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| Dr. Christian Bode, DAAD-Geschäftsführer |
Persönliche Fähigkeiten erproben und weiterentwickeln, den Erfahrungshorizont erweitern, weltweit neue Freunde gewinnen — das sind Chancen, die ein Auslandsaufenthalt auch eröffnet. Die Kampagne "go out! studieren weltweit" sollte junge Menschen motivieren, etwas zu wagen.
Was bringt ein Auslandsstudium?
Der Sinn eines Studienaufenthalts im Ausland liegt nicht nur in der Erweiterung und Vertiefung der sprachlichen und fachlichen Kenntnisse, sondern bedeutet auch eine wichtige persönliche Erfahrung. Sein Studiengebiet aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und andere kulturelle und soziale Zusammenhänge zu erleben, neue Kontakte zu knüpfen, sind Erfahrungen von denen Sie gewiss profitieren werden. Ein Auslandsaufenthalt ist ein persönlicher Gewinn bezüglich Ihrer Flexibilität und Vielseitigkeit und bedeutet eine Stärkung Ihres Durchsetzungsvermögens. Daneben wird er von potentiellen Arbeitgebern als Pluspunkt bei der Bewerbung gewertet werden.
Wichtigste Voraussetzung für den Erfolg und den Nutzen ist eine sorgfältige Vorbereitung, die weitgehend von der persönlichen Eigeninitiative abhängt. Die Zeit für die Vorbereitung sollte keinesfalls zu kurz angesetzt werden: Die Erfahrung hat gezeigt, dass man in der Regel 12 bis 18 Monate benötigt.
Durch eine sorgfältige Vorbereitung können unnötige Hindernisse von vorneherein beiseite geräumt werden. Bei Planung des Auslandsaufenthalts ist auf nachfolgende vom DAAD aufgelisteten Punkte besonders zu achten:
Teilstudium
Möchten Sie einen Teil Ihres Studiums (ein oder zwei Semester) im Ausland absolvieren, sollten Sie zunächst das Studium an einer deutschen Hochschule beginnen und erst dann ins Ausland gehen, wenn Sie einen groben Überblick über Ihr Fachgebiet gewonnen haben, also etwa vom dritten Semester an oder noch besser nach dem Grundstudium. Möglich ist auch ein Aufbau- oder Vertiefungsstudium im Ausland nach einem abgeschlossenen Studium an einer deutschen Hochschule.
Im Falle eines Teilstudiums an einer ausländischen Hochschule ist es ratsam, sich für die Zeit des Auslandsstudiums beurlauben zu lassen. Von der Möglichkeit einer Exmatrikulation wird abgeraten, weil dadurch u. U. der Studienplatz an der deutschen Hochschule gefährdet wird und die Zugehörigkeit zur Krankenversicherung verloren geht. In jedem Fall empfiehlt es sich, vor einer Entscheidung beim Studentensekretariat und bei der Krankenversicherung genaue Informationen einzuholen.
Eine weitere Form des Auslandsaufenthalts ist die Ableistung von Praktika, die bei manchen Studiengängen obligatorischer Bestandteil des Studiums ist. Für die Vermittlung von Praktika ins Ausland gibt es eine Reihe von Organisationen, die vor allem fächerspezifisch ausgerichtet sind.
Vollstudium
Ein Vollstudium (vom ersten Semester bis zum Studienabschluss) an einer ausländischen Hochschule ist in der Regel nur dann empfehlenswert, wenn Sie auch tatsächlich vorhaben, Ihr Studium im Ausland abzuschließen. Bei einem Berufszugang in der Bundesrepublik Deutschland können sich bei Tätigkeiten im öffentlichen Bereich und bei bestimmten Berufsgruppen Schwierigkeiten und Probleme bei der Anerkennung von Abschlüssen und bei der Zulassung zu Berufsfeldern ergeben. In Bezug auf eine spätere Berufstätigkeit bei international ausgerichteten Unternehmen und Organisationen dürften sich keine Nachteile einstellen.
