12.02.2009
Drehscheibe des internationalen Blumenhandels
Am 1. Januar 2008 fusionierten die Bloemenveiling Aalsmeer und die ehemalige FloraHolland. Sie agieren jetzt unter dem Namen FloraHolland. Seitdem werden an keinem anderen Ort der Welt so viele Blumen und Pflanzen versteigert wie in den sechs Niederlassungen Aalsmeer, Naaldwijk, Rijnsburg, Venlo, Bleiswijk und Eelde.
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Timo Huges
Geschäftsführer FloraHolland
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Als weltweit größtes Versteigerungsunternehmen verarbeitet FloraHolland jährlich 12 Milliarden Schnittblumen und 1,3 Milliarden Pflanzen. FloraHolland beschäftigt 4.500 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2008 einen Jahresumsatz von gut 4 Milliarden Euro.
Wirtschaftskrise hat wenig Einfluss
Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das einem Wachstum von 0,25 Prozent. „Auch wenn 2008 kein großartiges Jahr war, können wir doch feststellen, dass die Wirtschaftskrise die Umsatzentwicklung der Versteigerungen bis jetzt nur in beschränktem Maße beeinflusst hat. Das ist positiv und gibt Vertrauen“, sagt Geschäftsführer Timo Huges. Die Stückzahlen der über FloraHolland verkauften Blumen und Pflanzen konnten 2008 um 1,3 Prozent gesteigert werden. Für 2009 erwartet FloraHolland ein kleines Umsatzplus (+1 Prozent).
Blumenzüchter aus den Niederlanden und anderen Erzeugerländern haben 2008 über die Marktplätze der Genossenschaft 2,4 Milliarden Euro umgesetzt (-3 Prozent). Mit Pflanzen wurde letztes Jahr ein Umsatz von 1,6 Milliarden (+5 Prozent) erwirtschaftet. „Obwohl der Gesamtumsatz der Versteigerung nahezu gleich geblieben ist, zeigten die Erträge der einzelnen Züchter erhebliche Unterschiede“, so Arnold Hordijk, kaufmännischer Geschäftsführer von FloraHolland. „Für einige bei uns einkaufende Exporteure war 2008 ebenfalls ein schwieriges Jahr, insbesondere wegen des schwächelnden Exports nach England“.
Digitaler Verkauf im Vormarsch
2008 erfolgte eine weitere Verschiebung vom Verkauf über die Uhr zum Direktverkauf durch Vermittlung. Der Verkauf über das Vermittlungsunternehmen FloraHolland Connect konnte um vier Prozent auf 1,4 Milliarden Schnittblumen gesteigert werden. Auch 2009 wird insbesondere die Vermittlung für Wachstum sorgen. Der Absatz über die vierzig Versteigerungsuhren sank um zwei Prozent auf gut 2,6 Milliarden. Die Uhr bleibt mit einem Anteil von 65 Prozent aber dennoch der führende Absatzkanal für Schnittblumen.
Der virtuelle Verkauf steigt weiterhin an. Mit Systemen wie Bildversteigerung und Fernkauf werden schon jetzt etwa fünfzig Prozent der Schnittblumen virtuell verkauft (also ohne dass das Produkt tatsächlich am Verkaufsort vorhanden ist). In den Exportniederlassungen stieg der Handel über Fernkauf im Jahr 2008 um 35 Prozent an. Auch der Verkauf über Webshops wie FloraHolland e-Trade und PlantConnect.nl verzeichnet eine Steigerung.
Nachfragegesteuerte Logistik
Die drei Exportniederlassungen von FloraHolland (Aalsmeer, Naaldwijk und Rijnsburg) arbeiten eng zusammen, um durch eine Effizienzoptimierung Vorteile für die Zierpflanzenkette (hauptsächlich Züchter und Kunden) zu erzielen. Ein wichtiges Thema der kommenden Jahre wird die Kettenoptimierung durch eine nachfragegesteuerte Logistik sein. Um den Wandel von einer angebotsgesteuerten zu einer nachfragegesteuerten Logistik vollziehen zu können, absolviert FloraHolland Testprojekte mit Robotisierung und Mechanisierung. In die Optimierung der Logistik wird durch die Entwicklung eines einheitlichen Stapelwagens substanziell investiert. Ein einheitlicher Stapelwagen trägt durch die Standardisierung zur Optimierung der Kettenkosten bei