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08.02.2010
Was ist das Beste für Verbraucher?

Im Lebensmittel- und Genussmittelbereich ist die Auswahl an Produkten für unsere Verbraucher unglaublich groß. Viele Lebensmittelhersteller setzen schon seit Jahren auf „nachhaltige“ Lebensmittel. Sie bieten den Verbrauchern die Option, ihr Leben mit diesen Produkten gesünder zu gestalten.

Hans-Michael Goldmann
Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Jedoch handeln bei der Produktentscheidung viele Konsumenten noch zu intuitiv, ohne sich bewusst zu machen, welche positiven Qualitätsmerkmale die Lebensmittel aufweisen können. Hinzu kommt, dass Alltag, Stress und Hektik oftmals dazu führen, dass keine Zeit bleibt, sich intensiv mit gesunder Ernährung zu befassen.
Das Thema der Nährwertkennzeichnung beschäftigt Politik und Wirtschaft gerade aus den angeführten Gründen schon viel zu lange, ohne bisher den „einen“ effektiven Weg der Kennzeichnung eingeschlagen zu haben. In der 16. Legislaturperiode ging es in erster Linie um die Frage, ob eine Ampel eingeführt werden sollte oder nicht und welche Form der Kennzeichnung die beste wäre.
Unsere jetzige Regierung hat sich in ihrem gemeinsamen Koalitionsvertrag gegen die Ampel und für das zwischen dem Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und der Lebensmittelwirtschaft entwickelte „1+4-Modell“ ausgesprochen. Dieses Modell bietet im Vergleich mit dem Ampel-Modell den besseren  Ansatz, da es sich bei dieser Kennzeichnung weder um politische Steuerung des Konsums, noch um Bevormundung der Verbraucher durch farbige Markierungen für vermeintlich ungesunde Lebensmittel handeln soll, bei dem die Farbe rot für „schlecht“ und die Farbe grün für „gut“ gestanden hätte. Das 1+4-Modell gibt lediglich die  Kalorienanzahl und die Anteile von Zucker, Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz wider.
Viele Verbraucher haben das Konzept schon gut angenommen, was auch für die Zukunft große Erfolge verspricht. Das gilt umso mehr, da mittlerweile bereits mehr als 80 % der Lebensmittel in Deutschland in Eigenverantwortung der Lebensmittelwirtschaft gekennzeichnet werden.
In der Gesamtdebatte um die Kennzeichnung von Lebensmitteln darf ein Aspekt aber nicht vergessen werden. Eine Kennzeichnung von  Lebensmitteln reicht allein nicht aus, um unseren Verbrauchern eine gesunde und ausgewogene Ernährung garantieren zu können. Es darf nicht ausschließlich nur Aufgabe von Politik und Wirtschaft sein, den Verbraucher vor eventuellen Gefahren von ungesunden Lebensmitteln zu schützen. Auch der interessierte Konsument ist gefragt, denn dieser trägt Verantwortung für seine Entscheidungen, indem er bestimmt, was gut für ihn und gerade auch unsere nachwachsende Generationen, seine Kinder ist.
Politik, Wirtschaft und Verbraucher müssen daher Hand in Hand arbeiten, um diesen Prozess voranzubringen und um ein gesundes Verhältnis bei der Wahl der Lebensmittel herzustellen, dann kann auch z.B. ein Produkt mit höherem Fettanteil hin und wieder gegessen werden. Das Verhältnis aller konsumierten Produkte muss stimmig sein.
 
Hans-Michael Goldmann