Der Anbaustopp macht Sorgen
Anfang März trafen sich Mitglieder und Gäste des VDL-Landesverbandes Baden-Württemberg im Rahmen der Reihe „VDL im Gespräch“ in der Weinmanufaktur Stuttgart-Untertürkheim.
Sowohl Informatives als auch Genüssliches stand an diesem Abend auf dem Programm.
Beginnend mit der Führung durch einen ehemaligen Luftschutzbunker von Mercedes-Benz, der nun von der Weingärtner-genossenschaft als Ort der Sektbereitung verwendet wird, bis hin zu den Kellereieinrichtungen in einem historischen Gebäude (Gründung der Genossenschaft war das Jahr 1887) konnten wir erste Informationen über dies kleine aber sehr feine Genossenschaft erhalten.
Selbstverständlich aber schloss sich an diese kurze Führung eine Weinprobe mit exzellenten württembergspezifischen Weinen an, die allesamt auf das Wohlwollen der Teilnehmer stießen. Das besondere an dieser Weinprobe war aber, dass dazu der Präsident des württembergischen Weinbauverbandes, Herr Hermann Hohl (auf dem Bild stehend), uns aktuelle Informationen zum württembergischen Weinbau und der Weinbaupolitik geben konnte. So ist derzeit eine besondere Sorge des Weinbauverbandes der 2015 auslaufende Anbaustopp, der sich voraussichtlich sehr negativ auf den Weinanbau in den württembergischen Steillagen auswirken und es zu voraussehbaren Existenzproblemen kommen wird, da die Gefahr sehr hoch ist, dass der Weinbau sich verstärkt in kostengünstigen, ebenen Lagen etablieren wird.
Ebenso stellte. der Weinbauverbandspräsident die zukünftigen neuen Weinbezeichnungen vor, die insbesonders in touristisch bevorzugten Gebieten ein besseres Marketing versprechen, die allerdings noch durchaus gewöhnungsbedürftig sind. Als letzten Punkt in seiner Eingangsinformation hob er die Notwendigkeit hervor, dass sich die Weingärtnergenossenschaften durch Fusionen besser im Markt positionieren müssen. Dabei sprach er auch an, dass das Genossenschaftsrecht nicht in allen Bereichen diesen zukünftigen Marktgegebenheiten gerecht wird.
An sein Statement schloss sich, eingebettet in die Weinprobe, eine intensive Diskussion zu vielen Bereichen des Weinbaues an. So konnten am späten Abend alle Teilnehmer mit vielfältigen Informationen, aber auch „genüsslich voll“ mit guten Weinen und einem umfangreichen Vesper den Heimweg antreten.