Haben Sie in einem Numerus-clausus-Fach in Deutschland keinen Studienplatz erhalten, so müssen Sie damit rechnen, dass auch an ausländischen Hochschulen in diesem Fach Zulassungsbeschränkungen bestehen. Auch bei sonstigen Fächern, die an deutschen Hochschulen Zulassungsbeschränkungen unterliegen, ist im Ausland oft der Zugang erschwert.
Einzelaufenthalt oder Gruppenprogramm?
Sie können einen Auslandsaufenthalt individuell durchführen, Sie haben aber auch die Möglichkeit, in einer Gruppe mit anderen Studierenden einen Teil Ihres Studiums im Ausland zu absolvieren, zum Beispiel im Rahmen eines Austauschprogramms Ihrer Hochschule oder eines europäischen Programms. Der Vorteil eines solchen Gruppenprogramms ist, daß die meisten organisatorischen Fragen für die Gruppe geregelt werden und vor allem die Anerkennung der im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen sichergestellt ist. Auch internationale Hochschulkooperationen können hier sehr hilfreich sein.
Sprachkenntnisse aneignen
Um erfolgreich im Ausland zu studieren, müssen Sie die Sprache des Gastlandes gut beherrschen. Sie müssen nicht nur in der Lage sein, den Lehrveranstaltungen zu folgen, sondern sich auch selbst mündlich und schriftlich zu Themen ihres Faches zu äußern. Ein gleichzeitiger Beginn von Studium und Sprachunterricht ist deshalb nicht ratsam. Allerdings kann es zweckmäßig sein, auch während des Auslandsstudiums Sprachkurse an der Gasthochschule zu besuchen, um die vorhandenen Kenntnisse zu verbessern.
Falls Sie nicht über die erforderlichen Sprachkenntnisse verfügen, sollten Sie rechtzeitig vor Studienbeginn Sprachkurse in Deutschland oder im Ausland besuchen und auch sonst jede Möglichkeit nutzen, sich die nötigen Sprachkenntnisse anzueignen.
Auslandsaufenthalt rechtzeitig vorbereiten
Haben Sie sich dafür entschieden, einen Teil Ihres Studiums (oder sogar ein Vollstudium) im Ausland durchzuführen - ob individuell oder in einer Gruppe -, sollten Sie möglichst frühzeitig - mindestens 1 Jahr im voraus - damit beginnen, Informationen zu den folgenden Punkten zu sammeln (Informationen zu allen Punkten - bezogen auf jeweils das entsprechende Land - finden Sie in der Rubrik "Länderinformationen und Studienbedingungen"):
„Für deutsche Studierende muss Auslandserfahrung selbstverständlicher Bestandteil eines Studiums sein“.
Prof. Dr. Stefan Hormuth, DAAD-Präsident
Hochschulsystem des Gastlandes
Zugangsvoraussetzungen
Anerkennung der im Ausland erbrachten Studien- und Prüfungsleistungen
Finanzierung des Auslandsaufenthalts
Administrative Vorbereitung
Informationsstellen
Auskunft zu Fragen, die mit einem Studienaufenthalt, mit Sprach- und Fachkursen oder einem Praktikum im Ausland in Zusammenhang stehen, können Ihnen die folgenden Stellen geben:
Umfangreiche Nachschlagewerke zu Studien- und Forschungsmöglichkeiten insbesondere in Großbritannien, Frankreich und den USA finden Sie bei den Akademischen Auslandsämtern und bei den Botschaften (Kulturabteilungen) und Kulturinstituten (z. B. British Council, Institut Francais, Amerikahäuser / -zentren).
Hochschuladressen -weltweit- finden Sie im WWW in folgenden Hochschullisten:
In der Publikation "die auslandsreise" finden Sie Informationen über die verschiedenen Möglichkeiten v on Auslandsaufenthalten, des weiteren in der Publikation "The World of Learning" (erscheint jährlich), die in jeder Universitätsbibliothek einzusehen ist.
