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25. April 2018

Die aktuellen Themen der EU-Agrarpolitik aus erster Hand

Das diesjährige Brüssel-Seminar des VDL-Bundesverband e.V. vom 11.-13.04.2018 bot seinen Teilnehmern neben Einblicken hinter die Kulissen der EU-Kommission und in die Arbeit des EU-Parlaments zahlreiche Möglichkeiten der Diskussion mit Vertretern aus Verbänden, Wirtschaft und Politik im Deutschen Haus der Land- und Ernährungswirtschaft.


Traditionell begann das Seminar mit einer gemeinsamen Busanreise aus Köln und einer anschließenden Führung durch die Brüsseler Innenstadt. Die 18 Seminarteilnehmer erlebten vor Ort unter anderem die beeindruckende Architektur des Grand Place, der Galeries Royales Saint-Hubert und der Kathedrale St. Michael. Es folgte eine Busfahrt durch das Europaviertel, welche am Deutschen Haus der Land- und Ernährungswirtschaft endete. Hier wurde die Gruppe von Dr. Simon Schlüter, Leiter des DBV-Büros in Brüssel, empfangen. Er gab Einblicke in die Lobbyarbeit seines Verbandes in Brüssel und stellt derzeit relevante Diskussionsthemen, wie die Auswirkungen des Brexit auf den Agrar- und Ernährungsbereich, sowie die Aufgaben seines Verbandes in Brüssel vor. Dazu zählen beispielsweise die Kontakte zu EU-Institutionen, zum Bund, zu Ländervertretungen und zu internationalen Organisationen. Beim anschließenden Begegnungsabend mit Vertretern des DRV, DBV, der EU-Kommission, des EU-Parlaments und der Ländervertretungen bot sich für alle Teilnehmer die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen und spannende Gespräche zu führen.



Der zweite Seminartag begann im Parlamentarium, dem Besucherzentrum des Europäischen Parlaments in Brüssel. Hier wurde erklärt, wie das Europäische Parlament arbeitet und wie die Mitglieder den Herausforderungen der Gegenwart begegnen. Nachfolgend trafen die Teilnehmer, zurück im Deutschen Haus der Land- und Ernährungswirtschaft, auf die EU-Abgeordnete Ulrike Müller, welche über die Arbeit des EU-Parlaments und aktuelle Diskussionsthemen berichte. Hierzu zählen derzeit insbesondere die zukünftige GAP und die Richtlinie zu unfairen Handelspraktiken (UTPs). Anschließend wurde ein kurzer Fußweg zur Europäischen Kommission zurückgelegt, wo Erich Campestrini aus der Generaldirektion Landwirtschaft und ländliche Entwicklung einen Vortrag zu Ernährung und Landwirtschaft in der Zukunft gab und dabei insbesondere auf die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung einging. Für die Seminarteilnehmer ergab sich am Nachmittag die Gelegenheit, die Brüsseler Innenstadt und das EU-Viertel auf eigene Faust zu erkunden, bevor ein Termin mit Hélène Simonin vom Europäischen Milchindustrieverband (eda) stattfand. Aktuell setzt sich ihr Verband vor allem für geschützte Herkunftsbezeichnungen bei Milchprodukten ein. Frau Simonin ist in der Direktion für Lebensmittel, Umwelt und Gesundheit zuständig. Sie zeigt die große Rolle der Milchindustrie in der EU auf und diskutiert mit den Teilnehmern über das Labelling bei Lebensmitteln. Ein Spaziergang zum traditionellen Restaurant Chez Léon mit Abendessen und Möglichkeiten zur Netzwerkpflege rundeten den zweiten Seminartag ab.

André Prescher vom Naturschutzbund Deutschland e.V. eröffnet den dritten Seminartag mit einem Vortrag über die Arbeit des NABU in Brüssel, welche vor allem aus dem Lobbying besteht. Aktuelle Themen sind für den NABU neben der Naturschutzfinanzierung auch die Neuauflage der GAP für die Zeit post 2020. Es entsteht eine lebendige Diskussion mit den Seminarteilnehmern. Dr. Julian Böcker von der EDEKA Zentrale AG&Co. KG, Leiter der Public Affairs in Brüssel, hält den abschließenden Vortrag im Rahmen des Brüssel-Seminars 2018. Die Teilnehmer konnten ihn bereits am ersten Seminartag beim Begegnungsabend kennenlernen. In Brüssel betreibt EDEKA politische Aufklärungs- und Verbandsarbeit und ist bei Gesetzesänderungen oder neuen politischen Themen direkt vor Ort, um Bericht nach Deutschland erstatten zu können. Für EDEKA ist beispielsweise die Ampelkennzeichnung bei Lebensmitteln ein großes Thema, diskutiert wird außerdem über die Zukunft der GAP.



Bei der gemeinsamen Heimreise nach Köln blicken die Teilnehmer auf drei erfolgreiche Tage in Brüssel zurück, bei der viele neue Eindrücke, Diskussionen über hochaktuelle Themen und Informationen zu relevanten politischen Themen das Seminar zu einem gelungenen Erlebnis gemacht haben. Es konnte nicht nur direkt vor Ort ein Blick hinter die Kulissen geworfen werden, sondern auch innerhalb der Gruppe herrschte eine gute Stimmung und es wurden viele neue Kontakte zu Kollegen, Studierenden und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Verbänden geknüpft.