VDL-Nds – Niedersachsen auf der Grünen Woche in Berlin

Fotos: Ulf Meyer zu Westerhausen, Landvolk, Andreas Melle

Das landwirtschaftliche Jahr 2026 begann für die Niedersachsen wie alle Jahre davor: mit dem Messeauftritt der niedersächsischen Marketinggesellschaft auf der Grünen Woche. Dazu gehören die Länderhalle 20, die man sich schon seit Jahren mit Thüringen teilt, die Zukunftswerkstatt und – das ultimative Netzwerk-Highlight: der Niedersachsen-Abend. Alles, was in unserem Bundesland Rang und Namen hat, ist hier vertreten, dazu zahlreiche Gäste aus ganz Deutschland und darüber hinaus.

Eigentlich war es wie immer, und doch hatte die Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft, Vivien Ortmann, ein paar wesentliche Änderungen vorgenommen. So fand die Zukunftswerkstatt erstmals im Palais am Funkturm, quasi um die Ecke statt. Der lange Marsch der Großen Karawane durch die dunklen Messehallen vom anderen Ende des Geländes zur Halle 20 ist nach mehreren Jahrzehnten Geschichte. Irgendwie hatte das ja etwas zutiefst Zeremonielles, aber vor allem die weniger geländegängigen Teilnehmer haben den langen Marsch nicht vermisst.

Mit Vivien Ortmann, Miriam Staudte, Olaf Lies und Hubertus Berges (v. li. n. re.) war die Begrüßungsrunde prominent besetzt

Bei der Zukunftswerkstatt ging es um die Frage, welche Bedingungen die Land- und Ernährungswirtschaft in Niedersachsen braucht, um Gründerdynamik und attraktives Innovationsklima in der Wertschöpfungskette zu schaffen. Mit dem niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, der Ministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Miriam Staudte, sowie dem Vorstandsvorsitzenden und der Geschäftsführerin der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft, Hubertus Berges und Vivien Ortmann, war schon die Begrüßungsrunde prominent besetzt. Sie diskutierten, wie Staat, Wirtschaft und Forschung gemeinsam den Weg für eine nachhaltige, innovative Produktivität in Niedersachsen gestalten können. Impulse dazu kamen anschließend unter anderem von Referenten und Referentinnen aus der Ernährungsindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Wissenschaft und der Landwirtschaft.

Einigkeit bestand darin, dass Innovationskraft, Ideen und gute Start-ups vorhanden sind, diese aber vor allem durch bürokratische Hürden und mangelnde politische und finanzielle Unterstützung behindert werden. Fünf Jahre auf die Genehmigung eines Bauantrags zu warten, das halte kein Start-up durch. Für ein starkes Innovationsklima brauche es verlässliche Rahmenbedingungen, mehr Pragmatismus und schnellere Abläufe in der Verwaltung sowie mehr Risikobereitschaft bei der Finanzierung, um innovative Konzepte in praktische Investitionen in die Zukunft der Branche umzusetzen.

Die Teilnehmer an der Zukunftswerkstatt brachten viel Diskussionsstoff für angeregte Gespräche mit zum Niedersachsen-Abend und enterten die Halle 20, wo sie sich mit Häppchen und kühlen Getränken ins Netzwerken stürzten. Dabei stellten über 2.500 Menschen unter Beweis, dass sie auch ohne Live-Band das gewohnte Dezibel-Niveau des Niedersachsen-Abends locker aufbieten konnten. Tatsächlich war es ungeachtet der tatsächlichen Lautstärke ohne musikalische Untermalung leichter, sich zu unterhalten, was der Qualität der Gespräche zugute kam.

VDL-Basislager mit VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann (li.)

Wir hatten im Thüringer Teil der Halle wieder einen Tisch mit einem kleinen VDL-Banner als „Basislager“ sichern können, wo in wechselnder Besetzung VDLer und Freunde zwischen vielen Gesprächen ein paar Minuten ausruhen und sich abstimmen konnten. Auch VDL-Präsident Markus Ebel-Waldmann und Geschäftsführer Tobias Dammeier kamen zum Gespräch vorbei. Reichliche kulinarische Versorgung trug ebenfalls zur gelösten Stimmung bei. Und wenn man dann noch um Mitternacht einem geschätzten Kollegen zum Geburtstag gratulieren darf, dann ist der Abend rundum gelungen.

