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05. November 2015

Ereignisreiches und teilnehmerstarkes Berlin-Seminar

Vom 12. bis zum 14. Oktober richtete der VDL-Bundesverband das diesjährige Berlin-Seminar aus:

„Bachelor und Master – Was kommt nach dem Studienabschluss?“. So lautete der Auftakt für die 30 Teilnehmer des Berlin-Seminars 2015. Gespannt folgten die überwiegend studentischen Seminarteilnehmer zusammen mit vielen weiteren Gästen der Ergebnispräsentation der Absolventenbe-fragung im Agrarbereich. Im Anschluss fand der Parlamentarische Abend statt, welcher zu später Stunde in Szenelokalen am Spreeufer fortgesetzt wurde.


Kanzlermappe

Mit dem Vortrag „Tierhaltung aus Sicht des DBV“ eröffnete Dr. Sophia Schulze-Geisthövel vom Deutschen Bauernverband den zweiten Seminartag. Für viel Gesprächsstoff sorgte dabei die in diesem Jahr gestartete „Initiative Tierwohl“ für verbesserte Haltungsbedingungen in der Schweinehaltung. Danach informierte BÖLW-Geschäftsführer Peter Röhrig über die Lobbyarbeit und Struktur des Bundes für Ökologische Lebensmittelwirtschaft. Bio-Bienenhaltung, Abdrift von Pflan-zenschutzmitteln, EU-Öko-Verordnung, Gentechnik, Ernährungswende, Nährstoffkreisläufe, aber auch „schwarze Schafe“ in der Biobranche sind nur eine kleine Auswahl von vielen sachkundig diskutierten Themen. Nachmittags gab Susanne Kasten Einblicke in die Aufgaben des Bundespresseamtes. Besonders interessant war die sogenannte „Kanzlermappe“. Diese bündelt täglich alle bundespolitisch relevanten Informationen aus über 70 in- und ausländischen Medien für die Bundes-kanzlerin und andere Regierungsmitglieder. Im letzten Fachgespräch des Tages stellte Dr. Sabine Kolloge im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Ministerium vor und erläuterte am Thema Lebensmittelkennzeichnungen beispielhaft eine der vielen Aufgaben des BMEL. Eine informationsreiche Führung durch das Berliner Regierungsviertel und das gemeinsame Abendessen im Altberliner Wirtshaus sorgten für einen schönen Ausklang des Tages.


Smalltalk mit Angela Merkel im Bundeskanzleramt

Der dritte Berlin-Seminartag starte beim Deutschen Raiffeisenverband (DRV). Zur Begrüßung nutze DRV-Referent Guido Seedler die Gelegenheit das eindrucksvolle Atrium des DZ-Bank-Gebäudes am  Pariser Platz vorzustellen und auf die Geschichte des Hauses einzugehen. Im anschließenden Vortrag „Internationaler Agrarhandel – Fluch oder Segen?“ wurden die wichtigsten Zusammenhänge der weltweiten Agrarmärkte vorgestellt. Für viel Diskussionspotenzial sorgte das zwischen der EU und den USA angestrebte Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP), welches der DRV grundsätzlich angesichts der Exportpotenziale für die deutsche Agrarwirtschaft befürwortet.
Der Besuch des Bundeskanzleramtes begann mit einer Überraschung. Im Eingangsbereich des Hauses erblickten die Seminarteilnehmer Spitzenpolitiker wie Frank-Walter Steinmeier, Thomas de Maizière, Sigmar Gabriel oder Heiko Maas, bevor schließlich Angela Merkel erschien und sogar zu einem kurzen Smalltalk anhielt. Etwas mehr Zeit als die Bundeskanzlerin konnte sich Dr. Georg Starke (Spiegelreferatsleiter des BMEL im Bundeskanzleramt) nehmen. Ausführlich erläuterte er die Funktion des Spiegelreferates. Regelmäßige Aufgaben bestehen u. a. darin, die relevanten agrar- und ernährungspolitischen Informationen für die Bundeskanzlerin in Kurzform zu bündeln, Kabi-nettvorlagen zu schreiben oder am weiteren Gesetzgebungsverfahren mitzuwirken.


TTIP Gesprächsthema Nr. 1

Zum Abschluss des Berlin-Seminars fanden sich die Teilnehmer im Jakob-Kaiser-Haus ein, welches mit 1745 Büros mehr als die Hälfte der Bundestagsabgeordneten sowie deren Mitarbeiter Arbeitsräume bietet. Mit beeindruckenden Ausblick auf die Ostseite des Reichstages nutzten die Bundestagsabgeordneten Dr. Wilhelm Priesmeier (SPD), Dr. Kirsten Tackmann (Die Linke), Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen) und Hermann Färber (CDU) die Gelegenheit, aktuelle agrarpolitische Standpunkte ihrer Parteien darzulegen sowie über ihre Arbeit im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag zu berichten. In den anschließenden Diskussionen war TTIP das Gesprächsthema Nr. 1 und gab den Teilnehmern eine gute Möglichkeit Vor- und Nachteile von TTIP mit den Bundestagsabgeordneten zu diskutieren.

Das sehr gut organisierte Berlin-Seminar bot den Teilnehmern exklusive Einblicke in die Politik und Verbandsarbeit im Agrar- und Ernährungssektor sowie Informationen aus erster Hand.

Zwischen den Programmpunkten wurde vielfach die Gelegenheit genutzt, sich untereinander kennenzulernen und auszutauschen. Einige Teilnehmer werden sich beim Brüssel-Seminar im April 2016 wiedersehen.

Maximilian Jatzlau


Die Veranstaltung wurde aus Mitteln der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. www.rentenbank.de