VDL-Nds – Niedersachsen auf der Grünen Woche in Berlin
Fotos: Ulf Meyer zu Westerhausen, Landvolk, Andreas Melle
Das landwirtschaftliche Jahr 2026 begann für die Niedersachsen wie alle Jahre davor: mit dem Messeauftritt der niedersächsischen Marketinggesellschaft auf der Grünen Woche. Dazu gehören die Länderhalle 20, die man sich schon seit Jahren mit Thüringen teilt, die Zukunftswerkstatt und – das ultimative Netzwerk-Highlight: der Niedersachsen-Abend. Alles, was in unserem Bundesland Rang und Namen hat, ist hier vertreten, dazu zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus.
Eigentlich war es wie immer, und doch hatte die Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft, Vivien Ortmann, ein paar wesentliche Änderungen vorgenommen. So fand die Zukunftswerkstatt erstmals im Palais am Funkturm, quasi um die Ecke statt. Der lange Marsch der Großen Karawane durch die dunklen Messehallen vom anderen Ende des Geländes zur Halle 20 ist nach mehreren Jahrzehnten Geschichte. Irgendwie hatte das ja etwas zutiefst Zeremonielles, aber vor allem die weniger geländegängigen Teilnehmer haben den langen Marsch nicht vermisst.

Mit Vivien Ortmann, Miriam Staudte, Olaf Lies und Hubertus Berges (v. li. n. re.) war die Begrüßungsrunde prominent besetzt
Bei der Zukunftswerkstatt ging es um die Frage, welche Bedingungen die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen braucht, um Gründerdynamik und attraktives Innovationsklima in der Wertschöpfungskette zu schaffen. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, der Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, sowie dem Vorstandsvorsitzenden und der Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, Hubertus Berges und Vivien Ortmann, war schon die Begrüßungsrunde prominent besetzt. Sie diskutierten, wie Staat, Wirtschaft und Forschung gemeinsam den Weg für eine nachhaltige, innovative Produktivität in Niedersachsen gestalten können. Impulse dazu kamen anschließend unter anderem von Referenten und Referentinnen aus der Ernährungsindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Wissenschaft und der Landwirtschaft.
Einigkeit bestand darin, dass Innovationskraft, Ideen und gute Start-ups vorhanden sind, diese aber vor allem durch bürokratische Hürden und mangelnde politische und finanzielle Unterstützung behindert werden. Fünf Jahre auf die Genehmigung eines Bauantrags zu warten, das halte kein Start-up durch. Für ein starkes Innovationsklima brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, mehr Pragmatismus und schnellere Abläufe in der Verwaltung sowie mehr Risikobereitschaft bei der Finanzierung, um innovative Konzepte in praktische Investitionen in die Zukunft der Branche umzusetzen.
Die Teilnehmer an der Zukunftswerkstatt brachten viel Diskussionsstoff für angeregte Gespräche mit zum Niedersachsen-Abend und enterten die Halle 20, wo sie sich mit Häppchen und kühlen Getränken ins Netzwerken stürzten. Dabei stellten über 2.500 Menschen unter Beweis, dass sie auch ohne Live-Band das gewohnte Dezibel-Niveau des Niedersachsen-Abends locker aufbieten konnten. Tatsächlich war es ungeachtet der tatsächlichen Lautstärke ohne musikalische Untermalung leichter, sich zu unterhalten, was der Qualität der Gespräche zugute kam.

VDL-Basislager mit VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann (li.)
Wir hatten im Thüringer Teil der Halle wieder einen Tisch mit einem kleinen VDL-Banner als „Basislager“ sichern können, wo in wechselnder Besetzung VDLer und Freunde zwischen vielen Gesprächen ein paar Minuten ausruhen und sich abstimmen konnten. Auch VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und Geschäftsführer Tobias Dammeier kamen zum Gespräch vorbei. Reichliche kulinarische Versorgung trug ebenfalls zur gelösten Stimmung bei. Und wenn man dann noch um Mitternacht einem geschätzten Kollegen zum Geburtstag gratulieren darf, dann ist der Abend rundum gelungen.
Der von der Marketinggesellschaft professionell organisierte niedersächsische Auftritt auf der Grünen Woche mit der Ausstellergemeinschaft, der Zukunftswerkstatt und dem Niedersachsen-Abend war wieder einmal eine runde Sache. Auch die Neuerungen in den Abläufen wurden von unseren Teilnehmern positiv aufgenommen, wenn auch der Abschied von mancher Tradition für einen kurzen Moment ein klitzekleines Verlustgefühl ausgelöst hat. Wir bedanken uns bei der Marketinggesellschaft für die Organisation dieses besonderen Netzwerk-Highlights und sind uns einig, dass wir uns im nächsten Jahr wieder hier beim Niedersachsen-Abend treffen möchten.
Text: Ruth Franken


Eigenes Werk Dammeier

Deutschland. Nach einem kurzen Mittagsimbiss schloss sich der Besuch des Bundesrates an. Den krönenden Abschluss bildete am Abend der Landjugendball in festlicher Atmosphäre.
VDL-Ost
Der Film von Janek Totaro und Johannes Kohout (Akinema Filmproduktion) begleitet über viele Monate hinweg vier landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, zwei Milchvieh- und zwei Schweinebetriebe, ökologisch wie konventionell und groß wie klein. Die Filmemacher folgen der alltäglichen Arbeit der Landwirtsfamilien mit Routinen im Stall, Entscheidungen im Büro und Gesprächen im und über den Betrieb. Dabei werden alltägliche Arbeitssituationen gezeigt und auch Schwierigkeiten, wie sie bewältigt werden. So zeigt der Film landwirtschaftliche Arbeit als Spiegel einer Branche, die täglich produziert, was wir jeden Tag konsumieren. Flankierend werden Gespräche mit Menschen aus der Beratung, Politik und der Wissenschaft aufgezeichnet – quasi als Echo dessen, was von außen an die Familien herantritt. In ihrer Funktion als Beobachter und stille Begleiter stellen Totaro und Kohout nicht die „großen Fragen“ zur Zukunft der Landwirtschaft, und doch lassen sie mögliche Antworten aufscheinen. Denn zwischen familiärer Verantwortung, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlichen Forderungen zeigen sich in leisen Zwischentönen die Umrisse eines stetigen Veränderungsprozesses.
Dr. Tania Runge


