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10.12.2009
Rohstoffsicherung für Mälzereien und Brauereien

Vor dem Hintergrund stark sinkender Sommergerstenanbauflächen in Deutschland blickt die Braugersten-Gemeinschaft e.V. bereits ins Anbaujahr 2010.

Zweizeilige Braugerste        
Foto: Deutscher Mälzerbund
Die niedrigen Erzeugerpreise für Braugerste, sowie die Novellierung des Gesetzes für erneuerbare Energien werden weitere Flächenzuwächse bei Winterraps, Winterweizen, sowie Mais für Biogasanlagen zu Lasten der Sommergerstenfläche verschieben. Zudem sind nach Aussagen einiger Vertreter der Landesförderverbände für Braugerste Flächenstilllegungen und Grünbrache im Anbaujahr 2010 möglich. Dabei sind im Osten Deutschlands eher wirtschaftlichere Kulturen mit geringerem Marktwarenrisiko, im Westen Deutschlands die höhere Investitionsbereitschaft für Energieanlagen die Konkurrenz für den Sommergerstenanbau. Die Braugersten-Gemeinschaft e.V. geht davon aus, dass der Rohstoffsicherung für Mälzereien und Brauereien nicht mehr ausschließlich über den Handel im europäischen Markt, sondern verstärkt mit durchgängigen Regionalkonzepten begegnet werden muss.
Im Rahmen der Beiratssitzung der Braugersten-Gemeinschaft e.V. am 29. November 2009 in Köln wurde der Erntebericht über die Braugerstenernte 2009 in Deutschland aktualisiert und verabschiedet.

2,2 Mio. Tonnen geerntet
Die Braugerstenfläche in Deutschland lag 2009 bei rund 345.000 Hektar, das waren rund 100.000 Hektar weniger als im Vorjahr. Trotz gestiegener Erträge – durchschnittlich 52,7 dt je Hektar – blieb die Gesamterntemenge mit rund 2,2 Millionen Tonnen unter Vorjahresniveau (2,57 Mio. t).
Nachdem Braugerste besonders hohen Anforderungen hinsichtlich ihrer Sortierung (Korngröße) und vor allem ihres Eiweißgehalts (sollte zwischen 10,0% und 11,5% liegen) genügen muss, ist jedoch nie die ganze Ernte tatsächlich auch als Braugerste verwendbar. So stehen je nach Witterungsverlauf ca. 70 % der Sommergerstenmenge als Qualitätsbraugerste zur Verfügung, der Rest wird zu Fütterungszwecken verwandt.
Die geschätzte Braugerstenablieferung wird 2009 rund 1,46 Mio. Tonnen erreichen, davon stammen 440.000 t aus Bayern. Mengenmäßig folgen Baden-Württemberg (240.000 t), Rheinlad-Pfalz (210.000 t), Thüringen (170.000 t) und Sachsen (120.000 t.).
Zu den Hauptbraugerstensorten gehören u.a. Marthe, Quench und Braemar.
ba

Deutscher Mälzerbund
Der Deutsche Mälzerbund e. V. wurde im Jahr 1950 gegründet und nimmt heute die Interessen von 36 Mälzereien mit insgesamt 46 Betriebsstätten in Deutschland wahr.
Auf Landesebene gehören dem Deutschen Mälzerbund e. V. die Landesverbände Bayerischer Mälzerbund e. V., der Mälzerbund Baden-Württemberg e. V. und der Mälzerbund Mittelrhein-Pfalz e. V. an. Gemessen an der Malzproduktion vertritt der Deutsche Mälzerbund e. V. ca. 70% - 80% der deutschen Malzindustrie.





Die Kölner Privatbrauerei Gaffel setzt auf Braugerste aus dem Rheinland. Auf den Äckern rund um Köln wächst der Rohstoff für Gaffel Kölsch. Die in der Anbaugemeinschaft für Braugerste Rheinland angeschlossenen Landwirte bauen Gerste aus kontrolliertem und integriertem Ackerbau an und sind durch langfristige Verträge vor Billiggetreide aus Übersee konkurrenzfähig. Auf dem Bild (v.l.) Heinrich Philipp Becker, Geschäftsführender Gesellschafter, Heinrich Frenger, Präsident der Anbaugemeinschaft, und Thomas Deloy, Marketing Gaffel.