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16. Oktober 2015

Agrarpolitische Standpunkte hartnäckig verteidigt

Der Parlamentarische Abend, zu dem VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und BHGL-Präsident Prof. Dr. Uwe Schmidt am 12. Oktober wiederum ins Haus der Land-und Ernährungswirtschaft eingeladen hatten, hat sich längst in der Berliner Agrarszene etabliert.


Zahlreiche Gäste aus Politik, darunter 15 Bundestagsabgeordnete, aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung waren der Einladung gefolgt Foto: Dr. Barth

Die weit über 100 Ehrengäste staunten nicht schlecht, wie – sozusagen in Fortsetzung der Bundestagsdebatten – die Grußwortredner über Fraktionsgrenzen hinweg ihre agrarpolitischen Standpunkte klar machten. Dabei bestand aber trotz mancher unterschiedlicher Auffassungen der Grundkonsens, dass Landwirtschaft in die Mitte der Gesellschaft gehört.

Dr. Maria Flachsbarth, parlamentarische Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium, hob hervor, dass die Bundesregierung besonderen Wert auf die Agrarforschung lege und in diesen Bereich Fördermittel in Höhe von 750 Mio. Euro investiere. Davon profitierten auch die gut ausgebildeten Nachwuchskräften als „Basis der Landwirtschaft“, die den technischen Fortschritt zu nutzen wisse, was sich beispielsweise im Tierwohl in der landwirtschaftlichen Praxis niederschlage.

Technologie nicht verteufeln
Nach dem Motto „Die Gedanken sind frei“ wünscht sich Gitta Connemann , Stellv. Vorsitzende der CDU-Fraktion, eine Wissenschaft und Forschung ohne Ideologie und persönliche Diffamierungen. Vielmehr sollten im politischen wie gesellschaftlichen Dialog Fachkompetenz und Sachlichkeit vorherrschen.“Wir müssen Forschung mehr bündeln und fördern,ohne die Technologie zu verteufeln“,betonte Connemann eindringlich.

Rainer Spiering, SPD-Bundestagsmitglied im Landwirtschaftsausschuss und begeisterter Landtechnik-Freak, fordert mehr „IT-Kompetenz“ in der Forschung, was zwangsläufig eine Erhöhung des Forschungsetats nach sich ziehe. Damit lasse sich der Informations- und Marktvorsprung optimieren. „Unsere Landwirtschaft befindet sich derzeit in einer Zerreißprobe voller sozialer Spannungen“, sagte Spiering und appellierte an die Politik: „Laßt uns endlich die Menschen mitnehmen“.

Wissenschaftlicher Nachwuchs ohne Perspektive
Kritisch hinterfragen will Dr. Kirsten Tackmann, Die Linke, die bisherigen Maßnahmen der Agrar- und Umweltpolitik: „Welche Regulierungen am Markt brauchen wir? Bergen die globalen Märkte zu viele Risiken?“ Eine Lanze brach die Abgeordnete für den wissenschaftlichen Nachwuchs, dem oft die Perspektive fehle. Hier bestehe die Gefahr, dass qualifizierte Wissenschaftskräfte ins Ausland abwanderten.

Die Grundlagenforschung ist nach Ansicht von Friedrich Ostendorff, agrarpolitischer Sprecher Bündnis90/Die Grünen, immer mehr vernachlässigt worden. „Wir brauchen für die lebenswichtigen Fragen von Biodiversität und Bodenerhaltung qualifizierte Forschungs- und Beratungskräfte aus Ihren Reihen“, so Ostendorff, der den Diskurs, die Auseinandersetzung mit dem politischen Gegner nicht scheut.
Dr. Dieter Barth

Auf dem Parlamentarischen Abend gehört
„Mit Sorge betrachten wir die gartenbauwissenschaftlichen Entwicklungen an den deutschen Universitäten.“
Prof. Dr. Uwe Schmidt

„Der VDL bringt seine Fachkompetenz ein in den Dialog mit Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.“
Markus Ebel-Waldmann

„Mit ihren Netzwerken hat die Jugend beste Startbedingungen in Studium und Beruf.“
Dr. Maria Flachsbarth

„Die grünen Branchen haben Zukunft.“
Gitta Connemann

„Hier sind heute viele junge Menschen, das macht Mut.“
Rainer Spiering

„Wissenschaft muss besser gefördert werden.“
Dr. Kirsten Tackmann

„Mit der Flüchtlingsintegration steht auch der ländliche Raum vor großen Herausforderungen.“
Friedrich Ostendorff