Der von der Marketinggesellschaft professionell organisierte niedersächsische Auftritt auf der Grünen Woche mit der Ausstellergemeinschaft, der Zukunftswerkstatt und dem Niedersachsen-Abend war wieder einmal eine runde Sache. Auch die Neuerungen in den Abläufen wurden von unseren Teilnehmern positiv aufgenommen, wenn auch der Abschied von mancher Tradition für einen kurzen Moment ein klitzekleines Verlustgefühl ausgelöst hat. Wir bedanken uns bei der Marketinggesellschaft für die Organisation dieses besonderen Netzwerk-Highlights und sind uns einig, dass wir uns im nächsten Jahr wieder hier beim Niedersachsen-Abend treffen möchten.

Text: Ruth Franken

 

Grüne Woche mit dem VDL: Fachlicher Austausch, Politikeinblicke und starke Gemeinschaft

Fotos: VDL

Im Rahmen der diesjährigen Grünen Woche in Berlin war der VDL mit einer engagierten Gruppe aus der Sparte Studierende und Young Professionals vertreten. Neben einigen neuen Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die erstmals mit dem VDL an der Grünen Woche teilnahmen, waren auch erfahrene „alte Hasen“ zum wiederholten Male dabei – eine gelungene Mischung, die den Austausch bereicherte.

Der offizielle Auftakt fand im Haus der Ernährung und Landwirtschaft statt, wo die Gruppe herzlich vom VDL-Präsidenten Markus Ebel-Waldmann begrüßt wurde. Im Anschluss folgte eine exklusive Einladung zum Länderempfang des Landes Hessen. Bei kulinarischen Spezialitäten und Getränken aus Hessen bot sich reichlich Gelegenheit zum Netzwerken. Ein besonderer Höhepunkt war der Auftritt von Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer und dem hessischen Landwirtschaftsminister Ingmar Jung, bevor der Abend in eine ausgelassene und gelungene Party mit Liveband und DJ bis in die frühen Morgenstunden überging.

 

Marie-Luise Richter vom Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter bei der Demonstration, wie Ähren kastriert werden. (Foto VDL)

Der Samstag stand ganz im Zeichen der Fachpraxis. Bei einem geführten Rundgang durch Halle 3 (Erlebnisbauernhof) erwartete die Teilnehmenden – begleitet von den Agrarscouts – ein

breites Themenspektrum entlang der gesamten landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Der Bundesverband Deutscher Pflanzenzüchter zeigte, wie moderne und beschleunigte Sortenzüchtung bei Weizen, Mais und Zuckerrüben funktioniert und warum klimaresiliente Merkmale sowie ein vielseitiger, sinnstiftender

Erstmalig zugelassen: selbstfahrender Rover für den Rebschnitt von Kubota. (Foto L. Wiegand)

Nachwuchs für die Branche immer wichtiger werden. Bei dem Industrieverband Agrar (IVA) ging es um Pflanzenkrankheiten und Pflanzenschutz als Grundlage für stabile Erträge – ebenso wie um aktuelle Herausforderungen durch Resistenzen und Umweltfragen, etwa im Weinbau. Kaufland gab Einblicke in sein Regionalprogramm mit Erzeugern aus einem Umkreis von 30 Kilometern und stellte vor, wie Nachhaltigkeit im Lebensmitteleinzelhandel seit Jahren strukturiert umgesetzt wird. Die Initiative Tierwohl sorgte mit der Diskussion rund um QS-Standards, steigende Anforderungen und die Vielzahl an Labels für viel Gesprächsstoff. Technisch wurde es beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA Landtechnik), der alternative Antriebe und autonome Lösungen vorstellte – von E-Motoren bis hin zum ersten zugelassenen autonom Fahrzeug (s. Foto). Abgerundet wurde der Rundgang durch den Deutscher Verband Tiernahrung (DVT), der zeigte, wie sich Nachhaltigkeit, Klimabilanz und innovative Fütterungskonzepte in der Mischfutterwirtschaft wiederfinden und welche Rolle der Verband dabei als Interessenvertretung spielt.

