassen.

VDL-NRW: Digitale Grüne Runde mit Dr. Thorsten Klauke

Foto: pixabay

Weidetierhaltung vs. Wolf? Ist die Weidetierhaltung mit der Rückkehr des Wolfes vereinbar?

In Deutschland kehrt der Wolf seit Anfang des Jahrtausends in alte Lebensräume zurück, in
denen er seit fast 100 Jahren ausgestorben war. Auch in Nordrhein-Westfalen gibt es seit
einigen Jahren nicht nur Hinweise auf standorttreue Wölfe, sondern zunehmend auch nachgewiesene Tierrisse durch Wölfe. Während Teile der Bevölkerung die Wiederkehr des Wolfes in Deutschland und NRW begrüßen, sehen Weidetierhalter, insbesondere Schafhalter, ihre Tierhaltung und vereinzelt sogar die Existenz Ihrer Schafhaltung bedroht. So wurden im Jahr 2019 deutschlandweit 2476 Schafe durch Wölfe getötet oder verletzt – Tendenz steigend. Um Konzepte für ein möglichst konfliktarmes Nebeneinander von Mensch, Weidetierhaltung und Wolf in NRW zu erarbeiten, wurde bereits im Jahr 2010 die AG „Wolf in NRW“ beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz eingerichtet. Seitdem im Jahr2018 das erste Wolfsgebiet in NRW ausgewiesen wurde, unterstützt die Regierung Weidetierhalter durch Beratungsangebote und die Förderung präventiver Maßnahmen.
Dr. Thorsten Klauke, Geschäftsbereichsleiter Tierhaltung, Tiergesundheit der Landwirtschaftskammer NRW, und Fides Lenz, Referentin für kleine Wiederkäuer und Herdenschutz, werden in der digitalen Grünen Runde das nach wie vor hoch emotionale Reizthema „Wolf“ für unsere Mitglieder beleuchten und mit uns diskutieren. Dr. Klauke hat in Bonn Agrarwissenschaften studiert und eine Promotion angeschlossen. Er war mehrere Jahre Geschäftsführer einer Beratungsorganisation, bevor er im September 2019 zur LWK NRW wechselte. Frau Lenz ist ebenfalls studierte Agrarwissenschaftlerin und seit 2018 als Referentin bei der LWK NRW tätig. Sie ist darüber hinaus für den Schafzuchtverband, die
Schafzüchtervereinigung NRW und den Landesverband der Ziegenzüchter Westfalen-Lippe als Geschäftsführerin tätig. Frau Lenz ist mit den verschiedenen Blickwinkeln auf das Thema bestens vertraut.

Am 15. Februar 2022 bietet sich uns die Möglichkeit, gemeinsam mit Frau Lenz und Herrn
Dr. Klauke einen Blick auf die verschiedenen Aufgabenfelder rund um den Herdenschutz in
NRW zu werfen. Wir lernen die verschiedenen Akteure mit Ihren Verantwortlichkeiten und
die Förderangebote in NRW kennen. Im Anschluss können Sie gerne Ihre Fragen stellen.
Diese digitale Grüne Runde, zu der die VDAJ-Landesgruppe Bonn und der VDL-Landesverband NRW einladen, findet als Zoom-Meeting digital am 15. Februar 2022 zwischen 18.00 Uhr und 19.00 Uhr statt.
Zur Teilnahme verwenden Sie bitte folgende Zoom-Einwahldaten:
Link
Meeting-ID: 870 2036 0499
Kennwort: VDLNRW

Das Veranstaltungsformat „Grüne Runde“ richtet sich an alle Interessierten aus der Grünen
Branche und soll normalerweise – wenn Corona nicht dazwischenfunkt – sowohl dem fachlichen als auch dem kollegialen Austausch in lockerer Atmosphäre dienen. Wir freuen uns auf bekannte und neue Gesichter im Rahmen der digitalen Grünen Runde. Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an unsere Vorsitzende Anoush Miriam Ficiciyan (ficiciyan@vdl-nrw.de).

Grüne_Runde_Digital_Dr. Klauke, LWK NRW

Jetzt bewerben: Internationale Preisvergabe 2022 der Rudolf Hermanns Stiftung

Foto: HS Geisenheim University

Honorierung hochinnovativer Forschungsarbeiten aus dem Bereich des Wein- oder Gartenbaus, die unter Berücksichtigung praktischer Aspekte zur Weiterentwicklung dieser Disziplinen geführt haben.

