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22. März 2016

Deutsche Forscher kooperieren weltweit

Wie die die deutsche Agrarforschung wichtige Impulse für die weltweite Ernährungssicherung setzt, schildert Bundesminister Christian Schmidt (Berlin).

Ernährung sichern, Klima schützen und Ressourcen schonen – das sind die großen Herausforderungen unserer Zeit, die wir in Einklang bringen müssen. Erfolgreich kann dies nur gelingen, wenn wir auf eine leistungsfähige und nachhaltige Landwirtschaft setzen, die die Ressourcen unserer Erde nutzt, ohne sie zu überfordern. Dafür brauchen wir innovative Lösungen. Deshalb liegt mir die Förderung von praxisorientierter Wissenschaft und Forschung ganz besonders am Herzen. Mit insgesamt 560 Mio. Euro für Forschung und Innovation im Jahr 2016 verfügt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über den viertgrößten Forschungsetat innerhalb der Bundesregierung.
Die Agrarforschung hat in den vergangenen Jahrzehnten viel dazu beigetragen, die landwirtschaftliche Produktivität nachhaltig zu steigern. Sie hat erfolgreich ressourcenschonende Anbaumethoden und ertragreiches Saatgut für Trockenregionen entwickelt, Nachernte- und Lebensmittelverluste reduziert und Tierseuchen bekämpft.

Lokale Akteure einbinden
Ein wichtiger Beitrag im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung ist die von meinem Haus geförderte „Forschungskooperation für Welternährung“. Deutsche Forscherinnen und Forscher kooperieren darin mit ihren Kollegen aus Ländern, die von Hunger betroffen sind. Dabei rückt der bisher sträflich vernachlässigte Aspekt der Ernährungsqualität unter Berücksichtigung der jeweiligen regionalen Gegebenheiten in den Fokus.
Unter dem Titel „Nutrition – diversifizierte Landwirtschaft für ausgewogene Ernährung in Subsahara-Afrika“ fördert das BMEL aktuell Forschungsprojekte, die der Frage nachgehen, wie eine diversifizierte Landwirtschaft Mangel- und Fehlernährung entgegenwirken kann. Unter Einbindung lokaler Akteure wird untersucht, wie sich im östlichen und südlichen Afrika heimische Obst- und Gemüsearten für eine ausgewogene Ernährung nutzen lassen. Ziel des Förderprogramms sind langfristige Partnerschaften und der Aufbau eines Kompetenznetzwerkes, um so einen nachhaltigen Beitrag zur Ernährungssicherung zu leisten. Eine weitere Bekanntmachung ist zur Förderung von Forschungskooperationen in Subsahara-Afrika und Südostasien geplant. Der Fokus liegt hier auf der besseren Verarbeitung lokaler Lebensmittel, um die Ernährungsqualität zu steigern und Nachernteverluste zu verhindern.
Auch bei der Ausrichtung der Ressortforschung des BMEL steht die Herausforderung der nachhaltigen Ernährungssicherung im Fokus. Dabei kooperieren das Julius Kühn-Institut für Kulturpflanzen (JKI), das Max Rubner-Institut für Ernährung und Lebensmittel (MRI), das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) das Thünen-Institut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei (TI), sowie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mit Agrar- und Ernährungsforschungseinrichtungen in Entwicklungsländern. So untersuchen im europäischen Verbundprojekt „MACSUR“ Wissenschaftler, wie der Klimawandel den Druck auf die globale Ernährungssicherung verschärft, und erarbeiten Anpassungsstrategien.

Wissenschafts-Partnerschaften aufbauen
Mit bilateraler Kooperation will das BMEL möglichst dauerhafte Wissenschaftspartnerschaften aufbauen und pflegen sowie hervorragende Nachwuchswissenschaftler fördern. Über den Wissenschaftleraustausch werden Forschungspartnerschaften verstärkt. Doktoranden aus Schwellen- und Entwicklungsländern werden an deutschen Agrar- und Ernährungsforschungseinrichtungen, insbesondere der Ressortforschung, aus- und fortgebildet. Neben der wissenschaftlichen Qualifikation soll vertiefte Fachkompetenz in den Partnerländern aufgebaut werden, damit diese eigenverantwortlich ihre Ernährung sichern können.
Im Rahmen seines bilateralen Kooperationsprogramms mit der Volksrepublik China fördert das BMEL unter dem Dach des Deutsch-Chinesischen-Agrarzentrums derzeit etwa 50 gemeinsame Forschungsaktivitäten. Diese konzentrieren sich vermehrt auf Umweltauswirkungen und Nachhaltigkeitsaspekte der landwirtschaftlichen Produktionssysteme und tragen so ihrerseits zur Ernährungssicherung bei.
Die Ernährungssicherung und eine global nachhaltige Land- und Ernährungswirtschaft stehen im Vordergrund meines Engagements für die Forschung. Auch zukünftig werde ich mich für dauerhafte internationale Allianzen einsetzen, um gemeinsam das Menschenrecht auf angemessene Nahrung zu verwirklichen.