 

Am Samstagabend stand die Landjugendfete auf dem Programm. Der Sonntag bot Zeit zur freien Verfügung auf der Grünen Woche. Am Montag folgte der Besuch des Europäischen Hauses mit einer Fachdiskussion zur europäischen Agrar- und Ernährungspolitik mit Tobias Maaßen, Fachreferent für Klima, Umwelt und Landwirtschaft bei der Vertretung der Europäischen Kommission in Deutschland. Nach einem kurzen Mittagsimbiss schloss sich der Besuch des Bundesrates an. Den krönenden Abschluss bildete am Abend der Landjugendball in festlicher Atmosphäre.

Fazit: Die VDL-Exkursion zur Grünen Woche war wieder einmal rundum gelungen – mit einem abwechslungsreichen Programm, vielfältigen fachlichen und politischen Einblicken, zahlreichen Möglichkeiten zum Austausch und Netzwerken sowie einer durchweg sehr guten Stimmung. Vielen Dank an die gute Organisation und Betreuung durch den Geschäftsführer Tobias Dammeier. Die kommende Grüne Woche 2027 ist in jedem Fall schon jetzt einen Kalendereintrag wert!

 

Text: Dr. Laura Wiegand

 

100 Jahre Grüne Woche: VDL-Ost-Fachgespräch 2026

Der VDL-Landesverband Ost hat am letzten Sonntag der Grünen Woche wieder das zur Tradition gewordene Fachgespräch organisiert. 2026 ist für die Messe ein ganz besonderes Jahr, da das 100-jährige Bestehen gefeiert wurde. Und es gab auch wieder ein Partnerland. Erstmals war das mit Mecklenburg-Vorpommern ein Bundesland. Bei ihm durften wir dieses Jahr auch für unser Gespräch zu Gast sein.

Dort gab Kristin Romanowski, die im MV-Landwirtschaftsministerium das Referat „Grundsatzangelegenheiten der landwirtschaftlichen Produktion, Nachwachsende Rohstoffe, Agrarforschung, -bildung und -beratung“ leitet, Auskunft über den Länderauftritt und zog eine erste Bilanz: Für das Partnerland sei die Jubiläumsmesse eine volle Erfolgsgeschichte. MV habe sich, seine Kulinarik und die touristischen Highlights durch die hervorgehobene Stellung vor mehr Gästen als sonst präsentieren können. Auf 2.900 Quadratmetern hatten sich insgesamt 78 Aussteller im Laufe der zehn Messetage präsentiert. Auch die Aussteller waren zufrieden, da sie überdurchschnittlich viel verkauft haben, berichtete Romanowski. Dabei war die Vorbereitung knapp. Da Frankreich im Sommer abgesagt hatte, hat kurzerhand MV spontan übernommen und war zusätzlich zur Planung des eigenen 25-jährigen Messejubiläums dann zudem auch noch Partnerland geworden. Als persönliches Highlight wertete die Referatsleiterin die Eröffnungsfeier inklusive der bewegenden Rede der eigenen Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig.

Neben den Einblicken aus dem Partnerland gewährte auch der Direktor der Grünen Woche, Lars Jaeger, eine exklusive Vorabbilanz der Messe. So deutete er bereits vormittags an, was gegen Messeende dann offiziell wurde: Mit rund 350.000 Gästen, wurde das zuvor selbstgesteckte Ziel deutlich übertroffen. Es waren am Ende 40.000 Personen mehr als im Vorjahr. Dabei gab jeder Gast im Schnitt 150 Euro aus. Politisch gesehen, war alles da, was Rang und Namen hat. Allen voran Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der die Festrede bei der Eröffnung gehalten hat. Diese Würdigung hob Jaeger nochmals explizit hervor. Auch wenn die Jubiläumsmesse eine ganz besondere für das Team war, habe es nicht nur Lob gegeben. Viel Kritik sei an sie über verschiedene Wege herangetragen worden. So auch zur Tierhalle, aber ebenfalls dazu, dass keine Heimtiere ausgestellt worden waren. Die Messe prüfe Änderungen bei der Konzeption der Tierhalle, kündigte Jaeger an. Er habe erstmals in seiner Laufbahn als Messeleiter „Wehmut, dass es zu Ende geht“.

Aber die Grüne Woche kommt wieder, keine Frage: Die nächste findet vom 15. bis 24. Januar 2027 statt.