Die Rudolf Hermanns Stiftung vergibt Preise in Höhe von bis zu 12.500 € für herausragende Leistungen auf allen Gebieten der Wein- und Gartenbauwissenschaften.
Ziel ist es, wissenschaftliche Arbeiten aus den beiden Bereichen zu honorieren, die unter Berücksichtigung praktischer Aspekte zur Weiterentwicklung dieser Disziplinen geführt haben.

Die Rudolf Hermanns Stiftung ist eine Stiftung an der Hochschule Geisenheim und vergibt den Preis bereits seit 1991.
Weitere Informationen zur Stiftung sowie zur Bewerbung finden Sie unter:

https://www.hs-geisenheim.de/rhs

Einsendeschluss ist der 30. Juni 2022

RHS_2022_Plakat_deu.pdf (hs-geisenheim.de)

Quelle: HS Geisenheim University

Biologische Vielfalt dokumentieren, schützen und nutzen: Millionenförderung für hessische Genomforschung

Foto: Sven Traenkner

Im Laborzentrum wird der Bauplan der Natur entschlüsselt: die genetischen Grundlagen der biologischen Vielfalt

Land Hessen fördert LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik für weitere drei Jahre – Justus-Liebig-Universität Gießen ist Mitinitiatorin

Die genomischen Grundlagen biologischer Vielfalt zu erforschen – das ist die Mission der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler am LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik (TBG). Sie untersuchen Pflanzen und Tiere, Pilze und Flechten, um der Entwicklung und den Anpassungen einzelner Gene und Arten sowie auch gesamter Ökosysteme auf die Spur zu kommen. Ihre Erkenntnisse werden in der Grundlagen- und der angewandten Forschung genutzt und sind für verschiedene Belange der Gesellschaft relevant, zum Beispiel für die Entdeckung und Nutzung von Naturstoffen für neue Medikamente oder den Artenschutz in Zeiten sich ändernder Umweltbedingungen. Ab Januar 2022 fördert das Land Hessen das LOEWE-Zentrum TBG für weitere drei Jahre mit insgesamt rund 15,6 Millionen Euro. Hinzu kommt eine Förderung für Baumaßnahmen am Standort Frankfurt in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro. An dem Verbundforschungsvorhaben unter Federführung der Frankfurter Senckenberg Gesellschaft ist die Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) beteiligt, u.a. mit Forschung im Bereich der Insektenbiotechnologie.
„Wir freuen uns sehr darüber, dass unsere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in diesem Rahmen nun weiterhin die Baupläne des Lebens erforschen – zusammen im Verbund mit starken hessischen Partnereinrichtungen“, sagt JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Die biologische Vielfalt auf allen Ebenen zu verstehen, eröffnet neue Wege, um sie in Zukunft nachhaltig schützen und nutzen zu können.“
„Seit dem Beginn unserer LOEWE-Förderung im Jahr 2018 haben wir rund 400 verschiedene Arten, darunter Bäume, Insekten und Säugetiere und Flechten, zum ersten Mal sequenziert“, sagt LOEWE-TBG-Koordinator und -Sprecher Prof. Dr. Axel Janke (Senckenberg). Die Analyse dieser Genome hat eine Vielzahl neuer Erkenntnisse geliefert, unter anderem zu Anpassungsleistungen an Umweltbedingungen, zur Produktion von Naturstoffen und zu evolutionären Entwicklungen. Parallel haben wir mit unserem eigenen Laborzentrum und einer leistungsstarken Bioinformatik Strukturen aufgebaut, die den Forschenden eine effiziente Erstellung und Auswertung ihrer Genomdaten ermöglicht. Damit sind wir in der zweiten Förderphase bestens aufgestellt, um insbesondere den Anwendungsbezug der Ergebnisse – von Natur- und Artenschutz bis zu medizinischen Anwendungen – herauszuarbeiten.“
