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21.04.2010
Besuch bei der LUFA Nord-West in Oldenburg

Im April besuchte der LV Weser-Ems die LUFA Nord-West in Oldenburg. Die 28 Besucher wurden vom Leiter, Herrn Dr. Engling, mit einer Präsentation über die gewandelten Aufgaben der Landwirtschaftskammer und der LUFA im speziellen auf die Besichtigung eingestimmt.

Die Landwirtschaftskammer hat insgesamt in Niedersachsen rund 2.400 Mitarbeiter. Die LUFA Nord-West ist 2002 aus den Instituten der Kammern Weser-Ems und Hannover an verschiedenen Standorten entstanden. Es begann eine große Aufgabe für das Management einen solchen diversifizierten Komplex neu zu organisieren und Bereiche zusammenzufassen, um aus einem Defizit von 5,1 Mio. in einen schwarzen Bereich zu kommen. Wenn man Richtung „Volle Kostendeckung“ marschieren will, darf man dabei nicht die Mitarbeiter und die Kunden vergessen. Mit Einfühlungsvermögen und guten Argumenten müssen sie auf dem Weg mitgenommen werden.

Die LUFA untersucht im Jahr rund 800.000 Proben von rund 50.000 Kunden aus der Landwirtschaft und der Ernährungswirtschaft und deren vor- und nachgelagerten Bereichen . In 2007 hatte die LUFA erstmals mit 370 Mitarbeitern ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Dabei muss sie sich gegen starke Mitbewerber behaupten. Die LUFA unterteilt sich an den beiden verbliebenen Standorten Hameln und Oldenburg in die Institute für Boden und Umwelt, für Düngemittel und Saatgut, für Futtermittel, für Tiergesundheit und für Lebensmittelqualität. Allein die Bodenproben erreichen mit einer Zahl von 200.000 p. a. einen enormen Arbeitsaufwand, in Spitzenzeiten ca. 3.000 am Tag fast rund um die Uhr. Mit 55.000 Proben wird die Güte der Futtermittel überwacht. Dabei wird die LUFA immer nur im Auftrag von Unternehmen und Behörden tätig, sie hat keine eigenen hoheitlichen Aufgabenbereiche. Sie ist ein europaweit anerkanntes Untersuchungslabor mit diversen Akkreditierungen. QM wird großgeschrieben. Auch auf die Ausbildung des Nachwuchses wird bei der LUFA großer Wert gelegt. In den letzten beiden Jahren kam die jeweils beste Chemielaborantin Deutschlands aus diesem Hause.
Der Umsatz liegt jetzt bei 20 Mio. und wächst aufgrund der guten Leistungen weiter. Auf diesem Markt ist ein harter Verdrängungswettbewerb, den die LUFA weniger über Dumpingpreise als über gute Qualität für sich halten kann. In diesem Jahr ist der Bau weiterer Laborflächen geplant.

Durch die Labore wurden wir von Herrn Werner Müller und Herrn Dr. Manfred Bischoff geführt. Dabei wurden die Besucher durch die zahlreichen Labore für Boden- und Futtermittelunter-suchungen sowie durch den Biogasbereich geführt. Die Labore sind hochmodern ausgerüstet, teilweise arbeiten die Untersuchungsautomaten auch in der Nacht vor sich hin. Die Futtermittel werden z. B. auf Inhaltsstoffe, Zusatzstoffe, Toxine, unerwünschte Stoffe, Hemmstoffe und gentechnisch veränderte Organismen untersucht. Im Biogaslabor wird neben der Gülle auch das vergorene oder in Gärung befindliche Substrat der Biogasanlagen untersucht. Es stank weniger als mancher vermutet hatte. Die Gülle verliert in der Biogasanlage stark an Geruchsintensität. Aus den Proben können umfangreiche Rückschlüsse für die Optimierung des Gärprozesses gewonnen werden. Zu dem Angebot der LUFA gehört neben der Probenuntersuchung auch die Interpretation der Ergebnisse und die weiterführende Bewertung. Wer an den Probenkosten spart, riskiert nicht ausgenutztes Ertragspotential. Gerade hier ist Geiz nicht geil. Die lebhafte Führung mussten wir dann aus Zeitgründen doch beenden, da wir anschließend um 19 Uhr geplant ein gemeinsames Abendessen hatten. Im nahe gelegenen ZEUS haben wir in schöner Runde von 20 Personen gegessen und einige haben noch bis 22.30 Uhr über berufliche Themen diskutiert.  Es war ein schöner Abend.