VDL-NDS: Dokumentarfilm „Höfe“ – Einblicke in den landwirtschaftlichen Arbeitsalltag

Fotos: Pixabay, Akinema Filmproduktion

Am 20. November konnten wir in der Jugendherberge Oldenburg den Dokumentarfilm „Höfe – Familie, Wirtschaft, Wandel“ zeigen. Die nachhaltige Transformation der Agrar- und Ernährungswirtschaft ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit – vielschichtig, komplex und voller Widersprüche. Im Rahmen des vom Verbund Transformationsforschung agrar Niedersachsen (trafo:agrar) durchgeführten Projekts „Agrar-Transformationen“ ist aus diesem Spannungsfeld ein außergewöhnlicher Dokumentarfilm entstanden.

Der Film von Janek Totaro und Johannes Kohout (Akinema Filmproduktion) begleitet über viele Monate hinweg vier landwirtschaftliche Betriebe in Niedersachsen, zwei Milchvieh- und zwei Schweinebetriebe, ökologisch wie konventionell und groß wie klein. Die Filmemacher folgen der alltäglichen Arbeit der Landwirtsfamilien mit Routinen im Stall, Entscheidungen im Büro und Gesprächen im und über den Betrieb. Dabei werden alltägliche Arbeitssituationen gezeigt und auch Schwierigkeiten, wie sie bewältigt werden. So zeigt der Film landwirtschaftliche Arbeit als Spiegel einer Branche, die täglich produziert, was wir jeden Tag konsumieren. Flankierend werden Gespräche mit Menschen aus der Beratung, Politik und der Wissenschaft aufgezeichnet – quasi als Echo dessen, was von außen an die Familien herantritt. In ihrer Funktion als Beobachter und stille Begleiter stellen Totaro und Kohout nicht die „großen Fragen“ zur Zukunft der Landwirtschaft, und doch lassen sie mögliche Antworten aufscheinen. Denn zwischen familiärer Verantwortung, wirtschaftlichem Druck und gesellschaftlichen Forderungen zeigen sich in leisen Zwischentönen die Umrisse eines stetigen Veränderungsprozesses.

Es ist kein fertiges Bild, welches da entsteht, kein fertiger Entwurf einer Landwirtschaft, wie sie als Ergebnis der Transformation entstehen könnte. Es bleiben Fragen offen, mit denen sich auch die Zuschauer auseinandersetzen, von denen viele einen praktischen Bezug zur Landwirtschaft haben oder einmal hatten. Einer kommentiert eine Situation auf dem großen Milchviehbetrieb, wo mehrere Angestellte in einem langen Melkgang den Kühen Melkgeschirre ansetzten. Er fragt sich, warum hier keine Melkroboter im Einsatz sind – ob die osteuropäischen Arbeitskräfte möglicherweise preiswerter sind als eine so große Investition.

Was bleibt, ist der Eindruck von großer Professionalität auf den Betrieben. Schon seit Jahrzehnten findet hier eine Transformation statt: Heute ist eine solide Ausbildung der Landwirtinnen und -wirte eine Grundvoraussetzung für jeden landwirtschaftlichen Betrieb. Ohne umfassende Computerkenntnisse, Verwaltungswissen und technisches Verständnis geht heute nichts mehr – ein landwirtschaftlicher Arbeitsplatz einschließlich Technik wird heute mit durchschnittlich mehr als einer halben Mio. Euro bewertet. Die „alten Zeiten“, in denen der Hoferbe keine Notwendigkeit sah, mehr als das Nötigste an Schulbildung mitzunehmen, sind lange vorbei. Heutige Hofnachfolger sehen auch den Meisterbrief inzwischen nicht mehr als ausreichend, viele übernehmen ihre Betriebe mit einem Hochschulabschluss.

Der Film hält naturgemäß kein „Happy End“ bereit, regt aber sehr wohl zu weiterer Beschäftigung an – schließlich ist jede Transformation ein Prozess, der nicht einfach endet. Beeindruckt hat uns die positive Grundhaltung der dargestellten Personen, die trotz aller Herausforderungen der modernen Landwirtschaft Freude an ihrem Beruf haben und Perspektiven für ihre Kinder sehen.

