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| Andrea Gebhard Präsidentin des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten bdla |
Ob Metropolregionen und Städte, ob ländlicher Raum oder Klimaveränderungen und Kulturlandschaftsfolgen: Die Veränderungen im Naturhaushalt sind offensichtlich. Gerade die Landschaftsplanung und Landschaftsarchitektur verschaffen ihren Protagonisten die Kompetenz, auf diese Herausforderungen zu reagieren und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Wir, die Landschaftsarchitekten, können die Folgen des Handelns in Szenarien prognostizieren und raumwirksame Alternativen aufzeigen.
Europaweit wurde im Mai 2007 eine Phase der Betonung von Bildung eingeläutet, genannt „Lebenslanges Lernen“ (bis 2013); „Strategie von Lissabon“ und Bologna-Prozess haben die Ziele klar formuliert. Die UN-Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005 bis 2015 formuliert das Ziel, auf lokaler, regionaler, globaler Ebene Wissen zu vermitteln über Wirtschaft, soziale Entwicklung und den Schutz der Umwelt.
Für die Landschaftsarchitekten folgen hieraus neue Chancen. Nicht nur im eigenen Land. Landschaftsarchitektur, also jegliche Planung im Raum wird notweniger Weise im Entwurf Alternativen zu überkommenen Lebensformen und ästhetischen Empfindungen aufzeigen müssen, und sie wird zugleich Nachweise über die Folgen des umweltrelevanten Handelns liefern müssen. Wer – wenn nicht unsere Profession – sollte hier Angebote unterbreiten können! Sind Landschaftsarchitekten doch darin geschult, nachhaltige Prozesse und Systemfolgen zu verstehen, Menschen mittels Argumenten und mittels Schönheit zu überzeugen sowie sozialräumliche Alternativen mittels einer aktiven Bürgergesellschaft in Planungs- und Beteiligungsverfahren zu initiieren.
Und wenn es richtig ist, dass sich die Städte in Zukunft stärker über die Freiräume definieren – und darin auch für die Bürgerinnen und Bürger die Besonderheit und Identifikation liegen kann –, dann werden wir es in der Zukunft bei der Standortbestimmung der einzelnen Städte, ihrer Vorteile und ihrer Lebensqualität vordringlich mit Fragen des Grüns zu tun haben.
Unser Spektrum von der großräumigen Planung bis zur Gestaltung eines Privatgartens ist die Stärke unserer Kollegen und damit auch unseres Verbandes: Europa- und auch weltweit wird vermehrt gefragt nach Kulturmustern, die im Detail wie in einer systemischen Betrachtung des Ganzen zu überzeugen wissen. Die Landschaftsarchitektur hat diese Stärken, ohne ins Sektiererische abzugleiten. Unsere Sprache ist international, die Kultur der Gärten eine Weltkultur, die Erbe und Zukunft zu verbinden versteht.