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19. Oktober 2015

Attraktivität des Agrarstudiums deutlich gewachsen

Die Absolventinnen und Absolventen der agrarwissenschaftlichen Studiengänge an deutschen Hochschulen bewerten ihr Studium positiv und verzeichnen gute Chancen für einen erfolgreichen Berufseintritt.


Das zeigt eine zum zweiten Mal bundesweit durchgeführte Absolventenbefragung des VDL-Berufsverbandes Agrar, Ernährung, Umwelt e.V. in Zusammenarbeit mit dem Gießener Institut für Agribusiness. Dazu wurden Diplom-, Bachelor- und Masterabsolventen der deutschen Fachhochschulen und Universitäten hinsichtlich des Studiums und des Berufseinstiegs in der Landwirtschaft und dem Agribusiness befragt. Auf Grund der Attraktivität des Berufsfelds und der Aktualität von Fragen zur gesunden und nachhaltigen Lebensmittelproduktion und Ernährung verzeichnen die agrarwissenschaftlichen Studiengänge in den vergangenen zehn Jahren eine Verdopplung der Absolventenzahlen auf 3.988 im Jahr 2013. Die Mehrheit der befragten Absolventen der Agrarwissenschaften bewertet ihr Studium als gut bis sehr gut und gibt an, dass sie ohne das Studium nicht in ihrer heutigen Position wären. Die Absolventinnen und Absolventen sind stolz auf das Studium an ihrer Hochschule und bezeichnen den Kontakt zu ihren Kommilitonen während des Studiums als sehr gut. 78,1% der Befragten würden das Studienfach an ihrer Hochschule weiterempfehlen.
Die Studie des VDL-Bundesverbands zeigt, dass die Absolventen die Qualität ihres Studiums mit "durchschnittlich" bis "gut" bewerten, wobei die Fachhochschulabsolventen insgesamt mit der Qualität ihres Studiums zufriedener als die Universitätsabsolventen sind. Besonders die Betreuung der Studierenden, die Anwendungsorientierung der Studieninhalte mit inhaltlich in das Studium integrierten Praktika wird von den Fachhochschulabsolventen deutlich besser als von den Universitätsabsolventen eingestuft. Andererseits bewerten die Universitätsabsolventen die Qualität des wissenschaftlichen Personals, der fachwissenschaftlichen Spezialisierung und der Forschungstätigkeit deutlich höher als die Fachhochschulabsolventen.
Viele der Befragten sehen Änderungsbedarf bei der didaktischen und strukturellen Ausgestaltung des Studiums, beispielsweise bei der Praxisorientierung durch mehr Gastvorträge von Praktikern und die zusätzliche Vergabe von Lehraufträgen an Personen aus der Wirtschaft. Insbesondere die Universitätsabsolventen wünschen sich mehr Praxisnähe während die Fachhochschulabsolventen eine stärkere fachwissenschaftliche Spezialisierung erwarten. Die Nützlichkeit der im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten für den Berufseinstieg wird von den heute Berufstätigen mit Masterabschluss positiver bewertet als von denjenigen mit Diplom- oder Bachelorabschluss.
Die Befragung zur Suche nach einem Arbeitsplatz zeigt, dass 84% der Absolventen bereits vor Studienabschluss oder zur Zeit des Studienabschlusses mit der Beschäftigungssuche begonnen haben. Für den Berufseinstieg spielen die Bewerbung auf eine Stellenausschreibung, die Initiativbewerbungen sowie Beziehungen und der Kontakt über ein Praktikums eine bedeutende Rolle. Für die erste Tätigkeit nach dem Studium haben die Absolventen durchschnittlich sechs gezielte Bewerbungen und drei Initiativbewerbungen versandt.
Das Berufsfeld für Studierende der Agrarwissenschaften ist sehr vielfältig. Für den Berufseinstieg sind der Dienstleistungssektor, wissenschaftliche Einrichtungen sowie der Landwirtschaft vorgelagerte Unternehmen, z.B. Landtechnik- und Pflanzenschutzhersteller, wichtige Branchen. Der größte Einsatzbereich in den Unternehmen ist für die Absolventen der Vertrieb. Er ist der Startschuss in das Berufsleben für 19% der Fachhochschulabsolventen und 16% der Universitätsabsolventen.
Insgesamt starteten 48,6% der befragten Absolventen mit einem befristeten Arbeitsverhältnis in das Berufsleben. Gemäß ihren beruflichen Erfahrungen und ihren Erfahrungen in der Fort- und Weiterbildung nach dem Studienabschluss bewerten die Absolventen die sozialen Kompetenzen wie Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Kommunikationsfähigkeit als wichtig in der Arbeitswelt. Als herausragende persönliche Kompetenz wurden das selbständige Arbeiten und das Selbstmanagement bewertet. Nach den Fach- und Methodenkompetenzen gefragt, bewerten die Absolventen mit ersten Berufserfahrungen die Analyse- und Entscheidungsfähigkeit als das wesentlichste Kriterium.
Eher unzufrieden sind die Absolventen mit ihrem Gehalt. Im Durchschnitt erzielen die Berufseinsteiger ein Brutto-Jahresgehalt von 32.000 Euro. 83,5% der befragten Berufseinsteiger fallen so in die Gehaltsgruppe bis zu 40.000 Euro. Deutlich Zufriedener sind die Absolventen beim Berufseinstieg vor allem mit ihrem Arbeitsort, den allgemeinen Arbeitsbedingungen und der Reisetätigkeit.
Im Vergleich mit der VDL-Studie aus 2011/2012 weichen die Ergebnisse bezüglich der Bewertung des Studiums und des Berufseinstiegs nur unwesentlich voneinander ab und zeichnen insgesamt ein ungebrochen positives Bild hinsichtlich des Studiums und der beruflichen Möglichkeiten.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Absolventen der agrarwissenschaftlichen Studienfächer sehr gute und vielfältige Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt haben. Die Studierenden sollten neben der fachlichen Kompetenz auch ihre sozialen Kompetenzen durch Praxiserfahrungen und gesellschaftliches Engagement ausbauen. Zudem ist nach dem Berufseinstieg zur Aufbesserung des Gehalts im Zeitraum von drei bis fünf Jahren ein Jobwechsel geboten.

VDL-Präsident Markus W. Ebel-Waldmann zeigte sich sehr beeindruckt von den Ergebnissen der Studie. „Die Studie belegt klar, dass das Studium der Agrarwissenschaften hoch attraktiv ist und die Absolventen auf dem Arbeitsmarkt geschätzt und gefragt sind! Dank innovativer und zukunftsfähiger Studienangebote der Hochschulen wird sich hieran auch in den nächsten Jahren nichts ändern“, so Ebel-Waldmann.


Pressekontakt:    VDL Bundesverband
        Berufsverband Agrar, Ernährung, Umwelt e. V.
        Dr. Christina Wagner
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