Text: Ruth Franken

VDL-NDS: VDL Niedersachsen auf der AgriTechnica 2025

Foto: Dr. Tania Runge, GRIMME Landmaschinenfabrik GmbH & Co. KG, Ruth Franken

Vom 9. bis 15. November fand in Hannover die AgriTechnica 2025 statt, und der VDL Niedersachsen war wieder mit dabei. Diesmal hatten die Landwirtschaftskammern beschlossen, die Karriereberatung in den Hauptstand in Halle 24 zu integrieren. Der VDL war auch in dieser Konstellation als Gast bei den Landwirtschaftskammern während der gesamten Messezeit präsent und konnte viele Gespräche zur beruflichen Orientierung und zur Arbeit des Berufsverbandes führen.

VDL-Messerundgang zum Berufseinstieg

Die von der DLG vorgenommene neue Organisation der AgriTechnica in diesem Jahr wirkte sich auch auf den traditionellen VDL-Messerundgang zur Berufsorientierung aus, der am Freitag, den 14. November 2025 stattfand. Im Fokus standen nicht nur Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern, sondern auch ganz aktuelle Entwicklungen wie Klimawandel oder Künstliche Intelligenz, die das Potenzial haben, die Arbeitswelt grundlegend zu verändern.

Bei der SAATEN-UNION spielt der Klimawandel inzwischen eine dominante Rolle im Züchtungsprozess. Die Vertriebsorganisation von fünf deutschen mittelständischen Pflanzenzüchtern mit Zentrale in Isernhagen bei Hannover vermarktet ca. 300 Sorten von Getreide, Mais, Leguminosen und Zwischenfrüchten für den europäischen Anbau. Bei den Zwischenfrüchten ist die Fähigkeit, Unkräuter zu unterdrücken, ein wichtiges Zuchtziel. Da die Trockenheit ein Auflaufen der Zwischenfrüchte eher erschwert, gehen die Landwirte verstärkt auf Direktsaat über, darauf muss sich die Züchtung und die Zusammenstellung der Sortenmischungen einstellen. Bei den Leguminosen rückt die Sojabohne in den Fokus, für deren Verbreitung nordwärts jetzt angepasste Sorten benötigt werden. Wer beruflich bei der SAATEN-UNION und ihren Gesellschaftern einsteigen möchte, kann besonders mit Auslandserfahrung punkten. Hier geht es zur Karriere-Seite.

Auch beim Deutschen Wetterdienst (DWD) sind die Auswirkungen des Klimawandels ein zentrales Thema. Die Gruppe bekam zunächst einen Überblick über die Organisation des DWD und insbesondere die Aufgaben des Zentrums für Agrarmeteorologische Forschung (ZAMF) des DWD in Braunschweig vor. Hier arbeiten ca. 30 Fachleute mit Agrarbezug und verarbeiten die Daten für die Landwirtschaft, die für den Pflanzenbau wichtig sind: Temperatur, Niederschläge und Bodenfeuchtigkeit bestimmen Zeitfenster für Bodenbearbeitung, Düngung, Pflanzenschutz etc. und geben Auskunft über die Befahrbarkeit der Böden. Bis 2027 sollen bundesweit 20 Stationen zur Messung der Bodenfeuchte in Betrieb sein. Die Ergebnisse fließen in den Bodenfeuchteviewer ein, der tagesaktuell und punktgenau den Zustand der Bodenfeuchte bis 2 m Tiefe angibt und so zum Beispiel für die Beregnungsplanung Daten liefert.

Anschließend ging es zur Rentenbank, die zwar nur selten direkt als Geschäftsbank fungiert, aber für die meisten Landwirte eine wichtige Rolle bei der Finanzierung von Investitionen spielt. Sie vergibt grüne Kredite mit einem in den Sonderkreditprogrammen leicht reduzierten Zinssatz. Diese gehen über die diversen Hausbanken an die Landwirtschaft. Eine direkte Geschäftsbeziehung mit der Rentenbank pflegen vor allem Großunternehmen. Anders ist es bei den Zuschüssen, die auch direkt von der Rentenbank ausgezahlt werden können. Bei der Rentenbank arbeiten etwa 450 Mitarbeiter, ein Teil davon mit einer agrarwissenschaftlichen Ausbildung, deren fachliche Expertise bei den verschiedenen Projekten zum Tragen kommt. Interessant ist auch die Schriftenreihe der Bank zu Agrarthemen. Die Rentenbank kann man schon im Studium über ein Praktikum oder als Werksstudent/in kennenlernen, der Berufseinstieg erfolgt i.d.R. über das Traineeprogramm. Hier gibt es die Stellen-Infos.

