08.12.2009
Kleine Bierkunde – von Alt bis Weizen
Nach dem deutschen Reinheitsgebot darf „Bier“ ausschließlich aus Malz, Hopfen, Hefe und Wasser gebraut werden. Fertig gestellt enthält es Wasser, Kohlenhydrate, Alkohol, Proteine, Kohlensäure, Mineralstoffe und Vitamine, Hopfenbitterstoffe und Gerbstoffe.
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"Genussführer deutscher Braukunst“
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Durch den jeweiligen Alkoholanteil ist der Kaloriengehalt unterschiedlich. Während Alkoholfreies Bier etwa 280 Kilokalorien (kcal) pro Liter enthält, sind es ca. 430 kcal. beim Pils und 600 kcal bei einem Bockbier. Zum Vergleich: Während Wasser natürlich keine Kalorien liefert, enthält Apfelsaft 470 kcal, eine Schorle die Hälfte. Dennoch kann Bier nicht als Dickmacher verschrien werden. Letzten Endes: Die Menge macht’s! Ein Glas Pils (0,3 ml) enthält 126 Kcal. Bier wird erst „kalorienreich“, wenn es in großen Mengen getrunken wird. Die wirklichen Ursachen für den berühmten „Bierbauch“ sind also eher vielschichtig… Als Trost: Kalorien verbrauchen sich durch körperliche Aktivität!
Bierarten: Unterschieden werden:
Untergärige Biere (nur Gerstenmalz) wie „Pils“ oder „Export“
Obergärige Biere (Gerstenmalz und andere Getreidearten) wie Kölsch oder Weizen
Biersorten: unterscheiden sich je nach Menge und Mischung der Ausgangsstoffe sowie im Brauvorgang:
Alkoholfreies Bier: Alkoholfreies Bier enthält nur wenig bis gar keinen Alkohol, aber den charakteristischen Biergeschmack. Alkoholgehalt: max. 0,5 Volumenprozent (% Vol).
Alt: ein dunkles Vollbier, klassisch in Düsseldorf und am Niederrhein hergestellt. Wird mit obergäriger Hefe gebraut und ist relativ stark gehopft. Alkoholgehalt 4,5 bis 4,9 % Vol.
Berliner Weiße: ein leichtes obergäriges Bier aus Gersten- und Weizenmalz, leicht säuerlich durch eine nachträgliche Milchsäuregärung. Hoher Kohlensäure- und niedriger Alkoholgehalt von ca. 3 % Vol. Traditionell trinkt man Berliner Weiße mit einem Schuss Himbeer- oder Waldmeistersirup.
Bock: gehört zu den Starkbieren. Meist untergärig als Bock oder Doppelbock mit einem Alkoholgehalt von etwa 7 % Vol hergestellt.
Export: helles, mildes, untergäriges Bier mit relativ langer Lagerfähigkeit – daher der Name. Durch geringere Hopfengabe vergleichsweise weniger bitter bei einem Alkoholgehalt von ca. 5,4 % Vol.
Kölsch: hellgelbes, hopfenbetontes, obergäriges Bier mit etwa 4,8 % Vol Alkohol. Kölsch darf nur von den Brauereien des Kölner Brauereiverbandes in Köln und dem direkten Umland hergestellt werden.
Pils: hierzulande das beliebteste der deutschen Biere: helles, hopfenherbes, untergäriges Bier mit einem Alkoholgehalt von ca. 4,8 % Vol. Wurde zuerst im tschechischen Pilsen gebraut – so die Geschichte des Namens.
Stout: starkes, dunkles, hopfenbitteres, obergäriges Bier mit starkem Röstgeschmack von den britischen Inseln. Das „Guiness“ ist ein bekannter Vertreter. Der Alkoholgehalt liegt hoch bei etwa 5 bis 7,5 % Vol.
Weizenbier/Weißbier: ein spritziges, fruchtig bis würziges obergäriges Bier mit ca. 5-6 % Vol Alkohol. Der Malzanteil aus Weizen beträgt mindestens 50 Prozent, der Rest stammt von der Gerste. Weizenbiere gibt es als klare Kristallweizen oder naturtrübe, ungefilterte helle oder dunkle Hefeweizen.
Dr. Andrea Moritz, Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL), Bonn