Linktipp
Informationen zu alternativen Formen des Auslandsaufenthalts bietet Ihnen das Webportal "Wege ins Ausland".
Der DAAD
Der DAAD ist eine Selbstverwaltungseinrichtung der deutschen Hochschulen für den akademischen Austausch und die weltweit größte Organisation internationaler Wissenschaftskooperationen. Mit 278 Mio. Euro, vorrangig aus Bundesmitteln, hat er im Jahr 2006 über 55.000 deutsche und ausländische Studierende, Doktoranden, Wissenschaftler und Künstler gefördert.
Der Austauschdienst der Hochschulen wurde erstmals 1925 auf der Grundlage akademischer Eigeninitiative errichtet, 1945 aufgelöst und im Jahr 1950 als eingetragener Verein privaten Rechts wieder gegründet. Seine ordentlichen Mitglieder sind – auf Antrag – die Hochschulen, die in der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) vertreten sind, sowie die Studierendenvertreter dieser Hochschulen. Zum Jahresende 2003 gehörten dem DAAD insgesamt 231 Hochschulen und 126 Studierendenvertretungen verschiedener Hochschularten an. Eine Mitgliedschaft ist dabei nicht Voraussetzung für die Beteiligung an DAAD-Programmen; sie öffnet den Hochschulen aber wesentliche Einflussmöglichkeiten auf die Leitung und Verfassung des DAAD (Wahl der Organe, Satzungsbeschlüsse) und auf die Grundlinien der Programmgestaltung. Sie ist zugleich Ausdruck für den Charakter des DAAD als einer wissenschaftlichen Selbstverwaltungsorganisation. Diesem Anspruch entspricht die innere Verfassung des Vereins, insbesondere die akademisch geprägte Zusammensetzung der Organe (vgl. Organigramm und Satzung des DAAD).
Zum Selbstverwaltungscharakter des DAAD gehört auch, dass die Entscheidungen über die Vergabe von Stipendien von unabhängigen akademischen Auswahlkommissionen getroffen werden. Vorrangiges Kriterium ist dabei die wissenschaftliche Qualifikation der Bewerber und die Qualität des Projekts. Die über 600 ehrenamtlich tätigen Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in den Auswahlkommissionen werden ohne staatliche Einflussnahme vom Vorstand des DAAD für vier Jahre berufen. Es besteht die Möglichkeit einer einmaligen Wiederberufung.
Die Geschäftsstelle des Deutschen Akademischen Austausch Dienstes befindet sich in Bonn; ihr sind weltweit 14 Außenstellen zugeordnet. Des Weiteren unterhält der DAAD eine steigende Zahl von Informationszentren (IC).
DAAD-Geschäftsstelle
Bonn-Bad Godesberg
Kennedyallee 50, 53175 Bonn, Postfach 20
04 04, 53134 Bonn, Tel.: (0228) 882-0, Fax: (0228) 882-444, E-Mail: postmaster@daad.de
Büro Berlin, Markgrafenstraße 37, 10117 Berlin, Tel.: (030) 20 22 08-0, Fax: (030) 20 41 267, E-Mail: BKP.Berlin@daad.de, E-Mail: Info.Berlin@daad.de ,WWW: http://www.daad-berlin.de
Quelle: www.daad.de
Neuer DAAD-Präsident
Der bisherige Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), Professor Theodor Berchem, ist Ende 2007 nach 20-jähriger Amtszeit mit fünf Amtsperioden verabschiedet worden. Im Januar 2008 hat Professor Stefan Hormuth (Gießen) seine Nachfolge an der Spitze des DAAD angetreten. Berchem ist emeritierter Professor für Romanische Philologie an der Universität Würzburg, deren Rektor und Präsident er 28 Jahre lang war.
Hormuth ist Professor für Sozialpsychologie und seit 1997 Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2001 bis 2007 war er außerdem Vizepräsident für Internationale Angelegenheiten der Hochschulrektorenkonferenz.