Nachtschicht ist manchmal unumgänglich

Den Abschluss des Rundgangs bildete der Besuch bei Grimme. Das Unternehmen ist langjähriger Marktführer bei Kartoffeltechnik vom Legen bis zum Roden. Seit 2003 engagiert sich Grimme im Geschäftsfeld der Rübenernte, seit zehn Jahren auch in der Gemüsetechnik. In der Ernte sind in Deutschland 4.000 Maschinen im Einsatz und die müssen rundum funktionieren. Deshalb ist eine hohe Qualität in der Fertigung und in der Ersatzteilversorgung zwingend. Im Unternehmen arbeiten 1.800 Arbeitskräfte, 120 Auszubildende in 16 Berufen. „Begeisterung ist wichtiger als der Master“, sagt unser Gastgeber bei Grimme. Wer hier einsteigen will, muss neben der Begeisterung für das Produkt auch digitale Affinität und Lust auf die ganze Welt mitbringen, denn das ist das Absatzgebiet der Grimme-Technik. Sprachkenntnisse sind ebenso hilfreich wie Kenntnisse in Bodenkunde und die Bereitschaft, sich auf dem Acker die Hände schmutzig zu machen. Es werden längere Praktika in Verbindung mit einer Masterarbeit angeboten. Dafür hat die Firma schon ein paar Themen in petto und freut sich auf Werkstudenten. Mehr dazu hier.

Die Landwirtschaftskammern ermöglichten uns, die Teilnehmer nach dem Rundgang zu einem „Boxenstopp“ auf dem Stand einzuladen, bei dem die Karrierewege bei den Kammern vorgestellt wurden. Neben dem Referendariat und dem Einstieg in den Gehobenen Dienst ist auch ein Direkteinstieg möglich, der allerdings i.d.R. nicht in die Beamtenlaufbahn führt.Nach Niedersachsen geht es hier lang. Wer lileber in Nordrhein-Westfalen einstiegen will, schaut hier nach.

Zum Abschluss konnten wir uns mit einer selbstständigen Personalberaterin von AGRI-associates über aktuelle Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt austauschen und erfahren, wie eine professionelle Personalberatung beim Berufseinstieg und weiteren Karriereschritten unterstützen kann. AGRI-associates ist spezialisiert auf die Suche und Rekrutierung von Fach- und Führungskräften in der Agrarwirtschaft. Als ausgebildete Agraringenieure mit Führungserfahrung kennen die Karriereberater  die Branchenstruktur, den Arbeitsmarkt und die spezifischen Anforderungen des Agrarsektors. Hier sind die aktuell ausgeschriebenen Positionen.

Der VDL Landesverband Niedersachsen bedankt sich herzlich bei allen Gastgebern der Rundgänge, beim Verband der Landwirtschaftskammern und der Landwirtschaftskammer Niedersachsen für die Gastfreundschaft und das sehr gute kollegiale Miteinander.

Text: Gustav Wehner, Ruth Franken

VDL-Studie: Frauen in Führungspositionen in den Bereichen Agrar, Ernährung und Gartenbau

Foto: istock

Der VDL freut sich die aktuelle Studie „Studie Frauen in Führungspositionen in den Bereichen Agrar, Ernährung und Gartenbau 2025“ vorstellen zu können. Im Rahmen des VDL-Fachforums am 13. Oktober 2025 präsentierte Prof. Dr. J.-P. Loy von der Macke-Loy-Glauben GbR Markt- und Konsumforschung, Beratung, sowie dem Lehrstuhl für Marktlehre am Institut für Agrarökonomie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Ergebnisse. Lesen Sie hier mehr über das Fachforum des VDL Bundesverbandes.

Bereits 2020 hat sich der VDL mit diesem Thema beschäftigt und hat nun eine Fortschreibung bzw. aktuelle Untersuchung des Themas vorgelegt.

Gefördert wurde das Projekt von der Landwirtschaftlichen Rentenbank.

Die Studie „Frauen in Führungspositionen in den Bereichen Agrar, Ernährung und Gartenbau 2025″ finden Sie hier zum Download.