Suche starten
Übersicht Impressum Kontakt
24.04.2009
Im Interview

Intelligente Technik mit niedrigen Betriebskosten Martin Richenhagen mit Sitz in Duluth (US-Staat Georgia) – 1952 in Köln geboren – kann auf einen ungewöhnlichen Lebenslauf verweisen: Vom Studienrat zum AGCO-Vorstandschef. Wir haben ihn über die Zukunft der Agrartechnik befragt.

Martin Richenhagen
Chairman President and Chief Executive Officer der AGCO Coperation
Sie stehen seit 2004 an der Spitze des weltweit drittgrößten Herstellers von Landmaschinen, der zu den Top 500 in den USA zählt. Woher rührt ihre besondere Leidenschaft für Technik, speziell Landtechnik?

Als kleiner Junge habe ich mit meinen Eltern und meinen vier Geschwistern jeden Sommer sechs Wochen Ferien auf dem Bauernhof machen dürfen – das prägt ein Leben lang!

Wie verschaffen Sie sich einen Überblick über die neuen Entwicklungen in der Agrartechnik?

Gespräche mit Landwirten, Studenten und Professoren landwirtschaftlicher Fakultäten, Landmaschinenhändler und Wettbewerbern sind ganz wertvoll, um auf dem Stand der Technik zu sein.

Wo liegen in der technischen Ausstattung der Betriebe die wesentlichen Unterschiede zwischen der US-Agrarwirtschaft und der deutschen Landwirtschaft?

In den USA zieht man mit großen Schleppern mit hohen PS-Zahlen extrem breite Geräte über den Acker und minimale Bodenbearbeitung liegt voll im Trend. In Deutschland stehen die Bauern mehr auf intelligente Technik mit niedrigen Betriebskosten.

Geht es in der technischen Entwicklung nur noch um den olympischen Ehrgeiz „Immer größer, breiter und schwerer“?

Das ist eine sehr gute Frage, die wir gerade mit unseren Ingenieuren diskutieren. Vielleicht fällt uns zu diesem Thema ja etwas innovatives ein. Klein, wendig, sparsam, schnell, preiswert sind Adjektive, die mir auch sehr gut gefallen.

Welche Entwicklungen im Hightech-Bereich haben besonderen Vorrang?

Für AGCO ist das eine neue Generation hochmoderner Mähdrescher für Europa. Außerdem stehen für uns solide Qualität, leichte Bedienbarkeit und niedriger Kraftstoffverbrauch im Vordergrund.

Kommen Landmaschinen in Zukunft ohne Fahrer aus?

Das geht technisch bereits heute und ist ein Thema, das wir mit unseren Kunden gerade intensiv diskutieren.

Wieviel Landmaschinenhersteller bzw. Marken werden in Europa bzw. weltweit in 10 bis 20 Jahren übrig bleiben?

Maximal eine Hand voll echter globaler „Full-Liner“ und dann sicher eine Zahl lokaler Spezialisten, die Marktnischen abdecken.

Zum Schluss noch eine persönliche Frage:
Was vermissen Sie als Deutscher, genauer als Rheinländer in Ihrem täglichen Leben am meisten?

Ein Butterbrot mit gutem deutschen Brot und frischer Hausmacher-Leberwurst; Alles aus deutschen Landen frisch auf den Tisch.