So konnten bereits in der ersten Förderphase anhand der Daten von 300 Buchen Abschnitte in den Genomen identifiziert werden, die die Trockenresistenz anzeigen, so dass in Zukunft ein gezielterer Forstbetrieb möglich wird. In den Genomen von 50 Giraffen vier verschiedener Arten aus dem gesamten Verbreitungsgebiet konnte kein Hinweis gefunden werden, dass sie sich miteinander paaren und dadurch hybridisieren. Das eröffnet neue Perspektiven für den Schutz der Tiere, etwa durch die Giraffe Conservation Foundation. Die genomische Analyse von Tiergiften, an der vor allem in Gießen gearbeitet wird, trägt dazu bei, neue Wirkstoffe für Arzneimittel aufzuspüren.
„In den kommenden drei Jahren steht die internationale Vernetzung im Mittelpunkt, sowohl mit großen Genominitiativen wie dem Earth BioGenome Project und dem European Reference Genome Atlas (ERGA), als auch mit Stakeholdern aus dem Anwendungsbereich“, betont der stellvertretende TBG-Koordinator Prof. Dr. Steffen Pauls, der an der Justus-Liebig-Universität Gießen zur Vielfalt von Insekten forscht „Wir möchten dabei die Erkenntnisse, vor allem aber auch das in unseren Projekten gewonnene ‚Know-how‘ nutzen, um die Bedeutung und Möglichkeiten der Biodiversitätsgenomik einem breiteren Kreis an Forschenden, anwendenden Institutionen und der interessierten Öffentlichkeit näher zu bringen. Mit den bewilligten Fördermitteln des Landes Hessen können wir LOEWE-TBG weiter als Zentrum eines lebendigen Netzwerks etablieren.“
Prof. Dr. Klement Tockner, Generaldirektor der bei TBG federführenden Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, begrüßt die weitere Förderung des Zentrums sehr: „Mit der Forschung bei Senckenberg wollen wir einen zukunftsweisenden Beitrag zur Bewältigung der großen Herausforderungen des Anthropozäns leisten – des Zeitalters, in dem der Mensch zum prägenden Einflussfaktor auf die biologischen, geologischen und atmosphärischen Prozesse auf der Erde geworden ist. Die äußerst aufschlussreichen genomischen Analysen des LOEWE-Zentrums TBG ermöglichen es dabei, den immensen Wert der biologischen Vielfalt für die Natur und für uns Menschen zu erfassen und zu verstehen. Das geschieht in enger Zusammenarbeit mit herausragenden Partnereinrichtungen. So wurden in den vergangenen drei Jahre hervorragende Forschungs-Synergien gebildet, die wir nun weiter ausbauen können und verstetigen wollen.“
Das gemeinsame Forschungszentrum LOEWE-TBG wurde von der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, der Goethe-Universität Frankfurt, der Justus-Liebig-Universität Gießen und dem Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME initiiert. Weitere Partner sind das Fraunhofer-Institut für Translationale Medizin und Pharmakologie ITMP und das Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie (MPI-TM).
LOEWE-TBG wird seit 2018 von der Hessischen „Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ (LOEWE) finanziert. Mit diesem Forschungsförderungsprogramm setzt das Land Hessen seit 2008 wissenschaftspolitische Impulse und stärkt damit nachhaltig die hessische Forschungslandschaft.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

Mehr Resilienz gegen Extremwetter

Foto: Julia Rocholl

Mit künstlicher Intelligenz besser gewappnet gegen Extremwetter-Ereignisse wie dem Hochwasser im Ahrtal. 

Bundesweites Großprojekt: JLU-Klimaforschung an Entwicklung eines KI-Frühwarnsystems zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft beteiligt

