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21.04.2010

VDL`er diskutieren Wachstumsstrategie der KTG Agrar AG

Die KTG Agrar AG will in den nächsten Jahren ihre Anbaufläche weiter ausdehnen, wenn auch nicht mehr in dem rasanten Tempo der vergangenen Jahre. Das ist bei einer sehr gut besuchten VDL-Veranstaltung an der Humboldt-Universität zu Berlin deutlich geworden. Als Marke für das Flächenwachstum nannte der Referent einen Wert von 5 % bis 10 %. Zur Saison 2010 hat die KTG Agrar ihre Anbaufläche gegenüber dem Vorjahr um 13 % auf 30.500 ha ausgedehnt. Das Unternehmen bewirtschaftet heute allein rund 11.000 ha Ackerland für den Getreide-, Mais- und Rapsanbau gemäß der EU-Bioverordnung. Weitere 4.000 ha seien aktuell in der Umstellung. In Litauen würden mittlerweile 6.200 ha bewirtschaftet. Bei der Flächenerweiterung setze das Unternehmen nicht nur auf Kauf und Eigenbewirtschaftung, sondern auch auf die Pacht ganzer Betriebe, die mit bleibendem Personal für die KTG wirtschafteten.

Zwischenhandel ausschalten

Die Kernkompetenz des Unternehmens liege im Pflanzenbau an verschiedenen Standorten. Die Streuung auf unterschiedliche Standorte mindere das Ertragsrisiko, und die Maschinen könnten der Vegetation folgend nacheinander eingesetzt werden. Zuletzt würden Mähdrescher und Schlepper mit der Fähre von Saßnitz nach Litauen transportiert, erläuterte der Referent die Vorteile von Skaleneffekten bei dem international operierenden Unternehmen. Durch einen Rahmenvertrag mit der Firma Fendt habe die KTG günstigere Konditionen aushandeln können. Dies gelte auch bei den Abnehmern des Ernteguts. „Wir wollen den Zwischenhandel ausschalten“, so der Referent. Durch den direkten Verkauf an Mühlen und Futtermischwerke könne eine höhere Wertschöpfung erzielt werden.

Hoher Gewinn erwirtschaftet

Der Referent sieht die KTG auf dem richtigen Weg. Eine wachsende Weltbevölkerung mit verdienender Mittelschicht und eine steigende Nachfrage nach veredelten Produkten bei knapper werdender Agrarfläche bereiteten großen Unternehmen die Zukunft. Im Jahr 2008 hatte das börsennotierte Unternehmen bei einem Umsatz von 26,4 Mio. Euro ein Konzernergebnis von 4,3 Mio. Euro vorgelegt. Die Unternehmenszahlen für 2009 sollen am 3. Mai präsentiert werden. Der Börsenkurs hat sich seit einem Tiefstand Ende 2008 - als die globale Finanzkrise auf ihrem Höhepunkt war - mehr als verdoppelt.

Starkes Biogaswachstum geplant

Geld verdient die KTG Agrar auch mit der Bioenergie. So soll der 2006 begonnene Einstieg in die Biogasproduktion forciert werden. Ausgegeben hat das Unternehmen die Zielmarke einer installierten Kapazität von 20 Megawatt (MW). Derzeit verfügt die KTG Agrar über 11 MW in 13 Anlagen. Das viehlose Unternehmen verbringt die Gärreste zur Aufrechterhaltung eines Stoffkreislaufs auf die Felder. Der Referent betonte, dass die KTG im ländlichen Raum nur erfolgreich bleibe, wenn sie die gleichen Aufgaben übernehme wie die kleinen Betriebe. Das beziehe sich nicht nur auf die Beschäftigung, sondern auch auf den Naturschutz. Gewässerflächen in der Prignitz würden nach Auflagen des Naturschutzes bewirtschaftet, und seit kurzem experimentiere die KTG mit Kurzumtriebsplantagen als Strukturelementen in der Landschaft. (AgE)