19.11.2008
Vielzahl neuer Hochschulabschlüsse schränkt Mobilität Studierender ein
Auf die durch die Vielzahl neuer Hochschulabschlüsse zunehmend eingeschränkte Mobilität Studierender hat der Vorsitzende vom Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt (VDL-Bundesverband), Markus Ebel-Waldmann, hingewiesen. Insgesamt gebe es in Deutschland derzeit 3.075 verschiedene Bachelor- und 2.113 Masterstudiengänge, was einen Hochschulwechsel während des Studiums stark erschwere, erläuterte Ebel-Waldmann zur Eröffnung des Parlamentarischen Abends seines Verbandes, zu dem er am 10.11.08 in Berlin Abgeordnete aller im Bundestag vertretenen Parteien sowie zahlreiche weitere Gäste aus Politik, Wissenschaft, öffentlichem Dienst und Wirtschaft begrüßen konnte. Vor allem Bachelor-Studenten bleibe der Wechsel ins europäische Ausland häufig versperrt. Damit werde das wichtigste Ziel des Bologna-Prozesses – die Schaffung eines europäischen Studienraums – verfehlt.
Die Personalleiter in vielen Unternehmen könnten mit der neuen Vielfalt an Studienabschlüssen nichts anfangen, wodurch sich der Berufsstart von Absolventen häufig verzögere. Und auch der Zugang zum öffentlichen Dienst – noch immer wichtiger Arbeitgeber im Agrarbereich – werde durch die neuen Studiengänge erschwert. Trotzdem werde die beabsichtigte Schaffung vergleichbarerer Studienabschlüsse vom VDL im Grundsatz begrüßt, stellte Ebel-Waldmann klar. Allerdings lasse die konkrete Umsetzung des im Jahr 1999 gestarteten Prozess bisher zu wünschen übrig: "Durch das Bachelor-Master-System sind mehr neue Fragen aufgetaucht als beantwortet worden". Gemeinsam mit anderen Verbänden und den Hochschulen werde der VDL daher eine Initiative starten, um in den Agrarwissenschaften, den Ernährungs- und Haushaltswissenschaften, in der Landespflege sowie in verwandten Studiengängen geordnete Verhältnisse zu schaffen, kündigte Ebel-Waldmann an. Unternehmen im "grünen" Bereich könnten inzwischen kaum noch ausreichend mit geeigneten Absolventen versorgt werden. Speziell aus der Agrarwirtschaft gebe es eine riesige Nachfrage nach qualifizierten Nachwuchskräften. Potentielle Kandidaten kämen aber häufig nicht mit den Arbeitgebern zusammen, weshalb der VDL seine Rekrutierungs-Aktivitäten intensiviert habe.
VDL-LV Ost