Ein Forschungsteam der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) arbeitet gemeinsam mit anderen Partnern an einem Frühwarnsystem, um die deutsche Wirtschaft mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (KI) gegen verschiedene Krisenszenarien zu wappnen. Das Gießener Teilprojekt, das von der Klimaforscherin Dr. Elena Xoplaki geleitet wird und am Zentrum für internationale Entwicklungs- und Umweltforschung (ZEU) angesiedelt ist, soll die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaftssektoren gegen den Klimawandel fördern. Das Ziel der Forschung sind jahreszeitliche Vorhersagen und örtlich zielgenaue Extremwetter-Warnungen, die für die deutsche Wirtschaft und darüber hinaus für die verschiedenen Ebenen und Einheiten des Katastrophenmanagements und des Zivilschutzes relevant sind.
Das Konsortium „Daten- und KI-gestütztes Frühwarnsystem zur Stabilisierung der deutschen Wirtschaft (DAKI-FWS)“ unter der Leitung des Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) wird vom Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in den nächsten drei Jahren mit rund zwölf Millionen Euro gefördert. In dem Projekt, an dem noch weitere Partner wie etwa die Charité oder das RKI beteiligt sind, geht es neben den Extremwetter-Ereignissen noch um weitere Krisenszenarien. Das System soll es Unternehmen ermöglichen, Prognosen über die Entwicklung von Krisen wie Pandemien, Wetterextremen oder auch Naturkatastrophen zu berechnen, deren Auswirkungen auf essenzielle Wirtschaftsaspekte wie zum Beispiel die Logistik abzuschätzen und die Ergebnisse über eine digitale Plattform einsehbar zu machen.
Im Projekt DAKI-FWS kooperieren Wirtschaft und Wissenschaft, um ein modulares Frühwarnsystem zu entwickeln, das Warnungen für unternehmerisches Handeln ableitet und aufbereitet. Dazu wird ein generisches Modell mit Daten- und Analyseplattformen für verschiedene Krisen von Epidemien/Pandemien bis hin zu Hochwasser, Stürmen und Hitzewellen entwickelt.
Das im mit 1,5 Millionen Euro geförderten JLU-Teilprojekt zu entwickelnde Frühwarnsystem muss in der Lage zu sein, Bedrohungslagen durch mögliche Unwetter viel frühzeitiger zu erkennen, als dies momentan der Fall ist. So soll die Vorbereitung auf Extremereignisse deutlich verbessert werden, damit Katastrophen wie beispielsweise das Hochwasser im Ahrtal in ihren Ausmaßen deutlich geringer ausfallen. Letztendlich sollen Hitzewellen, Stürme, Dürren und Überschwemmungen in KI-gestützte saisonale Risikokarten aufgenommen werden.

Quelle: Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU)

Weihnachtsgruß des Präsidenten des VDL-Bundesverbandes e.V.

„Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben.“

Wilhelm von Humboldt

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2021 neigt sich seinem Ende zu und kurz vor den Weihnachtstagen und dem Jahreswechsel hat uns die Corona-Pandemie nach wie vor fest im Griff.

Auch wenn wir zwischenzeitlich etwas Licht am Ende des Tunnels sehen, sind wir von einer Normalisierung unseres Lebens noch weit entfernt. Unsicherheit mischt sich in unsere alltäglichen Planungen und wir alle wünschen, dass wir uns möglichst bald wieder unbeschwert treffen können.

Vor diesem Hintergrund hoffe ich, dass Sie und Ihre Familien gesund sind und mit etwas Optimismus auf den Jahreswechsel blicken.

Strenge Hygieneregeln befolgen und Abstand halten hat auch unsere Verbandsarbeit und unser gesamtes Miteinander beeinträchtigt: Viele Begegnungen fanden und finden anders statt als wir es gewohnt sind. Viele unsere Veranstaltungen, die uns sonst Gelegenheit zur Begegnung und zum Dialog boten, mussten entweder abgesagt werden oder fanden als Webkonferenz statt.

Uns allen wurde so aber auch sehr bewusst, wie wertvoll der direkte persönliche Kontakt untereinander ist! Ich freue mich bereits auf die Zeit, wenn dieser endlich wieder möglich sein wird.

Ich darf an dieser Stelle „DANKE“ sagen für Ihre Solidarität und das Miteinander, auch unter den widrigen Umständen!

Herzlichen Dank auch an unsere hauptamtlichen Mitarbeiter/innen in Berlin und an die vielen Ehrenamtlichen in unseren Landesverbänden, Landesgruppen und unseren Bundessparten. Sie alle haben auch in diesem schwierigen Jahr maßgeblich dazu beigetragen, dass unsere berufsständische Arbeit Dank großer Innovationskraft und Innovationsfreude erfolgreich fortgeführt werden konnte.

Im Namen von Präsidium und Vorstand des VDL-Bundesverbandes wünsche ich Ihnen, Ihren Familien ein besinnliches Weihnachtsfest sowie ein gesundes, friedliches und erfolgreiches Jahr 2022

Mit den allerbesten Grüßen
VDL-Bundesverband e.V.


Markus W. Ebel-Waldmann
Präsident